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Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3066

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer seine Gedanken zum Thema Rauschmittel bei PERRY RHODAN und ruft den No-Prize ins Leben.

Michael, bei RHODAN schlüpft man als Autor immer wieder in andere Lebewesen, die nicht unbedingt menschenähnlich sind. Diesmal durftest du eine Art »Hahn« beschreiben. Wie denkt man sich in einen Hahn hinein?

Das hört sich schwerer an, als es in Wirklichkeit ist. Steckt denn nicht in jedem von uns ein kleiner Hahn?
Aber im »Ernst«: Aliens, die wir beschreiben, sind stets menschenähnlich. Sonst könnten wir sie ja nicht aus ihrem Innenleben heraus schildern. Die Exotik entsteht durch eine leicht abgeänderte Begriffswelt. Für mehr ist bei PERRY nicht Platz.

Wir erfahren von Onker Dou, dass auf der RAS TSCHUBAI im Freizeitbereich Ogygia Rauschmittel illegal konsumiert werden. Wie kann das auf einem Raumschiff, noch dazu in einem öffentlich vom Bordrechner überwachten Bereich vorkommen?

Ich habe dieses Thema bereits mehrmals in PERRY-Romanen anklingen lassen. Ist es vorstellbar, dass in so einem Riesenkörper keine Drogen konsumiert werden? Werden Einsatzkräfte mit Hilfe von Drogen stimuliert? Was für Aufputschpräparate werden ihnen vom SERUN verabreicht, wenn es drauf ankommt? Wird etwa kein Alkohol mehr getrunken? – Ich glaube das alles nicht, und ich will es in den Romanen auch nicht weglassen. Ein bißl Realität darf schon sein. Und würde ich nun ANANSI zur allgegenwärtigen Verpetzermaschine machen – es wäre ein grässliches Leben an Bord eines derartigen Schiffs. Ich gehe davon aus, dass die Semitronik ab und zu die Augen zudrückt, grad im Freizeitbereich von Ogygia.

Meines Wissen ist das die erste Innensicht von Icho Tolot während einer Drangwäsche – und ich gestehe, ich war irritiert. Bislang dachte ich, dass Haluter auch während der Drangwäsche keine Hassgefühle gegen andere hegen und nur den Kampf suchen, aber dennoch Leben schonen. Du schilderst ihn hier anders – wurde das intern diskutiert, wie eine Drangwäsche anzulegen ist?

Über Drangwäsche wurde in der Innensicht noch nie geschrieben, richtig (soweit ich es in Erfahrung bringen konnte). Also blieb es mir überlassen, die inneren Vorgänge ein wenig zu erklären. Vielleicht läuft eine Drangwäsche bei einem anderen Haluter völlig anders ab, wer weiß? Ein psychotischer Anfall verläuft bis auf gewisse Grundmuster auch von Person zu Person unterschiedlich. Der Vergleich ist gewagt, ich weiß. Aber eine Drangwäsche ist nun mal auch etwas, das mit der Persönlichkeit eines Haluters zu tun hat. Mit seinem Alter, seinen Erfahrungen, seinen Stärken und Schwächen. Haluter mögen Planhirne haben, die sie wie Maschinen handeln lassen. Aber das bedeutet nicht, dass jeder Haluter in derselben Situation gleich reagieren würde.

An manchen Stellen musste ich bei Tolot an Bruce Banner und Hulk denken. Hast du dich davon inspirieren lassen? Und denkst du hatte damals KHS ähnliches im Sinn? (Hulk erschien zum ersten Mal 1962)

Nein, Bruce Banner hatte ich keine Sekunde lang im Kopf. Und bei Karl-Herbert Scheer kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass er Comics gelesen hat.

Tolot fliegt in einem Shift zurück zum Raumer … äh … das Ding ist zu klein, als dass Tolot da reinkäme. Wie sehr ärgert dich so ein Fehler?

Gar nicht. Wer sagt, dass das Shift nicht speziell für Tolot adaptiert worden war? – Ich zerbrech mir über so etwas keine Sekunde lang den Kopf. Klar, es macht als Leser Spaß, »Fehler« des Autors zu suchen und ihm unter die Nase zu reiben.

Womit wir übrigens nochmals bei Marvel-Comics wären: Es gab lange Zeit auf der Leserseite bei Marvel-Comics die Sache mit dem No-Prize. Leser haben Briefe an den Verlag geschickt, in denen sie den Machern Fehlern nachgewiesen haben. Gleichzeitig brachten sie selbst eine möglichst geschickte Erklärung, warum das ja gar kein Fehler war, sondern … (und dann folgte eine möglichst abstruse Erklärung, warum die Marvel-Leute eh recht hatten). Diese Leser haben dann einen No-Prize erhalten. So was hätt ich bei den PERRY-Lesern machmal auch recht gern. 🙂

https://en.wikipedia.org/wiki/Marvel_No-Prize

Na, dann eröffnen wir doch gleich mal einen Thread dazu im Galaktischen Forum … ‚
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=3&t=12123

Tolot entschließt sich, alle Rücksichtnahme gegenüber den Blues fallen zu lassen, weil er in ihnen erbarmungslose Mörder sieht. Wie vereinbart sich das mit der hochstehenden Moral der Haluter?

Es würde jetzt echt zu weit führen, eine Diskussion über halutische Moral zu führen. Vor allem gilt auch hier: Wir wissen über den Moralkodex der Haluter viel zu wenig. Der lässt sich auch nicht in einem Regelbuch festlegen. Am ehesten könnten Dir wohl Dr. Dr. Bre Tsinga und ihre Enkelin Anni K. Tsinga Auskunft geben.

Zitat: »Kein Roboter und auch nicht die Positronik der Space Jet hätte Tolot aufhalten können.«
Im ersten Reflex fällt mir ein Fesselfeld ein …

Siehe oben, mein Kommentar zum No-Prize. Liefere Du mir doch eine Erklärung dafür. Ich hätte eine, aber es wäre mir lieber, wenn Du mir die Arbeit abnehmen könntest.

Im Zyklus werden Kampfroboter inkonsistent geschildert. Mal sind sie unüberwindbar, dann wieder Kanonenfutter. Gibt es eine interne Vorgabe, wie mit Kampfrobotern umzugehen ist?

Nein. Und ich gestehe, dass das ein schwieriges, komplexes Thema ist, über das ich mir immer wieder Gedanken mache.

Meine Antwort ist: Bei mir können die Roboter immer das, was ich grad von ihnen brauche. Das ist inkonsistent, ja. Aber stell Dir mal vor: TARAS werden als quasi unschlagbare Killermaschinen gezeigt, mit undurchdringlichen Schutzschirmen, Metallummantelungen etc. Diese Dinger werden konstruiert, um unbesiegbar zu sein. Nun gäbe es sicherlich irrsinnig raffinierte Methoden, einen TARA dennoch zu überwinden. Diese Szene könnte ich konstruieren und dann über zwei Seiten hinweg vor den Lesern ausbreiten, so, dass 99 Prozent von ihnen zufrieden mit der Erklärung sind. Vielleicht könnte ich das drei-, viermal mit unterschiedlichen Lösungsansätzen durchziehen. Und dann? Soll ich wieder von vorne anfangen? Soll ich jedes Mal eine neue in sich geschlossene und logische Schilderung zu erfinden versuchen, warum der unbesiegbare TARA dennoch besiegt werden konnte? – Braucht es derartige Textstellen?
Meiner Ansicht nach nicht (immer). Da riskiere ich als Autor lieber ein paar Watschen/Ohrfeigen von aufmerksamen Lesern, die sich über meine vermeintlichen Nachlässigkeiten ärgern. Mein Job als Autor ist es, unterhaltsam zu schreiben. In Action-Szenen will ich Tempo machen, den Leser rasch und spannend durch die Handlung ziehen.

Offenbar hat jemand Terraner und Blues geklont, noch dazu prominente Terraner. Nachdem der Galaxientipp von einem Cairaner kam, unterstelle ich, es waren in der Tat die Cairaner. Wie sind die zu DNA-Proben von Riordan und Saedelaere gekommen?
Und vor allem … bei dem Aufwand, den die Cairaner betreiben – wieso ausgerechnet die Milchstraße?
(Und sag mir nicht jetzt, weil wir sonst einen anderen Zyklus schreiben hätten müssen 😉 )

 Nun, es gibt ja einen zweiten Band zu diesem Thema. Du kannst mich nächste Woche gerne nochmals zu diesem Thema befragen. Wobei ich jetzt schon sage, dass Du nicht auf alle Fragen eine zufriedenstellende Antwort erhalten wirst. Manches muss eben geheim bleiben.

