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Im Gespräch mit Kai Hirdt über »Ritter des Chaos«, PRMS2, Band 1

Kai Hirdt
PERRY RHODAN
MISSION SOL 2, Band 1
Ritter des Chaos

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 19. März 2020, 64 Seiten, € 2,50, Titelbild: Arndt Drechsler

 

Alexandra Trinley: Kai, deine Miniserie MISSION SOL hat eine Fortsetzung. Auf dem Titelbild des ersten Hefts steht nur PERRY RHODAN MISSION SOL 2. Hat die neue Miniserie einen eigenen Namen?
Kai Hirdt: Mein Arbeitstitel war mal »Mission SOL: Labyrinth«. Finde ich bis heute klangvoll, wir betrachten es jetzt einfach als Staffeltitel. Im Gespräch mit Kai Hirdt über »Ritter des Chaos«, PRMS2, Band 1 weiterlesen

Acht Fragen an Kai Hirdt zu seinem Band 3048

Kai Hirdt verrät im Interview mit Roman Schleifer erste Hintergrundinfos zur »Mission SOL II« und ob ein übergeordnetes Ziel jedes Opfer rechtfertigt.

Kai, wie schon bei der Miniserie SOL erlebt der Hauptheld in 3048 eine emotionale Reise, nach der er verändert ist. Wie schildert Yaradua das Erlebte einmal seiner Tochter?

Nein, ich werde jetzt keine Neufassung des Romans im »How I Met Your Mother«-Stil schreiben.

Zitat: »Rechtfertigte ein übergeordnetes Ziel jedes Opfer?« – fragte sich Donn Yaradua.
Was würde ihm Tolot antworten? Und was du?

Tolot würde wohl sagen: »Das kann nur der entscheiden, der das Opfer bringen muss.«
Meine Sicht: Es ist ziemlich leicht zu entscheiden, dass andere etwas für die Sache opfern müssen, und ziemlich schwierig, denselben Maßstab an sich selbst anzulegen. Ich bin froh, dass ich solche Dilemmata meist meinen Romanfiguren überlassen kann. 

Männer nehmen bei Iwan/Iwa die männliche Seite stärker wahr, Frauen die weibliche. Wäre es nicht interessanter, wenn es umgekehrt wäre?

Finde ich nicht. Das würde wahrscheinlich jede Interaktion mit der Figur zumindest unterschwellig sexualisieren, auch weil eine solche Beschreibung beim Leser genau diese Erwartungshaltung auslöst. Und darum geht es bei Iwán/Iwa nicht. Es muss auch möglich sein, dass eine Figur, die nicht eingeschlechtlich heterosexuell ist, geschildert wird, ohne dass dieses Thema zwingend im Vordergrund steht.

Tolot passt auf, dass die Cairaner nichts heimlich mit ANANSI verabreden.  Denkst du, dass ANANSI so etwas tun würde? 

ANANSI ist ein gutes Stück undurchsichtiger als die vielen anderen Schiffsgehirne, mit denen wir im Laufe der Serie zu tun hatten. Ausschließen würde ich das also sicher nicht.

Dass Rhodan 3048 augenzwinkernd agiert, hat mich an die Anfänge der Serie erinnert …

Meinen Perry schildere ich eigentlich immer mit ein bisschen Humor, wenn er nicht gerade mit einer Gefahrensituation kämpft – insofern nicht ungewöhnlich für mich.

Farye ohrfeigt Yaradua, weil er sich drei Tage wie in Idiot benommen hat. Wie würde Rhodan diesen Einsatz der Gewalt kommentieren, wäre er dabei gewesen?

Rhodan wäre wahrscheinlich kurz erschienen, würde sich dann umschauen und sich an den schönen Wolken und den Schmetterlingen über der Wiese erfreuen. Ich mein, ehrlich, der Mann ist dreitausend Jahre alt. Er weiß es besser, als sich bei zwei erwachsenen Menschen in der Balzphase einzumischen.

Die Zerozone steht den Galatikern ohne nennenswerte Hindernisse offen. War das nicht zu einfach? 

Tss-ss. Jetzt habe ich also einen ganzen Roman mit der Suche nach dem Zugang gefüllt, und nichts dabei war ein nennenswertes Hindernis? Pff.
Nein, ehrlich: Sicher lebt dieser Roman mehr vom Sense of Wonder als von einem harten Konflikt. Es muss aber auch mal zerebrale Herausforderungen für unsere Helden geben, ohne Raumschlachten und Bodengefechte. Sonst schränken wir uns zu sehr ein, und die Romane werden einander zu ähnlich.

