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Einundzwanzig Fragen an Christian Montillon zu seinem Band 3050 und an den Expokraten in ihm

Christian Montillon verrät im Interview mit Roman Schleifer ob er den Vierteiler des Geldes wegen geschrieben hat und was der schärfste Kritiker über den Zyklus »Mythos Erde« sagen würde.

3050 – 3053 ist ein Vierteiler von dir verfasst.  Vor dir hat nur Ernst Vlcek vier Romane hintereinander geschrieben (939-942). Wie stolz bist du darauf?

Stolz ist das falsche Wort.
Hach, das macht Spaß, gleich mal ganz am Anfang den Interviewer zu verbessern 🙂
Es ist ein großes Projekt gewesen, und ich habe es geschafft. Lass mich mal von »Erleichterung« sprechen. Es gab Gründe dafür, dass es so kam (*orakel*), und ich denke, es war für die innere Geschlossenheit des Viererblocks gut. Es war ein Projekt, das ich wirklich geliebt habe.
So viel mal dazu. Und nachdem das alles gesagt ist: Ach, irgendwie schon so richtig stolz! 😉

Hätte es dich nicht gereizt, den ersten Fünfteiler zu schreiben?

Nein, auf die Idee bin ich nie gekommen.

Wie ist es überhaupt dazu gekommen? Provokante Frage: Brauchtest du das Geld?

Das Geld hat keine Rolle gespielt. Ich meine, ich nehme es jetzt gern, so ist es nicht … haha, aber es war keine Überlegung: »Ich schreib mal vier Romane, damit ich viermal Kohle bekomme.«
Zumal ich dann hätte genauso gut (frei phantasiert) 3050, 3055, 3060 und 3061 hätte schreiben können. Oder ein paar Romane in der ersten Zyklushälfte, in der ich ja als Autor sehr unterrepräsentiert war.

Was sollen die Leser am Ende des Vierteilers über eben diesen sagen?

»Das hat Spaß gemacht. Das war spannend und auch noch ein wenig zum Nachdenken anregend. Und Homer ist ja eine coole Figur, das hätte ich gar nicht gedacht.«

Tun wir mal so, als ob du dein schärfster Kritiker wärst: Was würdest du dir in Bezug auf Mythos Erde vorwerfen?

Ich als mein schärfster Kritiker würde über den Zyklus vielleicht sagen, dass Zemina Paath nach einer doch recht starken Einführung ein wenig aus dem Fokus geraten ist. Ob dieser schärfste Kritiker allerdings recht hat, weiß ich nicht.

Und angenommen, du wärst dein größter Fan: Wofür würdest du dich in Bezug auf Mythos Erde am meisten loben?

Ich habe es nicht so damit, mich selbst zu loben. Aber meinen Mit-Exposéautor Hartmut Kasper würde ich für seine Phantasie loben und die verflixt coole Idee des Dyoversums. Außerdem dafür, wie der Zyklus ausgeht. Sprechen wir in einem Jahr nochmal drüber.

Welche Idee aus Mythos Erde fandest du am »geilsten?«

Das Dyoversum.

Zitat: »Sollte ich diese Reise nicht überleben, sterbe ich im Bewusstsein, dass sie sich gelohnt hat.«
Wenn du morgen abtreten würdest, was hat sich für dich im Leben gelohnt?

Mit Gott in Beziehung zu stehen. Meine Frau geheiratet und Kinder bekommen zu haben. Den coolsten Job der Welt gefunden zu haben.

Die Bedrohung der 62 Jahresfrist ist im ersten Moment für Perry Rhodan natürlich tragisch – andererseits denke ich nicht, dass er sich 62 Jahre in dem Dyoversum aufhalten wird, sondern vorher eine Rückführung der Erde und Luna möglich sein wird. Hätte man hier nicht eine andere »ticking clock« verwenden sollen?

Nein, ich glaube nicht. Ich denke, die Frage »Ups, wird Perry im Dyoversum vielleicht draufgehen, weil sein ZA versagt?« ist nicht soooo prickelnd. Bei Homer in PR 3050 sieht das schon anders aus. Da fand ich es prickelnd.

Homer G. Adams erlebt gerade seinen zweiten Frühling. Nachdem er im Cantaro-Zyklus Chef der Widerstandsbewegung war, steht er 3050 wieder im Fokus. Was ist der Grund, dass der älteste Terraner so selten im Mittelpunkt steht?

Ich denke, er ist keine einfache Figur. Etwas verkürzt gesagt: Kein Held, mit dem man Action machen kann. Aber er bietet faszinierende Perspektiven. Ich habe zum ersten Mal mit ihm so richtig gearbeitet in 3050ff. Das war sehr spannend und eine Entdeckungsreise für mich.

Im Dyoversum fällt die hochgezüchtete Technik der TESS erst einmal aus und ist besserer Schrott. Angenommen bei uns in der Echtzeit gebe es einen Degrader: auf welches technische Gimmick könntest du *nicht* verzichten?

Ach, ich könnte auf alle verzichten. Ich möchte zwar nicht, aber es ginge schon. Ich finde ja Filme super. Und ich reise gern. So ein Flugzeug ist schon was Tolles.

Was wäre Bullys erster Kommentar zum Dyoversum gewesen?

Müsste man ihn mal fragen.

In Band 3050 thematisierst du die Problematik eines Zellaktivatorträgers – am Ende steht er am Grab seiner Freunde. Würdest du einen wollen?

Nein, ich denke nicht. Das ist nicht das echte Leben. Das besteht darin, geboren zu werden, älter zu werden und – Teil des Lebens! – zu sterben. Klar, ich möchte noch lange leben, das wäre klasse. Aber nicht unnatürlich lang. Mit dem Tod ist es, davon bin ich eh überzeugt, nicht zu Ende.

Die Zerozone ist ein Zwilling unseres Universums, das beim Urknall entstanden ist. Es ist unrealistisch, dass es sich Milliarden von Jahren annähernd gleich entwickelt hat. Welcher Plan einer kosmischen hohen Macht steckt dahinter?

Das ist in der Tat unrealistisch. Darum stellen sich die Romanfiguren diese Fragen ja. Und ich werde mich hüten, sie hier zu beantworten. Aber ob es ein Plan einer hohen kosmischen Macht ist?
Wer weiß. Vermuten kann man das. Wissen sicher nicht. Das Institut zur Erforschung des Dyoversums werden wir noch kennenlernen.

Die Aussage, das Dyoversum hat sich seit Jahrtausenden nahezu identisch entwickelt, ist so nicht haltbar. Immerhin fehlen die alt bekannten Intelligenzenwesen. Wieso spricht man von diesem angeblichen Gleichklang der beiden Universen?

Wart mal ein wenig ab, was »man« so sagt.

Wir erfahren, dass Schokolade mit ganzen Nüssen *nicht* Rhodans Lieblingsschokolade ist. Welche ist es dann?

Das weiß ich nicht. Vielleicht finde ich es (gemeinsam mit Tergén) noch heraus. Die Stelle zu schreiben, hat mir jedenfalls Riesenspaß gemacht, weil dieses Detail, denke ich, viel über Tergén und einiges über Perry verrät.

Könnte man die Idee des Dyoversums eigentlich als PR-Neo-Neo bezeichnet?

Du hast aber auch Ideen :-).
Nicht mal ansatzweise wäre ich darauf gekommen.

Die Topsider verlangen die Auslieferung Rhodans. Woher kennen sie ihn? Im Dyoversum ist er bislang noch nicht in Erscheinung getreten.

Gute Frage. Abwarten und weiterlesen.

Ich darf mich und Hartmuts Antwort vom 6.07.2019 zitieren:

Ich gehe davon aus, dass die Erde sich irgendwann wieder im Solsystem befindet – würde Perry die Ayees dafür opfern?

Ich gehe davon aus, dass Rhodan keine Person ist, die andere Lebewesen für die eigenen Ziele opfert.

Wie überredet Perry die Terraner, die Terra weiterhin im Dyoversum haben wollen, dass sie die Erde rausrücken und zurückversetzen?

Wenn du das wissen willst – vielleicht passiert ja auch etwas völlig anders – wirst du, tja, weiterlesen müssen.

49 Interviews haben wir schon hinter uns – welche Aha-Erlebnisse gab es für dich beim Lesen der Autorenantworten?

Ich picke keines der Aha-Erlebnisse heraus. Aber ich lese sie gerne, diese Fragen und Antworten. Sie sind erhellend. Spannend. Und abwechslungsreich. Da passen sie doch gut zur PERRY RHODAN-Serie.

Du bist ja auch abseits von PR aktiv – im April kommt ein eigener SF-Roman von dir. Worum geht’s da?