Zitat: »Er würde sein Pflicht immer und jederzeit vor seine persönlichen Befindlichkeiten stellen.«
Wenn der Abgabeschluss kurz bevorsteht und es sich zeitlich gar nicht mehr ausgehen kann – was streichst du aus deinem Privatleben zuerst? Und was auf gar keinen Fall?

Das Familienleben hat vor allem bei dräuenden Abgabeterminen immer sehr gelitten. Das ist die bittere Wahrheit. Und auf was ich quasi nie verzichte, das ist der Fußball. Wenn ich keinem Ball hinterherlaufen kann, bin ich unerträglich. Die Corona-Zeiten sind diesbezüglich eine endlose Qual für mich. Ehrlich.

 Hier geht’s zum Ebook, zur Hör- und Leseprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360669/perry-rhodan-3066-drangwasche-von-michael-marcus-thurner-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005271/perry-rhodan-3066-drangwasche-von-michael-marcus-thurner-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3066

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12122

Das Live-Video-Interview mit Uschi Zietsch und Christoph Dittert

Anlässlich des ersten gemeinsamen PR-Vierteilers 3062-3065 interviewte Roman Schleifer die beiden PR-Autoren Uschi Zietsch und Christoph Dittert. Dabei verraten Sie, wie eine Kaffeemaschine den Zyklusausgang beeinflusst und wie es im Dyoversum weitergeht.

Alexandra Trinley – eine Frau auf der Spur der PR-Miniserien

Seit der PR-Miniserie TERMINUS hält Alexandra Trinley den Autoren der jeweilge Hefte das virtuelle Mikrofon unter dir Nase. Anlässlich der PR-Miniserie Mission SOL 2 drehe ich den Spieß um.

Ritter des Chaos

Alexandra, du führst regelmäßig Interviewreihen zu den PERRY RHODAN-Miniserien durch. Wo veröffentlichst du die Interviews?

Die regelmäßigen Interviews zu den Einzelheften erscheinen parallel auf proc.org und geisterspiegel.de. Manche finden sich zusätzlich in den BWA (Baden-Württemberg Aktuell) der SFCBW und ins Paradise des TCE wieder. Dazu kommen einzelne Interviews in der SOL und im Corona Magazine.

Wie bist du zum Corona Magazine gekommen?

Indirekt begann das bei Herbert Keßel von der PRFZ. Als ich so um die Ausgabe 72 herum bei der SOL anfing, redeten wir über mögliche Beiträge und kamen auf Interviews, in denen RHODAN-Autoren über ihre sonstigen Tätigkeiten berichten. Herbert schlug vor, mit Uwe Anton zu beginnen.

Gesagt, getan, ich schrieb Uwe an, wir telefonierten, planten ein bisschen. Stephen King und Philip K. Dick kannte ich damals kaum. Mit dabei war sein Hinweis, dass er im Corona Magazine die Comic-Kolumne schreibt. Ich lud mir eins dieser E-Books runter und staunte über das viele Star Trek und Star Wars und was es nicht alles gab. So viele Themen, und zwischendrin Uwes Comic-Kolumne zu Comics, von denen ich nie im Leben etwas gehört hatte.

War damals nicht ein Interview mit Uwe Anton in der SOL?

Für die Ausgabe 92 haben wir es fertiggemacht.

Das war aber keine Antwort auf die Frage, wie du zum Corona Magazine kamst.

Der Auslöser war Joe Kutzner vom TCE. Einige Abende später entstand zwischen uns eine Mail-Diskussion. Er fand etwas blöd, was ich tat. Es ging um einen Publikationsort, den er nicht mochte. Wir diskutierten hin und her, und schließlich schrieb ich: »Was hältst du vom Corona Magazine?« Er fand das besser. Ei, und während unsere Diskussion weiterlief, packte ich zwei frisch geschriebene Rezensionen in einen Anhang und schickte sie hin. Am nächsten Vormittag meldete sich Jennifer Michels, die damals gemeinsam mit Mike Hillenbrand das Magazin herausgab. Sie fand die Texte gut und wollte PERRY RHODAN im Corona Magazine. Aber der typische Leser des Magazins ist Trekkie und hat von PERRY keine Ahnung. Sie meinte, ich muss eine Kolumne schreiben, die bei den Basics ansetzt.

Wie habt ihr das aufgezogen?

Gute Frage. Wir telefonierten und dachten nach. Ich schlug vor, Uwe zu fragen, weil wir eh gerade wegen des SOL-Interviews geredet hatten und er fürs Corona Magazine schreibt. Uwe war aber auch erst mal eher ratlos, wie man die komplexe Materie für Außenstehende herunterbrechen könnte. Er steckt ja voll in der Serie drin. Also fragten wir Klaus Frick. Der reagierte ebenfalls skeptisch, gab mir aber ein paar gute Tipps.

Das Einfache war die große Herausforderung. Hey, ich habe Sprach- und Literaturwissenschaft studiert, unterrichte seit Jahrzehnten in der gymnasialen Oberstufe, und plötzlich sollte ich etwas schreiben, dass topaktuell und vor allem unterhaltsam sein sollte, in einer monatlich erscheinenden Publikation. Ich und Infotainment! »To boldly go« und so weiter!

Ganz verwirrend: Als Uwe und Klaus meine erste Kolumne gegenlasen, waren ihre Anmerkungen einander entgegengesetzt. Was der eine mochte, sollte ich nach dem anderen besser rausnehmen.

Und die Sache mit der Aktualität blieb problematisch. Ich war gerade nach jahrzehntelanger Lesepause wieder in eine regelmäßige Lektüre der EA eingestiegen, worüber ich Jennifer gegenüber allerdings tunlichst schwieg, und ich sollte die Kolumne so schreiben, dass sie die Hefte abdeckte, die zum Zeitpunkt des Erscheinens am Kiosk auslagen. Die sind aber geheim. Jennifer löste das Problem, indem sie Autorenbeiträge zu allgemein aktuellen Themen als Aufhänger vorschlug und die Aufteilung mit den Titelbildern als optische Markierungen. Das prägte lange Zeit meinen Stil und auch meine Sicht auf die Serie.

Das war also der Vorläufer deiner Interviews.

Ja. Die Autorenbeiträge blieben innerhalb meiner Kolumne zu unsichtbar, und als Björn Sülter Chefredakteur wurde, habe ich ein paar Sachen umgebaut. Inzwischen kannte ich mich auch deutlich besser in der Serie aus. Da habe ich die Interviews ausgekoppelt, und auch mit den Reihen zu den Miniserien angefangen.

Du hast die Miniserien gelesen, ihre Autoren interviewt – welche Unterschiede gibt es bei den Serien, die sich auch in den Interviews widerspiegeln?

Viele. Für »Blicke auf OLYMP« habe ich einen Aufsatz über die Gesamtheit der in Heftform erschienenen Miniserien geschrieben. Den Schwerpunkt habe ich auf die Formeigenheiten und die Motivgeschichte gelegt, und auf die Verzahnung mit der Hauptserie. Das sind sieben A4-Seiten.

Die Unterschiede im Interviewablauf sind schwer festzumachen, weil ich mich ja auch entwickelt habe. TERMINUS hatte viel technischen Hintergrund, und da hatte ich jenes Interview mit dem Lektor, das wohl bei jeder Miniserie gleich ausfallen würde. Man merkt, dass Uwe seine Leute »betüttelt« und umsorgt, dass Uschi mit ziemlichem Zug durchgeht und Kai niemanden »an der Leine hält«, soweit ich das überblicke.

Interviews zu Heften sind immer ein Balanceakt – einerseits will man Leser, die den Roman noch lesen wollen, nicht spoilern, andererseits will man den Lesern, die den Roman bereits gelesen haben, Hintergrundinfos liefern. Wie meisterst du diesen Spagat?

Ha ha, jetzt haben wir ein gemeinsames Thema. Als Ziel visiere ich grundsätzlich an, dass das Interview unterhaltsam klingt und den Zugang zur Geschichte erleichtert. Wenn die Interviews bald nach dem Roman erscheinen, belasse ich es dabei, frage dann lieber nach den sonstigen Tätigkeiten des Autors oder so.

