„Ein Zwerg auf den Schultern eines Riesen“ – Interview mit PR-Technikberater Peter Dachgruber

Peter, du bist technischer Berater bei PR-Neo und bei den PR-Miniserien. Wie ist es dazu gekommen?
Für die Technik der PR-Raumschiffe habe ich mich schon seit Jugendtagen interessiert. Zwischendurch habe ich mich an Risszeichnungen versucht und im Perry-Rhodan-Technik-Forum eine fanische Heimat gefunden. Dann fragte ein gewisser Roman Schleifer bei mir an, ob ich bei einem Fanprojekt eines PR-Films mitmachen wollte. Daraus wurde leider nichts, aber die vielen Kontakte blieben und ich unterstützte ihn technisch bei seinen „STELLARIS“-Stories.  Dann wollte Uwe Anton seine Technik bei der Miniserie „Stardust“ wasserdicht abgeklopft haben und ich lieferte erste illustrierte Datenblätter. Alles weitere ergab sich mit der Zeit. 

Was genau ist deine Aufgabe?

Expokraten und Autoren:innen von Miniserien und PR-NEO das Schreiben zu erleichtern. Heißt: Für Fragen zur PR-Science zur Verfügung zu stehen und mit Hilfe von Datenblättern neue technische Settings – meistens Raumschiffe – zu erschließen. Dazu bekomme ich von den Expokraten entsprechenden Vorlauf und Einblick in ihre Planungen. So begannen meine ersten Entwürfe der NEO-SOL bereits ein gutes Jahr vor ihrem Erscheinen. 
„Nebenbei“ bin ich über die Kollaborations-Software Slack mit dem Atlantis-Team und PR-NEO vernetzt.
 
Wie geht’s dir damit, wenn ich dich als neuen Rainer Castor bezeichne? Oder wäre dir männliche Verena Themsen lieber?
 
Weder noch. Zum einen habe ich nichts mit der Erstauflage zu tun. Zum anderen bin ich kein Autor:in. Wer schon einmal das „Datenblatt“ von Rainer mit über 30 Seiten und hunderten Fußnoten zur SOL gesehen hat, weiß, wie er für diese Technik gelebt hat. Peter Dachgruber bleibt da ein Zwerg, der auf der Schulter eines Riesen steht. 

Verena hat einen Doktor in Physik. Was sie über Details zu Technik, Astronomie und Kosmologie weiß, ist so unglaublich viel mehr, als mein hobbymäßiges Profaninteresse. Mit Mathematik habe ich schon gleich gar nichts am Hut.

Wie lange liest du schon PR?

Seit PR 871 selbst kaufend und seit meinem 11. Lebensjahr sporadisch von einem Freund ausleihend.
 
Aufgrund deines technischen Wissens gehe ich davon aus, du bist Techniker vom Beruf.
Falsch. Religionslehrer im Kirchendienst. Ich unterrichte seit dreißig Jahren Grund- und Mittelschüler im Fach katholische Religionslehre und bin Angestellter der Erzdiözese München und Freising.
 
Kommen wir zu Atlantis. Was genau ist von dir?
Die BEST HOPE. Der Ultraleichtkreuzer, den Perry, Sichu und Caysey am Anfang der Story wieder herrichten und fliegen. Das abgeänderte Design der Landestützen und das gläserne Navigationsdeck zum Beispiel. Außerdem habe ich mit Ben am Zeittransmitter gearbeitet.
Da die Expos sehr frühzeitig da waren, konnte ich noch den einen oder anderen logischen und technischen Fehler anmerken. Um ein Beispiel zu nennen: Quartams Roboter waren anfangs mit Thermostrahlern und Schutzschirmen ausgestattet. Da wäre von unserem Heldenteam außer Aschewolken nicht viel übrig geblieben.
 
Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Expokraten Ben Calvin Hary?
Momentan? Gar nicht mehr. Denn er schreibt gerade am Band 12. Die Expos habe ich natürlich durchgesehen.


Und wie die Zusammenarbeit mit den Autoren?

