Archiv der Kategorie: Science-Fiction

News und Informationen zu Science-Fiction Filmen und Literatur

Interview mit PR-Redakteur Klaus N. Frick zum ersten Viertel des Chaotarchen-Zyklus

Roman Schleifer bittet PR-Chef-Redakteur Klaus N. Frick zum Mini-Interview.

Klaus, im Abschlussinterview zum Mythos-Zyklus hast du unter anderem gesagt: „Leider haben wir es nicht immer geschafft, die Spannungskurve so zu gestalten, dass es den Lesern gefällt.“ Was habt ihr im Chaotarchen-Zyklus anders gemacht, dass die Spannungskurve den Lesern gefällt?

Möglicherweise sind es zwei ganz einfache Gründe: Die Handlung konzentriert sich auf zwei Schauplätze – die Galaxis Cassiopeia und im wesentlichen das Solsystem –, wobei es natürlich immer Abweichungen gibt, und wir haben von Anfang an eine klare Bedrohung für unsere Figur. Damit haben wir die Leser offensichtlich stärker gepackt als mit der Rätselstruktur des »Mythos«-Zyklus. Wobei uns ja klar sein muss: Wir wissen nur das, was uns die aktiven Leser schreiben und sagen. Was die »breite Masse« denkt und fühlt, erfahren wir vielleicht nie.

Welche Idee aus der Expokratenschmiede hat dich in den ersten 25 Heften am meisten fasziniert?

Das Trojanische Imperium fand ich schön – eine konsequente Weiterentwicklung aus dem klassischen Zyklus um die Meister der Insel.

Bei welcher Idee hattest du Bauchweh?

Mir war nicht klar, welche Informationen die drei Deserteure haben würden und ob es glaubhaft genug für die Leser wäre, aufgrund von wenigen Informationen eine Expedition nach Cassiopeia zu unternehmen.

Bei der laufenden PR-Miniserie WEGA kam unter anderem Gilian Wetherby sehr gut an, die aus den Tagen der Dritten Macht in die Zukunft geschleudert wurde. Sofern sie WEGA Band 12 übersteht … gibt es eine Chance, dass sie in der EA eine Rolle spielt?

Das war am Anfang einer der Wünsche von Michael Marcus Thurner. Man muss sehen, ob sie die zwölf Romane übersteht und wie es dann mit ihr weitergeht. Ich mochte die Figur in den bisherigen Romanen ja auch sehr.

PR wird im September 60 Jahre jung, dazu gibt es auch einen Online Jubliäumsabend, in dem unter anderem auch Anekdoten aus der Redaktion und den Autoren auf den Programmpunkt stehen. Du bist seit mehr als zwei Jahrzehnten Redakteur – was wird dir ewig in Erinnerung bleiben?

Es gibt so viele Begegnungen und Ereignisse, dass es mir schwerfällt, einzelne Ereignisse herauszugreifen. Es sind dann oft Vermischungen aus Privatem und Beruflichem: mit H. G. Francis im Partykeller sitzen, mit Robert Feldhoff auf ein Punk-Konzert gehen, mit Ernst Vlcek zusammen in einem See zu planschen, mit den Autoren bei den WeltCons in den Jahren 1999 und 2011 auf der Bühne stehen und sitzen, mit Miriam Hofheinz in einer Fähre über den Rhein zur Buchmesse fahren, mit Eckhard Schwettmann in einem Western-Saloon in Texas sitzen, mit Klaus Bollhöfener bei einer »Zipfeltrinken«-Veranstaltung sein, mit Kurt Mahr auf dem WorldCon in Den Haag die Beine baumeln lassen und so weiter … ich könnte Bücher schreiben.

Klaus, danke für deine Zeit.

Weitere Infos zum offiziellen Online-Jubiläumsabend:
https://www.proc.org/perry-rhodan-online-geburtstagsabend/

Interview STELLARIS 82

Die STELLARIS-Autoren Gerhard Huber und Michael Tinnefeld stellen sich den Fragen von Roman Schleifer. Unter anderem verraten sie, wieso sie sich mit den Chaotarchen verbunden fühlen und wie sie sich bei der gemeinsamen Story organisiert haben.

 

Titelbild STELLARIS 82 von Mischa Bernauer

Gerhard, Michael, ihr habt gemeinsam eine STELLARIS-Story geschrieben. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Michael (MT): Ganz einfach – Gerhard fragte an. Im Grunde lag es auf der Hand, da wir bereits die PERRY-FanEdition 20, »Die Heilerin von Hangay«, zusammen geschrieben haben. Wir wussten, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert.

Gerhard (GH): Bei STELLARIS gab es das ja bereits zwei Mal, als Hartmut Kasper alias Wim Vandemaan mit seiner Tochter zwei Geschichten gemeinsam verfasst hat (STELLARIS-Folgen 39 und 50).

Wer hatte die Storyidee? Wie habt ihr den Plot entwickelt?

GH: Die Grundidee mit einem Fantan samt geheimnisvollem Artefakt an Bord der STELLARIS stammt von mir. Allerdings war das lediglich sozusagen der zündende Funke. Von der ersten Idee bis zur Druckversion ist so eine STELLARIS-Geschichte immer Teamarbeit und nie Werk eines einzelnen Autors allein.

MT: Von mir stammen die Ideen der, ich sag mal, laienhaften Stürmung der STELLARIS und der Völkervielfalt der Handlungsträger. Da wir beide eine Affinität zu den Chaotarchen aufweisen und zudem der aktuelle EA-Zyklus um dieses Thema kreist, war es naheliegend, diese Thematik in unsere Erzählung miteinfließen zu lassen. Wir haben zunächst ein Exposé verfasst und es STELLARIS-Redakteur Olaf Brill geschickt. Zusammen mit ihm haben wir noch etwas am Spannungsbogen getüftelt. Nachdem wir grünes Licht hatten, entwickelten wir in gleichermaßen angeregten wie anregenden Telefonaten den Plot.

Wie habt ihr geschrieben? Kapitelweise? Absatzweise? Satzweise?

MT: Kapitelweise. Wir sind hier sehr strukturiert vorgegangen. Das heißt, nach der Entwicklung des Plots und unserer Charaktere haben wir einen Szenenplan erstellt und die Kapitel zwischen uns aufgeteilt. So konnte jeder »für sich« schreiben. Dank Szenenplan wussten wir ja, was in den ausstehenden Kapiteln vorkam und waren deshalb unabhängig vom Schreibtempo des anderen. Soweit es unsere Deadline zuließ und soweit es nicht Abweichungen vom Szenenplan gab. So drängte sich beispielsweise, während ich schrieb, die Posbi Capeka C-7 in eine Szene. Und die hatte einen Narren an unseren tollpatschigen Fantan gefressen. Das musste natürlich mit Gerhard abgesprochen werden.

GH: Dann hat jeder seine Kapitel geschrieben, wir haben danach alles zusammengepackt. Die Überarbeitung, die erfahrungsgemäß deutlich länger als das eigentliche Schreiben dauert, haben wir zusammen durchgeführt, Satz für Satz. Dazu gehörte auch Kürzen, Nachbessern und so weiter, bis dann nach einer gestrengen Prüfung durch Olaf alles »rund« war. Nebenbei konnten wir dadurch auch mögliche Stilunterschiede angleichen. Uns würde interessieren, ob der Leser erkennt, welches Kapitel von wem stammt.

Bereits in Szene 1 beweist ihr exaktes Wissen um die Völker des Perryversums. Fantan, Topsider, Cheborparners und Ganschkaren. Die Haupthelden sind auch die beiden auf Terra geborenen Ganschkaren. Was war der Grund, dass ihr euch für die Ganschkaren als Erzähler entschieden habt?

MT: Weil wir alles mögen, was mit Chaotarchen, TRAITOR, Negasphären et cetera zu tun hat. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass wir beide, zufällig und unabhängig voneinander, nach längerer Abstinenz mit Band 2400 wieder in die Hauptserie eingestiegen sind, dem Negasphäre-Zyklus.

GH: Aus diesem Grund entschieden wir uns auch für die beiden Ganschkaren-Zwillinge, zwei der STELLARIS-Piloten, als Protagonisten. Sie sind zwar in der Milchstraße geboren, ihre Vorfahren entstammen jedoch einem Hilfsvolk der Terminalen Kolonne TRAITOR, dem endlosen Heerwurm der Chaotarchen, der in gleich mehreren Universen operiert.

MT: Einen Fantan als Protagonisten zu wählen fanden wir spannend, weil dieses Volk, anders als bei NEO, in der EA zwar recht früh, nämlich schon in Heft 5, aber dann nur noch selten erwähnt wurde, in drei, vier Heften und einem Taschenbuch.

GH: Auf PERRY-Titelbildern finden sich keinerlei Fantan-Abbildungen, sofern ich richtig recherchiert habe. Es gibt lediglich eine Abbildung im PERRY-Sammelkartenspiel. Somit hat Mischa Bernauer für unsere STELLARIS-Story das erste Abbild eines Fantan bei PERRY geschaffen.

Wie war es, sich in die Psyche zweier Nachfahren von Chaotarchen-Dienern zu versetzen?

GH: Nein, schwer war das nicht, das gehört für mich zum Schreibhandwerk dazu. Aber es war reizvoll. Tamanagh und Jindlegh, die beiden Piloten-Zwillinge, sind zwar in der Milchstraße geboren und völlig integer, aber ihnen ist natürlich die Geschichte ihres Volkes bekannt.