Bizarrerweise hilft Unwissenheit. Wenn ich nur das erste Drittel des Romans gelesen habe, stellt sich das Spoilerproblem gar nicht. Oder ich werte die Ankündigung auf der Verlagsseite aus. Bei MISSION SOL 1 habe ich wiederum bewusst alles gelesen und mir Zeit gelassen. Bei MISSION SOL 2 frage ich viel nach den Titelbildern und dem Personenkasten, und nach den Hintergründen in der Hauptserie, auch wenn ich alles gelesen habe.

Es gibt »Gespräche über TERMINUS. Hintergründe zu einer PERRY RHODAN Miniserie« samt Zusatzmaterial als E-Book bei PROC und in Printform bei der PRFZ. »Mission Evolux« ist als E-Book bei PROC unter https://www.proc.org/fan-publikationen/gespraeche-ueber/ erschienen. Wo bleibt OLYMP?

»Blicke auf OLYMP« erscheint in der ersten Junihälfte beim TCE und kann dort bestellt werden. Es ist ein reiner Print – ein E-Book ist nicht angedacht – und enthält unter anderem Dietmar Schmidts Fortsetzung zu Band 4, in der er die Geschichte des jungen Mehandor Raslon fertigerzählt.

Diesmal gibt es weniger Zusatzmaterial?

Weniger buntes Zusatzmaterial. Wir haben nur 30 Farbseiten und 38 Seiten in Schwarzweiß. Dadurch kostet die Publikation nur € 8,50. Aber es gibt viele Graphiken von Raimund Peter, Mathias Rolfs, Gregor Sedlag und Stefan Wepil, plus ein paar Artikel und Werkstattberichte.

Lass die Interviews der einzelnen Miniserien Revue passieren – welche lustigen Hintergrundgeschichten gibt es zu den Interviews?

Bei MISSION SOL 1 war das Witzigste das Abschlussinterview. Ich erinnerte Kai daran, und er hatte erst mal keine Idee, worüber wir noch reden könnten. Ich auch nicht. Daraus wurde ein sehr langes Interview, in dem wir so richtig ins Spielen kamen. Auf Facebook schrieb ich, dass Kai ziemlich viel erzählt hat, aber leider nicht mehr. Das bekam einen lakonischen Kommentar von Klaus Frick, dass er das gut fand. Das war sehr lustig.

Ansonsten gibt es natürlich jede Menge witziger Situationen. Die sind aber meistens ein bisschen privat oder klingen komisch, wenn man sie aus dem Zusammenhang nimmt. Von Uwe und Uschi kann man gut lernen, wie man mit der Wirklichkeit umgehen muss, um eine gute Show zu liefern. Aber das klingt auch schon wieder missverständlich.

Such uns doch für jede Miniserie eine typische Frage-Antwort-Kombination heraus. Bei TERMINUS?

Da muss ich in unserer Publikation nachgucken … oh, das Heft sieht wirklich klasse aus! Kann man im Space Shop der PRFZ bestellen, übrigens. »Typische« Kombinationen sehe ich aber nicht, weil jeder Befragte seine eigene Geschichte erzählt. Die Gesamtheit der Aussagen ist das Aufschlussreiche.

Bei TERMINUS hat mich vor allem das Gespräch mit Peter Dachgruber beeindruckt. Ein Religionslehrer. Ich fragte, was er als technischer Berater von TERMINUS und STARDUST so gemacht hat. Bei NEO ist er ja auch. Seine Antwort: »Alles, was mit Technik, Physik, Astronomie, Biologie und im Perryversum mit Hypertechnik und Hyperphysik zu tun hat. Von mir stammen die Datenblätter zu Raumschiffen, Robotern, Rangabzeichen, mit denen die Expokraten und Autoren arbeiten.«

Das ist insofern typisch, als es bei TERMINUS so viel Vorarbeiten und Hintergrundarbeiten gab. Über die Serie selbst erzählen andere mehr, Uwe und du zum Beispiel. Das ist bereichernd, wenn man sich für Menschliches interessiert.

Bei OLYMP?

Da nenne ich den Anfang, wegen der Aufbruchsstimmung. Wegen der Art der Expokratin, sich zu konzentrieren. Ich fragte, worum es in der Miniserie geht. Uschis Antwort lautete: »Der erste Band heißt ›Mysterium‹ und der Untertitel lautet ›Intrigen auf der Handelswelt – ein alter Planet wird zum Konfliktherd‹. Auf Olymp steht nicht mehr alles zum Besten, seit der Argyris Beryn Mogaw vor über zwanzig Jahren die Macht an sich gerissen hat. Er spaltet das stolze Volk der Freihändler und verstößt gegen viele Grundsätze. Mit dem alten Planeten ist die Museumswelt Shoraz gemeint, auf der seit fünfzig Jahren die Völker der Liga Freier Galaktiker friedlich forschen.«

MISSION SOL 1?

Da hat mich das Gespräch mit Marc A. Herren am meisten beeindruckt. Er war lange außer Sichtweite gewesen, hat einen Sozialberuf angenommen, und wir haben über eine Menge verschiedener Themen geredet. Ich fragte ihn zum Titelbild: »Kommen wir zu deiner Hauptfigur, die auf dem Titelbild ein wenig an Darkwing Duck erinnert. War das deine Idee?«

Marcs Antwort war: »Nein, Darkwing Duck hat nicht als Inspirationsquelle Pate gestanden. Dafür verschiedene Batman-Titelbilder. Ich wollte unbedingt Alaska auf dem Cover haben, aber nicht so, dass man ihn eindeutig erkennt. Dies habe ich über Umweg über die Redaktion an Dirk Schulz gesteckt und er hat meine Ideen wunderbar umgesetzt.«

Oder Kai. Ich fragte statt des Expokraten Hirdt den Comictexter und -planer: »Wenn’s dir recht ist, sage ich dir Stichworte und du beschreibst, welches Bild dir dazu einfällt. Ja?«
Kai: »Okay …«
Ich: »Mahlia mit Sherlock Holmes-Mütze.«
Kai: »Mahlia mit entsetzter Miene, als sie in Band 12 die Obduktionsergebnisse betrachtet.«
Ich: »Varantirs Bewegung beim Erreichen des Konferenztisches.«
Kai: »Eine Perspektive über seine Schulter, wie er auf Perry Rhodan hinabblickt. Perry muss den Kopf in den Nacken legen, um zu ihm aufzusehen.«
Ich: »Perrys Gesicht, während Varantir an ihm vorbeitrabt.«
Kai: »Gequältes Lächeln und verdrehte Augen.«
Ich: »Die Entartung des Raums.«
Kai: »Raumschiffe, Planeten, Raumstationen, aber alles verzogen wie in einem Zerrspiegel.«
Ich: »Kennst du Standbilder? Die verwenden wir in der Schule, die Leute sollen sich so zueinander stellen, dass sie das Verhältnis von Protagonisten zueinander ausdrücken. Hochstatus, Tiefstatus und so Zeug. Ein Standbild von Mahlia Meyun und Fee Kellind.«
Kai: »Mahlia im Vordergrund, Kellind weit entfernt, etwas erhöht, wendet ihr den Rücken zu.
Ich: »Noch ein Standbild. Roi Danton und sein Vater.«
Kai: »Frontal zueinander ausgerichtet, auf einer mittleren Distanz.«
Und so weiter.

Und MISSION SOL 2?

Da verweise ich auf die aktuell erscheinende Reihe. Hermann Ritter war anderweitig beschäftigt, Band 4 ist dran. Seine Kurzantworten sind eine echte Herausforderung. Einmal fragte ich: »Das Titelbild zeigt Kugeln und ein Raumschiff. Was ist hier abgebildet?«

Hermann hat geantwortet: »Das Sphärenlabyrinth … ehrlich, das ist das Innere des eigenartigen Raumes, in dem sich ›die Truppe‹ mehr oder weniger verirrt.«

Wie sieht »Blicke auf OLYMP« denn im Innenteil aus?

Ich zeige dir das Inhaltsverzeichnis. Wie gesagt, 30 von 68 Seiten sind in Farbe.

Das sieht toll aus. Wer hat layoutet?

