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Zwölf Fragen an Verena Themsen zu ihrem Band 3038

Verena Themsen erzählt in ihrem Roman von der glorreichen Geschichte der Kandidatin Phaatom. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie, wie Faust und ihre Schriftstellerei verknüpft sind und ob sie Chaotarchen- oder Kosmokraten-Anhängerin ist.

Perry Rhodan spekuliert, dass Kosmokraten und Chaotarchen einem Plan folgen und vielleicht sogar auch ausführendes Organ sind. Sollte die PR-Kosmologie nach oben erweitert werden?

Ist sie doch schon, mit Thez. Und wird sie auch immer wieder werden, da Stillstand Rückschritt ist. Und ganz oben, das wissen wir ja alle, sitzen die geheimnisumwitterten Exp-o-kraten, über die der Enpunktarch herrscht!

Was würde das für den PR-Kosmos bedeuten?

Noch mehr Vielfalt, Staunen und Spannung!

Sollte zumindest das GESETZ erklärt werden?

Nur, wenn man vorhat, sich daran zu halten.

Wenn du wählen müsstest, für welche Seite würdest du dich entscheiden und warum? Chaotarchen oder Kosmokraten?

Ich bin da ganz bei Rhodan – die Mischung macht den Spaß.
Warum sich für eines entscheiden, wenn man ein bisschen von beidem haben kann?
Wobei mir noch der Zyklus fehlt, in dem Rhodan sich tatsächlich in den Dienst eines Chaotarchen (m/w/d) begibt. Aber vielleicht bekommen wir auch das noch.

Perry Rhodan glaubt in deinem Roman zu sterben und denkt, er wird seine verstorbenen Kinder und Frauen wiedersehen. Glaubt Rhodan an ein Leben danach?

Ich denke, es gibt Prägungen, die legt man auch in Jahrtausenden nicht ab. Rhodan ist in einer ländlichen Gegend in einem christlich dominierten Amerika aufgewachsen, und auch wenn das immer bewusst ausgeklammert wurde, denke ich, er hat seine Karriere als überzeugter Christ angefangen, wenn auch mit deutlich mehr Toleranz als der Durchschnitt seiner Zeit. Später mag sein Glaubenssystem sich gewandelt haben, da die Existenz von Superintelligenzen und Kosmokraten unweigerlich an jedem herkömmlichen religiösen Weltbild heutiger Zeit rütteln muss. Trotzdem bin ich sicher, dass er an irgendwas glaubt, und auch, dass er immer Hoffnung hat, selbst wenn er den Tod als unausweichlich vor Augen hat – das ist ja eines der Dinge, die ihn ausmachen (für mich zumindest). Und sei es nur, dass er hofft, in ES aufzugehen, selbst wenn die Superintelligenz sich mal wieder rar macht …

Perry Rhodan behält Yaraduas Vorschlag im Hinterkopf, den Cairanern mit der Auslieferung an die Phersunen und damit der Kandidatin Phaatom zu drohen. Altan, meint Yaradua, würde so etwas tun. Du bist bekennende Atlan-Jüngerin – wie gehst du mit seiner Kompromisslosigkeit und Härte um?

Kompromisslos und hart.
Ich bewundere ihn für seine Bereitschaft, auch mal vorzupreschen und die Dinge zu tun, von denen er nicht möchte, dass sie das Gewissen anderer belasten, die damit mehr Probleme hätten – das zumindest ist ein Teil meiner Sicht dieser Dinge. Auch, dass er dabei immer mal wieder die Freundschaft zu Perry einer Zerreißprobe unterzieht, gehört dazu – der Verlust würde ihn tief treffen, aber es ist ein Risiko, das er eingeht für Dinge, die er für richtig hält und bei denen er dem Freund ersparen möchte, womöglich harte Entscheidung gegen sein Gewissen treffen zu müssen. Dabei ist er gegen sich selbst im Endeffekt mindestens ebenso hart wie gegen andere.
Wobei er in Sachen kompromissloser Härte trotzdem noch hinter Monkey zurücksteht, den ich im Übrigen auch gerne schreibe. Was sagt das über mich aus? Hm …

Vier Personen besteigen mit Perry Rhodan den Schlitten. Welche der Figuren hättest du gern ausführlicher in dieser Situation erzählt?

Ich habe sie eigentlich alle in der Ausführlichkeit erzählt, auf die ich Lust hatte.

 

 

Zitat: »Gry wollte wissen, was die Vektormaterie war, was sie ausmachte. Sie war Wissenschaftlerin.«
Du bist Physikerin, leidest du mit ihr mit?

