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Zehn Fragen an Susan Schwartz und Christian Montillon zu Ihrem Band 3093

Susan Schwartz und Christian Montillon verraten im Interview mit Roman Schleifer wie sie zu den Lesererwartungen stehen und wieso de3093 aus Sicht von Anzu erzählt wird. 

3093 führt einige Handlungsstränge zusammen bzw. beendet sie. Wie herausfordernd ist das im Vergleich zu einem normalen Roman?

Uschi: An sich ist es genauso herausfordernd wie jeder 99er und ein, zwei Bände davor. In dem Fall war es aber noch ein wenig aufwendiger, da wir zu zweit so einen Roman verfasst haben, wo sich die Handlungsebenen ineinander verflechten und nicht jeder seine eigene Ebene hatte. Das gab also nochmal ein paar Mails dazu, aber ansonsten waren wir inzwischen schon so eingespielt und „drin“ im Thema, dass es eigentlich sehr flott ging.

Christian: Ein wenig herrschte ein Feeling wie in einem Zyklusabschlussroman. Allerdings ist es mir persönlich jetzt nicht soooo schwer gefallen – das war in der Exposévorbereitung schon kniffliger :-).
Will sagen: Es war schon herausfordernder, aber da ich wusste, worauf es hinausläuft, war für mich vor allem die Herausforderung, die Charaktere (in meinem Fall vor allem Anzu) stimmig fortzuführen.

Der Roman wird stellenweise aus der Sicht von Anzu erzählt. Was ist einfacher zu handhaben? Rhodan als Hauptfigur oder eine neue Figur?

Uschi: Immer die neue Figur. Das ist praktisch die Perspektive des Lesers, das Innenleben ist näher am Leser dran, die Gedanken können besser dargestellt werden. Der Charakter entwickelt sich erst.

Christian: Es kommt drauf an, was die Geschichte verlangt. Ich geh mal ein wenig zurück – 3090. Ich wollte den Roman aus Sicht von Rhodan schreiben. Hat nicht funktioniert, ich hab mich lange herumgequält und es versucht.
Also kam ich auf eine großartige Idee: »Schreib aus der Perspektive von Donn Yaradua!« Hab ich versucht. Hat nicht funktioniert. Hab mich lange herumgequält. Dann dachte ich: »Erfinde einfach eine neue Figur im Team, die im Expo gar nicht auftaucht und erzählt aus ihrer Perspektive, das gibt einen frischen Blickwinkel.«
Und alles lief bestens. Die Geschichte hat sich vor mir entfaltet, und ich hab noch während des Schreibens von 3090 beschlossen, alle meine Teile des Viererblocks aus Anzus Sicht zu schreiben, und zwar ausschließlich. Was manchmal auch herausfordernd war. Aber für mich selbst sehr gut funktioniert hat.

Perry Rhodan kehrt in die Milchstraße zurück – wie können sich seine Freunde sicher sein, dass er nicht wie Atlan ein Klon ist?
Wird noch geklärt, wieso Gry das Leuchtfeuer war?

Christian: Seine Freunde werden es herausfinden, wie sie es bei Atlan auch herausgefunden haben. Lasst Taten sprechen und schaut mal, was der Perry so tut, der da auftaucht …

Gry: Es ist ihre Entwicklung in den letzten Bänden, ihre spezielle Einzigartigkeit, die nun auch darin gipfelte, dass sie als Leuchtfeuer wahrgenommen worden ist. Es gab ja auch eine kleine Szenerie, in der sie erzählt, wie das so war. Ich finde schon, dass das eine logische Entwicklung war, dass sie – und nur sie – sich in dieser Rolle fand.

ES hat mittels Langzeitplan erneut seine Finger drinnen. Da fällt mir ein, Atlan hat ja auch ein Schiff von ES bei der Bleisphäre gesehen – lesen wir davon im Finale?
Und die Schläferin mit den Visionen … hätte sie deiner Meinung nach Potenzial für den nächsten Zyklus?

Christian: Das Schiff von ES bei der Bleisphäre … über das Finale dieses Zyklus sag ich aus naheliegenden Gründen nichts. Das musste lesen :-).
Aber dass über dieses Schiff von ES das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, ja, das geb ich gerne zu.

Und was unse Schläferin mit den Visionen angeht: Ja, hätte sie, meiner Meinung nach. 🙂

Mit den Ankerstroms und mit Anzu Gotjian habt ihr wieder drei Mutanten mehr. Dürfen wir uns im nächsten Zyklus auf ein neues Mutantenkorps freuen?

Christian:
Nichtspoilernder Monti: »Nein!«

Spoilerfreudiger Monti: »Doch!«

Verwirrter Monti: »Oh!«

Schläferin mit Visionen: »Wer da jetzt lügt oder die Wahrheit sagt, wird die Zukunft weisen.«

Iwa/Iwans Hintergrund ist im Mythos Zyklus im Dunklen geblieben. Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 »total geil« und »1» ein »naja« ist, wie werden wir seine/ihre Hintergrundstory bewerten?

Christian: Das weiß ich nicht.

Ich erzählt mal kurz etwas zu dem Roman 3093, bei dem mir das gerade sehr stark aufgefallen ist. Ich habe gelesen, was im Verlagsforum dazu gesagt wird, und ich habe gelesen, was auf Facebook (in den mir zugänglichen Quellen) dazu gesagt wird. Ein bunter Strauß von Meinungen, und eine sehr unterschiedliche Gewichtung/Beurteilung der Geschichte; und würde man nur im Forum oder nur auf Facebook lesen, kämen auch zwei völlig unterschiedliche Meinungsbilder heraus. Das »Leser-Wir« gibt es nicht. Es würde auf dieser fiktiven Wertung sicher 1er-Wertungen geben, auch 10er-Wertungen. So wie es auch der Fall wäre, wenn wir morgen eine Rhodan-Geschichte auf dem Niveau von »Krieg und Frieden« veröffentlichen würden. Oder auf dem Niveau von »Unternehmen Stardust«. Oder auf dem Niveau von »NATHAN«.

Ähnliches gilt für die Zain-Konstrukte. Da Annba eher zu den schweigsameren Figuren des Zyklus gehört hat, bleibt bei mir die Spannung aufrecht. Ich lechze aber nach mehr. Werden die Zain-Konstrukte im nächsten Zyklus thematisiert und darf ich mich darüber freuen, dass ihr den Vorhang ein wenig lüftet?  

Christian: Der Vorhangstoff raschelt schon.

Zitat: »Wir haben in der Heimgalaxis der Cairaner, Ancaisin, die Superintelligenz VECU aus dem Abyssalen Verlies befreit, aber Synn Phertosh, Advokat der Kandidatin Phaatom wollte die Völker Ancaisin auf uns hetzten und unseren Raumer samt Inhalt in Milliarden Teile zerschießen. Im Prinzip alles wie immer, selbst 270 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. «

Wer hat sich da von euch selbst auf die Schaufel genommen?

Uschi: Ich.

Wie geht ihr mit dem Spannungsfeld um, dass manche RHODAN-Leser immer unzufrieden sind und Neues fordern, während andere »mehr vom selben« wollen?

Christian: Siehe oben – beides geht eben nicht. Manche Leser vereinen auch beide Stimmungen in sich: »Ich will, dass alles beim Alten bleibt aber endlich mal neu wird!« Damit will ich mich nicht lustig machen – das sind Gefühle. Die ich durchaus nachvollziehen kann. Was nichts daran ändert, dass das nicht geht. Oder … doch, es geht, auf einer literarischen Ebene.
Lass mich einen Schritt zurücktreten.
»Der Perry Rhodan in NEO ist nicht der Perry Rhodan, den ich kenne! «
»Star Trek Discovery ist nicht mehr Star Trek!«
»Daniel Craig ist nicht mehr mein James Bond!«
»Daniel Craig ist nicht mehr James Bond!«

Ich könnte weitermachen. Ich erspare es mir. Man kann diese Sätze interpretieren. Oder es lassen und sich fragen, was der Montillon damit nun sagen will.

(Persönliche Anmerkung: Ich habe mit 12 begonnen, RHODAN zu lesen. Damals war es neu und aufregend, ich habe seitenweise Leserbriefe geschrieben, habe mitspekuliert, mich mit den Figuren gefreut und gelacht und mich geärgert, wenn ich einen Logikfehler entdeckt habe. Und ich fand es spannend.
Nun, ein paar Wochen … hüstel … Monate …hüstel, okay, Jahrzehnte später lache ich mit den Figuren auch noch mit, aber nicht mehr über alles und ich ärgere mich über Logikfehler, aber nicht mehr so wie damals, als ich noch wütende Leserbriefe geschrieben habe. Und aufgeregt bin ich zum Zyklusbeginn auch nicht mehr, sondern gespannt, wohin mich das Expoteam und die Autoren diesmal entführen. Manches fasziniert mich nicht mehr wie damals mit 12, wäre ja auch seltsam, wenn das mit all der Lebenserfahrung auch so wäre. Anderes jedoch find ich genauso Klasse wie damals mit 12. Und ich finde einen Vergleich zu früher auch sinnlos. Früher ist nämlich vorbei. Und wenn mir die aktuelle Handlung nicht gefällt, kann ich ja jederzeit das Heft kaufen und archivieren und in der Perrypedia die Handlung nachlesen. Und wenn es mich wieder interessiert, dann lese ich wieder mit.)

