Alle Beiträge von Roman Schleifer

Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3034

Michael Marcus Thurner übernimmt mit Band 3034, seinem siebten Beitrag zum Zyklus die Führung in der Rangliste der Autoren. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem den Grund, dass er ein Fünftel der Romane des Zyklus geschrieben hat und ob sich Thora und Sichu Perry Rhodan geteilt hätten.

Michael, mit dem übernächsten Band 3036 hast du ein Fünftel aller Roman in dem Zyklus geschrieben. Hast du besonders oft aufgezeigt? Ist das vielleicht gar dein Lieblingszyklus? Brauchst du einfach Geld oder haben die Expokraten endlich ein literarisches Genie erkannt?

Das hat einzig und allein mit meiner Geldgier zu tun.

Dein Roman 3034 hat mehrere Ebenen. Einmal die Materialwissenschaftlerin Gry O´Shannon, die von No-Name Besatzungsmitglied plötzlich zur begehrten Expertin wird, dann einen Erstkontakt und schließlich Kampfgetümmel. Welche der Teile ist dir leicht gefallen? Welche schwer? Und was war der jeweilige Grund?

Gry O’Shannon war/ist für mich eine komplexe, selbstbestimmte Figur. Ich mochte es, ihren »Weg« zu beschreiben. Ihre Hartnäckigkeit, aber auch ihre Unsicherheiten. Ich arbeite nun mal relativ eng mit meinen Figuren zusammen und finde es immer wieder faszinierend, dabei zuzusehen, wie sie selbständig werden. Es war, als würde Gry unabhängig von mir einen Charakter entwickeln. Als würde ich bloß noch die Rolle des Chronisten übernehmen und aufschreiben, was mit ihr geschieht. Das ist, was mir am besten gefallen hat. Schwierigkeiten hatte ich bei den Action-Szenen. Ich war mir nicht sicher, ob Gry schon für den Einsatz bereit sein würde. Dementsprechend hatte ich bei diesen Romanteilen mehr Probleme, sie glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Zitat Rhodan: »Wir aber treten gegen Lügen, Manipulation, Unsicherheit und Vergessen an. Gegen eine ungreifbare, unsichtbare Macht. Wie besiegt man sie?«
Einige Leser monieren den fehlenden Gegner, den Bösen in der Milchstraße. Wird es einen geben? Wann kommt er? Findet Rhodan ihn im Geviert?

Aah … Das ist wieder mal ein typischer Roman Schleifer-Versuch, mir ein paar Wissensbrocken aus der Nase zu ziehen. Aber das funktioniert nicht, mein Lieber. Du kannst Dir sicher sein, daß Perry und Konsorten in der Vecuia Dinge erfahren, die sie Rückschlüsse auf die Geschehnisse in der Milchstraße ziehen lassen.

Sichu meinte, sie hätte Thora die Augen ausgekratzt. Warum hätten sich die beiden Frauen nicht verstanden?

Im Kampf um die Gunst Perry Rhodans hätte es Mord und Totschlag gegeben, da bin ich mir sicher. Oder glaubst Du, die beiden hätten ihn sich geteilt?

Gry trägt im Einsatz einen Zusatzkoffer mit einer aufklappbaren Werkzeugbank und weitere Geräte zu zerstörenden Werkstoffprüfung. Äh … eine Werkstoffprüfung, die zerstört?

Richtig. Um die Molekularsubstanz, das Alter etc. eines Werkstoffs bestimmen zu können, entnimmst Du ihm Teile, raspelst was ab, überprüfst seine Feuerfestigkeit – was auch immer. Ich erinnere mich, da ein bissl recherchiert zu haben.

Gry will unbedingt auf die Oberfläche der RAS TSCHUBAI, steht sozusagen im leeren Raum und wird nachher im All schwebend nervös. Wie kann das gehen?

Es ist meiner Meinung nach ein riesiger Unterschied, ob man »Boden« unter den Beinen hat, sich auf der Hülle eines Raumschiffs entlang bewegt – oder frei im All schwebt. Mit dem Gefühl, in eine endlose Schwärze zu stürzen.

Ich bin irritert, dass ein Kampfanzug mehrere Sekunden benötigt, um das beschlagene Visier freizukriegen …

Ich kann mich jetzt nicht mehr an diese Szene erinnern. Vermutlich ist das Bild falsch, da hast Du recht. SERUNS können einfach zu viel und zu gut, das ist oftmals ein Dilemma.

Die Phersunen haben in einem System einen Planeten gegen einen Mond ausgetauscht. Das schreit ja geradezu nach dem Austausch der Erde gegen Illya.

Da ich hier keine Frage erkenne, muß ich auch nix dazu sagen. (Puha. Noch mal davongekommen, Michael.)

Zitat: »Ihr Menschen habt das All erobert, weil es immer wieder Persönlichkeiten gab, die ihre Grenzen überschritten haben. Die ihrer Neugierde nachgaben und Dinge fertigbrachten, die man für unmöglich gehalten hatte.«
Du blickst auf mehr als ein halbes Jahrhundert Lebenszeit zurück. Könnte man das über dich auch sagen? Welche Grenzen hast du überschritten?

Ich wollte da ganz gewiss keine Parallelen zu mir privat ziehen. Mir ist es wichtig, ab und zu auf dieses Kernthema der PERRY RHODAN-Serie hinzuweisen. Schließlich erzählen wir eine Geschichte des Aufbruchs. Immer wieder überwinden wir Menschen unsere Grenzen, stecken sie neu ab. Das ist unsere Natur.

Zitat: »Anweisungen eines gelangweilt wirkenden Ausbilders namens Vern Brader hallten durch ihren Kopf. Sie hatte den militärischen Drill, den jedes Besatzungsmitglied an Bord der RAS TSCHUBAI durchmachen musste, stets für Unsinn gehalten.«
War das eine Anspielung an deine Zeit beim Militär?

Könnte man so sagen, ja.

Michael, danke für deine Zeit.

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Eine Handlungszusammenfassung findet sich in der Perrypedia
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Ancaisin_(Roman)

 

Sieben Fragen an Leo Lukas zu Band 3033

Leo Lukas hat mit Band 3033 seinen vierten Roman zum Mythos Erde-Zyklus beigesteuert. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, ob er an Einhörner glaubt und welche Anspielungen er im Heft versteckt hat.

Leo, glaubst du an rosafarbene Einhörner?

Innerhalb unserer Lieblings-Raketenheftchen-Serie ist alles möglich, also: ja.

Hätte es dich gereizt, Shuana Suls Wochen der Strafe, an die sich nicht mehr erinnern kann, zu schildern?

Nein. Manches wirkt besser und gruseliger, wenn man es der Fantasie der Leserschaft überlässt, finde ich.

Du bist ein Meister der Anspielung (zB Drei Karten-Monti, RIFIFI) – was hat es mit der USO-Tarnfirma »Pakau & Nachfolger« auf sich? Und was mit »Himuti-Wasmund-Matala«?

In diesen Band sind gleich vier, wenn man so will: Quellen eingeflossen. Manches stand im Expo, anderes habe ich aus der Historie Lepsos übernommen. Drittens ist der ganze Band eine Hommage an ein Filmgenre, das ich sehr liebe, die sg. »Heist Movies«. Davon spielen einige in Las Vegas, und da viertens Lepso schon oft als eine Art planetenweites »Sin City« geschildert wurde, habe ich auch davon einiges paraphrasiert.
Was wozu gehört, verrate ich dir nicht, das dürfen die Leser selbst herausfinden; aber es kommen allein Anspielungen auf ein gutes Dutzend verschiedener Filme vor.

Auf dem Gut-Con vom TCE habe ich mit Harmut Kasper darüber geplaudert, wie der Zeitgeist die RHODAN-Serie verändert hat. Was bringst du in deine Story vom aktuellen Zeitgeist ein? Konkret in Band 3033. Kommt zum Beispiel bei »Die brutal auftretende Mafia und die Bankiers, die sich so gepflegt und nobel benahmen, waren zwei Seiten derselben Medaille.« deine persönliche Meinung durch? Oder bei »Aber wenn hohe Nachfrage bestand, hatte man sich der unsichtbaren Hand des Marktes zu beugen, nicht wahr?«

Wieweit meine Anschauungen dem aktuellen Zeitgeist entsprechen, weiß ich nicht. Satirische Anmerkungen fließen bei mir unweigerlich ein, wenn Banken, schrankenloser Freihandel etc. vorgegeben sind.

Von wem stammt die Idee mit dem Tresor? Verena oder dir?

Du wirst lachen, ich musste jetzt wirklich in meinen Emails nachschauen …
Da siehst du mal, wie nahezu perfekt wir als Team schon aufeinander eingespielt sind.

Das heißt … ?

Na schön: von mir. Ich wollte ein System mit Transmittern haben, weil dadurch undefiniert bleibt, wo das Ziel IRL lokalisiert ist.

Das Schicksal von Shuana, aber auch von Abreu Dool blieb offen. Wird es in absehbarer Zeit eine Fortsetzung geben?

Ich würde gern bald nach Lepso zurückkehren. Aber das hängt nicht von mir alleine ab …

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Zehn Fragen an Kai Hirdt zu Band 3032

Mit Band 3032 steigt Kai Hirdt in die Handlung des Mythos Erde-Zyklus ein. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, wie ihm der Zyklus als Leser gefällt  und warum kein Signese im USO-Einatzteam war.

Kai, mit Band 3032 steigst du in den Zyklus ein. Wie gefällt er dir bisher als Leser?

Ich fühle mich meistenteils gut unterhalten, insbesondere jetzt, da die Haupthandlung Fahrt aufnimmt. Der Überblick über die Welt nach einem 500-Jahre-Zeitsprung war wichtig. Aber nun wird es auch Zeit, dass unsere Helden den Cairanern mal zeigen, was Phase ist.

Was war dein erster Gedanken, nachdem du das Expo gelesen hast?

„Oh je.“
Das ist er aber eigentlich bei jedem Expo, weil ich erstmal die schriftstellerischen Probleme und Herausforderungen sehe. In diesem Fall war das „Oh je“ die Frage, wie man ein Monkey-Soloabenteuer interessant gestaltet.
Monkey hat nun mal wenig Emotionen, bei denen man den Leser mitfiebern lassen kann. Die einfache Lösung wäre, ihm einen Begleiter mitzugeben und das ganze Geschehen aus dessen Sicht zu schildern, das ging aber auch nicht vom Setting her. Deshalb läuft die Monkey-Ebene in diesem Roman stark über den Sense of Wonder, und die Nebenhandlung über sein Team ist ziemlich detailreich ausgearbeitet.