Wie lief sie? Sehr gut und intensiv. Dank Slack sind alle Autoren:innen miteinander vernetzt und so entstanden sehr tiefgehende Just-in-time-Diskussionsrunden – oder auch Einzelchats.

Mal unter uns: wie begriffsstutzig sind die Autoren in Bezug auf Technik?

Gegenfrage: Um was kümmert sich ein Autor zuvorderst? Um die Entwicklung seiner Charaktere. Die Technik ist nur Beiwerk, um sie agieren zu lassen. Es hat also nichts mit Ignoranz zu tun, wenn Roboter mit Thermostrahlern auf Helden ohne Schirmfeld schießen, sondern mit den Prioritäten des Autors. Daher bin ich als Kontrollinstanz und völlig anderem Blickwinkel durchaus hilfreich. 

Wer hat am wenigstens gefragt? Und wer am meisten?

Am meisten, wie üblich, der Autor von PRAT 9. *grinst*
(Anmerkung: Der Interviewer)
 
Und was sind typische Fragen an dich von den Autoren?
An einem Beispiel: Welches Geräusch macht ein arkonidischer Gleiter? Hat der überhaupt ein Düsentriebwerk? Oder anderswo: Kann dieses Armband überhaupt Hyperstrahlung von … erfassen?
 
Was waren deine ersten Gedanken, nachdem du das Atlantis-Konzept gelesen hast?
 
„Hoffentlich kein langwieriges Geländejogging … Bitte nicht Atlan und seine Pfadfinder … Der Dimensionsfahrstuhl wird nicht erwähnt? Gottseidank … Geil, diese Twists der Story … Damit kann kein Leser rechnen … Ein Maahkplanet? Hoffentlich bekommt das Expo Dietmar. Mal sehen, was ein Doktor der Chemie daraus macht …
 
In Band 9 wird das Talagon geöffnet – wie bitte kommt Rhodan aus der Nummer wieder raus? Welchen technischen Kniff hast du dir da einfallen lassen?
Gar keinen. *grinst*

Wenn du die Miniserien vergleichst – in welche ist die meiste Technik eingeflossen?

Definitiv Terminus. Das ging beim Spionageboot der Dabrifaagenten los, führte zum Vario-Vorgänger und der kompletten Terminusstation.

Welche Unterschiede gab es bei der Zusammenarbeit mit den Expokraten?

So viele wie es Expokraten gab. Jeder ist anders, jeder geht unterschiedlich an den Schaffensprozess heran, jeder hat einen anderen Zeitrahmen und geht anders mit Kommunikation um. Die einen haben bereits komplette Konzepte, die anderen lassen sich gerne beim Brainstorming helfen.
Wohlgemerkt: Ich bin absolut nicht notwendig für eine Miniserie – aber durchaus hilfreich. Ein Werkzeug in Menschenform.
Auf welche Technik bist du besonders stolz?Die NEO-SOL. Eine Neuinterpretation des legendärsten Raumschiffs in der Menschheitsgeschichte.Wie läuft die Zusammenarbeit mit Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm bei PR-Neo?

Früher rührte sich Rüdiger per Email bei mir, wenn er bei den großen Vorplanungen war. Seit neuesten gibt es auch einen NEO-Slack. Jetzt laufen die Kommentare sehr viel schneller hin und her.
 
Wer ist der technisch versiertere von den beiden?

Beide beherrschen ihr Handwerk aus dem FF.
 
Wie halten es da die Autoren mit der Technik?

Genauso wie bei den Miniserien. 
 
Falls du dir für Neo etwas technisches wünschen dürftest – was wäre das?
Das baue ich gerade … *grinst*
 
Mit welchem Rhodan – Neo oder EA – würdest du gern brunchen gehen?

Keinem von beiden. Am liebsten mit Dona Stetson, der SENECA-Interpreterin an Bord der NEO-SOL. Wenn Geof Waringer und Eric Leyden auch dazukommen.
Das wird eine sehr lustige und technisch anspruchsvolle Runde.
 
Peter, danke für deine Zeit.
 
Peter Dachgruber in der Perrypedia
 
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.