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Dreizehn Fragen an Wim Vandemann zu seinem Band 3039 und zur Expose-Arbeit

Wim Vandemaan, alias Harmut Kasper, einer der beiden Exposè-Autoren von PERRY RHODAN liefert einen RHODAN-Roman ab, der zumindest für mich alle Zutaten eines hochklassigen Romans hat. Im Interview verrät er, ob er sich für Chaotarchen oder Kosmokraten entscheiden würde und ob Perry Rhodan dank ANANSI vorhersehbar geworden ist.

Hartmut, dein Roman 3039 enthält alle Zutaten, die das Herz des RHODAN-Lesers höherschlagen lässt (zumindest, wenn ich davon ausgehe, dass mein RHODAN-Herz analog jenem der durchschnittlichen Leserschaft schlägt):
Rhodan in Gefangenschaft und wie er entkommen könnte, eine Raumschlacht mit Icho Tolot als Strategen in Höchstform, philosophische Gespräche und ein Kommando- und Risikounternehmen.
Ich darf ein wenig provozieren: Wieso gibt es das nicht in jedem RHODAN-Heft?

Weil Rhodan dann ein wöchentliches Abo auf Gefangenschaftsentweichung hätte. Und weil ein guter Stratege im Idealfall ja Raumschlachten verhindert und nicht führt.

Zitat: »Wäre das Leben frei von unverhofften Ereignissen, wäre es nicht so magnetisch.«
Welches unverhoffte Ereignis hat Perry Rhodan am meisten berührt?

Das weiß ich nicht, und eigentlich will ich es auch nicht wissen. Darum: Mir ist mit Rhodan als Hauptfigur dann besonders wohl, wenn eine gewisse Distanz bleibt, eine gewisse Unergründlichkeit, ein privater Raum, den ich nicht aufschließen will.

In den letzten Heften wurde wieder der Unterschied zwischen Chaotarchen oder Kosmokraten thematisiert. Für welche Seite würdest du dich entscheiden? Und warum?

Das klingt ein bisschen wie die Frage: Gehen oder stehen? Mann oder Frau? Wachen oder Schlafen – wofür würdest du dich entscheiden? Eines geht nicht ohne das andere. Jedes hat seine Zeit und Art.

Zitat: »Was immer die Mission sonst erbracht haben wird, könnte durch einen derartigen Verlust als entwertet erscheinen.«
Mit »Verlust« ist hier der Tod Rhodans gemeint. Wie würde Rhodan seinen eigenen Tod im Verhältnis zu den anderen Ergebnissen der Expedition bewerten?

Bevor oder nachdem er gestorben wäre?

Gab es für den Raumkampf, den Tolot befehligt, eine echte Vorlage?
Falls nein – wer hat dieses strategische Meisterstück entworfen und wieso stellt er/sie sein/ihr Talent nicht der Bundeswehr zur Verfügung?

Keine echte Vorlage. Raumschlachten im Perryversum sind ja Mischungen aus Luft- und Seeschlachten, die Trägerschiffe etwa wie fliegende Flugzeugträger. Und die Bundeswehr ist, soweit ich das beurteilen kann, derzeit noch nicht in der Lage, Raumschlachten zu führen. Gegen wen auch?

 ANANSIS berechnet aufgrund von Hunderten von Rhodans Außeneinsätzen das Zeitfenster, in dem er einen Freiraum zur Flucht schaffen wird. Ist Rhodan damit nun offiziell vorhersehbar geworden?

Alle Menschen sind in gewissen Grenzen vorhersagbar, das beweisen Buchversandfirmen und dergleichen jeden Tag. Das mag einem gefallen oder nicht, aber die Präzision der Vorhersagen ist schon jetzt erstaunlich. Liegt wohl daran, dass wir sind, wer wir sind. Würden wir immerzu andere, ließe die Vorhersagbarkeit nach. Da bereits heute solche Kalkulationen möglich sind, dürfen wir für einen Supercomputer wie ANANSI sicher einiges mehr erwarten, zumal der Fall Rhodan bestens dokumentiert ist. Aber lass uns bitte Vorhersagbarkeit nicht mit Vorbestimmung verwechseln.

Iwan/Iwa beherrscht die Schmerzteleportation. Ohne zu spoilern – erwarten uns in diesem Zyklus die Hintergründe der Schmerzteleportation oder ist das einer der Punkte, die für den nächsten Zyklus eingeschlagen wurden?

Dazu wird in diesem Zyklus noch einiges gesagt.

In deinem Roman blitzt Rhodans Schlagfertigkeit und Hang zur Ironie aus den Anfangsbänden auf. Jetzt ist er um Tausende Jahre und wir Leser um Jahrzehnte älter geworden. Was ist das Charaktermerkmal, das sich bei Perry am stärksten verändert hat?

Zu Beginn ist Rhodan ein streitbarer Humanist gewesen. Jetzt ist er ein manchmal nachsichtiger streitbarer Humanist.

 

Hartmut Kasper am GutCon 2019
copyright Jörg Ritter

Seit unserem letzten Zyklus-Interview sind fast zwanzig Hefte vergangen. Also schauen wir wieder zurück. Vielleicht schaffe ich auch Fragen zur zukünftigen Handlung, die du ohne Spoiler beantworten kannst.
Was ist im Rückblick deine Erkenntnis für die zukünftige Handlung?

Es bleibt spannend. Auch für mich.

Wie man auch in dem Zyklus sehen kann, sind Christoph und du eine sprudelnde Ideen-Quelle. Müsst ihr euch manchmal einbremsen, weil die Ideen zu »fantastisch« sind?

Ideen hat jeder; du weißt ja, dass sie bei mir nicht sehr hoch im Kurs stehen. Ich entwickle neue Ideen genauso gerne, wie ich auf bewährte Ideen zurückgreife. Sehr viel wichtiger sind mir die Geschichten. Nur die Geschichte, die wir erzählen wollen, setzt den Ideen Grenzen.

Auf der Atlan/Arkon-Ebene ist ein Schiff von ES aufgetaucht. Auf einer Skala von 0 bis 10, wie tief hat ES seine Finger im Zyklus?

Das wäre sehr schwierig zu beantworten, da meiner Vorstellung nach ES keine Finger hat. Also innerhalb der Skala von 0 bis 12 vielleicht: π? e?

Das Arkon-System wird gefühlt ein wesentlicher Bestandteil des Zyklus sein. Wenn Atlan sich zwischen der Rückholung von Terra und der Wiederherstellung des Arkon-Systems entscheiden müsste, wie würde er sich entscheiden?

Muss er das denn?
Schaun wir mal.

Das Arkon-System wurde im THEZ-Zyklus zu einem Atopischen Konduktor, der eine Verbindung zu den Jenzeitigen Landen ermöglicht. Falls die Jenzeitigen Lande mit der Scheerung aus unserem Universum entfernt wurde – wo führt dieser Durchgang nun hin? Oder spoilerfrei gefragt: Ist der Atopische Konduktor noch ein Durchgang – wohin auch immer?

Sehr, sehr gute Frage.

Hartmut, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zu ebook samt Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360393/perry-rhodan-3039-die-kanzlei-unter-dem-eis-von-wim-vandemaan-e-book-epub

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Die_Kanzlei_unter_dem_Eis

 

 

Zwölf Fragen an Verena Themsen zu ihrem Band 3038

Verena Themsen erzählt in ihrem Roman von der glorreichen Geschichte der Kandidatin Phaatom. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie, wie Faust und ihre Schriftstellerei verknüpft sind und ob sie Chaotarchen- oder Kosmokraten-Anhängerin ist.

Perry Rhodan spekuliert, dass Kosmokraten und Chaotarchen einem Plan folgen und vielleicht sogar auch ausführendes Organ sind. Sollte die PR-Kosmologie nach oben erweitert werden?

Ist sie doch schon, mit Thez. Und wird sie auch immer wieder werden, da Stillstand Rückschritt ist. Und ganz oben, das wissen wir ja alle, sitzen die geheimnisumwitterten Exp-o-kraten, über die der Enpunktarch herrscht!

Was würde das für den PR-Kosmos bedeuten?

Noch mehr Vielfalt, Staunen und Spannung!

Sollte zumindest das GESETZ erklärt werden?

Nur, wenn man vorhat, sich daran zu halten.

Wenn du wählen müsstest, für welche Seite würdest du dich entscheiden und warum? Chaotarchen oder Kosmokraten?

Ich bin da ganz bei Rhodan – die Mischung macht den Spaß.
Warum sich für eines entscheiden, wenn man ein bisschen von beidem haben kann?
Wobei mir noch der Zyklus fehlt, in dem Rhodan sich tatsächlich in den Dienst eines Chaotarchen (m/w/d) begibt. Aber vielleicht bekommen wir auch das noch.

Perry Rhodan glaubt in deinem Roman zu sterben und denkt, er wird seine verstorbenen Kinder und Frauen wiedersehen. Glaubt Rhodan an ein Leben danach?

Ich denke, es gibt Prägungen, die legt man auch in Jahrtausenden nicht ab. Rhodan ist in einer ländlichen Gegend in einem christlich dominierten Amerika aufgewachsen, und auch wenn das immer bewusst ausgeklammert wurde, denke ich, er hat seine Karriere als überzeugter Christ angefangen, wenn auch mit deutlich mehr Toleranz als der Durchschnitt seiner Zeit. Später mag sein Glaubenssystem sich gewandelt haben, da die Existenz von Superintelligenzen und Kosmokraten unweigerlich an jedem herkömmlichen religiösen Weltbild heutiger Zeit rütteln muss. Trotzdem bin ich sicher, dass er an irgendwas glaubt, und auch, dass er immer Hoffnung hat, selbst wenn er den Tod als unausweichlich vor Augen hat – das ist ja eines der Dinge, die ihn ausmachen (für mich zumindest). Und sei es nur, dass er hofft, in ES aufzugehen, selbst wenn die Superintelligenz sich mal wieder rar macht …

Perry Rhodan behält Yaraduas Vorschlag im Hinterkopf, den Cairanern mit der Auslieferung an die Phersunen und damit der Kandidatin Phaatom zu drohen. Altan, meint Yaradua, würde so etwas tun. Du bist bekennende Atlan-Jüngerin – wie gehst du mit seiner Kompromisslosigkeit und Härte um?

Kompromisslos und hart.
Ich bewundere ihn für seine Bereitschaft, auch mal vorzupreschen und die Dinge zu tun, von denen er nicht möchte, dass sie das Gewissen anderer belasten, die damit mehr Probleme hätten – das zumindest ist ein Teil meiner Sicht dieser Dinge. Auch, dass er dabei immer mal wieder die Freundschaft zu Perry einer Zerreißprobe unterzieht, gehört dazu – der Verlust würde ihn tief treffen, aber es ist ein Risiko, das er eingeht für Dinge, die er für richtig hält und bei denen er dem Freund ersparen möchte, womöglich harte Entscheidung gegen sein Gewissen treffen zu müssen. Dabei ist er gegen sich selbst im Endeffekt mindestens ebenso hart wie gegen andere.
Wobei er in Sachen kompromissloser Härte trotzdem noch hinter Monkey zurücksteht, den ich im Übrigen auch gerne schreibe. Was sagt das über mich aus? Hm …

Vier Personen besteigen mit Perry Rhodan den Schlitten. Welche der Figuren hättest du gern ausführlicher in dieser Situation erzählt?

Ich habe sie eigentlich alle in der Ausführlichkeit erzählt, auf die ich Lust hatte.

 

 

Zitat: »Gry wollte wissen, was die Vektormaterie war, was sie ausmachte. Sie war Wissenschaftlerin.«
Du bist Physikerin, leidest du mit ihr mit?