Monkey geht in deinem Roman auf Außeneinsatz – wäre da ein Siganese nicht unauffälliger gewesen?

Mit dem Argument kannst du die ganze USO miniaturisieren.
Nein, ernsthaft: Das Agententeam hat nicht gewusst, welche Verhältnisse es auf Hovcai vorfinden würde, und musste spontan darauf reagieren. Dass sich eine Chance zur Infiltration einer gegnerischen Geheimdienstzentrale ergeben würde, war nicht abzusehen, sonst wäre dafür möglicherweise anderes Personal mitgenommen worden. Außerdem wissen wir nicht, ob der Siganese nicht als Libellenfutter geendet wäre.

Monkey hat sich einen Computer in den Kopf implantiert. Würdest du das auch machen?

Ich selbst würde wahrscheinlich niemanden aus Spaß an der Freude an meinem Gehirn rumschnibbeln lassen. Aber andersherum: Wenn die Operation ohnehin durchgeführt werden müsste und ich die Wahl hätte zwischen einem Implantat, das menschliche Fähigkeiten eins zu eins reproduziert, und einem, das meine Fähigkeiten erweitert, würde ich letzteres wählen.

Ich vermute, dass so etwas in den nächsten zwei Jahrzehnten ohnehin alltäglicher wird. Es gibt ja eine wachsende Bodyhacker-Szene, die ihrem Körper neue Fähigkeiten verleiht – beispielsweise mit Türcode-Chips in der Hand oder Magneten in den Fingerkuppen, mit denen man plötzlich elektrische Felder spüren kann. In Schweden ist der Chip in der Hand schon akzeptiertes Zahlungsmittel in der Bahn. Die Schwelle für solche Modifikationen sinkt, wir werden immer mehr solche freiwilligen Cyborgs sehen.

Monkeys »Augen« versagen und ein Neustart gelingt nicht gleich. Ich bin erstaunt – Monkey ist darauf nicht vorbereitet?

Ein Held, der nicht in ernste Bedrängnis gerät, wäre ganz furchtbar langweilig, oder? Zudem: Wie soll er sich auf die Lage vorbereiten? Er hat ja nicht vorher gewusst, dass das in genau diesem Moment passieren würde. Und die Mechanismen, mit denen Blinde ihre Einschränkung kompensieren, greifen in dieser Lage nicht. Also Dinge wie Ordnung halten, trainiertes Gedächtnis für die Umgebung und so weiter.

Wie tarnt Monkey eigentlich seinen ZAC?

Er trägt eins von diesen Tarndingern, wie auch Perry und Bull es haben. Ich hoffe, das steht irgendwo im Roman drin; wollte ich jedenfalls eigentlich reinschreiben.

Während in Band III der Dunkelwelten-Trilogi „Schwarze Ernte“ von Madeleine Puljic Monkey aus der Außensicht geschildert wird, blitzt bei dir seine Innensicht auf. Er hat Angst, zu erblinden und gegen Ende strahlt er unterschwelligen Zorn aus, wahrgenommen sogar von einem Cairaner. Wie emotional denkst du, ist Monkey nach seiner Vorgeschichte wirklich?

Monkey ist nicht nur körperlich, sondern auch emotional gehandicapt. Das heißt aber nicht, dass er keine Emotionen hat. Sie leiten bloß nicht sein Handeln, sondern sind davon völlig abgekoppelt, wie Ausstellungsstücke hinter Glas: „Aha, ich bin jetzt also mörderisch wütend. Interessant. Nun aber zurück zum Thema.“

Es ist sehr selten, dass diese Gefühle sich Bahn brechen und tatsächlich unmittelbar sein Handeln beeinflussen. Aber es ist jetzt auch nicht das erste Mal, dass so etwas geschildert wird. Meist spielt dabei der traumatische Verlust der eigenen Augen eine große Rolle. Es gab bspw. bei seiner Odyssee mit Alaska Saedelaere im Tradom-Zyklus einen Roman von Robert Feldhoff, in dem er für kurze Zeit seiner natürlichen Augen zurückerhielt und dann wieder verlor. Das hat ihn ebenfalls spürbar erschüttert.

Wenn ich dich schon »am Rohr habe«, gibt es auch ein paar Fragen zur Mini-Serie SOL. Im Galaktischen Forum und auf Facebook überschlagen sich die Leser mit Lob. Was ist das Geheimnis des Erfolges?

Wir probieren mit der Miniserie einiges Neues aus. Insofern kann ich nicht sagen, was jetzt wirklich der entscheidende Faktor ist. Ein paar einfache Antworten sind: Es geht um die SOL, das ist natürlich für viele Leser ein gewaltiger Bonuspunkt. Außerdem treffen wir viele liebgewonnene Charaktere wieder, von denen wir lange nichts gehört haben und deren Schicksal unklar geblieben ist.

Darüber hinaus machen wir schriftstellerisch einige Dinge anders. Ich habe mich bei der Konzeption an modernen Fernsehserien wie Breaking Bad orientiert. Das heißt, wir legen ein sehr viel stärkeres Augenmerk auf eine durchgängige charakterliche Entwicklung der Hauptfiguren, und die Romane sind inhaltlich extrem eng miteinander verwoben in der Art, wie Themen vorbereitet und Spuren für die spätere Auflösung gelegt werden. Es ist also weniger eine Reihe von zwölf Romanen, sondern ein von Anfang bis Ende genau durchkonzipierter Zwölfteiler.

Ich glaube, man merkt der Serie auch früh an, dass sich alles schnörkellos mit ziemlichem Tempo auf ein ganz klares Ziel hin entwickelt. Das dürfte auch zum Erfolg beitragen.

Wie viel Aufwand war die Recherche?

Das ging im Grunde. Ich habe das Setting in Tare-Scharm nicht nur gewählt, weil es vom bekannten Aufbruchszeitpunkt 1369 naheliegend war, sondern auch, weil  der TRAITOR-Zyklus ohnehin einen ganz starken Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich habe also die fünf, sechs Bände, die auf Evolux selbst spielen, noch einmal gelesen und zwei, drei Wochen lang viel in alten Expos und Datenblättern gewühlt.

Beim Entwickeln der Expos selbst gab es zwar auch viele Dinge nachzulesen: Wie funktioniert noch einmal ein Paralog-Reprotron? Wie wurde Annek Mayonnlyn geschildert? Wie sieht das Innere eines GESETZ-Gebers aus? Wie kamen damals die Lamuuni auf die SOL? Aber das ist mit Volltextsuche in den E-Books zum Glück heute sehr viel schneller erledigt als mit Blättern in der Sammlung. 

Die Autoren der SOL-Miniserie sagen unisono, dass deine Expos ein Lehrstück in Sachen Dramaturgie ist. Wie ist das mit den EA-Expos?

Jeder Exposéautor geht anders vor. Ich selbst habe nach Exposés von Frank Borsch, Rüdiger Schäfer, Rainer Schorm, Michael Buchholz, Marc A. Herren, Christian Montillon und Wim Vandemaan geschrieben. Die hatten alle ihre Punkte, auf die sie besonders Wert gelegt haben, und andere, wo sie viele Entscheidungen den Autoren überlassen haben. In der Erstauflage ist es (aus meiner Sicht) so, dass wir die unverrückbaren Eckpunkte erhalten, die für die Zyklusentwicklung insgesamt wichtig sind, sowie die Skizze einer Geschichte, mit der diese Eckpunkte vermittelt werden können. Da besteht aber viel Freiraum für Ergänzungen und Änderungen.

Das funktioniert bei Mission SOL ganz anders. Die Exposéarbeit für die EA und eine Miniserie ist aber auch nicht miteinander zu vergleichen. Bei der Miniserie habe ich nur eine Handlungsebene, mit zwölf Heften eine überschaubare Gesamtlänge und vor allem den Zwei-Wochen-Takt, in dem ich Dinge viel detailreicher ausarbeiten kann als in einer wöchentlichen Serie.

Dadurch wird aber auch das Korsett für die Autoren sehr viel enger. Einige Kollegen aus der Erstauflage wären mit meinen Expos sicher nicht besonders glücklich, weil sie wenig Raum zum eigenen Fabulieren lassen. Die Mission SOL-Exposés sind sehr umfangreich, die Schlimmsten waren von der Zeichenzahl schon ein Drittel Heftroman. Und da ist wenig Spielraum für Änderungen, weil auf einer Plot- und zwei Charakterebenen Bausteine für die spätere Auflösung platziert werden.

Danke für deine Zeit.

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Elf Fragen an Susan Schwartz zu Ihrem Band 3031

Susan Schwartz alias Uschi Zietsch schreibt ihren fünften Roman zum Zyklus. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie unter anderem  , ob sie Passagen aus dem Expo kopiert hat und wie sie das Titelbild beeinflusst hat.

 

Uschi, Band 3031 ist der zweite Roman, in dem die Cairaner aus der Innensicht geschildert werden. Was ist für dich der wesentliche Unterschied zu uns Terranern?

Sie sind trotz der so genannten Augenraumer keine Augen-, sondern ganz eindeutig Nasentiere (wie man so schön sagt). Hauptsächlich über den Geruch und mit Gesten zu kommunizieren ist ein großer Unterschied.

Was hast du dir gedacht, nachdem du das Expo gelesen hast?

Nougat, wie viel am Tag muss ich schreiben, Kreisch, Kaffee. Oh, Sonne, ich geh erst mal reiten.
Aber ernsthaft: Ich wusste ja, dass ich Monkey in die Serie zurückbringe und hatte vorher schon bekundet, dass ich das gut finde. Und chaotische Posbis sind immer eine Zeile wert.

Mit Monkey auf dem Titelbild war klar, dass der Markgraf nur Monkey sein kann. Ärgert dich, dass das Titelbild die Dramaturgie des Versteckspiels ad absurdum führt?

