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Fünfzehn Fragen an Michelle Stern zu ihrem Band 3070

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob sie Gucky aus der Serie schreiben würde und wie das Buch »Grundformen der Angst« in die RHODAN-Romane einfließt.



Michelle, du schreibst einen Doppelroman. Was ist einfacher: ein Einzel- oder ein Doppelroman?

Das ist für mich ganz verschieden. Wenn die Romane wirklich eng zusammenhängen, kann ein Doppelroman einfacher sein. Oft bedeutet ein Doppelroman jedoch zwei eher verschiedene Handlungen. Dann kommt der Zeitfaktor dazu. Da kann es leichter sein, Zeit zu haben für einen Roman. Der nächste Roman hat ja dann eben nur eine Woche Zeit, man (oder frau) muss sich also entsprechend die Zeit vorher einteilen.

Und wie ist es zu dem Doppelroman gekommen?

In diesem Fall hat der Autor, der den Roman eigentlich schreiben wollte, ihn aus Zeitgründen zurückgegeben. Soweit ich weiß, betreut dieser Autor unter anderem SOL II. Ich hatte keinen Kontakt mit Kai Hirdt, aber ich nehme an, er hatte entsprechend genug zu tun und wollte lieber ein wenig Luft haben, sich darauf zu konzentrieren.

Die Asaran werden von den Cairanern unterstützt und zeitgleich haben sie einen losen Kooperationsvertrag mit der Lemurischen Allianz. 
Wie passt das zusammen? 

Frag mich mal nach Politik :-).
Das Gefüge ist wohl insgesamt recht fragil. Es gab ja keinen offenen Krieg zwischen Cairanern und der Lemurischen Allianz.

Die Kristallprinzessin sagt mit »Rekh-Zayna« eine der übelsten Beleidigungen, die sie kennt. In der Perrypedia habe ich nichts gefunden – bitte übersetze für uns. 

Ich würde darunter einen im Empfinden von Mitgefühl extrem eingeschränkten Arkoniden oder eben Tomopaten verstehen, um es höflich auszudrücken. Da es arkonidisch ist, könnte es einen Hauch von Ehrlosigkeit enthalten, ebenso wie das Wort an sich schon tiefe Verachtung ausdrückt.

Zitat: »Gib acht, dass dein Vertrauen deinem kleinen Freund nicht zu viel aufbürdet. Auch er ist nicht unverwundbar oder unfehlbar. Opfere ihn nicht für …«
Da Gucky gemeint ist und Band 3072 »Der Ilt muss sterben« heißt und es verschiedene Aussagen von PR-Autoren gibt, die das Schlimmste befürchten lassen: Falls Gucky in Band 3072 stirbt, könnte das das Ende der Serie sein, weil tausende Leser wutentbrannt den Kauf der Hefte einstellen?

Warten wir einfach Band 3072 ab.

Könntest du es übers Herz bringen und die Autorin sein, die Gucky aus der Serie schreibt?

Kommt darauf an. Und nein, ich will mich nicht darüber auslassen, worauf.

Du schreibst aus der Innensicht eines Tomopaten. Wie denkt man sich in ein Wesen mit dieser lebensverachtenden Einstellung hinein? Wie tief steckst du dann in diesen Vorstellungen und Lebenseinstellungen drinnen?

Es gibt ein Buch, das wohl auch Rainer Schorm und oder Rüdiger Schäfer ganz gern mögen – ich las letztens ein NEO-Expo und eine Charakterbeschreibung, die nahezu eins zu eins daraus geschöpft hat – und dieses Buch ist da durchaus hilfreich. Der Titel lautet »Grundformen der Angst«.
Es wirbt mit dem Slogan: »Wenn jeder jedes vom anderen wüsste …« Ich führe mal sinngemäß weiter: … dann könnten wir eben besser verstehen und eventuell auch verzeihen, wo es etwas zu verzeihen gibt. Jedenfalls ist der Name Programm und hier wird sehr schön geschildert, wie ein sogenannter schizoider Charakter mit einer hohen Eigendrehung funktioniert und was seine Hauptangst ist. Charakteristisch ist Gefühlskälte. Du erschießt jemanden und behauptest, der Grund sei, es war eben Montag. Das ist schizoide. Für mich sind genau das die Tomopaten.

Gucky wirft Atlan vor, es zu lieben, im Zentrum des Geschehens zu stehen. Stimmst du dem Ilt zu?

Nicht unbedingt. Ich denke Gucky neckt seine Freunde auch gern, fordert sie heraus und ja, Atlan ist es sicher gewohnt, im Rampenlicht zu stehen. Inwiefern er eine Hassliebe dazu haben mag, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall ist Atlan niemand, der sich aus der Verantwortung stiehlt.

Manche Figurennamen haben persönliche Bezüge. Wie ist es mit Jothan Ondroski und Mauran Fassler? 

Diese Namen standen genau so im Expo. Das müsstest du die Exposéautoren fragen, ob es da persönliche Bezüge gibt.

Zitat Atlan: »Im Ernstfall wird Gucky zuerst Jasmyne und mich aus der Gefahrenzone bringen.«
Da war ich irritiert. Der Arkonidenprinz bringt sich doch zuletzt und nicht vor seinen Leuten in Sicherheit …

Das stand auch so im Exposé, und ist dem geschuldet, dass Atlan ja ein Ziel von Attacken ist. Die Cairaner wollen ihn in die Hände bekommen und er wollte die Nerven aller beruhigen, die ihn zuerst in Sicherheit sehen wollten. 

 Atlan zitiert die Thesan, die ausgesagt hat, dass die Cairaner den Posizid ausgelöst haben. Anfangs war Atlan ihr gegenüber skeptisch. Was war der Auslöser, dass sich das gewandelt hat? 

Ich denke, Atlan ist der Thesan gegenüber nach wie vor skeptisch. Den Cairanern gegenüber jedoch erst recht. Dazu kommt, dass es mir als Autorin wirklich schwerfällt, mir jede Bemerkung und jede Wendung in Atlans Gedanken aus den Romanen zu merken. Was er also genau zuletzt in Bezug auf Paath und die Cairaner gedacht hat und wie stark sein Misstrauen ausgeprägt war. Da verlasse ich mich einfach auf das Exposé und hoffe, dass die Angaben dort stimmen. Und das war eben eine solche Exposévorgabe.

Zitat Atlan: »Jeder, der ihn hat (Anm: einen ZAC), bereut es irgendwann, aber ich will nicht undankbar erscheinen.«
Was bereut Atlan an seinem 20.000 Jahre währenden Leben?

Ich denke, dass es Atlan manchmal schon schwer fällt gerade in Bezug auf Beziehungen. Manchmal hat er sich ja eben auch enger gebunden, um diesen Beziehungen gerecht zu werden, und damit klar zu kommen, dass er das eben manchmal gar nicht kann, das ist auch für ihn eine Herausforderung.
Man lernt jemanden kennen und lieben – und muss ihn quasi aus der Sicht eines extrem Langlebigen bald wieder gehen lassen. Sicher gibt es Momente, die ewig währen und man kann vieles in einer Art Anfängergeist immer wieder neu erleben. Dennoch muss es nicht einfach sein. Ich jedenfalls stelle mir diese Art von Quasi-Unsterblichkeit während alle anderen um einen herum sterben, ohne dass man das verhindern kann, nicht immer als Geschenk vor.

Wie groß wäre die Versuchung, wenn du einen ZAC angeboten bekommen würdest? 

Ziemlich groß. Ich würde mir einbilden, dass ich ihn ja jederzeit ablegen und mein Ende selbst bestimmen könnte. Ob das dann wirklich so einfach wäre … Hm. Dazu gehört sehr viel Willenskraft, die Atlan ja bereits in den Jenzeitigen Landen bewiesen hat. Ob ich sie hätte? 

 Wenn du dich für die Unsterblichkeit bewerben würdest, welche Begründung würdest du mitliefern?

Um eine Sache oder besser ein Gebiet ausführlich lernen/ergründen zu können, in aller Ruhe, um dann mein Wissen weiterzugeben.

Im Galaktischen Forum wird moniert, dass die Kampfkraft von Robotern und Lebewesen immer wieder anders geschildert wird. In deinem Band heißt es an einer Stelle, dass Tomopaten sogar Halutern gefährlich werden können, an anderer Stelle hätte der Tomopat den Kampf mit einer Epsalerin nicht mehr lange durchgehalten.
Braucht es ein internes Datenblatt, wer wem überlegen ist? 

Ich denke, das hängt eben auch von der Situation ab und den Waffen und Mitteln die eingesetzt werden. Ein gerade frisch paralysierter Oxtorner wird anders kämpfen als einer im Vollbesitz seiner Kräfte. Tatsächlich hätte ich allerdings schon eine ganz konkrete Beschreibung, wie nun so ein Tomopat mit seinen Armen so gefährlich sein kann, hilfreich gefunden. Ein Haluter hat ja nun mal eine sehr große Masse und wenn er strukturverhärtet, dürfte es auch einem Tomopatenarm schwerfallen, da durchzukommen.
Dann gibt es SERUNS und Schutzschirme. Der Tomopat und die Epsalerin sind ja nicht »nackt« gegeneinander angetreten.
Ich persönlich finde es nicht so hilfreich, zu wissen, wer wem überlegen ist, wenn ich nicht weiß, warum. Ich würde gern wissen, wie genau es funktioniert. Nur das sprengt eben auch den Rahmen.
Es gibt bei PERRY RHODAN schon unglaublich lange Exposés und Datenblätter. Wenn ich dann wieder ein Exposé vor mir habe, das quasi ein Drittel Roman ist, fände ich den Ruf nach noch mehr Daten nicht hilfreich. Wie du dir denken kannst, übertreibe ich ein wenig, das ist typisch für’s Schreiben ;-).
Ich hoffe, das war hilfreich.

Michelle, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum E-Book, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Die_Physik_des_Friedens

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12180

PS: PERRY RHODAN ONLINE WOCHE – 13. bis 19. Juli 2020

Fünfzehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3067

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob Band 3067 unter den Begriff »Lückenfüller« einzuordnen ist und warum er nun auch auf Instagram ist.

Michael, 3067 hat Überlänge. Wieso hast du nicht gekürzt?

Oh, ich habe gekürzt, und zwar kräftig. Irgendwas zwischen zwölf und 15 Prozent des Rohtextes. Was jetzt noch drin steht, habe ich als wichtig erachtet.