Das ist ein eigenständiger Roman mit weit über 400 Seiten. Er erscheint bei Piper und heißt »Fallender Stern«, Autor bin ich unter meinem Realnamen Christoph Dittert, nicht unter dem Montillon-Pseudonym.
Es ist … untypisch für ein SF-Buch. Im Kern ist es eine Geschichte, die erzählt, wie die Menschheit versucht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen – nämlich einen Gesteinsbrocken, der durch unser Sonnensystem zieht und von dem ein Signal ausgeht, das nicht natürlichen Ursprungs sein kann. Dieses Ziel ist aber mit den heutigen Mitteln der Raumfahrt nicht zu erreichen. Zum Glück bleiben etliche Jahre, bis ein Versuch möglich sein wird.

Soweit, so gut. Die Geschichte wird strikt aus der Sicht zweier Figuren erzählt und ist neben SF auch Charakter- und Familiendrama: Wie gehen diese Figuren mit all dem um? Wie verändert es sie? Wie prägt es ihr Leben? Was bedeutet das für die Menschheit als Ganzes?

Es gibt in der Handlung dann ein paar – wie ich hoffe – unerwartete Wendungen, über die ich nix erzähle. Sonst wären sie ja nicht länger unerwartet.

 Erzähl uns mehr von den Helden des Buches. Was würde zB ich nach einem gemeinsamen Abendessen über sie sagen?

Amy und Eric sind Zwillinge, und wir verfolgen sie über einen großen Teil ihres Lebens. Sie gehen völlig unterschiedlich mit der Situation um, und das ist der Reiz der Sache. Nach dem Abendessen … hm … vielleicht: »Die beiden haben mich verblüfft. Ich kann sie ja beide verstehen. Seltsam, eigentlich.«

  Wo siehst du den Schwerpunkt in dem Buch?

In der Frage, was ein Mensch ist.

Warum muss man das Buch gelesen haben?

Weil es super ist. 🙂
Und weil es sehr anders ist. Und weil es sehr persönlich ist. Und weil es neben Unterhaltung auch ein paar Fragen bietet, über die man nachdenken kann. Und weil ich meine Anteile am Verkauf haben will.

 Wann ist der genaue Erscheinungstermin?

6. April 2020.
Ich habe gerade die Satzfahne zuhause und erledige letzte winzige Korrekturen. Da kann also nix mehr passieren.

Christian, danke für deine Zeit

Hier geht’s zum ebook samt Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360508/perry-rhodan-3050-solsystem-von-christian-montillon-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005103/perry-rhodan-3050-solsystem-von-christian-montillon-heft

Hier zur Heftzusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3050

Hier zur Vorbestellung von »Fallender Stern«:
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Zehn Fragen an Susan Schwartz zu Ihrem Band 3049

Susan Schwartz verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob sie Perry Rhodan folgen würde und  wie leicht ihr Band 3049 gefallen ist.

Uschi, beim letzten Interview haben wir festgestellt, dass dir Band 3041 leicht von der Hand gegangen ist. Wie war das bei Band 3049?

Schwieriger, weil natürlich bei einem »kleinen Abschluss« einiges aufgeräumt werden muss und ich immer wieder Notizen gemacht habe, um niemanden zu vergessen (wie Icho Tolot beispielsweise), und weil es nicht so einfach ist, das Nichts zu beschreiben. Es war allerdings sehr interessant, auch dem verschwundenen Netz zu begegnen, und wie es da wohl sein mochte.

Yaradua spielt Varianten durch, ob man Terra überhaupt suchen hätte sollen und/oder zurückbringen sollte. Wärst du in seiner Lage: Was wäre deine Meinung zu der Mission?

 Ich folge Perry. Her mit Terra und Luna!

Zitat: »Systemausfall und Hüllenbruch, übermittelte der Hangarchef.«
Da hab ich aufgelacht – ist das von dir oder stands im Expo?

Von mir. Hals- und Beinbruch sagt man ja bestimmt nicht mehr. 😉
 
In Band 3048 wird der vergleichende Historiker eingeführt, der bei dir an Bord der TESS wechselt. Rein von seiner Profession, denkt man nicht gerade an einen Protagonisten mit Konflikt- und Spannungspotenzial. Du kennst das Figurendatenblatt: Beschreib sein Potenzial in einem Satz.

Ich kenne ihn nicht. Die Figur kommt erst im Dyoversum zum Tragen und gehört zu Christian Montillon. Er stand auch nicht im Expo, es kam erst nachträglich, dass ich ihn einmal durchs Bild laufen lassen sollte, damit er nicht plötzlich »da« ist, sondern der Name schon mal gefallen ist. Dass er bereits in 3048 vorkommt, mag denselben Grund haben.

Du beschreibst, wie Farye über die SERT-Haube mit der TESS verbunden ist. Kannst du dir vorstellen, so mit deinem Auto verbunden zu sein?

Nein. Ich kann mir vorstellen, mit einer Kapsel verbunden zu sein, die mich fix von hier nach da transportiert. Aber ein Auto? Beim besten Willen nicht. Das Batmobil vielleicht. Aber keinen Opel Manta.

Yaradua krault den Okrill … kann das ein Mensch von New Kerry überhaupt? Also, so, dass es ein Okrill überhaupt spürt.

Er erkennt zumindest die Geste und empfindet damit Wohlbehagen. Allerdings gehe ich davon aus, dass er Sensoren an der Hautoberfläche besitzt, die auch auf leichte Reize reagieren. Man kann auch ein Nashorn kraulen, das ja ein echter Dickhäuter ist, und das grunzt dabei wohlig. (Und man sollte darauf achten, dass keine Wand hinter einem ist, sonst könnte es etwas eng werden.)

Überraschenderweise gelingt die Reise durch die Übergangszone ohne Komplikationen – hast du das im Expo übersprungen oder waren da keine Komplikationen vorgesehen?  

Da stand nichts weiter drin, ich hatte also freie Hand. Es ist aber durchaus knapp geworden, als »ohne Komplikationen« würde ich das nicht bezeichnen. Es hat sich halt im Stillen vollzogen, ohne dramatische Geräusche, Rotalarm und panische Leute, denn schließlich hat Farye das Schiff gesteuert, niemand sonst wusste, was passiert. Es gibt keine optischen Veränderungen, es gibt keine Erschütterungen, kein Ruckeln, kein plötzliches »stürzen«. Jede größere Komplikation hätte das Stranden des Schiffes zur Folge gehabt, und dass das System droht auszufallen, erschien mir zu übertrieben, zu »ist ja typisch, wie zu erwarten«. Ich habe »ein bisschen Probleme« beschrieben, das sollte genügen.
Es war uns allen ja klar, dass unsere Helden bei einem Band -49 diesen Durchgang passieren werden.
Wenn der Schutzfilm nicht gereicht hätte – gestrandet. Wenn Farye sich verflogen hätte – gestrandet. Mit den Konsequenzen, keine Chance mehr zu haben, jemals wieder rauszukommen. Viel spannender sind aber die Abenteuer nach dem Durchgang.

Es ist Zyklushalbzeit – welcher Roman deiner Kollegen hat dir am besten gefallen und weswegen?

Das kann ich dir beim besten Willen nicht beantworten, ich bin bereits in den 60ern und hab nur noch einen groben Überblick, was vorher war. Ich kenne die Romane meistens nicht im Detail, ich lese die Expos und von den Romanen dann das, was für mich von Belang ist. Ich weiß jetzt auch schon nicht mehr, was ich selbst in 3049 im Detail geschrieben habe, das ist ja Monate her, und ich habe noch zwei Firmen und an anderen Projekten zu arbeiten, neben dem ganzen Privatkram. Ich musste sogar kurz nachdenken, wie das mit dem Systemausfall und Hüllenbruch war 😉

Weißt du schon, wie viele Romane du in der zweiten Zyklushälfte schreiben wirst?

Nö. Es sind ja noch nicht alle vergeben, aber ich gehe davon aus, dass es nicht weniger als in der ersten Zyklushälfte sein werden. Es ist allerdings etwas Besonderes geplant, woran ich nicht unbeteiligt sein werde, und das wird eine coole Sache, denke ich.

Uschi, danke für deine Zeit

Hier geht’s zum ebook und zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360492/perry-rhodan-3049-in-der-zerozone-von-susan-schwartz-e-book-epub

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/In_der_Zerozone

RISSZEICHNUNGS-Journal

Georg Joergens, Mastermind hinter dem RZJ beantwortet im Interview mit Roman Schleifer Fragen nach der Faszination von Risszeichnungen,  der  Recherche und versteckten Gimmicks. 

Georg, du bist von Beruf Koch – wie bist du zum risszeichnen gekommen? Wie ist diese Leidenschaft entstanden?