Alle drei Publikationen der Reihe hat René Spreer layoutet, Wir machen auch den Newsletter der PRFZ zusammen. Womit ich den zweimonatlich erscheinenden Newsletter meine, den Mitglieder der PRFZ für den läppischen Mitgliedsbeitrag von € 34 im Jahr auf der Website der PRFZ ohne Mehrkosten abonnieren können, zusätzlich zu den vier jährlichen Ausgaben der SOL, die sie nach der Anmeldung bei der PRFZ automatisch erhalten, den Mitgliederpreisen im Space Shop und so weiter.

Wir haben ein gutes Gleichgewicht. Ich rede und schreibe, René korrigiert und setzt. Wobei er auch einen guten Stil schreibt. Aber Layouter ähneln wohl oft den Graphikern in ihren Textbeiträgen, das neigt alles zur Kürze und zum Nötigen. Man braucht bei dieser Art von Zusammenarbeit ein Gleichgewicht.

Danke für deine Zeit.
Danke für die Fragen.

»Gespräche über TERMINUS« und »Mission Evolux« https://www.proc.org/fan-publikationen/gespraeche-ueber/

Space Shop der PRFZ http://www.prfz.de/shop-publikationen.html

»Blicke auf OLYMP« ist ab Mitte Juni bestellbar im TCE-Shop auf:
www.terranischer-club-eden.com
oder per E-Mail an
tceorder@terranischer-club-eden.com
oder per Post an:
Kurt Kobler, Feuerwerkerstr. 44, 46238 Bottrop

Website des Corona Magazine
http://corona-magazin.de

Etwas für die Ohren

Radio Freies Ertrus – der PR-Podcast

Bild könnte enthalten: Text

Einmal im Monat plaudern Alex, der alte Perry-Hase, und Neuleser Christoph ein wenig über die aktuelle Erstauflage von Perry Rhodan und was sonst so möglicherweise noch anliegt. Musikalisch umrahmt von „Otho & Grag“ (Intro) und „meto1“ (Outro) geben wir unsere, völlig subjektive, Sicht der Dinge wieder.

Hört mal rein, es lohnt sich.

https://radio-freies-ertrus.de/

Dreizehn Fragen an Christian Montillon zu seinem Band 3064

Nachdem Susan Schwartz zu den ersten beiden Heften des Viererblocks die Fragen von Roman Schleifer beantwortet hat, folgt nun Christian Montillon, der prompt spoilert.

Christian, nach deinem alleinigen Verteiler, den du dir in der RHODAN-Historie mit Ernst Vlcek teilst, nun doch die Premiere mit Susan Schwartz. Der erste Vierteiler von zwei Autoren. Wie ist das Gefühl, Geschichte innerhalb der Geschichte zu schreiben?

Es macht Spaß, weil es ein tolles Sonder-Projekt ist. Eines, das noch nicht vorbei ist, übrigens. Zumal das ganze ja nicht Spielerei um der Spielerei ist, sondern total Sinn macht im begrenzten Rahmen des Dyoversums.

Welche unterhaltsamen Situationen bei der Zusammenarbeit hat es gegeben?

Uschi und ich konnten wunderbar jammern, weil es zeitlich knapp wurde. Ähm, natürlich ging’s nicht ums Jammern, sondern um das gegenseitige Auferbauen!

Christian, angenommen die Macht hinter Bleichsternen wird in diesem Zyklus nicht mehr erwähnt – was wäre der Grund, warum du den Begriff Füllroman für Band 3064 ablehnst?

Da die Macht hinter den Bleichsternen selbstverständlich noch mal erwähnt wird, erübrigt sich deine Frage.

Ups, jetzt hast du mir einen Spoiler entrissen.

Der Roman beginnt mit einem anonymen Zitat – »Man hofft, alt zu werden, und fürchtet sich doch davor.«
Was hat es damit auf sich?

Es ist ja nicht anonym, sondern stammt von Jean de La Bruyère. Ich geb mal zu, dass ich derjenige bin, der diese Eingangszitate jeweils heraussucht, das habe ich schon bei meinem ersten Vierteiler so gemacht. Ich gehe dabei so vor, dass ich mich frage, was DAS zentrale Thema des Romans ist – auch unter der Oberfläche. Die Topsider sind an Altersschwäche gestorben – und das hier passte wundervoll, finde ich.

Manchmal hab ich die Zitate gleich im Kopf, weil ich sie eben kenne; manchmal gehe ich wirklich lange auf die Suche und entdecke dabei manche Perle.

Zitat: »Rhodan kannte das gut – man musste seiner Mannschaft vertrauen, sonst ging man als Kommandant kaputt.«
Wo vertraust du deinen Autorenkollegen blind?

Eigentlich ständig – ich schicke die Endversion des Exposés eines jeden Romans an Klaus Frick, dann beginnt das Vertrauen, das das Team und insbesondere eben der jeweilige Autor/die Autorin Gendersternchen das Beste daraus macht.

Aufgrund der »Gleichheit« des Dyoversums zu unserem Universum vermutet Rhodan ein Geheimnis. Bis zum Zyklusfinale sind es nur noch 35 Hefte. Beim 1. PR-Online-Stammtisch-Wien befürchteten einige Fans, dass alles in den letzten drei Heften erklärt wird.
Was sagt du ihnen, um sie zu beruhigen?

Da sage ich, dass das nicht so sein wird. Und verweise auf den letzten Zyklus, wo wir die großen Antworten in den 80er Nummern begonnen haben – also 20 Romane lang.

Rhodan hat gegen über dem Diplomaten Torwesten anfangs Vorbehalte. Wen würde Perry für eine Vermittlerrolle ablehnen?

Ich vertraue darauf, dass Perry ein Händchen hat, die richtigen Leute zu finden. Bzw. wenn sie ihm vorgesetzt werden, zu erspüren, ob sie sich eignen. Nicht dass er unfehlbar wäre. Hm, wen würde er ablehnen? Wenn es noch solche Verschwörungstheoretiker geben sollte, wie sie sich gerade in unserer Realität breitmachen – dann wohl die.

Perry Rhodan mischt sich ungefragt in Liga-Angelegenheiten, gibt sogar im Namen der Liga Zusagen, obwohl er bekanntlich nur Privatmann ist. Was hätte er als Großadministrator des Solaren Imperiums mit jemanden wie ihn gemacht?

Da müsste man den Großadministrator fragen. Oder KHS 😀

Der Okrill Phylax wird immer mehr zum Handlungsträger und Retter in der Not. Wenn du es dir aussuchen könntest – Phylax oder Norman, für wen würdest du dich als Haustier entscheiden?

Als Haustier ganz klar Norman.
Als literarische Figur … Phylax.

Perry kommt relativ spät auf die Idee, dass es sich um Vitalenergieentzug handeln könnte. Warum braucht er dafür fast bis zur Hälfte des Heftes?

Weil er, siehe eben, auch nicht perfekt ist.

Rhodans Enkelin stirbt in dem Heft fast. Wie soll irgendwann ihr Abgang sein? Bombastisch oder leise? Im Arm von Perry oder ohne ihn?

Das wird sich weisen, wenn man die Dramaturgie kennt, die zu diesem Punkt führt. Falls es diesen Punkt jemals geben wird, was ich hiermit keinesfalls bestätige.

Zitat: »Den Hornbären habe ich getan.«
Das ist von Uschi, oder?

Bulls Eye!

Der Roman zeigt sehr schön, wie zwei Völker zusammenarbeiten und derart ein Geheimnis lösen. Wenn du dir die hochgezogenen Grenzen in Europa als Reaktion auf Corona ansiehst, was denkst du dir da?

Ich bin kein Freund von Grenzen. Eher von Brücken.
Das vorab.
Corona-Grenzen basieren jedoch auf einer ganz anderen Situation als sonst üblich – es fällt mir schwer, diese zu beurteilen.
Was ich jedoch schön finde: Ich wohne relativ nah zu Frankreich, und meine Frau kam aus einer Gegend sehr nah bei Frankreich. Dort wurden, als es in Frankreich übel aussah, Leute von dort aufgenommen, um sie im Krankenhaus zu behandeln.

Hier geht’s zum Ebook, zur Hör- und Leseprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360645/perry-rhodan-3064-ferrol-von-christian-montillon-susan-schwartz-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005257/perry-rhodan-3064-ferrol-von-christian-montillon-susan-schwartz-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3064

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12090

Fünfzehn Fragen an susan Schwartz zu ihrem Band 3063

Susan Schwartz verrät im Interview mit Roman Schleifer, welches Potenzial Sichu und Perry noch haben und, wer in der Vergangenheit wusste, dass es besser sein wird, die Erde zu retten und ins Dyoversum zu versetzen.

