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Sieben Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3075

Uwe Anton spoilert im Interview mit Roman Schleifer und verrät, wie er sich eingefrorene Gedanken vorstellt.

In Band 3075 wird wieder fleißig aus dem Pranaat zitiert. Wurde es von dir entwickelt?

Die Ausgangsidee der identitätsstiftenden Erzählung stammt aus dem Exposé. Bei einem Telefonat mit einem meiner Testleser wurde mir klar, wie wenig Hintergrund über dieses Volk bekannt ist. Das ist für einen langjährigen RHODAN-Autor natürlich faszinierend. Von dem Testleser habe ich dann viele Vorschläge für die Pra-Themen erhalten. Sehr geholfen hat auch ein kleines Datenblatt zum Exposé, das zur Grundlage der Pras wurde – und zugleich mit vielen Falschmeldungen in verstreuten Romanen aufräumte. Einige Gedanken stammen, natürlich transformiert auf Naats, aus Religions- und Philosophieschriften. (Ich lese gerade Richard David Precht.) Und besonderen Spaß hat es gemacht, einen Roman von Leo zur Grundlage eines Pras zu machen!

Zitat: »Ich empfange die Gedanken des Naats. Aber sie stehen völlig still. Genau wie der Körper.« Ich versuche mir gerade vorzustellen, was stillstehende Gedanken sind und wie das eine Telepathin wahrnimmt …?

Ich halte das für ein Bild, mit dem jeder Leser etwas anfangen kann. In meiner Jugend gab es noch Radios mit Elektronenröhren (!), und wenn da kein Sender eingestellt war, summte oder rauschte es trotzdem vernehmlich. Warum sollte das bei der Telepathie anders sein? Und stillstehende Gedanken in stillstehenden Körpern? Begegnest du nicht auch ab und zu draußen auf der Straße Leuten, bei denen genau das der Fall zu sein scheint? Da steht jemand reglos da und denkt: »Wo gibt es hier Fischbeuschelsuppe? Wo gibt es hier Fischbeuschelsuppe? Wo gibt es hier …«

Dancer und Schlafner erleben auch weiterhin die Kultur der Naats aus erster Hand …

Du solltest berücksichtigen, dass sie von einem arkonidischen Militärschiff aus in Einsatz gehen. Da sind die Informationsspeicher nicht von terranischer Sensibilität gegenüber fremden Völkern mit ungewohnter Hautfarbe geprägt.

Zitat: „Vielleicht lag es an der menschlichen Neugier, die ausgeprägter als die der Antis war. Es gab ein Geheimnis zu ergründen, und diesem Reiz konnte sie nicht widerstehen.“ Bei welchem Geheimnis im RHODAN-Universum würdest du widerstehen?

Bei keinem. Es gibt aber gewisse Themen, bei denen ich Zurückhaltung üben muss. Etwa interracial sex mit Naats.

Markul agh Fermi ist noch immer wütend, weil die Naats ihn in Gefangenschaft nicht wie einen Kommandanten behandelt haben. Ich dachte, in PERRY RHODAN würden alle gleich behandelt?

Auch für jeden anderen Gefangenen wäre das Einsammeln verwester Fische eine besondere Diskriminierung, die nicht von den galaktischen Grundrechten abgedeckt ist. Das würde unter olfaktorische Folter fallen. Aber vielleicht hält die Naat-Regierung diese Rechte für sich selbst nicht für verbindlich. Oder das Einsammeln verwester Fische ist völlig normal für sie, und sie denkt sich einfach nichts dabei.

Caral Youngs Blicke in die Zukunft bewahrheiten sich. Haben wir in PERRY RHODAN also ein deterministisches Weltbild? Das würde THEZ widersprechen, der sogar nachträglich alles verändern wollte und verändert hat.

Ein heikles Thema, das die gesamte Serie, aber auch einen Großteil der Science Fiction an sich durchzieht. Aber die Signatin schaut nur kurze Zeit voraus, und da sind solche Aussagen auch unserer bisherigen Erfahrung nach ziemlich sicher zu treffen. Wenn dir ein Weinglas aus der Hand fällt, kannst du auch schon den zukünftigen Aufprall und die Folgen vorhersehen. Wenn es noch voll war: weniger Wein. Aber ein deterministisches Weltbild? Eher nicht. Als ich den Roman schrieb, war Gucky zum Beispiel bis in den Vortext noch richtig tot. Online sieht das ja ganz anders aus …

Die Cairaner versetzen das Sternenrad, sprich ein ganzes Sonnensystem. Wird noch erklärt, welche Technik dahintersteckt?

Davon kannst du ausgehen. Oder hast du den Eindruck, so eine außergewöhnliche Technik sei in PERRY RHODAN mal nicht genügend erklärt worden?
Ich vermute mal, dass man schon bald den ersten Erkundungstrupp in das System schicken wird. Vertrau mir einfach, wenn ich hier verrate, dass sich dabei ein junger, von Icho Tolot ausgebildeter Haluter auszeichnen wird …

Uwe, danke für deine Zeit.

Hier gehts zum ebook und zur Lese- und Hörprobe:
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Heftzusammenfassung in der perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Die_Warnung_der_Signatin

Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12283

Vierzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3074

Uwe Anton verrät, womit ihn seine Autorenkollegen bei der Figur Perry Rhodan überraschen könnten und wie er den Aufschrei der Leser nach Guckys »Tod« empfunden hat.

Die Akonen wollen nicht, dass die Etappenhöfe vernichtet werden. Äh … die Cairaner haben sie sich unter den Nagel gerissen. Kann den Akonen ja gleichgültig sein …

Die Akonen sind verantwortungsvolle Milchstraßen-Mitbewohner. Sie umtreibt die Sorge, dass dieses Beförderungsmittel für die Milchstraßenvölker verloren geht. Außerdem werden sie stinksauer sein, die Höfe verloren zu haben, und wollen sie zurückbekommen, um ihre Machtposition nicht endgültig zu verlieren.

Die Báalols werden von den Cairanern als das nächste Volk bezeichnet – präzisiere das doch bitte.

Das wäre kontraproduktiv. Wir werden wohl oder übel noch etwas warten müssen, bevor wir endgültig Klarheit bekommen, was damit gemeint ist.

Zitat: »Aber ein Einnähen in Naatleichen hätte auch was gehabt!« Hättest du das KNF gegenüber durchgebracht?

Dancer und Schlafner diskutieren hier mit dem De-Keon’athor eine theoretische Möglichkeit, die dieser ablehnt. Das heißt aber nicht, dass Markul agh Fermi eine Tarnidentität von Klaus N. Frick ist. Du müsstest ihn schon selbst fragen, ob er diese rigorose Methode gebilligt hätte. Aber meines Erachtens kann ein wenig Realismus in PERRY RHODAN nicht schaden.

Zitat: »Eine erste Hochkultur der Naats […] war lange vor der Ankunft der Arkoniden durch ein fremdes Raumfahrervolk zerschlagen worden, über das jedoch nur sehr wenig bekannt war.« Hast du dafür eine Quelle? Auf der PP habe ich nichts gefunden …

Ja. Das Pranaat.

Die Arkoniden haben die Naats ja »freigegeben« aufgrund der Wandlung des arkonidischen Selbstverständnisses. Hältst du das wirklich für realistisch? Gerade die Arkoniden mit ihrem Standesdünkel …?

Markul agh Fermi stellt eindeutig klar, dass die Arkoniden die Naats »in die Freiheit hatten entlassen müssen«. Aus sich heraus, aus eigenem Antrieb hätten sie das sicher nicht getan. Aber für diese Frage bin ich der falsche Ansprechpartner. Zu dieser Zeit haben andere Personen die galaktische Geschichte geschrieben.

Schlafner und Dancer gehen ziemlich unvorbereitet in den Einsatz. Sie wissen nicht die einfachsten Dinge über die Naats. Wieso sind sie derart fahrlässig?

»Fahrlässig« ist wohl der falsche Ausdruck. Über die Naats ist auch heutzutage nicht viel bekannt, sie werden gerade mal in einem Dutzend Romane erwähnt. Außerdem: Wie, bitte schön, hätte ich das anders handhaben sollen? Hätten Dancer und Schlafner zu Anfang des Romans die Geschichte der Naats rekapitulieren sollen? Sozusagen ein Perrypedia-Kapitel? Stinklangweilig. Da finde ich es doch wesentlich interessanter, wenn sie alles Wissenswerte über dieses Völkchen aus erster Hand erfahren. Das ist doch viel bunter, schillernder. Dancer und Schlafner sind neugierige junge Mutanten, die solch ein Wissen geradezu aufsaugen, keine dreitausend Jahre alten Alleskönner. Oder Töter.

Wurde das Pranaat von dir entwickelt?

Ich habe einen Spezialisten für die frühe, mittlere und späte Naatkultur hinzugezogen, der umfangreiche Recherchen betrieben hat und zu bahnbrechenden neuen Erkenntnissen gelangt ist. Ohne sein Mitwirken wäre der Roman ein ganz anderer geworden, ich erwähne da nur das Smöcklaaf. Nochmals vielen Dank!

Dancer gesteht sich in Bezug auf die Naats Schubladendenken ein. Hand aufs Herz: Welches Schubladendenken hast du in Bezug auf die Figur Perry Rhodan?

Perry Rhodan ist mir sehr vertraut, ich habe da keine Berührungsängste. Viel interessanter war für mich die Frage, welches Schubladendenken ich in Bezug auf die Naats hatte und wie ich dagegen anschreiben konnte. Da war das Pranaat sehr, sehr hilfreich.