Daran ist eigentlich die Bundeswehr schuld. Als ich in der Grundausbildung war, erschienen gerade die ersten Bände der TERRANAUTEN Roman-Serie. Auch hier wurden nach kurzer Zeit verschiedene Zeichnungen und Leserzeichnungen veröffentlicht. Eine davon war in meinen Augen so schlecht, dass ich mir sagte – dass kannst du auch.
Durch PERRY RHODAN kannte ich mich einigermaßen mit dem Aufbau einer solchen Zeichnung aus, und im Zeichnen hatte ich schon in der Schule immer eine Eins.
So entstand meine erste Risszeichnung in den abendlichen Stunden auf der Stube in einer Kaserne in fernen Rheine, nur mit Filzstift und Lineal. Mit einem kurzen Leserbrief schickte ich sie an den Bastei-Lübbe Verlag.
Nur wenige Wochen später erschien doch tatsächlich meine Zeichnung mit Brief auf der Leser-Kontaktseite. Das machte Mut, und so schickte ich weitere Zeichnungen an der Verlag.
Durch den Kontakt zu anderen Terranauten-Zeichnern (einer war Bauzeichner) erweiterte ich schnell mein Basiswissen und so konnte ich später regelmäßig Risszeichnungen in den Terranauten veröffentlichen.

Was fasziniert dich an Risszeichnungen?

Vor allem das Design, Innen wie Außen. Aus diesem Grund mag ich auch mehr die kleineren Objekte, denn da sehe ich mehr vom Interior. Der Auslöser hiefür war die MULTIRASTA von Günter Puschmann aus PR Band 1131.

Beschreib uns den Weg von dem mit Worten beschriebenen Raumschiff zur Risszeichnung.

Da in den Exposés zumeist schon eine Beschreibung der Form vorliegt, ist eine Visualisierung diese zumeist sehr einfachen Grundform recht leicht.
Ich für meinen Teil versuche dann dem Objekt (sofern das Exposé es zulässt) etwas von der Herkunft bzw. der Rasse mitzugeben. Ein terranisches Schiff sieht von der Form und dem Design her auf jeden Fall anders aus, als ein Reptiloiden oder Insektoidenschiff. Hier recherchiere ich zumeist die Form der Rasse und etwas den kulturellen Hintergrund, denn der kann sehr viel über Lebensgewohnheiten aussagen und damit Rückschlüsse auf ein mögliches Design zulassen.

Wie viele RZ schaffst du pro Jahr realistischerweise?

Auch hier kommt es auf die Größe und die damit benötigte Zeit an. Hier ist von 40 bis 400 Stunden alles möglich, da ich ja nicht kontinuierlich jeden Tag acht Stunden an einer solchen Risszeichnung sitze.
Früher habe ich zehn und mehr in einem Jahr gemacht. Heute sind es meist nur eins bis drei Risszeichnungen, aus verschiedenen Gründen.



Wer sind deine Vorbilder?

In Punkto PERRY RHODAN-Risszeichnungen sind meine großen Zeichenvorbilder: Günter Puschmann, Jürgen Rudig, Gregor Sedlag, Manuel deNaharro und natürlich Oliver Scholl.
Auf dem Gebiet des Designs Leute wie Syd Meat, Peter Andrew Jones, Ron Cobb etc.

Auch keiner der anderen Risszeichner hat diese Profession gelernt. Abgesehen von der Faszination der visuellen Umsetzung der RHODAN-Technik – was denkst du, verbindet euch?

Auf jeden Fall mal die Liebe zum Detail, dem Design und der Technik. Zu sehen was machbar ist und die Faszination eine Welt zu visualisieren, die Ihres Gleichen sucht!

Wo sind die Grenzen einer Risszeichnung?

Limitiert sind die Details. Je größer ein Objekt wird, desto größer sind auch die Details. Nehmen wir eine Space Jet – hier kannst du Sitze, Schränke, Personen und ggf. sogar Alltagsgegenstände darstellen. Bei einem Objekt wie z.B. der »Basis« oder »Der Klotz« kannst du nicht mal eine Space-Jet darstellen, da diese im Maßstab noch nicht einmal einen »Fliegenschiss« also kleinen Punkt abgeben wurde.
Hier dienen andere Mechanismen, um eine solche Zeichnung für den Betrachter interessant zu machen.

Der KLOTZ war ja eine Gemeinschaftsarbeit. Würdet ihr so ein Projekt noch einmal machen?

Der Klotz war schon eine ziemlich extreme Erfahrung. Sowohl was die Arbeitsteilung, als auch was die Dimensionen angingen. Als wir diese RZ gemacht haben, wohnten viele der Beteiligten relativ nahe zusammen. Dadurch waren mehrere Treffen kein Hindernis. Heute würde sich das anders darstellen – aber durch das Internet und seine Möglichkeiten, sind auch wieder neue Wege der Kommunikation offen.
Also – ich denke – machbar wäre es.

Im KLOTZ versteckt sich unter anderem die Skyline von New York. Was hat ihr heimlich in die Risszeichnungen eingebaut.

Gags und Gimmiks gibt es in sehr, sehr vielen Risszeichnungen. Auch heute noch!
Man könnte beim Klotz sagen – je größer die Zeichnung, desto mehr Gags enthält sie – aber das lag sicherlich an der Anzahl der Zeichner und nicht nur an der Zeichnungsgröße. So feierte nicht nur PR seinen 1400sten Band, sondern die Zeichner feierten gleichzeitig Ihren Ausbruch humoristischer Einlagen. Ein Wunder, das noch so viel ernstzunehmende Technik vorhanden war.

Apropos Kollegen: Auf welche RZ eines Kollegen bist du neidisch?

Neidisch wäre das falsche Wort. Ich bewundere sehr, sehr viele Arbeiten meiner Kollegen. Dies hier weiter auszuführen würde aber den Rahmen sprengen.

Es gab immer wieder Poster von einzelnen RZ – wann können wir mit der nächsten rechnen?

Das entscheidet der Verlag und mir sind zur Zeit keine weiteren Pläne in der Richtung bekannt.

Im RZ-Journal und in der Perrypedia finden sich manche Risszeichnungen in Farbe. Wie schade findest du den Schwarzweiß-Druck?

 Gar nicht, denn ursprünglich kommt die RZ aus der klassischen, metrischen s/w Darstellung und wir wissen um die Vorgaben zum s/w Druck. Wir haben das Genre weiterentwickelt und immer neue Darstellungsformen ausprobiert und etabliert. Da einige von uns ihre Risszeichnungen mit dem PC erstellen, ist es nur logisch, dass diese farbig gestaltet werden. Das macht dann auch die Präsentation auf der RZ-Journal Homepage etwas exklusiver, wenn wir hier die farbige Version einer RZ anbieten können.

Was wünscht du dir in Punkto RZ-Vorgaben von den Expokraten und von Verena?

Hier ist nach meinem Empfinden alles so, wie es sein sollte. Ich hätte da zur Zeit keine Wünsche oder Verbesserungsvorschläge.

Du hast das RZ-Journal im Jahr 2000 gegründet. Was war damals dein Beweggrund?

Das RZ-Journal war die Clubinterne Zeitschrift der RZCD (Risszeichner Club Deutschland) und die erste Ausgabe erschien am 24.1.1982 in einer Auflage von maximal 10 Stück. Damals tatsächlich nur Clubinterna und wechselnder Redaktion unter den Zeichnern.
Später habe ich des öfteren die Redaktion übernommen und irgendwann wurde aus dem Clubinternen Heft ein für interessierte Abonnenten beziehbares Heft mit einer Maximalauflage von 500 Stück. Im Jahr 2000 erschien dann parallel die erste Webseite zum Journal, welches mit Ausgabe 124 im Jahr 2006 eingestellt wurde.

Im Interview in der SOL 46 hast du gesagt, dass du lieber kleinere Objekte zeichnest – ist das gleich geblieben? Hat sich da etwas geändert?

Das ist tatsächlich immer noch so. Das kannst du anhand meiner letzten Risszeichnungen aus den Bänden 2935, 2643, 2611, etc. ersehen. Zur Zeit habe ich eine neue Risszeichnung fertig gestellt die in Band 3059 erscheinen wird. Auch wieder eines meiner bevorzugten, kleineren Objekte.

Normalerweise kommen die Ideen zu Raumschiffen vom Expoteam oder von Verena. Bei welchen Objekten gab es den umgekehrten Weg, sprich vom RZ zum Expoteam?

Da bin ich leider nicht ganz auf dem Laufenden, da das die einzelnen Zeichner direkt mit dem Expoteam machen.

Wie gefällt dir der Zyklus bislang?

Ich hinke schwer hinterher, und bin noch gar nicht beim aktuellen Zyklus angekommen.

Auf der RZJ-Homepage gibt es 15 Folgen von »Freihand zur Folie«, beginnend mit 1983. Wann kommt Folge 16?

Die Artikel stammen allesamt aus den Risszeichnungs-Journalen. Aktuell komme ich nicht dazu weitere Artikel zu verfassen und habe das auch erstmal nicht geplant.

Im Netz findet sich Titelbild-Animationen von Thomas Röhrs und Raimund Peter. Was sagst du zu solchen Animationen?

Tolle Arbeit! Da ich selber noch nicht mit 3D Programmen arbeite, aber hier und da schon einmal reingeschnuppert hatte, haben die Beiden meinen allergrößten Respekt für Ihre Arbeiten!