Am 18. Januar 2021 wird es einen Live-Videochat mit dir und Hartmut zu Band 3100 und dem Chaotarchen-Zyklus geben. Wie nervös bist du vor dieser Weltpremiere?

Christian: Ach, das ist ja erst nächstes Jahr. Bis dahin wird die Welt sich weitergedreht haben.

Erste Details des Beginn des Chaotarchen-Zylkus sind bereits von KNF veröffentlicht. Es geht also nach Andromeda, das ja bekanntlich abgeschottet ist. Wie geht ihr damit um, dass beim Schauplatz Andromeda viele Leser vermutlich automatisch den Vergleich zum MdI bemühen werden?

Christian: Ja, dieser Vergleich wird kommen. Wir sind gewappnet. Natürlich schreiben wir keinen MdI-Reloaded – das wäre auch Unsinn. Weil es erstens nicht klappen kann und zweitens … naja, nicht klappen kann. Und wir das auch gar nicht wollen. Der MdI-Zyklus war damals großartig und weichenstellend, überhaupt keine Frage. Heute würde er so nicht mehr funktionieren, wie er damals erzählt worden ist. Sagte ich schon, dass die Welt sich weitergedreht hat? (Nicht falsch verstehen: Die Essenz des MdI-Zyklus ist immer noch großartig. Wer mir aus dieser Antwort nun Bashing-der-alten-Gründungsautoren vorwirft, dem möge gesagt sein: Dreh mir bitte nicht das Wort im Mund herum.) Auch KHS und CD und wie sie alle hießen würde heute den MdI-Zyklus anders schreiben als sie es damals getan haben. Und die Kollegen und ich würden ihn damals anders geschrieben haben, als wir es heute tun würden. Sehr konjunktivisch, das alles.

Uschi, Christoph, danke für eure Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/NATHAN_(Roman)

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12533

Neun Fragen an Uschi Zietsch und Christoph Dittert zu ihrem Band 3090

Uschi Zietsch und Christoph Dittert verraten im Interview mit Roman Schleifer, ob sie im zweiten Teil des Dyoversums bleiben würden und ob Dramaturgie bevorzugt wird.

Noch ist nicht klar, ob Perry mit seinem Plan der Rückversetzung die Zustimmung der Bevölkerung für den Rücktransfer von Erde und Mond erhält.
Wie würdet ihr entscheiden und weswegen?

Uschi: Keine Ahnung. Ich bin ja nicht dort und habe eine Existenz aufgebaut. Ich denke, es hängt zuerst davon ab, was ich mache, und dann, woran ich mehr hänge. Und natürlich hängt es davon ab, wie meine Familie sich entscheidet, wenn ich eine habe. Schließlich bedeutet eine Trennung »für immer«, und bis auf Adams und Rico ist ausnahmslos jeder auf Terra nach dem Change-Everything-Event (CEE) geboren. Das ist also eine ganz große Sinn- und Existenzfrage, die man nicht aus dem Handgelenk schütteln kann, sondern die man sich reiflich überlegen muss. In dem Fall ist es die wichtigste Entscheidung des Lebens.

Milton Chu ist also der Vano, der offenbar noch etwas plant, um die Erde und Luna in seinem Teil des Dyoversums zu halten. Aus Sicht von Band 3090 könnte er ja nur Perry Rhodan daran hindern, dieses Passwort zu senden …

Uschi: Tja. Warten wir ab, was er ausgeheckt hat … wir haben noch drei Romane Zeit. Da kann alles passieren und ich werde ihm gewiss nicht vorgreifen.

Zitat: »DyTh war die derzeit einzige ernstzunehmende Serie, die Einsendung von Fans prüfte und hin und wieder tatsächlich annahm.«
Klaus N. Frick hat auf dem Con in Osnabrück erzählt, dass in den 1980er-Jahren gefordert wurde, dass es neben dem Expoteam auch eine beratende Fangruppe befragt werden soll. Das wurde aus naheliegenden Gründen nicht realisiert.
Andererseits haben Fans ja unterschiedliche Interesse und Fähigkeiten. Wie könnte man diesen Wissens- und Kreativpool anzapfen?

CM: Ich finde Rückmeldungen von Fans wichtig; und ansonsten tun wir das ja bereits – wir zapfen den Wissens- und Kreativpool an. Die meisten Leute, die bei PERRY mitarbeiten, kommen ja aus der Fanszene, ob sie da nun aktiv engagiert waren oder stille Leser (wie ich, abgesehen von ein paar Leserbriefen).

Viele Terraner glauben, dass Rhodan die Volksentscheidung ignorieren wird und Terra und Luna dennoch zurückversetzt. Wieso trauen ihm die Leute das zu?

Uschi: Wieso nicht? Sie kennen ja nur den historischen Perry. Er hat die Topsider reingelegt. Und auch ansonsten gemacht, was er will und niemanden um Erlaubnis gefragt. Und er hat von Anfang an deutlich gemacht, dass er Terra und Luna dort haben will, wo sie hingehören. Dass er nur aus diesem Grund hier ist, weil er nach der Ursprungswelt der Menschheit gesucht hat und sie zurückbringen will. Ist doch klar, dass man annehmen muss, dass er das tun wird, egal wie. Sonst wäre seine Mission ja gescheitert. Die Chance zu haben, den Rücktransfer durchzuführen, aber nicht auszunutzen – ganz ehrlich: Wer würde das tun, nachdem er so weit gegangen ist?
 

Sulola sagt, dass sie denkt, dass Spione auch in den TLD eingeschleust sind. Hm. Eine Geheimdienstorganisation, die eingeschleuste Spione nicht findet, sollte sich auflösen, oder?

Uschi: Haha, nein. In jedem Geheimdienst hast du Agenten der anderen Seite. Maulwürfe gibt es überall, in jeder noch so professionellen Organisation. Manche sind Schläfer, die jahrzehntelang absolut loyal sind. Die CIA arbeitet so. Der Mossad arbeitet so. Der MI5 arbeitet so. Der (»natürlich nicht mehr existierende«) KGB arbeitet so. Und alle anderen auch. Es ist unmöglich sicher zu sein, dass alle Mitarbeiter zu 100 % loyal und unbestechlich sind. Jeder hat eine Vergangenheit, bevor er eingestellt wird, jeder ist erpressbar, und jeder kann seine Überzeugungen ändern. Und alle sind Profis, die genauso gut sind wie ihre Vorgesetzten oder Kollegen.

Die Cairaner haben die Erde und Luna übertragen, wollen jedoch auch ins Dyoversum. Wieso sind nicht einfach alle Cairaner auf der Erde gelandet und mit der Erde übergewechselt?

CM: Das musst du mal die Cairaner fragen.

Ernsthaft: Es sind andere Voraussetzungen, und niemand wusste, ob und wie die Versetzung läuft. Einen eigenen Plan, wie sie überwechseln können, haben die Cairaner hingegen – und der bezieht vielleicht Dinge ein, die schlicht nicht mit Terra überwechseln können. Warte mal ab und lies die letzten zehn Romane des Zyklus.

Seit Jahrtausenden oder länger ist diese Maschine der Staubfürsten und die Station der Wasserschatten im Erdinneren. Wie konnte das so lang von allen Zivilisationen auf Terra übersehen werden?

CM: Das wirst du ganz leicht verstehen, wenn du die nächsten Romane liest und erfährst, wie die Maschine funktioniert.

Immer, wenn wir nachträglich erfahren, dass etwas vor Jahrmillionen schon installiert worden ist, stellt sich bei mir die Frage: Schwebt Dramaturgie über allem?

CM: Am Ende fragst du noch, ob etwas plotdriven ist! Uuuuuh! 🙂

(Anmerkung: Wär mir jetzt nicht eingefallen. Aber danke, ich nehm die Frage gern auf … 😉 )

In RHODAN gibt es seit Jahren unterschiedliche Beschreibungen des Sozial- und Wirtschaftssystems. In 3090 wird Terra beschrieben einerseits mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, andererseits mit Firmen, die als Erste mit einem Produkt auf den Markt kommen wollen, um einen guten Preis zu erzielen.
Früher hieß es in der anderen Seite, dass es keinen Kapitalismus, kein Geld etc. mehr gibt.
Welches System wünscht ihr euch für den RHODAN-Kosmos?