Womit könnte dich einer deiner Kollegen bei der Figur Perry Rhodan überraschen?

Indem er schildert, wie Perry Rhodan Sichu Dorksteiger und Gucky im Bett überrascht. Hmm … gute Idee. Muss mal mit Klaus Frick sprechen …

Wieso hast du die Tennisplätze gewählt? Inwieweit symbolisieren sie für dich die Bleisphäre?

Ich konnte doch nicht schon wieder Fußball nehmen … 🙂
Um ehrlich zu sein, das war eine Exposé-Vorgabe, und ich habe mich unter großen Mühen in die Feinheiten dieses Sports einarbeiten müssen. Es hat unglaublichen Spaß gemacht, solch eine surreale Welt zu beschreiben. Philip K. Dick lässt grüßen!

Den Ereignishorizont als Datenträger zu nutzen, finde ich eine richtig geile Idee. Stammt sie von Verena?

Nein, vom Messingimperium.

Guckys »Tod« hat einen Aufschrei einiger Leser provoziert. Wie hast du das empfunden?

Nicht so hart wie die meisten Leser, ich wusste ja, wie der Mausbiber wirklich läuft. Aber Gucky hat mich sozialisiert. Er war vom ersten RHODAN-Band an, den ich las, mein Liebling. In meinem Bücherzimmer stehen drei Plüschmausbiber, und ich schreibe unglaublich gern über den kleinen Kerl. Es hätte mich schwer getroffen, wäre er wirklich aus der Serie geschrieben worden. Aber das wird nie passieren! Er ist neben Perry und Atlan eins der drei RHODAN-Trademarks des Verlags! Hmm … andererseits habe ich mal einen Tekener-Roman geschrieben, in dem es ihm wirklich, wirklich schlecht erging, und zwei Bände später wurde er dann tatsächlich gemeuchelt. Aber ich will jetzt keine Pferde vor der Apotheke scheu machen, die sind anderweitig beschäftigt …

Du hast dir fast alle Programmpunkte der PERRY RHODAN ONLINE WOCHE angesehen. Wie war dieses neue Format für dich?

Das war schon eine interessante neue Erfahrung. Es geht zwar nichts über einen persönlichen Kontakt bei einem leckeren Zwiebelrostbraten und einem Glaserl Wein, aber in diesen Seuchenzeiten ist das ja schlecht möglich. Da scheint so eine Online-Woche tatsächlich die beste Alternative zu sein.
Jedenfalls hat es mir einen Heidenspaß gemacht, mich mit meinen Lesern und Kollegen »von Angesicht zu Angesicht« auszutauschen, über Perry Rhodan, das Ableben eines gewissen Mausbibers und Gott und die Welt zu plaudern, alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen. Da muss man sich den Rostbraten eben dazu denken.

Hat es Potenzial?

Auf jeden Fall. Es würde mich freuen, wenn es bald mal erneut zu so einem Online-Tag kommen würde, es muss ja nicht gleich eine ganze Woche sein … Ich bin dabei!

Uwe, danke für deine Zeit.

 

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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Der_imagin%C3%A4re_Imperator

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Fünfzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3068

Uwe Anton verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob die Serie Guckys Tod überstehen würde und wie lange uns die Tomopaten noch begleiten.

Zitat: »Monkey nahm diesen Kampf persönlich.«
Erst schildert ihr den Oxtorner einige Hefte lang als Eisklotz, und jetzt nimmt er eine Niederlage sogar persönlich?

Ich kenne jede Menge Eisklötze, die es persönlich nehmen, wenn man ihnen Feuer unter dem Hintern macht. PERRY RHODAN ist eine Science-Fiction-Serie nach dem wahren Leben, und das hält stets ungeahnte Überraschungen bereit.
Oder willst du behaupten, dass ich Monkey nicht serienkonform beschrieben habe?

(Anm.: Auf Suggestivfragen antworte ich erst nach Konsultation meines
Anwalts.)

Die USO weiß, dass Saessbekker Thosen Musay besetzt hat. Ich frage mich, woher die das wissen. Thosen ist gestorben, und Saessbekker ist aus ihm gewichen. Wer hätte das wissen können?

Die USO ist berühmt für ihre Quellen, die Kenntnis von allem Möglichen und Unmöglichen haben.
Oder willst du behaupten, dass ich beim Schreiben gepennt habe?

(Anm.: siehe oben)

Die Tomopaten werden als eine Art Psychopathen geschildert. Warum töten sie Monkey nicht, als er paralysiert vor ihnen liegt?

Psychopathen haben ein »Seelenleiden«, was man auch als schwere Form der dissozialen Persönlichkeitsstörung bezeichnen könnte. Würde man verstehen, wie sie denken, könnte man sie vielleicht heilen. Aber beides kann man auch in einer Science-Fiction-Serie nach dem wahren Leben leider nicht. Die Wege des Psychopathen sind unergründlich.
Vielleicht haben sie Monkey sozusagen auch nur als »Probelauf«
gesehen. Womöglich wollen sie einen ganz anderen metzeln …

Saessbekker manipuliert das Bioplasma des Bordrechners, und es kommt zu Störungen der Flugbahn. Ohne die Flugbahnänderung wäre die Manipulation nie aufgefallen und hätte Monkey nicht auf den Plan bringen können. Warum hat Saessbekker das gemacht?

Vielleicht ist er ein Exo-Psychopath? Oder einfach nur doof?
Oder willst du behaupten, dass ich beim Umsetzen des Exposés nicht mitgedacht habe?

Zitat: »Andererseits bewies es ihm, mit welchen großartigen Spezialisten er zusammenarbeiten konnte.« Könnte man das auch als Ode an deine Testleser auslegen?

Ich lasse nichts, aber auch gar nichts auf meine Testleser kommen, auch wenn sie quälende Fragen stellen. Nein, die Erstleser sind schon voll in Ordnung. 1-A! Spitze! Daumen hoch!
(Wann schickst du mir endlich die teure Flasche Wein rüber, die du mir für diese Antwort versprochen hast?)

Die Paranoia greift wegen Saessbekker um sich. Ist das eine Anspielung an Corona?

Nein. Wir haben gewisse Vorlaufzeiten, und die Auswirkungen der Corona-Epidemie waren noch nicht voll ersichtlich, als ich diesen Roman schrieb. Auf der Autorenkonferenz am 7. März dieses Jahres saßen wir Autoren zum Beispiel ganz normal um einen großen Tisch und haben ohne Masken und Visiere konferiert, gespeist und an Mineralwasser genippt. Heutzutage unvorstellbar, aber so war es in der guten alten Zeit.
In Band 3075, der auch aus meiner Feder stammt, ist das aber anders. Darin gibt es »gelbrote Streifen, die im Abstand von etwa zwei Metern (auf dem Boden) angebracht und mit Warnaufschriften versehen« waren. Auf diese Idee hat mich der Comichändler meines Vertrauens gebracht, der hat diese Dinger in seinem Laden. Die Frage musst du mir also in ein paar Wochen nicht mehr stellen.

Den hyperphysikalischen Exkurs könnte man auch Seitenschinderei nennen …

Ein First Reader hat mir dazu geraten. Er war der Meinung, man müsse den Roman auf gesunde naturwissenschaftliche Füße stellen. Mit einer Flasche Wein kommst du jetzt nicht mehr davon, Roman!

Zitat: »Ich hielt Murphy immer für einen Optimisten.« Wie stehst du zu Murphys Law?

Murphy hat leider mit fast allem Recht, was er in Gesetze fasst. Vor allem beim Schreiben eines Rhodan-Romans geht immer alles schief, was schief gehen kann. Das obige Zitat ist übrigens Oppenheimers Kommentar zu dem Gesetz: »Murphy ist ein Optimist.«

Die Thesan redet mit Saessbekker. Müsste er die Thesan nicht erkennen? Immerhin haben die Phersunen das Galaxien-Geviert aufgemischt …

Vielleicht war Saessbekker beim Aufmischen nicht dabei. Vielleicht hat er als kleiner Buchhalter Erbsen gezählt oder war da noch gar nicht geboren. Vielleicht hat er keine Thesan zu Gesicht bekommen, so viele von denen laufen ja auch nicht durch Kriegsgebiete. Oder willst du behaupten, dass ich beim Schreiben nicht mitgedacht habe?

Wurde die Heptagonie nur für den Tod Saessbekkers eingeführt?

Nein.

Werden wir in dem Zyklus wieder von ihr lesen?

Wer weiß? Aber ich befürchte, in diesem Zyklus wohl nicht mehr.

Dienten MMTs Vorbände über die Klone nur dazu, eine Begründung für die Existenz Jasmyne da Arigas zu haben?

Michael hat wichtige Romane mit wichtigen Hintergründen geschrieben, die noch eine wichtige Rolle spielen werden. Die Hintergründe, meine ich. Klone und so. Die Romane aber auch. Alles sehr wichtig.

Die Tomopaten sind ein unberechenbarer Faktor im Zyklus. Die Cairaner agieren weitgehend im Hintergrund. Nachdem ihr den Tomopaten so viel Raum gebt, gehe ich davon aus, dass sie uns bis Zyklusende begleiten. Spielen sie ihr eigenes Spiel?

Ich kann dir versichern, dass diese beiden Tomopaten uns nicht bis zum Zyklusende begleiten werden. Falls sie was spielen, dann das Lied vom Tod. PERRY RHODAN ist ja eine Science-Fiction-Serie nach dem wahren Leben, und zum Leben gehört nun mal der Tod.

Zu diesem Stichwort: In der Vorschau der Romantitel springt 3072 »Der Ilt muss sterben!« ins Auge. Im Galaktischen Forum wird das auch heftig diskutiert. Ist Gucky, immerhin durch Copyright geschützt, sakrosankt?