Wäre ja eigentlich dein Job, so zu liefern, dass alle Beilagen auch ins Heft passen …

Haben Beilagen gefehlt?
Sorry, das hab ich gar nicht mitbekommen. (Ich hab die Belegexemplare noch nicht erhalten.)

Du kennst die Völker der Milchstraße. Wieso haben sich die Cairaner nur auf die Blues und Terraner bei ihren Planspielen konzentriert?

Wir durchschauen die Motivation der Cairaner (noch) nicht zur Gänze. Es mag ja z.B. sein, dass sie Blues und Terraner vor x hundert Jahren als jene Völker erachteten, die ihnen am ehesten gefährlich werden konnten. Vielleicht gibt es in anderen Teilen der Villanova-Galaxie Planeten, auf denen Versuche mit Arkoniden und Aarus stattfinden?

Zitat: »Nichts war so aussagekräftig wie der Tratsch in einer Zentrale, solange der Schiffskommandant nicht anwesend war.«
Erzähl uns doch drei Highlights vom Tratsch auf der letzten Autorenkonferenz in Abwesenheit von KNF.

Geht leider nicht, weil Klaus IMMER anwesend war. Er kennt seine Pappenheimer und weiß, was für Unsinn geplappert wird, sollte er mal zufällig nicht in der Nähe sein.

Der Roman gibt keine Antwort auf die Frage, wie die Cairaner zu den Genproben von Alaska, Riordan und Corello gekommen sind. Die letzten zwei sind vor Jahrtausenden verstorben, die Gensequenzen von ihnen auf Terra werden wohl gut bewacht sein. Wieso ist das offen geblieben?

Ich habe als Lösungsansatz für diese Frage angeboten, dass irgendwo Genproben eingelagert wurden. Ich glaube nicht, dass man sie ausreichend gut bewachen könnte. Überleg mal, wie geschickt sich die Cairaner über lange Zeit hinweg versteckt haben. Es wäre ihnen sicherlich möglich gewesen, das Genmaterial zu stehlen.

Abgesehen davon find ich es gut, da und dort Lücken in der Erzählung zu lassen. Das führt doch beim Leser zu weiteren Spekulationen: Waren die Cairaner etwa NOCH früher in der Milchstraße? Beherrschen sie Zeitreisen? Arbeiten sie mit jemandem zusammen, den wir noch nicht kennen und der Zugriff auf altes Genmaterial hatte? Gibt es Verräter auf Rudyn?

Und wird das im Zyklusverlauf noch thematisiert?

Ich sage mal ganz allgemein: Diese beiden Romane sind alles, nur keine Lückenfüller.

Wie stehst du eigentlich zum Thema Klonen? Sollte das erlaubt sein?

Da könnte ich jetzt die Vorteile und die Risiken der Klontechnologie einander gegenüberstellen. Prinzipiell machen mir die Konsequenzen Angst, die sich aus unserem stetig wachsenden Wissen zu diesem Thema ergeben. Aber: Klonen ist etwas, das die Natur vorgesehen hat und das es in Tier- sowie Pflanzenwelt gibt. Jungfernzeugung gibt es z.B. (ich zitiere aus einem Buch, das ich mir grad zu Gemüte führe) bei Fadenwürmern, Muschelkrebsen, Wasserflöhen, Asseln, Blattläusen, Bienen, Stabheuschrecken, Schlupfwespen, Schmetterlingen, Salamandern, Kärpflingsfischen etc.
Der Autor dieses Buchs kommt übrigens auch zu dem Schluss, dass Männer Luxusgeschöpfe sind, die eigentlich nicht gebraucht werden.

Annba hat im Zyklus nur ein einziges Mal aktiv eine Rolle gespielt. Wieso wurde eine Figur eingeführt, die nur da war und die dann in weiter Ferne entsorgt wird?

Wer sagt denn, dass seine Geschichte auserzählt ist?

Zitat: »Wenn es nach mir ginge, würde ich … das Qualitätskontrollzentrum zerstören. Aber diese Entscheidung darf niemals von einer Person allein getroffen werden.«
Im Dyoversum entscheidet Perry Rhodan viel allein, auch über die Köpfe der politischen Entscheidungsträger hinweg, die es dann nur noch abnicken. Wie stehst du zu so einem totalitären Verhalten?

Das ist ein Thema, das wir seit Band 1 der Serie haben. Wie kann Perry mehr oder weniger alleine darüber entscheiden, dass er die ungemein gefährliche Technologie der Arkoniden für seine Zwecke übernimmt? Wer sagt, dass seine Vorgehensweise die richtige ist?
Meine – etwas profane – Antwort ist: Weil er der Held ist. Weil wir als Leser darauf vertrauen, dass er mit den Mitteln, die er zur Verfügung gestellt bekommt und die er sich erarbeitet, das Richtige tut.

Uschi Zietsch und Christian Montillon haben den Dyoversums-Vierteiler geschrieben und mindestens ein weiterer wird folgen. Wie schade findest du, dass nur zwei Autoren diese Ebene unter sich aufteilen?

Gar nicht. Das kann für Kontinuität und Homogenität auf dieser Handlungsebene nur gut sein.

 Im Galaktischen Forum meinte ausgerechnet der User mit Nickname »Ronald Tekener«:
»Ich fand die Story der letzten beiden Romane total überflüssig, typische Lückenfüller.«
Wie gehst du mit so einer Kritik um?

Das ist eine Meinung, mit der ich leben muss. Es steht ihm natürlich zu, so zu urteilen.

Und was würdest du von Angesicht zu Angesicht entgegnen?

Genau dieses.
Ich ärgere mich natürlich, wenn ich negative Kritik erhalte. Ich bin auch nicht immun dagegen, ich bin ab und zu ziemlich gekränkt. Aber deswegen wollte ich niemandem seine Meinung verbieten. Niemals.

Ein anderer, Askosan, meint hingegen:
»Auch der Folgeroman von MMT ist durchaus unterhaltsam. Tolot & Co. agieren sehr souverän.«
Wie gehst du mit Lob um?

Ich habe – so bilde ich mir ein – gelernt, Lob richtig einzuschätzen. Ein Lob ist eine Momentaufnahme, etwas Flüchtiges. Etwas, über das ich mich natürlich freue. Aber was für mich als Autor wichtig ist, ist der Blick nach vorne. Auf den nächsten Text, den ich schreibe. Der soll halt auch so gut werden, dass ich wieder mehr Lob als negative Kritik bekomme. Diese Jagd nach bestmöglicher Leistung ist das Um und Auf in meinem Beruf.
Letztlich baue ich als PERRY-Autor über die Dauer meiner Karriere hinweg ein Gesamtwerk auf. Irgendwann einmal, wenn ich zurückschaue, möcht ich sagen können: »Das war ja gar ned so schlecht, was du da in den x Jahren deiner Zeit als Autor gemacht hast.«
Dieses Gesamtzeugnis möglichst positiv zu gestalten – das treibt mich an.

Du bist jetzt auch auf Instagram.
Was war der Auslöser und welche Fotos dürfen wir von dir dort erwarten?
 
Mein großes Geheimprojekt war der eigentliche Auslöser. Über dieses Projekt kann ich vermutlich Mitte Juli dieses Jahres mehr verraten. Es ist sehr bildintensiv, und da ist Instagram nun mal die geeignetste Plattform.
 
Derzeit experimentiere ich noch ein wenig mit den Motiven. Was kommt gut an, wie kann ich die Nutzer dieser Plattform für mich interessieren?
Momentan sieht’s so aus, dass ich mehrere Bilder zu einem Thema zusammenfasse und damit, über mehrere Tage verteilt, eine Art »Geschichte« erzähle.
Dieser Tage beschäftige ich mich zum Beispiel mit Illustratoren und Zeichnern, mit denen ich im Laufe meiner Autorenkarriere zusammengearbeitet habe. Mag sein, dass ich nächste Woche über das Feilen an Manuskripten erzähle und meine Arbeitsschritte darstelle. Oder dass ich NachwuchsautorInnen vorstelle. Oder Motive vom Bergwandern herzeige und schreibe, was mich daran so fasziniert …
Ich will mich momentan noch nicht auf ein bestimmtes Thema festlegen lassen.

Ich bin ja für Fotos von den Expos und Vorabfotos von den Manuskripten. Erfüllst du mir diesen Wunsch (Immerhin hab ich in Bälde Geburtstag)?
 
Kann ich Dir gerne schicken, kein Problem. Bitte denk aber daran, dass ich dann dazu verpflichtet bin, Dich zu meucheln. Gerne auch an Deinem Geburtstag.
 
Michi, danke für deine Zeit.
 

Hier geht’s zum Ebook, zur Hör- und Leseprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3067

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12132

Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3066

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer seine Gedanken zum Thema Rauschmittel bei PERRY RHODAN und ruft den No-Prize ins Leben.

Michael, bei RHODAN schlüpft man als Autor immer wieder in andere Lebewesen, die nicht unbedingt menschenähnlich sind. Diesmal durftest du eine Art »Hahn« beschreiben. Wie denkt man sich in einen Hahn hinein?

Das hört sich schwerer an, als es in Wirklichkeit ist. Steckt denn nicht in jedem von uns ein kleiner Hahn?
Aber im »Ernst«: Aliens, die wir beschreiben, sind stets menschenähnlich. Sonst könnten wir sie ja nicht aus ihrem Innenleben heraus schildern. Die Exotik entsteht durch eine leicht abgeänderte Begriffswelt. Für mehr ist bei PERRY nicht Platz.

Wir erfahren von Onker Dou, dass auf der RAS TSCHUBAI im Freizeitbereich Ogygia Rauschmittel illegal konsumiert werden. Wie kann das auf einem Raumschiff, noch dazu in einem öffentlich vom Bordrechner überwachten Bereich vorkommen?

Ich habe dieses Thema bereits mehrmals in PERRY-Romanen anklingen lassen. Ist es vorstellbar, dass in so einem Riesenkörper keine Drogen konsumiert werden? Werden Einsatzkräfte mit Hilfe von Drogen stimuliert? Was für Aufputschpräparate werden ihnen vom SERUN verabreicht, wenn es drauf ankommt? Wird etwa kein Alkohol mehr getrunken? – Ich glaube das alles nicht, und ich will es in den Romanen auch nicht weglassen. Ein bißl Realität darf schon sein. Und würde ich nun ANANSI zur allgegenwärtigen Verpetzermaschine machen – es wäre ein grässliches Leben an Bord eines derartigen Schiffs. Ich gehe davon aus, dass die Semitronik ab und zu die Augen zudrückt, grad im Freizeitbereich von Ogygia.