MT: Dieses Wissen um den Hintergrund des eigenen Volkes muss sich zwar nicht so massiv auswirken wie eine transgenerationale Traumatisierung, aber da es sich ja um ein eher düsteres Kapitel in der Historie des Perryversums handelt und die Ganschkaren im Namen TRAITORS, wie andere Völker auch, Gräueltaten verübten, stellen wir uns vor, dass zumindest ein Gefühl des Unbehagens in ihnen entsteht, wenn sie daran erinnert werden.

Was war der Grund, dass ihr sie zum Erzähler und nicht zum Protagonisten gemacht habt?

GH: Nun, das lag aufgrund der Chaos-Thematik einfach nah, zudem die STELLARIS schon länger über diese beiden Figuren verfügt.

MT: Wir wollten dem Leser die Geschichte aus »vertrauter Sicht« schildern. Die beiden Piloten-Zwillinge waren schon vor der Cairanischen Epoche Besatzungsmitglieder. Allerdings wurden sie bislang eher beiläufig erwähnt, zum Beispiel in meiner STELLARIS-Geschichte »Linearraum-Rhapsodie«, sodass es uns reizvoll erschien, ihnen nun einen größeren Auftritt zu verschaffen.

Eine weitere Figur ist eine Posbi, die an dem Fantan geradezu einen Narren gefressen hat. War euer Ziel, so viele unterschiedliche Wesen aus dem Perryversum zu erwähnen?

MT: Eigentlich sollten in einer Kurzgeschichte nicht so viele Figuren auftreten. Aber wie schon erwähnt, tauchte Capeka-C7 mit einem Mal auf und ließ sich einfach nicht mehr aus der Szene schreiben. Sie wollte geradezu ebenfalls ihren Auftritt haben. Und da in der Eingangsszene bereits viele unterschiedliche Völker beschrieben werden, fügte sich die Posbi somit in diesen Reigen perfekt ein.

GH: Vor allem ist es mit dieser Figur einfacher, das etwas Skurrile oder Schrullige im Zusammenhang mit dem tollpatschigen Fantan rüberzubringen, als mit den anderen Protagonisten.

In der Story geht es um ein chaotarchisches Artefakt von TRAITOR, nämlich KOLTOROCS Splitter. Faszinieren euch diese Legenden innerhalb der RHODAN-Serie?

MT: Oh ja, sehr! Legenden im Allgemeinen, und wenn sie auch noch etwas mit den Chaotarchen, TRAITOR oder KOLTOROC zu tun haben, im Besonderen. In der erwähnten FanEdition »Heilerin von Hangay« konnten Gerhard und ich dieser Vorliebe in Romanlänge frönen.

GH: Definitiv. Mich schon seit den ersten Erwähnungen in der Serie. Daher auch entsprechend eine Anspielung mit KOLTOROCS Splitter an Romantitel wie »KOLTOROCS Kinder«, »KOLTOROCS Atem« etc.

In der Hälfte der Story gibt es einen Paukenschlag und eine Bedrohung, die einen erst mal schlucken lässt. Wie viel Spaß hattet ihr daran, den Leser zuerst einzulullen und dann zu erschrecken?

GH: Von wegen Paukenschlag! Die STELLARIS zu zerstören war natürlich keine Option , aber die Story insgesamt ist eher von Humor und nicht allzu hohem Tempo geprägt. Von daher »musste« auf andere Weise etwas mehr »Drama« her.

MT: Das mit dem Einlullen stimmt schon. Mir gefiel in der Eingangsszene diese behagliche Wärme des Sandbades im Kontrast zur Eiseskälte außerhalb der Stadtkuppel. Aber das allein trägt natürlich keine Story. Da musste Action her, die aber wiederum glaubwürdig bleiben sollte. Hier tritt entsprechend ein zwielichtiger, akonischer Händler auf, der sich als Pirat versucht.

Wie viel von jedem von euch steckt in dem Tollpatsch Farsal?

GH: Was den Tollpatsch-Faktor angeht: von meiner Seite im Grunde nichts. Was Farsals Faszination betrifft für kosmische Weiten, Rätsel, Legenden, die sich darum ranken, Geschichten, die noch erzählt werden wollen. Das habe ich von mir auf Farsal übertragen. Sein Name ist übrigens ein Anagramm aus Larsaf, also der arkonidischen Bezeichnung unseres Sonnensystems. Apropos Anspielungen: Wer mehr wissen möchte, dem empfehlen wir den Werkstattbericht im PERRY-Forum bei »Inside STELLARIS«:

https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=109&t=4281&p=765446#p765446

MT: Was Tollpatschigkeit und meine Person anbetrifft, denke beziehungsweise hoffe ich wenig. Aber wir alle kennen solche Personen, und wenn sie liebenswürdig daherkommen, ist man geneigt, ihnen einiges zu verzeihen. Vielleicht wachsen sie einem sogar ans Herz.

Danke für euer Zeit!

GH und MT: Vielen Dank, Roman, für die spannenden Fragen!

Interview mit den Expokraten zum Chaotarchen-Zyklusviertel

Nach dem großen Erfolg der Interwiewserie zum „Mythos“-Zyklus folgt nun die Interviewserie light zum „Chaotarchen“-Zyklus. Die Expokraten Wim Vandemaan und Christian Montillon beantworten unter anderem, wieso Sichu Dorksteiger in der Milchstraße geblieben ist und wann Atlan in die Handlung eingreift.

Was war eure Erkenntnis aus dem Mythos-Zyklus und wie habt ihr das in den Chaotarchen-Zyklus einfließen lassen?

WV: Wir versuchen, für jeden Zyklus einen eigenen Rhythmus, eine eigene Erzählweise zu finden, um nicht in eine Wiederholungsfalle zu tappen. Insofern spielt der jeweilige Vorgängerzyklus keine Rolle.

Bislang gibt es zwei Handlungsebene – Milchstraße und Cassiopeia, sprich, die Helden wurden aufgeteilt. Welche Überlegungen standen hinter der Aufteilung?

WV: Jede Geschichte kann prinzipiell diese zwei Erzählstrategien verfolgen: einsträngig oder mehrsträngig, meist zweisträngig. Generell scheint mir: Hauptfiguren brauchen große Spielräume. Man stelle sich einen James Bond vor, der gemeinsam mit Iron Man und Jack Ryan agiert: Sie würden einander die Handlungsräume nehmen.

CM: Der Cassiopeia-Handlungsstrang hat eher das Entdecker-Element, die fremde Umgebung. Bei der Planung stellt sich also die Frage: Welche Figuren wollen wir da nutzen? Theoretisch passt das für alle, aber … nun, Figuren haben manchmal Vorlieben. Und dann gibt es ja noch den Blick in die Zukunft – den können die Figuren zwar nicht werfen, aber die Exposéautoren schon. Und wenn man weiß, welche Aufgaben warten, gibt das Hinweise darauf, welche Figuren man gerne mitnimmt. Weil man sie braucht. Oder welche man zu Hause lässt – weil man sie brauchen würde, es aber doch spannend ist, wenn sie nicht dabei sind. Aber zu sehr durchplanen darf man es auch wieder nicht. Es ist lebendig, nicht starr.

Der wissenschaftlliche Verstand von Sichu Dorksteiger wird offenbar in der Milchstraße aus eurer Sicht mehr gebraucht als in der Zwerggalaxis Cassiopeia. Sind das Überlegungen, die ihr im Vorfeld anstellt?

WV: Sichu Dorksteiger ist als Ministerin in der Regierung gebunden; Perry Rhodan folgt seinem neuen Amt.

In der Milchstraßen-Ebene mischt die Superintelligenz ES wieder in einem Langzeitplan mit, da sie eine Gefahr in der Zukunft erkannt hat. Es geschieht, weil es geschah, ist ja vorbei, die Scheerung  Scherung hat auch jeden Vorausblick unmöglich gemacht, wie also kann der Wanderer von zukünftigen Entwicklungen etwas wissen?


WV: Das ist nicht korrekt. ES hat keinen konkreten Plan, sondern eine Vorsorge getroffen, das ist etwas anderes. Pläne müssen nun die Kastellane machen – sie setzen nicht einfach einen Langzeitplan um.

CM: Verzeih mir, dass ich deine Frage korrigiert habe: du hattest dort die „Scheerung“ stehen, aber Kollege KHS hatte die gar nicht entwickelt.

In 3112 erfahren wir die Entstehung des Dolans Jason – wie wichtig sind euch solche Querverbindungen zu vorherigen Zyklen?

WV: Wir finden sie schön.

CM: Außerdem ist das gute alte PERRY RHODAN-Tradition. Rückgriffe sind hin und wieder das Salz in der Suppe.

Dass FENERIK von einem neuen Chaotarchen Zou Skost getränkt worden ist, erstaunt mich. Bekommen es die Galaktiker mit einem Chaotarchen und mit der Materiesenke aus dem Mythos-Zyklus zu tun?

CM: Ach, das wird sich weisen. Und das ist ja schön, wenn du überrascht bist. So soll das sein.

So fremdartig Jochzor auch ist, am Ende zeigt er Mitgefühl und ermöglicht er Posmi und Ballard die Flucht – wie wichtig ist es euch, die Diener des Chaos differenzierter darzustellen?

WV: Wichtig.

CM: Die bösen Heftromanschurken, die schurkisch sind, weil sie die Schurken sind … die finde ich nicht ganz so prickelnd.

Bullys negativ geprägter Zellaktivator verspricht einiges an Konflikt. In der Miniserie WEGA hat Expokrat MMT Gucky und Bully aufeinander gehetzt. Wie sehr reizt es euch, Perry und Bully auf einander zu hetzen?

WV: Wir mögen Hetze generell nicht.

CM: Dem ist nichts hinzuzufügen.

Könnte durch einen Konflikt die beiden Charaktere geschärft oder vertieft werden?

WV: Im Prinzip: ja.