Natürlich. Genau wie Perry Rhodan und Atlan. Das ist unser sakrosanktes Triumvirat. Aber alle Schriftsteller lügen. Ein anderer berühmter Angehöriger eines Triumvirats soll mal gesagt haben: »Auch du, Brutus?«  Und Rudi Carrell hat mal gesungen: »Lass dich überraschen …«
Ach, Italien und Holland! Pasta und Frikandel! Lecker. Nicht als ein Gang, aber mit einem guten Wein dazu …

Und wie viele Leser könnte die Serie aufgrund von Guckys wirklichem Tod verschmerzen, bevor sie eingestellt wird?

Deine Fangfragen werden immer plumper, Roman. Ich erwarte dann in Bälde die Kiste mit dem sündhaft teuren Wein. Schönen Tag noch!

Uwe, danke für deine Zeit.

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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Die_Seele_des_Schulterreiters

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:

https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12145

Achtzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3056

Uwe Anton stellt sich zum achten Mal den Fragen von Roman Schleifer. Heute verrät er, wieso in seinen Romanen die Familie Voss immer wieder vorkommt und, was unter anderem im Expo von 3056 stand.

Uwe, derzeit stehen Perry Rhodan und Atlan an unterschiedlichen Orten vor demselben Problem: Beide sollen an die Feinde ausgeliefert werden. Was ist der Hintergrund, dass ihr euch für diesen Gleichklang entschieden habt?

Diese Frage müsstest du den Exposéautoren und dem Chefredakteur stellen.

Hab ich doch glatt gemacht – hier Christian Montillons Antwort:

Ganz klar: Weil’s schön ist, das mal so parallel zu führen. Wie reagieren unsere beiden Charaktere jeweils auf die Situation? Wie entwickelt sich die Sache?

Die erste Szene von 3056 beginnt mit Atlan, danach kommt er im ganzen Heft nicht mehr vor und hat auch nichts mit der Handlung zu tun. Was war der Grund für diese Einmalerwähnung?

Weil es so im Expo stand. Irgendwie muss die Handlung ja in Gang kommen.

Tradition hat die Erwähnung einer Figur aus der Familie Voss. Sind das wirklich Cynos? Und ist das eine Anspielung auf eine mögliche Fortsetzung der Miniserie TERMINUS?

Weder noch. Ich bin mit einem Angehörigen dieser Familie seit 50 Jahren eng befreundet und baue ihn gelegentlich in meine Romane ein. Hier gab es sogar einen konkreten Anlass: Er hat neulich bei mir eine Deckenlampe angebracht und turnte dabei abwechselnd mit seiner Lebensabschnittsgefährtin auf einer Leiter herum. Ich selbst rühre Strom nicht brrzll zisch … Auch der Satz »Wahrscheinlich hatte er schon eine Widerstandgruppe gebildet, um den Invasoren zu zeigen, wo die Boliden fuhren.« hat seinen Sinn. Genau wie ich verfolgt er aufmerksam die Geschicke der Roten, allerdings nicht beim Fußball, sondern beim Autorennsport.

Zitat: »Keine Panik, wir schaffen das.« Was wolltest du uns mit dieser Anspielung sagen?

Mit Angela Merkl hat das nichts zu tun, immerhin wurde dieser Roman erst vor einem Vierteljahr oder so geschrieben.
Das Zitat beruht auf der Aussage der Mutter eben jenes Herrn Voss, die in einer schlimmen Situation zu mir gesagt hat: »Du schaffst das!«

Ich habe den Sinn der 1,70 m großen Projektion der Swoon nicht verstanden. Bitte erklär’s mir.

Was ist denn da großartig zu verstehen? Wäre ich eine kleine Gurke, würde ich mir eine Haluter-Projektion basteln, damit nicht ständig alle auf mir herumtrampeln. Und plottechnisch rettet die Projektion die Swoon, als ein Verbrecher ihr vermeintlich in die Brust schießt! Was allerdings nicht im Expo stand.

Zitat: »Ein kurzer Transport vom Schiff aus, aber ein großer Schritt für das Transportwesen in der Milchstraße.« Auf einer Skala von 0 bis 10 – wie viel Spaß macht es dir, Zitate in die Neuzeit zu hieven?

12.

Star Trek kommt mit dem »Kommunikator« auch vor. Was hast du noch verbraten?

Das war echt ein Versehen. Da waren schon meine Testleser unaufmerksam. Gemeint war natürlich das Armbandgerät. Es kann nicht daran liegen, dass ich diese Szene schrieb, nachdem ich gerade eine Folge PICARD gesehen hatte. Diese Serie lief damals noch nicht. Aber der Fehler liegt eindeutig bei mir.

Zitat: »Ein Kommandostuhl für die Zentrale und ein Schock selbstumrührender Becher …« Bitte, was ist ein »Schock selbstumrührender Becher?«

Geh, braus di! Aber vielleicht ist der Begriff »Schock« ja im Wienerischen unbekannt. Ein »Schock« ist ein altes Zählmaß und entspricht fünf Dutzend (= sechzig Stück), wobei ein Dutzend 12 Stück entspricht. Und ein »selbstumrührender Becher« ist Science Fiction per se: ein Becher, dessen Inhalt man nicht mehr umrühren muss, etwa, um den Zucker im Kapuziner zu verteilen. Anstelle »selbstumrührender Becher« hätte ich z. B. auch »sechzig Kracherl« schreiben können, aber das war mir nicht SF-mäßig genug. Ich wollte damit niemanden karnifeln, ich schreibe eben so großgoschert.

Waren die Swoon und die Siganesin im Expo vorgegeben?

Ich verrate keine Details aus den Expos. Ja, natürlich.

Die Tomopathen … spielen sie im Verlauf des Zyklus eine Rolle?

Roman, Roman, Roman … Schon wieder so eine anscheinend harmlose Frage, mit der du den Autor aushorchen willst. Ja, natürlich.

Auf dem Weg durch die Galaxis brauchen Lebewesen eine Pause zur Regeneration. Auch bei Waren wird eine Regeneration eingelegt. Äh … wieso brauchen Waren bei einem Transmittertransport eine Pause?

Diese Frage müsstest du an die Exposéautoren und den Chefredakteur richten.

Auch das hab ich gemacht. Hier Christians Antwort:

CM:  ….und die leiten es an Cheftechnikerin Verena Themsen weiter, die um Antwort nicht verlegen ist:

VT: Weil jeder Transport eine sich potentiell zu disruptiven Vibrationen kumulativ aufschwingende molekulare Mikroverschiebungskomponente hinterlässt, die man gelegentlich abklingen lassen muss, um die Bildung von Mikrofissuren durch spontane Entbindung zu verhindern.

Die Cairaner haben nun einen Etappenhof annektiert. Brauchen Sie den für die Bleisphäre?

Die Tomopathen lasse ich mir ja noch angehen. Aber die Frage geht echt zu weit!

Wor sagt, sie hätten von den Transmitter-Hasadeuren gewusst. Hab ich das war überlesen? Das kam weder in den Vorbänden noch im Band selbst vor.

Keine Ahnung, wie aufmerksam du die Romane liest. Abgesehen davon ist die Milchstraße groß, und wir können wirklich nicht alle Geschichten erzählen.

Wieso sind Wor und Linh so dämlich und geben den ihre echten Namen an?

Weil sie bei der betreffenden Lektion des Schnellkurses »In fünf einfachen Schritten zum Geheimagenten« gepennt haben. 😀

Bei den beiden habe ich ohnehin ein Fragezeichen. Sie wurden in Band 3000 als Zivilisten eingeführt, und jetzt schickt Atlan sie in den Einsatz gegen die ihm (lt. Heft) bekannten Transmitter-Hasadeure?

Weil sie mit Erfolg den Schnellkurs »In fünf einfachen Schritten zum Geheimagenten« absolviert haben. Lanko Wor hat kein einziges Mal »Mein Name ist Wor, Lanko Wor!« gesagt. Hmm … Warum bin ich darauf nicht gekommen, als ich den Roman schrieb?

Zitat: »Kein Wort des Dankes über die gelungene Befreiung kam über seine Lippen.« Geht auch schwer, ein Cairaner hat einen lippenlosen Mumd. *duckundrenn*
Aber mal ernsthaft: Wie sehr ärgert dich so ein Fehler, über den deine Testleser und die offiziellen Korrekteure drüberfallen?

Normalerweise würde mich so etwas teuflisch fuchsen, aber bei diesem Fall könnten wir jetzt stundenlang über idiomatische Redewendungen diskutieren. Ich werde aber mal ein ernstes Wort mit meinen Testlesern reden, die müssen sich besser konzentrieren. Einer von denen faschiert jeden Schaas, aber das fällt ihm nicht auf!

Die Cairaner haben den Hof erobert und von den Hasadeuren befreit. Das hast du in einem Absatz erwähnt. Wieso hast du das nicht geschildert? (Und red dich jetzt nicht auf die Heftlänge aus!)

Weil es nicht im Expo stand.

Die Tomopathen machen im »leeren« Hof Jagd auf die Swoon und die Siganesin. Woher wissen die beiden, dass die Mädels noch an Bord sind?

Weil es im Expo stand.

Hm .. klingt nach Ausrede und geht sicher noch etwas genauer.

Aber sicher. Zum einen beschreibt dieser Roman weniger die Geschichte der Eroberung eines Etappenhofs als die einer Swoon und einer Siganesin. Und die hatten während der Eroberung an sich genug zu tun. Zum anderen sind die Ortungsmöglichkeiten im Jahr 2046 NGZ eben so hoch entwickelt, dass zwei Lebewesen in einem »leeren« Hof auffallen wie ein Hetschapetschtee beim Heurigen!