Raimund Peter plant Animationen auf Grundlage von Risszeichnungen – welche Ideen hättest du für ihn?

Damit habe ich mich gedanklich noch nicht befasst.

Von all deinen RZ – auf welche bist du besonders stolz und was ist der Grund dafür?

Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich bin auf jede einzelne meiner Arbeiten stolz. Zu jeder RZ gibt es eine Geschichte und jede war in Ihrem Bereich einmalig.
Wenn es eine solche RZ von mir überhaupt gibt, dann würde ich sie aber eher bei meinen Arbeiten für den Kantaki-Zyklus von Andreas Brandhorst, oder meiner U.S.S. Defiant, die ich für Dirk Bartholomäe gemacht habe, ansiedeln.

Wie oft werden RZ abgelehnt?

Bis dato habe ich keine angelehnt bekommen. Es soll aber schon vorgekommen sein, mir ist nur kein Bespiel gerade bekannt.

Was war die verrückteste RZ, die du jemals gezeichnet hast?

Atlan Band 760 – Schwerer Erkunder der Tessaler. Sie war komplett freihändig gezeichnet, ohne jegliches Hilfsmittel und eine Homage an Jürgen Rudig’s Redhorse Jäger.

Was ist der Unterschied zwischen RZ und Datenblättern?

Risszeichnungen zeigen wie es in einem Objekt aussieht, die Datenblätter waren zumeist Mehrseitenansichten, oder grafische Außenansichten von Raumschiffen und Objekten. Es wurden auch Risszeichnungen als Datenblätter veröffentlich, dies aber nur, weil diese vom Interesse oder dem Aufwand her, es nicht in die Heftmitte der Erstauflage geschafft haben.

Du zeichnest ja alles am Computer – wenn ich dir den wegnehmen würde …

Dann hätte ich bald einen Neuen – aber ich kann es auch noch ohne. Am PC kann ich jedoch besser und schneller Änderungen vornehmen und viel mehr ausprobieren, als wenn ich klassisch mit der Hand zeichne und dann radieren darf.

Auf der RZJ-HP gibt es einen RZ-Kurs. Wie viele haben ihn absolviert?

Darüber gibt es keine Dokumentationen, aber es gibt schon einige Zeichner, die sich dadurch haben inspirieren lassen. Ich glaube Gerhard Weidenthaler gehört dazu.

Wenn du eine Risszeichnung mit einem Gericht vergleichen müsstest … was wäre dann die RAS TSCHUBAI? Und die THORA? Und was wäre die APPU?

Das sind zwei komplett unterschiedliche Genre, die ich gedanklich noch nie miteinander in Bezug gebracht habe.

Wo nimmst du die Ideen für die Aggregate her? Immerhin sind die selten im Heft beschrieben?

Verschiedene Aggregate sind schon durch andere Zeichner definiert worden. Ansonsten versuche ich durch Funktion und »Wichtigkeit« das Aggregat zu gestalten. Gregor Sedlag hat in diesem Bezug mal von »form follows function« gesprochen.

Orientiert ihr euch beim Aufbau der Raumschiffe an See-Schlachtschiffen?

Mittlerweile eigentlich mehr an unseren vielen Risszeichnungen, oder anderen Raumschiffszeichnungen anderen Serien.

Für mich als Laien haben Jürgen Rudig & Gregor Sedlag einen anderen Stil. Gibt es bei den RZ so etwas wie Diskussionen über Purismus?

Eine Diskussion darüber gibt es nicht, jedoch erfordert der doch recht einfach s/w Druck klare Linien. Wenn eine Zeichnung zu viele Grauflächen enthält, wird sie gerasterd und im Heftabdruck sehr undeutlich – wie unlängst wieder bei der THORA aus Band 3039 geschehen. Daher sind die klassischen Rasterfolien oder Handlinien wie Jürgen Rudig und Gregor Sedlag sie verwenden am besten für eine gute Druckqualität.

Wie haben sich die RZ im Laufe der Jahre verändert?

Das wäre ein Thema für eine eigene Vortragsreihe. Aber bei den Arbeiten der letzten Jahre ist ein deutlicher Trend »Back tot he Roots« zu beobachten. Nicht zuletzt wegen der Einschränkungen, die der Druck uns setzt.

In der SOL 46 wollte deine 15järhige Tochter so gut zeichnen wie du, doch sie hing zu oft in Chats – was hat sich da geändert?

Sie ist nunmehr 28 Jahre, hat einen eigenen Hausstand und zeichnet nicht mehr.

Georg, danke für deine Zeit.

Hier gehts zum Risszeichnungs-Journal
http://www.rz-journal.de/

Hier zu Georgs  farblichen Projekten:
https://www.deviantart.com/paul-muad-dib/gallery/70498037/colored-ink-drawings

Hier zur Perrypedia-Übersicht aller Risszeichnungen: 
https://www.perrypedia.de/wiki/Risszeichnungen

Acht Fragen an Kai Hirdt zu seinem Band 3048

Kai Hirdt verrät im Interview mit Roman Schleifer erste Hintergrundinfos zur »Mission SOL II« und ob ein übergeordnetes Ziel jedes Opfer rechtfertigt.

Kai, wie schon bei der Miniserie SOL erlebt der Hauptheld in 3048 eine emotionale Reise, nach der er verändert ist. Wie schildert Yaradua das Erlebte einmal seiner Tochter?

Nein, ich werde jetzt keine Neufassung des Romans im »How I Met Your Mother«-Stil schreiben.

Zitat: »Rechtfertigte ein übergeordnetes Ziel jedes Opfer?« – fragte sich Donn Yaradua.
Was würde ihm Tolot antworten? Und was du?

Tolot würde wohl sagen: »Das kann nur der entscheiden, der das Opfer bringen muss.«
Meine Sicht: Es ist ziemlich leicht zu entscheiden, dass andere etwas für die Sache opfern müssen, und ziemlich schwierig, denselben Maßstab an sich selbst anzulegen. Ich bin froh, dass ich solche Dilemmata meist meinen Romanfiguren überlassen kann. 

Männer nehmen bei Iwan/Iwa die männliche Seite stärker wahr, Frauen die weibliche. Wäre es nicht interessanter, wenn es umgekehrt wäre?

Finde ich nicht. Das würde wahrscheinlich jede Interaktion mit der Figur zumindest unterschwellig sexualisieren, auch weil eine solche Beschreibung beim Leser genau diese Erwartungshaltung auslöst. Und darum geht es bei Iwán/Iwa nicht. Es muss auch möglich sein, dass eine Figur, die nicht eingeschlechtlich heterosexuell ist, geschildert wird, ohne dass dieses Thema zwingend im Vordergrund steht.

Tolot passt auf, dass die Cairaner nichts heimlich mit ANANSI verabreden.  Denkst du, dass ANANSI so etwas tun würde? 

ANANSI ist ein gutes Stück undurchsichtiger als die vielen anderen Schiffsgehirne, mit denen wir im Laufe der Serie zu tun hatten. Ausschließen würde ich das also sicher nicht.

Dass Rhodan 3048 augenzwinkernd agiert, hat mich an die Anfänge der Serie erinnert …

Meinen Perry schildere ich eigentlich immer mit ein bisschen Humor, wenn er nicht gerade mit einer Gefahrensituation kämpft – insofern nicht ungewöhnlich für mich.

Farye ohrfeigt Yaradua, weil er sich drei Tage wie in Idiot benommen hat. Wie würde Rhodan diesen Einsatz der Gewalt kommentieren, wäre er dabei gewesen?

Rhodan wäre wahrscheinlich kurz erschienen, würde sich dann umschauen und sich an den schönen Wolken und den Schmetterlingen über der Wiese erfreuen. Ich mein, ehrlich, der Mann ist dreitausend Jahre alt. Er weiß es besser, als sich bei zwei erwachsenen Menschen in der Balzphase einzumischen.

Die Zerozone steht den Galatikern ohne nennenswerte Hindernisse offen. War das nicht zu einfach? 

Tss-ss. Jetzt habe ich also einen ganzen Roman mit der Suche nach dem Zugang gefüllt, und nichts dabei war ein nennenswertes Hindernis? Pff.
Nein, ehrlich: Sicher lebt dieser Roman mehr vom Sense of Wonder als von einem harten Konflikt. Es muss aber auch mal zerebrale Herausforderungen für unsere Helden geben, ohne Raumschlachten und Bodengefechte. Sonst schränken wir uns zu sehr ein, und die Romane werden einander zu ähnlich.

Du arbeitest gerade an der Miniserie SOL II – Wie läuft es? Was darfst du uns schon verraten? 

Fluppt. Wir lernen eine neue Galaxis kennen, in der Perry eher widerwillig einer Aufgabe der Kosmokraten nachgeht, und erforschen das Sphärenlabyrinth. Dabei sammeln wir wieder ein loses Ende aus Robert Feldhoffs Ära ein, und wir werden mehr über Roi Danton lesen als in »Mission SOL«.