Ganz im Gegenteil, ich selbst wollte Monkey auf dem Titelbild haben und hatte meinen Vorschlag an den Scheffe gemailt, damit diejenigen Leser, die schon seit zig Bänden nach ihm rufen, einen Grund haben, sich zu freuen. Und diejenigen, die ihn nicht kennen, werden sich bestimmt über das ungewöhnliche Aussehen gewundert haben. Das Cover ist perfekt!
Auch ohne das Motiv wäre die Vermutung, dass der Markgraf und Monkey identisch sind, sehr groß – ich meine, hallo: USO, ein hünenhafter Maskierter, da muss man kein Sherlock Holmes sein, um den Zusammenhang herzustellen. Dennoch bleibt den ganzen Roman über eine winzige Restunsicherheit, deswegen hatte ich vor, meinen Roman mit einem einzigen geilen Schlusswort als Aufklärung zu beenden.
Laut Expo übrigens war von Anfang an klar, dass es sich um Monkey handelt, das habe ich wegen der Dramaturgie geändert. Und sagen wir so, die Personenkästen und Teaser der Folgebände werden ja nahezu gleichzeitig bekannt, also weiß es eh jeder. Trotzdem finde ich, hat der Kniff funktioniert – hätte ja trotzdem sein können, dass Monkey selbst erst im Folgeband in Erscheinung tritt und einen Lakai vorausgeschickt hat.

Monkey nennt sich Markgraf. Wieso hat er diesen altertümlichen Titel gewählt?

Das kann ich dir leider nicht beantworten. Vielleicht, weil er „Lordadmiral“ ist, was ja auch altertümlich ist? Das wissen nur die Expokraten.

Die Welt Everblack wurde in Heft 134 erstmals erwähnt, um dann in den Bänden 2759, 2760 und 2782 wieder eine Rolle zu spielen. Nun kommt es in Heft 3031 vor. Taugt es dir, wenn solche Brücken zu früheren Handlungen geschlagen werden?

Jep, ich finde sowas gut.



Die Cairaner an Bord beschließen sich zu opfern – was hättest du gemacht? Wofür würdest du dich opfern?

Ich hoffe, dass ich nie Gelegenheit dazu bekomme, darüber nachdenken zu müssen. Ich bin ein großer Angsthase. Ich bin außerdem eine Zivilperson und stehe in keiner Verantwortung oder Pflicht diesen Ausmaßes.

Der Markgraf spricht davon, dass die USO in den vergangenen Jahren viel Zeit und Geld gekostet hat. Wie haben sie sich finanziert?

Das kommt noch. Mein Band ist ja erst der Auftakt. 🙂 Ich gehe aber davon aus, dass sie jede Menge Schwarzhandel getrieben und überall ihre Minibasen und Kontakte aufgebaut haben.

Der Namen des Einsatzkreuzer RATBER TOSTAN ließ mein Herz höher schlagen. War der vorgegeben? Hast du ihn gewählt? War es ein Danke für die Interviews? 😉

Tatsächlich stand er so im Expo, und ich war gespannt, was du für eine Frage dazu formulieren würdest 😉 Aber natürlich passt das perfekt, er war (und ist) ein berühmter USO-Major und Spieler, so wie Monkey jetzt auch sein Spiel mit den Cairanern treibt.

Die USO bietet sich den Cairanern an und protzt mit der NIKE QUINTO als mobiler Einsatzbasis. Äh … ein Schiff interessiert doch die Cairaner nicht ….

Als mobile Einsatzbasis vielleicht schon. Die Cairaner müssen ja annehmen, dass das nicht alles ist und der Markgraf noch einiges in der Hose hat. Was ja auch der Fall ist …

Als die Anführerin der Meuterei ausgeschaltet wird, ergeben sich ihre Mitstreiter. Ist das nicht ein arges Klischee?

Nö, das ist ganz logisch, sie haben ja nichts mehr zu gewinnen. Wieso weitermachen? Das mag eher menschlich sein, das würde ich nicht abstreiten, aber es erscheint folgerichtig. Ich wollte auch kein Gemetzel, ein paar Tote sollten genügen.

Der Lobuch-Eintrag am Ende liest sich wie ein Teil des Expos. Hand aufs Herz: War das strg c und strg v?

Also, das ist doch … Komm du mir zum GUTCon!!
Nein, da war gar nichts aus dem Exposé kopiert (wie denn auch, es hat mehr Seiten als diese paar Zeilen …). Ich musste noch einiges aufräumen, was geklärt werden musste (das mit den Posbis beispielsweise weiß man bis dahin nicht) und ich dramaturgisch nicht anders unterbringen konnte – außerdem musste ich ja irgendwie zu meinem geilen Schlusswort hinführen!

Uschi, danke für deine Zeit.

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Und hier zum GutCon, der vom 28.-29.9.2019 sstattfindet.
http://gut-con-2019.terranischer-club-eden.com/

Neun Fragen an Oliver Fröhlich zu Band 3030

Mit 3030 kehrt Olivier Fröhlich zurück in die Handlung. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem  welches Tier der Zyklus für ihn ist und wie er sich am Ende des Romans verhalten hätte.

Oliver, mit Band 3030 schreibt du nach 3001 deinen zweiten Roman im Zyklus. Was hat so lang gedauert?

Eine unglückselige Kombination aus Grippekeimen, Schulterverspannungen und einem defekten Zellaktivator. Tatsächlich wäre ich für zwei Romane dazwischen vorgesehen gewesen, die ich aber leider beide kurzfristig abgeben musste. Aber ich verrate dir ein Geheimnis: Von einem Band, auf dem ein anderer Name steht, stammt etwa ein Viertel von mir. Und nein: Ich sag dir nicht, welcher Band das ist.

Du hattest dadurch die Chance als Leser den Zyklus zu verfolgen. Wenn du ihn als Tier beschreiben müsstest, welches wäre er?

Ganz klar als aglorianischen Steppen-Lumganen, der sich vom Dschungel-Lumganen vor allem dadurch unterscheidet, dass er … na ja, das weißt du ja alles selbst. Schließlich hast du den Zyklus auch als Leser verfolgt.

In 3030 erzählst du eigentlich eine Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang. Wie stehst du selbst zu Liebesgeschichten? Findet sich dieses Genre auf deinem Bücherstapel?

Vor allem erzählt der Band eine Lebensgeschichte. Und es wäre ja traurig, wenn es in einem Leben nicht auch Liebe gäbe. Bücher, in denen eine Liebesgeschichte erzählt wird, finden sich in meinem Regal reichlich, zum Beispiel »Game of Thrones« oder etliche Romane von Elizabeth George, Ken Follett oder Stephen King. Du merkst, worauf ich hinauswill? Eine Liebesgeschichte ist meines Erachtens häufig Bestandteil von Geschichten, egal welchen Genres. Das dürfte daran liegen, dass Liebe eines der stärksten Motive (wenn nicht DAS stärkste) für den Menschen ist, so zu handeln, wie er es tut. Aber ich gestehe: Romane, in denen ausschließlich eine Liebesgeschichte erzählt wird, habe ich nicht.

Als Sallu mit Aura trifft, kommt es zum »klassischen« Rollenverhalten. Das Mädel spricht und der Bub ist sprachlos. Später ist er ganz von der Rolle, weil er mit einem Mädchen spricht. 🙂
Denkst du, dass die Terraner dieses Verhalten bis zum Ende des Universums »mitschleppen« werden?

Hältst du das für klassisches Rollenverhalten?
Ich ehrlich gesagt nicht.
Klar, als ich so alt wie Sallu in dieser Szene war, wäre es mir vielleicht ähnlich gegangen. Allerdings gab es in meinem Umfeld genügend Gleichaltrige, die gar nicht erst darauf gewartet hätten, angesprochen zu werden, sondern die Initiative ergriffen hätten. Und welche, die in Sallus Situation nicht sprachlos gewesen wären. Und welche, die sprachlos gewesen wären, die Sprachlosigkeit – im Gegensatz zu Sallu – aber nicht überwunden hätten.
Aber ganz davon abgesehen: Wir leben zwar nicht mehr in Höhlen, trotzdem verhält sich der Mensch häufig noch immer nach den gleichen Verhaltensmustern wie vor Tausenden von Jahren, nur eben in einem anderen Umfeld. Dazu muss man sich nur in der Welt umsehen. Warum sollte es in weiteren Tausenden von Jahren anders sein? Oder, um deine Frage etwas knapper zu beantworten, ob ich denke, dass die Terraner dieses Verhalten bis zum Ende des Universums mitschleppen werden: Ja. Und nicht nur dieses Verhalten.

Sallu denkt fünf Jahre lang an Aura, ohne, dass er sie kontaktiert. Wozu gibt es eigentlich Hyperfunk?

Nun ja, Hyperfunk gibt es zur gleichen Verwendung wie heutzutage Telefon. Aber was nützt die fortschrittlichste Kommunikationstechnik, wenn man zu feige ist, sie zu benutzen? Wenn man Angst vor dem Ergebnis hat? Wenn man lieber in Erinnerungen schwelgt, als das Risiko einzugehen, nach einem Anruf zu hören: »Sallu wer?« oder »Du wagst es noch, mich anzurufen?«
Mag sein, dass du als kontaktfreudiger offener Mensch anders gehandelt hättest als Sallu. Mag aber ebenfalls sein, dass deine Geschichte dadurch etwas weniger erzählenswert gewesen wäre.

Sallu wird im Laufe der Story zum reichen, begehrten Junggeselle.
Zitat: »Mit einigen Bewerberinnen ging er aus.«
Denkst du, dass in Zeiten von »me too« man noch von Bewerberinnen sprechen sollte?

Ich denke, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Die Frauen, die gerne Kontakt mit ihm gehabt hätten, haben um ihn geworben. Also waren sie Werberinnen (was aber ein blödes Wort ist) – oder eben Bewerberinnen. Dass es sich dabei um Frauen handelt, liegt einzig an dem Zufall, dass Sallu ein heterosexueller Mann ist. Bei einer anderen Konstellation (anderer sexueller Orientierung oder anderem Geschlecht) hätte es eben Bewerber statt Bewerberinnen gegeben – und niemand hätte mich nach »me too« gefragt.

Oliver Fröhlich am Austria Con 2016
copyright Martin Steiner

Sallu und Aura lieben die Musik von Henk Borgh. Gibt es dazu ein reales Vorbild?