Ich halte es mit Faust:
»Drum hab ich mich der Schriftstellerei ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält …«

Faust ist mir höchst sympathisch, insbesondere die Auflösung seiner Erlösung: Das ewige Streben nach neuem Erfahren und Erleben als höchstes Gut, das zur Himmelfahrt berechtigt. Und auch Gry hat ja dank ihres Strebens ihre Himmelfahrt in diesem Roman. Ja, ich verstehe sie – ein bisschen zumindest.

Würdest du aus wissenschaftlicher Neugier die Abyssale Dispersion erleben wollen?

Ich glaube, so faustisch bin ich dann doch nicht veranlagt. Aber ich würde gerne die Messgeräte halten oder das Logbuch führen, während sie es tut.

Sichu und Gry sind sich nicht grün. Sichu begreift nicht, was Grys Problem mit ihr ist. Kannst du es uns verraten?

Das wäre ja spoilern.

Aber wie so oft ist es wohl ein Fall von »ich kann nur etwas für das, was ich sage, nicht für das, was du verstehst« – was vordergründig ja irgendwie logisch und nachvollziehbar klingt, faktisch aber von einem Mangel an Bereitschaft zeugt, sich auch mit der Lebenswelt des Gegenübers zu beschäftigen und sich die Mühe zu geben, sich für besseres Verstandenwerden darauf einzulassen.
Sichu und Gry kommen aus sehr verschiedenen Welten, und solange sie nicht bereit sind, sich die jeweils andere Welt wirklich anzuschauen und sich darauf einzulassen, werden sie immer zwar Interkosmo sprechen, aber trotzdem aneinander vorbeireden.
In der Dokumentation gibt es die wichtige Disziplin des zielgruppenorientierten Schreibens: Willst du verstanden werden, musst du dich damit beschäftigen, wie du formulieren musst, damit der Empfänger dich aus seinem kulturellen und persönlichen Kontext heraus verstehen kann. Tust du das nicht, bekundest du, dass es dir nicht wichtig ist, verstanden zu werden – und dann sollte man sich seine Worte vielleicht besser gleich sparen.

Auch an dich die Frage nach der fixen Vorhersagbarkeit der Zukunft durch die Thesan. Wie hältst du es mit einem deterministischen Weltbild?

Ich denke nicht, dass es um fixe Vorhersagbarkeit geht. Es ist immer ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Obwohl Perry Rhodans Welt natürlich vorbestimmt IST – dank der Exp-o-kraten … das führt jegliche Argumentation natürlich postwendend ad absurdum.

Welche Frage hättest du von mir nach Lesen von Band 3038 erwartet, die ich nicht gestellt habe? Und beantwortete sie doch auch gleich.  🙂

Ich habe da keinerlei Erwartungen, ich lasse so etwas auf mich zukommen. Und die Antwort ist ohnehin 42.

Danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360386/perry-rhodan-3038-weltenenden-von-verena-themsen-e-book-epub

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Weltenenden

 

Zwölf Fragen an Michelle Stern zu ihrem Band 3037

Michelle Stern verrät in ihrem Band 3038 erste Geheimnisse zu den Phersunen, die die Cairaner aus ihrer Galaxis Ancaisin vertrieben haben und blickt hinter die kosmischen Kulissen. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie, ob RHODAN mehr Liebesgeflüster verträgt und fragt sich, wie viele aus ihrem fünfköpfigem Einsatzteam den Folgeband überleben werden.

Michelle, letzte Woche hat Michael Marcus Thurner sich als ungeeignet für Liebesszenen beschrieben. Du hast unter dem Pseudonym Sarah Schwartz erotische Liebesromane geschrieben. (http://www.stefanie-rafflenbeul.de/tokyosins.htm)
Wann lotest du die Beziehung zwischen Donn Yaradua und Farye Sepheroa aus?

Lieber Roman: Wenn ich es darf, sprich wenn es in ein Exposé passt und die Exposéautoren das wünschen. Sie bestimmen ja die Beziehungen und wie ausführlich sie unter den Hauptfiguren sind. Ohne einen »Auftrag« würde ich da nicht loslegen. Wir schreiben ja alle an diesen Figuren und wenn da jeder machen würde, was er will, hätten wir Chaos.

Dass du es könntest, zeigt diese Passage aus Band 3037:
»
Und dann ertappte sie sich bei Gedankenspielen, wie es so sein mochte, mit einem Parabegabten zusammen zu sein, der Körperfunktionen willentlich beeinflussen konnte – seine und die einer Partnerin.
Sie schluckte. Wohin wanderten denn ihre Gedanken?«
Was denkst du: Verträgt RHODAN mehr Liebes- und Sexgeflüster?