Zitat: »Wie es wohl war, die Enkelin des berühmtesten Terraners zu sein.«
Uschi, du bist die Tochter eines berühmten bayrischen Politikers, kannst das also ein wenig nachvollziehen. Was wären deine Gedanken, wenn du Perrys Enkelin wärst?

Zwischen Farye und mir besteht der Unterschied, dass ich in der Obhut meines Vaters aufgewachsen bin, wohingegen sie ihren Großvater erst sehr viel später kennenlernte. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht einfach ist, man ist hin und hergerissen zwischen der Freude, einen so nahe Verwandten zu treffen, und dem Misstrauen, wie wohl der Umgang mit ihm sein wird. Ich würde zunächst keine verwandtschaftlichen Gefühle empfinden, das müsste erst langsam wachsen, wie es auch bei Farye war. Gerade wenn es sich um eine so herausragende Person wie Perry handelt, wären meine Vorbehalte zunächst doch recht hoch. Um in Rhodans Nähe zu sein, betritt man seine Welt – und ist damit raus aus dem »normalen« Leben, das man bisher gewohnt war. Unwillkürlich steht man im Rampenlicht.
Kann man damit umgehen? Will man damit umgehen? Da müsste ich eine Entscheidung treffen.
Zum Glück war Farye zu dem Zeitpunkt schon auf dem aufsteigenden Ast ihrer Karriere und entschlossen, weiterzumachen und ihre Talente und Fähigkeiten zu beweisen, und Perry braucht sie dadurch. So entsteht mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis besonderer Art. Man ist sich näher als »nur Freunde«; in gewisser Weise bleibt es dadurch bei aller Zuneigung auch eine komplizierte Beziehung.

Zitat: »Es ist wirklich alles perfekt.«
Eigentlich ist das ja ein Satz, der in keinem Roman stehen sollte – Stichwort Spannung und Konflikt.

Der Satz zu Beginn eines Romans bietet genau die Voraussetzung dafür, dass mit Gewissheit alles schiefgehen wird, was nur schiefgehen kann. Er bezieht sich auf die Technik eines neuen Gefährts. Jeder Leser denkt sofort: »Aha, da wird was passieren, denn wenn das am Anfang kommt, wäre ja der Roman schon vorbei.«
Wir wissen alle, dass Technik nicht perfekt ist. Bald erkennen wir, dass die Annahme stimmt. Wenngleich auch anders als erwartet. So kann man daraus noch einen Twist zaubern. 😉

Zitat: »Auf Sichu ist immer Verlass.«
Welches Potenzial haben Sichu und Perry dramaturgisch? Anfangs war ja die Frage »Werden wir sie zusammenkommen?«. Nun sind sie zusammen und was nun?

Nun haut Sichu Perry des öfteren aus der Bredouille. Funktioniert gut, finde ich!
Sichu hat ihren eigenen Bereich. Sie ist Top-Wissenschaftlerin, und wenn es darauf ankommt, auch Top-Soldatin. Perry ist der Abenteurer und Politiker/Diplomat, auch wenn er keinen offiziellen Titel führt. Wo er forsch drauflosgeht, überprüft sie erst mal alles. Perry kämpft für eine friedliche Zukunft und gerät dauernd mit Aliens aneinander. Sichu hingegen möchte alles bis zum winzigsten Quantenteilchen auseinandernehmen. Auf diese Weise können die beiden kooperieren, ohne sich in die Quere zu kommen, sie ergänzen sich, und sie harmonieren, auch wenn sie oft geteilter Meinung sind. Sichu ist das, was ein Partner sein sollte – Geliebte, Kameradin, Freundin, Mitstreiterin und Kontrapart. Dabei ist sie eine völlig eigenständige Figur, die an Perrys Seite Format hat und auch ohne ihn bestehen kann.

Irgendwer hat irgendwann in der tiefen Vergangenheit die Erde präpariert – über welchen Langzeitplan reden wir hier?

Das lässt dich nicht los, was? 🙂
Wir reden über den Langzeitplan, der mit Perrys Erkundungen seine Auflösung und Erfüllung finden wird.

Geht es nur mittels Langzeitplan und Rückgriff in die Vergangenheit?

Geheimnisse finden ihren Ursprung immer in der Vergangenheit, und nur das macht sie auch interessant. Es ist eine mysteriöse Sache, die auf alle Fälle mit den Cairanern zu tun hat, wie wir gerade erlebt haben. Sie stehen mittlerweile im Mittelpunkt des Geschehens, und welche genaue Rolle sie spielen, wissen wir weniger denn je.

Dieser Langzeitplan muss die Zukunft perfekt vorhergesehen habe, muss gewusst haben, dass Iwán/Iwa  geboren wird, dass Farye eine geniale Pilotin wird … oder hat diese Macht direkt eingegriffen? 

Ich glaube nicht, dass es dabei um solche Details geht. Die Zukunft steht ja nicht fest, es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Letztendlich führt es immer auf die eine oder andere Weise zu dem einen oder anderen Zeitpunkt zum richtigen Ergebnis, sobald alle benötigten Voraussetzungen eingetreten sind. Das kann man berechnen. (Also ich nicht. Meine Planungen reichen kaum bis zur nächsten Woche und gehen schief.) Perry ist durch Terras Verschwinden angestupst worden, und dadurch geraten die Dinge ins Rollen, weil er gründlich nachbohrt und seine Heimat zurückhaben will. Iwán/Iwa ist dabei ein unberechenbarer Faktor und weiterhin mysteriös. Mit dem Geschehnis verflochten, aber auf welche Weise?

Andere Spekulation: Unternimmt Perry einen Zeitreise und installiert das Gerät selbst auf Terra in tiefster Vergangenheit?

Hm. Dafür erschließt sich mir nicht so recht der Sinn. Warum sollte er das tun?

Mit 3063 gibt es eine neue Interpretation des  Posizids – es dient dazu, die Spuren zu verwischen. Wer wusste in der Vergangenheit, dass die Erde wohl besser durch einen Ortswechsel gerettet werden muss?

 Derjenige, der das Gerät installiert hat. 🙂

Und … hm … wovor eigentlich? 500 Jahre ist nichts dramatisches passiert?

 Wenn du das so siehst, weshalb also sollte Perry in der Vergangenheit das Gerät installiert haben? Nach dem Raptus ging es aber schon ordentlich ab, finde ich. Sämtliche Strukturen sind zerfallen, neue Besatzungsmächte und eine Entität, die unbedingt Chaotarchin werden will, bedrohen die Milchstraße, Terra ist weg, Arkon weiterhin hinter dem Bleischirm, kein Perry da … also gewiss ist es nicht der Weltenbrand, aber „nicht dramatisch“?

Der Plan der Cairaner, sich im Dyoversum ins Sicherheit zu bringen, ist unlogisch. Warum sollte die Kandidatin Phaatom ihnen nicht folgen können?

Weil es im zweiten Zweig keine SI, Kosmokraten und Chaotarchen gibt/geben kann. Sie kann’s ja mal versuchen. Ich glaube nicht, dass das gutgeht …

Und wie sollen sie die Spuren verwischen, wenn doch die Milchstraßenvölker live beim Wechsel dabei sind?

Noch ein Posizid und ein Odium dazu, und fertig ist das Vergessen.

Wenn es in Dyoversum keine Superintelligenzen gibt … könnte das Dyoversum das Neuroversum sein?


Nein. Kann es definitiv nicht, es hat kein eigenes Bewusstsein.

Atlan wird als letzter Ritter der Tiefe genannt – ist er der letzte Ritter? Wer sagt, dass es keine neuen Weihungen gab?

Ich gehe davon aus, dass der Orden nicht mehr existiert, weil er überholt ist.

Ziat: »Atlan hat seine Rolle zu erfüllen.«
Äh … wer sagt das?

Da sind wir wieder bei den Cairanern, die ins Zentrum des Geschehens gerückt sind.

Zitat: »Suchst du Rhodan, such das Chaos, dort findest du ihn.«
Sieht man sich sein Leben so an, dann sorgt er zuerst für Chaos, um es dann zu beseitigen …

Genau. Er ist immer im Zentrum des Chaos!