Ein konkretes Vorbild gibt es nicht, nein. Vor meinem geistigen Ohr (gibt es so etwas überhaupt?) habe ich bei Henk Borghs Musik aber immer eine Mischung aus Progressive Rock, elektronischen Soundtüfteleien und stimmungsvollen Gitarrenteppichen gehört. Lass Jean Michel Jarre und Mike Oldfield (den Tubular-Bells-Mike-Oldfield, nicht den Moonlight-Shadow-Mike-Oldfield) bei Dream Theater einsteigen, schenke ihnen allen einen Zellaktivator, dann klingen sie im Jahr 1600 NGZ vielleicht – aber nur vielleicht – so ähnlich wie Henk Borgh.

Sallu verpflichtet sich dreißig Jahre beim TLD, hadert aber mit der Entscheidung. Kann man Dienstverträge mit dem TLD nicht kündigen? Falls nicht, fände ich das arbeitsrechtlich bedenklich …

Kann gegenwärtig ein Berufssoldat oder ein Zeitsoldat einfach kündigen, weil er keine Lust mehr hat? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht, kann es mir aber nicht vorstellen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, aus dem Dienstverhältnis rauszukommen, aber allzu einfach dürfte das nicht sein. Und wer weiß? Vielleicht wäre es beim TLD ja einfacher gegangen, und Sallu hat es nur nie versucht. Warum? Weil er Sallu ist. Weil er – zumindest in dieser Lebensphase – tut, was man ihm sagt. Weil er denkt: »The only way out is through.« (Die Übersetzung nach Interkosmo stellst du dir bitte einfach vor.)
(Anmerkung: Ich hab mich schlau gemacht:
Ein Soldat auf Zeit auf Zeit kann auf seinen Antrag gemäß § 55 Abs. 3 SG Wehrrecht entlassen werden, wenn wegen persönlicher, insbesondere häuslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher Gründe eine besondere Härte vorliegt. Die Rechtsprechung verlangt das Vorliegen schicksalhaft eingetretener erheblicher Gründe.)

Wärst du am Ende Sallus Weg auch gegangen?

Ich war bisher noch nicht so häufig in der Situation, mich nach meinem Tod Hunderte von Jahren später als körperloses Bewusstsein in einem Brocken PEW-Metall wiederzufinden, insofern müsste ich meine Antwort wohl ein wenig extrapolieren. Aber ich denke mal: Nein, wäre ich nicht. Das ist vielleicht auch der Grund, warum nicht Sallu meine Geschichte erzählt hat, sondern ich seine.

Oliver, danke für deine Zeit.

Der Roman als ebook:

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Hier hier in Heftform
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Ellerts Stammtisch-Post wird 250

Erich Herbst, der Herausgeber von Ellerts Stammtisch Post, einem monatlich erscheinenden Informationsblatt (nicht nur) für den PERRY RHODAN -Stammtisch Ernst Ellert München, stellt sich den Fragen von Roman Schleifer.

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Erich, im Oktober 2019 kommt die Ellerts Stammtisch Post Nr. 250 heraus. Wie viele Jahre gibt es sie schon?

Die ESPost (diese Abkürzung verwende ich seit vielen Jahren) gibt es nun schon im 21. Jahr. Die erste Ausgabe habe ich für den Münchner PERRY RHODAN-Stammtisch am 1. April 1999 zusammengestellt, dementsprechend war der erste »Headliner« auch: »Dies ist kein Aprilscherz!«. Sie ist übrigens, wie alle Ausgaben, noch zum Download auf der Stammtisch-Homepage www.prsm.clark-darlton.de verfügbar.

Was war deine Motivation, sie ins Leben zu rufen?

Als RHODAN-Fan kannte ich natürlich die damalige PERRY RHODAN NEWS. Das monatlich veröffentlichte zweiseitige A4-Blatt der PERRY RHODAN-FanZentrale war eine bequeme Informationsquelle, und ich dachte mir, so etwas könnte ich auch etwas spezifischer für unseren Stammtisch basteln, natürlich mit selbst recherchierten Informationen. Hat sich offenbar nicht nur dort bewährt…

Wie viele Abonnenten hast du? Wie sind die Download-Zahlen?

Die Frage nach den Abonnenten zu beantworten ist einfach: Deren Zahl geht gerade auf die Vierhundert zu. Das mit den Downloads ist schwieriger, da ich hier keine Statistik habe. Den Zugriffszahlen auf die Ankündigungen jeder ESPost entnehme ich allerdings dass diese im ersten Jahr zwischen 150 und 250 liegen. Ältere Ausgaben haben häufig auch mehr Zugriffe.

 

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Wie leicht/schwer kommst du an Material?

Etwa so wie es bei dem Sprichwort »Das Geld liegt auf der Straße« läuft: Mitnehmen was man findet. Das ist mühselig denn man muss schon viel unterwegs sein, um viel zu finden. Einfach ist es da, wo »Geld« ausgegeben wird, zum Beispiel auf den RHODAN-spezifischen Homepages von Verlag, Fans usw., also eher viel »Kleingeld«. Dazu kommen Fans, die mir Infos – quasi »Geldspenden«, um das Bild fortzuführen – zukommen lassen, da bin ich oft froh drum, weil ich eben auch nicht alles absuchen kann. An das »große Geld« zu kommen ist natürlich deutlich schwieriger, da ist schon mal intensive Recherche im Internet angesagt, meist auf Verdacht.

Was war bislang das Highlight? Worauf bist du besonders stolz?

Schwer zu sagen. Vielleicht Aktionen bei denen es mir gelang tatsächlich auch größere Resonanz zu bekommen.
So wie damals, nach dem Start des »Sternenozean«-Zyklus, als das Ergebnis einer Umfrage unter den ESPost-Lesern zur bisher umfangreichsten Ausgabe führte: 26 Seiten!
Ein bisschen auch dass ich das ESPost-Vorbild mit Ausgabe 204 überholen konnte. Ja, und natürlich dass ich 250 Ausgaben erreicht habe.

Ob es noch mehr Ausgaben werden, brauche ich nicht zu fragen, oder?

Ganz gewiss werden es mehr, jeden Monat eine J. Aufhören werde ich erst dann, wenn es mir keinen Spaß mehr macht.

Was haben Abonnenten außer einer pünktlichen Zusendung per E-Mail noch zu erwarten?

Gelegentlich gibt es brandaktuelle Infos, die nicht bis zur nächsten ESPost-Ausgabe warten können. Dafür stelle ich dann eine so genannte »ESPost-Info«, je nach Umfang als einfachen E-Mail-Text oder als gestaltetes Infoblatt, zusammen. So etwas habe ich inzwischen auch schon 223 erstellt und verschickt. Und dann noch die »ESPost-Sonderausgaben«, themenbezogene Mini-Fanzines. Leider gibt es davon bisher nur 16, die meisten schon älteren Datums. Aber ich hoffe, ich finde bald mehr Zeit mal wieder so etwas auf die Beine zu stellen.

Wie meldet man sich an?

Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder direkt auf der »Ellerts Stammtisch Post«-Seite https://www.prsm.clark-darlton.de/index.php/esparchiv unserer Stammtisch-Homepage.
Oder per E-Mail an espost@gmx.de – die landet dann direkt bei mir und ich sorge dann für den Eintrag in der Aboliste.
Abonnent muss man aber nicht werden, es genügt auch der gelegentliche Blick auf die Startseite der Stammtisch-Homepage, dort gibt es Direktlinks zu den aktuellsten Veröffentlichungen.

Was wünscht du dir für die Zukunft der ESPost?

Drei Wünsche, gute Fee?
Also:
 – Mehr interessante Informationen.
 – Weniger schlechte Nachrichten.
 – Weiterhin zufriedene Leser.

Die Wünsche seien dir erfüllt. 🙂

Homepage des Münchner PERRY RHODAN-Stammtisches
https://www.prsm.clark-darlton.de/

Aktuellste Ausgabe der ESPost, Nr. 249

https://www.prsm.clark-darlton.de/index.php/neuigkeiten/35-esparchiv/484-ellerts-stammtisch-post-nr-249-september-2019

 

 

Sechzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3029

Uwe Anton steht auch in dieser Woche im Mittelpunkt der Interviewserie, denn er führt Atlans Recherchen zum Arkon-System weiter. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, was passiert, wenn ein Autor schläft, ob er an Neuleser denkt, wenn er den Roman verfasst und wie Atlan seine zweiten 10.000 Jahre verbracht hat.

Zitat: »Ich war emotional sehr berührt, so aufgewühlt wie selten zuvor.«
In Band 3028, also vor ein paar Stunden, hat Atlan noch geglaubt, seine Jugendliebe zu treffen, und war minutenlang nicht ansprechbar. Was ist intensiver für ihn? Das Arkonsystem zu sehen, oder seine Jugendliebe?

Was isst du lieber? Eine Frittatensuppe, ein Wiener Schnitzel oder eine Palatschinke?
Das kannst du doch nicht miteinander vergleichen. Genauso wenig kannst du Atlans Jugendliebe mit dem Arkonsystem vergleichen. Ich gestehe dem alten Arkoniden in beiden Fällen ein gehöriges Maß an Aufgewühltheit zu. Außerdem – hast du schon einmal versucht, ein ganzes Sonnensystem zu umarmen?

Zitat: »Zum ersten Mal sah ich die Bleisphäre mit eigenen Augen, nicht nur als Holoaufzeichnung.«
Äh … die Zentrale eines Kugelraumers liegt doch in der Mitte. Wie sieht Atlan normaloptisch dann die Bleisphäre?

Mann, du stellst Fragen. Soll ich jetzt wie weiland König Heinrich der IV. drei Tage lang kniend um Vergebung flehen?
Da hat der werte Herr Autor geschlafen, und keinem ist es aufgefallen. Hey, Redaktion, Lektorat und sonstige Bearbeiter, wo seid ihr, wenn man euch braucht? 😉

Atlan denkt ziemlich oft, dass das Arkonsystem für die Milchstraße noch eine gewichtige Rolle spielen wird. Das klingt für mich wie ein Vorausblick des Autors. Wird das Geheimnis der Bleisphäre bis 3099 gelüftet?

Stelle mir diese Frage bitte in anderthalb Jahren noch einmal, wenn Band 3099 erscheint. Andererseits kennst du die Antwort dann ja, da musst du nicht mehr fragen. Du siehst, deine Frage ist so diffizil, dass ich sie nicht beantworten kann. Bestätigen kann ich allerdings, dass das Arkonsystem für die Milchstraße noch eine gewichtige Rolle spielen wird.