Uschi: In Wirklichkeit gibt es natürlich kein Geld mehr, wir haben auf Terra die perfekte Utopie, aber die Darstellung in Romanen funktioniert so nicht. Wer keine wirtschaftliche Not oder kein Streben mehr hat, da haben wir dann Bienchen und Blümchen und alle haben sich lieb. Das funktioniert ja auch bei Star Trek nicht, deswegen wurden die Ferengi eingeführt. Weil es stinklangweilig ist, wenn jeder alles hat. Vor allem kann kein Handel mehr stattfinden, es gibt keine freie bzw. private Marktwirtschaft mehr, und alle Erfindungen werden auf staatlicher Seite geregelt. Das ist eben die Kehrseite: Kein Kapitalismus bedeutet volle staatliche Regulierung, denn von irgendwoher muss das Zeug ja kommen und irgendwohin gehen. Natürlich will man über das gebotene Mindestmaß, was aus heutiger Sicht für uns bereits Luxus ist, mehr. Es gibt Neid und Missgunst, Erfindergeist, Streben nach Macht, Herrschaft und so weiter. Deshalb habe ich es so definiert, dass niemand irgendwelche Not leiden muss und das planetare Transportwesen kostet nichts, sodass niemand zur Arbeit gezwungen ist – aber wenn er mehr haben will (etwa einen interplanetaren Flug oder eine eigene Jacht), muss er auch etwas dafür tun. Ist natürlich diskussionswürdig, aber wir vertiefen das ja nicht weiter, das ist nur eine Randerscheinung. Mehr sollte das auch nicht ausgeführt werden.

Uschi, Monti, danke für eure Zeit.

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https://www.perrypedia.de/wiki/Erdkruste_(Roman)

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Vierzehn Fragen an Kai Hirdt zu seinem Band 3089

Kai Hirdt verrät im Interview mit Roman Schleifer die Antagonisten des nächsten Zyklus und wie er die Frage an Opt-Atlan zwischen sicherem Leben oder gefährlich Freiheit beantwortet.

Zitat: »Die Galaxis ging den Bach runter, und ich war zum Zusehen verdammt.«
Ein schöner Einstiegssatz – brauchst du einen coolen Einstiegssatz, bevor du schreiben kannst?

Gute Einstiegssätze sind natürlich wichtig. Aber wenn man den zwingend braucht, bevor man loslegen kann, schaut man tagelang den leeren Bildschirm an. Ich hab mir schon bei meinem ersten Roman abgewöhnt, mich davon bremsen zu lassen. Ausbessern kann man später immer noch.
Aber in diesem Fall waren das tatsächlich die ersten Wörter, die ich überhaupt für diesen Roman getippt habe, und ich finde, es ist wahrscheinlich mein bester erster Satz überhaupt.

Kai, wie leicht fällt es dir, in Atlan zu schlüpfen?

Atlan ist meine Lieblingsfigur beim Schreiben. Er handelt, statt viel zu reden, ist kompromissloser und im Detail weniger skrupulös als Perry, und er hat immer einen Dialogpartner dabei, mit dem er sich in sarkastischen Dialogen fetzen darf. Für einen Autor ein Träumchen.

Falls Opt-Atlan hier wäre, was würde er sagen, wie gut du ihn charakterisiert hast?

»Noch nicht optimal.«

In welchen Bereichen könnte man Atlan noch optimieren?

Tss. Das wird doch spoilerig.

Wenn du die Chance hättest, was würdest du an dir optimieren?

Ich arbeite an einem besseren Deadlinemanagement. Was auch die Redaktion begrüßen dürfte … Seit hier ein kleines Kind durch die Wohnung wetzt, muss die zur Verfügung stehende Zeit wirklich gut genutzt werden.

Im Roman kommt die Idee auf, dass man den Cairanern ja einfach auch helfen könnte, damit sie schneller wieder weg sind. Wäre das für die Serie eine Idee? Helfen wir den »Bösen«, dann sind wir sie los?

Warum nicht? In PERRY RHODAN dreht sich von Anfang an viel um das Thema Verständigung statt Gewalt zur Konfliktlösung. Man sollte die Option also immer zumindest prüfen.

Bullys Lustgarten – welche Geschichte gibt es zur Namensnennung?

Eine recht banale, leider: So stand es im Expo.

Die Sequenzhändler werden in deinem Band erwähnt – kommen da noch mehr Hintergründe?

Vielleicht.

Wie sie den Körper von Atlan erschaffen haben, wird erklärt. Nicht, wie der Geist und die Erinnerungen übertragen wurden. Wann wird das nachgereicht?

Es stand ein bisschen was dazu im Expo, was im Roman auch angedeutet, aber nicht ausgewalzt wird. Die wissenschaftliche Abhandlung dazu hätte die Geschichte an der Stelle nicht besser gemacht. Falls das irgendwann noch einmal gebraucht wird, wird der zuständige Kollege es sicher darstellen.

Die Cairaner haben also Terra und Luna in den anderen Teil des Dyoversums geschafft. Da sie ja ebenfalls rüberwollen … warum sind sie nicht einfach mit all ihren Schiffen darauf gelandet und haben die Passage mitgemacht?

Wie soll denn so ein ganzes sonnensystemgroßes Sternenrad auf Terra landen?

Nach der offensichtlichen Rückkehr von Terra und Luna ist das System abgeschottet und die Cairaner kommen nicht rein. Von wem wurde das Solsystem nun abgeschottet? Und es waren ja die Cairaner, die bislang das System abgeschottet haben.

Das sind die grünen, knollennasigen Spacekobolde, die im nächsten Zyklus der Hauptgegner werden.

Du nimmst im Band Bezug auf die PR-Miniserie ARKON, die von Marc A. Herren konzipiert wurde. Wie hat sie dir gefallen?

Gute Serie, insbesondere Band 9.

Zitat: »Wenn du wählen müsstest zwischen gefährlicher Freiheit und einem sicheren Leben in Gefangenschaft, wie würdest du dich entscheiden? Leben oder Freiheit?«
Nun, Kai, wie würdest du dich entscheiden?

Schwierig, so etwas ehrlich zu beantworten, wenn man warm und sicher am Schreibtisch sitzt. Da lügt man sich leicht in die Tasche, von »Natürlich wäre ich im Dritten Reich im Widerstand gewesen« bis »Also ich würde in einem Bürgerkrieg kämpfen und nicht in ein anderes Land fliehen« – von Leuten, die sich in die Hose machen, wenn sie jemandem mit einer anderen Hautfarbe begegnen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich traue in dieser Frage niemandem, der nicht selbst in der Situation war. Auch mir selbst nicht.

Im letzten Zyklus gab es Rhodan doppelt, nun Atlan. Wer sollte als nächstes sich selbst von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen? Bull? Tolot? Adams?

Weiß nicht, ob wir so schnell wieder eine Dopplung brauchen. Ein doppelter Bull wäre sicher spaßig, aber das Motiv sollte auch nicht überstrapaziert werden.

Kai, danke für deine Zeit.

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https://www.perrypedia.de/wiki/Das_Atlan-Update

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Vierzehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3088

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer zwei Easter Eggs aus Band 3088 und ob Gucky nicht doch hätte sterben sollen.

Zitat: »Sein Leben war meist ein Spiel gewesen. Warum sollte er nicht um sein Leben spielen?«
Da drängt sich bei dir als Tekeners Mörder die Frage auf: Ist Gucky der bessere Spieler als Tek?

Dieser Vergleich ist meiner Meinung nach nicht passend. Tekener war der taktische Spieler, der Trickster. Gucky ist von seiner Prägung her ein verspieltes Wesen. Das sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Du erwähnst die Mausbiberhölle. Woran glaubt Gucky eigentlich?

Hm. Schwer zu sagen. Ich mach mir immer wieder Gedanken zum Thema Religion/Spiritualismus bei PERRY RHODAN allgemein. Aber bei Gucky bin ich echt überfragt. Noch. Danke für die Anregung.

Zitat: »Du hast keine Ahnung, wie bedeutsam die Zusammenhänge zwischen deinem Volk und der Existenz des Lebens an sich sind.«
Die Frage nach der Existenz weiterer Ilts begleitet die Serie seit Urzeiten. Sollte rein dramaturgisch Gucky je auf weitere Ilts treffen? Was meinst du?

Das ist er ja in Band 3088, oder?
Ganz ehrlich: Ich würd es ihm absolut vergönnen. Aber vom erzählerischen Standpunkt her ist eine tragische Figur wesentlich interessanter als eine, deren Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. 

(Um ein kleines Geheimnis zu verraten: Ich hatte Gucky ursprünglich ein noch stärkeres Interesse an der Post-Yllit namens Daidra angedichtet. Ich hab das nach Rücksprache mit der Redaktion wieder abgeschwächt. Es wäre aus mehreren Gründen nicht passend gewesen.
Da war halt der Wunsch Vater des Gedankens.)

Wäre dann nicht der Mythos erledigt?

Das ist die Gefahr, richtig.

In dem Band entledigt ihr euch ziemlich unspektakulär der Schmerzensteleportation. Was ist der Grund, dass ihr das so profan macht?

Naja, die meisten Lösungen im Leben sind recht profan. Ich denke, das ist in Ordnung so. 