Du arbeitest gerade an der Miniserie SOL II – Wie läuft es? Was darfst du uns schon verraten? 

Fluppt. Wir lernen eine neue Galaxis kennen, in der Perry eher widerwillig einer Aufgabe der Kosmokraten nachgeht, und erforschen das Sphärenlabyrinth. Dabei sammeln wir wieder ein loses Ende aus Robert Feldhoffs Ära ein, und wir werden mehr über Roi Danton lesen als in »Mission SOL«.

Kai, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zu Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360485/perry-rhodan-3048-die-faden-die-die-welt-bedeuten-von-kai-hirdt-e-book-epub

Hier zum Heft:
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Hier zu Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3048

Vierzehn Fragen an Kai Hirdt zu seinem Band 3040

Nachdem die SOL-Miniserie vorerst abgeschlossen ist und erst im März 2020 weitgeht, meldet sich Kai Hirdt mit seinem zweiten Band zum Zyklus zurück. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er seinen Schlafrhythmus und ob er zu Perry oder Atlan einen engeren Bezug hat.

Kai, Band 3040 ist eine Woche nach dem Abschlussband der SOL-Miniserie aus deiner Feder erschienen. Wie hast du das zeitlich gemanagt?

Ich schlafe nicht.

Der Titel »Arkons Admiral« lässt das Ende der Handlung vermuten – wie sehr schränkt das dramaturgisch ein? 

Den Titel habe ich ja selbst gewählt, das Expo hat etwas völlig Anderes vorgeschlagen. Ich finde auch nicht, dass das Ende vorhersehbar ist. Schließlich hätte die Beförderung am Ende genauso bei Markul statt bei Atlan landen können.

Bei der SOL-Miniserie hast du großen Wert auf die charakterliche Entwicklung der Figuren über zwölf Hefte gelegt. Wenn du Atlans Entwicklung in Heft 3040 beschreiben müsstest, welche drei Entwicklungspunkte hat er »durchgemacht«?

Unsterbliche Figuren mit in Atlans Fall Jahrzehntausenden Lebenserfahrung machen keine großen Entwicklungen mehr durch. Natürlich hat Atlans Geschichte in dem Roman Wendepunkte: den Aufbruch nach Thantur-Lok; die Erkenntnis, dass der Baron keine Stütze mehr ist; seine Entscheidung, sich selbst an vorderster Front zu exponieren. Aber im Grunde ist Atlan vom Archetyp her ein katalytischer Held, der sich selbst wenig ändert, sondern Veränderungen in denen um ihn herum auslöst.

In der SOL-Miniserie hast du Perry Rhodan und Roi Danton in den Kampf geschickt, in Band 3040 Atlan. Zu welchen der drei hast du den engsten Bezug und weswegen? 

Tatsächlich Atlan. Der alte Arkonide hat ein paar mehr Tricks in der Kiste als Perry und darf auch mal schmutzig kämpfen. Außerdem liegt mir der Extrasinn als Erzählgimmick, das ist sehr kompatibel mit meinem eigenen Humor.

Monkey führt die Geschwaderkommandantin Chaunna sehr eng. Wie würdest du als Chef der USO agieren?

Wir wissen ja selten, was genau in Monkeys Kopf vorgeht. Wenn er die Geschwaderkommandanten der Geleitzüge tatsächlich persönlich bei der Stange hält, wird er einen sehr guten Grund dafür haben. Ich vertraue ihm da mal.

Zitat: »Nicht unser Kampf.«
Denkt sich Chaunna und mischt sich nicht in die Schlacht zwischen Arkoniden und Naats ein. Findest du das gut?

Muss ich nicht gut finden, kann trotzdem notwendig sein. Es gibt diese eindrucksvolle Szene in »Das Boot«, als nach einem Angriff auf einen feindlichen Geleitzug Überlebende vom brennenden Schiff ins Meer springen. Die Besatzung der U9 lässt sie ertrinken – eine Entscheidung, die alle danach fertig macht. Aber tatsächlich haben sie keine andere Möglichkeit. Gegen dieses Dilemma kommt Chaunna noch recht harmlos weg.

Perry hat ja anfangs Bully wegen seines chaotarchischen ZAC verdächtigt, Atlan wegen des THEZ-ZAC jedoch nicht. Wieso vertraut Perry Atlan mehr als Bully?

Ggf. weil Thez sich auf die andere Seite der Scherung zurückgezogen hat.