Im von Atlan mitgehörten Funkverkehr zwischen einem Unither und einem Ara glaube ich, Autorenkollegen herauszulesen. Ssns klingt nach Susan Schwartz, Vrnth nach Verena Themsen und Rcst nach Rainer Castor. Wer ist mit Mruvat gemeint?

Mruvat ist Mruvat. Man muss nicht hinter jedem Namen gleich eine Verschwörung wittern.

In welchem Band wurdest du schon verbraten?

In Band 2652 hat eine gewisse Ssns über die Unither Vlck, Knfl, Robff, Uwtn und Rcst geschrieben; die unterdrückten unithischen Arbeiter organisieren sich in einer Art Gewerkschaft. Tolles Thema, toller Roman! Darauf bezieht sich indirekt das abgehörte Funkgespräch. Die Unither in diesem Schiff sind eben aufmerksame PERRY RHODAN-Leser. Oder Gewerkschaftsfunktionäre.

Du thematisierst Religion in deinem Roman. Allzu oft kam das bislang nicht vor. Wieso macht RHODAN so einen großen Bogen um dieses Thema?

Religion ist immer ein heikles Thema, über das man trefflich diskutieren kann – oder auch nicht, denn wenn man unterschiedlicher Meinung ist, wird man kaum einen Konsens finden. »Wie viele Engel passen auf eine Nadelspitze?«
Daher verstehe und akzeptiere ich, dass RHODAN dieses Thema weitestgehend ausspart. Im Namen der Religion wurden und werden Kriege geführt, die Millionen Menschen das Leben gekostet haben. Es ist also wirklich heikel, auch wenn der Artikel 4 des Grundgesetzes unter anderem besagt: »Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.« Aber in diesem Roman treffen unsere Helden nun mal auf religiöse Fanatiker, und da muss man Farbe bekennen.

Zitat: »… nach einem ergebnislosen Flug …«
Die Handlung in den ersten zwei Drittel des Romans könnte man auch zusammenfassen: Atlan fliegt mit dem Schiff problemlos zum Arkonsystem. Dort steigt er in ein Schiff um und macht damit einen unspektakulären Rundflug, plaudert mit einem Haluter, und dann haben wir noch das monster of the week. Nachdem du mir letzte Woche deine ersten Gedanken nach dem Lesen eines Expos verraten hast (nämlich »Uff«) – wie war dein zweiter Gedanke nach dem Lesen des Expos von Band 3029?

Natürlich »Uff uff!«.
»Uff« ist in der deutschen Umgangssprache bekanntlich ein Ausruf, mit dem man zum Ausdruck bringt, dass etwas körperlich oder geistig anstrengend oder belastend ist. Schon der Gedanke an etwas Anstrengendes kann die Lautäußerung »Uff« verursachen. Aber … wo ist in diesem Roman das monster of the week? Spielt es erfolgreich Verstecken?

Uwe Anton im AustriaCon 2010 Album.
Austria Con 2010

Atlan erklärt den ironischen Kommentar des Haluters. Also hast du als Autor Atlan den Witz erklären lassen. Dass Haluter einen Konvertermagen haben, kann der RHODAN-Fan um drei Uhr morgens volltrunken und auf Speed von sich geben. Sind solche Erklärungen der Ausrichtung nach Neulesern geschuldet?

Keine Ahnung, ich bin um drei Uhr morgens nur sehr selten volltrunken und so gut wie nie auf Speed. Am Wochenende war ich auf einer Geburtstagsfeier, aber um drei Uhr morgens lag ich schon im Bett. Vielleicht volltrunken, aber nicht auf Speed.
Es ist immer ein Balanceakt, welche Infos ich in einen Roman packe. Der Altleser schüttelt den Kopf und denkt: »Weshalb wiederholt der Idiot das zum x-ten Mal?«, der Neuleser denkt: »Mann, ist ja irre!«
Außerdem kann ich nicht gut Witze erzählen. Ich neige dazu, sie sofort zu erklären.
Vor dem Stephansdom in Wien stehen zwei Polizisten. Kommt ein Tourist auf sie zu und fragt: »Do you speak english?« Die Polizisten verneinen. Daraufhin versucht es der Tourist mit Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Griechisch und Türkisch, bekommt aber jeweils nur ein Kopfschütteln, worauf er die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und geht. Sagt der eine Polizist zum Kollegen: »Mei, host dees kheert, sieben Sprochen hot der kenna!« – »No und, hots eam was gnutzt?« Also, der Stephansdom ist ein berühmtes Wahrzeichen von Wien, und … Ja, ist ja schon gut.

Wie sehr denkst du beim Schreiben und beim Korrekturlesen an die Neuleser?

Siehe oben. Es ist jedes Mal eine diffizile Angelegenheit. Was kann ich voraussetzen, was sollte ich erklären?

Bei Perry Rhodan hat man ja den Eindruck, dass er nach dem Prinzip »So, ihr habt 500 Jahre wenig weitergebracht, jetzt bin ich da und ich zeige euch, wie ich das alles wieder gerade biege!« agiert. Atlan verfolgt mit der Bleisphäre ja auch das Ziel, das Arkonsystem von früher wieder zurückzubekommen. Er fragt sich ja auch selbst, ob er zu einem verbitterten, verknöcherten, rückwärtsgewandten Arkoniden zu werden droht. Er will in sich gehen und darüber nachdenken. Was denkst du? Was wird bei jemand, der fünfundzwanzigtausend Jahre gelebt hat und gekämpft hat, am Ende des Nachdenkens herauskommen?

Keine Ahnung. Vielleicht greife ich das beim nächsten Roman mit Atlan, den ich schreiben werde, kurz auf, wenn’s irgendwie hineinpasst. Klar ist jedenfalls, dass ihn der Anblick der Bleisphäre nicht kalt lässt. Auch, wenn er ein paar Jahrtausende auf dem Buckel hat.

Zitat: »Die Signaten bezeichnen das Arkonsystem als Transzendente Signatur. Damit meinen sie, die Transzendenz habe diesen Ort transrational signiert. Diese Erklärung konnte ich nachvollziehen.«
 Äh … ich leider nicht. Bitte erleuchte mich.

»Trans« bedeutet in Bildungen mit Verben oder Substantiven »hindurch, hinüber, jenseits, über … hinaus«, lokal, temporal und übertragen. »Rational« bedeutet »die Vernunft betreffend, von der Vernunft bestimmt«. »Transrational« bedeutet also »über die Vernunft hinaus«.
Wie gesagt, die Signaten sind religiöse Fanatiker. Mit Vernunft hat das alles nichts mehr zu tun. Wenn Atlan das mit seiner Lebenserfahrung nachvollziehen kann, muss das dem Leser noch längst nicht möglich sein.

Zitat: Du bist bislang auch davon ausgegangen, dass es Unsinn ist, die Zukunft sehen zu können. Und doch kann Goshin das, da sind wir uns ja einig.
Zwei Fragen dazu: Wie kann Atlan trotz des Zeitauges der Perlians davon ausgehen, dass es Unsinn ist, in die Zukunft sehen zu können? Spricht diese Auffassung, obwohl Perlians in die Zukunft sehen können und der Signat sogar eine Bedrohung verhindert, gegen ein deterministisches Weltbild?

Nun lass mal den Stephansdom in Wien. Die Perlians können 0,1 Sekunden in die Zukunft sehen. Das ist doch zu vernachlässigen, jedenfalls nicht mit dem Signatenführer zu vergleichen, dem da schon Blicke über andere Zeiträume möglich sind. Die Fähigkeit, in die Zukunft sehen zu können, ist eins der interessantesten Themen der Science Fiction, und ich habe versucht, dem Rechnung zu tragen. Ist sie Segen oder Fluch? Kann man verändern, was man gesehen hat? Sind tatsächlich alle – insbesondere auch zukünftige – Ereignisse durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt? Auf diese Fragen gibt es natürlich mangels vernünftiger Erfahrungswerte keine festen Antworten, nur Meinungen. Der Leser möge das Für und Wider in Betracht ziehen und sich seine eigene Meinung bilden. Ich kann diese Frage nur anreißen und zur Diskussion stellen.

Im Roman wird erwähnt, dass Atlan 15.000 Jahre reine Lebenszeit hat. Aber es sind doch 25.000 …

Faktisch hast du völlig recht. Ich neige aber dazu, Traversan zu ignorieren, da Atlan die ihm bevorstehenden zehntausend Jährchen bis zur Gegenwart in einer Überlebensstation im Tiefschlaf überdauert. Ja, ich weiß, auf der Erde hat er ebenfalls viel Zeit im Tiefschlaf verbracht und seine Station nur verlassen, wenn Kollege Kneifel ihn für ein neues Abenteuer brauchte, aber das ist in meinen Augen etwas anderes. Man möge mir diese kleine Marotte verzeihen.

Zitat: »Zwei Dutzend Signaten oder mehr stürmten waffenschwingend auf uns zu.«
Wie muss ich mir das vorstellen? Kommen sie mit Kombistrahlern und schwingen die über dem Kopf, statt zu schießen?

Religiöse Fanatiker eben. Die handeln nun mal nicht immer zweckbestimmt und logisch. Du siehst, ich habe es mit der Religion und war daher der ideale Autor für diesen Band.

Hartmut Kasper hat sowohl auf dem Garching-Con als auch auf den PR-Tagen in Osnabrück gesagt, man wolle die Hinweise für die Zukunft stärker betonen. Waren die Sätze »Aber dieses Schiff veränderte alles. Ich war mir sicher, es würde noch eine Rolle spielen in dem Drama, dessen Handlung wohl eben erst begonnen hatte.« so eine stärkere Betonung der zukünftig relevanten Handlung?

Auf jeden Fall ist dieses Schiff ein Hammer und könnte starken Einfluss auf die zukünftige Handlung nehmen. Wir bemühen uns, alle aufgeworfenen Fragen bis zum Zyklusende zufriedenstellend zu beantworten. Also schön, du sollst deinen Willen bekommen: bis Band 3099.

Im Forum hat ein gewisser Askosan geschrieben: Interessant fand ich auch folgende Passage: „Der eine hat die absolute Weisheit über die Körpereigenschaften von Oxtornern gepachtet, der andere den wahren Kern des arkonidischen Wesens gefunden. Nicht ganz gescheit sind sie alle.“
War das eine Anspielung auf die Forumsdiskussion aus Spoilerthread 3019? Da ging es ja, unter anderem, um die „Körpereigenschaften von Oxtornern“. Der Roman war übrigens vom gleichen Autor.