Kai, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zu Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360485/perry-rhodan-3048-die-faden-die-die-welt-bedeuten-von-kai-hirdt-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900004342/perry-rhodan-3048-die-faden-die-die-welt-bedeuten-von-kai-hirdt-heft

Hier zu Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3048

Neun Fragen an Leo Lukas zu seinem Band 3047

Leo Lukas verrät im Interview mit Roman Schleifer Atlans letzte Worte und ob Yaradua und der Okrill eine Zukunft haben.

Leo, wir halten Band 3047 in Händen. In Retrospektive: Welchen Roman hättest du gern geschrieben, den aber ein anderer Autor erhalten hat und weshalb?

Ich war eigentlich noch nie einem Kollegen was neidig.

Jeder Autor liest jedes Expo – hast du da schon mal getauscht?

Ja. Ich bin schon das eine oder andere Mal für erkrankte oder sonstwie verhinderte Kollegen eingesprungen. Umgekehrt habe ich auch schon ein- oder zweimal drum gebeten, ein Expo abgeben bzw. tauschen zu dürfen, weil ich das Gefühl hatte, dass mir der Stoff so gar nicht liegt. Beides zieht dann natürlich weitere Umschichtungen nach sich.
»Ich kann den Band von A übernehmen, aber nur, wenn ich meinen nächsten an B abtreten kann, was die machen würde, sofern sie mit C tauschen kann, der wiederum … usw.«

3046/3047 war ein Doppelband. Wie schwer ist ein Doppelband im Vergleich zu einem Einzelheft?

Ein Doppelband hat den großen Vorteil, dass du »großflächiger« planen und verzahnen kannst. Der große Nachteil ist, dass der zweite Band eine Woche nach dem ersten fertig sein muss … Das solltest du also besser von vornherein berücksichtigen.

Oxana fallen keine geistreichen letzten Worte ein. Analog zu der Frage an MMT, wer der letzte Unsterbliche sein wird, an dich die Frage: Was sind die letzten Worte der Unsterblichen?

Falls es sich um Atlan handelt: »Licht aus!«

Und was werden deine sein?

»Verflixt, allmählich sollte ich mir was Originelles einfallen lassen …«

Oxana verneint, dass die ÜBSEF-Konstante mit der Seele gleichzusetzen ist. Wie siehst du das?

Ähnlich.

Donn Yaradua und der Okrill … Passt das wirklich zusammen? Hat das Paar Zukunft?

Ich denke doch. Donn ist der erste Nicht-Oxtorner, den ein Okrill akzeptiert, was durch die Paragabe gut begründet wird. Aber so richtig müssen die beiden erst »zusammenwachsen«, das könnte durchaus spannend werden. Nicht als Hauptschauplatz, aber als eine interessante zusätzliche Facette.

Zitat: »Wer, wie zum Beispiel die orthognomen kalottischen Drubel auf der obskuren Randwelt Schreepid, mit passenden Weibchen nur verkehren konnte, wenn sie kopfüber an einem Galgen hingen, würde sich schwer von diesem Tabu lösen können.«
Mein erster Gedanke war: »OMG! Leo!«
Wie bitte hast du das KNF gegenüber durchgebracht? Wie gern provozierst du?

Ach, Klaus hat schließlich auch Humor … Die Passage ist eine Hommage an einen Zeichner, den ich sehr schätze, weil er ebenfalls recht gern provoziert.

Ich nehme an, dass uns Bru Shaupaard, der Cairaner mit dem Span, die nächsten Hefte begleiten wird. Wie sehr wird er mit seiner arroganten Art anecken?

Sagen wir’s so: Sonderlich viele Fans wird er nicht bekommen. Seinen Wandel vom duldsamen Underdog zum Oberekel zu schildern, hat mir jedenfalls viel Spaß bereitet.

Leo, danke für deine Zeit.

Passend dazu auch die Titelbild-Animation von Raimund Peter

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Acht Fragen an Leo Lukas zu seinem Band 3046

Leo Lukas verrät im Interview mit Roman Schleifer, was man als RHODAN-Autor beachten muss und vor welchem Geschenk er sich fürchtet.

 Das Vektormaterie-Katapult verschießt faustgroße Klumpen an Vektormaterie. Normalerweise wird bei RHODAN geklotzt statt gekleckert. Wieso verschießt das Katapult nur faustgroße Klumpen?

Weil es so im Datenblatt steht. – Nein, im Ernst: Das Zeug ist extrem gefährlich. Diese Menge genügt, um sehr viel Unheil anzurichten.

Ist Monboddo eine Eigenentwicklung?

Nein.

Dir standen bei 3046 mehrere Personen als Haupterzähler zur Verfügung. Was war der Grund, dass du dich für Oxana entschieden hast?

Ich wollte zwei Berichte in Ich-Form, die recht unterschiedliche Blickwinkel auf das Geschehen zeigten. Dafür erschienen mir Remalhiu und Oxana ideal, auch wegen der vom Expo vorgegebenen Fortsetzung der Geschichte in 3047.

Eben dieser Remalhiu ist von der Erzählweise ironisch angehaucht. Was war der Grund, dass du ihn so ausgestaltet hast?

Remalhiu ist ein schönes Beispiel für eine Figur, die sich während des Schreibens immer mehr in den Vordergrund drängt und dabei fast wie von selbst Eigenheiten entwickelt. Ich hatte ihn ursprünglich gar nicht so vielschichtig-verschmitzt geplant, er ist mir aber im Lauf der Geschichte mehr und mehr ans Herz gewachsen.

Iwán/Iwa Mulholland ist eine vielversprechende Figur. Wie würde ein Roman aus der Innensicht aussehen? Jedes Kapitel aus einer anderen Geschlechterperspektive geschrieben? Würde dich so etwas reizen?

Reizen ja, aber im Rahmen von PERRY RHODAN wäre es äußerst schwierig und würde vermutlich mehr schaden als nützen. Wie bei vielen anderen originellen, »starken« Figuren finde ich es interessanter, Iwán/Iwa von außen zu schildern, durch die Augen Dritter.

Zitat: »Wenn du in diesem Kosmos und in der Hotellerie auf Dauer bestehen willst, stell dich dümmer, als du bist.«
Was muss man beachten, um als RHODAN-Autor zu bestehen?

Die Abgabetermine.

Zitat: »Ich fürchte die Hohen Mächte, wenn sie Geschenke machen.«
Vor zwei Wochen war Weihnachten – vor welchem Geschenk fürchtest du dich?

Dass irgendjemand anlässlich meines Geburtstags eine Überraschungsparty veranstaltet. Bitte, bitte, bitte nicht! Ich hasse sowas.

Das Ende von 3046 verheißt nichts Gutes für unsere Heldengruppe. Noch dazu, wo Remalhiu zu Beginn von 3046 nachträglich von der Katastrophe berichtet. Wie schlimm wird es wirklich?

Ich werde mich hüten, das hier zu spoilern. Aber Remalhiu übertreibt nicht; zumindest nicht sehr.

Leo, danke für deine Zeit.

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Fünfzehn Fragen an Hubert Haensel zu seinem Band 3045

Hubert Haensel verrät im Interview mit Roman Schleifer unter anderem, wie viele Manuskriptseiten er nach den ersten paar Zeilen des Expos geschrieben hat und ob er lieber mit Atlan oder Bull einen Abend verbringen würde.

Nachdem Band 3027 Überlänge hatte, hast du schon wieder mehr geschrieben. Ich nehme an, du warst im Flow … Hand aufs Herz: Nach wie vielen Manuskriptseiten hattest du wie viele Expo-Seiten?

Das ist nicht ganz so leicht herauszurechnen, wie du erwartest. Einfach, weil die Handlungsebenen einander abwechseln. Ich sage es einmal so: Ich war schon auf Seite 16, da hatte ich von dem Exposé erst einige Zeilen abgearbeitet. Dafür, wie sich Guulmen Cutthunese während bzw. nach dieser umfassenden Operation fühlt, bedarf es doch ohnehin keiner exposémäßigen Anweisungen.

Wäre da im Vorfeld ein Plan sinnvoll, um dich einzubremsen?

Wie sollte dieser Plan aussehen? Die Expofactory hätte höchstens folgende Anweisung geben müssen: Schreibe ja nichts über den Gesundheits- und Gemütszustand des Cairaners. Ob ich mich tatsächlich daran gehalten hätte, wäre allerdings eine andere Frage.

In Band 3027 ist Atlan einer der Haupthelden, in 3045 Reginald Bull, zu dem du durch die Kosmos-Chroniken ein besonderes Verhältnis hast. Wenn du wählen müsstest: Mit wem würdest du einen Abend in der Kneipe verbringen und warum?