Ohne dem Shitstorm nach Guckys Tod wäre Gucky 16 Wochen tot gewesen, um dann zurückzukehren. Wie schade findest du, dass sich zumindest die Leser der sozialen Medien um diesen »Gag« gebracht haben?

Ich glaube, wir alle schätzen die sozialen Medien und ihre Wirkung immer noch falsch ein. Nicht jeder ist immer gleich gut informiert. Es gibt die nativen Bewohner des Internets, die alles immer wissen. Die haben dieses Gucky-Thema von Anfang an begleitet, haben darüber mitdiskutiert und sind quasi im Dialog mit dem Verlag gestanden. Aber ich seh auf FB, Instagram, dem Forum etc. auch immer wieder Leute, die nur einen Teil dieses »Aufruhrs« mitbekommen haben. Weil sie eben nicht andauernd im Internet herumstromern und diese Sache ganz anders miterlebt haben.

Ich möcht hier nicht weiter über S/M theoretisieren. Ich hab den »Shitstorm« auf jeden Fall sehr interessiert beobachtet und was draus gelernt.   

Aus der Distanz betrachtet: Hätte man »Gucky« töten sollen?

Das stand nie zur Debatte.

Du erwähnst den Sprayer Puber, der sich auf Wiener Gebäuden mit seinem Schriftzug verewigt hat. Wie viel Spaß machen dir solche Anspielungen?

Das sind so die kleinen Freuden des Autorendaseins. In diesem Teil des Romans war ich sehr frei von Vorgaben und hatte viel Platz, mich auszutoben. Und da kann man solche kleine Vignetten schon mal unterbringen. 

Zur Info für all jene, denen der Name »Puber« nix sagt – und das sind wohl alle PERRY-Leser außerhalb Wiens: Puber ist ein Schweizer, der jahrelang und wahnhaft seinen Namen überall an Häuserwände draufgekritzelt hat. Es ging um einige hundert Graffitis. Er wurde erwischt und saß einige Zeit in U-Haft, bevor er in die Schweiz zurückkehrte. Die Geschichte ist noch länger, er hatte später eine weitere Freiheitsstrafe in Wien abzusitzen.

Es gibt übrigens noch mindestens ein zweites »Easter Egg« in PERRY RHODAN 3088, und zwar das cairanische Schiff mit dem Namen HELBALDERIS. Darin verpackt ist der Hinweis auf einen sowjetischen Eishockeyspieler namens Helmuts Balderis, einen der besten Cracks seiner Zeit. Er hat eine höchst interessante Geschichte. 

Der Shenpadri stellt in Aussicht, dass eines Tages die Biokörper ein Weiterleben ermöglichen. Würdest du das nutzen?

Klipp und klar: Nein.

THORA samt Besatzung und Atlan sind geklont. Haben die auch seine Ritteraura geklont?

Hm …

Wenn du den Zyklus rückwirkend betrachtest … welche Lehren hast du für den Minizyklus »WEGA« gezogen?

Da kann man keine Vergleiche ziehen. Wir reden von einem Zwölfteiler mit einer vergleichsweise einfachen Struktur und Handlung – und von einer Endlosserie mit einem Zyklus, der auf 100 Bände ausgelegt ist. Der aber auch Elemente beinhaltet, die aus früheren Zyklen mit reinspielen und die auf die Romane ab Band 3100 ausstrahlen. 

Die Spekus der Fans im Forum, dass der Zyklus in der Vergangenheit im Solaren Imperium spielt, bewahrheiten sich lt. Presseaussendung ja nicht. Die Handlung des Zyklus ist in der Gegenwart angesiedelt. Wann genau?

Sie ist im Zeitraum angesiedelt, der zwischen Band 3099 und Band 3100 liegt.

Kannst du uns schon mehr zur Serie verraten? Auf der HP heißt es, die Expos seien schon fertig …

Fake News! Es sind schon Expos fertig, aber längst noch nicht alle. 

Leo Lukas hat dich für sein Buch »Mörder Quoten« konsultiert. Wie fandest du es?

Wir haben bloß zu Beginn ein bißl über Inhalte gesprochen, mein Beitrag zum Buch ist verschwindend gering. 

Ich hab das Buch mittlerweile gelesen und find es sehr leolukasisch. Tolle Figuren, viele spannende Nebenstränge und -geschichten. Und Leo beschreibt ein Wien, wie ich es kenne. Klarerweise spreche ich eine absolute Kauf- und Leseempfehlung aus. 

Dem stimme ich zu. Auch ich fand das Buch höchst unterhaltsam und lehrreich. Werde mit ihm dazu auch noch ein Interview machen …

Michi, danke für deine Zeit.

 Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360881/perry-rhodan-3088-gucky-kehrt-zuruck-von-michael-marcus-thurner-e-book-epub

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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Gucky_kehrt_zur%C3%BCck

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12467

 

Dreizehn Fragen an Oliver Fröhlich zu seinem Band 3087

Oliver Fröhlich verrät im Interview mit Roman Schleifer, welcher Teil des Romans aus dem Expo stand und welcher von ihm und wie Kalendersprüche in den Band eingeflossen sind.

Der Untertitel deines Bandes lautet »Die Geschichte des Bergs – der zu den Sternen reisen wollte«. Das ist wohl der philosophischste Untertitel eines PR-Romans. Oder fällt dir ein ähnlicher ein?

Ich kann mich spontan an keinen erinnern. Ich will mich allerdings nicht mit fremden Federn schmücken. »Der Berg, der zu den Sternen reisen wollte« war tatsächlich der im Exposé vorgeschlagene Romantitel. Für einen groß und dick gedruckten Romantitel wäre das dann aber doch zu lang gewesen. Mir hat er aber so gut gefallen, dass ich ihn zumindest in den Untertitel retten wollte.

Dieser Berg … wieso erfahren wir nie, wer das wirklich ist?

Das hat verschiedene Gründe. Der schlichteste: Es stand nicht im Expo, ich weiß es also selbst nicht. Das finde ich aber gar nicht schlimm, wenn in der Chronik einer Superintelligenz große Lücken klaffen. Das bewahrt das Geheimnisvolle an einem solchen Wesen, das Un(be)greifbare. Hätte es wirklich einen Mehrwert, wenn wir wüssten, dass es sich um einen parabegabten Raumfahrer aus dem Volk der Mugatoren namens Gönk Trözzkütter handelt? Ich könnte jetzt natürlich behaupten, dass ich den Verlag gebeten habe, die komplette Geschichte erzählen und auch die ganzen anderen Lücken füllen zu dürfen, dass der Verlag aber abgelehnt hat, weil ihm das Honorar für 74.324.902 Manuskriptseiten mehr zu viel gewesen wäre, ganz abgesehen von der Logistik, so ein Heft zu drucken, auszuliefern und in die Romanständer am Kiosk zu stellen. Außerdem wäre der Leser womöglich nicht bereit gewesen, den dadurch nötigen, um etliche 100.000 Euro geringfügig höheren Kaufpreis zu bezahlen. Ja, das könnte ich behaupten, fürchte aber, dass du es mir nicht glauben würdest.

Ich hatte das Gefühl, dass dir der Roman leichtgefallen ist. Stimmt das?

Das stimmt, zumindest ab einem gewissen Punkt während des Schreibens, nämlich dem, in dem ich das Expo für mich geknackt hatte.

Und was war der Grund, dass er dir leichtgefallen ist?

Der Grund ist, dass ich das Expo für mich geknackt hatte.
Als ich es zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: »Wow! Was für ein klasse Expo.« Ich stieß trotzdem ziemlich schnell auf ein Problem, das zumindest ich als solches angesehen habe: Davon abgesehen, dass Aipu die Geschichte von HATH’HATHANG erzählt, gab es kein gemeinsames Thema der einzelnen Superintelligenz-Episoden und der Gegenwartshandlung. Bis mir die Idee kam, die Gegenwartshandlung aus der Sicht des TARA-Psi zu schreiben, und ich mich fragte, wie es einem menschlichen Bewusstsein in einem Roboterkörper wohl gehen könnte. Er muss sich als ziemlicher Außenseiter fühlen, dachte ich mir. Und als ich plötzlich erkannte, dass es den einzelnen Figuren, durch deren Augen wir HATH’HATHANG begleiten, genauso ergangen sein dürfte, war das übergreifende Thema plötzlich da. Ab diesem Augenblick ging das Schreiben wie von selbst. Nun ja, von den üblichen Selbstzweifeln des Autors mal abgesehen …

Du hast ein paar Zitate aus unserer Realität eingebaut. Bist du ein wandelndes Zitatelexikon oder musst du dafür im Netz suchen?

Das möchte ich mit einem anderen Zitat eines unbekannten Urhebers beantworten: Google ist dein Freund.