Nein, das würde ich nicht so sagen. Wer mich kennt, weiß, dass ich nur ganz, ganz selten Anspielungen mache. Allerdings verfolge ich das Forum ziemlich aufmerksam, zumindest die Threads, in denen meine Romane diskutiert werden. Ich möchte ja wissen, was die Leser von ihnen halten und wie ich noch besser schreiben kann. Ich glaube mich zu entsinnen, dass die Diskussion über die Körpereigenschaften von Oxtornern schon ziemlich … nun ja, abgefahren war.

Vielen Dank für das Gespräch.

Gern. Wir sprechen uns dann in sechs Wochen wieder.

Eher früher, denn wir treffen uns in einer Woche am BrühlCon und dann zwei Wochen später am GutCon. 🙂

Hier geht’s zum ebook:
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Dunkelwelten Trilogie Band III »Schwarze Ernte« – Das Interview mit Madeleine Puljic

Madeleine Pujic stellt sich den Fragen von Roman Schleifer zum Dunkelwelten Band III »Schwarze Ernte«. Unter anderem verrät sie, was Stöckelschuhe mit Autorität zu tun hat und ob sie Perry Rhodan für arrogant hält.

Madeleine, nach mehreren PR-NEO hast du nun auch einen Beitrag mit dem Erstauflagen-Perry Rhodan geschrieben, nämlich den Dunkelwelten-Band 3, »Schwarze Ernte.«

Wie ist es zu der Story gekommen? Die Autoren der Vorbände, Michael Marcus Thurner und Robert Corvus, haben sich bei ihren Bänden abgesprochen. Wie war das bei dir?

Da ich den letzten Band der Reihe geschrieben habe, hatte ich da zum Glück sehr viele Freiheiten. Tatsächlich sind die Bücher alle sehr eigenständig, und ich hatte den Vorteil, dass ich mir einfach die beiden anderen Manuskripte zu Gemüte führen und bei mir anpassen konnte, was notwendig war.
Die Geschichte selbst habe ich vorwiegend im Schlagabtausch mit Klaus N. Frick konzipiert. Er war es auch, der mir vorgeschlagen hat, Monkey ins Spiel zu bringen.

Nach den beiden Bänden von MMT und RC haben die Leser Erwartungen aufgrund der Vorerfahrungen der Vorgängerbände. Wie sehr hat dich das unter Druck gesetzt?

Den Abschlussband einer Reihe zu schreiben ist natürlich immer eine Herausforderung. Die Leser haben schon zwei gute Romane gelesen und jetzt kommt noch einer mit einer Dunkelwelt daher, wieso sollte der dann noch interessant sein?
Da die Romane eigenständig zu lesen sein sollten, gibt es keine großen Cliffhanger, die den Leser sofort zum nächsten Roman greifen lassen. Deshalb haben wir bei der Konzeption darauf geachtet, drei sehr unterschiedliche Schauplätze, Figuren und Ausgangsszenarien zu finden, sodass das Thema Dunkelwelt auch in Band 3 noch spannend bleibt.

Durch das Wissen der Leser von Band 1 und Band 2 musstest du eine andere Dramaturgie entwickeln als die beiden Vorgängerautoren. Wie sehr hat es dich eingeschränkt, dass du ein paar Optionen nicht verfügbar waren?

Darauf habe ich um ehrlich zu sein wenig geachtet. Ich entwickle meine Geschichten meistens aus den Figuren heraus, das fühlt sich für mich am natürlichsten an. Entsprechend war die einzige Einschränkung, die ich erhalten habe, dass sich die beiden bekannten Figuren (Rhodan und Monkey) entsprechend ihrem Charakter verhalten und bitte nicht sterben sollen.

Wie schwer war es, nach den alten Hasen MMT und Corvus den dritten Teil der Dunkelwelten zu schreiben? Die Leser vergleichen ja immer …

Wie du sagst, die Leser vergleichen immer, ganz gleich ob innerhalb von NEO, NEO und Erstauflage oder in den eigenständigen Romanen, die wir veröffentlichen. Jeder von uns hat einen sehr eigenen Stil, sowohl im Text als auch in dessen Erarbeitung. Von daher lasse ich mich da möglichst nicht verrückt machen. Es wird immer andere Autoren geben, die besser, schlechter, schneller, klarer, verspielter schreiben, und immer Leser, denen es anders vielleicht besser gefallen hätte.

Während MMT und RC die Dunkelwelt in den Mittelpunkt gerückt haben, war sie bei dir nur eine Handlungsebene. Daneben kämpften Perry Rhodan gegen ein staatliches System und Alken gegen Rhodans Rettungsabsichten. Was war der Grund, dass du von dem Schema der ersten Bände abgewichen bist?

Das hat für mich eigentlich wenig mit Schema zu tun, ich orientiere mich mehr danach, was für mich die interessanteste Geschichte ergibt. Eine Dunkelwelt, die einen anderen Planeten bedroht, fand ich einfach spannender als eine mitten im Nirgendwo. Das erfordert natürlich zwangsläufig auch die Geschichte der beeinflussten Welt.
Mit Monkey hatte ich einen sehr starken Charakter im Außeneinsatz, und da wo Perry Rhodan draufsteht, auch Perry Rhodan drin sein soll, habe ich mich entschieden, ihn in seiner diplomatischen Rolle aktiv werden zu lassen.

Madeleine Puljic am Austria Con 2016 copyright Martin Steiner

KNF schaut ja über alle Expos drüber – was war die wichtigste Idee, die er eingebracht hat?

Klaus hat mir das Taschenbuch eigentlich direkt mit einer Idee angeboten. Von der sind wir dann zwar ziemlich bald abgekommen, aber die Geschichte mit Monkey, USO-Agenten und einem Waisenkind entstand im gemeinsamen Schlagabtausch, von daher kann ich nicht sagen, welches der wichtigste Input gewesen wäre.
Überrascht hat ihn dann, glaube ich, nur der zweite Handlungsstrang. Als Klaus dann letztendlich mein 20-seitiges Exposé gesehen hat, kam nämlich nur noch: »Bist du sicher, dass du das alles unterbringen willst?»

Wer von den vielen Figuren im Roman war dir am sympathischsten? Und warum?

Ich denke, das ist Jin Ogav. Sie ist eine selbständige junge Frau, die sich ihren Posten hart erarbeitet hat und noch große Ambitionen hat und die im Laufe des Romans noch ganz andere Seiten an sich entdeckt.

Einer der Hauptfiguren ist mit Monkey die emotionsloseste Figur des Perryversums. Was war der Grund, dass du ausgerechnet ihn als eine der Hauptfiguren gewählt hast?

Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich da eingelassen habe. Klaus meinte: »Super, dem stellen wir ein kleines Mädchen zur Seite, das wird lustig.«

Monkey kann man als Autor ja eigentlich nur aus der Außenperspektive schildern. Hätte es dich gereizt, aus seiner Ich-Perspektive zu schreiben?

Für eine kurze Szene ja. Aber definitiv nicht für einen ganzen Roman.

Wie ist der EA-Perry Rhodan im Vergleich zum NEO-Perry Rhodan? Welche Unterschiede gibt es für dich als Autorin?

Er hat eine sehr viel längere Hintergrundgeschichte. Und mit dreitausend Jahren Erfahrung gibt es relativ wenig, womit man ihn noch überraschen oder schocken kann, während für den NEO-Rhodan viele Dinge doch noch neu sind.

Neben RHODAN schreibst du auch Fantasy-Romane. Was ist für dich der wesentliche Unterschied zwischen den Fantasy-Büchern und RHODAN?

Die physikalischen Berechnungen. Im Fantasy ist mir das ziemlich schnurz, ob etwas physikalisch möglich ist oder nicht. Magie ist das Zauberwort. Der Entwurf eines ganzen Sonnensystems ist da ein anderes Kaliber.

Vor deinem Einstieg in NEO hast du mit RHODAN nichts am Hut gehabt. Wie war für dich der Einstieg in diese Welt? Wie hast du dir das typische RHODAN-Feeling angeeignet?

Wir haben eine sehr umfassende Heftesammlung. Zum Glück auch als E-Book, denn die Regalwand mit der gesamten Serie und etlichen Nebenprodukten muss erst wieder in Reihenfolge sortiert werden.

»Schwarze Ernte« hat wie schon gesagt mehrere Handlungs-ebenen und mehrere Figuren. Welchen Archetypus repräsentieren die einzelnen Figuren?

Das Konzept der Archetypen gehört zur Heldenreise, in der eine Hauptperson das klare Zentrum der Geschichte ist. Das ist bei »Schwarze Ernte« aber nicht der Fall – der Roman erzählt im Grunde gleichberechtigt von vier Personen, deren Zusammenwirken erst die Geschichte in Gang bringt. Deshalb ist das Archetypen-Modell nicht gut anwendbar. Alken beispielsweise wäre in seiner Geschichte der Held, aus Perrys Sicht eher der Trickster.

Die Handlungsebene um Perry Rhodan zeichnet sich dadurch aus, dass er sich im Prinzip in fremde, staatliche Angelegenheiten einmischt. Für mich schwang in seinem Denken und seiner Vorgehensweise die (vielleicht natürliche) Arroganz eines Unsterblichen mit. So nach dem Motto: »Seht her, der Retter ist jetzt da, also hört und folgt meinen Worte.«
Wie hast du das beim Schreiben empfunden?

Er hat sich im Lauf der Jahrtausende einen ziemlichen Ruf erarbeitet, und häufig wird er entsprechend dem auch empfangen. Daraus entsteht denke ich irgendwann einfach eine gewisse Erwartungshaltung. Er hat viel Erfahrung, im Zweifelsfall weiß er es oft eben einfach wirklich besser. Ich denke, wenn er die Zeit hätte, würde er durchaus subtiler vorgehen und sich zumindest etwas besser einfühlen. Aber er taucht ja prinzipiell dann auf, wenn der Hut brennt, und kommt nicht einfach mal zum Tee vorbei.

Ist er einfach arrogant oder konsequent in seiner Vorgehensweise?

Beides.