Uschi, danke für deine Zeit.

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Dreizehn Fragen an Susan Schwartz zu ihrem Band 3062

Susan Schwartz verrät im Interview mit Roman Schleifer den Grund für die Vibrationen innerhalb Terras und wie die Serienhandlung der Vergangenheit die gegenwertige Dramaturgie verändert hat.

Du schreibst mit Monti PR-Geschichte, denn zum ersten mal werden vier Romane von zwei Autoren geschrieben. Wie ist das Gefühl?

Absolut super. Mal was ganz anderes. Ich probiere ja immer gern neue Sachen aus.

Wie kam es  zu der Zusammenarbeit?

Ich bin Christoph zu Füßen gelegen und habe ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte. Ich bin herumgehüpft und habe mit den Fingern geschnipst. Ich habe gedroht, mich von der Klippe zu stürzen, wenn nicht …  😉
Klingt spannender als die echte Antwort, oder?
Die lautet nämlich: Als die Rede davon war, dass es eine weitere Viererstaffel aus dem anderen Teil des Dyoversums geben wird, habe ich mich sofort beworben. Zwischen den beiden Mails dürfte keine Minute vergangen sein.

Wie leicht hast du in das Thema hineingefunden?

Da ich mit dem 3049 schon die Vorbereitungen getroffen hatte, war es leicht. Es ist ja ein kleines, in sich abgeschlossenes Universum ohne großen Hintergrund, die Hauptfiguren sind mir alle vertraut. Zu recherchieren gab es trotzdem einiges in Bezug auf das Ambiente. Das war stellenweise aufwendig.

Wie war die Zusammenarbeit? Wie habt ihr euch organisiert?

Am Anfang haben wir noch gar nicht so viel kommuniziert, da mussten wir uns erst reinfinden und das Setting schaffen, doch ab Band 2 schwirrten die Mails nur so hin und her. »Ich schreib das, wie hast du das gemacht? Was soll ich hier beachten, was hältst du davon?« Da gab es schon sehr viel Austausch.
Bei den Exposés 1-3 war die Aufteilung vorgegeben, sodass ich mich gleich auf meinen Part konzentrieren konnte, wobei die Grenzen der Aufteilungen schnell aufweichten, da wir manche Sequenzen tauschten oder der Focus sich verschoben hat. Bei Band 4 haben wir uns abgesprochen, wer gern was machen möchte. Und natürlich musste auch mehrmals die Frage geklärt werden, ob wer gekillt werden sollte 😉

Zitat: »Es hilft nichts, wenn wir verpatzten Möglichkeiten hinterherweinen oder von einem Utopia träumen, das es nicht gibt. Und nie gegeben hat.«
Diese Worte hätte ich gerade von Rhodan, dem Utopisten nicht erwartet. Ist er von den Misserfolgen derart frustriert? Immerhin besiegt er regelmäßig die Feinde, aber sein Ziel des Friedens hat er nie erreicht. (Bis auf die 1000 Jahre im Solaren Imperium)

Ich glaube gar nicht, dass das nur Frustration ist. Ich sehe es im Gegenteil so, dass Perry jetzt mehr denn je nach vorn blicken will. Immerhin ist die Milchstraße sehr gebeutelt. Sie hatte noch gar keine Chance, sich vom Weltenbrand zu erholen, da kommen die nächsten Typen angelatscht und behaupten »alles meins«. Und vorher verschwinden Terra und Luna spurlos und ein anderer Planet samt Trabant taucht auf. Das gesamte System ist gesperrt, das politische Bündnis ist auseinandergefallen – und dann auch noch Datensintflut und Posizid. Eine Menge Herausforderungen, eine Menge Leid, und Perry ist nicht dagewesen. Daran trägt er verständlicherweise schwer und ist deshalb desto eiserner entschlossen, Terra und Luna zurückzubringen. Er ist immer noch Utopist, aber der Weg dahin muss neu bewertet werden.

Zitat: »Rhodan vertraute ihnen allen, und das war dringend nötig. Allein könnte er seinen Plan unmöglich umsetzen – er brauchte alte und neue Freunde. Eine Gemeinschaft unterschiedlicher Menschen, von denen jeder auf seine ganz eigene Art die Erde retten wollte und sich diesem Ziel als großem Ganzen unterordnete.«
Ist es das, was ihn auszeichnet, dass er immer Menschen findet, die sich dem Großen Ganzen, nämlich seinem Großen Ganzen, unterordnen?

Sein ganz wesentlicher Charakterzug ist es, dass er seinen Weg nicht allein auf Teufel komm raus gehen will, etwa weil er sich als Visionär, Heilsbringer oder Heiland sieht. Was er eben nicht tut. Perry ist ein nüchterner, bodenständiger und verstandesbewusster Mann, für den Demokratie und Gleichberechtigung über alles geht. Er übernimmt die Verantwortung, aber er zieht die Möglichkeit in Betracht, sich zu irren. Er ist kein Einzelkämpfer, der sich mit der Machete durch den Dschungel schlägt. Natürlich weiß er, dass er das Ziel des galaktischen Friedens nur mit Weggefährten, Vertrauten und Verbündeten erreichen kann, und will das auch gar nicht. Je breiter die Basis, desto stabiler das Fundament.

Zitat: Sichu Dorksteiger reagierte verwirrt; in der Öffentlichkeit zeigten sie nur wenig Vertraulichkeiten.
Was ist da der Grund? Und muss RHODAN im 3. Jahrtausend immer noch einen Helden haben, der »verklemmt« wie ein 14jähriger ist?

Ach, Perry wurde doch mit nem Stock im Hintern geboren und trennt strikt Öffentlichkeit und Privat. Er ist nicht verklemmt, er möchte das eben nur nicht zeigen. Und sind wir nicht schon im 6. Jahrtausend? 😉

Zitat: »Deshalb waren sie nicht in hocheffektive Schutzschirme gehüllt, sondern nur in einfache Prallschirme.«
Was ist der Grund? Wäre es nicht beeindruckernder gewesen, jene Schiffe zu zerstören, die einen höherdimensionalen Schutzschirm gehabt hätten? Für Mullholland wäre das kein Problem gewesen …

 Ich denke nicht, dass der höherwertige Schutzschirm einen Unterschied gemacht hätte.

Rhodans Bluff mit dem Transformkanonen erinnert doch sehr an Band 399. Gibt es eine Liste mit Bluffs, die in RHODAN bislang vorgekommen sind? Seht ihr das nach?

Die Mitarbeiter im Hintergrund wie Michael Thiesen, aber auch Verena Themsen mit ihrer Datenbibliothek können innerhalb kurzer Zeit solche Informationen liefern. Eine spezielle Liste gibt es dafür sicherlich nicht, weil zu den damaligen Zeiten niemand daran gedacht hat, eine anzulegen. Heutzutage ist das viel zu aufwendig, und mit Stichwortsuche, da es hier ja um die Topsider geht, kommt man schnell zum Ziel. Es handelt sich also nicht um ein Versehen, sondern um Absicht – eine Hommage an sich selbst.
Wahrscheinlich hat Perry sich gedacht, was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites Mal – auf der anderen Seite kannte den Trick ja niemand. Also warum nicht nochmal anwenden?

Früher wäre dieser Bluff in einem kompletten Heft beschrieben worden – heute in einer Hefthälfte. Du bist seit 1993 dabei – was hat sich da in der Erzählweise geändert?

Ich wiederhole mal wieder: Ich bin seit 1992 dabei. Ich wüsste nicht, warum der Bluff auf ein ganzes Heft ausgedehnt werden sollte, vor allem, da er ja eh schon bekannt ist – wobei er in der Ausführung ja durchaus variiert. Aber wenn man danach geht, könnte man viele Storylines sogar auf mehr als ein Heft ausdehnen.

Der zweite Teil handelt von Zeut, ist aber nicht abgeschlossen. Ist das dramaturgisch wichtiger, weil es in eineinhalb Heften erzählt wird? Was erwartet uns da?

Also eigentlich wird die Zeut-Ebene umfangmäßig in einem Heft erzählt, nur eben auf zwei Hefte verteilt. Und so ist das mit den Topsidern auch. Das ist ja auch noch nicht beendet. Dramaturgisch finde ich das sehr sinnvoll, um abzuwechseln und einen schönen Spannungsbogen aufzubauen.
 