Zitat: »Schweigen konnte so viel mehr bedeuten als das bloße Fehlen von Worten.«
Kann das auch als Kritik an den sozialen Medien verstanden werden?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Gemeint habe ich es auf jeden Fall nicht so.
»Ich mag ihn/sie, weil ich mich so gut mit ihm/ihr unterhalten kann.« Diese »Definition« von Freundschaft habe ich in meinem Leben immer mal wieder gehört. Und sich gut unterhalten zu können, ist sicherlich auch wichtig. Ich glaube aber, dass eine Freundschaft erst dann so richtig tief ist, wenn man gut zusammen schweigen kann. Wenn man also zusammensitzt, ohne etwas zu sagen, und trotzdem ist die Stille nicht unangenehm und keiner hat das Bedürfnis, die Stille mit Worten zu füllen.

Zitat: »Wer immer in die Vergangenheit schaut, bekommt irgendwann einen steifen Hals und kann den Blick nicht mehr in die Zukunft richten.«
Wie geht’s dir? Bist du rückwärtsgewandt oder zukunftsorientiert?

Dieses Zitat zeigt, wie gut es wirklich um meinen Zitatenschatz bestellt ist. Denn tatsächlich wollte ich an dieser Stelle eigentlich ein Zitat bringen, das ich vorher auf einem Kalenderblatt gelesen hatte. Ich kannte es bis dahin nicht, fand es inhaltlich aber sehr schön.
Es heißt: »Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.«
Bevor ich es verwendete, wollte ich sehen, von wem dieser kluge Spruch stammt. Also habe ich die Weisheit des Internets befragt (Du erinnerst dich? Google ist dein Freund.) und dabei zwei Dinge herausgefunden. Erstens stammt das Zitat von Henry Ford. Zweitens ist es (obwohl ICH es nicht kannte) offenbar bereits so ausgelutscht, dass man es beispielsweise in einem Bewerbungsschreiben besser nicht verwenden sollte. Also hab ich schweren Herzens darauf verzichtet, es zu benutzen, und mir etwas eigenes ausgedacht.
Wie es mir geht? Keine Ahnung. Ich hab immer mal Verspannungen und einen steifen Hals. Ob das mit Rückwärtsgewandtheit zu tun hat? 

Und … wenn du dir die Unsterblichen ansiehst … wie ist deren Einstellung?

Die Klügsten unter den Unsterblichen greifen auf ihre reichen Erfahrungen der Vergangenheit zurück, um in der Gegenwart das zu tun, wovon sie sich für die Zukunft die positivsten Folgen versprechen.

Zitat: »An Bord befand sich angeblich ein ES, das auf seiner Wanderschaft eine Rast einlegte.« Jetzt hast du da leider keine Zeitangabe … das kann ja nur innerhalb der Zeitschleife von ES gewesen sein, oder?

Ist es nicht das Schöne an solchen kurzen Erwähnungen, dass sie die Phantasie anregen und einem kühne Theorien ermöglichen? Ich finde schon. Und deshalb will ich dir das nicht kaputt machen, indem ich diesen Augenblick genau datiere.

Wenn du deinen Sallu Brown-Roman und diesen hier vergleichst … wo siehst du da die Unterschiede im Schreiben für dich?

Der Hauptunterschied ist, dass der Expo-Auftrag beim ersten Roman lautete: »Erzähl die Geschichte von Sallu Brown.« In diesem Roman lautete er: »Erzähl die Geschichte von HATH’HATHANG.« Verstehst du, wie ich das meine? Im ersten Roman waren die Lebensabschnitte von Sallu im Expo vorgegeben. Er war zwangsläufig die Hauptfigur. Ich musste die Geschichte nur noch mit Sallus Wesen ausfüllen. 
In diesem Roman war der TARA-Psi zwar als eine der Figuren aufgeführt (einfach deshalb, weil er in dieser Szenerie in den Vorbänden dabei war), ihm war aber keine besondere Rolle zugedacht. Deshalb bin ich auch dankbar für den Zufall, dass er im Expo überhaupt vorkam, weil mir das ermöglicht hat, mich noch einmal mit einer Figur auseinanderzusetzen, die ich im ersten Roman sehr gemocht habe.

Die Cairaner sind in Bezug auf Diebstahl von anderer Technik ja die besseren Terraner. Sollten ihnen auf dem Gebiet die Terraner Respekt zollen?

Ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob es tatsächlich Diebstahl ist, was die Cairaner da tun. Denn sie bekamen die Technik ja ausgehändigt, haben damit aber nicht getan, was sie tun sollten. Ist das dann Diebstahl? Oder eher Unterschlagung? Oder schlicht ein Vertragsbruch? Oder eventuell nicht mal das?
Wenn man es als Diebstahl betrachten will, glaube ich nicht, dass die Terraner ihnen Respekt zollen sollten. Denn Diebstahl ist verboten. Das tut man nicht. Und man respektiert nicht diejenigen, die es besser tun als man selbst. 
Außerdem: Den Cairanern sind die Techniken ja in den Schoß gefallen. Sie mussten nichts allzu Gewieftes, Respektwürdiges tun, um die Technik zu bekommen. Sie mussten sie schlicht behalten, anstatt sie zu vernichten.

Was wünscht du dir vom folgenden »Chaotarchen«-Zyklus?

Dass meine Pläne für die nächsten zwei Jahre nicht wieder durch die unterschiedlichsten Umstände torpediert werden, und dass ich es deshalb hinbekomme, wieder etwas häufiger darin vertreten zu sein.

Welches Thema sollte auf jeden Fall vorkommen?

Irgendwas mit fremden Planeten. Und vielleicht Raumschiffe. Ja, Raumschiffe wären schön.
Im Ernst? Ich habe da volles Vertrauen in die Expo-Redaktion und lass mich von ihnen auf die weitere Reise führen, wie jeder Leser es tut. Nur dass ich die nächsten Etappen dieser Reise ein paar Wochen eher kenne als die Leser. Ansonsten lasse ich mich gerne überraschen.

Olli, danke für deine Zeit.

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Zehn Fragen an Arndt Ellmer zu seinem Band 3086

Arndt Ellmer verrät im Interview mit Roman Schleifer, welchen Unsterblichen er durch die Hintertür in die RHODAN-Serie eingeführt hat und welche Stärken das aktuelle Expo-Team hat.
Außerdem sucht er zwei Fanzines vom SFCU.

 

Arndt, du bist in die RHODAN-Erstauflage im Jahre 1983 eingestiegen, ich nutze daher das Interview gleich für einen kleinen Rückblick.
Auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 10 das Optimum ist, wie leicht fällt es dir, in die Geschichte in den Expos einzutauchen?

8 – 10. Tauchen war immer eine meiner Lieblingsdisziplinen. Bei den Exposés fällt es mir nach über 200 Romanen leicht. Und Routine hilft viel.

Was war das witzigste Expo?

Schwer zu sagen bei so vielen Romanen. Das Expo zu Band 1182 hat mich zu einem heiteren Roman über die Blues animiert.

Was das traurigste?

Weiß ich nicht.

Und was war das am schwierigsten umzusetzende?

Arcoana 1614/1615. Da habe ich ideenmäßig aufgedreht. Die Kollegen mit den Nachfolge-Doppelbänden (Robert und Ernst) haben ganz schön geschwitzt.
Und: „Kleiner Stern von Chattria“. Das war ein Frauen- oder Familienroman.

Du hast über viele Figuren geschrieben – welche davon ist die besonders gut in Erinnerung?

Myles Kantor, den ich durch die kalte Küche in die Handlung geschleust habe. Er war nicht geplant. Und was ist aus ihm geworden!
Myles als Kind hatte ein wenig Ähnlichkeit mit Aipu heute.

Mit welchem der Unsterblichen (kann auch schon bereits verstorben sein) würdest du gern frühstücken gehen?

Mit Ernst Ellert. Und mit Tek.

Du blickst auf viele Expo-Autoren zurück. Was ist die Stärke von Monti/Hartmut?

Wer hat mich das kürzlich schon mal gefragt?
Im Unterschied zu früheren „Gespannen“ schreiben die beiden eine kohärentere und harmonischere Handlung. Die Exposés kommen bei mir im Kopf leichter an. Und wenn man den Kopf frei hat, schreibt man freier/besser.

Dupa Emuladsu will nicht am Trajekt der Cairaner mitmachen, sondern sich zurückziehen. Als Ziel gibt sie das Sternenlabor Simdua oder die Zeitsenke von QUEN an. War das Namedroping für eine zukünftige Handlung?

Es war Namedropping. Simdua wurde schon mal erwähnt. Ob QUEN eine Rolle spielen wird, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Es ist anzunehmen.

Für den Roman musstest du die Vorbände genau lesen. Nimmst du da das Expo oder die Manuskripte?

Ich nehme immer beides. Ich lese die Exposés und dann die Romane. Ich drucke sie aus und stecke sie in Klemmbinder. Dann geht es gemütlich und entspannt.

Wann dürfen wir den nächsten Roman aus deiner Tastatur lesen?