Meines Wissen ist das die erste Innensicht von Icho Tolot während einer Drangwäsche – und ich gestehe, ich war irritiert. Bislang dachte ich, dass Haluter auch während der Drangwäsche keine Hassgefühle gegen andere hegen und nur den Kampf suchen, aber dennoch Leben schonen. Du schilderst ihn hier anders – wurde das intern diskutiert, wie eine Drangwäsche anzulegen ist?

Über Drangwäsche wurde in der Innensicht noch nie geschrieben, richtig (soweit ich es in Erfahrung bringen konnte). Also blieb es mir überlassen, die inneren Vorgänge ein wenig zu erklären. Vielleicht läuft eine Drangwäsche bei einem anderen Haluter völlig anders ab, wer weiß? Ein psychotischer Anfall verläuft bis auf gewisse Grundmuster auch von Person zu Person unterschiedlich. Der Vergleich ist gewagt, ich weiß. Aber eine Drangwäsche ist nun mal auch etwas, das mit der Persönlichkeit eines Haluters zu tun hat. Mit seinem Alter, seinen Erfahrungen, seinen Stärken und Schwächen. Haluter mögen Planhirne haben, die sie wie Maschinen handeln lassen. Aber das bedeutet nicht, dass jeder Haluter in derselben Situation gleich reagieren würde.

An manchen Stellen musste ich bei Tolot an Bruce Banner und Hulk denken. Hast du dich davon inspirieren lassen? Und denkst du, hatte damals KHS ähnliches im Sinn? (Hulk erschien zum ersten Mal 1962.)

Nein, Bruce Banner hatte ich keine Sekunde lang im Kopf. Und bei Karl-Herbert Scheer kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass er Comics gelesen hat.

Tolot fliegt in einem Shift zurück zum Raumer … äh … das Ding ist zu klein, als dass Tolot da reinkäme. Wie sehr ärgert dich so ein Fehler?

Gar nicht. Wer sagt, dass der Shift nicht speziell für Tolot adaptiert worden war? – Ich zerbrech mir über so etwas keine Sekunde lang den Kopf. Klar, es macht als Leser Spaß, »Fehler« des Autors zu suchen und ihm unter die Nase zu reiben.

Womit wir übrigens nochmals bei Marvel-Comics wären: Es gab lange Zeit auf der Leserseite bei Marvel-Comics die Sache mit dem No-Prize. Leser haben Briefe an den Verlag geschickt, in denen sie den Machern Fehlern nachgewiesen haben. Gleichzeitig brachten sie selbst eine möglichst geschickte Erklärung, warum das ja gar kein Fehler war, sondern … (und dann folgte eine möglichst abstruse Erklärung, warum die Marvel-Leute eh recht hatten). Diese Leser haben dann einen No-Prize erhalten. So was hätt ich bei den PERRY-Lesern manchmal auch recht gern. 🙂

https://en.wikipedia.org/wiki/Marvel_No-Prize

Na, dann eröffnen wir doch gleich mal einen Thread dazu im Galaktischen Forum …
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=3&t=12123

Tolot entschließt sich, alle Rücksichtnahme gegenüber den Blues fallenzulassen, weil er in ihnen erbarmungslose Mörder sieht. Wie vereinbart sich das mit der hochstehenden Moral der Haluter?

Es würde jetzt echt zu weit führen, eine Diskussion über halutische Moral zu führen. Vor allem gilt auch hier: Wir wissen über den Moralkodex der Haluter viel zu wenig. Der lässt sich auch nicht in einem Regelbuch festlegen. Am ehesten könnten Dir wohl Dr. Dr. Bre Tsinga und ihre Enkelin Anni K. Tsinga Auskunft geben.

Zitat: »Kein Roboter und auch nicht die Positronik der Space Jet hätte Tolot aufhalten können.«
Im ersten Reflex fällt mir ein Fesselfeld ein …

Siehe oben, mein Kommentar zum No-Prize. Liefere Du mir doch eine Erklärung dafür. Ich hätte eine, aber es wäre mir lieber, wenn Du mir die Arbeit abnehmen könntest.

Im Zyklus werden Kampfroboter inkonsistent geschildert. Mal sind sie unüberwindbar, dann wieder Kanonenfutter. Gibt es eine interne Vorgabe, wie mit Kampfrobotern umzugehen ist?

Nein. Und ich gestehe, dass das ein schwieriges, komplexes Thema ist, über das ich mir immer wieder Gedanken mache.

Meine Antwort ist: Bei mir können die Roboter immer das, was ich grad von ihnen brauche. Das ist inkonsistent, ja. Aber stell Dir mal vor: TARAS werden als quasi unschlagbare Killermaschinen gezeigt, mit undurchdringlichen Schutzschirmen, Metallummantelungen etc. Diese Dinger werden konstruiert, um unbesiegbar zu sein. Nun gäbe es sicherlich irrsinnig raffinierte Methoden, einen TARA dennoch zu überwinden. Diese Szene könnte ich konstruieren und dann über zwei Seiten hinweg vor den Lesern ausbreiten, so, dass 99 Prozent von ihnen zufrieden mit der Erklärung sind. Vielleicht könnte ich das drei-, viermal mit unterschiedlichen Lösungsansätzen durchziehen. Und dann? Soll ich wieder von vorne anfangen? Soll ich jedes Mal eine neue in sich geschlossene und logische Schilderung zu erfinden versuchen, warum der unbesiegbare TARA dennoch besiegt werden konnte? – Braucht es derartige Textstellen?
Meiner Ansicht nach nicht (immer). Da riskiere ich als Autor lieber ein paar Watschen/Ohrfeigen von aufmerksamen Lesern, die sich über meine vermeintlichen Nachlässigkeiten ärgern. Mein Job als Autor ist es, unterhaltsam zu schreiben. In Action-Szenen will ich Tempo machen, den Leser rasch und spannend durch die Handlung ziehen.

Offenbar hat jemand Terraner und Blues geklont, noch dazu prominente Terraner. Nachdem der Galaxientipp von einem Cairaner kam, unterstelle ich, es waren in der Tat die Cairaner. Wie sind die zu DNA-Proben von Riordan und Saedelaere gekommen?
Und vor allem … bei dem Aufwand, den die Cairaner betreiben – wieso ausgerechnet die Milchstraße?
(Und sag mir nicht jetzt, weil wir sonst einen anderen Zyklus schreiben hätten müssen 😉 )

 Nun, es gibt ja einen zweiten Band zu diesem Thema. Du kannst mich nächste Woche gerne nochmals zu diesem Thema befragen. Wobei ich jetzt schon sage, dass Du nicht auf alle Fragen eine zufriedenstellende Antwort erhalten wirst. Manches muss eben geheim bleiben.

Zitat: »Er würde sein Pflicht immer und jederzeit vor seine persönlichen Befindlichkeiten stellen.«
Wenn der Abgabeschluss kurz bevorsteht und es sich zeitlich gar nicht mehr ausgehen kann – was streichst du aus deinem Privatleben zuerst? Und was auf gar keinen Fall?

Das Familienleben hat vor allem bei dräuenden Abgabeterminen immer sehr gelitten. Das ist die bittere Wahrheit. Und auf was ich quasi nie verzichte, das ist der Fußball. Wenn ich keinem Ball hinterherlaufen kann, bin ich unerträglich. Die Corona-Zeiten sind diesbezüglich eine endlose Qual für mich. Ehrlich.

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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3066

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Dreizehn Fragen an Christian Montillon zu seinem Band 3064

Nachdem Susan Schwartz zu den ersten beiden Heften des Viererblocks die Fragen von Roman Schleifer beantwortet hat, folgt nun Christian Montillon, der prompt spoilert.

Christian, nach deinem alleinigen Verteiler, den du dir in der RHODAN-Historie mit Ernst Vlcek teilst, nun noch die Premiere mit Susan Schwartz. Der erste Vierteiler von zwei Autoren. Wie ist das Gefühl, Geschichte innerhalb der Geschichte zu schreiben?

Es macht Spaß, weil es ein tolles Sonder-Projekt ist. Eines, das noch nicht vorbei ist, übrigens. Zumal das ganze ja nicht Spielerei um der Spielerei willen ist, sondern total Sinn macht im begrenzten Rahmen des Dyoversums.

Welche unterhaltsamen Situationen bei der Zusammenarbeit hat es gegeben?

Uschi und ich konnten wunderbar jammern, weil es zeitlich knapp wurde. Ähm, natürlich ging’s nicht ums Jammern, sondern um das gegenseitige Auferbauen!

Christian, angenommen die Macht hinter Bleichsternen wird in diesem Zyklus nicht mehr erwähnt – was wäre der Grund, warum du den Begriff Füllroman für Band 3064 ablehnst?

Da die Macht hinter den Bleichsternen selbstverständlich noch mal erwähnt wird, erübrigt sich deine Frage.

Ups, jetzt hast du mir einen Spoiler entrissen.

Der Roman beginnt mit einem anonymen Zitat – »Man hofft, alt zu werden, und fürchtet sich doch davor.«
Was hat es damit auf sich?

Es ist ja nicht anonym, sondern stammt von Jean de La Bruyère. Ich geb mal zu, dass ich derjenige bin, der diese Eingangszitate jeweils heraussucht, das habe ich schon bei meinem ersten Vierteiler so gemacht. Ich gehe dabei so vor, dass ich mich frage, was DAS zentrale Thema des Romans ist – auch unter der Oberfläche. Die Topsider sind an Altersschwäche gestorben – und das hier passte wundervoll, finde ich.

Manchmal hab ich die Zitate gleich im Kopf, weil ich sie eben kenne; manchmal gehe ich wirklich lange auf die Suche und entdecke dabei manche Perle.

Zitat: »Rhodan kannte das gut – man musste seiner Mannschaft vertrauen, sonst ging man als Kommandant kaputt.«
Wo vertraust du deinen Autorenkollegen blind?

Eigentlich ständig – ich schicke die Endversion des Exposés eines jeden Romans an Klaus Frick, dann beginnt das Vertrauen, das das Team und insbesondere eben der jeweilige Autor/die Autorin Gendersternchen das Beste daraus macht.