Zitat: »Düster beobachtete sie ihren Ehemann, dessen Zustand apathisch, aber – noch – nicht lebensbedrohlich war.«
Abgesehen davon, dass das Marketing aufschreien würde – wäre ein Zyklus ohne Perry Rhodan denkbar?

Nein. Die Serie heißt PERRY RHODAN und nicht Schnurpsi Buxneder. Wo Rhodan draufsteht, muss auch Rhodan drin sein.

Das Gerät, das tief in der Erde schlummert … habe wir hier schon wieder einen Langzeitplan? Geht es bei PR nicht ohne Langzeitplan einer höheren Wesenheit?

Das ist nur die Kaffeemaschine, die jemand vergessen hat, auszuschalten.

Uschi, danke für deine Zeit.

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Dreizehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem BAnd 3061

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob Monkey auserzählt ist und wieso auf Oxtorne die Einheimischen bevorzugt werden.

Saessbekker kam bislang im Zyklus genau zweimal vor: 3016 und nun 3061. Da fallen mir sofort die Zahlen auf 3016 und 3061 – war das Absicht?

Nein.

Saessbekker kam eben zweimal vor, zweimal in einem Band von dir. Hast du bei 3061 aufgezeigt oder wurde es dir zugeschanzt?

Ich vermute, dass  die Expokraten mich für Saessbekker eingesetzt haben, damit die Figurenzeichnung kontinuierlich bleibt. Ich habe aber nicht nachgefragt.

Irgendwie bin ich ein bisschen enttäuscht – 3016 war Saessbekker noch mysteriös und dann stellt sich im zweiten Band, in dem er vorkommt, heraus, dass er offenbar ein Phersune ist. So wie die Figur eingeführt wurde, habe ich mehr erwartet.

Ich sehe durchaus noch einige Fragen zu Saessbekker. So richtig entmystifiziert wurde er noch nicht. Außerdem hatten wir in diesem Zyklus bereits einige rätselhafte Figuren. Ich erinnere z.B. an Zemina Paath und ihren Koffer. Da schadet es nix, einige Fragen auch mal zu beantworten.

Wie herausfordernd war es für dich, Saessbekker nur anhand von Dialogen in die Handlung hineinzubringen?

Ehrlich gesagt: Hättest Du das jetzt nicht geschrieben, wär mir gar nicht aufgefallen, dass  ich ausschließlich Dialoge verwendet habe. Aber klar – anders wäre es bei Saessbekker nicht gegangen.
Mir sind diese Textstellen recht leicht gefallen, aber das heißt noch lange nicht, dass sie gelungen sind. So etwas müssen die Leser beurteilen.

Eine kleine Abschweifung an dieser Stelle: Generell gilt, dass das Dialogisieren eine der schwierigeren Disziplinen für den Autor ist. Man muss mit dem Sprechtext Wissen an den Leser vermitteln und kann, wenn’s gut geht, auch etwas über die Charakter der Figuren verraten. Man kann durch die Länge der Sätze viel vermitteln. Oder über Phrasen, die jemand immer wieder verwendet. Monkeys Sprechtexte zum Beispiel sind fast immer kurz, präzise und auf den Punkt gebracht. Bully neigt zum Schwafeln und zum Übertreiben. Tolot ist analytisch, wenn er vom Planhirn gesteuert wird und etwas ausführlicher, wenn das Ordinärhirn die Oberhand hat.

Habe ich es überlesen oder steht wirklich nicht im Roman, wie er Saessbekker Daan Gudati übernommen hat? Immerhin ist er ja erst mit dem Shuttle an Bord gekommen, obwohl Gudati das Shuttle nicht ins Schiff hätte lassen müssen. Grübel.

Ich habe das nicht näher beschrieben, richtig. Aber ich gehe davon aus, dass  Saessbekker in dieser Hinsicht sehr geschickt ist und viel Erfahrung bei Übernahmen mitbringt.

Während Michelle in Band 3060 noch vage bleibt, was Monkey für Zemina empfindet, wirst du konkret. Zitat: »Der Reiz, den sie auf vielerlei Ebenen auf ihn ausübte, gefiel ihm.«
Wie würde sich Monkey in einer Beziehung mit Zemina verändern?

 Gar nicht, behaupte ich jetzt mal.

Saessbekker hat zwischen 3016 und 3061 alle  Zeit der Welt, zum Schwarzen Loch zu fliegen, in die Heimat zu berichten plus Koordinaten mitschicken und wohin-auch-immer wieder zurückzukehren. Wieso macht er das nicht?  

Weil er gemeinsam mit dem cairanischen Konsul bzw. in dessen Kopf ziemlich lange eingesperrt gewesen war.

Erstaunt war ich, dass auf Oxtorne Ausländer mehr oder weniger keine Rechte besitzen. Immerhin ist Oxtorne eine LFG-Welt. Wie vereinbart sich das mit den Werten der LFG? Und wie juristisch?

Ich lasse mich gerne von Spezialisten der LFG-Rechtslage eines Besseren belehren, aber für mich ist die LFG ein weitgehend föderalistischer Bund. In Österreich, in Deutschland und den USA, um jetzt nur einige Beispiele zu nennen, hat die jeweilige Regierung auch nicht in allen Lebensbereichen ein Durchgriffsrecht. Oxtorne bietet nun mal andere (Über)Lebensbedingungen als zum Beispiel Rudyn, also muss man auf die jeweiligen Lebensgegebenheiten Rücksicht nehmen.
Mein Hintergedanke bei den Schilderungen auf Oxtorne war: Die Verhältnisse auf dieser Welt fordern seinen Bewohnern alles ab. Als Oxtorner muss man extrem diszipliniert sein, um Risken und Gefahren zu minimieren. Ich habe ein bissl beim alten Sparta Anleihe genommen, um die Situation auf Oxtorne zu beschreiben. Und mit Onker Dou habe ich mir eine Figur zurechtgebastelt, die ein hohes Maß an Sensibilität durch das väterliche Erbe mit sich bringt. Dieses Spannungsfeld hat mich interessiert, auch wenn es im Roman dann bloß am Rande eine Rolle spielt.

Durch Band 3061 ist nun Kanon, dass Monkey einen Puls von 3 Schlägen pro Minute hat. Müsste er aufgrund seines hohen Grundumsatzes und des erhöhten Stoffwechsel viel mehr sein?

Du kannst Dich gerne mit Monkey über dieses Thema unterhalten. Vermutlich wird er Dir mit vier bis fünf Pulsschlägen (also mit hochgradiger Erregung) pro Minute ein paar ordentliche Gnackwatschen verpassen dafür, dass du an seinen Werten zweifelst.

Wurde 3061 der Grundstein gelegt, dass die Kandidatin Phaatom im nächsten Zyklus die Milchstraße heimsucht?

Ist das wieder mal ein Versuch, mich zum Spoilern zu verleiten? Nun, ich tu Dir den Gefallen und liefere Dir die möglichen Antworten:

– Ja
– Nein
– Vielleicht

Such’s Dir aus.

Kurz bin ich erschrocken, als Monkey durch den Schaum um den Kopf schon aufgeben will. Was denkst du? Ist Monkey auserzählt?

Nein.

Wurden Weiße Löcher bei RHODAN schon einmal erwähnt?

Nicht, dass ich wüsste.

Noch einen Schwenk zur Realität: Ich kenne dich als freiheitsliebenden Menschen. Wie gehst du mit dem Lockdown dank Corona um?

Ich bin in vielerlei Hinsicht privilegiert und reize auch die Graubereiche der derzeitigen Gesetzeslage bis zum Äußersten aus. Mir geht’s gut.

Ich mache mir auch nicht viel Sorgen über den aktuellen Stand der Dinge. Vielmehr beschäftigt mich, was danach kommt. Diese – doch recht nahe – Zukunft ist aus der Sicht des Science Fiction-Autors ein sehr fruchtbarer Humus für interessante Geschichten. Aber als sozialer Mensch schreckt mich dieser Blick nach vorne. Krankheit, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Überschuldung, Todesfälle in der Familie – das sind ein paar Eckpunkte, die viele von uns längere Zeit begleiten werden.

Michi, danke für deine Zeit.

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Zwölf Fragen an Michelle Stern zu ihrem Roman 3060

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, wie es ist, aus Sicht eines Eisklotzes zu schreiben, und welches Potenzial Zemina Paath für den nächsten Zyklus hat.