Uwe, Christian und Verena, danke für eure Zeit.

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3056

Hier zur Diskusion über Heft 3056 im Galaktischen Forum, dem offiziellen Verlagsforum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=11977

Zwölf Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3042

Uwe Anton bleibt mit seinem Band 3042 Michael Marcus Thurner im Kampf um den »Vielschreiber« des Zyklus auf den Fersen. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er, was es mit der Kuratorin auf sich hat und woran man erkennt, dass cairanische Strahlwaffen entsichert sind.

Uwe, der Rudyner Dalglish Karuh erinnert mich an Gerhard Huber. Trügt mich dieser Verdacht?

Ja, Roman. Das ist nur eine Zufälligkeit, wie sie sich immer mal wieder ergibt. Es mag aber durchaus sein, dass mein Unterbewusstsein mich beeinflusst hat. Gucky spielt die Hauptrolle in diesem Roman, und Dalglish muss sich um Gucky kümmern. Gerhard trägt doch immer einen Plüschgucky mit sich und kümmert sich liebevoll um ihn, oder?

Gucky erinnert sich daran, dass seine Frau und sein Sohn in ES aufgegangen sind. Wie tröstend ist es für ihn, dass sie in dieser Form »weiterleben«?

Eine durchaus heikle Frage. Sie setzt ES irgendwie mit dem Gott des christlichen Glaubens gleich. Das ist ein Thema, das ich eigentlich meide wie der Teufel das Weihwasser. Aber da es ja schon zu einer Begegnung zwischen Gucky und den verstorbenen Iltu und Jumpy gekommen ist, müsste der Gedanke für unseren kleinen Mausbiber sehr tröstlich sein, auch wenn er als angestammter Bewohner des Planeten Tramp nichts mit einer Religion des Planeten Terra zu schaffen hat, sondern Anhänger von Daucuscarota ist.

Zitat: »Seines Erachtens machten sie zu wenig Fortschritte, was das Enträtseln der Geheimnisse betraf, die sich wie Pilze in der Milchstraße ausgebreitet hatten.«
Ist das eine dezente Kritik am Expo-Team?

Keineswegs. Gucky ist ein kleiner Heißsporn, dem manchmal nichts schnell genug geht. Ich hingegen bin sehr zufrieden mit der Geschwindigkeit, mit der Geheimnisse aufgebaut und dann enträtselt werden. Wir sollten nicht vergessen, dass der Zyklus 100 Bände haben wird!
Manchmal kann man dem Autor Sätze seiner Figuren in den Mund legen, aber nicht immer.

Gucky erkennt, dass die Cairaner ihre Waffen nicht entsichert haben. Ich frage mich, wie man bei Strahlwaffen erkennt, ob sie entsichert sind …

An dem Lämpchen an manchen, aber nicht allen cairanischen Waffen, das je nach Sicherungszustand gelb oder violett leuchtet. Oder hat er einfach die Gedanken der Waffenträger gelesen?

Ich bin über den Begriff »Kuratorin« im Zusammenhang mit dem Friedensbund gestolpert. Dieser Begriff kam bislang nur in Band 3019, ebenfalls von dir, vor. Wer ist diese Kuratorin und wie steht sie zu dem Friedensbund?

Dieser Begriff ist keineswegs eine Eigenkreation des Autors. Die Kuratorin hat eine offizielle Funktion inne und wird noch eine wichtige Rolle spielen. Sie ist abdmeghtlnjxsgzer*, und dem Friedensbund steht sie kdmenjruoeld* gegenüber.

 (*Cairanisch: »Glaubst du wirklich, dass ich dir das auf die Nase binde?« und »Stell doch mal Fragen, die ich beantworten kann!«)

Eine 14-jährige Cairanerin überlistet mit ihren Parafähigkeiten einen so erfahrenden Mutanten wie Gucky. Wird er auf seine alten Tage schleißig?

Schleißig? Ein Austriazismus, nicht wahr?
Nun ja, manchmal steht die Lebenserfahrung hinter einer schönen Geschichte zurück. Nobody’s perfect, nicht einmal unser sowieso sehr sentimentaler Mausbiber.

Gucky besucht das Museum, in dem er als blutrünstiger Killer dargestellt wird. Wieso erkennt ihn keiner von den Besuchern und geht auf ihn los?

Stell dir mal vor, du besuchst im Museum eine Ausstellung über die Wikinger, und plötzlich steht Ragnar Lodbrok neben dir. Oder seine Frau Lagertha. Da denkst du doch auch, du spinnst, und fragst ihn nicht, wie sich das damals wirklich mit Floki abgespielt hat!
Vielleicht haben Autor, Expoteam, Lektor und Redakteur hier aber ganz einfach auch nur gepennt.

Zitat: »Nichts erfüllt sich leichter seine Träume als die Erinnerung, nicht ist hartnäckiger als eine lieb gewonnene Selbsttäuschung.« Was ist deine liebste Selbsttäuschung in Bezug auf PR?

Keine Ahnung. Vielleicht, dass ein österreichischer RHODAN-Aktivist, dessen Initialen identisch mit dem Autokennzeichen meiner eigentlichen Heimatstadt Remscheid sind, irgendwann mal einfach zu beantwortende Fragen stellt wie: »Warum kratzt Gucky sich auf Seite 47 an der Nase?«

Wir erfahren, dass das Supramentum die Lösung für alles ist. Für die Cairaner und die Milchstraße. Bei solchen Worten wird mir angst und bange.
Droht der Milchstraße die Auslöschung? Oder wenn schon nicht die Auslöschung, dann zumindest die Aufnahme aller Lebewesen in eine Superintelligenz?

Wie kommst du darauf, dass das Supramentum eine Superintelligenz ist? Wobei ich das der Form halber weder ausschließen noch bestätigen möchte.

Andererseits soll Atlan das Supramentum vervollständigen. Das kann er ja nur mit seinem ZAC von THEZ oder mit seiner Ritteraura …

Rätsel über Rätsel, nicht wahr?
Sei versichert, Gucky brennt darauf, sie aufzuklären. Wobei diese Sätze ja eher eine Spekulation als eine Frage beinhalten. Wie lautet die Frage also, auch wenn ich mich hüten werde, sie zu beantworten?

Perry hilft mit seinem ZAC der Thesan, Gucky jetzt der Cairanerin. Als nächstes müsste dann wohl Atlan jemanden mit dem ZAC wiederbeleben. Ist so etwas für alle ZAC-Träger im Zyklus vorgesehen?

Ich sehe das eher als Zufall. Außerdem wird es langsam mal Zeit, dass unsere ZAC-Träger mit ihren Chips was Vernünftiges anstellen.

Galuu Alvaraidse wird die neue Konsulin des Sternöstlichen Konsulats. Wie werden sich durch sie die Beziehungen zwischen dem Friedensbund und den Terranern ändern?

Das wird die Zukunft erweisen. Sind Cairanerinnen multitaskingfähig? Dann können die Terraner sich warm einpacken.

Uwe, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360423/perry-rhodan-3042-gucky-und-der-sternenkonsul-von-uwe-anton-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900004212/perry-rhodan-3042-gucky-und-der-sternenkonsul-von-uwe-anton-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung: 
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Gucky_und_der_Sternenkonsul

Fragen an Uwe Anton und Christian Montillon zu Band 3035

Mit Band 3035 haben wir nach Band 3000 den zweiten Roman im Zyklus, der offiziell von zwei Autoren geschrieben wurde. Uwe Anton und Christian Montillon verraten im Interview mit Roman Schleifer, wie es dazu gekommen ist und ob negative Superintelligenzen in dem Zyklus eine Rolle spielen.

Uwe, Christian, wie ist es zu dem Doppelband gekommen?

Uwe: Widrige Umstände haben gemeinerweise verhindert, dass ich rechtzeitig fertig wurde. Wie es so schön heißt, kommt ein Unglück selten allein. In meinem weiteren Familienkreis waren es innerhalb kürzester Zeit gleich drei. Das hat mich doch ein wenig aus der Bahn geworfen. Außerdem war ich gesundheitlich etwas angeschlagen, so dass Christoph den Roman vollendet hat. Er hat einen tollen Job gemacht, herzlichen Dank dafür!
Solche Zusammenarbeiten sind bei PERRY RHODAN aber nicht ungewöhnlich. Ich selbst habe sechs Romane mit Co-Autoren geschrieben: 2142/2143 zusammen mit Rainer Castor, der Doppelband erzählte mit zwei Parallelhandlungen eine durchgehende Geschichte, und Rainer und ich haben uns im Vorfeld abgesprochen, jeweils eine Handlungsebene durchgehend zu erzählen. In 2538 habe ich ein Fragment von Robert Feldhoff vollendet, bei 2950 war von Anfang an vorgesehen, dass Christian und ich je eine Handlungsebene übernehmen, und bei 2956 musste ich krankheitsbedingt passen, so dass Michael Marcus Thurner den Roman vollendet hat.

Bei Doppelbänden ist für einen Teil der Leser auch immer ein Thema, welcher Autor welchen Teil geschrieben hat. Klärt uns auf.

Uwe: Also, Roman, es gibt Blumen und Bienen. Die Bienen fliegen dann zu den Blumen und … Schon gut, schon gut. Der Roman sollte für sich selbst sprechen. Aber das habe ich oben ja schon freiwillig erläutert, ohne dass du mir die Daumenschrauben anlegen musstest.