Ich denke, dass viele Leser das nicht wollen und brauchen, aber ein wenig mehr Liebesbeziehungen die meisten auch nicht stören würden. Es ist ja inzwischen Standard, dass Beziehungen ausgeschrieben werden dürfen. Zu sehr muss es aber nicht ausufern, es sei denn, es passt wirklich einmal in einen Roman. Andeutungen mach ich schon ganz gern. Immerhin ist Sexualität ein wichtiges Thema und es ist nicht gesundheitsförderlich, es aus dem Leben rauszuschieben, als gehöre es nicht dazu.

Band 3037 hat viele Figuren – wie findet man da als Autorin die richtige Balance?

Gute Frage. Das ist manchmal für mich wirklich schwierig, besonders wenn es so viel Auswahl gibt. Da ist es für mich wichtig, mir einige wenige Figuren herauszusuchen, über die ich einerseits gern schreiben möchte, die aber auch für die Geschichte maßgeblich sind – und das wiederum legen größtenteils die Exposéautoren fest. Natürlich kann man auch mal einen ganz außenstehenden Charakter nehmen, aber ich mag es schon, Hauptfiguren zu haben, die wichtig sind und auch ihren Platz bekommen. Das ist in nahezu jeder erfolgreichen Serie der Fall und als Leser möchte ich auch bestimmten Figuren folgen und wissen, wie es ihnen geht. Dafür sollten sie eben auch vorkommen und in Innenperspektive beschrieben werden, damit ich mich leichter mit ihnen identifizieren kann.

Dein Band 3037 ist gespickt mit Zitaten über das Geheimnis der Phersunen. Steckt dahinter eine Bedeutung? Hast du dich von einem irdischen Werk inspirieren lassen?

Ich wollte damit die »Macht im Hintergrund« schon von Seite Eins an einführen. Es geht ja um eine Superintelligenz, was und wie auch immer sie genau sein mag, und diese kurzen Zitate nutze ich gern, um den Raum zu öffnen, um Geschichten noch ein wenig größer zu machen und hoffentlich die Phantasie der Leser anzuregen. Von einem irdischen Werk habe ich mich bewusst nicht inspirieren lassen, ob das unbewusst passiert ist, kann ich nicht sagen. Das Geheimnis wird ja gelüftet. Der Leser sollte von Anfang an schon denken, ob da nun eine SI dahintersteckt.
Allgemein werden gerade die Antagonisten in Geschichten gern vergessen, obwohl sie unglaublich wichtig sind. Das ist ein beliebter Fehler, denn gerade das Spiel zwischen Protagonist und Antagonist macht üblicherweise eine Menge aus. In diesen kurzen Zitaten soll der Antagonist zumindest anklingen. 

Du bist eine Meisterin des Vergleichs (z. B. »Verweht von einer Sekunde auf die nächste, als wäre sein Leben ein Funke, der von einem brennenden Holzscheit fortflog und in kaltem Schwarz erstarb«). Schüttelst du das aus dem Ärmel oder denkst du mehrere Minuten darüber nach?

Das ist tatsächlich verschieden. Manchmal kommt es einfach, dann setze ich mich aber auch mal hin und denke darüber nach, streiche, formuliere neu, versuche mich nicht zu ärgern, wenn es blöd klingt, oder nicht das ausdrückt, was ich ausdrücken will – und formuliere noch mal neu. Das läuft besser, je weniger Stress ich habe. Je knapper der Abgabetermin, desto weniger Lust habe ich, es zu kompliziert zu machen und viel Zeit in solche Überlegungen zu investieren. Von daher ist es wichtig, mit einem Roman möglichst früh anzufangen und auch ein wenig Zeit dafür zu haben. Da ich mir vor kurzem die Hand gebrochen hatte, beziehungsweise das Handgelenk, hat das alles ein wenig verknappt. Das mag ich nicht sonderlich, und ich hoffe, es wird in Zukunft wieder besser.

Der Held braucht bekanntlich immer ein Ziel. Gry O’Shannon will unbedingt das Rätsel rund um die Graue Materie lösen. Wird sie erfolgreich sein? 

Frag Verena. Sie schreibt den Folgeband.

Du bringst ein paar Stellen, die sich auf Rhodans Jugend beziehen. Hast du den Eschbach-Roman gelesen?

Ja, ich habe den Eschbach-Roman gelesen und er hat mir sehr gut gefallen. Andreas Eschbach ist ein hervorragender Schriftsteller. Gern mehr davon. 