Ich halte es mit Faust:
»Drum hab ich mich der Schriftstellerei ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält …«

Faust ist mir höchst sympathisch, insbesondere die Auflösung seiner Erlösung: Das ewige Streben nach neuem Erfahren und Erleben als höchstes Gut, das zur Himmelfahrt berechtigt. Und auch Gry hat ja dank ihres Strebens ihre Himmelfahrt in diesem Roman. Ja, ich verstehe sie – ein bisschen zumindest.

Würdest du aus wissenschaftlicher Neugier die Abyssale Dispersion erleben wollen?

Ich glaube, so faustisch bin ich dann doch nicht veranlagt. Aber ich würde gerne die Messgeräte halten oder das Logbuch führen, während sie es tut.

Sichu und Gry sind sich nicht grün. Sichu begreift nicht, was Grys Problem mit ihr ist. Kannst du es uns verraten?

Das wäre ja spoilern.

Aber wie so oft ist es wohl ein Fall von »ich kann nur etwas für das, was ich sage, nicht für das, was du verstehst« – was vordergründig ja irgendwie logisch und nachvollziehbar klingt, faktisch aber von einem Mangel an Bereitschaft zeugt, sich auch mit der Lebenswelt des Gegenübers zu beschäftigen und sich die Mühe zu geben, sich für besseres Verstandenwerden darauf einzulassen.
Sichu und Gry kommen aus sehr verschiedenen Welten, und solange sie nicht bereit sind, sich die jeweils andere Welt wirklich anzuschauen und sich darauf einzulassen, werden sie immer zwar Interkosmo sprechen, aber trotzdem aneinander vorbeireden.
In der Dokumentation gibt es die wichtige Disziplin des zielgruppenorientierten Schreibens: Willst du verstanden werden, musst du dich damit beschäftigen, wie du formulieren musst, damit der Empfänger dich aus seinem kulturellen und persönlichen Kontext heraus verstehen kann. Tust du das nicht, bekundest du, dass es dir nicht wichtig ist, verstanden zu werden – und dann sollte man sich seine Worte vielleicht besser gleich sparen.

Auch an dich die Frage nach der fixen Vorhersagbarkeit der Zukunft durch die Thesan. Wie hältst du es mit einem deterministischen Weltbild?

Ich denke nicht, dass es um fixe Vorhersagbarkeit geht. Es ist immer ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Obwohl Perry Rhodans Welt natürlich vorbestimmt IST – dank der Exp-o-kraten … das führt jegliche Argumentation natürlich postwendend ad absurdum.

Welche Frage hättest du von mir nach Lesen von Band 3038 erwartet, die ich nicht gestellt habe? Und beantwortete sie doch auch gleich.  🙂

Ich habe da keinerlei Erwartungen, ich lasse so etwas auf mich zukommen. Und die Antwort ist ohnehin 42.

Danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360386/perry-rhodan-3038-weltenenden-von-verena-themsen-e-book-epub

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Weltenenden

 

Zwölf Fragen an Michelle Stern zu ihrem Band 3037

Michelle Stern verrät in ihrem Band 3038 erste Geheimnisse zu den Phersunen, die die Cairaner aus ihrer Galaxis Ancaisin vertrieben haben und blickt hinter die kosmischen Kulissen. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie, ob RHODAN mehr Liebesgeflüster verträgt und fragt sich, wie viele aus ihrem fünfköpfigem Einsatzteam den Folgeband überleben werden.

Michelle, letzte Woche hat Michael Marcus Thurner sich als ungeeignet für Liebesszenen beschrieben. Du hast unter dem Pseudonym Sarah Schwartz erotische Liebesromane geschrieben. (http://www.stefanie-rafflenbeul.de/tokyosins.htm)
Wann lotest du die Beziehung zwischen Donn Yaradua und Farye Sepheroa aus?

Lieber Roman: Wenn ich es darf, sprich wenn es in ein Exposé passt und die Exposéautoren das wünschen. Sie bestimmen ja die Beziehungen und wie ausführlich sie unter den Hauptfiguren sind. Ohne einen »Auftrag« würde ich da nicht loslegen. Wir schreiben ja alle an diesen Figuren und wenn da jeder machen würde, was er will, hätten wir Chaos.

Dass du es könntest, zeigt diese Passage aus Band 3037:
»
Und dann ertappte sie sich bei Gedankenspielen, wie es so sein mochte, mit einem Parabegabten zusammen zu sein, der Körperfunktionen willentlich beeinflussen konnte – seine und die einer Partnerin.
Sie schluckte. Wohin wanderten denn ihre Gedanken?«
Was denkst du: Verträgt RHODAN mehr Liebes- und Sexgeflüster?

Ich denke, dass viele Leser das nicht wollen und brauchen, aber ein wenig mehr Liebesbeziehungen die meisten auch nicht stören würden. Es ist ja inzwischen Standard, dass Beziehungen ausgeschrieben werden dürfen. Zu sehr muss es aber nicht ausufern, es sei denn, es passt wirklich einmal in einen Roman. Andeutungen mach ich schon ganz gern. Immerhin ist Sexualität ein wichtiges Thema und es ist nicht gesundheitsförderlich, es aus dem Leben rauszuschieben, als gehöre es nicht dazu.

Band 3037 hat viele Figuren – wie findet man da als Autorin die richtige Balance?

Gute Frage. Das ist manchmal für mich wirklich schwierig, besonders wenn es so viel Auswahl gibt. Da ist es für mich wichtig, mir einige wenige Figuren herauszusuchen, über die ich einerseits gern schreiben möchte, die aber auch für die Geschichte maßgeblich sind – und das wiederum legen größtenteils die Exposéautoren fest. Natürlich kann man auch mal einen ganz außenstehenden Charakter nehmen, aber ich mag es schon, Hauptfiguren zu haben, die wichtig sind und auch ihren Platz bekommen. Das ist in nahezu jeder erfolgreichen Serie der Fall und als Leser möchte ich auch bestimmten Figuren folgen und wissen, wie es ihnen geht. Dafür sollten sie eben auch vorkommen und in Innenperspektive beschrieben werden, damit ich mich leichter mit ihnen identifizieren kann.

Dein Band 3037 ist gespickt mit Zitaten über das Geheimnis der Phersunen. Steckt dahinter eine Bedeutung? Hast du dich von einem irdischen Werk inspirieren lassen?

Ich wollte damit die »Macht im Hintergrund« schon von Seite Eins an einführen. Es geht ja um eine Superintelligenz, was und wie auch immer sie genau sein mag, und diese kurzen Zitate nutze ich gern, um den Raum zu öffnen, um Geschichten noch ein wenig größer zu machen und hoffentlich die Phantasie der Leser anzuregen. Von einem irdischen Werk habe ich mich bewusst nicht inspirieren lassen, ob das unbewusst passiert ist, kann ich nicht sagen. Das Geheimnis wird ja gelüftet. Der Leser sollte von Anfang an schon denken, ob da nun eine SI dahintersteckt.
Allgemein werden gerade die Antagonisten in Geschichten gern vergessen, obwohl sie unglaublich wichtig sind. Das ist ein beliebter Fehler, denn gerade das Spiel zwischen Protagonist und Antagonist macht üblicherweise eine Menge aus. In diesen kurzen Zitaten soll der Antagonist zumindest anklingen. 

Du bist eine Meisterin des Vergleichs (z. B. »Verweht von einer Sekunde auf die nächste, als wäre sein Leben ein Funke, der von einem brennenden Holzscheit fortflog und in kaltem Schwarz erstarb«). Schüttelst du das aus dem Ärmel oder denkst du mehrere Minuten darüber nach?

Das ist tatsächlich verschieden. Manchmal kommt es einfach, dann setze ich mich aber auch mal hin und denke darüber nach, streiche, formuliere neu, versuche mich nicht zu ärgern, wenn es blöd klingt, oder nicht das ausdrückt, was ich ausdrücken will – und formuliere noch mal neu. Das läuft besser, je weniger Stress ich habe. Je knapper der Abgabetermin, desto weniger Lust habe ich, es zu kompliziert zu machen und viel Zeit in solche Überlegungen zu investieren. Von daher ist es wichtig, mit einem Roman möglichst früh anzufangen und auch ein wenig Zeit dafür zu haben. Da ich mir vor kurzem die Hand gebrochen hatte, beziehungsweise das Handgelenk, hat das alles ein wenig verknappt. Das mag ich nicht sonderlich, und ich hoffe, es wird in Zukunft wieder besser.

Der Held braucht bekanntlich immer ein Ziel. Gry O’Shannon will unbedingt das Rätsel rund um die Graue Materie lösen. Wird sie erfolgreich sein? 

Frag Verena. Sie schreibt den Folgeband.

Du bringst ein paar Stellen, die sich auf Rhodans Jugend beziehen. Hast du den Eschbach-Roman gelesen?

Ja, ich habe den Eschbach-Roman gelesen und er hat mir sehr gut gefallen. Andreas Eschbach ist ein hervorragender Schriftsteller. Gern mehr davon. 

Pezenna Flaith hat Rhodans Ankunft durch den Temporalen Kanal gesehen, womit wir ein deterministisches Weltbild hätten. Was denkst du? Ist die Zukunft vorherbestimmt und wie gehst du mit der darin manifestierten mangelnden Freiheit um?

Ich weiß nicht, wie genau die Exposéautoren sich das vorstellen und kann hier nur für mich sprechen. Für mich ist die Zukunft nicht eins zu eins vorherbestimmt. Gewisse Punkte zeichnen sich aber ab, oder sie lassen sich eben im Temporalen Kanal sehen. Die Frage ist, ob es nicht eher Informationen sein könnten, die aus der Zukunft kommen. Von daher sind sie eben nicht vorherbestimmt. Theoretisch lassen sie sich noch ändern. Wie das praktisch aussieht …
Hm. Das Thema Zeit ist ja sehr komplex. Auf jeden Fall regt es die Phantasie an, die ja zum Glück unbegrenzt ist.

Flaith prophezeit, dass Rhodan und sein Team den Besuch bei der Kandidatin gewinnen wird. Damit können wir uns den nächsten Roman sparen, oder?

Ha, du hast zu schnell gelesen. Den gewinnen sie ja schon in diesem Roman. Die spannendere Frage ist: Werden ihn alle überleben? 

Band 3037 liefert uns den ersten richtig »Bösen«, eine Materiesenke, die zur Chaotarchin werden will. Das schreit ja förmlich danach, dass sie durch Rhodans Expedition nach Ancaisin auf die Milchstraße aufmerksam wird …

 Ja. Könnte passieren. Wer weiß. Frag die Exposéautoren.

Mit welcher Seite sympathisierst du? Kosmokraten oder Chaotarchen?

Welche Seite sympathisiert mit mir? Und wozu zählt nun eigentlich Reginald Bull? Den mag ich. Ich denke, diese ganzen höheren Mächte, egal ob Kosmokraten oder Chaotarchen, machen vom Handwerk des Schreibens her betrachtet vor allem eins: Chaos im Sinn von Spannung. Von daher darf ich sie wohl beide großartig finden.
Was beim Schreiben mehr Spaß macht? Vielleicht finde ich das noch heraus …

Flaith sagt aus, dass sie von den Bruel gerettet wird. Ist das eine Anspielung auf den BrühlCon, den du im September besucht hast?

Wenn, dann ist sie nicht von mir. Das stand so im Exposé. Aber die Vorstellung gefällt mir.

Michelle, danke für deine Zeit.

Hier gehts zum ebook:
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Hier zur Heftzusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Abyssale_Ruf

Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3036

Michael Marcus Thurner führt dank seines Bandes 3036 »Das telekinetische Imperium« nun die Zyklusstatistik mit neun Heften an. Im Interview mit Roman Schleifer spricht er darüber, wie er dem Planeten Woloo III und der Weemwelt schriftstellerisch Leben eingehaucht hat und wie er als Autor zur bislang verhinderten Liebe zwischen Donn Yaradua und Farye Sepheroa steht.