Christian: Ich denke auch: Wenn man es beim Lesen nicht merkt, hat es was Gutes … und wenn man es doch merkt, kann man sich ja freuen, dass man es erkannt hat. Oder erkannt zu haben glaubt, denn so einfach ist das nicht immer festzustellen.

Im ersten Drittel geht es darum, das Schiff der Quantam umzubauen, während im zweiten Teil die Action um die Rettung des Systems beginnt. Der Umbau des Quantam-Schiffs spielt bei dem Versuch der Rettung keine Rolle. Warum widmet man ein Drittel des Heftes dem Umbau?

Uwe:
Ich finde schon, dass der Umbau für die Geschichte wichtig ist. PERRY RHODAN lebt von der inneren Logik. Also muss man den Umbau schildern. Außerdem habe ich im ersten Drittel schon viele Handlungsfäden ausgelegt, die später zusammengeführt werden.

Christian: So ist es. Und unsere Helden sind ja nicht nur in diesem Roman in dem Quantam-Schiff unterwegs.

Welche Rolle spielt das Schiff in der weiteren Handlung?

Uwe: Diese Frage geht wohl an Christian. Ich habe keine Ahnung …

Christian: Spoiler-Fragen, bzw. Fragen, deren Antworten nur aus Spoilern bestehen können, beantworte ich ja prinzipiell nicht, da ich Spoiler für wenig sinnvoll halte bei einer Spannungsserie. Ja, so bin ich. Ein Schelm! Ein Narr!

Ihr schildert, wie Rhodan mit dem Quantam um sein Schiff verhandelt, dabei will er ihn aber nicht übervorteilen. In den Verhandlungen geht Rhodan taktisch höchst ungeschickt vor. Am Ende tauscht er drei waffentechnisch abgespeckte Korvetten gegen ein Schiff der Quantam. Ist dieser Preis nicht zu hoch?

Uwe: Rhodan mag die Quantam einfach. Sie erinnern ihn an die Terraner, als sie noch jung und aufstrebend waren. Das ist kein taktisch ungeschicktes Vorgehen, das ist ein Geschenk für dieses Völkchen. Schade, dass das nicht besser rüberkam.

Christian: Ich wehre mich gegen das »taktisch höchst ungeschickt«. Uwe hat ja gesagt, was in Rhodan vorging. Und ich glaub, das steht auch im Roman. Oder es war Uwe und mir so klar, dass wir es nicht deutlich genug gemacht haben.

Rhodan braucht das Schiff der Quantam, um unauffällig in Ancaisin agieren zu können. Wer kennt Kugelraumer in Ancaisin? Eine Korvette ohne positronische Heimatdaten hätte es doch auch getan, oder?

Uwe: Aber dann hätten wir die Quantam nie näher kennengelernt. Was hast du gegen Völkerverständigung in Ancaisin?

Da in dem Heft viel Zeit der grauen Materie gewidmet wird, nehme ich an, sie wird uns noch einige Zeit begleiten. Ich halte es für kein natürliches Phänomen. Haben die Phersunen da ihre Finger im Spiel?

Uwe: Michael Marcus Thurner stellt in Gesprächen mit dir über seine Romane immer wieder fest, dass du ihn mit bestimmten Fragen über die kommende Handlung aushorchen willst. Könnte das ein weiterer unzulänglicher Versuch sein?

Moana Schnebars Fähigkeiten wurden von den medizinischen Experten der Flotte angezweifelt, weil sie und 299 andere Kadetten auf einem Ausbildungsflug den Angriff der Ladhonen auf ein System nicht abwehren konnten. Äh … das verstehe nicht, das müsst ihr mir erklären.

U: Medizinische Experten sind weder allmächtig noch unfehlbar. Das sieht man immer wieder, wenn man auf einem Friedhof spazieren geht.

Christian: Und außerdem: Moana & Co. könnten ja ein traumatisches Erlebnis davongetragen haben. Was sie später evtl. einschränkt.

Und sie denkt, dass sie damals versagt hat – auch das kann ich nicht nachvollziehen. Was bitte hätte sie damals tun sollen? Sie war Kadettin und nicht die Kommandantin.

Uwe: In einer idealen Welt wächst eine Kadettin in solch einem Fall über sich hinaus, entwickelt Fähigkeiten, die weit über die der Kommandantin hinausgehen, und rettet den Tag. In einer idealen Welt sind medizinische Experten allerdings auch allmächtig und unfehlbar und gehen nicht auf Friedhöfen spazieren.

Christian: Und in einer idealen Welt würde sich ein Mensch, der so etwas miterlebt hat, hinterher nicht anzweifeln, weil er ja nichts hätte tun können. In der Realität (und in diesem Roman) sieht es ganz anders aus, fürchte ich. Nein, das fürchte ich nicht nur, das ist so. Wenn du anders gestrickt bist, ist das gut für dich.

Wie sieht es eigentlich mit der Vergessensstrahlung aus? In der anderen Galaxis kann sie ja nicht wirken, d.h. die Galaktiker, die in der Milchstraße geboren wurden, müssten sich wieder frei mit der Erde und der terranischen Geschichte auseinandersetzen können. Wann wird das in einem Heft thematisiert?

Uwe: Kobra … äh, Montillont, übernehmen Sie!

Christian: Könnte sein, dass du das falsch verstehst, Roman. Wirkt da wirklich immer etwas auf die Leute ein in der Milchstraße? Kann sein. Oder auch nicht. Aber wie willst du dich an etwas erinnern, das du nie erlebt hast?

Zitat: »An der Spitze zu stehen, bringt Verpflichtungen mit sich«, sagte Tenga.
Monti, du bist für die Expos verantwortlich, stehst mit Hartmut an der Spitze. Wie fühlst du dich? Wie gehst du mit der Verantwortung um?

Christian: Da gebe ich mal eine etwas klischeebeladene Antwort: Indem wir (also Hartmut und ich) unser Bestes geben.

Christian, du entkommst natürlich nicht den Fragen zum Zyklus allgemein.

Christian:
Das kannst du gern versuchen. Spoiler-Fragen werde ich aber gnadenlos abschmettern. *pfeif*

Spannend finde ich, dass ich im Urlaub in Khao Lak von der Grauen Materie lese und prompt erscheint sie über Terra … (siehe Foto).

Graue Materie
Panik

Welche Fähigkeiten verschweigen du und Hartmut uns?

 Die des Expokraten-Telepathisierens. Das wirkt bis nach Khao Lak.

Der Zyklus ist jetzt 35 Hefte alt – was würdet ihr nachträglich betrachtet anders machen?

Da musst du mir etwas mehr Abstand geben. Frühstens, wenn der Zyklus vorbei ist und wir gut im nächsten stecken. Ich glaube nicht, dass man jetzt schon von „Abstand“ sprechen kann, der einen objektiven Rückblick ermöglicht.

Wenn Perry Rhodan seine Erlebnisse der ersten 35 Hefte in maximal drei Sätzen beschreiben müsste, was würde er sagen?

»Ich komm nach so langer Zeit nach Hause und alles ist anders. Meine Heimat ist verschwunden, und keiner weiß, ob es sie je gegeben hat. Da sind Fremde, und ich muss mich mit ihnen verständigen.« 

Normalerweise werden die Schlüsselromane von den Expokraten geschrieben. 3015 war von Leo Lukas, 3025 und 3039 von Wim Vandemaan. Schreibst du 3050?

Könnte ich mir gut vorstellen

Was kommt auf uns zu? Gib uns einen Ausblick?

Da wirst du warten und Romane lesen müssen, so leid es mir tut.

Bislang gibt es noch keinen Hinweis, wo die Erde geblieben ist. Es gab eine Bestandsaufnahme in der Milchstraße und den Hinweis auf das Geviert. Kein »Böser« weit und breit. Wird der Zyklus ohne einen Bösen auskommen?

Ich finde es ganz spannend, keinen personifizierten bösen Oberschurken zu haben. Zumindest mal eine Zeitlang nicht. (Jetzt darf jeder gern zwischen den Zeilen lesen.)

Ich habe mir die Untertitel der RHODAN-Romane bis 3039 durchgelesen
3037 – Der Abyssale Ruf – Terraner beim Heiligtum einer Galaxis, es ist das Geheimnis der Phersunen
3038 – Weltenende – im Reich der Kandidaten, sie fahren zum Schauraum der Vernichtung
Monti, ich fabuliere und ersuche dich um Korrektur:
Abyss ist negativ belegt, wird mit dem Teufel und der Unterwelt assoziiert. Vernichtung ist selbsterklärend … das deutet für mich in Richtung negative Superintelligenz, die da ihre Finger im Spiel hat und VECU, eindeutig eine positive SI, vertrieben hat.

Der alte erfahrene RHODAN-Leser Roman Sch. denkt in die richtige Richtung. Aber nein, von einer negativen Superintelligenz werden wir nichts hören in Ancaisin. Und das ist das maximale an Gespoilere, das du aus mir rauslocken kannst. Versuch es erst gar nicht.

Wie viele Spuren habt ihr für den nächsten Zyklus ab Band 3100 bereits eingeschlagen?

Ver-such-es-erst-gar-nicht!

Uwe, und Christian, danke für eure Zeit.

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Hier zu Zusammenfassung der Hefthandlung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Graue_Materie_(Roman)

Sechzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3029

Uwe Anton steht auch in dieser Woche im Mittelpunkt der Interviewserie, denn er führt Atlans Recherchen zum Arkon-System weiter. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, was passiert, wenn ein Autor schläft, ob er an Neuleser denkt, wenn er den Roman verfasst und wie Atlan seine zweiten 10.000 Jahre verbracht hat.