Bei RHODAN weiß ich es noch nicht. Der Plan für den neuen Zyklus ist noch nicht raus. Derzeit macht meine Tastatur die Korrekturen gescannter Texte. Da gibt es viele alte Sachen, die nur noch schwer eingelesen werden können. Ich bereite das Buch „Arndt Ellmer – Frühwerke“ vor. Alles Texte aus dem „Pleistozän“ der SF, also meist unveröffentlichte Sachen.
Derzeit suche ich noch die Fanzines Stardust 4 und 8 vom SFCU aus den Jahren 1983/84. Lesbare Fotokopien der beiden Storys von mir würden mir reichen. Wenn mir da ein Leser/in weiterhelfen kann, bitte melden.
Meine E-Mail-Adresse ist bekannt?: ellmermail@aol.com

Arndt, danke für deine Zeit.

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Sieben Fragen an Michelle Stern zu ihrem Band 3085

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob Terra und Luna wieder rückgetauscht wurden und woher Rhodan weiß, was zu tun ist.

Du hast ja mehrere Ebenen in deinem Roman. Von welcher hättest du mehr schreiben wollen und was ist der Grund?

Ich hätte gern mehr über Bully schreiben wollen, wenn er denn mehr Handlung im Roman gehabt hätte. Einfach weil ich finde, dass er in diesem Zyklus ein wenig kurz kommt. Aber man muss eben immer eine Auswahl treffen. Auch das Geschehen um Tschirmayn, die Katastrophe, hätte ich ganz anders schildern können – in einem Doppelband. Auf dem engen Raum habe ich entschieden, quasi nur die Feldherrenperspektive einzunehmen und nicht in die Tiefe des Unglücks zu gehen. Einerseits mag das schade sein, andererseits empfand ich es einmal als unaufgeregt angenehm, eben nicht die Katastrophe »auszuschlachten«.
Trotzdem hoffe ich, dass wenigstens ansatzweise rüberkam, wie furchtbar Tschirmayns Schicksal ist.

Zitat agh Fermi: »Warum verstanden so wenige, wie wichtig es war, das zu erkennen, was eben da war, und das zu tun, was getan werden musste, ohne sich dagegen zu sträuben?«
Ja, warum? Was denkst du?

Wegen der ganzen Filter, die wir haben. Weil wir Menschen sind. Von dem, was wir wahrnehmen können, nehmen wir was bewusst wahr? Ein Prozent?
Ich habe die genauen Zahlen gerade nicht im Kopf. Es ist üblich, Erwartungen zu haben, Glaubenssätze, Gewohnheiten. Wirklich wahrnehmen zu wollen, was da ist, so viel wie eben geht, ist für die meisten Menschen harte Arbeit. Das ist genau das, was alle tun, die sich mit dem Thema Achtsamkeit auseinandersetzen. Und oft haben wir nun mal ein Bild von uns und der Welt und wollen, dass der Rest dazu passt. Auch wenn es überhaupt nicht passt.
Ich übe diese Achtsamkeit nun einige Jahre und bin immer wieder über mich selbst erstaunt. Es ist nicht immer angenehm, was man da findet. Wie viele Denkfehler man macht, wie viele Vorurteile man hat. Humor hilft auf jeden Fall dabei.
Ein Arkonide mit arkonidischem Stolz – nun ja. Der hat ganz sicher eine Menge Filter, um auf agh Fermi zurückzukommen. Und er ist schon gemäßigter als so manch anderer unserer Charaktere.
Um dir eine kurze Antwort zu geben, nach dem ganzen Ausholen: Weil wir nicht wollen und glauben, nicht zu können. Oder nicht mal wissen, dass es da etwas zu glauben und zu wollen gibt.

(Anm.: Wie sagen die Systemiker so schön?
Die Realität ist nur ein Konstrukt …)

Und was würde Perry Rhodan antworten?

Ich denke, Rhodan macht das, was er macht, sehr intuitiv. Er hat die Gabe des Sofortumschaltens. Er ist einfach offener und war es schon immer, ohne ein spezielles Achtsamkeitstraining. Vielleicht würde er sagen, weil sie Angst haben, auch wenn sie gar nicht wissen, warum und wovor. Rhodan handelt frei von dieser Angst. Er hat andere, viel weitere Grenzen als ein »Normalmensch«.

Zitat: »Doch bestand nicht das halbe Leben aus Fehlern? Wenn man ihnen auswich, wich man dem Leben selbst aus.«
Atlan kann da wohl am meisten mitreden – wie sieht er das? Besteht das halbe Leben aus Fehlern?

Puh, zu Atlan.
Sicher weiß Atlan, dass man Fehler macht, und wenn er sich wegen jedem einzelnen zermürben würde, wäre er nicht handlungsfähig. Atlan ist ja ein Macher, jemand der tut – da geht zwangsläufig auch mal etwas schief. Für Atlan sollte wohl das halbe Leben aus Weib, Wein und Gesang bestehen. Gleichzeitig hat er auch eine sehr verantwortungsvolle Seite. Er will gestalten, formen, erschaffen. So würde ich ihn sehen.

Zitat Bull: »… etwas an ihm war anders. Bull wusste nicht, wie er den Finger darauf legen sollte.«
Gemeint ist hier Atlan. Im GalFor wird spekuliert dass Atlan auch ein Klon sein könnte … Äh …???

In diesem Roman kann Atlan nicht mehr meditieren. Er macht vieles, als wäre er ein Anfänger, und er bemerkt das selbst. Was schließen wir daraus? Liegt es an Guckys vermeintlichem Tod?

Es wird angenommen, dass Terra und Luna erneut ausgetauscht wurden – nehmt ihr da der Dyoverumebene nicht die Spannung?

Wurden Terra und Luna erneut ausgetauscht? Und wenn ja gegen was? Perry ist quasi gerade erst losgezogen. Zur Zeit der Handlung meines Romans ist er wohl noch nicht einmal in Ancaisin angekommen, das müsste ich prüfen. Jedenfalls braucht er eine kleine Ewigkeit für diese Reise, und die Handlung um Perry liegt eine gute Wegstrecke in der Zukunft. Ist es also wirklich die Erde, die Perry zurückgeholt hat, oder ist da etwas ganz und gar anderes passiert, mit dem die Cairaner nicht gerechnet haben? Drang etwas aus dem Multiversum ein?

In deinem Panel während der PERRY RHODAN ONLINE WOCHE im Juli hast du gesagt, du arbeitest an einem eigenen Projekt. Erzähl uns davon.

Ich arbeite wieder an einem Erotikroman, aber einem eher ungewöhnlichen. Da geht es auch um Denkfehler und Achtsamkeit. Um Menschsein und diesen ganzen Kram.  😉
Sexualität ist etwas Wundervolles, und sie wird meiner Meinung nach viel zu oft ausgeklammert.

Ob und wann dieser Roman einmal fertig wird – wir werden sehen. Im Moment ist erst mal wieder PERRY dran.

Michelle, danke für deine Zeit.

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Vierzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3084

Uwe Anton erzählt im Interview mit Roman Schleifer über seinen Einblick ins Denken von Superintelligenzen und deckt einen bislang im Zyklus übersehenen Zusammenhang auf.

Zitat: »Die Zeit radierte viele Spuren aus, und man durfte sich glücklich schätzen, wenn man Spuren oder gar Zeitzeugen fand, die Aufschluss über längst vergangene Tage gaben.« Welche bleibenden Spuren abseits RHODAN hast du bislang hinterlassen?

Ach Gott, da sollen sich zukünftige Generationen auf die Suche nach Spuren oder Zeitzeugen machen. Das ist ein Zitat aus einem Roman, kein Lebenscredo.

Was mir bei deinem Band erst so richtig aufgefallen ist: Wieso hat weder die VECU noch die Kosmokratin Mu kontrolliert, ob die Cairaner ihren Job ordnungsgemäß ausführen und alle Artefakte entsorgen?

Vielleicht hatten sie Besseres zu tun? Oder einfach keinen Bock darauf? Wer kann die Gedanken von Superintelligenzen oder Kosmokraten nachvollziehen? Und – Verzeihung, aber dieser Gedanke drängt sich bei dieser Zusammenballung auf – schon gar die von weiblichen? Die VECU, die HATH’HATHANG, die Mu … das muss doch eine Bedeutung haben.

HATH’HATHANG hat der Kosmokratin mitgeteilt, dass sie quasi keinen Bock mehr hat weiterzumachen. Gibt es im Zwiebelschalenmodell so eine strenge Berichtslinie?

Offensichtlich. Genaue Einzelheiten sind mir allerdings nicht bekannt.

Das Sternenrad kehrt vor den Urknall zurück und platziert sich im Protoplasma des Zielraums, spielt sozusagen also die Ausdehnung des Alls rückwärts ab, um sich positionieren zu können. Das finde ich eine geile Idee. Selbiges gilt für den Weißen Schirm, der die eintreffenden Energien ebenfalls zurück bis fast zum Urknall schickt. Welche technische Idee hat dich bislang am meisten fasziniert?