Michael, nach Heft 3034 hast du gestanden, dass du PERRY RHODAN nur wegen des Geldes schreibst. Auf mehr als 100 PR-Heften prangt dein Name – was hast du mit der Unmenge an Kohle gemacht?

Der Plan ist, PERRY RHODAN langsam aufzukaufen und als Herrscher übers Perryversum noch mehr Geld zu scheffeln. 

Du hast mit neun Romanen bislang die meisten Hefte des Zyklus geschrieben. Wie geht’s dir damit, dem Zyklus deinen Stempel verstärkt aufgedrückt zu haben?

Ich sehe das anders als du. Ich habe zwar viele verschiedene Geschichten in diesem Zyklus geschrieben. Aber das sind trotzdem bloß Teile eines Gesamtbildes, das das Team gemeinsam erschafft. 

3036 zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass du den Leser auf einen neuen, fremden Planeten entführst, den er gemeinsam mit den Galaktikern erkundet. Wie frei konntest du diese Welt gestalten und drauf losschreiben? Wie müssen wir uns das im Expo vorstellen? Stand da »Entwurf in Eigenregie«?

Grundsätzlich hatte ich viele Freiheiten. Der Planet wurde als Wasserwelt definiert, auch die vorhandenen Bauten waren grundsätzlich vorgegeben wie auch die Vertreter jener beiden Völker, die dort existieren. Aber sonst konnte ich viele eigene Sachen einbringen. 
 
Andere Autoren schreiben seitenlange Dateien über die neue Welt, bevor sie mit dem Schreiben beginnen. Schließt du die Augen und siehst die Welt fertig vor dir?

Nein. Das entwickelt sich tatsächlich alles erst während des Schreibens. Ich trete also in eine farb- und raumlose Welt und male sie aus, während ich tiefer in sie vordringe. Also während des Spazierengehens durch diesen leeren Raum. Manchmal muss ich einen Schritt zurückmachen und einige Pinselstriche anders setzen. Das ist nun mal das Risiko an meiner Arbeitsweise. Aber es ist nun mal jene Methode, mit der ich am besten zurechtkomme.

Zitat: »›Was habt ihr über die Außenhülle? Ich weiß nicht, woran ich es festmachen soll, aber dieser violette Schimmer ist unerträglich.‹ Rhodan blinzelte. ›Diese Farbe tut in den Augen weh.‹«
Du lässt als Rapid Wien Fußballfan keine Gelegenheit aus, einen Seitenhieb auf den anderen Wiener Fußballverein Austria Wien anzubringen, dessen Vereinsfarbe violett ist. Damit die deutschen Leser das nachvollziehen können. Mit welchen Fußballclubs in Deutschland ist das vergleichbar?

Wohl mit der Rivalität zwischen Dortmund und Schalke oder der bei grundsätzlich jedem Derby.
Ich hab vor kurzem mal nachgesehen, wie oft ich die Farbe dieses anderen Wiener Vereins in einem PERRY-Roman von mir erwähnt habe. Das war vielleicht zwei- oder dreimal. Und jedesmal, soweit ich mich erinnere, war ich durch Expovorgaben dazu gezwungen worden. Wenn das, wie im Roman 3036, der Fall war, hab ich halt meinen Widerwillen kundgetan. Diese Farbe ist in meinem Leben schlichtweg tabu. 

Wenn Austria Wien ein Bösewicht im RHODAN-Kosmos wäre, welcher wäre es dann?

Ich seh diesen Verein ja nicht als »böse«. Ich will einfach in keinerlei Hinsicht damit in Verbindung geraten. Dessen Fans haben ja auch mein Mitleid für ihren völlig falschen Lebensentwurf.
Aber diese Dinge versteht man wohl nur als Fußballfan.

Donn Yaradua greift in Faryes biochemischen Haushalt ein. Müsste er aufgrund ihrer Langlebigkeit durch ihren unsterblichen Großvater eine Abweichung zu dem biochemischen Haushalt eines Galaktikers bemerken? Wie könnte sich das bemerkbar machen?

Ich bilde mir ein, das in Ansätzen beschrieben zu haben, aber ich hab diese Stelle jetzt nicht mehr im Kopf. Selbstverständlich müsste er etwas anderes »sehen« als bei einem normalsterblichen Terraner.

Heft 3036 spielt ein Jahr nach Band 3000 – wie lange kommt dir das subjektiv vor?

Ein Jahr. 

Die Phersunen führen die Graue Materie als in ihren Schiffen und setzen sie vermutlich auch zielgerichtet ein. Die Graue Materie fließt ab. Folgt sie, um den Titel »Abyssaler Ruf« von Band 3039 aufzugreifen, diesem Ruf? Und fließt sie in den Abyssalen Triumphbogen?

Ah, versuchen wir’s wieder einmal, mir einen Spoiler zu entlocken? Wann gibst du’s endlich auf, Roman?

(Anmerkung: Aus meinen toten, kalten Fingern werdet ihr … ähem)

Wenn du Farye und Donn dabei zu siehst, wie sie sich davor drücken, sich gegenseitig ihre Liebe zu gestehen – was denkst du dir da? Welchen Tipp hast du für sie?

Tscha, diese Liebesgeschichte war ein Thema bei der Arbeit am Manuskript. Da hat’s Diskussionen gegeben. Ich musste feststellen, dass ich einfach nicht der geeignete Ansprechpartner zu Sex und Liebe bei PERRY RHODAN bin. Da denke ich offenbar anders als viele meiner Kollegen, das muss ich akzeptieren. Deshalb möchte ich den beiden auch keine Ratschläge geben. Sorry.

Michael, danke für deine Zeit.

Homepage von Michael Marcus Thurner:
http://www.mmthurner.at/

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Hier geht’s  zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Das_telekinetische_Imperium

 

 

Achtundzwanzig antworten von Andreas Brandhorst zu seinem Buch »Das Flüstern«

Seit dem ersten Kantaki-Roman »Diamant« aus dem Jahr 2003 verschlinge ich die Bücher von Andreas Brandhorst. Sechzehn Jahre füllen seine Bücher daher einen eigenen Abschnitt in meiner  Bibliothek. Zusätzlich bringen mich seine Werke regelmäßig ins Grübeln, wie zuletzt das Buch »Das Flüstern«. Einer jahrelangen Tradition zwischen uns folgend nimmt er sich Zeit für ein Gespräch über »Das Flüstern« und seine kommenden Werke »Im Netz der Sterne« und »Das Erwachen II«. Und er erklärt seinen Bezug zur kontrollierten Schizophrenie.

https://www.piper.de/uploads/import/produkte/produkt-10005908.jpg

Andreas, der Hauptheld im Buch »Das Flüstern« ist Nikolas, der am Asperger-Syndrom leidet und eine mathematische Inselbegabung hat, sprich Autist ist. Ich bin sicher, du beeinspruchst in deiner Antwort, dass Nikolas »leidet«.

Da hast du völlig recht – Nikolas ist nicht krank, sondern anders. Übrigens steht nicht fest, dass er ein »Aspi« ist, wie sie manchmal genannt werden. An einer Stelle heißt es im Roman, dass es sich zumindest nicht um die klassische Form des Asperger-Syndroms handelt.
Bei meinen Recherchen zu »Das Flüstern« habe ich festgestellt: Glücklicherweise findet auch in Deutschland ein Umdenken statt. Autismus galt bis vor wenigen Jahren noch als Krankheit, wird aber zunehmend als ein »Zustand« begriffen, was der Realität viel näher kommt. Autisten »funktionieren« anders.

Die meisten Ärzte würden dir vermutlich widersprechen, immerhin findet sich das Asperger-Syndrom im icd10, der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, also die amtliche Diagnosenklassifikation der WHO (https://www.icd-code.de/suche/icd/code/F84.-.html?sp=SAsperger).
Findest du die Einstufung als Krankheit arrogant, weil wir, die (vermeintlich) »normalen« uns dadurch erhöhen?

Die falsche Einstufung von Autismus als Krankheit macht es (scheinbar) einfacher: Man verschreibt Tabletten, und damit hat sich die Sache. Viele der eingesetzten Medikamente sind Psychopharmaka, die es in sich haben, und letztendlich dienen sie der Dämpfung, Linderung oder Neutralisierung von Symptomen – das Verhalten des »Kranken« soll unauffälliger werden, leichter zu handhaben. Dabei wird übersehen, dass Autismus ein großes Potenzial hat. So sind zum Beispiel im IT-Bereich viele Programmierer Autisten, weil sie mit Mathematik und strukturierten Sprachen gut zurechtkommen.

An den PR-Tagen in Osnabrück hast du gesagt, das Thema des Buches ist für dich sehr persönlich: Wie bist du zu dem Thema gekommen? Wer hat dich sensibilisiert?

Das Thema liegt mir schon seit vielen Jahren am Herzen und ist so persönlicher Natur, dass ich an dieser Stelle nicht mehr dazu sagen möchte.

Du bist als Schriftsteller ja eigentlich auch nicht »normal«, immerhin steckst du während der Konzeption und beim Schreiben zeitgleich in mehreren Persönlichkeiten …

Ich nenne so etwas manchmal »kontrollierte Schizophrenie«. Je besser es einem als Autor gelingt, sich in die Figuren hineinzudenken, je tiefer man in ihre Psyche vordringt, desto plausibler und authentischer wird der Roman.

Hast du manchmal Angst, dass die literarischen Charaktere auf dich abfärben? Oder sind sie ohnehin alle in dir?

Es ist wie das Spiel von Kindern, die in andere Rollen schlüpfen und sich darin ausprobieren. Es gehört zu den menschlichen Eigenschaften: Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, sich in die Lage von anderen Personen zu versetzen, die Dinge mit fremden Augen zu sehen. Dadurch »färbt« nichts ab, aber man erweitert die eigene Perspektive.

Wie hast du recherchiert?

Indem ich Fachliteratur gelesen und mit Betroffenen gesprochen habe, mit Autisten, Sozialarbeitern und Ärzten.

Kommen wir zum Buchinhalt: In der ersten Szene überlebt der achtjährige Nikolas einen Autounfall, bei dem seine Eltern sterben. Nikolas erlebt diesen Autounfall, der sich als Mordanschlag entpuppt, dank seiner speziellen Begabung wie in Zeitlupe und weicht auch den Kugeln aus. Später stellt er fest, dass er einen Schutzengel hat.
Glaubst du an Schutzengel?

Nein, ich glaube nicht, dass uns jemand oder etwas beschützt. Um das Beschützen müssen wir uns schon selbst kümmern.

Aufgrund des Schutzengels könnte man vermuten, dass es sich bei dem Buch um ein religiös motiviertes Buch handelt und/oder ein religiöses Thema behandelt.

Nein, mit Religion hat »Das Flüstern« nichts zu tun.

Nikolas wechselt schließlich in ein Institut für besonders begabte Personen. Spätestens dort drängt sich der Vergleich mit den X-Men auf. Wo denkst du, geht die evolutionäre Entwicklung des Menschen hin? Sind Parabegabte der nächste logische Schritt der Evolution?

X-Men oder etwas in der Art hatte ich beim Schreiben von »Das Flüstern« nicht im Sinn, aber ich habe oft über die Evolution nachgedacht, und darüber, dass sie uns noch die eine oder andere Überraschung bescheren könnte. Übrigens: Es werden immer mehr autistische Kinder geboren, und Jungen sind dabei in der Mehrzahl. Das Normale bleibt nur so lange normal, wie das Ungewöhnliche selten ist …

Vor seinem Wechsel in das Institut trifft Nikolas auf Sonja, die einen besonderen Platz in seinem Leben einnimmt. Wie wichtig sind Liebe und Freundschaft in deinem Leben?

Das ist eine sehr persönliche Frage, und die sehr persönliche Antwort darauf lautet: Ich wünschte, ich hätte mehr davon gehabt in meinem Leben.