Zitat: »Ich war emotional sehr berührt, so aufgewühlt wie selten zuvor.«
In Band 3028, also vor ein paar Stunden, hat Atlan noch geglaubt, seine Jugendliebe zu treffen, und war minutenlang nicht ansprechbar. Was ist intensiver für ihn? Das Arkonsystem zu sehen, oder seine Jugendliebe?

Was isst du lieber? Eine Frittatensuppe, ein Wiener Schnitzel oder eine Palatschinke?
Das kannst du doch nicht miteinander vergleichen. Genauso wenig kannst du Atlans Jugendliebe mit dem Arkonsystem vergleichen. Ich gestehe dem alten Arkoniden in beiden Fällen ein gehöriges Maß an Aufgewühltheit zu. Außerdem – hast du schon einmal versucht, ein ganzes Sonnensystem zu umarmen?

Zitat: »Zum ersten Mal sah ich die Bleisphäre mit eigenen Augen, nicht nur als Holoaufzeichnung.«
Äh … die Zentrale eines Kugelraumers liegt doch in der Mitte. Wie sieht Atlan normaloptisch dann die Bleisphäre?

Mann, du stellst Fragen. Soll ich jetzt wie weiland König Heinrich der IV. drei Tage lang kniend um Vergebung flehen?
Da hat der werte Herr Autor geschlafen, und keinem ist es aufgefallen. Hey, Redaktion, Lektorat und sonstige Bearbeiter, wo seid ihr, wenn man euch braucht? 😉

Atlan denkt ziemlich oft, dass das Arkonsystem für die Milchstraße noch eine gewichtige Rolle spielen wird. Das klingt für mich wie ein Vorausblick des Autors. Wird das Geheimnis der Bleisphäre bis 3099 gelüftet?

Stelle mir diese Frage bitte in anderthalb Jahren noch einmal, wenn Band 3099 erscheint. Andererseits kennst du die Antwort dann ja, da musst du nicht mehr fragen. Du siehst, deine Frage ist so diffizil, dass ich sie nicht beantworten kann. Bestätigen kann ich allerdings, dass das Arkonsystem für die Milchstraße noch eine gewichtige Rolle spielen wird.

Im von Atlan mitgehörten Funkverkehr zwischen einem Unither und einem Ara glaube ich, Autorenkollegen herauszulesen. Ssns klingt nach Susan Schwartz, Vrnth nach Verena Themsen und Rcst nach Rainer Castor. Wer ist mit Mruvat gemeint?

Mruvat ist Mruvat. Man muss nicht hinter jedem Namen gleich eine Verschwörung wittern.

In welchem Band wurdest du schon verbraten?

In Band 2652 hat eine gewisse Ssns über die Unither Vlck, Knfl, Robff, Uwtn und Rcst geschrieben; die unterdrückten unithischen Arbeiter organisieren sich in einer Art Gewerkschaft. Tolles Thema, toller Roman! Darauf bezieht sich indirekt das abgehörte Funkgespräch. Die Unither in diesem Schiff sind eben aufmerksame PERRY RHODAN-Leser. Oder Gewerkschaftsfunktionäre.

Du thematisierst Religion in deinem Roman. Allzu oft kam das bislang nicht vor. Wieso macht RHODAN so einen großen Bogen um dieses Thema?

Religion ist immer ein heikles Thema, über das man trefflich diskutieren kann – oder auch nicht, denn wenn man unterschiedlicher Meinung ist, wird man kaum einen Konsens finden. »Wie viele Engel passen auf eine Nadelspitze?«
Daher verstehe und akzeptiere ich, dass RHODAN dieses Thema weitestgehend ausspart. Im Namen der Religion wurden und werden Kriege geführt, die Millionen Menschen das Leben gekostet haben. Es ist also wirklich heikel, auch wenn der Artikel 4 des Grundgesetzes unter anderem besagt: »Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.« Aber in diesem Roman treffen unsere Helden nun mal auf religiöse Fanatiker, und da muss man Farbe bekennen.

Zitat: »… nach einem ergebnislosen Flug …«
Die Handlung in den ersten zwei Drittel des Romans könnte man auch zusammenfassen: Atlan fliegt mit dem Schiff problemlos zum Arkonsystem. Dort steigt er in ein Schiff um und macht damit einen unspektakulären Rundflug, plaudert mit einem Haluter, und dann haben wir noch das monster of the week. Nachdem du mir letzte Woche deine ersten Gedanken nach dem Lesen eines Expos verraten hast (nämlich »Uff«) – wie war dein zweiter Gedanke nach dem Lesen des Expos von Band 3029?

Natürlich »Uff uff!«.
»Uff« ist in der deutschen Umgangssprache bekanntlich ein Ausruf, mit dem man zum Ausdruck bringt, dass etwas körperlich oder geistig anstrengend oder belastend ist. Schon der Gedanke an etwas Anstrengendes kann die Lautäußerung »Uff« verursachen. Aber … wo ist in diesem Roman das monster of the week? Spielt es erfolgreich Verstecken?

Uwe Anton im AustriaCon 2010 Album.
Austria Con 2010

Atlan erklärt den ironischen Kommentar des Haluters. Also hast du als Autor Atlan den Witz erklären lassen. Dass Haluter einen Konvertermagen haben, kann der RHODAN-Fan um drei Uhr morgens volltrunken und auf Speed von sich geben. Sind solche Erklärungen der Ausrichtung nach Neulesern geschuldet?

Keine Ahnung, ich bin um drei Uhr morgens nur sehr selten volltrunken und so gut wie nie auf Speed. Am Wochenende war ich auf einer Geburtstagsfeier, aber um drei Uhr morgens lag ich schon im Bett. Vielleicht volltrunken, aber nicht auf Speed.
Es ist immer ein Balanceakt, welche Infos ich in einen Roman packe. Der Altleser schüttelt den Kopf und denkt: »Weshalb wiederholt der Idiot das zum x-ten Mal?«, der Neuleser denkt: »Mann, ist ja irre!«
Außerdem kann ich nicht gut Witze erzählen. Ich neige dazu, sie sofort zu erklären.
Vor dem Stephansdom in Wien stehen zwei Polizisten. Kommt ein Tourist auf sie zu und fragt: »Do you speak english?« Die Polizisten verneinen. Daraufhin versucht es der Tourist mit Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Griechisch und Türkisch, bekommt aber jeweils nur ein Kopfschütteln, worauf er die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und geht. Sagt der eine Polizist zum Kollegen: »Mei, host dees kheert, sieben Sprochen hot der kenna!« – »No und, hots eam was gnutzt?« Also, der Stephansdom ist ein berühmtes Wahrzeichen von Wien, und … Ja, ist ja schon gut.

Wie sehr denkst du beim Schreiben und beim Korrekturlesen an die Neuleser?

Siehe oben. Es ist jedes Mal eine diffizile Angelegenheit. Was kann ich voraussetzen, was sollte ich erklären?

Bei Perry Rhodan hat man ja den Eindruck, dass er nach dem Prinzip »So, ihr habt 500 Jahre wenig weitergebracht, jetzt bin ich da und ich zeige euch, wie ich das alles wieder gerade biege!« agiert. Atlan verfolgt mit der Bleisphäre ja auch das Ziel, das Arkonsystem von früher wieder zurückzubekommen. Er fragt sich ja auch selbst, ob er zu einem verbitterten, verknöcherten, rückwärtsgewandten Arkoniden zu werden droht. Er will in sich gehen und darüber nachdenken. Was denkst du? Was wird bei jemand, der fünfundzwanzigtausend Jahre gelebt hat und gekämpft hat, am Ende des Nachdenkens herauskommen?

Keine Ahnung. Vielleicht greife ich das beim nächsten Roman mit Atlan, den ich schreiben werde, kurz auf, wenn’s irgendwie hineinpasst. Klar ist jedenfalls, dass ihn der Anblick der Bleisphäre nicht kalt lässt. Auch, wenn er ein paar Jahrtausende auf dem Buckel hat.

Zitat: »Die Signaten bezeichnen das Arkonsystem als Transzendente Signatur. Damit meinen sie, die Transzendenz habe diesen Ort transrational signiert. Diese Erklärung konnte ich nachvollziehen.«
 Äh … ich leider nicht. Bitte erleuchte mich.

»Trans« bedeutet in Bildungen mit Verben oder Substantiven »hindurch, hinüber, jenseits, über … hinaus«, lokal, temporal und übertragen. »Rational« bedeutet »die Vernunft betreffend, von der Vernunft bestimmt«. »Transrational« bedeutet also »über die Vernunft hinaus«.
Wie gesagt, die Signaten sind religiöse Fanatiker. Mit Vernunft hat das alles nichts mehr zu tun. Wenn Atlan das mit seiner Lebenserfahrung nachvollziehen kann, muss das dem Leser noch längst nicht möglich sein.

Zitat: Du bist bislang auch davon ausgegangen, dass es Unsinn ist, die Zukunft sehen zu können. Und doch kann Goshin das, da sind wir uns ja einig.
Zwei Fragen dazu: Wie kann Atlan trotz des Zeitauges der Perlians davon ausgehen, dass es Unsinn ist, in die Zukunft sehen zu können? Spricht diese Auffassung, obwohl Perlians in die Zukunft sehen können und der Signat sogar eine Bedrohung verhindert, gegen ein deterministisches Weltbild?