CM: Figuren reiben sich aneinander, indem sie Konflikte austragen. Atlan hat nicht zuletzt deshalb ja gleich zu Anfang, als er in der Serie auftauchte, Profil gewonnen.

FENERIK errichtet Präliminare Bastionen – das klingt für mich so, als soll Cassoipeia abgeschottet und verwandelt werden. Wie richtig oder falsch liege ich da?

CM: So richtig und so falsch, wie es die Zukunft der Serie zeigen wird, wenn wir alle weitergearbeitet, weitergeschrieben und/oder weitergelesen haben.

Unter uns, wer hatte die Idee zu den Galarien der Gharsen?

WV: Galeria Kaufhof (Vorsicht, Fake News!).

Mit dem Geheimsatelliten Troja greift ihr ein weiteres Teil aus der Vergangenheit der Serie auf. Sucht ihr gezielt danach? Fällt euch das spontan ein?

WV: Wir gehen wie unsere Kollegen vom Chaoporter nach dem Serendipitätsprinzip vor.

CM: DEINE Kollegen vom Chaoporter, lieber Wim! Meine Kollegen wohnen in der LEUCHTKRAFT.

Hartmut, ich erinnere mich an eine Aussage von dir auf einem Con, dass du Alaska nicht mehr in die Handlung hineinschreiben möchtest. Nun kommt zumindest sein Name und eine Aktion von ihm im aktuellen Zyklus vor. Hast du es dir anders überlegt?

WV: Ja.

CM: So kann’s kommen. Wäre ja auch traurig, wenn das nicht der Fall wäre. Also, dass man seine Meinung mal ändert.

Der Chaoporter vor der Havarie kurz vor einer Entdeckung gestanden, die fatale Folgen für die verwaiste Mächtigkeitsballung von ES und insbesondere für die Milchstraße gehabt hätte. Jetzt stellt sich mir die Frage, wieso ES das nicht einfach beseitigt ….

WV: ES ist nicht da.

Und eine letzte Frage … wann kehrt Atlan in die Handlung zurück?

WV: Zu gegebener Zeit.

Danke für eure Zeit.

Mehr zum gerade laufenden Erstauflage Zyklus „Chaotarchen“ findet iher hier:

https://www.perrypedia.de/wiki/Chaotarchen_(Zyklus)

Am 10. September 2021 findet der PERRY RHODAN Online Geburtstagsabend statt.
Mehr Infos hier:
https://www.proc.org/perry-rhodan-online-geburtstagsabend/

»Unsere Freunde von Epsilon Eridani«

Die Anthologie mit Erstkontakt-Stories enthält Geschichten von einigen Leuten aus dem PERRY-Fandom, darunter Alexandra Trinley, Gerhard Huber und Ralf Boldt.

Das Vorwort schrieb Andreas Eschbach. Weitere Autorinnen und Autoren sind Uwe Hermann, Uwe Post, Thorsten Küper,  Axel Kruse, Frank Lauenroth, Gabriele Behrend, Arno Behrend, Guido Krain, Peter R. Krüger, John Dodd und Melanie Vogltanz.

Die Anthologie ist im Perry Rhodan OnlineShop erhältlich.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite des Begedia Verlags.

Hier die Rezension, die Burkhard Tomm-Bub im Scifinet-Forum und im Galaktischen Forum eingestellt hat:

Beginnend mit einem Vorwort von Andreas Eschbach, enthält die Anthologie Science-Fiction-Erzählungen von:

Rock around the Clock – Axel Kruse
Eine ungewöhnliche Perspektive, nachvollziehbar geschildert. Sie spielt mit dem Gulliver-Motiv. Allerdings mit recht tragischem Ausgang …

Die Fremden – Uwe Herrmann
Eine völlig andere Zivilisation, äußerst langlebig, aber verletzbar – doch sie schafft es zu überdauern, denn die Tage vergehen …

Defekt – Melanie Vogltanz
Ein Weltraumabenteuer auf einer Kolonialwelt, von der man zunächst gar nicht weiß, dass es eine ist. Auch über die Nachteile des Klonens erfährt man einiges …

Die kurze Reise der HAWKING – Gerhard Huber
Und wieder geht es ins Weltall – zu einer ganz anderen Rasse jedoch. Das Geschehen nimmt durchaus skurrile Züge an und eine Hommage u. a. an den fantastischen David Bowie ist ebenfalls enthalten. Aber am Ende klärt sich alles. Wahrscheinlich …

Der Elefantenantrieb – Guido Krain
»Elefanten im Grand Canyon!« »Schon wieder?« Ein etwas windiger Raumschiffkapitän fliegt mit einem Siedlerschiff unsere Erde an. Ein problematisches Unterfangen!

Drei Tage des Erwachens – Peter R. Krüger
Auch ein selbst geschaffener Androide kann eine völlig fremde Lebensform sein, zu der ein Erstkontakt keineswegs unproblematisch ist. Sind diese Probleme überwunden, kann er natürlich bewundernswertes tun. Aber den Pflegenotstand … löst man so wohl nicht wirklich.

Delter – Frank Lauenroth
Ein Schiff mit Außerirdischen, streng gegliedert in Kasten, durchstreift das All. In verlassenen Raumstationen mitzunehmen, was noch brauchbar ist, ist diesen durchaus angenehm. Was aber, wenn es dort Gefahren und unerklärliche Phänomene gibt, die ausgerechnet eine der untersten Arbeiter- und Soldatenklasse zu extremen und raffinierten Handlungen bewegt?

Terra Halbpension – Uwe Post
Das hat ja nun ein wenig was von Douglas Adams und dem »Fünften Element« …
Durchaus auch mal zynisch, turbulent und doch amüsant. Und wenn man mit Verhinderungsagenten zu tun hat – kann man ruhig auch mal einen Kater heiraten.

Auf gute Nachbarschaft – Alexandra Trinley
Apropos Katzen. Und ihre hungrigen Verwandten aus dem All. Da ist dann schon Vorsicht geboten für Menschen! Aber ob das was nutzt …?

Cosmic K9 – Ralf Boldt
Auf vielversprechenden fremden Planeten können dann auch mal menschliche und nichtmenschliche Erkundungstrupps zusammentreffen. Was aber, wenn den Anderen diese Tatsache aber sowas von egal ist? Gut, wenn man dann einen Hund dabei hat. Allerdings – kann der später halt leider nicht Bericht erstatten.

Unsere Freunde von e Eridani – Thorsten Küper
Der große Krieg war gerade noch vermieden worden, nun gibt es Sportspiele zwischen den Eridanern und den Menschen. Und wenn dann gar noch der Sohn des ebenfalls nach Eridani angereisten terranischen Präsidenten mitspielt … kann es dramatisch werden. Zumal dieser korrupte und rücksichtlose Präsident gewohnt gnadenlos vom Autor Thorsten Küper demaskiert und demontiert wird.
Da könnte bei einem doch fast schon der Verdacht aufkommen, so etwas mache ihm Spass …

Das Jubiläum – Arno Behrend
Zwei außerirdische Zivilisationen, die sich schon länger kennen, haben so ihre Probleme im Umgang miteinander – zumal das Thema »Wahrheit« leider nicht immer an erster Stelle steht. Was schließlich zu wahrlich brachialen Absichten führt. Doch da mischen sich, schier beiläufig, aber nun effektiv, die Terraner ein.

Meerwasser – Gabriele Behrend
Eine fremde Lebensform muss nicht unbedingt ein Volk sein in dem Sinne, wie wir es verstehen. Und erotisch kann es dennoch in angenehmer Weise hilfreich sein.

Geschichte wird geschrieben von … – John Dodd
Ein alte, womöglich bereits vergangene Zivilisation … Ein Erstkontakt mit ihrer Welt interessiert viele andere Raumfahrende sehr. Doch der gelingt stets und leider immer viel zu gut.

Große Vielfalt wird also in diesem Buch geboten! Und dies in wahrlich guter Qualität! Absolut eine Empfehlung!

Begedia Verlag (25. September 2020)
Sprache:  Deutsch
Taschenbuch : 214 Seiten
ISBN-10 : 3957771374
ISBN-13 : 978-3957771377
Abmessungen : 12,8 × 2,2 × 19 cm
Taschenbuch: 14,95 EUR
978-3-95777-138-4
E-Book: 4,99 EUR
Coverbearbeitung: Tithi Luadthong (Grafik)
Dreamdesign – Cover & Art (Cover)
Herausgeber: Sylvana Freyberg, Ralf Zacharias

Interview mit Christoph Dittert zu seinem SF-Roman „Fallender Stern“

Christoph Dittert, aka Christian Montillon, hat neben seiner Tätigkeit als RHODAN-Exponaut seinen ersten SF-Roman geschrieben. Im Interview mit Roman Schleifer erzählt er unter anderem, was ihn an Erstkontakten fasziniert und wie er die schlimmste Schreibblockade seines Lebens überwunden hat

Christoph, »Fallender Stern« ist dein erstes SF-Buch im Piper Verlag. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Da müssen wir ein paar Jährchen zurückgehen, denn es ist ja nicht mein erster Roman im Piper-Verlag – »nur« mein erster SF-Roman, den ich außerdem alleine geschrieben habe. Vorher sind die drei Bände der »Splitterwelten«-Trilogie erschienen, an denen ich gemeinsam mit meinem Kollegen Michael Peinkofer gearbeitet habe. Da liegen meine Piper-Anfänge.

Michael und ich kennen uns schon ewig, und er hatte mich gefragt, ob ich nicht die Splitterwelten mit ihm weiterschreiben wolle. Da sagte ich: »Ja!« Nach der Trilogie habe ich schlicht und einfach bei Piper angefragt, wie es mit einem eigenen Roman wäre. Ich legte dann zwei Konzepte vor – Mini-Dateien von jeweils 2 oder 3 Seiten. Die Idee zum »Fallenden Stern« (der damals noch nicht so hieß) stieß sofort auf Begeisterung.