Nikolas lebt in der Mitte des Buches in Italien, dem Land, in dem du viele Jahrzehnte gelebt hast. Du schilderst ein mafiöses Milieu, in dem Nikolas aufgrund seiner 16 Jahre wie ein Fremdkörper und hoffnungslos naiv wirkt. Welche eigenen Erfahrungen mit der Cosa Nostra sind in das Buch eingeflossen?

Die »Cosa Nostra« ist eine von vier großen Mafia-Organisationen in Italien, ansässig vor allem in Sizilien. Außerdem gibt es: die »’Ndrangheta« (Betonung auf der ersten Silbe) in Kalabrien, die »Sacra Corona Unita« in Apulien und die »Camorra« in Neapel. Während meiner 30 Jahre in Italien habe ich es nie selbst mit dem organisierten Verbrechen zu tun bekommen, aber ich hatte mehrmals Gelegenheit, ihre direkten und indirekten Auswirkungen zu beobachten und mit Menschen zu sprechen, die über Kontakte im Mafia-Milieu verfügten. Das alles ist in den Roman eingeflossen.

Im Laufe des Buches reift Nikolas charakterlich und wird selbstbewusster. Bist du mit der Zeit und deinen Bücher literarisch gereift? Woran machst du das dingfest?

Der einzige Vorteil des Alterns ist das Mehr an Lebenserfahrung, und das macht sich in allen Bereichen bemerkbar, auch beim Schreiben. Dort gilt zudem: Je mehr man liest und schreibt, desto mehr nimmt die literarische Reife zu. Es liegt daran, dass die eigenen Ansprüche steigen, und außerdem gewinnt man einen besseren Blick für das, was die Menschen bewegt, wie ihr Innenleben beschaffen ist und beschaffen sein kann. Wenn ich heute einen Roman nehme, den ich vor, sagen wir, fünfzehn Jahren geschrieben habe, so fällt mir sofort der Unterschied ins Auge. Ja, ich bin literarisch reifer geworden, und ich hoffe, die Reise geht weiter.

Wenn du eines deiner Bücher aussuchen könntest, um es neu zu schreiben: Welches wäre es? Und was würdest du ändern?

Hier sind wir wieder bei der literarischen Reife: Es gibt nur ganz wenige Bücher, die ich nicht neu schreiben würde. Mit dem Abstand der Jahre gibt es immer Stellen, die mir unfertig, zu kantig, zu ungenau erscheinen – weil man es inzwischen besser weiß, weil man die Messlatte noch höher gelegt hat, weil neue Lebenserfahrungen und neue Perspektiven hinzugekommen sind. Die Bücher, die ich nicht neu schreiben bzw. an denen ich nur wenig ändern würde, wären wahrscheinlich: »Die Stadt«, »Das Erwachen« und insbesondere »Das Flüstern«.

Die Rezensionen auf den Buchportalen zu »Das Flüstern« sind durchwegs positiv. Wie sehr freut dich so etwas?

Es ist Balsam für meine empfindsame Autorenseele. Das meine ich tatsächlich so.

Inhaltlich möchte ich gar nicht mehr über »Das Flüstern« verraten, außer, dass ich mit Nikolas und Sonja mitgelitten und mitgefiebert haben. Und durch das Ende lebt die Chance auf eine Fortsetzung, oder?

Den Eindruck könnte man vielleicht gewinnen. Aber eine Fortsetzung habe ich derzeit nicht geplant.

Apropos Fortsetzung: In deinem Spiegel-Bestseller »Das Erwachen« aus dem Jahr 2017 geht es um das Erwachen einer Maschinenintelligenz. Soeben bist du mit dem Nachfolge-Manuskript fertig geworden. Jetzt folgt die Nachbearbeitung, dann der Lektor, dann kommst wieder zum Zug, bevor wir das Buch erscheint. Wann werden wir es in Händen halten?

Ich nehme an, der Roman erscheint Anfang Oktober 2020, als ein Schwerpunkttitel des Piper Verlags für die Frankfurter Buchmesse 2020.

»Das Erwachen« ist auf der Spiegel-Bestsellerliste gelandet. Ist das jetzt dein Anspruch für Band II? Und wie sieht das der Verlag?

Ich würde mich sehr freuen, es noch einmal auf die Spiegel-Bestsellerliste zu schaffen. Und der Verlag natürlich auch.

Ich gehe davon aus, dass wir auf dieselben Helden treffen wie in »Das Erwachen«, aber auch auf neue Figuren. Welche der neuen Figuren ist die wichtigste?

Die wichtigste neue Figur, die Protagonistin des Romans, ist Jessica Jameson. Als bekannte Figuren tauchen auf: Viktoria Jorun Dahl, Mortimer Swift – und natürlich Coorain Coogan, der vielen Lesern gefallen hat, no worries.

Wie hast du für die Fortsetzung recherchiert?

Zum Glück konnte ich bei den Recherchen auf das Netzwerk zurückgreifen, das beim Sammeln von Informationen und Hintergrundmaterial für »Das Erwachen« entstanden ist. Meine Hacker-Kontakte in Amsterdam haben mir auch diesmal geholfen, wofür ihnen mein besonderer Dank gilt – dafür haben sie einen Gastauftritt im Roman bekommen. Natürlich einen, der nicht auf ihre wahre Identität schließen lässt.

Jetzt hättest du auch bei anderen deiner Einzelromane eine Fortsetzung schreiben können – wieso bekommt »Das Erwachen« einen Nachfolger?

Eigentlich wollte ich gar keinen Fortsetzung schreiben, aber ich bin oft von Lesern gefragt worden: Wie geht es nach dem »Erwachen« weiter? Wie entwickelt sich die Welt unter der Herrschaft einer globalen Maschinenintelligenz? Was wird aus den Menschen? Schließlich begann ich konkret darüber nachzudenken, und daraus ergab sich das Konzept für einen Roman, der die Geschichte nach dem Erwachen erzählt.
Damit noch nicht genug. Im nächsten Science-Fiction-Roman, der voraussichtlich im Dezember 2020 bei Piper erscheint, komme ich auf die Mars Discovery zurück, ein Raumschiff, das kurz vor dem Erwachen der Maschinenintelligenz zum Mars startete. »Das Erwachen« berichtet in Streiflichtern davon, ebenso »Das Erwachen 2«.
Der Science-Fiction-Roman wird die ganze Geschichte der Mars Discovery und ihrer Crew erzählen, eine Geschichte, die weit über den Mars hinausgeht und bis zu den Sternen reicht.

Witzigerweise habe ich 2019 auch eine Story geschrieben für EXODUS Nr. 40, die am Mars spielt und im Frühjahr 2020 erscheint. (https://www.exodusmagazin.de)

Eine Geschichte, die ich gelesen habe, spannend und interessant. Bei dir geht es gleich um die ganz große Frage, um das Überleben der Menschheit. Die von einem ziemlich drastischen Konflikt zwischen Mann und Frau abhängt …
In Mars Discovery geht es hingegen um den Konflikt zwischen Maschinenintelligenz und Menschen, um eine riesige Chance für die Zukunft, um einen Mars als Zwischenstation auf dem Weg zu den Sternen.

Im September 2018 hast du in einem Interview mit mir an dieser Stelle für Oktober 2020 einen Roman in Planung gehabt, in dem du Fundamentalismus, Fanatismus, Populismus und Radikalisierung aufs Korn nehme. Ist das noch aktuell?

Ja, für den Roman, einen Thriller, existiert ein Vertrag. Der Arbeitstitel lautet »Messias«. Diesem Roman geht es wie »Das Flüstern« – er wird verschoben, weil ein anderer Titel vorher kommt. Bei »Das Flüstern« war es »Ewiges Leben«, und »Messias« muss sich wegen »Das Erwachen 2« ein Jahr gedulden.

https://www.piper.de/uploads/import/produkte/produkt-10005877.jpg

Bevor wir »Das Erwachen II« in Händen halten, dürfen wir uns Anfang Dezember über dein SF-Buch »Das Netz der Sterne« freuen. Darin geht es um Tess, einer Kartografin, die in einen unbekannten Teil des Kosmos vordringt, aus dem noch niemand lebend zurückgekommen ist. Warum bitte ist sie so blöd und fliegt dort hin, wenn sie der Tod erwartet?

Die Antwort findet sich im Klappentext für »Das Netz der Sterne: »Die junge Tess Velazca ist eine begnadete Sängerin und wünscht sich nichts mehr, als an der Musikakademie des Planeten Harmonie zu studieren. Doch ihre Familie ist hoch verschuldet und Tess’ Schwester Anita, die sich verpflichtet hatte, die Schulden abzuarbeiten, ist abtrünnig geworden und verschwunden. Es bleibt Tess nichts anderes übrig, als Anitas Platz bei Interkosmika einzunehmen, einem Konzern, der die interstellaren Reisen zwischen den Sternen kontrolliert. Um das Vergehen ihrer Schwester zu begleichen, entscheidet sich Tess für die gefährlichste Arbeit: Als Kartografin will sie viele Lichtjahre weit ins Unbekannte vorstoßen, um für Interkosmika fremde Regionen zu erkunden. Doch für viele Kartografen ist es eine Reise ohne Wiederkehr …«

Wofür würdest du dein Leben riskieren?

Lass es mich so formulieren: Wenn mir jemand sagen würde, »Du könntest morgen zum Mars fliegen, aber es gibt keine Garantie für deine Rückkehr« – ich wäre sofort einverstanden.

Mit welchen fundamentalen Fragen des Lebens beschäftigt sich »Das Netz der Sterne«?

Mit der einfachsten und gleichzeitig wichtigsten wofür lohnt es sich zu leben?

Warum müssen wir auch dieses Buch von dir gelesen haben?

Weil man eine spannende kosmische Geschichte verpasst, wenn man es nicht liest.

Ich gehe davon aus, das du mir im Dezember 2019 dazu auch wieder ein paar Fragen beantworten wirst… Welche Frage werden ich nach Lesen von »Das Netz der Sterne« ganz sicher stellen?

Wie wär’s mit: Wie bist du bloß auf diese Idee gekommen?

Gut, ist notiert. 🙂

Andreas, danke für deine Zeit.

Homepage von Andreas Brandhorst:
https://andreasbrandhorst.de

Facebook-Seite von Andreas Brandhorst:
https://www.facebook.com/AndreasBrandhorst

Seine Autorenseite bei Piper:
https://www.piper.de/autoren/andreas-brandhorst-3585

 

Fragen an Uwe Anton und Christian Montillon zu Band 3035

Mit Band 3035 haben wir nach Band 3000 den zweiten Roman im Zyklus, der offiziell von zwei Autoren geschrieben wurde. Uwe Anton und Christian Montillon verraten im Interview mit Roman Schleifer, wie es dazu gekommen ist und ob negative Superintelligenzen in dem Zyklus eine Rolle spielen.

Uwe, Christian, wie ist es zu dem Doppelband gekommen?

Uwe: Widrige Umstände haben gemeinerweise verhindert, dass ich rechtzeitig fertig wurde. Wie es so schön heißt, kommt ein Unglück selten allein. In meinem weiteren Familienkreis waren es innerhalb kürzester Zeit gleich drei. Das hat mich doch ein wenig aus der Bahn geworfen. Außerdem war ich gesundheitlich etwas angeschlagen, so dass Christoph den Roman vollendet hat. Er hat einen tollen Job gemacht, herzlichen Dank dafür!
Solche Zusammenarbeiten sind bei PERRY RHODAN aber nicht ungewöhnlich. Ich selbst habe sechs Romane mit Co-Autoren geschrieben: 2142/2143 zusammen mit Rainer Castor, der Doppelband erzählte mit zwei Parallelhandlungen eine durchgehende Geschichte, und Rainer und ich haben uns im Vorfeld abgesprochen, jeweils eine Handlungsebene durchgehend zu erzählen. In 2538 habe ich ein Fragment von Robert Feldhoff vollendet, bei 2950 war von Anfang an vorgesehen, dass Christian und ich je eine Handlungsebene übernehmen, und bei 2956 musste ich krankheitsbedingt passen, so dass Michael Marcus Thurner den Roman vollendet hat.