Nun lass mal den Stephansdom in Wien. Die Perlians können 0,1 Sekunden in die Zukunft sehen. Das ist doch zu vernachlässigen, jedenfalls nicht mit dem Signatenführer zu vergleichen, dem da schon Blicke über andere Zeiträume möglich sind. Die Fähigkeit, in die Zukunft sehen zu können, ist eins der interessantesten Themen der Science Fiction, und ich habe versucht, dem Rechnung zu tragen. Ist sie Segen oder Fluch? Kann man verändern, was man gesehen hat? Sind tatsächlich alle – insbesondere auch zukünftige – Ereignisse durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt? Auf diese Fragen gibt es natürlich mangels vernünftiger Erfahrungswerte keine festen Antworten, nur Meinungen. Der Leser möge das Für und Wider in Betracht ziehen und sich seine eigene Meinung bilden. Ich kann diese Frage nur anreißen und zur Diskussion stellen.

Im Roman wird erwähnt, dass Atlan 15.000 Jahre reine Lebenszeit hat. Aber es sind doch 25.000 …

Faktisch hast du völlig recht. Ich neige aber dazu, Traversan zu ignorieren, da Atlan die ihm bevorstehenden zehntausend Jährchen bis zur Gegenwart in einer Überlebensstation im Tiefschlaf überdauert. Ja, ich weiß, auf der Erde hat er ebenfalls viel Zeit im Tiefschlaf verbracht und seine Station nur verlassen, wenn Kollege Kneifel ihn für ein neues Abenteuer brauchte, aber das ist in meinen Augen etwas anderes. Man möge mir diese kleine Marotte verzeihen.

Zitat: »Zwei Dutzend Signaten oder mehr stürmten waffenschwingend auf uns zu.«
Wie muss ich mir das vorstellen? Kommen sie mit Kombistrahlern und schwingen die über dem Kopf, statt zu schießen?

Religiöse Fanatiker eben. Die handeln nun mal nicht immer zweckbestimmt und logisch. Du siehst, ich habe es mit der Religion und war daher der ideale Autor für diesen Band.

Hartmut Kasper hat sowohl auf dem Garching-Con als auch auf den PR-Tagen in Osnabrück gesagt, man wolle die Hinweise für die Zukunft stärker betonen. Waren die Sätze »Aber dieses Schiff veränderte alles. Ich war mir sicher, es würde noch eine Rolle spielen in dem Drama, dessen Handlung wohl eben erst begonnen hatte.« so eine stärkere Betonung der zukünftig relevanten Handlung?

Auf jeden Fall ist dieses Schiff ein Hammer und könnte starken Einfluss auf die zukünftige Handlung nehmen. Wir bemühen uns, alle aufgeworfenen Fragen bis zum Zyklusende zufriedenstellend zu beantworten. Also schön, du sollst deinen Willen bekommen: bis Band 3099.

Im Forum hat ein gewisser Askosan geschrieben: Interessant fand ich auch folgende Passage: „Der eine hat die absolute Weisheit über die Körpereigenschaften von Oxtornern gepachtet, der andere den wahren Kern des arkonidischen Wesens gefunden. Nicht ganz gescheit sind sie alle.“
War das eine Anspielung auf die Forumsdiskussion aus Spoilerthread 3019? Da ging es ja, unter anderem, um die „Körpereigenschaften von Oxtornern“. Der Roman war übrigens vom gleichen Autor.

Nein, das würde ich nicht so sagen. Wer mich kennt, weiß, dass ich nur ganz, ganz selten Anspielungen mache. Allerdings verfolge ich das Forum ziemlich aufmerksam, zumindest die Threads, in denen meine Romane diskutiert werden. Ich möchte ja wissen, was die Leser von ihnen halten und wie ich noch besser schreiben kann. Ich glaube mich zu entsinnen, dass die Diskussion über die Körpereigenschaften von Oxtornern schon ziemlich … nun ja, abgefahren war.

Vielen Dank für das Gespräch.

Gern. Wir sprechen uns dann in sechs Wochen wieder.

Eher früher, denn wir treffen uns in einer Woche am BrühlCon und dann zwei Wochen später am GutCon. 🙂

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Zehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3028

Mit seinem fünften Roman im Zyklus »Mythos Erde« führt er die Geschichte von Atlan und Arkon weiter. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er unter anderem, wie ihm das Titelbild gefällt und den Meuchler jeder Spannung.

Uwe, du liegst nach Michael Marcus Thurner auf Platz zwei bei der Anzahl der geschriebenen Hefte im Zyklus. Hast du besonders oft aufgezeigt, oder wie ist es dazu gekommen?

Keine Ahnung, das hat sich irgendwie so ergeben. Ich hebe eigentlich nur selten den Finger und rufe: »Ich will, ich will!« Das habe ich schon in der Schule nicht gemocht.

Was sagst du zum Titelbild von Band 3028?

Ich liebe arkonidische Trichterbauten, würde selbst gern in einem wohnen. Außerdem illustriert das Titelbild exakt eine Szene aus dem Roman. Graphisch sehr beeindruckend. Also: Sehr gelungen. Es muss nicht immer ein Raumschiff auf dem Cover sein, auch wenn die bei den Lesern sehr beliebt sind. Meine Titelbildvorschläge beinhalten übrigens immer eine Szene mit einer jungen Frau mit entsetztem Blick und zerrissener Bluse, die von einem Ungeheuer verfolgt wird, aber die wird seltsamerweise so gut wie nie genommen.

Was hast du dir gedacht, nachdem du das Expo gelesen hast?

Eigentlich das, was ich immer denke: »Uff!«

Was ist dir besonders leicht, was schwergefallen?

Besonders schwergefallen ist mir das Schreiben an sich. Besonders leicht gefallen sind mir die Kaffeepausen.

Uwe Anton und Leo Lukas am Austria Con 2016 copyright Martin Steiner

Dzsenifer Detaring ist in deinem Band die diensthabende Chefin der Abteilung Funk und Ortung. Ist der Name eine Eigenkreation? Falls ja, wie spricht man ihn aus? Und wie kommt man auf solche Zungenbrecher?

Ja, der Name ist meiner blühenden Phantasie entsprungen. Ein Zungenbrecher mag er vielleicht beim Lesen sein, nicht aber, wenn man ihn spricht: Je-ni-fer De-ta-ring.
Was soll daran kompliziert sein?
Das De-ta-ring?
Keine Ahnung, wie ich auf so etwas komme. Vielleicht möchte ich dem Lektor und Korrektor das Gefühl geben, etwas für ihr Honorar getan zu haben. Vielleicht habe ich auch nur Sportnachrichten gelesen, als ich über den Namen nachdachte, und ein Fußballspieler hieß »Dzse-Sowieso«. Ich mag diese unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen.

Einmal wird aus dem Geheimdienst NDE der NED. Und zweimal fixierte eine Figur eine andere – ohne die notwendige Ergänzung »mit den Blicken«. Ärgert dich, dass du, alle Testleser, der Redakteur und der Lektor darüber gestolpert sind?

Mich ärgert jeder Fehler in meinen Romanen. Es ist immer dasselbe: Ich schlage ein Heft auf, lese zwei, drei Zeilen und entdecke einen Fehler.
Aber auch hier gibt es unendliche Möglichkeiten: Hat der Lektor den Fehler eingebaut? Der Korrektor? War der Setzer übereifrig?
In meinem Manuskript steht nämlich kein NED, wie ich gerade nachgeschaut habe. Und jetzt muss ich dich mal energisch fixieren. Mit Blicken natürlich. Jeder Leser kann sich denken, dass die eine Figur die andere nicht mit Tesafilm oder gar Nägeln an einem Schwarzen Brett befestigt. Das wäre viel zu brutal, das darf ich nicht schreiben. Außerdem gibt es keine so großen Schwarzen Bretter.

Atlan zitiert Cicero und steht einer Nachfahrin seiner Jugendliebe gegenüber. Wünscht du dir manchmal, ein Geschichtsstudium abgeschlossen zu haben, wenn du einen Atlan-Roman schreiben darfst? Wie hilfreich wäre es?

Bestimmt sehr hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. An der Herstellung und Bearbeitung eines PERRY RHODAN-Romans sind genug Personen beteiligt, die sich hervorragend mit Atlan auskennen und mir mit Rat und Tat beiseite stehen. In meiner ursprünglichen Manuskriptfassung ist Atlan Cicero sogar begegnet – aber das ist er leider nicht. Und ich bezweifle, dass an deutschen oder österreichischen Universitäten arkonidische Frühgeschichte gelehrt wird.

In deinem Roman wird zweimal ein Gebäude infiltriert. Wieso trägt Atlan keinen Schutzschirmgenerator?

Schutzschirmgeneratoren sind die Meuchler jeder Spannung. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht daran gedacht.

Der TARA-Psi zögert bei der Ausführung von Atlans Befehl, etwas, das in den letzten Heften auch schon vorgekommen ist. Was ist der Grund, dass Atlan ihn überhaupt noch in den Einsatz mitnimmt? Und wann lässt Atlan die Programmierung des TARA-Psi überprüfen?

Glaubst du wirklich, ich würde die Leser spoilern und bestätigen, dass er im nächsten Band den Befehl dazu gibt?

Was würdest du dich zu dem Roman 3028 selbst fragen?

Wie habe ich den nur einigermaßen pünktlich beenden können?

Uwe, danke für deine Zeit.

Hier gibt es das Heft
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900003949/perry-rhodan-3028-die-kristallgetreuen-von-uwe-anton-heft

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Dreizehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Roman 3019

Uwe Anton schildert mit Band 3019 den Abschluss von Perry Rhodans Reise über Ilya. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er, warum ein Interview mit Roman Schleifer gefährlich ist und was die Formel 1 mit dem Band zu tun hat.