Leo Lukas hat gerade seinen ersten Krimi »Mörder Quoten« veröffentlicht (Interview dazu hier https://www.proc.org/interview-mit-leo-lukas-zu-seinem-krimi-moerderquoten/),Michelle Stern schreibt auch an einem Buch, MMT arbeitet 2021 an einem Fantasy-Schmöcker … Offenbar sind die RHODAN-Autoren nicht ausgelastet. Wie geht sich das zeitlich aus?

Wie das bei den Kollegen ist, kann ich nicht sagen – da müsstest du sie selbst fragen. Ich stelle mich von Anfang meiner schriftstellerischen Karriere an möglichst breit auf … habe stets außer RHODAN auch andere Sachen veröffentlicht, in den letzten Jahren vor allem »Die drei ???«. Dass der »Fallende Stern« nicht mal einfach so aus dem Ärmel geschüttelt worden ist, beschreibe ich ein wenig im Nachwort des Romans.

Apropos Nachwort: Du gestehst dort, dass du die schlimmste Schreibblockade deines Lebens hattest. Bezog sie die auf die Entwicklung des Plots oder aufs Schreiben an sich?

Die Entwicklung des Grundplots war keinerlei Problem – der stand schon mit dem ersten Mini-Konzept, das ich oben erwähnt habe. Ich wusste stets, wohin das Buch geht, wie die große Linie ist. Ich kannte auch das Ende, nur die Details nicht. Und beim Schreiben überraschten mich vor allem Chayne. Du hast den Roman gelesen und weißt, wie elementar diese Figur ist – ich hatte sie nicht geplant. Sie ist beim Schreiben entstanden und hat gewissermaßen ziemlich viel an sich gerissen, die Gute. Logischerweise ist alles, was mit ihr zu tun hat, dann erst beim Schreiben entstanden bzw. hat sich entwickelt.

Die Schreibblockade bezog sich tatsächlich aufs Schreiben an sich … also darauf, die Seiten mit Text zu füllen. Ich habe Tage und Wochen damit verbracht, am Tag ein paar Zeichen herauszuquetschen. Was da stand, gefiel mir, aber es quälte mich, es ging langsam, es beschäftigte mich und trieb mich um.

Du hast sie ja offenbar überwunden. Erzähl uns wie?

Ganz einfach: Lies das Nachwort nochmal. Das kann ich auch nur den Lesern dieses Interviews empfehlen. Denn dazu müssen sie, ha!, das Buch kaufen. Und das schadet nichts. Ganz ehrlich: Ich habe eine Menge begeisterter Rückmeldungen erhalten, und keiner sagte mir oder schrieb in einer Rezi: »Doof!« Aber das Buch hat nicht so viel Aufmerksamkeit (und Verkäufe) bekommen, wie ich gerne hätte. Naja, das sagen wohl viele Autoren zu vielen Büchern :-). Die Coronakrise, die sich auch im Buchmarkt sehr wohl bemerkbar gemacht hat, hat ihr Scherflein beigetragen …

Ich glaube, dieser Roman hat mir auch deshalb so viel Mühe bereitet, weil er, hm, ziemlich tief in mir steckte. Weil ich darin zwischen den Zeilen einige Wahrheiten verarbeitet habe. Die sich jetzt nicht auf Kometen und potenzielle Außerirdische beziehen.

Was waren die Überlegungen, die zu »Fallender Stern« geführt haben?

Etwas ganz anderes zu machen, das keine übliche SF ist. Also, das Thema ist ja durchaus typisch: Ein Erstkontakt. Oder ein potenzieller Erstkontakt. Aber die Herangehensweise ist untypisch – es ist eine Familiengeschichte. Was dazu geführt hat, dass auch Leute das Buch gut fanden, die sonst nie SF lesen. Etwa eine Freundin, die tatsächlich noch nie (!) SF gelesen hat. Oder ein 13jähriger aus meinem Bekanntenkreis.

Außerdem wollte ich es im gewissen Sinn »so schreiben wie ein Hollywood-Film funktioniert« – nicht auf irgendwelche Klischees bezogen, sondern auf die positiven Dinge der Machart. Da freute es mich, dass der Piper-Cheflektor nach der Lektüre des Minikonzeptes sagte: »Das ist ja wie ein Hollywood-Film.« Offenbar war das schon in dieser ersten Superultrakompaktform zu spüren, obwohl ich es da natürlich nicht erwähnt habe.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Vor allem war ich erstaunt, dass eine Familiengeschichte eingewoben in die Frage »Was tun wir, wenn wir außerirdisches Leben entdecken« derart spannend geschildert werden kann (Hut ab!). Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Familie über Jahrzehnte literarisch zu begleiten?

Woher das kam, weiß ich nicht, ehrlich gesagt. Es war von Anfang an da – ausgelöst durch ein Gestaltungsprinzip. Es gibt im Roman technische Themen, reale Raumfahrtideen, die ein wenig weiterentwickelt sind zu dem, was wir heute können. Kein Vergleich mit PR-Technologie. Diese Themen sind auch essentiell für die Handlung, aber ich wollte sie nicht in den Vordergrund stellen. Darum erschuf ich mir Figuren, die diese Technologie eben auch nicht unbedingt in den Vordergrund stellen – sie nähern sich dem Thema auf andere, durchaus unterschiedliche Weise.

Die Jahrzehnte, die vergehen, sind wiederum handlungsbedingt … und nach einer kurzen Überlegung, eine Generationengeschichte zu erzählen, entschied ich mich, die beiden wichtigsten Hauptfiguren während der Handlung altern zu lassen. Und Chayne, tja, die hat sich dazugestohlen, als sie als kleines Mädchen auf dem Fahrrad saß mit ihren verschwitzten Haaren.

Gehen wir konkret auf die Handlung ein. Die Zwillinge Eve und Eric sind gerade mal zehn Jahre alt, als eine außerirdische Funknachricht aufgefangen wird – von einem Asteroiden, der von außerhalb des Sonnensystems kommt und der in 30 Jahren die Erde so nah passiert, dass man für kurze Zeit darauf landen könnte. Wie würdest du darauf reagieren? Pro oder Kontra Landung?

Es wäre nicht meine Entscheidung. Ich fände es unglaublich spannend, was das philosophisch bedeuten würde. Also, welche Auswirkungen es hätte. Deshalb machen sich meine Figuren auch Gedanken dazu – philosophisch, religiös, sprachphilosophisch usw.

Würdest du alles liegen und stehen lassen, um bei der Forschung mitzuarbeiten?

Nein. (Wortgewaltig, gell?)

(Anmerkung: in der Tat. Was ist noch mal dein Beruf? ;-))

Würdest du den Asteroiden auch betreten wollen?

Das würde ich mal hübsch anderen überlassen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich wohl zu alt wäre, um jetzt in ein Astronautentraining einzutreten :-).

Was mich bei dem Buch fasziniert hat, war die Ausleuchtung der Psyche der Zwillinge. Bei RHODAN kommt das ja durch den geringeren Platz meist zu kurz. Wie könnte man das doch unterkriegen?

Hier funktioniert ein solcher Roman grundlegend völlig anders als eine Serie wie PERRY RHODAN. Von daher ist (sorry :-)) deine Frage falsch. Es ist kein Mangel der PR-Serie, dass solche Schilderungen da eher die Ausnahme bilden, es gehört essentiell zu der Serie, dass es so ist. Hin und wieder treten auch da Charaktere in ausführlichen Schilderungen nach vorne; mir ging bzw. geht es mit der Figur der Anzu Gotjian so, die sich gerade in meinen Romanen tummelt, obwohl sie dort laut Exposé nichts zu suchen hat. Sie fühlt sich dort trotzdem wohl.

Die Handlung von »Fallender Stern« ist für mich realistisch, sprich es könnte sehr wohl so passieren. Hattest du Alternativszenarien und wie hast du dich für die Variante im Buch entschieden?

Keine Alternativen – wie gesagt, das stand von Anfang an. Ich könnte mir jetzt Alternativen ausdenken … aber das würde zu etwas ganz anderem führen. Ich arbeite übrigens gerade wieder für Piper an einer neuen Erstkontaktgeschichte – die aber völlig anders ist als diese. Und zwar, wie soll ich sagen, völlig anders. Schon von der ersten Seite an.

Du schilderst konsequent die Handlung abwechselnd aus der Perspektive entweder von Eve oder von Eric. War das von Anfang an klar?

Auch wenn‘s langweilig ist – ja. Ich erinnere mich nicht mehr genau, ob es schon im Konzept stand, aber mit den ersten Romanseiten war das klar. Ich habe ein paar Einsprengsel, die aber ganz klar als solche gekennzeichnet sind, die dieses Gestaltungsprinzip durchbrechen (die Zeitungsartikel und die Dienstagnachmittag-Videos). Und ich breche das Prinzip genau einmal, aber sehr bewusst: Auf den letzten Seiten. Wer den Roman gelesen hat, weiß, warum.

Hattest du eine Logline, um das Buch zu verkaufen?

An Piper hab ich es glaub ich auch mit dem Eingangszitat gebracht, das ganz ähnlich schon im Minikonzept stand: »Der 16. Mai 2033 veränderte die Welt, obwohl wir alle wussten, dass wir noch dreißig Jahre warten mussten. Drei Jahrzehnte. Und weil nicht genug Zeit blieb, brach Hektik aus.« (Holovideo aus dem Oval Office zum Jahrestag der Entdeckung, abrufbar seit 16. Mai 2053)

Eric denkt als Schüler gerade zu politisch inkorrekt übers Gendern. Ist man als Autor froh, auch Gedanken einer Figur in den Mund zu legen, die kontroversiell sind?