Bei Doppelbänden ist für einen Teil der Leser auch immer ein Thema, welcher Autor welchen Teil geschrieben hat. Klärt uns auf.

Uwe: Also, Roman, es gibt Blumen und Bienen. Die Bienen fliegen dann zu den Blumen und … Schon gut, schon gut. Der Roman sollte für sich selbst sprechen. Aber das habe ich oben ja schon freiwillig erläutert, ohne dass du mir die Daumenschrauben anlegen musstest.

Christian: Ich denke auch: Wenn man es beim Lesen nicht merkt, hat es was Gutes … und wenn man es doch merkt, kann man sich ja freuen, dass man es erkannt hat. Oder erkannt zu haben glaubt, denn so einfach ist das nicht immer festzustellen.

Im ersten Drittel geht es darum, das Schiff der Quantam umzubauen, während im zweiten Teil die Action um die Rettung des Systems beginnt. Der Umbau des Quantam-Schiffs spielt bei dem Versuch der Rettung keine Rolle. Warum widmet man ein Drittel des Heftes dem Umbau?

Uwe:
Ich finde schon, dass der Umbau für die Geschichte wichtig ist. PERRY RHODAN lebt von der inneren Logik. Also muss man den Umbau schildern. Außerdem habe ich im ersten Drittel schon viele Handlungsfäden ausgelegt, die später zusammengeführt werden.

Christian: So ist es. Und unsere Helden sind ja nicht nur in diesem Roman in dem Quantam-Schiff unterwegs.

Welche Rolle spielt das Schiff in der weiteren Handlung?

Uwe: Diese Frage geht wohl an Christian. Ich habe keine Ahnung …

Christian: Spoiler-Fragen, bzw. Fragen, deren Antworten nur aus Spoilern bestehen können, beantworte ich ja prinzipiell nicht, da ich Spoiler für wenig sinnvoll halte bei einer Spannungsserie. Ja, so bin ich. Ein Schelm! Ein Narr!

Ihr schildert, wie Rhodan mit dem Quantam um sein Schiff verhandelt, dabei will er ihn aber nicht übervorteilen. In den Verhandlungen geht Rhodan taktisch höchst ungeschickt vor. Am Ende tauscht er drei waffentechnisch abgespeckte Korvetten gegen ein Schiff der Quantam. Ist dieser Preis nicht zu hoch?

Uwe: Rhodan mag die Quantam einfach. Sie erinnern ihn an die Terraner, als sie noch jung und aufstrebend waren. Das ist kein taktisch ungeschicktes Vorgehen, das ist ein Geschenk für dieses Völkchen. Schade, dass das nicht besser rüberkam.

Christian: Ich wehre mich gegen das »taktisch höchst ungeschickt«. Uwe hat ja gesagt, was in Rhodan vorging. Und ich glaub, das steht auch im Roman. Oder es war Uwe und mir so klar, dass wir es nicht deutlich genug gemacht haben.

Rhodan braucht das Schiff der Quantam, um unauffällig in Ancaisin agieren zu können. Wer kennt Kugelraumer in Ancaisin? Eine Korvette ohne positronische Heimatdaten hätte es doch auch getan, oder?

Uwe: Aber dann hätten wir die Quantam nie näher kennengelernt. Was hast du gegen Völkerverständigung in Ancaisin?

Da in dem Heft viel Zeit der grauen Materie gewidmet wird, nehme ich an, sie wird uns noch einige Zeit begleiten. Ich halte es für kein natürliches Phänomen. Haben die Phersunen da ihre Finger im Spiel?

Uwe: Michael Marcus Thurner stellt in Gesprächen mit dir über seine Romane immer wieder fest, dass du ihn mit bestimmten Fragen über die kommende Handlung aushorchen willst. Könnte das ein weiterer unzulänglicher Versuch sein?

Moana Schnebars Fähigkeiten wurden von den medizinischen Experten der Flotte angezweifelt, weil sie und 299 andere Kadetten auf einem Ausbildungsflug den Angriff der Ladhonen auf ein System nicht abwehren konnten. Äh … das verstehe nicht, das müsst ihr mir erklären.

U: Medizinische Experten sind weder allmächtig noch unfehlbar. Das sieht man immer wieder, wenn man auf einem Friedhof spazieren geht.

Christian: Und außerdem: Moana & Co. könnten ja ein traumatisches Erlebnis davongetragen haben. Was sie später evtl. einschränkt.

Und sie denkt, dass sie damals versagt hat – auch das kann ich nicht nachvollziehen. Was bitte hätte sie damals tun sollen? Sie war Kadettin und nicht die Kommandantin.

Uwe: In einer idealen Welt wächst eine Kadettin in solch einem Fall über sich hinaus, entwickelt Fähigkeiten, die weit über die der Kommandantin hinausgehen, und rettet den Tag. In einer idealen Welt sind medizinische Experten allerdings auch allmächtig und unfehlbar und gehen nicht auf Friedhöfen spazieren.

Christian: Und in einer idealen Welt würde sich ein Mensch, der so etwas miterlebt hat, hinterher nicht anzweifeln, weil er ja nichts hätte tun können. In der Realität (und in diesem Roman) sieht es ganz anders aus, fürchte ich. Nein, das fürchte ich nicht nur, das ist so. Wenn du anders gestrickt bist, ist das gut für dich.

Wie sieht es eigentlich mit der Vergessensstrahlung aus? In der anderen Galaxis kann sie ja nicht wirken, d.h. die Galaktiker, die in der Milchstraße geboren wurden, müssten sich wieder frei mit der Erde und der terranischen Geschichte auseinandersetzen können. Wann wird das in einem Heft thematisiert?

Uwe: Kobra … äh, Montillont, übernehmen Sie!

Christian: Könnte sein, dass du das falsch verstehst, Roman. Wirkt da wirklich immer etwas auf die Leute ein in der Milchstraße? Kann sein. Oder auch nicht. Aber wie willst du dich an etwas erinnern, das du nie erlebt hast?

Zitat: »An der Spitze zu stehen, bringt Verpflichtungen mit sich«, sagte Tenga.
Monti, du bist für die Expos verantwortlich, stehst mit Hartmut an der Spitze. Wie fühlst du dich? Wie gehst du mit der Verantwortung um?

Christian: Da gebe ich mal eine etwas klischeebeladene Antwort: Indem wir (also Hartmut und ich) unser Bestes geben.

Christian, du entkommst natürlich nicht den Fragen zum Zyklus allgemein.

Christian:
Das kannst du gern versuchen. Spoiler-Fragen werde ich aber gnadenlos abschmettern. *pfeif*

Spannend finde ich, dass ich im Urlaub in Khao Lak von der Grauen Materie lese und prompt erscheint sie über Terra … (siehe Foto).

Graue Materie
Panik

Welche Fähigkeiten verschweigen du und Hartmut uns?

 Die des Expokraten-Telepathisierens. Das wirkt bis nach Khao Lak.

Der Zyklus ist jetzt 35 Hefte alt – was würdet ihr nachträglich betrachtet anders machen?

Da musst du mir etwas mehr Abstand geben. Frühstens, wenn der Zyklus vorbei ist und wir gut im nächsten stecken. Ich glaube nicht, dass man jetzt schon von „Abstand“ sprechen kann, der einen objektiven Rückblick ermöglicht.

Wenn Perry Rhodan seine Erlebnisse der ersten 35 Hefte in maximal drei Sätzen beschreiben müsste, was würde er sagen?

»Ich komm nach so langer Zeit nach Hause und alles ist anders. Meine Heimat ist verschwunden, und keiner weiß, ob es sie je gegeben hat. Da sind Fremde, und ich muss mich mit ihnen verständigen.« 

Normalerweise werden die Schlüsselromane von den Expokraten geschrieben. 3015 war von Leo Lukas, 3025 und 3039 von Wim Vandemaan. Schreibst du 3050?

Könnte ich mir gut vorstellen

Was kommt auf uns zu? Gib uns einen Ausblick?

Da wirst du warten und Romane lesen müssen, so leid es mir tut.

Bislang gibt es noch keinen Hinweis, wo die Erde geblieben ist. Es gab eine Bestandsaufnahme in der Milchstraße und den Hinweis auf das Geviert. Kein »Böser« weit und breit. Wird der Zyklus ohne einen Bösen auskommen?

Ich finde es ganz spannend, keinen personifizierten bösen Oberschurken zu haben. Zumindest mal eine Zeitlang nicht. (Jetzt darf jeder gern zwischen den Zeilen lesen.)

Ich habe mir die Untertitel der RHODAN-Romane bis 3039 durchgelesen
3037 – Der Abyssale Ruf – Terraner beim Heiligtum einer Galaxis, es ist das Geheimnis der Phersunen
3038 – Weltenende – im Reich der Kandidaten, sie fahren zum Schauraum der Vernichtung
Monti, ich fabuliere und ersuche dich um Korrektur:
Abyss ist negativ belegt, wird mit dem Teufel und der Unterwelt assoziiert. Vernichtung ist selbsterklärend … das deutet für mich in Richtung negative Superintelligenz, die da ihre Finger im Spiel hat und VECU, eindeutig eine positive SI, vertrieben hat.

Der alte erfahrene RHODAN-Leser Roman Sch. denkt in die richtige Richtung. Aber nein, von einer negativen Superintelligenz werden wir nichts hören in Ancaisin. Und das ist das maximale an Gespoilere, das du aus mir rauslocken kannst. Versuch es erst gar nicht.

Wie viele Spuren habt ihr für den nächsten Zyklus ab Band 3100 bereits eingeschlagen?

Ver-such-es-erst-gar-nicht!

Uwe, und Christian, danke für eure Zeit.

Hier geht’s zum ebook:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360355/perry-rhodan-3035-graue-materie-von-uwe-anton-christian-montillon-e-book-epub

Hier gehts zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900004076/perry-rhodan-3035-graue-materie-von-uwe-anton-christian-montillon-heft

Hier zu Zusammenfassung der Hefthandlung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Graue_Materie_(Roman)

Vierundzwanzig Fragen an Andreas Brandhorst zu seinem Buch EKLIPSE

Spiegel-Bestseller-Autor Andreas Brandhorst ist einer der wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch verschlinge, so auch sein SF-Werk »Eklipse«. Dankenswerterweise fand der sympathische Deutsche, fand Zeit zu einem Gespräch über das Buch, seine Gedanken zu einem RHODAN-Wälzer aus seiner Feder, über das nächste Werk »Im Netz der Sterne« und über die Fortsetzung von »Das Erwachen«.

Andreas, »Eklipse« ist eines von drei Büchern (»Das Flüstern« und »Im Netz der Sterne«), die 2019 von dir erscheinen. Hattest du 2018 einen literarischen Kreativschub?

Nein, nicht in dem Sinn. Ich schreibe eher langsam, 3 bis 6 Seiten pro Tag, aber jeden Tag, und auf diese Weise entstehen etwa anderthalb Romane im Jahr. Dass in diesem Jahr gleich 3 neue Romane erscheinen, liegt daran, dass sich die Manuskripte »angestaut« haben, was insbesondere an der Verschiebung von »Das Flüstern« lag. Der Thriller hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr erscheinen sollen, musste aber »Ewiges Leben« (Oktober 2018) Platz machen.

Eklipse ist ein SF-Roman, dessen Setting auch zum aktuellen RHODAN-Zyklus passen würde: Ein Raumschiff kehrt nach fünfzig Jahren zur Erde zurück und findet sie verändert vor. Während im RHODAN-Universum gleich die Erde verschwunden ist, ist bei dir »nur« die von den Raumfahrern gewohnte Hochtechnologie verschwunden, die Menschheit massiv dezimiert und auf ein Niveau zurückgefallen, das an den Wilden Westen erinnert. Zusätzlich zu diesem Albtraum für die Raumfahrer befindet sich ein außerirdisches Killerwesen an Bord des Raumers und trachtet den Raumfahrern und der Menschheit nach dem Leben.
Was war dein allererster Gedanken, der dich dann letztendlich zu dem Buch geführt hat?