Pezenna Flaith hat Rhodans Ankunft durch den Temporalen Kanal gesehen, womit wir ein deterministisches Weltbild hätten. Was denkst du? Ist die Zukunft vorherbestimmt und wie gehst du mit der darin manifestierten mangelnden Freiheit um?

Ich weiß nicht, wie genau die Exposéautoren sich das vorstellen und kann hier nur für mich sprechen. Für mich ist die Zukunft nicht eins zu eins vorherbestimmt. Gewisse Punkte zeichnen sich aber ab, oder sie lassen sich eben im Temporalen Kanal sehen. Die Frage ist, ob es nicht eher Informationen sein könnten, die aus der Zukunft kommen. Von daher sind sie eben nicht vorherbestimmt. Theoretisch lassen sie sich noch ändern. Wie das praktisch aussieht …
Hm. Das Thema Zeit ist ja sehr komplex. Auf jeden Fall regt es die Phantasie an, die ja zum Glück unbegrenzt ist.

Flaith prophezeit, dass Rhodan und sein Team den Besuch bei der Kandidatin gewinnen wird. Damit können wir uns den nächsten Roman sparen, oder?

Ha, du hast zu schnell gelesen. Den gewinnen sie ja schon in diesem Roman. Die spannendere Frage ist: Werden ihn alle überleben? 

Band 3037 liefert uns den ersten richtig »Bösen«, eine Materiesenke, die zur Chaotarchin werden will. Das schreit ja förmlich danach, dass sie durch Rhodans Expedition nach Ancaisin auf die Milchstraße aufmerksam wird …

 Ja. Könnte passieren. Wer weiß. Frag die Exposéautoren.

Mit welcher Seite sympathisierst du? Kosmokraten oder Chaotarchen?

Welche Seite sympathisiert mit mir? Und wozu zählt nun eigentlich Reginald Bull? Den mag ich. Ich denke, diese ganzen höheren Mächte, egal ob Kosmokraten oder Chaotarchen, machen vom Handwerk des Schreibens her betrachtet vor allem eins: Chaos im Sinn von Spannung. Von daher darf ich sie wohl beide großartig finden.
Was beim Schreiben mehr Spaß macht? Vielleicht finde ich das noch heraus …

Flaith sagt aus, dass sie von den Bruel gerettet wird. Ist das eine Anspielung auf den BrühlCon, den du im September besucht hast?

Wenn, dann ist sie nicht von mir. Das stand so im Exposé. Aber die Vorstellung gefällt mir.

Michelle, danke für deine Zeit.

Hier gehts zum ebook:
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https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900004083/perry-rhodan-3036-das-telekinetische-imperium-von-michael-marcus-thurner-heft

Hier zur Heftzusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Abyssale_Ruf

Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3036

Michael Marcus Thurner führt dank seines Bandes 3036 »Das telekinetische Imperium« nun die Zyklusstatistik mit neun Heften an. Im Interview mit Roman Schleifer spricht er darüber, wie er dem Planeten Woloo III und der Weemwelt schriftstellerisch Leben eingehaucht hat und wie er als Autor zur bislang verhinderten Liebe zwischen Donn Yaradua und Farye Sepheroa steht.

Michael, nach Heft 3034 hast du gestanden, dass du PERRY RHODAN nur wegen des Geldes schreibst. Auf mehr als 100 PR-Heften prangt dein Name – was hast du mit der Unmenge an Kohle gemacht?

Der Plan ist, PERRY RHODAN langsam aufzukaufen und als Herrscher übers Perryversum noch mehr Geld zu scheffeln. 

Du hast mit neun Romanen bislang die meisten Hefte des Zyklus geschrieben. Wie geht’s dir damit, dem Zyklus deinen Stempel verstärkt aufgedrückt zu haben?

Ich sehe das anders als du. Ich habe zwar viele verschiedene Geschichten in diesem Zyklus geschrieben. Aber das sind trotzdem bloß Teile eines Gesamtbildes, das das Team gemeinsam erschafft. 

3036 zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass du den Leser auf einen neuen, fremden Planeten entführst, den er gemeinsam mit den Galaktikern erkundet. Wie frei konntest du diese Welt gestalten und drauf losschreiben? Wie müssen wir uns das im Expo vorstellen? Stand da »Entwurf in Eigenregie«?

Grundsätzlich hatte ich viele Freiheiten. Der Planet wurde als Wasserwelt definiert, auch die vorhandenen Bauten waren grundsätzlich vorgegeben wie auch die Vertreter jener beiden Völker, die dort existieren. Aber sonst konnte ich viele eigene Sachen einbringen. 
 