Ach, was heißt froh. Man muss generell vorsichtig sein: Aussagen von Romanfiguren entsprechen nicht notgedrungen den Meinungen von den jeweiligen Autoren.

Zitat: »Mit der Kindheit verlor man auch den Blick für Wunder«. Schade, oder? Wie hast du dir das bewahrt?

Ja, das ist schade. Kinder haben Erwachsenen in dieser Hinsicht vieles voraus – pauschal gesagt. Es gibt Ausnahmen auf beiden Seiten. »Werdet wie die Kinder« ist ja auch kein ganz neuer Tipp 🙂

Jedenfalls tut es unglaublich gut, sich das Staunen zu bewahren oder es wieder zurückzugewinnen. Ich bewahre es mir häufig, wenn ich in der Natur bin und mir sage: Wundervoll. Und kein Zufall.

Es gibt eine RHODAN-Anspielung, konkret auf einen Gucky-Film. Hat das der Lektor anstandslos durchgewinkt?

Ja. Und wenn er das nicht getan hätte, hätte ich darum gekämpft. Aber es gab keinen Grund, es nicht durchzulassen, finde ich. Freuen wir uns also auf »PERRY RHODAN Origins: Gucky«!

Du hast den Seitenhieb angebracht, dass die Menschheit »verblödet«, denn die meisten Menschen halten in deinem Buch im Jahr 2040 Luke Skywalker für den ersten Menschen am Mond. Was denkst du – verblödet die Menschheit?

Hm. Nicht generell. Und verblöden ist nicht das Wort, das ich in einer ernsthaften Stellungnahme verwenden würde … aber es gibt Tendenzen, die mich zweifeln lassen, wenn ich mich umsehe. Ich will hier nicht politisch werden. Und ganz klar ergänzen: Dieses Zweifeln kommt einer Enttäuschung nahe. Und damit einer Ent-täuschung, also dem Ende einer Täuschung.

Du bist ein Fan von Erstkontakten – wo kommt die Faszination her? Und was ist die Faszination?

Damit sind wir wieder bei dem Thema: »Staunen über Wunder«. Du siehst, wie raffiniert ich das in der Tiefenstruktur des Buches verwoben habe :-), dass es sogar in deinen Fragen immer wieder auftaucht. Aber ernsthaft: Es ist natürlich eine Gedankenspielerei, eine Geschichte, die unglaublich viel Faszination beinhaltet, wenn man versteht, sie herauszukitzeln. Ich glaube, es ist mir in diesem Roman recht gut gelungen – besser als bei anderen Versuchen meinerseits. Das Fremde kann ja per se auch beängstigend sein … oder faszinierend. Oder beides. Und lehrreich. Erhellend. Die Grenzen erweiternd. Usw.

Kurz: Ein tolles Thema, das viel über »mich selbst« zeigt, nicht im Sinne des Autors Christoph Dittert, sondern im Sinne des Lesers: »Wer bin ich – was ist das andere?«

Im Zauberspiegel-Interview (https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/frage-antwort/im-gesprch-mit-mainmenu-179/37882-christoph-dittert-ueber-fallender-stern-und-erstkontakte) gibst du eine Vorschau auf die nächsten Projekte. Was kannst du da noch ergänzen?

Dort ist noch nicht der neue Roman für Piper erwähnt – und dort steht sicher auch nicht, dass ich mit Björn Berenz gerade Teil 5 unserer Reihe »Explorer Team« schreibe. Und darum schnüre ich nun dieses Interview zu und widme mich anderen Dingen :-). Vielen Dank für deine Fragen und bis bald!

Danke, Christoph, für deine Zeit.

Hier geht’s zum Buch im RHODAN-Onlineshop:
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Und hier zum ebook:
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Zwölf Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3099

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer, wieso der »Mythos«-Zyklus für ihn zu einem der liebsten Zyklen gehört und wie der erste und letzte Satz von PERRY RHODAN-Wega Band 1 lautet.

Michi, hattest du gefühlt zu viel oder zu wenig Platz, um alles in 3099 zusammenzuführen?

Viel zu wenig. Aber das Problem hab ich eigentlich immer.

Zitat Bully: »Und ich, wie so oft, am Rand des Geschehens.«
Hm … er ist ein paar Monate über 18, er könnte es ja auch ändern. Was, denkst du, hält ihn davon ab?

Bully ist nun mal eine großartige Nummer Zwei. Das weiß er eh auch selbst, aber er meckert halt gern.

Zitat Bully: »Es gibt immer noch Perry Rhodan. Wenn jemand diese
Situation bereinigen kann, dann er.«
Bully zeichnet sich nicht gerade durch geringes Selbstvertrauen aus. Wieso denkt er, dass er das nicht könnte, was Perry Rhodan kann?

Nun, ES hat einstmals Atlan und Perry »auserwählt«. Ich bin mir sicher, dass Bully sich dessen sehr wohl bewusst ist und dementsprechend agiert.

Ich bin irritiert. Bei dir hat Opt-Atlan (oder OpA wie ihn im GalFor ein User genannt hat) einen Extrasinn. Ich dachte, der hätte keinen. Äh …?

Ja, da gab es einige Verwirrung deswegen. Sorry für den Fehler.

So genial ich die Idee mit dem Zeittorpedo finde (die dann ja nicht
funktioniert hat), erinnert mich das doch ein bisschen an Deus ex
Machina. Mal ehrlich und ganz unter uns: War bereits in Band 3000 klar, dass die Beschädigungen von Opt-Atlan aus der Zukunft stammen?

Das weiß ich wirklich nicht. Das ist eine Frage für die Expokratur.

Ich kann mich an keinen Zyklus erinnern, bei dem der Gegner »plötzlich« hilflos dastand und ihm Perry sogar helfen musste. Ist das ein Konzept, das Zukunft hat?

Das war eine Lösungsvariante für diesen einen Zyklus. Nicht mehr, nicht weniger.

Opt-Atlan wurde am Ende von Jasmyne vorgeführt und die wiederum von der Positronik der Opt-THORA – und das alles innerhalb eines Heftes. Es haben sozusagen die »Bösen« dreimal gewechselt. Perry Rhodan war auch eher Zuseher als aktiv am finalen Showdown beteiligt. Jeder Schreibratgeber sagt da das Gegenteil. Du machst auch Schreibcamps (den nächsten im Frühjahr mit Spiegel-Bestsellerautor Andreas Gruber), was sagst du als Dozent dazu?

Nun ja. Du weißt, dass Heftromanserien wie PERRY RHODAN eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen. Außerdem bilden die Handlungsfiguren Opt-Atlan, Opt-THORA und Jasmyne da Ariga gewissermaßen eine Einheit. Sie sind die »andere Seite«.

In deinem Blog schreibst du, dass dir der »Mythos«-Zyklus als einer der liebsten von denen in Erinnerung bleibt, die du mitgestalten durftest – nenn uns den Grund.

Die Antwort ist banal: Ich habe relativ viel Text zum Zyklus beigetragen und dementsprechend mehr Einfluss auf die Geschehnisse gehabt. Dementsprechend waren auch einige Romane dabei, mit denen ich einigermaßen zufrieden war.

Mit 3099 endet auch die Interviewserie – wie erleichtert bist du, dass du keine Fragen mehr von mir erhältst?

Ach, ich rechne fix damit, dass du dich in der einen oder anderen Form weiterhin mit den PERRY-Geschehnissen auseinandersetzen wirst. Dir entkommt man nicht.

3099 ist geschrieben – kannst du dich jetzt zur Gänze auf die im März 2021 erscheinende Miniserie Wega konzentrieren?

Es würde mich gehörig nerven, wenn ich mich ausschließlich auf eine Sache fokussieren müsste. Das kann ich einfach nicht. Dementsprechend werde ich weiterhin lauthals über zu viel Arbeit jammern und trotzdem nebstbei andere Dinge machen.

Gib uns mehr als bislang auf der Verlags-Homepage veröffentlicht …

Weil?

Band 1 ist sicher schon geschrieben – verrätst du uns den ersten und den letzten Satz?

Gerne.

Erster Satz: »›Es ist der richtige Ort, es ist die richtige Zeit‹, sagte der eine zum anderen.«

Letzter Satz: »Rhodan würde ihm nicht entkommen.«

Wenn du mich jetzt bitte entschuldigst? Ich muss rasch Anfang und Ende des ersten Wega-Bandes ein klein wenig umschreiben.

Michi, danke für deine Zeit. 

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3099

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12616

Homepage von Michael Marcus Thurner:
http://www.mmthurner.at/

Infos zur Miniserie WEGA:
https://perry-rhodan.net/aktuelles/news/perry-rhodan-wega-erscheint-ab-m%C3%A4rz-2021

https://www.perrypedia.de/wiki/Wega_(Serie)

Neun Fragen an Leo Lukas zu seinem Band 3098

Leo Lukas verrät im Interview mit Roman Schleifer seine ersten Gedanken, nachdem er das Expo zu 3098 gelesen hat und seine Highlights des »Mythos«-Zyklus.

Leo, was waren deine ersten Gedanken, als du das Expo gelesen hast?

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich Gucky »klassisch« in Aktion zeigen und sogar die ganze Real-Handlungsebene aus seiner Perspektive schildern konnte. Quasi als Wiedergutmachung für 3072.

Es gibt eine Legende, die vom Ende allen Lebens im Kosmos spricht, sollte TRAITOR fallen.
Hm … das müsste die Chaotarchen doch freuen?