Aufgrund der »Gleichheit« des Dyoversums zu unserem Universum vermutet Rhodan ein Geheimnis. Bis zum Zyklusfinale sind es nur noch 35 Hefte. Beim 1. PR-Online-Stammtisch Wien befürchteten einige Fans, dass alles in den letzten drei Heften erklärt wird.
Was sagt du ihnen, um sie zu beruhigen?

Da sage ich, dass das nicht so sein wird. Und verweise auf den letzten Zyklus, wo wir die großen Antworten in den 80er-Nummern begonnen haben – also 20 Romane lang.

Rhodan hat gegenüber dem Diplomaten Torwesten anfangs Vorbehalte. Wen würde Perry für eine Vermittlerrolle ablehnen?

Ich vertraue darauf, dass Perry ein Händchen hat, die richtigen Leute zu finden. Bzw. wenn sie ihm vorgesetzt werden, zu erspüren, ob sie sich eignen. Nicht dass er unfehlbar wäre. Hm, wen würde er ablehnen? Wenn es noch solche Verschwörungstheoretiker geben sollte, wie sie sich gerade in unserer Realität breitmachen – dann wohl die.

Perry Rhodan mischt sich ungefragt in Liga-Angelegenheiten, gibt sogar im Namen der Liga Zusagen, obwohl er bekanntlich nur Privatmann ist. Was hätte er als Großadministrator des Solaren Imperiums mit jemanden wie ihn gemacht?

Da müsste man den Großadministrator fragen. Oder KHS 😀

Der Okrill Phylax wird immer mehr zum Handlungsträger und Retter in der Not. Wenn du es dir aussuchen könntest – Phylax oder Norman, für wen würdest du dich als Haustier entscheiden?

Als Haustier ganz klar Norman.
Als literarische Figur … Phylax.

Perry kommt relativ spät auf die Idee, dass es sich um Vitalenergieentzug handeln könnte. Warum braucht er dafür fast bis zur Hälfte des Heftes?

Weil er, siehe eben, auch nicht perfekt ist.

Rhodans Enkelin stirbt in dem Heft fast. Wie soll irgendwann ihr Abgang sein? Bombastisch oder leise? Im Arm von Perry oder ohne ihn?

Das wird sich weisen, wenn man die Dramaturgie kennt, die zu diesem Punkt führt. Falls es diesen Punkt jemals geben wird, was ich hiermit keinesfalls bestätige.

Zitat: »Den Hornbären habe ich getan.«
Das ist von Uschi, oder?

Bulls Eye!

Der Roman zeigt sehr schön, wie zwei Völker zusammenarbeiten und derart ein Geheimnis lösen. Wenn du dir die hochgezogenen Grenzen in Europa als Reaktion auf Corona ansiehst, was denkst du dir da?

Ich bin kein Freund von Grenzen. Eher von Brücken.
Das vorab.
Corona-Grenzen basieren jedoch auf einer ganz anderen Situation als sonst üblich – es fällt mir schwer, diese zu beurteilen.
Was ich jedoch schön finde: Ich wohne relativ nah zu Frankreich, und meine Frau kam aus einer Gegend sehr nah bei Frankreich. Dort wurden, als es in Frankreich übel aussah, Leute von dort aufgenommen, um sie im Krankenhaus zu behandeln.

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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3064

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12090

Dreizehn Fragen an Susan Schwartz zu ihrem Band 3062

Susan Schwartz aka Uschi Zietsch verrät im Interview mit Roman Schleifer den Grund für die Vibrationen innerhalb Terras und wie die Serienhandlung der Vergangenheit die gegenwertige Dramaturgie verändert hat.

Du schreibst mit Monti PR-Geschichte, denn zum ersten Mal werden vier Romane von zwei Autoren geschrieben. Wie ist das Gefühl?

Absolut super. Mal was ganz anderes. Ich probiere ja immer gern neue Sachen aus.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Ich bin Christian zu Füßen gelegen und habe ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte. Ich bin herumgehüpft und habe mit den Fingern geschnipst. Ich habe gedroht, mich von der Klippe zu stürzen, wenn nicht …  😉
Klingt spannender als die echte Antwort, oder?
Die lautet nämlich: Als die Rede davon war, dass es eine weitere Viererstaffel aus dem anderen Teil des Dyoversums geben wird, habe ich mich sofort beworben. Zwischen den beiden Mails dürfte keine Minute vergangen sein.

Wie leicht hast du in das Thema hineingefunden?

Da ich mit dem 3049 schon die Vorbereitungen getroffen hatte, war es leicht. Es ist ja ein kleines, in sich abgeschlossenes Universum ohne großen Hintergrund, die Hauptfiguren sind mir alle vertraut. Zu recherchieren gab es trotzdem einiges in Bezug auf das Ambiente. Das war stellenweise aufwendig.

Wie war die Zusammenarbeit? Wie habt ihr euch organisiert?

Am Anfang haben wir noch gar nicht so viel kommuniziert, da mussten wir uns erst reinfinden und das Setting schaffen, doch ab Band 2 schwirrten die Mails nur so hin und her. »Ich schreib das, wie hast du das gemacht? Was soll ich hier beachten, was hältst du davon?« Da gab es schon sehr viel Austausch.
Bei den Exposés 1 – 3 war die Aufteilung vorgegeben, sodass ich mich gleich auf meinen Part konzentrieren konnte, wobei die Grenzen der Aufteilungen schnell aufweichten, da wir manche Sequenzen tauschten oder der Focus sich verschoben hat. Bei Band 4 haben wir uns abgesprochen, wer gern was machen möchte. Und natürlich musste auch mehrmals die Frage geklärt werden, ob wer gekillt werden sollte. 😉

Zitat: »Es hilft nichts, wenn wir verpatzten Möglichkeiten hinterherweinen oder von einem Utopia träumen, das es nicht gibt. Und nie gegeben hat.«
Diese Worte hätte ich gerade von Rhodan, dem Utopisten nicht erwartet. Ist er von den Misserfolgen derart frustriert? Immerhin besiegt er regelmäßig die Feinde, aber sein Ziel des Friedens hat er nie erreicht. (Bis auf die 1000 Jahre im Solaren Imperium.)

Ich glaube gar nicht, dass das nur Frustration ist. Ich sehe es im Gegenteil so, dass Perry jetzt mehr denn je nach vorn blicken will. Immerhin ist die Milchstraße sehr gebeutelt. Sie hatte noch gar keine Chance, sich vom Weltenbrand zu erholen, da kommen die nächsten Typen angelatscht und behaupten: »Alles meins.« Und vorher verschwinden Terra und Luna spurlos und ein anderer Planet samt Trabant taucht auf. Das gesamte System ist gesperrt, das politische Bündnis ist auseinandergefallen – und dann auch noch Datensintflut und Posizid. Eine Menge Herausforderungen, eine Menge Leid, und Perry ist nicht dagewesen. Daran trägt er verständlicherweise schwer und ist deshalb desto eiserner entschlossen, Terra und Luna zurückzubringen. Er ist immer noch Utopist, aber der Weg dahin muss neu bewertet werden.

Zitat: »Rhodan vertraute ihnen allen, und das war dringend nötig. Allein könnte er seinen Plan unmöglich umsetzen – er brauchte alte und neue Freunde. Eine Gemeinschaft unterschiedlicher Menschen, von denen jeder auf seine ganz eigene Art die Erde retten wollte und sich diesem Ziel als großem Ganzen unterordnete.«
Ist es das, was ihn auszeichnet, dass er immer Menschen findet, die sich dem Großen Ganzen, nämlich seinem Großen Ganzen, unterordnen?

Sein ganz wesentlicher Charakterzug ist es, dass er seinen Weg nicht allein auf Teufel komm raus gehen will, etwa weil er sich als Visionär, Heilsbringer oder Heiland sieht. Was er eben nicht tut. Perry ist ein nüchterner, bodenständiger und verstandesbewusster Mann, für den Demokratie und Gleichberechtigung über alles geht. Er übernimmt die Verantwortung, aber er zieht die Möglichkeit in Betracht, sich zu irren. Er ist kein Einzelkämpfer, der sich mit der Machete durch den Dschungel schlägt. Natürlich weiß er, dass er das Ziel des galaktischen Friedens nur mit Weggefährten, Vertrauten und Verbündeten erreichen kann, und will das auch gar nicht. Je breiter die Basis, desto stabiler das Fundament.

Zitat: »Sichu Dorksteiger reagierte irritiert; in der Öffentlichkeit zeigten sie nur wenig Vertraulichkeiten.«
Was ist da der Grund? Und muss RHODAN im 3. Jahrtausend immer noch einen Helden haben, der »verklemmt« wie ein 14jähriger ist?

Ach, Perry wurde doch mit nem Stock im Hintern geboren und trennt strikt Öffentlichkeit und Privat. Er ist nicht verklemmt, er möchte das eben nur nicht zeigen. Und sind wir nicht schon im 6. Jahrtausend? 😉

Zitat: »Deshalb waren sie nicht in hoch effektive Schutzschirme gehüllt, sondern nur in einfache Prallschirme.«
Was ist der Grund? Wäre es nicht beeindruckender gewesen, jene Schiffe zu zerstören, die einen höherdimensionalen Schutzschirm gehabt hätten? Für Mullholland wäre das kein Problem gewesen …

 Ich denke nicht, dass der höherwertige Schutzschirm einen Unterschied gemacht hätte.

Rhodans Bluff mit dem Transformkanonen erinnert doch sehr an Band 399. Gibt es eine Liste mit Bluffs, die in RHODAN bislang vorgekommen sind? Seht ihr das nach?

Die Mitarbeiter im Hintergrund wie Michael Thiesen, aber auch Verena Themsen mit ihrer Datenbibliothek können innerhalb kurzer Zeit solche Informationen liefern. Eine spezielle Liste gibt es dafür sicherlich nicht, weil zu den damaligen Zeiten niemand daran gedacht hat, eine anzulegen. Heutzutage ist das viel zu aufwendig, und mit Stichwortsuche, da es hier ja um die Topsider geht, kommt man schnell zum Ziel. Es handelt sich also nicht um ein Versehen, sondern um Absicht – eine Hommage an sich selbst.
Wahrscheinlich hat Perry sich gedacht, was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites Mal – auf der anderen Seite kannte den Trick ja niemand. Also warum nicht nochmal anwenden?