Am liebsten wären mir ein Abend mit Bully und ein Abend mit Atlan. Warum sollte ich mich mit halben Sachen zufriedengeben? Mit Bully gäbe es so viele Interna zu bereden, angefangen bei der Entdeckung des Arkonidenraumschiffs auf dem heimischen Mond, über die Entwicklung der Dritten Macht und wie es so war, den Statthalter zu spielen, während Perry Rhodan immer weiter draußen umherflog … Und mit Atlan gäbe es galaktische Historie, Aufstieg und Fall vieler Imperien und natürlich endlos viel über Frauen zu reden. Vielleicht könnte ich ihm etwas Neues über Mirona Thetin entlocken.

War Atlan oder Bull leichter zu handhaben? Und warum?

Jeder auf seine Weise. Aber eigentlich: Reginald Bull. Er ist und bleibt ein Mensch, mit dem ich mich durchaus identifizieren könnte. Ich muss mir nur immer rechtzeitig die Haare schneiden lassen – die Haarlänge ist das, was uns unterscheidet.

In Band 2496 beschreibst du die Wandlung von Roi Danton zu Dantyren. In 3045 beschreibst du die Qualen eines umgewandelten Cairaners. Wieso teilen ausgerechnet dir unterschiedliche Expokraten so eine Aufgabe zu?

Das fragst du den Falschen. Ich habe keine Ahnung. Die Frage solltest du besser den Expokraten jenseits der Mat…, äh, jenseits der Landesgrenze stellen. Aber vielleicht wollen sie mich ganz einfach beschäftigen, damit ich nicht auf die verrückte Idee komme, wie bei Dantyren aus zwei Expokraten einen machen zu wollen. (hustet)

In 3045 lese ich, dass ein Organoid ein Statussymbol ist. Bislang hatte ich eher den Eindruck, es sei ein Spionagemittel …

Warum sollte ein Statussymbol kein Spionagemittel sein? Oder anders herum: Ein Spionagemittel kann durchaus zugleich Statussymbol sein. Das traf doch schon auf die Bezeichnung »007« zu. Und Eindrücke können trügen, Fakten zählen.

Zitat: »Schließlich trage ich meinen Teil dazu bei, die Grundlagen unserer neuen Heimat zu stabilisieren.«
Äh, … ich dachte, die Cairaner sehen die Milchstraße nur als Durchzugsgebiet, weil sie mit dem Trajekt und dem Konduktor irgendwo anders hinwollen …

Andere Frage, gleiche Antwort. Im Ernst: So ein Durchzug kann durchaus lange dauern, sehr lange, wenn es sein muss. Und wenn es einem irgendwo gefällt, kann man auch länger bleiben – wie im Urlaub halt.

Der Cairaner kommt mir in deiner Schilderung der Innensicht sehr menschlich vor. Denkst du, dass Cairaner und Terraner wirklich ähnlich motiviert sind?

Tjaaaaeeiiinnn … Beide sind intelligent, beide technisch ähnlich weit entwickelt. Bei vergleichbarer Problemstellung sollten, von spezieseigenen Besonderheiten abgesehen, ähnliche Lösungen zu erwarten sein.

Die baust mit der WUIDE HENNA den Sprachdialekt deiner süddeutschen Heimat ein. Würde dich ein RHODAN in Mundart reizen?

Nein. Das wäre dann sozusagen Realpolitik, der Rückfall in kleinstaatliches Denken. Stell dir vor, jedes Dorf hätte seinen RHODAN in eigener Mundart. Ich könnte mir bestenfalls eines vorstellen, und da zitiere ich quasi einen allseits bekannten Text: »Die ganze Milchstraße ist von den Cairanern besetzt. Die ganze Milchstraße? Nein. Ein von unbeugsamen Terranern besiedeltes Sonnensystem hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten …«

Ein anderes Zitat: »Es hatte uns ohnehin alle böse erwischt welches Unheil sollte eigentlich noch über uns hereinbrechen?« Wie glaubwürdig ist es, dass ständig das Solsystem und damit die Milchstraße im Zentrum des Unheils steht?
Zusatzfrage: Sollte Dramaturgie immer über der Logik stehen?

 Das tut sie doch nicht! Jeder, der mit offenen Augen durchs Leben geht, weiß zwangsläufig, dass die schlimmsten Dinge passieren, und das alles ist immer plotdriven. So könnte man es jedenfalls nennen. Warum gewinnen immer andere im Lotto? Das ist vergleichbar der Frage, warum die anderen Völker nie Ziel einer Invasion sind. Alles eine Frage des Standpunkts. Warum Sol und Terra so oft das Ziel fremder Mächte sind, wissen wir. Und was glaubst du, würden die Leser mit uns machen, wenn wir anfangen würden, über ein unbedeutendes Volk XY zu schreiben, bei dem absolut nichts los ist? Nur ein kleiner Zyklus von vielleicht 50 Heften über ein Volk, das in Frieden und Zufriedenheit lebt, mit seiner Natur und sich selbst im Einklang ist … Wer hält das 50 Hefte lang durch, ohne sein Garagendach mit den Heften zu pflastern?

Bull war ja bei allen Angriffen live dabei. Woraus schöpft er bei all dem Negativen seine Kraft?

Aus dem Alter. Wer erst einmal ein paar Jahrtausende auf dem Buckel hat, der weiß, dass es nach jeder Katastrophe irgendwie wieder aufwärts geht. Der weiß ebenso, dass es nichts bringt zu verzweifeln, sondern dass er anpacken muss. Und der ist gewöhnt, dass Menschen in seinem Umfeld kommen und gehen, um das vorsichtig auszudrücken. Folglich hat Bully gar keine andere Wahl, als Kraft zu entwickeln. D’accord?

Bully entscheidet sich für Terra und dagegen, seiner Frau und seinem Kind in die Sicherheit zu folgen. Kannst du das nachvollziehen oder verurteilst du als zweifacher Vater und dreifacher Großvater seine Entscheidung?

Bully stellt sein Privatleben hinter seine Pflicht. Das ist nun einmal so bei Personen, die bereit sind, für andere Verantwortung zu übernehmen. Natürlich hofft er dabei insgeheim, dass ihm das Schicksal gnädig sein wird.

Unter anderem beschreibst du eine Begräbnisart, nämlich sich in Harz einzugießen und in der Tiefsee zu versenken. Wäre das was für dich? Und hast du das mit dem Karbon aus Star Wars geklaut?

Ich habe es nicht aus Star Wars geklaut, weil ich den Film mit dem Karbon nicht kenne. Oder vergessen habe, falls es in den ersten drei Filmen erschien. Die späteren drei, muss ich eingestehen, habe ich bis heute nicht gesehen (obwohl ich sie als DVD im Regal stehen habe). Irgendwann werde ich sie mir schon noch zu Gemüte führen. Wenn du genau wissen willst, was mich zu dieser Idee »moderner Bestattung« verleitete: Ich hatte als Vorbild einfach nur in Epoxidharz gegossene Pflanzen oder Käfer.

Die Psychoampullen, die Guulmen im Magen mit sich führt, kommen mir als Waffe denkbar ungeeignet vor. Immerhin muss er damit in den Infight, sprich auf Körpernähe an den Gegner ran. Wieso hat er nur solche »Waffen« mitgeführt?

Er hatte selbstverständlich auch andere Waffen dabei; ich glaube auch, das habe ich explizit erwähnt. Es kommt eben immer darauf an, was man davon einsetzt. Guulmen war wohl eher der Mann fürs Feine, nicht fürs Grobe.

Obwohl Tia Ahaner auf den Psychoampullen fremde Schriftzeichen erkennt, vertraut sie ihm? Immerhin zeichnen sich Personen mit ihrem Weltbild durch Paranoia aus …

Wie du schon sagst: eine gewisse Paranoia. Tia sieht das, was sie sehen will, und vermeidet Konflikte, solange sie sich einen Vorteil davon verspricht.

Hubert, danke für deine Zeit.

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https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3045

Dreizehn Fragen an Michelle Stern zu ihrem Band 3044

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob sie das Exposé bei der Romanze in 3044 beflügelt oder gebremst hat und welche Idee sie für die Rettung des Planeten hat.

Michelle, du hast die von Michael Marcus Thurner eingefädelte Romanze in 3044 fortgeführt – Hand aufs Herz: Stand das im Expo oder war das MMTs Idee?

Ich glaube, angedeutet stand es im Exposé. Wir haben uns tatsächlich kurz abgesprochen. Ich wollte die beiden auch miteinander schlafen lassen. Michael hatte jedoch Bedenken, dass die Redaktion eingreifen könnte, wenn es zu körperlich wird.
Für mich hat sich das gerade in einer Agentengeschichte angeboten. Das hat ja eine lange Tradition, Mann, Frau oder man denke an James Bond.
Manchmal macht es mir einfach Spaß, Traditionen und sogar Klischees aufzugreifen.

Hast du dich mit ihm abgesprochen und ihm Hilfestellung bei der Romanze in 3043 gegeben?