Die Konfrontation mit dem Unbekannten, dem Unvertrauten – darum ging es mir. Ich habe mich gefragt: Wie würden Raumfahrer reagieren, die nach einer langen Reise von den Sternen heimkehren und eine ganze andere Erde vorfinden als die, mit der sie gerechnet haben?

Du hast Band 3005 zum PR-Zyklus »Mythos Erde« beigetragen. Inwieweit hat dich das beeinflusst?

Ich habe die Arbeit an »Eklipse« unterbrochen, um »Wiege der Menschheit« (PR 3005) zu schreiben, und die Umstellung war groß – ich musste bei PR sehr viel knapper schreiben, hatte weniger Platz für Beschreibungen und Figurenprofil. Das änderte sich dann wieder bei der Rückkehr zu »Eklipse«. Ich glaube nicht, dass ich »beeinflusst« worden bin, aber die Abwechselung fand ich sehr interessant.

Der Roman spielt einerseits auf der Erde, aber auch auf der EKLIPSE und auf einem Asteroiden. Jetzt nutzt du bei deinen SF-Werken normalerweise die Weite der Galaxis oder gleich jene von Galaxiengruppen. In welchem Setting fühlst du dich wohler? In dem begrenzten der Erde oder in der Weite?

Beides hat seinen Reiz, und außerdem probiere ich immer wieder gern neue Darstellungsformen aus, siehe dazu auch meine Antwort auf die nächste Frage. Ich liebe die große galaktische Bühne mit ihren bunten kosmischen Kulissen, aber ich mag auch planetare Abenteuer, wie zum Beispiel in »Das Arkonadia-Rätsel«.

Du erzählst die Story aus unterschiedlichen Perspektiven der Raumfahrer. Was waren da deine Überlegungen, den Roman nicht nur aus einer Perspektive zu erzählen?

Ich wollte das Innenleben der einzelnen Besatzungsmitglieder der EKLIPSE zeigen, auf ihre Besonderheiten eingehen. Und ich fand es reizvoll, das Geschehen jeweils aus ihren individuellen Blickwinkeln zu beschreiben. Daraus ergibt sich ein noch besseres, detaillierteres Gesamtbild.

Die Raumfahrerin Samantha ist eine der Schlüsselfiguren der Handlung. Was würde sie nachträglich zu den Erlebnissen sagen?

Sie würde sich fragen, ob sie ihrer großen Verantwortung als Koordinatorin gerecht geworden ist, und die Antwort lautet: ja. Damit dürfte sie zufrieden sein, trotz allem. Jeder von uns kann nur sein Bestes tun, und wenn das Beste getan ist, sind (Selbst-) Vorwürfe fehl am Platz.

Zusätzlich zu den Raumfahrern gibt es Rebecca, die auf der Erde gejagt wird. Erst nach und nach erschließt sich dem Leser, wie die Handlung rund um die Raumfahrer und Rebecca zusammenhängt. Was wäre der wichtigste Rat, den Rebecca Jahrzehnte später ihren Enkeln aufgrund ihrer Erlebnisse weitergeben würde?

Sie würde sagen: »Man darf sich nichts vormachen.«

Da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, darf der »Böse« Marcus nicht fehlen. Wie würde er seinen Enkeln seine Motive erklären? Immerhin überschreitet er einen Grenze, die kein Vater überschreiten sollte …

Marcus würde erklären, dass er eine bessere Welt im Sinn hatte. Die Bösen halten sich selbst nicht für böse. Sie sind oft davon überzeugt, das Richtige zu tun. Marcus würde erklären, das Richtige getan zu haben, gegen Umstände, die mächtiger waren als er.

Wie in all deinen SF-Werken gibt es eine ausgestorbene, mysteriöse Rasse, deren Hinterlassenschaften in der Gegenwart begehrt sind und sie auch beeinflussen. Was hat es mit diesem Fixpunkt in deinen Werken auf sich?

Es stimmt schon, ich greife gern auf einen solchen »Mythos« zurück, wenn auch nicht in allen meinen Romanen. Das Universum dort draußen ist 13,8 Milliarden Jahre alt. Ich bin davon überzeugt, dass es voller Leben steckt und dass es vor uns andere intelligente Spezies gegeben hat, die in ihrer Entwicklung vielleicht viel viel weiter waren als wir. Wenn wir jemals die Sterne erreichen sollten, werden wir wahrscheinlich ihre Hinterlassenschaften finden. Wer weiß, vielleicht werden wir auch schon viel früher fündig, auf dem Mars oder auf einem der Jupiter- oder Saturnmonde …

Andreas Brandhorst beim Austria Con 2016 bei seiner Buchpräsentation im Wiener Rathaus

In vielen deiner Werke spielt »Zeit« eine entscheidende Rolle. Was ist das Schlimmste, was die Zeit dir antun könnte?

Zu schnell vergehen.

Nach »Eklipse« ist im August 2019 »Das Flüstern« veröffentlicht worden, das ein Mystery-Thriller ist. (Interview zu dem Buch folgt in Kürze). In welchem Genre außer SF und Thriller könntest du dir noch vorstellen zu schreiben?

Kleine Korrektur: Ich sehe »Das Flüstern« nicht als Mystery-Thriller, sondern eher als – wenn wir schon eine Subkategorie nennen wollen – Psychothriller. Science Fiction und Thriller im Wechsel zu schreiben, gefällt mir sehr gut. Ein großer zeitgenössischer Roman steht noch auf meiner Wunschliste.

Du hast für deine Werke mehrere Preise erhalten und warst auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Was erfüllt dich mit mehr Stolz? Die SF-Preise oder die Spiegel-Bestsellerliste?

Ich bin auf jede Auszeichnung stolz, bedeutet sie doch Anerkennung. Ein Platz auf der SPIEGEL-Bestsellerliste bedeutet zudem kommerziellen Erfolg, was ja auch nicht schaden kann. Ich freue mich über das eine wie das andere.

Nach deinem SPIEGEL-Bestseller »Das Erwachen«, in dem du das Erwachen einer Maschinenintelligenz beschreibst, wurdest du zu mehreren Symposien als Redner eingeladen. Wie ist das für dich, wenn du als SF-Autor vor Wissenschaftlern sprichst, die auf dem Gebiet forschen?

Das war und ist hochinteressant. In den vergangenen beiden Jahren habe ich vor Topmanagern der internationalen Industrie gesprochen und an wissenschaftlichen Instituten referiert. Das war immer sehr spannend, auch und vor allem wegen der Gespräche nach den Vorträgen. Dabei konnte ich sehr nützliche Kontakte knüpfen, die mir unter anderem bei den Recherchen für »Das Erwachen 2« hilfreich waren.

Im Interview im Juli 2019 auf Scifinews.de hast du angedeutet, dass es im Bereich Film bald eine interessante Neuigkeit geben könnte. Ist es schon so weit?

Nein, es hat sich noch nichts Konkretes – will heißen: Unterschriftsreifes – ergeben, aber die Dinge sind in Bewegung.

Welchen deiner Romane hältst du für einen Film am geeignesten?

Ich würde gern »Das Erwachen« oder »Das Flüstern« auf der großen Leinwand sehen, das käme sicher gut rüber. Und wenn es Science Fiction sein soll: Geschichten wie »Das Schiff«, »Omni« oder »Die Tiefe der Zeit« wären als Film sicher eindrucksvoll. Die Trickaufnahmen sind heute ja kein Problem mehr, das lässt sich mit Computerhilfe ohne große Kosten bewerkstelligen.

Du hast über zwanzig Romane geschrieben, zwei davon wurden ins Italienische übersetzt. Welcher deiner Romane träfe den Geschmack des englischsprachigen Publikums am besten?

Ich denke, jeder meiner Romane könnte in einer guten englischen Übersetzung für die Leser in der großen, von der englischen Sprache dominierten Welt interessant sein. Das Problem ist: Kaum einer der Verlage in Großbritannien, Australien und in den USA ist bereit, viel Geld in eine solche Übersetzung zu investieren. Aber auch in dieser Beziehung ändert sich bei mir vielleicht etwas in naher Zukunft.

Ich weiß, du hast ein Buch, in dem du alle Ideen notierst. Welche davon musst du in diesem Leben auf jeden Fall umsetzen?

Es ist kein Buch, sondern eine Datei, ein LibreOffice-Dokument, das inzwischen etwa 150 Seiten umfasst. Es gibt darin nicht die eine große Idee, die ich unbedingt verwirklichen muss – wäre dem so, hätte ich längst einen entsprechenden Roman geschrieben. Fast alle der notierten Ideen eignen sich gut für einen Roman, oft verwende ich mehrere für ein neues Projekt.

Ein Schwenk zu PERRY RHODAN. Im März 2019 hast du in einem Interview mit Klaus N. Frick (https://perry-rhodan.net/aktuelles/news/%C2%BBmit-heftromanen-hat-f%C3%BCr-mich-alles-begonnen%C2%AB) gesagt, dass es dich reizt, einen dicken RHODAN-Wälzer zu schreiben. Das Thema hast du dann im Interview mit mir präzisiert (https://www.proc.org/sechs-fragen-an-andreas-brandhorst-zu-seinem-pr-roman-3005-mit-spoilergefahr-samt-fuenf-fragen-zu-seinen-drei-buechern-die-2019-erscheinen)
Wie erfolgreich wäre ein RHODAN-Roman im Vergleich zu deinen anderen Büchern? Wie viele SF-Leser, die um RHODAN bislang einen Bogen gemacht haben, würden zu dem Buch greifen?

Schwer zu sagen. Ich glaube, mit einem solchen Roman könnte man sowohl Stammleser von »PERRY RHODAN« als auch meine Leser erreichen. Die Zielgruppe wäre also recht groß.

Dein Gast-Roman in der PR-Erstauflage wurde von den PR-Lesern positiv aufgenommen und es wurden weitere Gastromane und regelmäßige Mitarbeit gewünscht. Wäre das ein Thema für dich?

Eine regelmäßige Mitarbeit, als Stammautor gar, käme gewiss nicht infrage, denn die eigenen Projekte stehen bei mir ganz klar im Mittelpunkt. Ich könnte mir aber vorstellen, gelegentlich einen Beitrag für das Perry-Rhodan-Universum zu leisten.

Und sagen wir zwei PR-Romane pro Jahr?

Ich habe einen ganzen Monat an der Nr. 3005 geschrieben, und nichts lässt mich glauben, dass ich in Zukunft schneller werden könnte. Zwei Heftromane würden also zwei Monate pro Jahr bedeuten – Zeit, die mir für meine eigenen Romane fehlen würde. Wenn ich von weiteren Beiträgen für das PERRY RHODAN-Universum spreche, so denke ich nicht an Heftromane, die mich zu sehr einschränken, sondern eher an große, von der Haupthandlung unabhängige Romane, die mir mehr Freiheit geben.

Im Dezember erscheint »Das Netz der Sterne«, in dem ein Raumschiff in eine Region des Universums aufbricht, aus der noch nie jemand zurückgekehrt ist. Tess, die Heldin, fliegt gezwungenermaßen mit, denn sie muss ihre Schulden mit dieser Mission abarbeiten. Was immer mit ihr am Ende des Romans passiert – wie würde sie die Mission mit einem Satz nachträglich zusammenfassen?

Sie würde vielleicht sagen: »Ich habe die schönste Melodie des Universums gehört.« Wer den Roman liest, wird verstehen, was ich meine. – Übrigens wird der Leser in »Das Netz der Sterne« etwas mehr über die »Gloriose« erfahren, die ich in PR-Band Nr. 3005 erwähnt habe.