Früher wäre dieser Bluff in einem kompletten Heft beschrieben worden – heute in einer Hefthälfte. Du bist seit 1993 dabei – was hat sich da in der Erzählweise geändert?

Ich wiederhole mal wieder: Ich bin seit 1992 dabei. Ich wüsste nicht, warum der Bluff auf ein ganzes Heft ausgedehnt werden sollte, vor allem, da er ja eh schon bekannt ist – wobei er in der Ausführung ja durchaus variiert. Aber wenn man danach geht, könnte man viele Storylines sogar auf mehr als ein Heft ausdehnen.

Der zweite Teil handelt von Zeut, ist aber nicht abgeschlossen. Ist das dramaturgisch wichtiger, weil es in eineinhalb Heften erzählt wird? Was erwartet uns da?

Also eigentlich wird die Zeut-Ebene umfangmäßig in einem Heft erzählt, nur eben auf zwei Hefte verteilt. Und so ist das mit den Topsidern auch. Das ist ja auch noch nicht beendet. Dramaturgisch finde ich das sehr sinnvoll, um abzuwechseln und einen schönen Spannungsbogen aufzubauen.
 
Zitat: »Düster beobachtete sie ihren Ehemann, dessen Zustand apathisch, aber – noch – nicht lebensbedrohlich war.«
Abgesehen davon, dass das Marketing aufschreien würde – wäre ein Zyklus ohne Perry Rhodan denkbar?

Nein. Die Serie heißt PERRY RHODAN und nicht Schnurpsi Buxneder. Wo Rhodan draufsteht, muss auch Rhodan drin sein.

Das Gerät, das tief in der Erde schlummert … habe wir hier schon wieder einen Langzeitplan? Geht es bei PR nicht ohne Langzeitplan einer höheren Wesenheit?

Das ist nur die Kaffeemaschine, die jemand vergessen hat auszuschalten.

Uschi, danke für deine Zeit.

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Zwölf Fragen an Michelle Stern zu ihrem Roman 3060

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, wie es ist, aus Sicht eines Eisklotzes zu schreiben, und welches Potenzial Zemina Paath für den nächsten Zyklus hat.

Michelle, Band 3060 handelt von Monkey, der ja alles andere als überbordend gefühlsbetont ist, und von Zemina Paath, der mysteriösen Unbekannten. Was war dein erster Gedanken, nachdem du das Expo gelesen hast?

Ich dachte, das ist eine interessante Kombination, Zemina und Monkey, und habe mich gefragt, wie ich das umsetzen könnte. Dabei war der Gedanke, dass ich bei Zemina Paath einfach zu wenig Informationen hatte, um in eine Innensicht zu gehen und ich fragte mich, ob ich das mit Monkey tun sollte. Auch wenn er wenig Gefühle hat, hat mich das gereizt. Letztlich kann auch eine Kameraperspektive Gefühle erzeugen.

Christian Montillon bereut, Zemina Paath nicht stärker in die Handlung eingebracht zu haben. Wie siehst du ihr Potenzial? 

Ich finde es immer gut Figuren innerhalb des großen Plots auch Handlung zu geben. Sie müssen eine Bedeutung haben. Dass sie einfach nur da sind, reicht eben nicht aus. Als Figur ist Paath vor allem äußerlich beschrieben. Wir kennen ihren Paau und ihr Raumschiff nahezu besser als sie. Wer genau diese Figur ist, wissen wir leider meiner Meinung nach nicht, deshalb habe ich mich nicht in der Innenperspektive an sie herangetraut. Mein Roman ist eine vorsichtige Erweiterung. Potenzial hat für mich im Grunde jede Figur. Man (oder frau) muss sich halt in Ruhe überlegen, was man mit dieser Figur genau will und vor allem, wer das überhaupt ist. Aus dem Charakter und den äußeren Umständen entsteht für mich die Geschichte.

Am Ende der meisten Zyklen werden die Zyklenfiguren zumeist entsorgt. Wie könnte Zemina den nächsten Zyklus beeinflussen

Ich find’s ja immer herzlos und unromantisch wenn von »entsorgen« die Rede ist. Idealerweise hat eine Figur eine Geschichte, die dann erzählt ist. Wenn man eine Figur eventuell weiter mitnehmen will, ist es hilfreich das von Anfang an zu entscheiden, oder zumindest als Möglichkeit offen zu lassen. Dafür sollte die Figur im ersten Zyklus auch viel Raum in den Romanen haben und irgendwie wichtig sein. Am Anfang hatten wir Figuren wie Gucky, Atlan und Icho Tolot, die dann auch mitgenommen wurden. Jetzt möchte man das eben nicht immer machen, damit es nicht zu viele Figuren werden.

Zurück zu Monkey: Wie schwer ist es, aus der Innensicht eines Eisklotzes zu schreiben?

Ich fand das interessant, nicht unbedingt schwer. Ich kann aber verstehen, wenn nicht jeder Leser das mag. Teilweise musste ich Nebensätze wegstreichen, weil sie eben zu gefühlsbetont waren, ich dann aber dachte, das passt nicht zu Monkey. Ich war also schon immer ein wenig auf der Suche nach dieser Figur, obwohl sie sehr klar beschrieben ist.

Monkey ist von Zemina Paath durchaus fasziniert. Braucht Monkey eine Partnerin, die ihn zu mehr Tiefgang verhilft? 

Vielleicht brauchen beide einander, um an Profil zu gewinnen. Natürlich kann Monkey auch einen Roman mit einer anderen Figur bestreiten. Diese Paarung ist aber durchaus spannend.

Kai hat Monkey in Band 3032 ebenfalls aus der Innensicht geschildert. Was hast du aus dem Roman von Monkeys Psyche für Band 3060 übernommen und weitergesponnen? 

Offen gestanden hatte ich gar nicht vor so viel weiterzuspinnen. Ich habe den Monkey genommen, wie er mir zuvor begegnet ist, und ihn mit Zemina Paath zusammentreffen lassen – und gesehen was passiert. Vorher hatte ich nicht den Plan dieses oder jenes weiterzuspinnen.

Zitat: »Es ist mir eine Freude, Sie einmal persönlich zu treffen, Lordadmiral., Auch wenn es heißt, dieser Satz ist manchmal der letzte, den USO-Spezialisten sagen.«
Ist es gefährlicher mit Monkey in Einsatz zu gehen als mit Perry Rhodan?

Gute Frage. Vermutlich ist beides gefährlich. Jeder Hochrisikoeinsatz birgt – nun ja – Risiken (grins). Tatsächlich würde ich mich mit Perry im Einsatz dennoch wohler fühlen, denke ich.

Wer der beiden könnte dich eher motivieren, ihm zu folgen? 

Eindeutig Perry.

Was ich nicht verstanden habe … Orpard Surrutaio ist irgendwie mit den Phersunen verbunden. Wieso ist er dann als Konsul vorgesehen?
Und diese Verbindung oder Beeinflussung durch die Phersunen muss ja bereits vor dem Aufbruch in die Milchstraße vorgelegen haben – wieso haben sie ihn überhaupt mitgenommen
?

Leder weiß ich nicht, wie genau das mit der Beeinflussung passiert ist. Es muss an den Eigenheiten des Wesens liegen, das ihn »besetzt« hat. Hier müsste man noch mal bei den Exposéautoren nachhaken.

Und warum versetzen ihn die Cairaner nicht einfach in Tiefschlaf, dann könnte er auch nichts verraten. 

Es ging darum, das rätselhafte Wesen bei ihm zu lassen und es nicht zu verleiten das »Pferd« zu wechseln. Es war unsicher, ob dieses Geschöpf nicht genau das tut, wenn er dauerhaft betäubt wird. Hätte man damit wirklich auch den »Reiter« ausgeschaltet, oder das Problem größer gemacht?

Im GalFor ärgert sich Askosan darüber, dass sowohl Monkey als auch Zemina aufgrund der Vorbände im ersten Zyklusteil bereits von den Phersunen wissen – der Cairainerin geben sie sich jedoch erstaunt.

Man muss ja nicht immer alle Karten offen auf den Tisch legen. Auch muss ich ganz ehrlich gestehen, ich bin gerade unsicher: Hat Monkey schon einmal einen Phersunen gesehen? Zemina Paath hat ihre Erinnerungen gesprochen, soweit ich weiß. Tatsächlich bin ich während des Romans natürlich ganz da drin, aber nach der Abgabe lasse ich viel los. Da bewundere ich manche Fans, die sich als Experten jedes Detail merken.

Wie gehst du mit Corona um? Fühlst du dich auch wie am Beginn eines Apokalypse-Horrorfilms?

Nein, jedenfalls nur selten. Klar, es ist manchmal sehr sonderbar. Allerdings eher, weil die Leute teilweise so durchdrehen. Wenn ich dann vor leeren Seifenregalen stehe und kein Klopapier bekomme, frage ich mich, warum ich nicht in Frankreich lebe, wo angeblich Rotwein und Kondome Mangelware sein sollen.
Okay, entschuldige meinen schwarzen Humor. Diese Krise ist furchtbar, weltweit. Ich bemühe mich das zu sehen, was wirklich ist, und in Hessen, wo ich wohne, ist es zum Glück (noch) nicht so schlimm. Von daher würde ich mir wünschen, dass andere auch das sehen, was da ist, und sich nicht verrückt machen, wegen Dingen, die nicht da sind. Dann hätten wir alle mehr Kapazitäten denen zu helfen, die wirklich Hilfe brauchen und das zu tun, was man jetzt tun muss oder sollte.
Das Thema Corona gehört nun in unser Leben. Wie gehen wir damit um? Welche kreativen Lösungen haben wir, damit wir trotzdem verbunden bleiben, auch mit alten und kranken Menschen, die Wirtschaft weiterlaufen kann, alle bestmöglich geschützt sind und vor allem die gesundheitliche Versorgung erhalten bleibt?
Im Großen und Ganzen bin ich sehr froh, dass ich schon seit Jahren meditiere und mich in Gelassenheit übe. Danke an meine Lehrer, denn auch eine solche Krise kann ich zum Glück sehr entspannt sehen und damit umgehen. Natürlich mache auch ich mir manchmal Sorgen, und ich habe viel Mitgefühl mit den Menschen weltweit. Wenn wir den einen oder anderen mit PERRY RHODAN für ein paar Stunden auf andere Gedanken bringen können, finde ich das schön.