Hilfestellung musste ich nicht geben. Ich fand, Michael hat das schön angelegt.

Hat dich das Expo in dieser Hinsicht beflügelt oder gebremst?

Im Expo stand da nicht viel, zu dem Thema. Mich hat die Romanze eher beflügelt. Ich mag es, wenn es »menschelt«.

Wie war es für dich, MMTs Figurencharakterisierung zu übernehmen?

Im Allgemeinen mag ich das sehr, weil dann schon etwas da ist.
Wenn schon eine Figur vorgegeben ist, kann ich erweitern, vielleicht noch einen draufsetzen oder ergänzen, damit spielen. Dann muss ich nicht eine völlig neue Figur erfinden.
Im Besonderen ist es bei aufeinanderfolgenden Romanen immer etwas schwierig, weil wir ja parallel schreiben. Es geht also um einen Blindflug, und dabei nirgendwo aneinanderzustoßen, ist gar nicht so einfach.
Wenigsten wird bei dieser Art von Flug höchstens mein Ego verletzt und sonst niemand – als nachfolgender Autor darf ich dann entsprechend ändern und anpassen. In dem Fall hat aber alles gut geklappt und ich hatte kaum zusätzliche Arbeit. 

Werden wir die beiden wiedersehen? Haben sie eine Chance auf ein gemeinsames, langes Leben?

Äh, auf ein gemeinsames langes Leben wohl eher nicht. Vielleicht sehen wir einen der beiden wieder. Auf jeden Fall liegt das an den Exposéautoren.

Mit dem Supramentum im Mittelpunkt des Romans schreibst du ja quasi einen Schlüsselroman. Was hast du nach dem Lesen des Expos gedacht?

Für mich ist das Supramentum immer noch ein wenig rätselhaft, was ja auch so sein darf.
Die Idee an sich fand ich nach dem Lesen gut und ich habe mir erste Notizen gemacht, was mir eben dazu einfällt und was nicht, und ob Spinozas besondere Sicht auf die Dinge helfen könnte, das Supramentum noch anders darzustellen.
(Anm. Roman: Mir hat sich beim Lesen des Romans »Frankenstein« aufgedrängt …)

Mit welcher Figur aus 3000 Heften wäre das Supramentum zu vergleichen?

Das finde ich schwierig. Wahrscheinlich würden hier verschiedene Figuren aufgerufen. Den Frankenstein-Vergleich finde ich gar nicht so schlecht. Auch wenn das Supramentum eben doch anders sein mag. Genannt wird ja auch der Begriff Golem. Auch dieses Thema war hier ein wenig Vorbild.

Stand die Figur Klicker im Expo oder ist es eine Eigenkreation?

Klicker stand im Expo. Ich hatte viel Freiheit bei der Gestaltung und wollte eine andere, einfache und vielleicht etwas ungewöhnliche Sicht auf die Geschehnisse.

Zitat: »Unwichtig sein ist gut, da kann man viel falsch machen, ohne dass es jemandem wehtut.« Wie siehst du das?

Ich behaupte ja öfter, von allem, was gesagt werden kann, ist auch das Gegenteil wahr.
Ich wollte hier einfach auch einmal eine unpopuläre Sicht einnehmen, die aber doch viele unbewusst haben. Wir ducken uns schon mal weg, anstatt uns richtig auseinanderzusetzen – da bin ich keine Ausnahme.
Bin ich wichtig für den Planeten? Würde es etwas ändern, wenn wir eine Plattform gründen, auf der jeder Mensch vorab 5 Euro bezahlt für einen Behälter, der nicht aus Plastik, sondern aus Pilzen gebaut ist, für eine Firma, die noch gar nicht existiert?
Wenn wir 10.000 oder sogar 100.000 Menschen animieren könnten, die sich und den Planeten auch für wichtig halten, dahin 5 Euro zu überweisen, die da einfach für 30 Jahre liegen, bis jemand vielleicht wirklich den Mut hat, das Geld zu nehmen und die Firma zu gründen, würden wir etwas verändern?
Sind wir – jeder Einzelne – dafür wichtig? Gäbe es dann vielleicht irgendwann eine Alternative zu Plastik- oder Styroporbehältern?
Würde es sich lohnen, erst mal das Geld da sein zu lassen, im Vertrauen, dass es dann auch jemand haben will und etwas Vernünftiges damit anfängt?
Gerade in Zeiten von Amazon und Co. mit Verpackungshoch-Konjunktur nicht ganz uninteressant …

Wir denken ja oft, unwichtig zu sein, weil es bequem ist. Klicker ist für mich einfach einer von uns, ein wenig demaskiert, ein wenig direkter – ein Teil von dem, was wir eben so im Hintergrund denken, und das will ich gar nicht bewerten oder beurteilen.

Ich werde übrigens keine solche Plattform ins Leben rufen, sondern Romane schreiben. Aber falls Du es machst, spende ich gern 50 Euro. 😉

Aber um auf deine Frage zurückzukommen: Klicker will unwichtig sein, um keine Verantwortung tragen zu müssen. Ich meine, wir haben die Verantwortung.
Immer.
Wir können sie nur wahrnehmen oder nicht wahrnehmen, aber an der Verantwortung an sich ändert das gar nichts. Weil wir wichtig sind, von Geburt an. Weil jeder einzelne einen Unterschied macht, ob er will oder nicht, ob er daran glaubt oder nicht … das ändert nichts an dem, was ist.
(Anm. Roman: Das merke ich gerade bei der Verlosung der signierten Hefte 3000 – 3013 für einen guten Zweck. Wenn sich da jeder RHODAN-Leser mit einem Euro beteiligen würde, könnten man vielen Menschen in Not helfen. Bis 24.12 ist übrigens noch Zeit ist für eine Spende:
http://www.frostrubin.com/weihnachtswunder)

Der Konsul hat ein Bild von Venno Ziora in seinem Haus. Ein Bild von diesem milchstraßenweit bekannten Porträtmaler hängt auch bei Buatier Mulholland, dessen Kind Perry Rhodan 3039 gerettet hat. In wie weit spielt er im weiteren Zyklus eine Rolle?

Möglich. Vielleicht ist es aber auch nicht so. Wir werden sehen.

Die Tefroderin fordert hartes Durchgreifen gegen die Cairaner. Wie siehst du die Situation in der Milchstraße?
 
Endlose Straßen sollte man abschaffen. Die Situation empfinde ich als sehr verworren und bin selbst gespannt, wie sich das alles auflösen wird.

Nach Leo hast du nun auch Einhörner erwähnt. Sehnst du dich nach Fantasy in RHODAN?

Nein. Fantasie ist ja jede Menge drin. Fantasy muss nicht sein. Ob ich Einhörner mag? Ja, schon. Der Einschub kam mir einfach gerade so. Ich fand ihn witzig.

In ein paar Wochen kommt 3050: Was werden die Leser nach der Lektüre sagen?

Na hoffentlich werden sie sagen: Wo ist der nächste Band?

Michelle, danke für deine Zeit.

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https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3044

Elf Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3043

Michael Marcus Thurner verrät im Interview, aus welchem Grund  er bei RHODAN kündigen würde und wie lange er noch auf der Überlebenschance von Ronald Tekener herumreiten wird.

Michael, beim letzten Interview hast du dich als nicht die beste Wahl für Liebesromanzen bezeichnet. In 3043 behandelst du den Beginn einer eventuellen Liebesstory. Wie hast du dich dieser erneuten Herausforderung gestellt?

Seltsamerweise bin ich diesmal recht gut mit dem Thema zurechtgekommen. Wiewohl das Lektorat einige meiner Gedanken zum Liebesthema rausgelöscht hat. Ich bin offenbar ein klein wenig kindisch, was das betrifft. 🙂

Übung macht ja bekanntlich den Meister. Haben Monti und Hartmut das eh am Schirm, dass du nur noch Romane mit diesem Grundthema schreiben willst?

Selbstverständlich. Sie wollen mich diesbezüglich disziplinieren.

Wie würdest du reagieren, wenn deine nächsten zehn Romane wirklich Romanzen enthalten würden?

Kündigen.

Zitat: »Der TARA-Psi und er sollten erkunden, warum manche Cairaner die Baalols als das nächste Volk bezeichneten.«
Jetzt war Gucky im Vorgängerband im diplomatischen Einsatz und auch Monkey hat schon mit ein paar hochrangigen Cairaners geplaudert. Was war der Grund, warum sie nicht einfach gefragt haben?

Vertraust du den Cairanern und ihren »Verbündeten« etwa? Meinst du wirklich, dass sie die Wahrheit sagen würden?

Spin und Ydio-Do reisen in dem Kehlsack eines Glashas – würdest du das auch machen?

Wasser ist nicht unbedingt mein liebstes Element. Aber trotzdem: Würde ich sofort machen (wenn die Rahmenbedingungen mit einem bereitgestellten SERUN passten).