Dass das Sternenrad vor den Urknall zurückkehrt und sich im Protoplasma des Zielraums platziert, sozusagen also die Ausdehnung des Alls rückwärts abspielt, um sich positionieren zu können. Und das der Weiße Schirm eintreffenden Energien ebenfalls zurück bis fast zum Urknall schickt.

Laut Verena kamen die Ideen für das Sternenrad vom Expoteam. Neidisch auf solche Ideen?

Da müsste ich den ganzen Tag grün vor Neid durch die Gegend laufen, wie ein kleiner Hulk aus einem Paralleluniversum. Das Expoteam hat ständig grandiose Ideen. Deshalb ist es das Expoteam.

Endlich wissen wir, was es mit dem nächsten Volk auf sich hat. In Anbetracht dessen, was die Cairaner für Arschlöcher sind, habt ihr sie ziemlich harmlos geschildert. Wie stehst du zu ihnen als Antagonisten?

Ich halte die Cairaner keineswegs für … ähem, Zitat, »Arschlöcher«. (Du weißt, dass das Schimpfwort »Arschloch« im Strafrecht den Tatbestand der Beleidigung nach § 185 StGB erfüllt?) Dieser Blick ist mir viel zu eindimensional. Es sind eher Getriebene, die bislang keinen Grund hatten, ihr Tun zu überdenken, weil ihnen niemand so richtig auf die acht Fingerchen geklopft hat.

Im Heft wird diskutiert, ob man tausend Leben nehmen darf, um eine Million zu retten. Wie siehst du das?

So, wie ich es schildere. Diskussionswürdig. Ich bin froh, dass ich niemals solch eine Frage beantworten werden muss.

Das Sternenrad erzwingt den Frieden. Tenshuun fragt sich zurecht, wie es in den »befriedeten« Galaxien weitergeht, sobald das Sternenrad abgezogen ist. Wie denkst du darüber?

Dass Tenshuun ein kluges Kerlchen ist, das sich die richtigen Fragen stellt.

800 Jahre ist das Sternenrad unterwegs, bevor es laut SI stillgelegt werden soll. 800 Jahre sind weniger als ein Wimpernschlag für eine SI. Wozu hat sie das Sternenrad überhaupt erbaut? Sie muss doch schon vorher gewusst haben, dass sie als SI bald aufhört und damit auch die Artefakte entsorgt werden.

Ich muss mich wiederholen: Wer kann schon die Gedanken von Superintelligenzen nachvollziehen?

Was ich auch nicht verstehe … die SI muss doch von der Hyperimpedanz gewusst haben. Die ist alt genug, um das schon ein paar Mal erlebt zu haben. Warum sichert sie das Sternenrad nicht dagegen ab?

Und noch einmal: Wer kann schon das Vorgehen von Superintelligenzen nachvollziehen?
Aber selbst, wenn sie schon ein paar Hyperimpedanzen mitgemacht hat, kann sie wohl schlecht vorhersagen, wann die nächste kommt. Außerdem: Laut Cairol III kennen die Hohen Mächte Methoden, die Hyperimpedanz zu manipulieren. Wer weiß, was damals in dieser fernen Region des Universums gelaufen ist?

Zitat: »Niemand kann die Zukunft korrekt vorhersagen. Die meisten können nicht mal die Vergangenheit richtig wiedergeben.« Das klingt nach Gesellschaftskritik … Was sollte man in Deutschland/Europa verbessern?

Wenn überhaupt ist das keine Aufforderung, lokale Verbesserungen vorzunehmen, sondern die Beschreibung eines bedauerlichen Ist-Zustandes.

Du hast das böse Wort »Maßnahmen« durchs Lektorat bekommen, ein Wort, auf das KNF allergisch reagiert. Wie hast du das geschafft?

Ich habe ihm das Manuskript ausnahmsweise mit der Post geschickt und ein Antiallergikum dazu gepackt. Nein, gegen eine vernünftige Verwendung dieses Begriffes hat Klaus nichts einzuwenden. »Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.« ist nun mal ein geläufiger Spruch, und Tenshuun teilt ja schnaubend mit, was er davon hält: »Ein geradezu abscheuliches Wort!« Das ist natürlich ein Insider-Gag, den Klaus nicht gestrichen hat. Es ist ja nicht so, dass er keinen Humor hätte.

In dem Band steht, dass die Cairaner oft verraten worden sind … oder sich oft verraten gefühlt haben. Wann wird geklärt, woher ihre Paranoia stammt? Bislang habe ich nämlich nichts gelesen, das ihre Paranoia rechtfertigt.

Muss wirklich geklärt werden, woher ihre Paranoia stammt? Besagt dieser Begriff das nicht aus sich heraus? Eine paranoide Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch besondere Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Nachtragen von Kränkungen und ein übertriebenes Misstrauen. Es besteht die Neigung, Erlebtes ständig in Richtung auf feindselige Tendenzen gegenüber der eigenen Person zu deuten.
Das musst du doch wissen, Roman!
Paranoia ist eine gesunde Sicht, die Welt zu sehen.

Was war eigentlich der Grund, dass du in den Kapitelüberschriften die Handlung der Kapitel vorweg zusammengefasst hast?

Weil ich diesen literarischen Kniff poetisch, angebracht und in diesem Zusammenhang sehr passend finde. Schon der Mausbiber Gucky hat ihn in seinem »Epos über die Eroberung des Universums« angewandt, das mir in Auszügen vorliegt. »Sage dem Leser, was du ihm sagen willst, dann sage es, und dann sage ihm, was du ihm gesagt hast«, schreibt er dort im Vorwort. Nicht von ungefähr reflektiert Bouner Haad viel über das, was Tenshuun gesagt hat. Ich bewege mich also in bester literarischer Tradition.

Uwe, danke für dein Zeit.

 

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Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3083

Michael Marcus Thurner verrät im Interview, wer bei Fehlern im Heft Schuld trägt, und wie es mit seinem Projekt »Alte Eisen auf Reisen« weitergeht.

Michi, nach zwei Romanen mit Icho Tolot als Hauptheld hast du erneut einen Haluter als Protagonisten. Wie leicht fällt es dir, in die Psyche von Halutern einzutauchen?

Bouner Haad war für mich deutlich schwieriger zu »fassen« als Tolot. Den kenn ich einfach besser.

Zitat: »Täuschen und tarnen, lügen und betrügen – das war ihr Metier.«
Die cairanische Jägerin denkt so über die Terraner. Was würde ihr Perry Rhodan entgegnen?

Vermutlich so etwas wie: »Dasselbe könnte ich von Dir behaupten.«

Haluter, die im Sternenrad leben. Hm. Wie haben die Cairaner es geschafft, dass die Haluter sich fügen? Dass sie nicht ausbrechen und alles kurz und klein schlagen?

Haluter sind ja im Grunde genommen äußerst friedfertige Lebewesen. Es muss einen Grund geben, warum sie sich im Inneren des Sternenrads wohlfühlen.
Wir haben es bei den Cairanern ja nicht unbedingt mit Wesen zu tun, die wir als „schlecht“ bezeichnen würden. Sie leiden – aus terranischer Sicht – an Neurosen und Psychosen. Aber wahrscheinlich würde Perry mit einem beliebigen Konsul auf ein Bier gehen können und sich gut mit ihm unterhalten.

Äh … auf dem Boot … wenn die Cairaner das Gesamtgewicht der Schiffsinsassen kontrollieren, wären doch alle Versteckten aufgeflogen …

Willst Du mir etwa einen Logikfehler andichten?
Dieser Vorwurf zielt ins Leere. Selbstverständlich wären an einem Fehler im Text Redakteur, First Reader, Lektor, der für die Schlussabnahme zuständige Redakteur, der Korrektor, der Drucker und noch einige andere Stellen in der langen Kette bis hin zur Veröffentlichung eines PERRY-Romans schuld.
Aber sicher nicht ich.

Was meinst du? Sollten die Cairaner bei all ihren Verfehlungen ihr Ziel erreichen, ins Dyoversum überzuwechseln? Oder sollte man ihnen das Handwerk legen?

Trotz allem, was ich weiter oben über die Cairaner bereits gesagt habe, mag ich sie persönlich nicht. Sie haben mir eindeutig zu viel gelogen und betrogen. Ich wollte sie dafür nicht auch noch belohnen.

Wer hatte die Idee mit den Sexkontaktseiten?

Ich kann mich, ehrlich gesagt, nicht mehr daran erinnern, worum es geht. Aber im Zweifelsfall bin ich dran schuld.

Was bitte ist ein halutischer Explosionskäse?

Ich kann das Rezept leider nicht verraten. Ein paar Leute würden es vermutlich ausprobieren wollen, und ich kann nicht verantworten, dass überall auf der Welt Nuklearexplosionen passieren.

Du arbeitest gerade an dem Konzept samt Expos für den 2021 erscheinenden Minizyklus WEGA. WEGA war früher in Wien mal der Name einer polizeilichen Spezialeinheit: Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung. Wirst du dich von ihr inspirieren lassen?