Die vielleicht schon, aber nicht ihre im Zitat erwähnten Hilfsvölker. Darüber werden wir im kommenden Zyklus wohl mehr erfahren.

Du als RHODAN-Fan, den du dir trotz deines Autorenseins bewahrt hast: Wie gefällt dir, dass das Expoteam die Serienhistorie aufgreift und ergänzt? Immerhin gab es zum Zeitpunkt von Atlans Weg hinter die Materiequellen keine Mu Sargai.

Ich finde, dass Wim und Christian (zusammen mit Verena und Klaus, deren Beiträge man nicht unterschätzen sollte) das großartig machen. Für meinen Geschmack stimmt die Mischung zwischen Serientradition und ganz neuen Ideen perfekt. Und selbstverständlich gab es damals schon Mu Sargai, sie wurde bloß nicht erwähnt, weil Atlan sich ja nicht erinnert hat …  ;o)

Im Heft relativiert Mu Sargai die Legende, dass die Sterne erlöschen, wenn der letzte Ritter der Tiefe, also Atlan, gestorben ist. Was ist der Grund, dass ihr mit dieser Legende aufgeräumt habt?

Ich würde sagen, wir haben sie ein wenig zurechtgerückt. Ich war sehr froh, endlich folgenden Dialog mit Argumenten, die mir schon lang auf der Zunge lagen, schreiben zu können: »Sonst wären die Kosmokraten geradezu sträflich leichtsinnig, nicht wahr?« – »Das habe ich mir auch schon oft gedacht. Eigentlich müssten sie mich längst isoliert, ja konserviert haben, um dieses Ereignis nicht eintreten zu lassen.« – »Richtig. Wäre dem so, hätten sie dich als vermeintlich letzten Ritter sofort und für immer aus der kausal orientierten Raumzeit entnommen und an einen sicheren, raumzeitlosen Ort verbracht. Dass dies nicht erfolgt ist, sollte deine Frage beantworten …«

Noch ein Zitat: »Der Mensch, der Terraner namens Perry Rhodan ist ein anderes Kaliber als du. Sicherlich, ihr wurdet beide auserwählt. Aber an ihm hängt mehr als an dir.«
Hm … Perry hat ja nicht mal mehr die Ritteraura. Was genau hängt an ihm?

Steht doch da: mehr.

Mu Sargai meint, dass die Cairaner ihrem Auftrag gerade nachkommen, die letzten Artefakte von verstorbenen Superintelligenzen zu entsorgen.
Äh … habe ich das was verpasst? Die Cairaner sind hilflos und brauchen Unterstützung von Perry. Wie können sie da ihrem Auftrag nachkommen?

Ob sie es alleine oder mit Perrys Hilfe schaffen, dürfte einer Kosmokratin ziemlich egal sein. Es zeigt wieder mal, in welch unterschiedlichem Zeitrahmen und Abstand zum Fußvolk die Hohen Mächte planen und operieren.

Der Zyklus endet in einem Heft. Wenn du den »Mythos«-Zyklus Revue passieren lasst, was waren deine Highlights?

Ich hatte große Sorgen, wie es nach 2999 weitergehen würde. Wir konnten ja nicht gleich wieder so einen gewaltigen Bogen aufspannen wie den eben abgeschlossenen. Andererseits musste es interessant genug sein, dass die Leser nicht sagten: »Ach, eigentlich reicht’s mir mit 3000 Heften.«
Ich finde, das ist uns mit dem Zeitsprung und Perrys Rückkehr in eine stark veränderte Milchstraße recht gut gelungen. Und trotzdem war Mythos ein relativ »kleiner« Zyklus, der auch, glaube ich, mit 3099 zufriedenstellend abgeschlossen wird, sauber und doch ohne »Total-Reset«. Zemina Paath hat gehalten, was sie im Auftaktband versprochen hat, und mit Iwan/Iwá Mulholland werden wir hoffentlich noch viel Freude haben – um nur zwei neue Hauptfiguren dieses Zyklus zu nennen, die IMHO gut funktioniert haben.

Die Interviewserie endet mit 3099. Wie erleichtert bist du, dass du vor mir jetzt Ruhe hast?

Ich kann’s irgendwie noch gar nicht recht glauben … Vielleicht lässt du dich ja doch zu einer Fortsetzung breitschlagen.

Leo Lukas hat seinen ersten Krimi »Mörder Quoten« veröffentlicht, den ich mit vergnügen gelesen habe. Das Interview dazu gibt es hier:
https://www.proc.org/interview-mit-leo-lukas-zu-seinem-krimi-moerder-quoten/

Leo, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zum Heft:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3098

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12600

 

Fünfzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3097

Uwe Anton verrät im Interview mit Roman Schleifer, wieso achtunddreißig Seiten aus dem Manuskript gestrichen wurden und wieso Perry Rhodan immer der Heilsbringer am Zyklusende sein muss.

Uwe, wenn ich das richtig gesehen habe, hast du die Nachnamen von BVB-Spielern für den Roman verwendet. Ich dachte immer, du bist Bayern München-Fan?

Bin ich auch. Das Raumschiff, dessen Besatzung eventuell Anklänge an Namen von BVB-Spielern vermuten lässt, geht unter, die Besatzung kommt ums Leben. Das wollte ich den Bayern-Spielern nicht antun, dafür war die letzte Saison zu erfolgreich. Sie haben ja alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Borussia Dortmund mag ich aber auch, solange sie einigermaßen spannende Titelkämpfe um die deutsche Fußball-Meisterschaft liefern und am Ende mit schöner Regelmäßigkeit Zweiter werden, meinetwegen auch Dritter oder Vierter. Das muss man auch mal wertschätzen!

Du kannst das jetzt einem Psychotherapeuten zur Ferndiagnose geben, als gegeben hinnehmen oder lustig finden. Dieser Roman bietet für jeden Leser etwas.

Auch den Bundestrainer Löw hast du eingebaut. Hast du den Band in der zeitlichen Nähe zu jenem denkwürdigen Fußballspiel geschrieben?

Denkwürdige Fußballspiele habe ich in letzter Zeit mehr als genug gesehen. Ich frage mich, wieso unsere netten spanischen Nachbarn jetzt immer so mitleidig lächeln, wenn sie mich auf der Straße sehen. Vielleicht haben sie während des Spiels meine Kommentare gehört?

Der Löw, den du hier meinst, ist allerdings nicht Jogi, sondern Rabbi. Besser ausgedrückt: Er praktiziert weder Yoga, um besser mit schmerzlichen Niederlagen im Fußballsport fertig zu werden, noch lehrt er es. Rabbi Löw ist vielmehr ein hochverehrter Gelehrter des Judentums. Roman, Roman! Die Geschichte von Rabbi Löw und dem Golem, den er geschaffen hat, gehört zum österreichisch-tschechischen Weltkulturerbe! Du kennst doch wohl den Kafka Franzl? Nein, nein, ich habe diese Legende, die sich nur 291,6 Kilometer (über die Route 38 und D1/E65) von Wien entfernt zugetragen und dem Roman seinen Titel gegeben hat, wirklichkeitsgetreu wiedergegeben. Rabbi, nicht Jogi!

Laut dem Jülziish bekommen Menschen im Normalfall ein Baby. Dann müsste sich die Menschheit ja rasch halbieren und wäre in weiterer Folge rasch reduziert und im galaktischen Großkonzert unmaßgeblich.

Da habe ich mich unklar ausgedrückt. Pro Wurf, meinte ich. Hier im Regelfall ein Nachkomme nach neun Monaten, dort nach einer Schwangerschaft von drei Monaten sechs bis acht. Mein Fehler, sorry. Das Fortpflanzungsverhältnis beträgt also etwa eins zu vierundzwanzig pro Jahr. Was aber wiederum wohl davon abhängig ist, wie lange die Bluesmutter stillt.

Ich freue mich, dass der PR-Stammtisch Wien Einfluss auf das Heft gehabt hat. Wie am Stammtisch vereinbart, hast du den Babyelefanten ins Heft gebracht, der in Österreich seit Corona-Anfang als Abstandmaß gilt. Wie schwer war es, den zu positionieren?

Gar nicht. Ich habe Erfahrung mit kleinen Elefanten. Hier in Deutschland nennt man das Norman-Abstand.

(Anmerkung: Zwei weitere PR-Autoren werden zwei weitere Begriffe von jenem Stammtisch in ihre Hefte schmuggeln.)

Du hast eine köstliche Anspielung auf Star Trek im Roman. Wie viel Spaß hast du an solchen Anspielungen?

Eine Anspielung auf Star Trek? Was meinst du damit? Ruffrequenzen geöffnet! Nun ja, die Arkoniden haben kein Interkom auf der Brust, auf das sie tippen müssen, um in unendlichen Weiten mit fernen Welten zu kommunizieren, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Die müssen ihre Armbandgeräte nutzen. Aber das ist Opt-Atlan ja noch gerade rechtzeitig aufgefallen.

Im Übrigen hasse ich Anspielungen. Es ist ja nicht so, dass sie einem zugeflogen kommen, es ist echt harte Arbeit, sich so etwas einfallen zu lassen. Ich habe noch eine Anspielung bewusst eingebracht, den Namen des Jülziish-Schiffes: KÜTZMYTÜ. Das habe ich eigentlich KÜTZMÜTZ nennen wollen, aber das wäre wohl gestrichen worden.

Die Jülziish haben im Vergleich zu uns Menschen keine religiöse Sicht zum Tod. Wie geht’s dir mit diesem Thema?

Wie den Jülziish. Sie greifen auf Kreaturen zurück und sind nicht von ungefähr eins der beliebtesten Alien-Völker in PERRY RHODAN. Die von mir erwähnten Kreaturen sind übrigens nicht frei erfunden, sondern insofern Kanon, als dass sie alle in der Perrypedia aufgeführt sind.