Und was ist ihre größte Herausforderung auf dieser Mission gewesen?

Ihre größte Herausforderung besteht darin, das Unbekannte und Fremde verstehen zu lernen.

Was sagt der Autor zu der Figur? Über welchen Schatten wird sie springen müssen, um die Mission zu bestehen?

Tess muss über sich selbst hinauswachsen. Und sie wird ein großes Opfer bringen müssen, vielleicht das größte, das sie bringen kann.

Was hast du aus ihrer Reise für dich mitgenommen?

Ich habe eine junge Frau kennengelernt, die ihre Träume für etwas viel Größeres aufgegeben hat. Das verdient meinen Respekt!

Andreas, danke für deine Zeit.

Homepage von Andreas Brandhorst:
https://andreasbrandhorst.de

Facebook-Seite von Andreas Brandhorst:
https://www.facebook.com/AndreasBrandhorst

Seine Autorenseite bei Piper:
https://www.piper.de/autoren/andreas-brandhorst-3585

Hier geht es zum ebook von EKLIPSE:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783492993760/eklipse-von-andreas-brandhorst-e-book-epub

Hier geht es zum Buch:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783492705110/eklipse-von-andreas-brandhorst-paperback

Und ein Hörbuch gibt es auch:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783844919684/eklipse-von-andreas-brandhorst-horbuch-download-mp3

Und hier zum PR-Band 3005 »Wiege der Menschheit« von Andreas Brandhorst:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360058/perry-rhodan-3005-wiege-der-menschheit-von-andreas-brandhorst-e-book-epub

Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3034

Michael Marcus Thurner übernimmt mit Band 3034, seinem siebten Beitrag zum Zyklus die Führung in der Rangliste der Autoren. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem den Grund, dass er ein Fünftel der Romane des Zyklus geschrieben hat und ob sich Thora und Sichu Perry Rhodan geteilt hätten.

Michael, mit dem übernächsten Band 3036 hast du ein Fünftel aller Roman in dem Zyklus geschrieben. Hast du besonders oft aufgezeigt? Ist das vielleicht gar dein Lieblingszyklus? Brauchst du einfach Geld oder haben die Expokraten endlich ein literarisches Genie erkannt?

Das hat einzig und allein mit meiner Geldgier zu tun.

Dein Roman 3034 hat mehrere Ebenen. Einmal die Materialwissenschaftlerin Gry O´Shannon, die von No-Name Besatzungsmitglied plötzlich zur begehrten Expertin wird, dann einen Erstkontakt und schließlich Kampfgetümmel. Welche der Teile ist dir leicht gefallen? Welche schwer? Und was war der jeweilige Grund?

Gry O’Shannon war/ist für mich eine komplexe, selbstbestimmte Figur. Ich mochte es, ihren »Weg« zu beschreiben. Ihre Hartnäckigkeit, aber auch ihre Unsicherheiten. Ich arbeite nun mal relativ eng mit meinen Figuren zusammen und finde es immer wieder faszinierend, dabei zuzusehen, wie sie selbständig werden. Es war, als würde Gry unabhängig von mir einen Charakter entwickeln. Als würde ich bloß noch die Rolle des Chronisten übernehmen und aufschreiben, was mit ihr geschieht. Das ist, was mir am besten gefallen hat. Schwierigkeiten hatte ich bei den Action-Szenen. Ich war mir nicht sicher, ob Gry schon für den Einsatz bereit sein würde. Dementsprechend hatte ich bei diesen Romanteilen mehr Probleme, sie glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Zitat Rhodan: »Wir aber treten gegen Lügen, Manipulation, Unsicherheit und Vergessen an. Gegen eine ungreifbare, unsichtbare Macht. Wie besiegt man sie?«
Einige Leser monieren den fehlenden Gegner, den Bösen in der Milchstraße. Wird es einen geben? Wann kommt er? Findet Rhodan ihn im Geviert?

Aah … Das ist wieder mal ein typischer Roman Schleifer-Versuch, mir ein paar Wissensbrocken aus der Nase zu ziehen. Aber das funktioniert nicht, mein Lieber. Du kannst Dir sicher sein, daß Perry und Konsorten in der Vecuia Dinge erfahren, die sie Rückschlüsse auf die Geschehnisse in der Milchstraße ziehen lassen.

Sichu meinte, sie hätte Thora die Augen ausgekratzt. Warum hätten sich die beiden Frauen nicht verstanden?

Im Kampf um die Gunst Perry Rhodans hätte es Mord und Totschlag gegeben, da bin ich mir sicher. Oder glaubst Du, die beiden hätten ihn sich geteilt?

Gry trägt im Einsatz einen Zusatzkoffer mit einer aufklappbaren Werkzeugbank und weitere Geräte zu zerstörenden Werkstoffprüfung. Äh … eine Werkstoffprüfung, die zerstört?

Richtig. Um die Molekularsubstanz, das Alter etc. eines Werkstoffs bestimmen zu können, entnimmst Du ihm Teile, raspelst was ab, überprüfst seine Feuerfestigkeit – was auch immer. Ich erinnere mich, da ein bissl recherchiert zu haben.

Gry will unbedingt auf die Oberfläche der RAS TSCHUBAI, steht sozusagen im leeren Raum und wird nachher im All schwebend nervös. Wie kann das gehen?

Es ist meiner Meinung nach ein riesiger Unterschied, ob man »Boden« unter den Beinen hat, sich auf der Hülle eines Raumschiffs entlang bewegt – oder frei im All schwebt. Mit dem Gefühl, in eine endlose Schwärze zu stürzen.

Ich bin irritert, dass ein Kampfanzug mehrere Sekunden benötigt, um das beschlagene Visier freizukriegen …

Ich kann mich jetzt nicht mehr an diese Szene erinnern. Vermutlich ist das Bild falsch, da hast Du recht. SERUNS können einfach zu viel und zu gut, das ist oftmals ein Dilemma.

Die Phersunen haben in einem System einen Planeten gegen einen Mond ausgetauscht. Das schreit ja geradezu nach dem Austausch der Erde gegen Illya.

Da ich hier keine Frage erkenne, muß ich auch nix dazu sagen. (Puha. Noch mal davongekommen, Michael.)

Zitat: »Ihr Menschen habt das All erobert, weil es immer wieder Persönlichkeiten gab, die ihre Grenzen überschritten haben. Die ihrer Neugierde nachgaben und Dinge fertigbrachten, die man für unmöglich gehalten hatte.«
Du blickst auf mehr als ein halbes Jahrhundert Lebenszeit zurück. Könnte man das über dich auch sagen? Welche Grenzen hast du überschritten?

Ich wollte da ganz gewiss keine Parallelen zu mir privat ziehen. Mir ist es wichtig, ab und zu auf dieses Kernthema der PERRY RHODAN-Serie hinzuweisen. Schließlich erzählen wir eine Geschichte des Aufbruchs. Immer wieder überwinden wir Menschen unsere Grenzen, stecken sie neu ab. Das ist unsere Natur.

Zitat: »Anweisungen eines gelangweilt wirkenden Ausbilders namens Vern Brader hallten durch ihren Kopf. Sie hatte den militärischen Drill, den jedes Besatzungsmitglied an Bord der RAS TSCHUBAI durchmachen musste, stets für Unsinn gehalten.«
War das eine Anspielung an deine Zeit beim Militär?

Könnte man so sagen, ja.

Michael, danke für deine Zeit.

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Eine Handlungszusammenfassung findet sich in der Perrypedia
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Ancaisin_(Roman)

 

Zehn Fragen an Kai Hirdt zu Band 3032

Mit Band 3032 steigt Kai Hirdt in die Handlung des Mythos Erde-Zyklus ein. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, wie ihm der Zyklus als Leser gefällt und warum kein Siganese im USO-Einsatzteam war.

Kai, mit Band 3032 steigst du in den Zyklus ein. Wie gefällt er dir bisher als Leser?

Ich fühle mich meistenteils gut unterhalten, insbesondere jetzt, da die Haupthandlung Fahrt aufnimmt. Der Überblick über die Welt nach einem 500-Jahre-Zeitsprung war wichtig. Aber nun wird es auch Zeit, dass unsere Helden den Cairanern mal zeigen, was Phase ist.

Was war dein erster Gedanken, nachdem du das Expo gelesen hast?

„Oh je.“
Das ist er aber eigentlich bei jedem Expo, weil ich erstmal die schriftstellerischen Probleme und Herausforderungen sehe. In diesem Fall war das „Oh je“ die Frage, wie man ein Monkey-Soloabenteuer interessant gestaltet.
Monkey hat nun mal wenig Emotionen, bei denen man den Leser mitfiebern lassen kann. Die einfache Lösung wäre, ihm einen Begleiter mitzugeben und das ganze Geschehen aus dessen Sicht zu schildern, das ging aber auch nicht vom Setting her. Deshalb läuft die Monkey-Ebene in diesem Roman stark über den Sense of Wonder, und die Nebenhandlung über sein Team ist ziemlich detailreich ausgearbeitet.

Monkey geht in deinem Roman auf Außeneinsatz – wäre da ein Siganese nicht unauffälliger gewesen?

Mit dem Argument kannst du die ganze USO miniaturisieren.
Nein, ernsthaft: Das Agententeam hat nicht gewusst, welche Verhältnisse es auf Hovcai vorfinden würde, und musste spontan darauf reagieren. Dass sich eine Chance zur Infiltration einer gegnerischen Geheimdienstzentrale ergeben würde, war nicht abzusehen, sonst wäre dafür möglicherweise anderes Personal mitgenommen worden. Außerdem wissen wir nicht, ob der Siganese nicht als Libellenfutter geendet wäre.

Monkey hat sich einen Computer in den Kopf implantiert. Würdest du das auch machen?

Ich selbst würde wahrscheinlich niemanden aus Spaß an der Freude an meinem Gehirn rumschnibbeln lassen. Aber andersherum: Wenn die Operation ohnehin durchgeführt werden müsste und ich die Wahl hätte zwischen einem Implantat, das menschliche Fähigkeiten eins zu eins reproduziert, und einem, das meine Fähigkeiten erweitert, würde ich letzteres wählen.

Ich vermute, dass so etwas in den nächsten zwei Jahrzehnten ohnehin alltäglicher wird. Es gibt ja eine wachsende Bodyhacker-Szene, die ihrem Körper neue Fähigkeiten verleiht – beispielsweise mit Türcode-Chips in der Hand oder Magneten in den Fingerkuppen, mit denen man plötzlich elektrische Felder spüren kann. In Schweden ist der Chip in der Hand schon akzeptiertes Zahlungsmittel in der Bahn. Die Schwelle für solche Modifikationen sinkt, wir werden immer mehr solche freiwilligen Cyborgs sehen.

Monkeys »Augen« versagen und ein Neustart gelingt nicht gleich. Ich bin erstaunt – Monkey ist darauf nicht vorbereitet?

Ein Held, der nicht in ernste Bedrängnis gerät, wäre ganz furchtbar langweilig, oder? Zudem: Wie soll er sich auf die Lage vorbereiten? Er hat ja nicht vorher gewusst, dass das in genau diesem Moment passieren würde. Und die Mechanismen, mit denen Blinde ihre Einschränkung kompensieren, greifen in dieser Lage nicht. Also Dinge wie Ordnung halten, trainiertes Gedächtnis für die Umgebung und so weiter.

Wie tarnt Monkey eigentlich seinen ZAC?

Er trägt eins von diesen Tarndingern, wie auch Perry und Bull es haben. Ich hoffe, das steht irgendwo im Roman drin; wollte ich jedenfalls eigentlich reinschreiben.

Während in Band III der Dunkelwelten-Trilogie „Schwarze Ernte“ von Madeleine Puljic Monkey aus der Außensicht geschildert wird, blitzt bei dir seine Innensicht auf. Er hat Angst, zu erblinden und gegen Ende strahlt er unterschwelligen Zorn aus, wahrgenommen sogar von einem Cairaner. Wie emotional denkst du, ist Monkey nach seiner Vorgeschichte wirklich?