Michelle, danke für deine Zeit.

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Achtzehn Fragen an Leo Lukas zu seinem Roman 3059

Leo Lukas verrät im Interviesw mit Roman Schleifer, was sich für ihn seit seinem Einstieg mit Band 2059 verändert hat und wie die Orion-Kriege abgehandelt werden könnten. 

Leo, Band 3059 ist genau 1.000 Hefte nach deinem ersten PR-Band 2059 erschienen. Wie hat sich für dich RHODAN verändert, seit du PR-Autor geworden bist?

Einerseits ganz extrem, andererseits fast überhaupt nicht. Selbst tausend Wochen später bekomme ich manchmal noch eine Gänsehaut, wenn ich den Namen Gucky, Atlan oder Rhodan eintippe. Aber die Arbeitsbedingungen sind mittlerweile komplett andere. Dank Email, billiger Telefonie, Skype etc. können wir uns wesentlich mehr austauschen und die Romane besser aufeinander abstimmen. Ich empfinde das schon als eine Qualitätssteigerung.

Welche Figur hat dich als am meisten überrascht, als du sie als Autor gelenkt hast und weswegen?

Das waren eher Nebenfiguren, die sich von der ursprünglich geplanten Funktion emanzipiert und zu Hauptrollen aufgeschwungen haben. Zum Beispiel das Specter, das sich dann über etliche Romane hinweg immer weiter entwickelt hat.

Zu Band 3059 – wieso wird die PR-Kosmologie derart erweitert und das nur in einem einzigen Roman?

Das musst du die Expokraten fragen … Ich glaube zwar eine Ahnung zu haben, aber die möchte ich nicht spoilern.

Und der Konduktor sollte ja in die Synchronie führen. Wieso ist der dann transuniversell? War das von THEZ immer schon so geplant?

Siehe vorige Frage.

Die Biohistorische Fraktion hat nur bewusstseinslose Universen markiert … Wieso haben sie nichts dagegen, dass die Galaktiker sich in ihrem Universum ansiedeln? Das ist doch ein Widerspruch … hm …

Nein, das wird recht deutlich ausgesagt:
»Würden die Fraktion und das Totum es denn dulden, wenn wir hier blieben?«, wollte Shea Halpern wissen. »Im Hyperionsystem, insbesondere auf Ithaka?«
»Natürlich. Dem Totum sind alle Aggressionen fremd; auch das Konzept der Lüge, oft in Verbindung mit Scham, kennen wir nur aus Pedresses Gedächtnis. Die Fraktion und das Totum hatten ja noch nie Kontakt mit Bewusstseinskonstruktionen wie euch.«

Du hast einen Haluter als Haupterzähler gewählt und dabei das Zusammenspiel der beiden Gehirne weitgehend außen vor gelassen. Wäre es möglich einen Roman nur aus dem Planhirn zu schreiben?

Möglich ist viel, aber zumindest ich würde es mir nicht zutrauen. Allerdings habe ich die beiden Gehirne sehr wohl mehrfach erwähnt.

Der Prolog beginnt mit den Worten »Wo warst du, als die Welt zum Erliegen kam?« – Da der Roman ja weit vor Corona geschrieben wurde … Hast du eine teletemporäre Paragabe?

Nein; aber manchmal ist es schon ein bissl unheimlich bei Perry. Der Vorgängerroman von Wim Vandemaan hat ja „Quarantäne“ sogar im Untertitel …

Angenommen, wir hätten so ein Leichentuch … Würdest du dich am Ende dafür entscheiden?

Ja, warum denn nicht?

Gucky schält telekinetisch eine Karotte in hauchdünne, fingerbreite Streifen … so feinfühlig ist Guckys Paragabe wirklich?

Ich denke doch. Er konnte ja auch schon öfters quasi »feinmechanisch« im Inneren irgendwelcher technischer Geräte herum stöbern.

Der Bruderkrieg der Arkoniden wurde in nur einem Heft beigelegt. Früher wäre das ein ganzes Zyklus mit Raumschlachten, Kriegsverläufen, die sich ändern und Agenteneinsätzen geworden. Ich weiß schon, früher ist vorbei, dennoch die Frage: Wollen die Stammleser nun so etwas nicht mehr ausgeschweift lesen?

Du sagst selbst: Das hatten wir bereits.

Um die Bleisphäre aufzusperren, brauchen die Cairaner das Singuläre, das an Atlan haftet. Zitat: »Gucky und ich waren uns einig, dass damit nur meine Ritteraura gemeint sein könnte.« Ketzerische Frage: Und was ist, wenn noch was anderes an oder in Atlan vorhanden ist? Zum Beispiel der ZAC von THEZ …

Interessanter Gedanke, gefällt mir gut. Beantworten kann ich die Frage jedoch leider nicht.

Du erwähnst die Orion-Kriege von 1722 bis 1729 NGZ – wird das auch nur in einem Heft abgehandelt?

Diesbezüglich gibt es verschiedene Pläne, aber meines Wissens noch keine definitive Entscheidung.

Zitat: »Die Herkunft und Ursprünge der ZAIN-Konstrukte blieben weiterhin im Dunklen.« Dürfen wir Licht zumindest im nächsten Zyklus erwarten?

Ja, wenn nicht sogar ein bissel früher.

Zitat: »Auch die Intrawelt in der Galaxis Dwingeloo, wo ich einige haarsträubende Abenteuer erlebt hatte und zum Boten des Flammenstaubes geworden war.« Ist das die nachträgliche Kritik des Lesers in dir an Michael Marcus Thurners Zykluskonzeption?

Die Intrawelt haben wir damals gemeinsam konzipiert. Ich habe auch (als einziger Autor) zwei Romane beigesteuert. Und ich find’s nachträglich immer noch ziemlich toll.

Nochmal zurück zu 3059 – wieso erkennt der Carainer eigentlich Atlan nicht? Immerhin ist der zur Fahndung ausgeschrieben und er trägt keine Maske …

Falls du das Gespräch zwischen Atlan und Serenedse meinst, da ist Atlan ja bereits wieder auf der TARTS. Dass er sich auf dem Flaggschiff aufhält, wissen die Cairaner doch längst.

Der Haluter ist aufgrund seiner Langlebigkeit am Ende der einzige Zeitzeuge. Zitat: »Längst kümmerte das niemanden mehr. Niemanden – außer mir.«
Wie würdest du mit dieser Bürde umgehen?

Ähnlich wie mit der Bürde eines Zellaktivators, glaube ich: möglichst verantwortungsvoll.

Jedes Kapitel trägt bei dir eine Überschrift … Sind das jene Gedanken, die dir spontan beim Lesen des Expos einfallen und du den Roman damit strukturierst? Oder setzt du die Überschriften nachträglich?

Teils, teils.

Wie werden die Corona-Erfahrungen in deine RHODAN-Romane einfließen?

Bewusst und gezielt wahrscheinlich gar nicht. Aber was mein Unterbewusstsein anstellt, kann ich natürlich nicht vorhersagen …

Leo, danke für deine Zeit.

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Fünfzehn Fragen an Dennis Mathiak zu seinem Band 3054

Zum ersten Mal stellt sich Dennis Mathiak den Fragen von Roman Schleifer und verrät, wie nervös er war und ob er Zeilen schinden musste.

Dennis, du hast schon viele Fußabdrücke im Perryversum hinterlassen, ATLAN, PR-Miniserien, STELLARIS und nun mit der Erstauflage die Königsklasse.  Im Vergleich: Wie war das Schreiben des EA-Heftes?

Im Prinzip war es wie immer, nur etwas aufregender. Man arbeitet ja mehr oder weniger mit den Leuten zusammen, die man schon kennt, und es ist das gleiche Perryversum. Unterschiede gibt es immer, z.B. beim Exposéautor oder beim Format. Aber für mich ist PERRY RHODAN einfach das literarische Zuhause, dort fühle ich mich wohl.
Natürlich gab es jedoch  mehr zu recherchieren, weil ich mitten im Zyklus einen Roman verfasst habe. Und es war ein besonderes Kribbeln dabei, weil es mein Debüt für die Erstauflage war.

Ich gehe davon aus, dass du alle Hefte von 3000 bis 3053 gelesen hast. Was ist für dich das Faszinierende am Mythos-Zyklus?

Jeder Zyklus hat seine Stärken und Schwächen. Der Mythos-Zyklus ist der Aufbruch in ein neues Zeitalter der Serie, mehr noch als nach Band 2000, mit dem ich damals als Leser in die Erstauflage eingestiegen bin. Ich finde es spannend, die Milchstraße neu zu entdecken, und ich finde es gut, dass trotzdem das Kosmische nicht zu kurz kommt. Und faszinierende frühere Fäden, wie z.B. die Stadt Allerorten, werden trotzdem weiter verfolgt. Ich denke, die Mischung ist ausgewogen und daher für eine Serie, die viele Geschmäcker bedienen muss, gelungen.

Der Mythos-Zyklus hat ja mehrere Handlungsebene. Konntest du dir mit 3054 eine aussuchen oder hast du sie zugeteilt bekommen.

Die Ebene habe ich zugeteilt bekommen. Ich hatte aber bereits im Vorfeld Kontakt mit Wim Vandemaan und Christian Montillon; vielleicht hätte ich da auch einen anderen Wunsch äußern können, aber der Gedanke ist mir gar nicht gekommen. Die Handlungsebene hat sich interessant angehört.

Hättest du eine andere lieber gehabt?

Nein, das war mir gleich, weil mir bisher alle Handlungsebenen gut bis sehr gut gefallen haben.

Wie war es, zum erste Mal ein EA-Expo zu lesen?

Hättest du mich das vor ein paar Jahren gefragt, hätte ich wahrscheinlich »aufregend« geantwortet. Mittlerweile habe ich allerdings so viele Exposés gelesen, dass die Aufregung eher daher rührte, dass ein Traum in Erfüllung gegangen ist, indem ich für die Erstauflage schreiben durfte. Es war toll, aber so sehr unterscheiden sich die Exposés nicht von den anderen Perry-Exposés. Letztendlich hat eh jeder Exposé-Autor seinen eigenen Stil.

Wie groß war deine Nervosität auf einer Skala von 0 bis 10?