Opt-Atlan erweist sich in deinem Band nicht gerade als Party-Crasher. Wie hätte der echte Atlan Leben in diese Trantütenparty gebracht?

Er wäre mit dem Cityroller bei dieser scheiß Party vorgefahren, in das Window von diesem Bando gejumpt und dann wie ein Ninja hinter die Couch. Er hätte »Beastboy!« geschrien, wäre durch den Raum gesprungen und hätte das Mic in die motherfucking Anlage eingepluggt. Da er aber nicht der Coolste auf dieser Erde ist, wär’ er gleich enthauptet worden.

Nachdem die Bioduplikate der THORA-Besatzung Spaßbremsen sind und nur an die Optimierung von Technik denken … wie soll so eine Zivilisation überleben? Die haben ja vermutlich nicht mal Bock, sich zu vermehren.

Oh doch, ganz im Gegenteil! Sie haben ausgeklügelte Techniken zur Optimierung von Kamasutra-Stellungen entwickelt und verbringen ihre Freizeit damit, sie auszuprobieren. Die achtunddreißig Seiten, die ich dazu geschrieben habe, wurden allerdings aus mir völlig unerfindlichen Gründen aus dem Roman gestrichen. Naja, wenigstens hat die Recherche Spaß gemacht.

Opt-Atlan hat ja keinen Extrasinn – wie kann er sich ohne den im Vergleich zu Atlan optimiert fühlen?

Gute Frage. Hybris? Überlegene Intelligenz, die dermaßen gesteigert wurde, dass er den Extrasinn gar nicht vermisst? Ein kleiner Patzer im Roman?

Opt-Atlan hätte sich die Begegnung mit Rhodan gern fürs furiose Finale aufgespart. Nimmst du da gar etwas von Band 3099 vorweg? Muss Perry Rhodan am Ende in jedem Zyklus die Finger im Spiel haben? Muss er der Heilsbringer sein?

Würde Atlan am Ende die Kastanien auf dem Feuer holen, hieße die Serie: Atlan – der Retter des Universums. Würde Gucky am Ende die Kastanien aus dem Feuer holen, hieße die Serie: Gucky – der mächtigste Multimutant und Retter des Universums. Würde Bully am Ende die Kastanien auf dem Feuer holen, hieße die Serie: Reginald Bull – die Knallcharge des Universums. Würde Alaska Saedelaere am Ende … okay, das Prinzip ist klar. Aber die Serie heißt Perry Rhodan. Was schließen wir daraus? Yes, he can!

Opt-Atlan vermutet, dass Rhodan Atlans Tod nicht in Kauf nehmen würde. Wie würdest du entscheiden? Atlans Tod und dafür Ruhe vor den Cairanern oder …?

Perry Rhodan ist Perry Rhodan. Diese Entscheidung stellt sich nicht. Ohne jetzt zu spoilern: Selbstverständlich wird er Atlan retten und den Cairanern eins auf die vielen Fingerchen geben.

Das gab es, glaube ich, noch nie bei einem RHODAN-Zyklus: dass der vermeintlich Böse (also die Cairaner) am Ende hilflos und zum Erreichen seines Ziels auf Rhodan angewiesen ist. Löst Opt-Atlan im letzten Moment die Cairaner als Bösen ab?

Du brauchst das personifizierte Böse. (Frag mal die Abruse!) Beschwerst du dich jetzt darüber, dass wir mal was anders machen? Außerdem gibt es noch einen größeren Zusammenhang. Band 3100 wird allerdings mehr Fragen aufwerfen als beantworten.

Der Zyklus endet in drei Wochen – wie wehmütig bist du?

Sehr. Aber wie weder Jogi noch Rabbi Löw, sondern Titan Olli schon sagte: »Es geht weiter, immer weiter.« Und wenn ich die Zeilen über Perry Rhodans Zuchtprogramm durchlese, das ich in Band 3106 beschreibe, muss ich schon sagen: Der neue Zyklus beginnt grandios!

Auch die Interviewserie endet. Wie sehr werden dir meine Fragen fehlen?

Sehr. Sehr sehr. Ich bedauere das ernsthaft. Ich werde auf jeden Fall einer der ersten Unterzeichner der Petition »Roman, mach weiter! Ein Leben ohne deine Interviews ist möglich, aber sinnlos! Du bekommst auch den Ehrenmops des Universums!« sein.

Brachten sie Licht in deinen tristen Autorenalltag?

Muss ich diese Frage noch gesondert beantworten? Wir haben jetzt 2:32 Uhr an einem frühen Morgen zwischen den Jahren, draußen herrscht klirrende Kälte, leise rieselt der Schnee, aber ich sitze am Schreibtisch, neben mir dampft ein heißer Grog, und ich könnte mir Sissi oder Der kleine Lord oder Blacklist ansehen. (Raymond Reddington ist richtig schön gemein!) Und ich denke: »Vorbei! Vorbei! Es ist vorbei!« Und tiefe Traurigkeit erfasst mich.

Und dann setzt sich die Erkenntnis endgültig durch: »Gott sei Dank! Mir fällt absolut nichts mehr ein! Immer diese gemeinen Fragen! Wie willst du dich da denn noch einmal herauswinden? Dagegen ist Blacklist ja harmlos! Es ist vorbei!«

Mach weiter, Roman! Was soll ich ohne deine Interviewfragen nachts um 2:32 Uhr nur tun? Bitte!

Uwe, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:<
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360973/perry-rhodan-3097-der-golem-von-uwe-anton-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005813/perry-rhodan-3097-der-golem-von-uwe-anton-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Der_Golem

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12587

 

 

 

Zehn Fragen an Michelle Stern zu ihrem Band 3096

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob sie die Serie überhaupt liest und wie sie als Perry Rhodans Frau mit seinem Drang umgehen würde, sich ständig in Gefahr zu bringen.


Michelle, das ist dein letzter Roman für den Zyklus – spürst du Wehmut? 

Ja, ein wenig schon. Auch wenn ich gerade den ersten Roman für den neuen Zyklus beendet habe. Dort ging es um zwei durchaus interessante Figuren.

Es ist auch dein letztes Interview zur Interviewserie. Wie ging es dir mit meinen Fragen? 

Manchmal hast du mich schon ins Schwitzen gebracht. Meistens ging es mir damit aber ganz gut. Ich hoffe, die Antworten waren interessant für unsere Leser, und ich finde, du machst das richtig toll.

Zitat: »Es war gut, Gucky an seiner Seite zu wissen. Ebenso Sichu Dorksteiger die ihm jederzeit Halt gab und ihn nie vergessen ließ, warum er das alles auf sich nahm.«
Nun, warum nimmt Perry das alles auf sich? 

Was denkst du?
Kann er nicht anders? Ein Helden-Gen? Ist die Umwelt schuld daran? Ist er notorischer Einmischer, der ganze Galaxien durcheinanderwirbelt? Ist ES schuld oder seine Ritteraura? Hat er das Falsche gegessen?
Und noch eine Gegenfrage: Wenn du er wärst … würdest du irgendetwas anders machen?

Angenommen, du wärst Perrys Ehefrau – wie würdest du damit umgehen, dass er sich immer in Gefahr begibt?

Sichu wusste, worauf sie sich einlässt, und das hätte ich in dem Fall ja auch gewusst. Trotzdem bin ich schon manchmal so ein wenig kontrollierend und erkläre auch mal anderen ganz gern ihren Job, wenn ich nicht aufpasse. Also ich würde meinem Perry ganz genau sagen, was er zu tun und zu lassen hat – und dann innehalten und ihn einfach machen lassen. Natürlich würde ich ihn so gut es geht unterstützen.

Zemina Paath untersteht nicht Perrys Kommando, dennoch fügt sie sich. Was hat Perry an sich, dass alle … nennen wir es mal provokant … kuschen?

Das kann man sehr schön im Roman von Andreas Eschbach nachvollziehen. Perry ist charismatisch, er kann überzeugen und er weiß – meistens – was er tut.

Wie interessant wäre eine Figur, die ihm Paroli bieten würde?

So eine wie Atlan? Hm. Ich glaube, ich fände so eine Figur ziemlich interessant.  😉

Zemina bevorzugt die Gesellschaft von Monkey lieber als die von Gucky, weil ihr der Kleine zu aufgedreht ist. 
Wenn du wählen könntest – mit wem würdest du lieber einen Abend verbringen? Monkey oder Gucky?
Und weswegen? 
Und was wären deine Erwartungen an den Abend?

Ich würde mit Gucky Möhrensaft trinken, ein veganes Gericht kochen, zusehen wie Bully eine Runde fliegt und über Monkeys Humorlosigkeit lästern. Dann würde ich bezeugen, wie Gucky das Universum rettet.

Und warum Gucky? Nun ja. Mit Monkey in einem Raum zu sitzen, könnte recht still sein. Auch wüsste ich ja nicht, was ich kochen soll, außer vielleicht viel. Vielleicht würde ich Monkey lieber bei einem Kampftraining zusehen. Aus sicherer Entfernung. Mit einem Prallschirm dazwischen.

Mit dem Satz »Um sich weiter zu entwickeln, muss Phaatom ihr Meisterstück beenden: unsre restlose Vernichtung.« ist doch soeben der nächste Zyklus beendet worden. Oder sinnt Phaatom auf Rache, weil Perry vermutlich den Cairanern im Band 3099 hilft, ins Dyoversum zu wechseln? 