Definitiv nicht.
Die WEGA hatte in Österreich übrigens einen – für eine Polizeieinheit – exzellenten Ruf.

Okay, und jetzt ernsthaft – gibt uns erste Hinweise.

Nein.
Ich bitte um Verständnis dafür. Es gibt zwar schon ein Grobkonzept mit einer Art Erzählstruktur, aber Klaus Frick und ich feilen noch an den Inhalten.
In fünf Wochen kommt eh der nächste PERRY von mir raus, im Rahmen des Interviews dazu kann ich Dir sicherlich schon mehr verraten.

Dein Projekt »Alte Eisen auf Reisen« hat dich unter anderem ans Nordkapp geführt. Du besuchst mit deinem Motorrad nicht nur die PR-Autoren, sondern auf Wunsch auch Fans, die dich unterstützen. Gib uns Details zu dem Projekt.

Die Nordkapp-Fahrt war meine »Trainingsreise« – und sie hat ihren Zweck voll erfüllt. Ich hab viel über mich selbst und das Herumvagabundieren herausgefunden. Vor allem hab ich begriffen, dass mir dieses Leben wirklich taugt und dass ich mit den Herausforderungen recht gut zurechtkomme.
Was die Details zur Reise nächstes Jahr betrifft: Puha, das ist nicht leicht. Corona gackt uns zur Zeit ganz schön ins Leben rein. Alles, was ich jetzt zu meinen Planungen sage, kann in einem halben Jahr schon wieder ganz anders aussehen.
Mein Plan ist, dass ich mir für die Monate April und Mai Zeit nehme und so viele PERRY-Stammtische wie möglich in D, Ö und CH besuche. Für mich ist das auch eine persönliche Herausforderung, weil ich nicht unbedingt der sozialste Mensch bin. Aber ich freu mich drauf, so viele Fans wie möglich zu sehen und mir anzuhören, was sie zur Serie denn so zu sagen haben. Ich möchte wie eine Art mobiler Seismograph unterwegs sein und Stimmungsbilder aufnehmen, auch mit dem Hintergrund des 60-Jahre-Jubiläums von PERRY RHODAN. Vielleicht ergibt sich danach ein besseres Bild für mich, wie die Fans ticken, wie die Serie ankommt, wo es Verbesserungsmöglichkeiten bei PERRY RHODAN gibt, was wir Autoren richtig oder falsch machen. Wohlgemerkt: Ich bin nicht im Auftrag der Redaktion unterwegs, es handelt sich um mein eigenes Ding.
Ich würde gerne auch Leser „erwischen“, die nicht unbedingt zu Stammtischen gehen. Wenn also Fans ohne besondere Fandom-Anbindung im April oder im Mai mit mir plaudern wollen, können sie sich gerne melden: scrapid@gmx.at.
Ich kann jetzt noch nicht versprechen, dass ich auf individuelle Wünsche eingehen kann. Aber ich gebe mein Bestes.

Michi, danke für deine Zeit.

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Hier zur Handlungszusammenfassung auf der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Die_drei_Haluter

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12398

Sieben Fragen an Kai Hirdt zu seinem Band 3082

Kai Hirdt verrät im Interview mit Roman Schleifer die Hintergründe des Salatmannes und wie er als Kommandant mit 30.000 Toten umgehen würde.

Kai, du hast in 3082 mehrere Handlungsebenen und Figuren. Welche davon würdest du im echten Leben gern mal treffen und weswegen?

Ich persönlich finde ja Mava da Valgathan, die Kommandantin der TARTS, ziemlich cool. Abgebrühte Frau mit trockenem Humor – das wäre sicher ein spaßiger Abend mit allerhand faszinierendem Flottentratsch. Atlan zu treffen, wäre natürlich auch spannend, aber auch riskant. Man weiß ja nicht, in welche hochgefährliche Verwicklung man hineingezogen wird.

Nach der Materialisation des Sternenrades sind auch die Ladhonen vom Ausfall der Technik betroffen. Wieso sind die betroffen? Die hätten ja wissen müssen, wann das Sternenrad kommt.

Das würde voraussetzen, dass die Cairaner es ihnen angekündigt hätten. Davon weiß ich nichts. Aber selbst wenn es stimmte: Die Mannschaft der Titanic hat den Eisberg auch gesehen, untergegangen sind sie trotzdem. Und einfach das Feld räumen konnten die Ladhonen ja auch nicht. Also werden sie wohl gesagt haben: Wir wissen, dass wir ausfallen werden, aber alle andere auch. Wir bereiten uns gut drauf vor und schauen, dass wir etwas schneller wieder auf den Beinen sind.

Ist der Salatmann, sprich Korporal Klowka, deine Eigenerfindung? Gab es eine Vorlage in der Realität? Wie würdest du als Kommandant mit so jemandem umgehen?

Der kommt tatsächlich von mir. Ich wollte schildern, welche Probleme es gibt, wenn ein Raumschiff eine Woche lang beinahe stromlos im All treibt, und Lebensmittellagerung fiel mir an. Ich habe also schön etwas über verderbliche Lebensmittel und drohenden Hunger geschrieben, bis mir einfiel: Kühlung ist im Weltall nun wirklich das geringste aller Probleme.
Insofern gab es tatsächlich eine reale Vorlage, nämlich mich. Ich bin dann allerdings auch die Vorlage für die Kommandantin, die sich über diese Idiotie die Haare rauft.

Zitat: »Bouner Haad seufzte wie jemand, der einem unverständigen Kind einen komplexen Sachverhalt erklären musste.«
Wie oft hast du bei deiner Tochter schon derart geseufzt?

Die Lütte ist ja erst 1. Auf die »Wieso? Wieso? Wieso?«-Phase bereite ich mich zwar schon moralisch vor, aber das kommt erst später.
In der Realität ist der Seufzer mehr für trotz Pandemie blankrüsselnde Erwachsene reserviert.

Der Schutzschirm des Sternenrades scheint Angriffsenergien in die Vergangenheit abzutransportieren. Eine sehr geile Idee. Welche technische Idee aus der RHODAN-Historie findest du am interessantesten?

Klickende Relais und Lochkarten für die Raumschiffsteuerung …
Und ehrlich: Sonnenzapfung finde ich ein sehr spannendes Konzept. Und wenn wir etwas höher und kosmischer greifen: Ich fand die Brücke in die Unendlichkeit und die Zeitbrunnen ohne Ende cool und finde es sehr schade, dass diese Transportmittel weg vom Fenster sind.

Wie würdest du mit den 30.000 Toten als Kommandant umgehen?

Ich fürchte, da muss man sich in der Flotte fast dran gewöhnen, das dürfte der Normalfall sein. Wer das nicht kann, hat in Kommandopositionen nichts verloren. Schlachtschiffe haben im Perryversum ja gern eine Besatzungsstärke von mehreren Tausend, d. h. selbst wenige verlorene Schiffe führen schnell zu solchen Gefallenenzahlen – was in den frühen Jahren der Serie gerne ausgeblendet wurde.
Insofern ist das auch nicht mit einer Situation auf der Erde vergleichbar. Selbst die US-Streitkräfte haben nur 1,3 Millionen aktive Mitglieder. Wenn ein einzelnes Scharmützel mehr als zwei Prozent davon das Leben kostet, ist das eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, und *der* Kommandeur möchte ich wirklich nicht sein. Aber bei Kampfflotten gelten andere Maßstäbe.

Im Wesentlichen läuft das wohl darauf hinaus, dass ich so oder so kein militärischer Kommandeur sein möchte.

Dein Roman endet mit einem Cliffhangar – das ganze Solsystem soll explodiert sein. Das glaubt man so wenig, wie Guckys … okay, anderer Vergleich. Das glaubt man so wenig wie Rhodans Tod. Wie schwer ist es aus Sicht eines Exposéautors die Bedrohungen zu steigern?

Tatsächlich ist es nicht ganz einfach. Als Exposéautor zweier Miniserien hatte ich auch noch das Problem, dass mir zwar ein paar coole und einigermaßen neue Bedrohungen eingefallen sind, die sogar hätten eintreten können. Da hätte uns aber kein Mensch geglaubt, dass wir ein solches Thema im Rahmen einer Miniserie abfrühstücken statt in der EA.
Aber wir erzählen ja immer eine Geschichte auf mehreren Ebenen. Insofern gibt es vielleicht nicht so furchtbar viele unterschiedliche Bedrohungen für Erde und Menschheit, und man ahnt, dass es schon irgendwie gut ausgehen wird. Das heißt aber nicht, dass wir unsere Hauptfiguren auf dem Weg dorthin nicht durch die Hölle schicken können. Und ihnen können tatsächlich Dinge geschehen, die für sie persönlich hochbedrohlich und katastrophal sind. Da liegt eher der Schlüssel dazu, mitreißende Geschichte zu erzählen.

Kai, danke für deine Zeit.

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