Das schwankte. Beim Schreiben ging das eher gegen 0, denn da konzentriere ich mich auf die Kreativität und das Handwerk. Die Nervosität steigt jedoch immer, wenn der Text zur Redaktion geht. Das ist jedes Mal so, aber dieses Mal vielleicht etwas intensiver.



Wenn du deine Perryversums-Beiträge betrachtest … wie hast du dich von Beitrag bis heute schriftstellerisch weiterentwickelt?

Ich glaube, dass ich mich von Beitrag zu Beitrag konstant weiterentwickelt habe. Ich bin kein Vielschreiber, daher sind das für mich immer kleinere Sprünge, die ich mache. Und bei jedem Beitrag lerne ich etwas Neues, und ich versuche auch immer etwas Neues umzusetzen.

Du hast mit Icho Tolot das Fremdwesen des Perryversums als Haupthandlungsträger. Wie leicht/schwer fiel dir der Umgang mit ihm?

Relativ einfach, nachdem ich den Ansatz aufgegeben habe, Icho Tolot zumindest teilweise als Perspektivfigur zu nutzen. Das traue ich mir generell zu, aber bei diesem Roman hat es einfach nicht gepasst, da brauchte ich jemanden, der mit mehr Emotion an die Sache rangeht. Das Setting mit der Vektormaterie bedingte das meiner Meinung nach.

Der Roman unterteilt sich in zwei Ebenen – jene mit den Galaktikern und jene mit einem eher mittelalterlichem Setting. Gefühlt ist die »mittelalterliche« leichter von der Hand gegangen. Stimmt das?

Ja, das stimmt.

Was war der Grund?

Zum einen habe ich einen Roman geschrieben, der die Fortführung einer Handlungsebene beginnt, und das kurz nach der Zyklushalbzeit. Erfahrungsgemäß ist das ein Zeitpunkt, an dem Leser neu einsteigen oder wieder einsteigen. Ich musste also sowohl die Stammleser wieder abholen, die vier Wochen Pause auf dieser Handlungsebene hatten, als auch potentielle Neu- und Wiedereinsteiger. Da gab es viel zu erklären, und das möglichst unterhaltsam. Das war eine neue Herausforderung für mich.

Zum anderen habe ich das Exposé gelesen, meinen Roman strukturiert und angefangen zu schreiben. Und auf der »mittelalterlichen« Ebene (ich denke, es ist eher eine frühindustrielle Handlungsebene) ging mir das direkt leicht von der Hand. Die Geschichte schrieb sich fast von selbst. Da hatte ich einfach Glück.

Zitat: »Alte Traditionen schwanden dahin, leider.«
Wie siehst du das? Von welchen Traditionen musste sich Perry Rhodan verabschieden. Als Figur und als Serie?

Als Unsterblicher ist die Figur eine Konstante. Aber alles um ihn herum ist im stetigen Wandel. Ich denke dabei immer an die Vampir-Romane von Anne Rice, in denen ich mal gelesen habe, dass nur die Vampire überleben, denen es gelingt, sich an die neuen Zeiten anzupassen. Perry z.B war anfangs ziemlich militärisch geprägt, das hat sich geändert. Ich denke, ihm gelingt das Kunststück, sich stets seinem Umfeld anzupassen, dazu zu gehören, und sich dennoch treu zu bleiben.

Ob die Serie sich von Traditionen trennen muss … ich glaube nicht. Schließlich ist es ja eine Tradition der Serie, sich immer wieder neu zu erfinden. Der 1000-Jahre-Sprung, der Untergang des Solaren Imperiums, die Einführung der kosmischen Mächte, Monos, Thoregon, jetzt die Cairanische Epoche. So bleibt die Serie am leben.

Sicher werden wir uns aber irgendwann vom Format des Heftromans verabschieden müssen, befürchte ich. Aber bis dahin ist noch Zeit.

O’Shannon, die noch in den Vorbänden in Suspension gebracht wird, damit sie der Advokat nicht orten kann, agiert frei auf dem Planeten. Da hätte doch sofort der Advokat auftauchen müssen … hm … ?

Vielleicht. Allerdings wissen wir nicht, wo sich der Advokat befand, wie schnell er auf O’Shannon aufmerksam wurde, wie lang er bis nach Zpud brauchte, welchen Einfluss die Vektormaterie des Abyssalen Verlieses auf den Erfolg der Lokalisation O’Shannons hatte, und, und, und …

Bru Shaupaard lehnt für mich zurecht die Untersuchung des abgestürzten Ladhonen-Raumer ab, doch Tolot setzt sich für mich mit einer fadenscheinigen Begründung durch. Musstest du Zeilen schinden oder stand es im Expo?

*lacht*
Das müsste ich jetzt nachlesen, aber so ähnlich müsste das im Exposé gestanden haben. Aber ich finde die Begründung Tolots nicht fadenscheinig. Die Gruppe befindet sich auf fremdemT Terrain, und dort ist es wichtig, Informationen zu sammeln. Und das Verlies der VECU rennt ja nicht weg.

Eine Superintelligenz, die sich auf sechs Lebewesen aufteilt … puh … sind das nicht viel zu wenige?

Bedenke, dass es eine Schwundstufe der VECU ist. Aber genaue Hintergrundinformationen dazu gab es in meinem Exposé nicht.

Wann lesen wir wieder etwas in der EA von dir?

Puh, keine Ahnung. Ich hoffe, dass es nicht so lange dauern wird. Aber das muss dann ja für beide Seiten passen. Da steht eher die Zeitfrage im Weg, sonst hätte ich Klaus Frick, Christian Montillon und Wim Vandemaan schon längst damit genervt, ob und wann ich wieder loslegen darf.

Dennis, danke für deine Zeit.

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
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Fünfzehn Fragen an Christian Montillon zu Band 3053

Zum vierten Mal in Folge stellt sich Christian Montillon den Fragen von Roman Schleifer. Abschließend verrät er, wie er sich die Hefte, die er schreibt,  aussucht und ob Perry Rhodan schneller schießt als Lucky Luke.

Christian, nach welchen Kriterien suchst du dir als Expokrat die Hefte aus, die du schreibst?

Im Normalfall nach dem Motto: »Dann und dann habe ich Zeit, das ist dann ungefähr Nummer XYZ«. So funktioniert das übrigens weitgehend bei allen Autoren – die Kunst ist, Zeitpläne von so vielen kreativ tätigen Menschen unter einen Hut zu bringen. Aktuell ist das Motto für mich allerdings: »Da gibt es unsere Planung nach einen Roman im Dyoversum.«

Du eröffnest Kapitel 1 von »Mars« mit »Was Perry Rhodan erlebte«. Ist das eine Anspielung an die Spoilervariante von Macca im Galaktischen Forum: »so hätte es Perry Rhodan erzählt; so hätte es Sichu erzählt« etc?

Da kann ich dir eine wortgewaltige Antwort geben: Nein.

Mich beschleicht der Verdacht, dass die Sicherheitsbehörden auf Terra im Dyoversum unfähig sind. Einerseits ist Terra und das Militär massiv von den Vanothen unterwandert, andererseits treiben sich Topsider in menschlicher Verkleidung auf Terra herum. Was beabsichtigt ihr damit?

Wir beabsichtigen damit, die Situation vorzustellen. Und die ist meiner Meinung nach nicht: »Die sind unfähig«, sondern: »Es gibt Vanothen, und die sind ja nicht böse – aber es gibt Radikale darunter.«
Wo ist da die Unfähigkeit?
Und dass Feinde undercover unterwegs sind, nun, ist nicht gerade das Allerneueste unter der Sonne.

Welchen Grund gibt es, als Terraner mit den Topsidern gemeinsame Sache zu machen?

Ich glaube, keinen logischen. Zumindest nicht auf den ersten Blick – die Sichtweise des Verräters im Roman kann man vielleicht sogar nachvollziehen? Mir sagte jemand, dass er da erst einmal hat schlucken müssen, weil er das durchaus versteht. Was ja nicht heißt, dass man es gut finden muss.
Andererseits brauchen Menschen nicht unbedingt logische Gründe, um etwas zu tun. Ich sehe zum Beispiel keinen logischen Grund, Nazis zu wählen.

Die Handlung auf Terra erinnert mehr an Agentenromane, in das die Historie von Homer G. Adams samt Terra eingeflochten wurde. Wolltet ihr damit einen Kontrast zu der kosmischen Handlungsebene Ancaisin setzen?

Kontraste setzen, das finde ich gut. Abwechslung ist wichtig und schon immer ein prägendes Element der Serie. Es gibt Romane, die leben eher vom „Sense of Wonder“, wie immer man den auch definieren will, andere, die sind eher bodenständig, wie immer man das auch definieren will – ich denke, es sind übrigens auch alle Genres möglich, die auf die eine oder andere Weise bespielt werden im Perryversum.

Wird uns Iwan/Iwa auch noch 3100 begleiten?

 Du weißt ja, wann du die Antwort auf diese Frage bekommst: Bei Band 3100. Oder danach. Wenn du siehst, ob die Figur dann mitspielt …

Zitat: »Rings um Rhodan flimmerte der Schutzschirm seines SERUNS, der sich selbsttätig aktiviert hatte.«
Davor wurde Rhodan von einer Frau beschossen und hat sie paralysiert, bevor sich der Schutzschirm des SERUNS aktiviert.
Dass Perry Sofortumschalter ist, wussten wir schon. Aber dass er Lucky Luke ähnelt, und schneller schießt, als die SERUN-Positronik auf die Angreiferin reagiert, war mir neu …

Besser als Asterix – stell dir nur vor, Perry würde Zaubertrank schlucken und Bully bekäme keinen, worauf er brummelnd zur Seite spricht, dass er ja keinen bekommt, weil er als Baby blablabla …

Eine Frage aus dem Galaktischen Forum von Zeut-42: »Die Topsider kommen prominent in allen vier Romanen vor. Was hältst du von ihnen und wie hat sich deine Einstellung zu ihnen im Laufe der vier Romane geändert?«

Ich finde, die Topsider sind ein interessantes Volk; wir kennen sie schon so lange, und doch sind sie irgendwie … fremd. Und hier im Dyoversum konnte ich sie ganz neu vorstellen und Akzente setzen. Mittlerweile – also nach dem Schreiben dieser vier Romane – finde ich sie noch interessanter. Und auf eine sehr seltsame, undefinierbare Weise auf echsenhafte Art menschlich.