Zitat: »Es ist tatsächlich einfacher, wenn du und Perry mal ein paar Jahrhunderte nicht dazwischen funken.«
Sind Perry und Atlan solche Hemmschuhe für Bully?

Ich würde nicht jeden flotten Spruch zwischen alten Freunden auf die Goldwaage legen.

Markul del Fermi rebelliert gegen seine Vorgesetzten. Was müsste passieren, damit du gegen die Expokraten rebellierst?

Ich setze mehr auf kommunikative Lösungen.

Atlan wird zum Admiral der Kristallbaronie berufen – dürfen wir uns für den Rest des Zyklus auf Atlan, den Schlachtenlenker freuen?

Ganz sicher haben wir ihn nicht zum Mascanten befördert, damit er den Cairanern Friede, Liebe und Verständnis predigt.

Die Mutanten Dancer und Schlafner sind Teil von Atlans Team. Wenn du dir eine parapsychologische Fähigkeit aussuchen könntest, welche wäre es?

Teleportation wäre am alltagstauglichsten, denke ich, wenn ich fünf Minuten vor Ladenschluss mal wieder merke, dass ich noch einkaufen muss.

Bei der Bleisphäre hat Atlan ein Schiff von ES gesehen, nun erhält er eine hermetische Botschaft in Band 3041. Besteht hier ein Zusammenhang?

Alles bei PERRY RHODAN hat einen Zusammenhang, es sind nur noch nicht alle erzählt.

Zitat: »Leider war keine Behauptung irrsinnig genug, um nicht von irgendwem geglaubt zu werden, der es denn unbedingt wollte.«
Das klingt nach einer Anspielung. Was genau hast du gemeint?

Nichts Konkretes. Aber schau dir den Irrsinn an, der heute behauptet, verbreitet und geglaubt wird: Impfungen schädlich, Erde flach, geplanter Bevölkerungsaustausch, fossile Brennstoffe umweltfreundlicher als erneuerbare Energien, Jugendliche essen Waschmittel. Es haben doch signifikante Teile der Weltbevölkerung ihr Hirn in die Mikrowelle gehalten, anders ist das doch nicht zu erklären.

Was sollen die Leser nach Band 3040 über den Band sagen?

»Stampede? Ernsthaft?«

Kai, danke für deine Zeit.

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Hier zur Handlungszusammenfassung: 
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Arkons_Admiral

Hier zur Mini-Serie SOL
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mission_SOL_(Serie)

 

Im Gespräch mit Kai Hirdt zu PERRY RHODAN MISSION SOL Band 12

Kai Hirdt
PERRY RHODAN
Mission SOL, Band 12
Der Würfel fällt

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 15. November 2019, 64 Seiten, € 2,40, Titelbild: Dirk Schulz

 

Alexandra Trinley: Die Arbeit ist getan. Kai, wie fühlst du dich mit dem Abschluss der Miniserie?
Kai Hirdt: Im Wesentlichen zufrieden und erschöpft. Die Serie zu konzipieren, war immens aufwändig, und ich habe völlig falsch eingeschätzt, was man mit einem Baby zuhause sinnvoll an Arbeit leisten kann. Aber zurückfahren oder vereinfachen mittendrin ging halt nicht, sodass ich am Ende doch schon ziemlich auf dem Zahnfleisch ging. Im Gespräch mit Kai Hirdt zu PERRY RHODAN MISSION SOL Band 12 weiterlesen

Zehn Fragen an Kai Hirdt zu Band 3032

Mit Band 3032 steigt Kai Hirdt in die Handlung des Mythos Erde-Zyklus ein. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, wie ihm der Zyklus als Leser gefällt und warum kein Siganese im USO-Einsatzteam war.

Kai, mit Band 3032 steigst du in den Zyklus ein. Wie gefällt er dir bisher als Leser?

Ich fühle mich meistenteils gut unterhalten, insbesondere jetzt, da die Haupthandlung Fahrt aufnimmt. Der Überblick über die Welt nach einem 500-Jahre-Zeitsprung war wichtig. Aber nun wird es auch Zeit, dass unsere Helden den Cairanern mal zeigen, was Phase ist.

Was war dein erster Gedanken, nachdem du das Expo gelesen hast?