Michelle, Band 3060 handelt von Monkey, der ja alles andere als überbordend gefühlsbetont ist, und von Zemina Paath, der mysteriösen Unbekannten. Was war dein erster Gedanken, nachdem du das Expo gelesen hast?

Ich dachte, das ist eine interessante Kombination, Zemina und Monkey, und habe mich gefragt, wie ich das umsetzen könnte. Dabei war der Gedanke, dass ich bei Zemina Paath einfach zu wenig Informationen hatte, um in eine Innensicht zu gehen und ich fragte mich, ob ich das mit Monkey tun sollte. Auch wenn er wenig Gefühle hat, hat mich das gereizt. Letztlich kann auch eine Kameraperspektive Gefühle erzeugen.

Christian Montillon bereut, Zemina Paath nicht stärker in die Handlung eingebracht zu haben. Wie siehst du ihr Potenzial? 

Ich finde es immer gut Figuren innerhalb des großen Plots auch Handlung zu geben. Sie müssen eine Bedeutung haben. Dass sie einfach nur da sind, reicht eben nicht aus. Als Figur ist Paath vor allem äußerlich beschrieben. Wir kennen ihren Paau und ihr Raumschiff nahezu besser als sie. Wer genau diese Figur ist, wissen wir leider meiner Meinung nach nicht, deshalb habe ich mich nicht in der Innenperspektive an sie herangetraut. Mein Roman ist eine vorsichtige Erweiterung. Potenzial hat für mich im Grunde jede Figur. Man (oder frau) muss sich halt in Ruhe überlegen, was man mit dieser Figur genau will und vor allem, wer das überhaupt ist. Aus dem Charakter und den äußeren Umständen entsteht für mich die Geschichte.

Am Ende der meisten Zyklen werden die Zyklenfiguren zumeist entsorgt. Wie könnte Zemina den nächsten Zyklus beeinflussen

Ich find’s ja immer herzlos und unromantisch wenn von »entsorgen« die Rede ist. Idealerweise hat eine Figur eine Geschichte, die dann erzählt ist. Wenn man eine Figur eventuell weiter mitnehmen will, ist es hilfreich das von Anfang an zu entscheiden, oder zumindest als Möglichkeit offen zu lassen. Dafür sollte die Figur im ersten Zyklus auch viel Raum in den Romanen haben und irgendwie wichtig sein. Am Anfang hatten wir Figuren wie Gucky, Atlan und Icho Tolot, die dann auch mitgenommen wurden. Jetzt möchte man das eben nicht immer machen, damit es nicht zu viele Figuren werden.

Zurück zu Monkey: Wie schwer ist es, aus der Innensicht eines Eisklotzes zu schreiben?

Ich fand das interessant, nicht unbedingt schwer. Ich kann aber verstehen, wenn nicht jeder Leser das mag. Teilweise musste ich Nebensätze wegstreichen, weil sie eben zu gefühlsbetont waren, ich dann aber dachte, das passt nicht zu Monkey. Ich war also schon immer ein wenig auf der Suche nach dieser Figur, obwohl sie sehr klar beschrieben ist.

Monkey ist von Zemina Paath durchaus fasziniert. Braucht Monkey eine Partnerin, die ihn zu mehr Tiefgang verhilft? 

Vielleicht brauchen beide einander, um an Profil zu gewinnen. Natürlich kann Monkey auch einen Roman mit einer anderen Figur bestreiten. Diese Paarung ist aber durchaus spannend.

Kai hat Monkey in Band 3032 ebenfalls aus der Innensicht geschildert. Was hast du aus dem Roman von Monkeys Psyche für Band 3060 übernommen und weitergesponnen? 

Offen gestanden hatte ich gar nicht vor so viel weiterzuspinnen. Ich habe den Monkey genommen, wie er mir zuvor begegnet ist, und ihn mit Zemina Paath zusammentreffen lassen – und gesehen was passiert. Vorher hatte ich nicht den Plan dieses oder jenes weiterzuspinnen.

Zitat: »Es ist mir eine Freude, Sie einmal persönlich zu treffen, Lordadmiral., Auch wenn es heißt, dieser Satz ist manchmal der letzte, den USO-Spezialisten sagen.«
Ist es gefährlicher mit Monkey in Einsatz zu gehen als mit Perry Rhodan?

Gute Frage. Vermutlich ist beides gefährlich. Jeder Hochrisikoeinsatz birgt – nun ja – Risiken (grins). Tatsächlich würde ich mich mit Perry im Einsatz dennoch wohler fühlen, denke ich.

Wer der beiden könnte dich eher motivieren, ihm zu folgen? 

Eindeutig Perry.

Was ich nicht verstanden habe … Orpard Surrutaio ist irgendwie mit den Phersunen verbunden. Wieso ist er dann als Konsul vorgesehen?
Und diese Verbindung oder Beeinflussung durch die Phersunen muss ja bereits vor dem Aufbruch in die Milchstraße vorgelegen haben – wieso haben sie ihn überhaupt mitgenommen
?

Leder weiß ich nicht, wie genau das mit der Beeinflussung passiert ist. Es muss an den Eigenheiten des Wesens liegen, das ihn »besetzt« hat. Hier müsste man noch mal bei den Exposéautoren nachhaken.

Und warum versetzen ihn die Cairaner nicht einfach in Tiefschlaf, dann könnte er auch nichts verraten. 

Es ging darum, das rätselhafte Wesen bei ihm zu lassen und es nicht zu verleiten das »Pferd« zu wechseln. Es war unsicher, ob dieses Geschöpf nicht genau das tut, wenn er dauerhaft betäubt wird. Hätte man damit wirklich auch den »Reiter« ausgeschaltet, oder das Problem größer gemacht?

Im GalFor ärgert sich Askosan darüber, dass sowohl Monkey als auch Zemina aufgrund der Vorbände im ersten Zyklusteil bereits von den Phersunen wissen – der Cairainerin geben sie sich jedoch erstaunt.

Man muss ja nicht immer alle Karten offen auf den Tisch legen. Auch muss ich ganz ehrlich gestehen, ich bin gerade unsicher: Hat Monkey schon einmal einen Phersunen gesehen? Zemina Paath hat ihre Erinnerungen gesprochen, soweit ich weiß. Tatsächlich bin ich während des Romans natürlich ganz da drin, aber nach der Abgabe lasse ich viel los. Da bewundere ich manche Fans, die sich als Experten jedes Detail merken.

Wie gehst du mit Corona um? Fühlst du dich auch wie am Beginn eines Apokalypse-Horrorfilms?

Nein, jedenfalls nur selten. Klar, es ist manchmal sehr sonderbar. Allerdings eher, weil die Leute teilweise so durchdrehen. Wenn ich dann vor leeren Seifenregalen stehe und kein Klopapier bekomme, frage ich mich, warum ich nicht in Frankreich lebe, wo angeblich Rotwein und Kondome Mangelware sein sollen.
Okay, entschuldige meinen schwarzen Humor. Diese Krise ist furchtbar, weltweit. Ich bemühe mich das zu sehen, was wirklich ist, und in Hessen, wo ich wohne, ist es zum Glück (noch) nicht so schlimm. Von daher würde ich mir wünschen, dass andere auch das sehen, was da ist, und sich nicht verrückt machen, wegen Dingen, die nicht da sind. Dann hätten wir alle mehr Kapazitäten denen zu helfen, die wirklich Hilfe brauchen und das zu tun, was man jetzt tun muss oder sollte.
Das Thema Corona gehört nun in unser Leben. Wie gehen wir damit um? Welche kreativen Lösungen haben wir, damit wir trotzdem verbunden bleiben, auch mit alten und kranken Menschen, die Wirtschaft weiterlaufen kann, alle bestmöglich geschützt sind und vor allem die gesundheitliche Versorgung erhalten bleibt?
Im Großen und Ganzen bin ich sehr froh, dass ich schon seit Jahren meditiere und mich in Gelassenheit übe. Danke an meine Lehrer, denn auch eine solche Krise kann ich zum Glück sehr entspannt sehen und damit umgehen. Natürlich mache auch ich mir manchmal Sorgen, und ich habe viel Mitgefühl mit den Menschen weltweit. Wenn wir den einen oder anderen mit PERRY RHODAN für ein paar Stunden auf andere Gedanken bringen können, finde ich das schön.

Michelle, danke für deine Zeit.

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