Perry Rhodan war noch nie in der Situation, dass ihn keiner kannte bzw. ihn für einen Mythos gehalten hat. Wie habt ihr Rhodan durch den Zyklus bislang neu ausgelotet?

Ich persönlich (ich kann da nur für mich sprechen) denke, Perry behauptet sich als feste Persönlichkeit, als starker Charakter – auch wenn alle denken, er existiert gar nicht, oder automatisch annehmen, er wäre ein Fake.
Klammer auf: Haha, mir glauben Menschen manchmal auch nicht, dass ich existiere bzw. »echt« bin – nämlich Kinder während Lesungen der »drei ???«, die mich fragen: »Sind Sie echt?!« Klammer zu.

Perry Rhodan gibt NATHAN Anweisungen, obwohl Perry kein offizielles Amt bekleidet. Oder habe ich da etwas überlesen?

NATHAN hat intensiv getestet, ob Perry echt ist … und kam zum Ergebnis, dass es so ist. NATHAN kennt Perry. Schon ewig. Perry hat Autorität. Und er arbeitet zu dem Zeitpunkt schon mit der Regierung zusammen, was wohl auch ein hüpfendes Komma ist. Also, ein springender Punkt.

Sichu Dorksteiger ist ja eine Ator und stammt aus einer anderen Galaxis, ist also die einziger ihrer Art in der Milchstraße. Wieso wird dabei ihr nicht thematisiert?

Weil das jeder weiß – und man so etwas nicht unbedingt vor sich herträgt. Es wurde ja thematisiert, als die Figur neu war.

Sag mal, haben die Topsider eigentlich Iya, als es noch im Dyoversum war, auch in ihr Territorium einverleibt? Findet sich auf Iya jetzt eine Patronatssonde?

Davon wissen wir nix. Es wurde nie erwähnt, nie thematisiert. Wer weiß?

Was war der Grund, dass ihr Rico aus der Versenkung geholt habt?

Rico befindet sich auf Terra. Dass er in der Situation, wie sie sich nun einmal gestaltet, in Erscheinung tritt, finde ich logisch.

Du erwähnst drei Mal »Zweiundzwanzig Stockwerke. Beinahe siebenhundert Stufen«. Welche Rollte spielt diese Information für die zukünftige Handlung?

Keine. Es ist für die Situation relevant, in der das geschildert wird – es drückt aus, was die Figuren empfinden, bzw. die Figur, aus deren Perspektive geschrieben wird.

Heft 3059 trägt den Titel »Der transuniversale Keil – sie erhalten eine Botschaft aus der Parallelwelt« – blüht uns da noch ein Dyoversum?

Das hat damit gar nix zu tun. Und »noch ein Dyoversum« kann’s ja von der Natur der Sache her gar nicht geben – es wäre tatsächlich der »dritte Zwilling« 😀

Noch einmal zu deinem im April erscheinenden Sci-Fi Buch »Fallender Stern«. Ist das Buch abgeschlossen oder könnt es eine Fortsetzung geben?

Ja.
Also: Ja, es ist abgeschlossen.
Aber auch: Ja, es könnte eine Fortsetzung geben. Das ist bei den meisten Romanen möglich. Aber wer das Buch zu Ende liest, hat einen abgeschlossenen Roman gelesen.  

Wie wär’s mit einer interessanten Stelle aus dem Buch?

Nun, lass mich einfach das Zitat bringen, das ganz am Beginn des Romanes steht (nach dem herrlich altmodischen Inhaltsverzeichnis):

Der 16. Mai 2033 veränderte die Welt, obwohl wir alle wussten, dass wir noch dreißig Jahre warten mussten. Drei Jahrzehnte. Und weil nicht genug Zeit blieb, brach Hektik aus.

Holovideo aus dem Oval Office zum Jahrestag der Entdeckung, abrufbar seit 16. Mai 2053.

Ab wann wird es eine Leseprobe geben?

 Ich rechne täglich damit. Mehr weiß ich auch nicht, leider. Aber hier aus dem Gedächtnis der erste Satz (kann leicht anders sein, ist nur aus dem Gedächtnis): »Amy lief Schlittschuh, und Eric sah ihr zu.«

Angenommen du landest mit dem Buch einen Weltbestseller und hättest finanziell ausgesorgt: Würdest du RHODAN an den Nagel hängen oder weitermachen?

Wieso »angenommen«? Genau das wird passieren. 😀
Und RHODAN werde ich nicht an den Nagel hängen.  

Christian, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook und zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360539/perry-rhodan-3053-mars-von-christian-montillon-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005141/perry-rhodan-3053-mars-von-christian-montillon-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3053

Hier zur Vorbestellung von Fallender Stern:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783492705370/fallender-stern-von-christoph-dittert-paperback

Elf Fragen an Klaus N. Frick zur ersten Hälfte von Mythos Erde

Chef-Redakteur Klaus N. Frick stellt sich zum zweiten Mal den Fragen von Roman Schleifer. Im Interview verrät er, was für ihn »Mythos Erde«  einzigartig macht und auf welche Handlungsebene wir uns freuen dürfen.

Rückblickend: Welche Idee im aktuellen Zyklus hat dich meisten fasziniert?

 Nach wie vor finde ich die Idee großartig, den Mythos der verschollenen Erde aus den Anfängen der PERRY RHODAN-Serie aufzugreifen und endlich umzusetzen.

Welcher Punkt im Zyklus hat für dich die meiste Spannung erzeugt?

Schwer zu sagen – ich bin ja immer in den internen Diskussionen drin und weiß von daher sehr früh, wie welcher Handlungsabschnitt ausgeht. Mich interessieren dann eher so Dinge wie »schafft es der Autor trotz Termindruck, einen guten Roman zu liefern?« oder »klappt die Aktion, die wir uns zu diesem Roman ausgedacht haben?«; es sind bei mir also weniger die Handlungsfragen.

Wenn du Mythos Erde mit anderen Zyklus vergleichst: Was macht Mythos Erde einzigartig? Und was soll in zehn Jahren von Mythos Erde in Erinnerung bleiben?

Der Zyklus erzählt nicht die Geschichte eines Angriffs auf die Erde, sondern die Geschichte eines Verschwindens und Suchens – das ist ein anderer Ansatz. Es ist auch nicht klar, wer eigentlich die »Bösewichte« sind; Perry Rhodan ist zudem jemand, der sich in seiner Milchstraße und auf seiner Erde wie ein Fremdkörper vorkommt. Das finde ich ungewöhnlich und einzigartig. Was in Erinnerung bleiben wird, kann ich kaum sagen: sicher ungewöhnliche Ideen wie die Zerozone oder neue Schauplätze wie Gongolis.

Welche Marketingmaßnahmen sind für Mythos Erde noch geplant?

 Wenn wir etwas nicht haben, dann »Maßnahmen«. Wir sind doch keine Schneider, die Maß nehmen müssen.
 Scherz beiseite, das Wort »Maßnahme« ist mir verhasst, weil es nichts Konkretes aussagt, meist von Politikern benutzt wird und die Wahrheit verschleiert. 
Zurück zur Frage: Wir haben zuletzt Band 3050 beworben, weil wir uns erhoffen, mit dem »Zerozone«-Vierteiler potenzielle Neuleser zu einem Einstieg in den laufenden Zyklus zu bringen. Wir werden möglicherweise einen weiteren Vierteiler dieser Art noch einmal stärker bewerben, auch in Form von Anzeigen, die wir in Zeitschriften des Bauer-Konzerns schalten. Damit hoffe ich immer darauf, Exleser zu erreichen, die beispielsweise die »AutoZeitung« lesen, oder potenzielle Neuleser über Hefte wie »Welt der Wunder« anzusprechen. So etwas machen wir immer wieder, auch und gerade im laufenden Zyklus.

Vorausschauend: Welche Handlungsebene könnte uns ganz besonders staunen lassen?

 Ich finde die Auflösung sowohl für die Bleisphäre als auch für Terra sehr verblüffend. Aber mehr sage ich dazu nicht. Auch nicht, wann wir genau was aufklären.

Ihr arbeitet ja bereits an der Konzeption für den nächsten Zyklus. Zeitgleich kommt eine neue SOL-Miniserie, PR-Neo liest du ebenfalls und die Erstauflage sowieso. Verrate uns dein Geheimnis in 24 Stunden die Arbeit von 48 Stunde reinzuquetschen.

Ich lese recht schnell; das ist wahrscheinlich das ganze Geheimnis. Und ich schaue beim Arbeiten halt definitiv nicht auf die Uhr. Sagen wir so: Wenn ich am Sonntagmittag ein spannendes Manuskript lese oder ein interessantes Datenblatt durcharbeite, betrachte ich das echt nicht als Arbeit.

Wie behältst du bei so vielen Serien den Überblick?

 Ich lese und arbeite blockweise. Also: Nachmittags mache ich beispielsweise nur NEO oder nur die Miniserie. Und wenn ich beispielsweise Texte für die Silberbände schreibe, mache ich in der Zeit nichts anderes. Ich bin dann sehr gut darin, das Telefon zu ignorieren, um ein Beispiel zu nennen …

Wie stark ist die Verlockung Ideen für den nächsten Zyklus vorzuziehen und in dem aktuellen Zyklus zu verwenden?

 Diese Verlockung gibt es nicht, zumindest nicht bei mir. Die Autorinnen und Autoren haben so viele Ideen, da muss man nichts vorziehen. Im Verlauf des Zyklus wird natürlich immer mal wieder anders gewichtet, das ist normal.

Gab es das schon einmal?

 Meines Wissens nicht.

Wenn du den nächsten Zyklus mit einem Wort beschreiben müsstest, welches wäre es?

 Faszinierend.

Wenn man die Darstellung von Rhodan auf dem 3000er und dem 3050er vergleicht … wieso gibt es im Sinne einer Identifikation keine einheitliche Rhodan-Darstellung?

 Ich halte viel davon, den Künstlern ihre Eigenständigkeit zu lassen. Wir haben zudem kein Foto als Vorbild, auch keinen Schauspieler, dessen Gesicht in unzähligen Variationen als Grundlage vorhanden ist. Bei diesen Ausgangsbedingungen lässt sich kaum vermeiden, dass es unterschiedliche Darstellungen gibt.

Klaus, danke für deine Zeit.

Handlungszusammenfassung zum Mythos Erde-Zyklus findet sich hier:
https://www.perrypedia.de/wiki/Mythos_(Zyklus)