„Oh je.“
Das ist er aber eigentlich bei jedem Expo, weil ich erstmal die schriftstellerischen Probleme und Herausforderungen sehe. In diesem Fall war das „Oh je“ die Frage, wie man ein Monkey-Soloabenteuer interessant gestaltet.
Monkey hat nun mal wenig Emotionen, bei denen man den Leser mitfiebern lassen kann. Die einfache Lösung wäre, ihm einen Begleiter mitzugeben und das ganze Geschehen aus dessen Sicht zu schildern, das ging aber auch nicht vom Setting her. Deshalb läuft die Monkey-Ebene in diesem Roman stark über den Sense of Wonder, und die Nebenhandlung über sein Team ist ziemlich detailreich ausgearbeitet.

Monkey geht in deinem Roman auf Außeneinsatz – wäre da ein Siganese nicht unauffälliger gewesen?

Mit dem Argument kannst du die ganze USO miniaturisieren.
Nein, ernsthaft: Das Agententeam hat nicht gewusst, welche Verhältnisse es auf Hovcai vorfinden würde, und musste spontan darauf reagieren. Dass sich eine Chance zur Infiltration einer gegnerischen Geheimdienstzentrale ergeben würde, war nicht abzusehen, sonst wäre dafür möglicherweise anderes Personal mitgenommen worden. Außerdem wissen wir nicht, ob der Siganese nicht als Libellenfutter geendet wäre.

Monkey hat sich einen Computer in den Kopf implantiert. Würdest du das auch machen?

Ich selbst würde wahrscheinlich niemanden aus Spaß an der Freude an meinem Gehirn rumschnibbeln lassen. Aber andersherum: Wenn die Operation ohnehin durchgeführt werden müsste und ich die Wahl hätte zwischen einem Implantat, das menschliche Fähigkeiten eins zu eins reproduziert, und einem, das meine Fähigkeiten erweitert, würde ich letzteres wählen.

Ich vermute, dass so etwas in den nächsten zwei Jahrzehnten ohnehin alltäglicher wird. Es gibt ja eine wachsende Bodyhacker-Szene, die ihrem Körper neue Fähigkeiten verleiht – beispielsweise mit Türcode-Chips in der Hand oder Magneten in den Fingerkuppen, mit denen man plötzlich elektrische Felder spüren kann. In Schweden ist der Chip in der Hand schon akzeptiertes Zahlungsmittel in der Bahn. Die Schwelle für solche Modifikationen sinkt, wir werden immer mehr solche freiwilligen Cyborgs sehen.

Monkeys »Augen« versagen und ein Neustart gelingt nicht gleich. Ich bin erstaunt – Monkey ist darauf nicht vorbereitet?

Ein Held, der nicht in ernste Bedrängnis gerät, wäre ganz furchtbar langweilig, oder? Zudem: Wie soll er sich auf die Lage vorbereiten? Er hat ja nicht vorher gewusst, dass das in genau diesem Moment passieren würde. Und die Mechanismen, mit denen Blinde ihre Einschränkung kompensieren, greifen in dieser Lage nicht. Also Dinge wie Ordnung halten, trainiertes Gedächtnis für die Umgebung und so weiter.

Wie tarnt Monkey eigentlich seinen ZAC?

Er trägt eins von diesen Tarndingern, wie auch Perry und Bull es haben. Ich hoffe, das steht irgendwo im Roman drin; wollte ich jedenfalls eigentlich reinschreiben.

Während in Band III der Dunkelwelten-Trilogie „Schwarze Ernte“ von Madeleine Puljic Monkey aus der Außensicht geschildert wird, blitzt bei dir seine Innensicht auf. Er hat Angst, zu erblinden und gegen Ende strahlt er unterschwelligen Zorn aus, wahrgenommen sogar von einem Cairaner. Wie emotional denkst du, ist Monkey nach seiner Vorgeschichte wirklich?

Monkey ist nicht nur körperlich, sondern auch emotional gehandicapt. Das heißt aber nicht, dass er keine Emotionen hat. Sie leiten bloß nicht sein Handeln, sondern sind davon völlig abgekoppelt, wie Ausstellungsstücke hinter Glas: „Aha, ich bin jetzt also mörderisch wütend. Interessant. Nun aber zurück zum Thema.“

Es ist sehr selten, dass diese Gefühle sich Bahn brechen und tatsächlich unmittelbar sein Handeln beeinflussen. Aber es ist jetzt auch nicht das erste Mal, dass so etwas geschildert wird. Meist spielt dabei der traumatische Verlust der eigenen Augen eine große Rolle. Es gab bspw. bei seiner Odyssee mit Alaska Saedelaere im Tradom-Zyklus einen Roman von Robert Feldhoff, in dem er für kurze Zeit seiner natürlichen Augen zurückerhielt und dann wieder verlor. Das hat ihn ebenfalls spürbar erschüttert.