Elindra Parr läuft zu Beginn in Stöckelschuhen herum, weil sie das mit Autorität verbindet. Wieso verbindet sie Schuhwerk mit Autorität?

Das mag jetzt total antifeministisch und banal klingen, aber: weil es so ist. Kleider machen Leute. Wobei es bei Parr ja nicht nur um Autorität geht, sondern darum, welche Reaktion sie bei ihren Patienten auslösen möchte. Eine Frau in weißem Kittel und Stöckelschuhen vermittelt einen anderen Eindruck als eine in SERUN und Einsatzstiefeln. Oder eine in Schlabberpulli und Jogginghosen. Sie ist sich dessen bewusst und nutzt das zu ihrem Vorteil, wie es jeder Profi tut.

Zitat: »Ihre Arbeitgeber verlangten von Parr, wenn nötig die Interessen der USO über das Wohl der Kinder zu stellen. Ihr moralisches Empfinden sah dagegen etwas völlig anderes vor, und meist versuchte sie, sich eher an dieser Richtlinie zu orientieren.«
Was hält sie davon ab, zu kündigen?

Vielleicht der Gedanke, dass ihr Nachfolger das anders handhaben würde? Nur weil man nicht mit seinem Chef einer Meinung ist, muss das nicht bedeuten, dass einem die gesamte Arbeit zuwider ist.

Zitat: »Aber Dorksteiger hatte recht – Abenteuerlust allein war kein Grund für diese Mission.«
Also, dem Perry, den ich kenne, ist das egal. Er will dort hin, also fliegt er dorthin. Wieso zögert er bei dir?

Ich habe einfach gehofft, ihm ein wenig Vernunft eintrichtern zu können.

Zitat Perry Rhodan: »Nichts im Leben ist umsonst.«
Soweit du das Perryversum überblickst, was war Rhodans größter Preis, den er gezahlt hat?

Seine Kinder zu überleben.

Zitat Alken: »Nach kurzem Überlegen griff er auch nach den Probefläschchen im Bad: Duschgel, Shampoo, Seife. Man konnte nie wissen.«
Wie autobiografisch ist das?

Ich habe selten die Gelegenheit, in Luxushotels abzusteigen. Dafür kann ich mir durchaus mein eigenes Duschgel leisten. Alles hat Vor- und Nachteile.

Elindra Parr stößt anfangs bei Professor Laxten auf taube Ohren und ärgert sich über seine Ignoranz. Wie gehst du mit ignoranten Mitbürgern um, von deren Meinung du abhängig bist?

Ich versuche, sie so gut es geht einfach zu ignorieren. Man kann nicht alle belehren, und man kann es nicht allen rechtmachen. Man kann nur an seiner Abhängigkeit von diesen Personen arbeiten.

Zitat Monkey: »Wenn wir dieses eine Kind nutzen können, um die Situation zu klären, müssen wir das Risiko eingehen. Setz das Mädchen unter Drogen, wenn es sein muss, aber es kommt mit.«
Später fragt sich Elindra Parr, ob sie sich gegen Monkeys Befehl zur Wehr setzen hätte können. Wie wäre die Story verlaufen, wenn sie gekündigt hätte? Wie hätte Monkey darauf reagiert?

Ich denke, dass Monkey eine Kündigung von Parr ziemlich gleichgültig wäre. Sie ist zwar keine Agentin, wird aber definitiv irgendeine Geheimhaltungsklausel unterschrieben haben, von daher ist sie für die USO durchaus ersetzbar. Nicht so ersetzbar ist sie für Senna Hickey, und ich glaube, dass eine bestimmte Situation an Bord der ELANA deutlich anders ausgegangen wäre, wäre Parr nicht dabei gewesen um zu tun, was sie für richtig gehalten hat.

Alkens Eltern verstehen nicht, warum er eine Ausbildung macht, immerhin sorgt der Staat ohnehin für alle. Wie stehst du zu bedingungslosem Grundeinkommen?

Es gibt immer irgendjemanden, der sich damit begnügt, das System auszunutzen. Aber ich bin eher Alkens Meinung: Die meisten Menschen streben danach, etwas Sinnvolles zu tun und etwas zu schaffen.

Zitat Alken: »Weder der Geheimdienst noch Perry Rhodan hatten das Recht, über ihn zu bestimmen. Erst recht nicht im stillen Kämmerlein.«
Bei wem blockst du ab? Wer dürfte nicht über dich bestimmen?

Ich hoffe doch, dass möglichst niemand einfach über mich bestimmen kann!

Zitat Ogav: »Ogav hatte nie verstanden, weshalb es die Erfüllung ihrer Träume sein sollte, einen Menschen aus ihrem Körper zu pressen und sich mit schmutzigen Windeln und Kindergebrüll abzugeben, nur weil sie eine Frau war. In anderen Völkern erledigten das schließlich auch die Männer.«
Du bist seit ein paar Monaten Mutter. War das deine Abrechnung mit der Geburt?

Gar nicht. Nur die Anerkennung der Tatsache, dass es eben auch Frauen gibt, die nichts damit anfangen können. Und vielleicht eine kleine Entschuldigung dafür, dass ich damals (in der Schwangerschaft) und auch jetzt sehr leicht in das Thema »mein Kind« abschweife. Ich habe halt auch ein tolles Kind.

Zitat: »Würde er [Monkey] tatsächlich ein wehrloses Kind mitten auf einem fremden Planeten zurücklassen?«
So wie du Monkey kennengelernt hast – würde er?

Wenn er es für notwendig hält – ja.

Kommen wir zu deinen Fantasy Werken: Für »Noras Welt« hast du 2017 den Deutschen Selfpublising-Preis erhalten. Worum geht’s in dem Buch?

Um eine Frau, die beim Lesen unfreiwillig in Bücher reist, und die nach einem Weg sucht, ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bringen, obwohl sie gerade in einem Fantasy-Roman festsitzt. Das Buch hat alles, von Minidrachen bis zur Golf-Anekdote, und ist seit April im Piper Verlag verlegt. Im März 2020 erscheint der zweite Band »Weltenbruch«, für den ich gerade das Manuskript beendet habe.

Was war das Geheimnis des Erfolges?

Glück und Beharrlichkeit. Nur eins davon hätte wohl nicht gereicht.

Woran arbeitest du gerade?

An einem Science-Fiction-Roman, der nächstes Jahr erscheinen wird. Damit reise ich weder so weit in die Ferne noch in die Zukunft wie mit RHODAN, aber es kommen immerhin Raumschiffe vor.

Wann dürfen wir abseits von RHODAN von dir etwas lesen?

Jederzeit, die Auswahl ist groß. Und ich habe gerade fleißig Manuskripte abgegeben, der Nachschub ist also gesichert.

Und wann lesen wir dich in der RHODAN-EA?

Wenn ein unvergebenes Exposé und unverplante Zeit von mir zusammenfallen.

Madeleine, danke für deine Zeit.

Homepage von Madeleine: https://www.madeleinepuljic.at/

Hier gehts zum Buch:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783404209446/perry-rhodan-schwarze-ernte-von-madeleine-puljic-kartoniertes-buch

Hier zum ebook:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845351025/dunkelwelten-3-schwarze-ernte-von-madeleine-puljic-e-book-epub

Und ein Hörbuch gibt es auch:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783838792101/schwarze-ernte-dunkelwelten-perry-rhodan-3-ungekurzt-von-madeleine-puljic-horbuch-download-mp3

Zehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3028

Mit seinem fünften Roman im Zyklus »Mythos Erde« führt er die Geschichte von Atlan und Arkon weiter. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, wie ihm das Titelbild gefällt und den Meuchler jeder Spannung.

Uwe, du liegst nach Michael Marcus Thurner auf Platz zwei bei der Anzahl der geschriebenen Hefte im Zyklus. Hast du besonders oft aufgezeigt, oder wie ist es dazu gekommen?

Keine Ahnung, das hat sich irgendwie so ergeben. Ich hebe eigentlich nur selten den Finger und rufe: »Ich will, ich will!« Das habe ich schon in der Schule nicht gemocht.

Was sagst du zum Titelbild von Band 3028?

Ich liebe arkonidische Trichterbauten, würde selbst gern in einem wohnen. Außerdem illustriert das Titelbild exakt eine Szene aus dem Roman. Graphisch sehr beeindruckend. Also: Sehr gelungen. Es muss nicht immer ein Raumschiff auf dem Cover sein, auch wenn die bei den Lesern sehr beliebt sind. Meine Titelbildvorschläge beinhalten übrigens immer eine Szene mit einer jungen Frau mit entsetztem Blick und zerrissener Bluse, die von einem Ungeheuer verfolgt wird, aber die wird seltsamerweise so gut wie nie genommen.

Was hast du dir gedacht, nachdem du das Expo gelesen hast?

Eigentlich das, was ich immer denke: »Uff!«

Was ist dir besonders leicht, was schwergefallen?

Besonders schwergefallen ist mir das Schreiben an sich. Besonders leicht gefallen sind mir die Kaffeepausen.

Uwe Anton und Leo Lukas am Austria Con 2016 copyright Martin Steiner

Dzsenifer Detaring ist in deinem Band die diensthabende Chefin der Abteilung Funk und Ortung. Ist der Name eine Eigenkreation? Falls ja, wie spricht man ihn aus? Und wie kommt man auf solche Zungenbrecher?

Ja, der Name ist meiner blühenden Phantasie entsprungen. Ein Zungenbrecher mag er vielleicht beim Lesen sein, nicht aber, wenn man ihn spricht: Je-ni-fer De-ta-ring.
Was soll daran kompliziert sein?
Das De-ta-ring?
Keine Ahnung, wie ich auf so etwas komme. Vielleicht möchte ich dem Lektor und Korrektor das Gefühl geben, etwas für ihr Honorar getan zu haben. Vielleicht habe ich auch nur Sportnachrichten gelesen, als ich über den Namen nachdachte, und ein Fußballspieler hieß »Dzse-Sowieso«. Ich mag diese unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen.

Einmal wird aus dem Geheimdienst NDE der NED. Und zweimal fixierte eine Figur eine andere – ohne die notwendige Ergänzung »mit den Blicken«. Ärgert dich, dass du, alle Testleser, der Redakteur und der Lektor darüber gestolpert sind?