Ja, ja, da sind sie wieder: Die Ansätze, mich ins Schwitzen zu bringen. Kommt das Thema irgendwie noch mal? Oder auch nicht? Könnten die Exposéautoren hier irgendetwas vorbereiten – oder auch nicht?
Ich flüchte mich mal wieder in Gegenfragen. Ich könnte auch politisch antworten: Ich bin sicher, dass die PERRY RHODAN-Macher Maßnahmen ergreifen werden, um dieser Form von Unwissen zu einem späteren Zeitpunkt zu begegnen. Oder so.
Sprich, du wirst es wohl nach dem nächsten Zyklus wissen, ob das Thema vorkommt oder eben nicht. Und um dir deinen Job zu erklären: Stell nicht immer so gemeine Fragen.

Perry hat Dancer und Schlafner versprochen, ihnen Vitalenergie zu beschaffen. Wird das bis 3099 noch thematisiert?

Ich fürchte, das Thema ist hinten heruntergefallen. Aber nicht, weil es gar nicht mehr in den Köpfen ist. Manchmal passen Dinge einfach nicht mehr hinein, weil dann alles zu viel wird. Aber ob da nun noch etwas ergänzt wird oder nicht, das ist eine Frage an die Exposé-Redaktion. Auch hier hatte ich als gute Besserwisserin zwischendurch einmal daran erinnert, dass dieses Thema noch existiert. Gewusst hätten sie es aber auch ohne mich.

Im GalFor wird dir unterstellt, dass du die Serie nicht liest. Wie kann das sein? Geht das überhaupt? Die Serie nicht zu lesen und Hefte beizusteuern?

Ha! In einer relativen Welt ist vieles möglich und vermutlich ebenso vieles wahr wie unwahr. Ich lese die Hefte oft tatsächlich nicht. Zum Beispiel diese tolle Nebenserie SOL. Die höre ich als Hörbuch. Ich bin ja überzeugter Höchbuchfan. Die Hefte vor meinen lese ich natürlich alle – oder ich lese die Expos und höre dann die Romane, wenn ich auf einer anderen Handlungsschiene unterwegs bin. Was meine Romane angeht, sind einfach oft die Vorgängerromane noch nicht fertig. Das liegt am parallelen Schreiben. Gerade habe ich 3105 abgegeben. Vier und drei sind noch nicht final fertig. Nach der Abgabe gehen ja alle Romane in die Überarbeitung. Wenn mir hier die Exposes reichen, lese ich nicht immer Vorab-Versionen. Fragen, die sich ergeben, muss man dann halt absprechen. Und ja, es gibt immer noch Romane aus der Serienvergangenheit, die ich nicht kenne. Ich denke nicht, dass ich die alle lesen muss, um gute Romane zu schreiben. Aber auch hier: Vielleicht bin ich bloß eine Besserwisserin! Ob das nötig ist oder nicht, entscheidet jeder einzelne Leser für sich, wenn er sich dazu berufen fühlt. Und wer mir meinen Job erklären möchte, für den habe ich volles Verständnis.

In diesem Sinn: Viel Freude beim Lesen oder Hören der PERRY-Romane!

Michelle, danke für deine Zeit.

Hier gehts zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Das_Meisterstück

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12579

Neun Fragen an Kai Hirdt zu seinem Band 3095

Kai Hirdt verrät im Interview mit Roman Schleifer, wie er sich die Fähigkeiten der Figuren aneignet und wie Atlan im Vergleich zu Perry mit den Cairanern verfahren würde. 

Perry zeichnet sich in deinem Band durch Gelassenheit und Optimismus aus. Wie viel Optimismus brauchst du, nachdem du ein RHODAN-Expo gelesen hast, um den Abgabeschluss einzuhalten?

Ich verstehe die Frage nicht. Was ist ein Abgabeschluss?

Die Befehlsstruktur der Cairaner ist für mich undurchsichtig. Wer entscheidet jetzt was und wer ordnet sich wem unter?

Die Konsuln scheinen prinzipiell gleichrangig und sollten sich gemeinsam auf eine Linie einigen. Wo das scheitert, hat – zumindest im Triumvirat des Sternenrads – der eigentlich rangniedrigere Legat des wichtigsten Planeten die entscheidende Stimme.

Ein Teil der Vorgeschichte von Zemina Paath wird in deinem Band auf wenigen Seiten erzählt. Da die Figur ja in Band 3000 prominent eingeführt wurde, hätte ich mir zumindest einen Roman erwartet. Kennst du das auch von den SOL-Miniserien? Welche Story erzählt man in welcher Länge?
Wie wählst du da aus?

Es gibt ja einige Romane mit Teilen der Vorgeschichte von Zemina, das verteilt sich über den Zyklus. Kann man so oder so handhaben. Das »in einen Roman packen« ist zweischneidig. Manche Leser mögen Lebensgeschichten in Romanform, andere können sie nicht leiden.

Insofern würde ich diese Erzählform nicht überstrapazieren. Manchmal ist sie sinnvoll und richtig: beispielsweise, um eine Figur einzuführen, die wichtig ist, aber nicht besonders lang mitspielen wird. Das ist recht häufig der Fall, sodass ich an den Stellen, wo es anders geht, auch tatsächlich einen anderen Weg beschreiten würde.

Bei Miniserien ist es noch einmal anders. Da dort der Platz insgesamt sehr knapp ist, bin ich nicht ganz glücklich, wenn ein ganzes Heft auf eine Art Vorgeschichte verwendet wird. Bei Mission SOL 2 haben wir es so gehandhabt, dass die wichtige Lebensgeschichte einen halben Band füllt, während der zweite Handlungsstrang in der Erzählgegenwart spielt. Das fand ich so ganz brauchbar gelöst.

Gucky spielt in deinem Band eine große Rolle – Lust auf ne Miniserie mit Perry und Gucky?

Könnt man überlegen, warum nicht?

Was machst du, um dich für jede Figur in die richtige Stimmung zu versetzen? Gucky agiert ja anders als Perry.

Ich habe als langjähriger Leser ja meinen Perry und meinen Gucky gut im Kopf, da fällt es mir leicht, mich in die entsprechende Handlungs- und Sprechweise einzufühlen. Bei den Nebenfiguren ist das Risiko größer, dass sie als Staffage agieren und einfach nur tun und sagen, was für die Handlung nötig ist.

Mein Zugang, um das zu verhindern, ist immer die Frage: Was will diese Figur?
Die meisten Figuren haben eigene Ziele und wollen nicht nur dem großen Perry Rhodan helfen. Darauf folgen meist Reibungspunkte und Handlungsweisen, die zu einem eigenen Charakter führen. Bei Markul agh Fermi beispielsweise ist die Grundausrichtung: Der Mann will einfach nur stur seinen Job machen, ohne Ränkespiele, ohne Doppelbödigkeiten. Das ist im Grunde sehr einfach, macht ihn aber im arkonidischen Hochadel zum enfant terrible.

Rhodan agiert in der Verhandlung ziemlich clever – wie eignest du dir als Autor die jeweiligen Fähigkeiten der Figuren an?

Ich bin ja vielfältig interessiert und kann in vielen Bereichen ein bisschen dilettieren – jedenfalls lang genug, um den Raum unauffällig zu verlassen, bevor jemand allzu detailliert nachfragt.

Im konkreten Fall: Ich habe ja in einem früheren Leben mal ein MBA-Studium im Bereich Politische Interessenvertretung absolviert, da war natürlich auch Verhandlungstaktik ein Ausbildungsteil. Dazu kommt immer die Frage, bei allem, was ich schreibe: Was ist an diesem Kapitel spannend?
Solange ich das nicht beantworten kann, bin ich nicht startklar. Und in diesem Roman, der ja zu großen Teilen aus Gesprächsszenen besteht, hat mich das halt dazu geführt, für beide Seiten sehr ausgefeilte Strategien und Gegenstrategien zu entwickeln.

Im GalFor sinniert ein Leser darüber, dass man die Cairaner eigentlich zur Rechenschaft für ihre Taten (Stichwort: Ausweglose Straße) ziehen müsste. Nun sieht es eher so aus, als hilft Perry ihnen, abzuhauen. Wie wäre da dein Ansatz?

Perry den Bestrafer kennen wir aus der Serie eigentlich nicht. Und die Denke passt auch nicht ganz: Die Cairaner bestrafen ganze Völker für die (vermeintlichen) Vergehen ihrer Anführer. Das ist unmoralisch, ja. Aber wenn Perry das ganze Volk der Cairaner dafür bestrafte, würde er ja genau dasselbe tun. Also, eine heikle Frage, und wie so oft im Leben gibt es wahrscheinlich keine perfekte Lösung.

Was würde Atlan machen?

Sicherlich ordentlich unterm cairanischen Führungspersonal aufräumen.

Der Zyklus endet in vier Wochen – was ist dein Fazit? Als Autor und als Leser der Expos.

Ich habe ja durch meine Arbeit an den beiden Miniserien leider nicht so viel beisteuern können wie beim Vorzyklus. Das ist etwas schade, denn insgesamt fand ich den Zyklus zielstrebiger konzipiert – da hätte ich gern mehr beigetragen. Klar gibt es Momente, wo ich denke, das hätte man schneller erzählen können und das hätte mehr Platz verdient gehabt. Aber da ich aus der eigenen Exposéarbeit weiß, wie Autoren einen überraschen und auf einmal viel mehr und ganz andere Elemente als erwartet sortiert werden müssen, will ich da nicht meckern. Die geplante Auflösung des Zyklus gefällt mir jedenfalls ausnehmend gut.

Kai, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360959/perry-rhodan-3095-unterhaltung-mit-einem-monster-von-kai-hirdt-e-book-epub

Hier zum Heft
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Unterhaltung_mit_einem_Monster

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12559&sid=6747eaf1ac4f0d8233fbf0745bfc8f6a