Wenn ich dich schon »am Rohr habe«, gibt es auch ein paar Fragen zur Mini-Serie SOL. Im Galaktischen Forum und auf Facebook überschlagen sich die Leser mit Lob. Was ist das Geheimnis des Erfolges?

Wir probieren mit der Miniserie einiges Neues aus. Insofern kann ich nicht sagen, was jetzt wirklich der entscheidende Faktor ist. Ein paar einfache Antworten sind: Es geht um die SOL, das ist natürlich für viele Leser ein gewaltiger Bonuspunkt. Außerdem treffen wir viele liebgewonnene Charaktere wieder, von denen wir lange nichts gehört haben und deren Schicksal unklar geblieben ist.

Darüber hinaus machen wir schriftstellerisch einige Dinge anders. Ich habe mich bei der Konzeption an modernen Fernsehserien wie Breaking Bad orientiert. Das heißt, wir legen ein sehr viel stärkeres Augenmerk auf eine durchgängige charakterliche Entwicklung der Hauptfiguren, und die Romane sind inhaltlich extrem eng miteinander verwoben in der Art, wie Themen vorbereitet und Spuren für die spätere Auflösung gelegt werden. Es ist also weniger eine Reihe von zwölf Romanen, sondern ein von Anfang bis Ende genau durchkonzipierter Zwölfteiler.

Ich glaube, man merkt der Serie auch früh an, dass sich alles schnörkellos mit ziemlichem Tempo auf ein ganz klares Ziel hin entwickelt. Das dürfte auch zum Erfolg beitragen.

Wie viel Aufwand war die Recherche?

Das ging im Grunde. Ich habe das Setting in Tare-Scharm nicht nur gewählt, weil es vom bekannten Aufbruchszeitpunkt 1369 naheliegend war, sondern auch, weil der TRAITOR-Zyklus ohnehin einen ganz starken Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich habe also die fünf, sechs Bände, die auf Evolux selbst spielen, noch einmal gelesen und zwei, drei Wochen lang viel in alten Expos und Datenblättern gewühlt.

Beim Entwickeln der Expos selbst gab es zwar auch viele Dinge nachzulesen: Wie funktioniert noch einmal ein Paralog-Reprotron? Wie wurde Annek Mayonnlyn geschildert? Wie sieht das Innere eines GESETZ-Gebers aus? Wie kamen damals die Lamuuni auf die SOL? Aber das ist mit Volltextsuche in den E-Books zum Glück heute sehr viel schneller erledigt als mit Blättern in der Sammlung.

Die Autoren der SOL-Miniserie sagen unisono, dass deine Expos ein Lehrstück in Sachen Dramaturgie sind. Wie ist das mit den EA-Expos?

Jeder Exposéautor geht anders vor. Ich selbst habe nach Exposés von Frank Borsch, Rüdiger Schäfer, Rainer Schorm, Michael Buchholz, Marc A. Herren, Christian Montillon und Wim Vandemaan geschrieben. Die hatten alle ihre Punkte, auf die sie besonders Wert gelegt haben, und andere, wo sie viele Entscheidungen den Autoren überlassen haben. In der Erstauflage ist es (aus meiner Sicht) so, dass wir die unverrückbaren Eckpunkte erhalten, die für die Zyklusentwicklung insgesamt wichtig sind, sowie die Skizze einer Geschichte, mit der diese Eckpunkte vermittelt werden können. Da besteht aber viel Freiraum für Ergänzungen und Änderungen.

Das funktioniert bei Mission SOL ganz anders. Die Exposéarbeit für die EA und eine Miniserie ist aber auch nicht miteinander zu vergleichen. Bei der Miniserie habe ich nur eine Handlungsebene, mit zwölf Heften eine überschaubare Gesamtlänge und vor allem den Zwei-Wochen-Takt, in dem ich Dinge viel detailreicher ausarbeiten kann als in einer wöchentlichen Serie.

Dadurch wird aber auch das Korsett für die Autoren sehr viel enger. Einige Kollegen aus der Erstauflage wären mit meinen Expos sicher nicht besonders glücklich, weil sie wenig Raum zum eigenen Fabulieren lassen. Die Mission SOL-Exposés sind sehr umfangreich, die Schlimmsten waren von der Zeichenzahl schon ein Drittel Heftroman. Und da ist wenig Spielraum für Änderungen, weil auf einer Plot- und zwei Charakterebenen Bausteine für die spätere Auflösung platziert werden.

Danke für deine Zeit.

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Hier zur Heftversion:
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