Die Vital-Suppressoren sind Ydio-Dos Moralempfinden zutiefst zuwider. Wie steht sie zu den moralischen Verfehlungen ihres Geheimdienstes?

Ich gehe davon aus, dass es ähnlich wäre wie in unserer Realität. Man sieht sich als Geheimdienstvertreter jeder beliebigen Nation als derjenige, der das Richtige tut, um sein Land zu schützen. Und da heiligt der Zweck die Mittel.  

Du erwähnst wieder Ronald Tekener – wie groß ist die Freude, die Leser bei dem Thema zu foppen?

Sehr groß. Das werd ich bis ans Ende meiner Tage fortsetzen.

Spinoza hält in den Computern der Cairaner nach allem Ausschau, was Terraner enthält. Sollte er nicht was anderes suchen? Nach Geheimnissen der Cairaner zum Beispiel?

Nun, viel Zeit war ja nicht für Spin. Ich gehe davon aus, dass beim »Download« auch einiges Material über die Cairaner gefunden wurde. Vielleicht erfahren wir noch mehr darüber …

Zitat: »Du weißt, dass es sich bei der Suche nach unserem Ursprung um ein heikles Thema handelt. Wir müssen das Material erst einmal durcharbeiten.«
Äh … die Terraner rund um Rhodan wissen doch von ihrem Ursprung. Warum suchen sie danach? Die Datenlage der Cairaner ist da ja irrelevant.

Bist du dir sicher?

Wie geht es in Michelles Roman mit den beiden »Turteltäubchen« weiter? Gib uns einen Tipp. 

Wenn du den Film »Mr. & Mrs. Smith« kennst, weißt du, wie diese Geschichte ausgeht. Mein Herz bebt bereits vor lauter Vorfreude.

Stichwort Supramentum: Was kommt da auf die Milchstraße zu?

Da ich die Exposés zu den darauffolgenden Romanen noch nicht gelesen habe, kann ich dir nix dazu sagen. Ansonsten würde ich es ja tun. Wirklich. Du hättest es dir mit deiner Beharrlichkeit, mir Infos zu kommenden Romanen aus der Nase zu ziehen, längst verdient, Roman.

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Zwölf Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3042

Uwe Anton bleibt mit seinem Band 3042 Michael Marcus Thurner im Kampf um den »Vielschreiber« des Zyklus auf den Fersen. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er, was es mit der Kuratorin auf sich hat und woran man erkennt, dass cairanische Strahlwaffen entsichert sind.

Uwe, der Rudyner Dalglish Karuh erinnert mich an Gerhard Huber. Trügt mich dieser Verdacht?

Ja, Roman. Das ist nur eine Zufälligkeit, wie sie sich immer mal wieder ergibt. Es mag aber durchaus sein, dass mein Unterbewusstsein mich beeinflusst hat. Gucky spielt die Hauptrolle in diesem Roman, und Dalglish muss sich um Gucky kümmern. Gerhard trägt doch immer einen Plüschgucky mit sich und kümmert sich liebevoll um ihn, oder?

Gucky erinnert sich daran, dass seine Frau und sein Sohn in ES aufgegangen sind. Wie tröstend ist es für ihn, dass sie in dieser Form »weiterleben«?

Eine durchaus heikle Frage. Sie setzt ES irgendwie mit dem Gott des christlichen Glaubens gleich. Das ist ein Thema, das ich eigentlich meide wie der Teufel das Weihwasser. Aber da es ja schon zu einer Begegnung zwischen Gucky und den verstorbenen Iltu und Jumpy gekommen ist, müsste der Gedanke für unseren kleinen Mausbiber sehr tröstlich sein, auch wenn er als angestammter Bewohner des Planeten Tramp nichts mit einer Religion des Planeten Terra zu schaffen hat, sondern Anhänger von Daucuscarota ist.

Zitat: »Seines Erachtens machten sie zu wenig Fortschritte, was das Enträtseln der Geheimnisse betraf, die sich wie Pilze in der Milchstraße ausgebreitet hatten.«
Ist das eine dezente Kritik am Expo-Team?

Keineswegs. Gucky ist ein kleiner Heißsporn, dem manchmal nichts schnell genug geht. Ich hingegen bin sehr zufrieden mit der Geschwindigkeit, mit der Geheimnisse aufgebaut und dann enträtselt werden. Wir sollten nicht vergessen, dass der Zyklus 100 Bände haben wird!
Manchmal kann man dem Autor Sätze seiner Figuren in den Mund legen, aber nicht immer.

Gucky erkennt, dass die Cairaner ihre Waffen nicht entsichert haben. Ich frage mich, wie man bei Strahlwaffen erkennt, ob sie entsichert sind …

An dem Lämpchen an manchen, aber nicht allen cairanischen Waffen, das je nach Sicherungszustand gelb oder violett leuchtet. Oder hat er einfach die Gedanken der Waffenträger gelesen?

Ich bin über den Begriff »Kuratorin« im Zusammenhang mit dem Friedensbund gestolpert. Dieser Begriff kam bislang nur in Band 3019, ebenfalls von dir, vor. Wer ist diese Kuratorin und wie steht sie zu dem Friedensbund?

Dieser Begriff ist keineswegs eine Eigenkreation des Autors. Die Kuratorin hat eine offizielle Funktion inne und wird noch eine wichtige Rolle spielen. Sie ist abdmeghtlnjxsgzer*, und dem Friedensbund steht sie kdmenjruoeld* gegenüber.

 (*Cairanisch: »Glaubst du wirklich, dass ich dir das auf die Nase binde?« und »Stell doch mal Fragen, die ich beantworten kann!«)

Eine 14-jährige Cairanerin überlistet mit ihren Parafähigkeiten einen so erfahrenden Mutanten wie Gucky. Wird er auf seine alten Tage schleißig?

Schleißig? Ein Austriazismus, nicht wahr?
Nun ja, manchmal steht die Lebenserfahrung hinter einer schönen Geschichte zurück. Nobody’s perfect, nicht einmal unser sowieso sehr sentimentaler Mausbiber.

Gucky besucht das Museum, in dem er als blutrünstiger Killer dargestellt wird. Wieso erkennt ihn keiner von den Besuchern und geht auf ihn los?

Stell dir mal vor, du besuchst im Museum eine Ausstellung über die Wikinger, und plötzlich steht Ragnar Lodbrok neben dir. Oder seine Frau Lagertha. Da denkst du doch auch, du spinnst, und fragst ihn nicht, wie sich das damals wirklich mit Floki abgespielt hat!
Vielleicht haben Autor, Expoteam, Lektor und Redakteur hier aber ganz einfach auch nur gepennt.

Zitat: »Nichts erfüllt sich leichter seine Träume als die Erinnerung, nicht ist hartnäckiger als eine lieb gewonnene Selbsttäuschung.« Was ist deine liebste Selbsttäuschung in Bezug auf PR?

Keine Ahnung. Vielleicht, dass ein österreichischer RHODAN-Aktivist, dessen Initialen identisch mit dem Autokennzeichen meiner eigentlichen Heimatstadt Remscheid sind, irgendwann mal einfach zu beantwortende Fragen stellt wie: »Warum kratzt Gucky sich auf Seite 47 an der Nase?«

Wir erfahren, dass das Supramentum die Lösung für alles ist. Für die Cairaner und die Milchstraße. Bei solchen Worten wird mir angst und bange.
Droht der Milchstraße die Auslöschung? Oder wenn schon nicht die Auslöschung, dann zumindest die Aufnahme aller Lebewesen in eine Superintelligenz?

Wie kommst du darauf, dass das Supramentum eine Superintelligenz ist? Wobei ich das der Form halber weder ausschließen noch bestätigen möchte.

Andererseits soll Atlan das Supramentum vervollständigen. Das kann er ja nur mit seinem ZAC von THEZ oder mit seiner Ritteraura …

Rätsel über Rätsel, nicht wahr?
Sei versichert, Gucky brennt darauf, sie aufzuklären. Wobei diese Sätze ja eher eine Spekulation als eine Frage beinhalten. Wie lautet die Frage also, auch wenn ich mich hüten werde, sie zu beantworten?

Perry hilft mit seinem ZAC der Thesan, Gucky jetzt der Cairanerin. Als nächstes müsste dann wohl Atlan jemanden mit dem ZAC wiederbeleben. Ist so etwas für alle ZAC-Träger im Zyklus vorgesehen?

Ich sehe das eher als Zufall. Außerdem wird es langsam mal Zeit, dass unsere ZAC-Träger mit ihren Chips was Vernünftiges anstellen.

Galuu Alvaraidse wird die neue Konsulin des Sternöstlichen Konsulats. Wie werden sich durch sie die Beziehungen zwischen dem Friedensbund und den Terranern ändern?

Das wird die Zukunft erweisen. Sind Cairanerinnen multitaskingfähig? Dann können die Terraner sich warm einpacken.

Uwe, danke für deine Zeit.

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