Monkey ist nicht nur körperlich, sondern auch emotional gehandicapt. Das heißt aber nicht, dass er keine Emotionen hat. Sie leiten bloß nicht sein Handeln, sondern sind davon völlig abgekoppelt, wie Ausstellungsstücke hinter Glas: „Aha, ich bin jetzt also mörderisch wütend. Interessant. Nun aber zurück zum Thema.“

Es ist sehr selten, dass diese Gefühle sich Bahn brechen und tatsächlich unmittelbar sein Handeln beeinflussen. Aber es ist jetzt auch nicht das erste Mal, dass so etwas geschildert wird. Meist spielt dabei der traumatische Verlust der eigenen Augen eine große Rolle. Es gab bspw. bei seiner Odyssee mit Alaska Saedelaere im Tradom-Zyklus einen Roman von Robert Feldhoff, in dem er für kurze Zeit seiner natürlichen Augen zurückerhielt und dann wieder verlor. Das hat ihn ebenfalls spürbar erschüttert.

Wenn ich dich schon »am Rohr habe«, gibt es auch ein paar Fragen zur Mini-Serie SOL. Im Galaktischen Forum und auf Facebook überschlagen sich die Leser mit Lob. Was ist das Geheimnis des Erfolges?

Wir probieren mit der Miniserie einiges Neues aus. Insofern kann ich nicht sagen, was jetzt wirklich der entscheidende Faktor ist. Ein paar einfache Antworten sind: Es geht um die SOL, das ist natürlich für viele Leser ein gewaltiger Bonuspunkt. Außerdem treffen wir viele liebgewonnene Charaktere wieder, von denen wir lange nichts gehört haben und deren Schicksal unklar geblieben ist.

Darüber hinaus machen wir schriftstellerisch einige Dinge anders. Ich habe mich bei der Konzeption an modernen Fernsehserien wie Breaking Bad orientiert. Das heißt, wir legen ein sehr viel stärkeres Augenmerk auf eine durchgängige charakterliche Entwicklung der Hauptfiguren, und die Romane sind inhaltlich extrem eng miteinander verwoben in der Art, wie Themen vorbereitet und Spuren für die spätere Auflösung gelegt werden. Es ist also weniger eine Reihe von zwölf Romanen, sondern ein von Anfang bis Ende genau durchkonzipierter Zwölfteiler.

Ich glaube, man merkt der Serie auch früh an, dass sich alles schnörkellos mit ziemlichem Tempo auf ein ganz klares Ziel hin entwickelt. Das dürfte auch zum Erfolg beitragen.

Wie viel Aufwand war die Recherche?

Das ging im Grunde. Ich habe das Setting in Tare-Scharm nicht nur gewählt, weil es vom bekannten Aufbruchszeitpunkt 1369 naheliegend war, sondern auch, weil der TRAITOR-Zyklus ohnehin einen ganz starken Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich habe also die fünf, sechs Bände, die auf Evolux selbst spielen, noch einmal gelesen und zwei, drei Wochen lang viel in alten Expos und Datenblättern gewühlt.

Beim Entwickeln der Expos selbst gab es zwar auch viele Dinge nachzulesen: Wie funktioniert noch einmal ein Paralog-Reprotron? Wie wurde Annek Mayonnlyn geschildert? Wie sieht das Innere eines GESETZ-Gebers aus? Wie kamen damals die Lamuuni auf die SOL? Aber das ist mit Volltextsuche in den E-Books zum Glück heute sehr viel schneller erledigt als mit Blättern in der Sammlung.

Die Autoren der SOL-Miniserie sagen unisono, dass deine Expos ein Lehrstück in Sachen Dramaturgie sind. Wie ist das mit den EA-Expos?

Jeder Exposéautor geht anders vor. Ich selbst habe nach Exposés von Frank Borsch, Rüdiger Schäfer, Rainer Schorm, Michael Buchholz, Marc A. Herren, Christian Montillon und Wim Vandemaan geschrieben. Die hatten alle ihre Punkte, auf die sie besonders Wert gelegt haben, und andere, wo sie viele Entscheidungen den Autoren überlassen haben. In der Erstauflage ist es (aus meiner Sicht) so, dass wir die unverrückbaren Eckpunkte erhalten, die für die Zyklusentwicklung insgesamt wichtig sind, sowie die Skizze einer Geschichte, mit der diese Eckpunkte vermittelt werden können. Da besteht aber viel Freiraum für Ergänzungen und Änderungen.

Das funktioniert bei Mission SOL ganz anders. Die Exposéarbeit für die EA und eine Miniserie ist aber auch nicht miteinander zu vergleichen. Bei der Miniserie habe ich nur eine Handlungsebene, mit zwölf Heften eine überschaubare Gesamtlänge und vor allem den Zwei-Wochen-Takt, in dem ich Dinge viel detailreicher ausarbeiten kann als in einer wöchentlichen Serie.

Dadurch wird aber auch das Korsett für die Autoren sehr viel enger. Einige Kollegen aus der Erstauflage wären mit meinen Expos sicher nicht besonders glücklich, weil sie wenig Raum zum eigenen Fabulieren lassen. Die Mission SOL-Exposés sind sehr umfangreich, die Schlimmsten waren von der Zeichenzahl schon ein Drittel Heftroman. Und da ist wenig Spielraum für Änderungen, weil auf einer Plot- und zwei Charakterebenen Bausteine für die spätere Auflösung platziert werden.

Danke für deine Zeit.

Hier gehts zum Ebook:
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Elf Fragen an Susan Schwartz zu Ihrem Band 3031

Susan Schwartz alias Uschi Zietsch schreibt ihren fünften Roman zum Zyklus. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie unter anderem  , ob sie Passagen aus dem Expo kopiert hat und wie sie das Titelbild beeinflusst hat.

 

Uschi, Band 3031 ist der zweite Roman, in dem die Cairaner aus der Innensicht geschildert werden. Was ist für dich der wesentliche Unterschied zu uns Terranern?

Sie sind trotz der so genannten Augenraumer keine Augen-, sondern ganz eindeutig Nasentiere (wie man so schön sagt). Hauptsächlich über den Geruch und mit Gesten zu kommunizieren ist ein großer Unterschied.

Was hast du dir gedacht, nachdem du das Expo gelesen hast?

Nougat, wie viel am Tag muss ich schreiben, Kreisch, Kaffee. Oh, Sonne, ich geh erst mal reiten.
Aber ernsthaft: Ich wusste ja, dass ich Monkey in die Serie zurückbringe und hatte vorher schon bekundet, dass ich das gut finde. Und chaotische Posbis sind immer eine Zeile wert.

Mit Monkey auf dem Titelbild war klar, dass der Markgraf nur Monkey sein kann. Ärgert dich, dass das Titelbild die Dramaturgie des Versteckspiels ad absurdum führt?

Ganz im Gegenteil, ich selbst wollte Monkey auf dem Titelbild haben und hatte meinen Vorschlag an den Scheffe gemailt, damit diejenigen Leser, die schon seit zig Bänden nach ihm rufen, einen Grund haben, sich zu freuen. Und diejenigen, die ihn nicht kennen, werden sich bestimmt über das ungewöhnliche Aussehen gewundert haben. Das Cover ist perfekt!
Auch ohne das Motiv wäre die Vermutung, dass der Markgraf und Monkey identisch sind, sehr groß – ich meine, hallo: USO, ein hünenhafter Maskierter, da muss man kein Sherlock Holmes sein, um den Zusammenhang herzustellen. Dennoch bleibt den ganzen Roman über eine winzige Restunsicherheit, deswegen hatte ich vor, meinen Roman mit einem einzigen geilen Schlusswort als Aufklärung zu beenden.
Laut Expo übrigens war von Anfang an klar, dass es sich um Monkey handelt, das habe ich wegen der Dramaturgie geändert. Und sagen wir so, die Personenkästen und Teaser der Folgebände werden ja nahezu gleichzeitig bekannt, also weiß es eh jeder. Trotzdem finde ich, hat der Kniff funktioniert – hätte ja trotzdem sein können, dass Monkey selbst erst im Folgeband in Erscheinung tritt und einen Lakai vorausgeschickt hat.

Monkey nennt sich Markgraf. Wieso hat er diesen altertümlichen Titel gewählt?

Das kann ich dir leider nicht beantworten. Vielleicht, weil er „Lordadmiral“ ist, was ja auch altertümlich ist? Das wissen nur die Expokraten.

Die Welt Everblack wurde in Heft 134 erstmals erwähnt, um dann in den Bänden 2759, 2760 und 2782 wieder eine Rolle zu spielen. Nun kommt es in Heft 3031 vor. Taugt es dir, wenn solche Brücken zu früheren Handlungen geschlagen werden?

Jep, ich finde sowas gut.



Die Cairaner an Bord beschließen sich zu opfern – was hättest du gemacht? Wofür würdest du dich opfern?

Ich hoffe, dass ich nie Gelegenheit dazu bekomme, darüber nachdenken zu müssen. Ich bin ein großer Angsthase. Ich bin außerdem eine Zivilperson und stehe in keiner Verantwortung oder Pflicht diesen Ausmaßes.

Der Markgraf spricht davon, dass die USO in den vergangenen Jahren viel Zeit und Geld gekostet hat. Wie haben sie sich finanziert?

Das kommt noch. Mein Band ist ja erst der Auftakt. 🙂 Ich gehe aber davon aus, dass sie jede Menge Schwarzhandel getrieben und überall ihre Minibasen und Kontakte aufgebaut haben.

Der Namen des Einsatzkreuzer RATBER TOSTAN ließ mein Herz höher schlagen. War der vorgegeben? Hast du ihn gewählt? War es ein Danke für die Interviews? 😉

Tatsächlich stand er so im Expo, und ich war gespannt, was du für eine Frage dazu formulieren würdest 😉 Aber natürlich passt das perfekt, er war (und ist) ein berühmter USO-Major und Spieler, so wie Monkey jetzt auch sein Spiel mit den Cairanern treibt.

Die USO bietet sich den Cairanern an und protzt mit der NIKE QUINTO als mobiler Einsatzbasis. Äh … ein Schiff interessiert doch die Cairaner nicht ….

Als mobile Einsatzbasis vielleicht schon. Die Cairaner müssen ja annehmen, dass das nicht alles ist und der Markgraf noch einiges in der Hose hat. Was ja auch der Fall ist …

Als die Anführerin der Meuterei ausgeschaltet wird, ergeben sich ihre Mitstreiter. Ist das nicht ein arges Klischee?

Nö, das ist ganz logisch, sie haben ja nichts mehr zu gewinnen. Wieso weitermachen? Das mag eher menschlich sein, das würde ich nicht abstreiten, aber es erscheint folgerichtig. Ich wollte auch kein Gemetzel, ein paar Tote sollten genügen.

Der Lobuch-Eintrag am Ende liest sich wie ein Teil des Expos. Hand aufs Herz: War das strg c und strg v?

Also, das ist doch … Komm du mir zum GUTCon!!
Nein, da war gar nichts aus dem Exposé kopiert (wie denn auch, es hat mehr Seiten als diese paar Zeilen …). Ich musste noch einiges aufräumen, was geklärt werden musste (das mit den Posbis beispielsweise weiß man bis dahin nicht) und ich dramaturgisch nicht anders unterbringen konnte – außerdem musste ich ja irgendwie zu meinem geilen Schlusswort hinführen!

Uschi, danke für deine Zeit.

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Und hier zur Heftversion:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900003970/perry-rhodan-3031-die-gewaltigen-von-everblack-von-susan-schwartz-heft

Und hier zum GutCon, der vom 28.-29.9.2019 sstattfindet.
http://gut-con-2019.terranischer-club-eden.com/