Mich ärgert jeder Fehler in meinen Romanen. Es ist immer dasselbe: Ich schlage ein Heft auf, lese zwei, drei Zeilen und entdecke einen Fehler.
Aber auch hier gibt es unendliche Möglichkeiten: Hat der Lektor den Fehler eingebaut? Der Korrektor? War der Setzer übereifrig?
In meinem Manuskript steht nämlich kein NED, wie ich gerade nachgeschaut habe. Und jetzt muss ich dich mal energisch fixieren. Mit Blicken natürlich. Jeder Leser kann sich denken, dass die eine Figur die andere nicht mit Tesafilm oder gar Nägeln an einem Schwarzen Brett befestigt. Das wäre viel zu brutal, das darf ich nicht schreiben. Außerdem gibt es keine so großen Schwarzen Bretter.

Atlan zitiert Cicero und steht einer Nachfahrin seiner Jugendliebe gegenüber. Wünscht du dir manchmal, ein Geschichtsstudium abgeschlossen zu haben, wenn du einen Atlan-Roman schreiben darfst? Wie hilfreich wäre es?

Bestimmt sehr hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. An der Herstellung und Bearbeitung eines PERRY RHODAN-Romans sind genug Personen beteiligt, die sich hervorragend mit Atlan auskennen und mir mit Rat und Tat beiseite stehen. In meiner ursprünglichen Manuskriptfassung ist Atlan Cicero sogar begegnet – aber das ist er leider nicht. Und ich bezweifle, dass an deutschen oder österreichischen Universitäten arkonidische Frühgeschichte gelehrt wird.

In deinem Roman wird zweimal ein Gebäude infiltriert. Wieso trägt Atlan keinen Schutzschirmgenerator?

Schutzschirmgeneratoren sind die Meuchler jeder Spannung. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht daran gedacht.

Der TARA-Psi zögert bei der Ausführung von Atlans Befehl, etwas, das in den letzten Heften auch schon vorgekommen ist. Was ist der Grund, dass Atlan ihn überhaupt noch in den Einsatz mitnimmt? Und wann lässt Atlan die Programmierung des TARA-Psi überprüfen?

Glaubst du wirklich, ich würde die Leser spoilern und bestätigen, dass er im nächsten Band den Befehl dazu gibt?

Was würdest du dich zu dem Roman 3028 selbst fragen?

Wie habe ich den nur einigermaßen pünktlich beenden können?

Uwe, danke für deine Zeit.

Hier gibt es das Heft
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900003949/perry-rhodan-3028-die-kristallgetreuen-von-uwe-anton-heft

Und hier das ebook:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360287/perry-rhodan-3028-die-kristallgetreuen-von-uwe-anton-e-book-epub

 

Acht Fragen an Hubert Haensel zu seinem Band 3027

Hubert Haensel steigt mit Band 3027 in den Zyklus »Mythos Erde« ein. Auch er stellt sich den Fragen von Roman Schleifer und verrät unter anderem, ob  er die Länge des Romans nach dem Honorar ausrichtet und ob wie er zu Atlans Ableben steht.

 

Hubert, du steigst mit Band 3027 erst nach dem ersten Viertel in den Zyklus »Mythos Erde« ein. Was hast so lang gedauert? 

Ganz einfach formuliert: Die Zeit war gegen mich.
Ich hätte schon kurz nach dem Zyklusstart mehrmals ein Exposé bekommen können, musste aber jeweils aus Zeitgründen ablehnen. Leider hat jeder Tag eben nur 24 Stunden.
Da gab es zum einen private Verpflichtungen unterschiedlichster Art, und zum anderen bearbeite ich ja die Silberbände. Es liegt einfach in der Natur der Sache, dass mit fortschreitender Verknüpfung vieler Handlungsfäden dort immer mehr Aufwand nötig wird. Eigentlich wollte ich endlich in einen bequemen zeitlichen Vorlauf gelangen, doch das habe ich bislang nicht so richtig geschafft.
Da spielt eben auch ein gewisser Perfektionswunsch eine Rolle: Je mehr Zeit für die Arbeit zur Verfügung steht, desto mehr Zeit wird dafür auch aufgewendet. 

Du hast den Vorteil den Zyklus bis zu deinem Roman als Leser wahrgenommen zu haben. Wie gefällt er dir bislang? 

Mir gefällt der Zyklus bislang sehr gut – und nicht nur bislang, sondern auch das, was mir als Ausblick bekannt ist. Aber von wegen »als Leser«.
Selbst wenn ich nur ein Heft im Jahr für die Erstauflage schreiben würde, wäre meine Art zu lesen eine andere, langsamere. Da macht man sich als Autor nämlich Gedanken, die ein Leser so nicht kennt: »Wie hätte ich selbst das formuliert, wie die Personen agieren lassen, wie die Kapitel aufgeteilt oder was zusätzlich eingebracht …?«
Abgesehen davon ist es mir bislang noch nicht gelungen, stringent alle Hefte des neuen Zyklus zu lesen. Ich kannte Band 3000 schon lange bevor er in gedruckter Form erschien, ich habe andere Hefte gelesen, einige teilgelesen, in mehreren gezielt gesucht. Das liegt daran, dass ich meine Arbeit an den Silberbänden nicht bei jedem neu erscheinenden Heft der Erstauflage unterbrechen und quasi in ein anderes Zeitalter umschalten will.

Gutes Stichwort: Durch die Bearbeitung der Hefte für die Silberbände pendelst du bei RHODAN zwischen Vergangenheit und Gegenwart der Erstauflage. Wie ist der Zyklus im Vergleich zu dem »Chronofossilien«-Zyklus, den du gerade für die Silberbände bearbeitest? 

Das ist schwer zu beantworten. Die Chronofossilien führen uns tiefer hineinin den Kosmischen Hintergrund. In der Erstauflage ist das derzeit deutlich begrenzter, wenn auch keineswegs weniger packend. Bei den Chronofossilien fällt gewissermaßen eine Entscheidung über das Schicksal der Menschheit und der Milchstraße. In der Erstauflage müssen wir herausfinden, was eigentlich geschehen ist, wir kennen das Schicksal der Erde nicht. Beides hat seinen Reiz.

Dein Roman 3027 hat Überlänge, denn der Glossar musste weichen. Warum tust du dir diesen Mehraufwand an? Immerhin kriegst du das selbe Honorar für diesen Mehr-Text. 

Das frage ich mich auch (grinst).
Kein PERRY-RHODAN-Autor, der mehr Text als nötig schreibt, denkt dabei an Geld oder an eigentlich unnötig aufgewendete Zeit. Das wäre immerhin Zeit, in dem man intensiver lesen könnte oder Liegengebliebenes erledigen.
Das Zuviel ist eher Ausdruck, dass es dem Autor Freude macht, an dem Thema mitzuschreiben und die Leser mit neuem Lesestoff zu versorgen.
Dass der Autor damit zugleich nach ihm an dem Roman arbeitenden Personen Probleme bereitet, steht auf einem anderen Blatt, denn mehr Text abzuliefern bedeutet mehr Zeitaufwand fürs Schreiben, damit weniger Zeit und womöglich Hektik für Satz und Korrekturen und, und, und …
Aber die Leser sollte es eigentlich freuen.  

Dein Roman hat viele Facetten. Atlan, auf der Suche nach
Hintergründen, einen arkonidischen Piloten im Raumkampf und ein Raumschiff, das geentert wird. Welche Ebene hat dir im Expo am meistengefallen? 

Jede dieser Ebenen hatte ihren Reiz, und ein Raumkampf war ohnehin wieder einmal fällig.
Ich weiß, dass mancher Leser etliche Szenen mit  einem altertümlichen Seegefecht vergleichen wird, und so völlig freisprechen kannich mich davon nicht.
Aber immerhin ist der Hintergrund hier der planetennahe Weltraum. Damit ist die Geschwindigkeit der Raumschiffe auf ein Minimum reduziert, was Rammversuche und ähnliches plausibel macht. Bei neunzig Prozent der Lichtgeschwindigkeit wäre ein Rammversuch auch absurd.
Wobei: Wenn ich mit dem Pkw einem anderen mit nur gering höherer Geschwindigkeit folge, gibt es über kurz oder lang einen Auffahrunfall, also einen Rammstoß.
Die Schäden halten sich in dem Moment noch in Grenzen. Bedeutend schlimmer wird es erst, wenn der vor mir fahrende jäh abbremst.

Hubert Haensel am Austria Con 2016
copyright Martin Steiner

Im Roman endet der Prolog mit dem Cliffhanger, dass Atlan der Tod droht. Da er zu den Big Five gehört, die sakrosankt sind, weiß jeder Leser, dass er ohnehin nicht stirbt. Wieso hast du so begonnen? 

Jeder glaubt, dass Atlan nichts passieren kann. Ich wollte mich davon überzeugen, ob es tatsächlich so ist. 
Meine Romanfiguren handeln nämlich mitunter  eigen-mächtig und anders, als ich es mir zunächst vorstellte. In dem Fall hat Atlan es noch einmal geschafft; keiner ist darüber wohl mehr erleichtert als ich selbst. Nicht zu vergessen: die Exposéautoren, der Chefredakteur … 
Übrignes: Bei Tekener, dem alten Haudegen, hat auch jeder geglaubt, ihm könne nichts Schlimmes widerfahren.

Zitat TARA-PSI: »Warum fragt mich eigentlich niemand, was ich will?«
Wer hat ihn derart originell und verhaltensauffällig programmiert. Und was ist der Grund dafür? 

Ein netter Versuch. Fast hätte ich darauf geantwortet. Aber ich tu’s nicht.
Warum sollte ein Roboter nicht artikulieren, was er selbst möchte? Wenn ich da an gewisse Posbis zurückdenke … 

Können wir vor 3050 mit einem weiteren Beitrag zum Zyklus rechnen? 

Ich grübele momentan zwar schon wieder an einem Silberband, in dem zufälligerweise Atlan eine Hauptrolle spielt, aber wenn ich es richtig sehe, werde ich diese Arbeit bald unterbrechen.
Ja, wenn nichts anderes dazwischen kommt, werde ich in Kürze an meinem nächsten Erstauflagenmanuskript arbeiten. Vor Band 3050.

Hubert, danke für deine Zeit.

PERRY RHODAN Band 3027
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Silberband 147 »Psychofrost«
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Silberband 147 »Psychofrost« gibt es auch als ebook
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