Andere Autoren schreiben seitenlange Dateien über die neue Welt, bevor sie mit dem Schreiben beginnen. Schließt du die Augen und siehst die Welt fertig vor dir?

Nein. Das entwickelt sich tatsächlich alles erst während des Schreibens. Ich trete also in eine farb- und raumlose Welt und male sie aus, während ich tiefer in sie vordringe. Also während des Spazierengehens durch diesen leeren Raum. Manchmal muss ich einen Schritt zurückmachen und einige Pinselstriche anders setzen. Das ist nun mal das Risiko an meiner Arbeitsweise. Aber es ist nun mal jene Methode, mit der ich am besten zurechtkomme.

Zitat: »›Was habt ihr über die Außenhülle? Ich weiß nicht, woran ich es festmachen soll, aber dieser violette Schimmer ist unerträglich.‹ Rhodan blinzelte. ›Diese Farbe tut in den Augen weh.‹«
Du lässt als Rapid Wien Fußballfan keine Gelegenheit aus, einen Seitenhieb auf den anderen Wiener Fußballverein Austria Wien anzubringen, dessen Vereinsfarbe violett ist. Damit die deutschen Leser das nachvollziehen können. Mit welchen Fußballclubs in Deutschland ist das vergleichbar?

Wohl mit der Rivalität zwischen Dortmund und Schalke oder der bei grundsätzlich jedem Derby.
Ich hab vor kurzem mal nachgesehen, wie oft ich die Farbe dieses anderen Wiener Vereins in einem PERRY-Roman von mir erwähnt habe. Das war vielleicht zwei- oder dreimal. Und jedesmal, soweit ich mich erinnere, war ich durch Expovorgaben dazu gezwungen worden. Wenn das, wie im Roman 3036, der Fall war, hab ich halt meinen Widerwillen kundgetan. Diese Farbe ist in meinem Leben schlichtweg tabu. 

Wenn Austria Wien ein Bösewicht im RHODAN-Kosmos wäre, welcher wäre es dann?

Ich seh diesen Verein ja nicht als »böse«. Ich will einfach in keinerlei Hinsicht damit in Verbindung geraten. Dessen Fans haben ja auch mein Mitleid für ihren völlig falschen Lebensentwurf.
Aber diese Dinge versteht man wohl nur als Fußballfan.

Donn Yaradua greift in Faryes biochemischen Haushalt ein. Müsste er aufgrund ihrer Langlebigkeit durch ihren unsterblichen Großvater eine Abweichung zu dem biochemischen Haushalt eines Galaktikers bemerken? Wie könnte sich das bemerkbar machen?

Ich bilde mir ein, das in Ansätzen beschrieben zu haben, aber ich hab diese Stelle jetzt nicht mehr im Kopf. Selbstverständlich müsste er etwas anderes »sehen« als bei einem normalsterblichen Terraner.

Heft 3036 spielt ein Jahr nach Band 3000 – wie lange kommt dir das subjektiv vor?

Ein Jahr. 

Die Phersunen führen die Graue Materie als in ihren Schiffen und setzen sie vermutlich auch zielgerichtet ein. Die Graue Materie fließt ab. Folgt sie, um den Titel »Abyssaler Ruf« von Band 3039 aufzugreifen, diesem Ruf? Und fließt sie in den Abyssalen Triumphbogen?

Ah, versuchen wir’s wieder einmal, mir einen Spoiler zu entlocken? Wann gibst du’s endlich auf, Roman?

(Anmerkung: Aus meinen toten, kalten Fingern werdet ihr … ähem)

Wenn du Farye und Donn dabei zu siehst, wie sie sich davor drücken, sich gegenseitig ihre Liebe zu gestehen – was denkst du dir da? Welchen Tipp hast du für sie?

Tscha, diese Liebesgeschichte war ein Thema bei der Arbeit am Manuskript. Da hat’s Diskussionen gegeben. Ich musste feststellen, dass ich einfach nicht der geeignete Ansprechpartner zu Sex und Liebe bei PERRY RHODAN bin. Da denke ich offenbar anders als viele meiner Kollegen, das muss ich akzeptieren. Deshalb möchte ich den beiden auch keine Ratschläge geben. Sorry.

Michael, danke für deine Zeit.

Homepage von Michael Marcus Thurner:
http://www.mmthurner.at/

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https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900004083/perry-rhodan-3036-das-telekinetische-imperium-von-michael-marcus-thurner-heft

Hier geht’s  zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Das_telekinetische_Imperium