Uwe, Titel, Untertitel und Kapitelnamen in Band 3019 kommen mir bekannt vor. Wo hast du abgeschrieben?

Nirgendwo. Ich habe mich zwar sehr stark beeinflussen lassen und Titel eines bestimmten, schon lange allgemeinfreien Autors zum Vorbild genommen, aber den Titel und Untertitel sowie alle Kapitelnamen deutlich abgewandelt. Die Werke dieses Schriftstellers unterliegen nicht mehr dem Copyright. Dabei habe ich allerdings darauf geachtet, dass Leser, die diesen Autor früher einmal gelesen haben, die Anspielungen erkennen. Den Namen des Autors nenne ich bewusst nicht. Ich glaube, es macht Spaß, selbst herauszufinden, um wen es sich handelt. Die Suche nach passenden Titeln, die ich für meine Kapitel abwandeln konnte, war übrigens wesentlich zeitintensiver, als hätte ich mir eigene Kapitelüberschriften ausgedacht. Und wie gesagt, all diese Titel sind deutlich abgewandelt.

Was ist der Hintergrund für diese Anspielungen?

PERRY RHODAN 3019 ist in meinen Augen ein Abenteuerroman in der Tradition vieler Romane, die besagter Autor geschrieben hat, sozusagen ein Reiseroman. Es geht von A nach B. Ich habe diesen Autor als Kind sehr gern gelesen und mir als Erwachsener noch einmal viele seiner Romane in der ungekürzten und unveränderten Originalfassung besorgt. Ich sehe »Das Rätsel von Pescha« als Hommage an diesen Autoren.

Der Okrill verhält sich gegenüber Zemina Paath zutraulich und einwandfrei, also im Prinzip wie Perry Rhodan auch. Beeinflusst sie die beiden?

Keine Ahnung. Das wird die Zukunft erweisen. Vielleicht ist Zemina auch nur eine sehr gute Tierpsychologin, eine »Okrillflüsterin« sozusagen. 🙂
Und Perry Rhodan ist ihr gegenüber doch nicht zutraulich! Er lässt sie den gesamten Roman über überwachen.

Rhodan fühlt Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit – denkst du, war er jemals verzweifelter? Immerhin wurden ihm seine Wurzeln genommen …

Das kann schon sein. Es freut mich, dass diese Verzweiflung bei dir angekommen ist. Über das Ausmaß möchte ich keine Aussage treffen. Schließlich hat er ja auch schon einige Ehefrauen verloren …

In deinem Roman sind wir zum ersten Mal in der Innensicht eines Cairaners. Wie schwer war für dich diese Gedankenwelt?

Herausfordernd. Ich musste mich natürlich an die Vorgaben halten, habe mich aber gefreut, dass ich als erster Autor in die Innensicht eines Cairaners gehen durfte. Das bringt uns die Cairaner doch ein wenig näher, und es sind sehr viele wichtige Hinweise im Text verborgen, die der Leser jetzt allerdings noch nicht erkennen kann. Wenn er später einmal sagt: »Ah ja, das habe ich ja schon in 3019 gelesen!«, bin ich zufrieden.

Paiahudse Spepher hat zwei (!) Lebensgefährtinnen. Der Roman spielt im 6. Jahrtausend, schon klar. Aber dennoch wurde er im 21. Jahrhundert geschrieben, in dem politische Korrektheit, Gender und Gleichberechtigung großgeschrieben werden. Wieso entscheidet ihr euch da ausgerechnet für ein Volk, bei dem ein Mann zeitgleich zwei Lebensgefährtinnen hat?

Ich habe zur Abgrenzung ausdrücklich durchgehend von »Lebenspartnerin« und nicht dem heute gebräuchlichen »Lebensgefährtin« geschrieben. Dieser Begriff taucht aus stilistischen Gründen im gesamten Roman ein einziges Mal auf!

Wie du gerade gesagt hast, der Roman spielt im 6. Jahrtausend und in einer völlig fremden Kultur. Und was hat der Umstand, dass jemand zwei Lebenspartner/Innen hat, mit political correctness, Genderbeziehungen und Gleichberechtigung zu tun?
Hier wird ein Gesellschaftsbild entworfen, das keinem irdischen entspricht. Du lässt dich von politischer Korrektheit doch nicht zu kleingeistigem Denken treiben, oder? 😉
Außerdem wissen wir noch viel zu wenig von der Gesellschaft der Cairaner, um endgültige Aussagen treffen zu können. Wer weiß, vielleicht ist es bei ihnen ganz normal, dass auch eine Cairanerin zwei Lebenspartner hat?

Spepher denkt, dass die Ayees Zeit benötigen, um zu einem Volk zu werden, die die Geschichte der Milchstraße bestimmen kann. Jetzt sind die Ayees gerade mal auf dem Niveau des frühen 20. Jahrhunderts. In welchen Zeiträumen rechnen die Cairanern? Wie lange werden sie auf die Ayees aufpassen, bevor sie zu einem raumfahrenden Volk werden, die die Milchstraße bestimmt? Und … heißt das, die Cairaner bleiben mehrere Generationen in der Milchstraße, weil ihr eigener Plan so lang dauert?

Interviews mit dir sind so gefährlich, weil du es hervorragend verstehst, Spoiler aus einem herauszulocken. Wir werden spätestens in 3099 erfahren, was es mit den Cairanern auf sich hat, vielleicht auch schon früher. Außerdem sind sie schon eine ganze Weile in der Milchstraße, oder?

Spepher denkt über die Existenz Terras (Zitat): »Spepher schloss dessen Existenz nicht grundsätzlich aus. Vieles war möglich.« Die Cairaner wissen also selbst nicht, ob Terra existiert? Damit waren sie es nicht, die die Erde entführt haben, sondern nutzen die Situation in der Galaxis für eigene Zwecke?

Tja, vieles ist möglich. Ich möchte in diesem Zusammenhang weder etwas grundsätzlich ausschließen noch bestätigen.

Zitat Perry Rhodan: »Das war das Problem, seit es Menschen gab. Sie dachten in den entscheidenden Augenblicken einfach nicht nach.« Ganz schön arrogant, der Herr Rhodan, meinst du nicht auch?

Tut mir leid, falls das so rüberkommt. Da spricht natürlich der Autor, und der und Herr Rhodan meinen garantiert nicht sämtliche Menschen. Aber einige schon.

Uwe Anton am Austria Con 2016 im Gespräch mit Roman Schleifer

Du schilderst eindrücklich, was Spepher für eine seiner Gefährtinnen fühlt. Hast du dich auch verliebt in sie?

Sagen wir so, sie ist mir ans Herz gewachsen. Zum Verlieben ist sie mir zu groß; sie stellt Dinge mit den Händen an, die mir fremd sind, und mit Bruttaschen kann ich auch nicht viel anfangen. Aber sie riecht sehr gut.

Auf seiner Wanderung kommt Rhodans Gruppe zu einer Stelle, bei dem der Weg einen Kreis bildet. Plötzlich rast ein rotes bolidenartiges Geschöpf, gefolgt von einem weiteren roten und einem mit hellen Silberton über diesen kreisförmigen Weg entlang. Zeitgleich sind sie in der Nähe von Baku. Hast du bei der Formel 1 Anleihe genommen?

Ein guter Freund von mir ist begeisterter Formel 1-Fan, und als ich den Roman schrieb, fand tatsächlich gerade das Rennen von Baku statt. Ich habe es also eingebaut. Was nicht in dem Roman steht: Das silberne Geschöpf hat die roten schon einmal überrundet …

Durch deinen Roman ist offiziell, dass die Ladhonen und die Cairaner keine Verbündeten sind. Gehören die Ladhonen zu der Macht, die Terra und Luna entführt haben? Und haben sie die Erde vielleicht sogar beschützt vor dem, was die Cairaner vorhaben? Die Cairaner haben in der Milchstraße Ordnung geschaffen, weil das Trajekt bei einer Galaxis im Chaos unerschließbar wäre. Ist das eine Anspielung auf die Chaotarchen? Ist das Trajekt das Sternenrad, von dem Hartmut auf dem Con in Osnabrück gesprochen hat?

Vielleicht. Vielleicht. Nein, das ist keine Anspielung auf die Chaotarchen. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Nachdem alle Cairaner Datenmanipulation zutiefst verabscheuen, steht fest, dass die Cairaner mit dem Posizid nichts zu tun gehabt haben. Wieso haben sie nicht versucht, die wirkliche Geschichte zu rekonstruieren, wenn ihnen das so verhasst ist? Immerhin ist das ja auch eine Form des Chaos …?

Viel wichtiger als diese Fragen finde ich den Umstand, dass die Cairaner Datenmanipulationen zutiefst verabscheuen. Das ist natürlich ein Schlüsselsatz des Romans. Schön, dass du ihn erkannt hast! Die Leser haben jetzt jede Menge Stoff für Spekulationen. Danke für die Fragen, und bitte hab Verständnis, wenn ich manche nur ausweichend beantworte. Aber ich will den Lesern nicht den Spaß nehmen.

Uwe, danke für deine Zeit.

Zehn Fragen an Uwe Anton zu Band 3013

Uwe Anton schreibt mit Band 3013 seinen zweiten Roman für den Zyklus. Im Interview verrät er Roman Schleifer unter anderem, wie die Autoren die Spannung im Zyklus halten wollen und ob Icho Tolot noch ein Haluter ist.

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»Ich hatte mich nicht unter Kontrolle und zitterte heftig.«

Band 3013 beginnt mit dieser Reaktion von Perry Rhodan, als er endlich Reginald Bull gegenübersteht. In den vergangenen Heften hat Perry regelrecht Panik geschoben, dass Bully sich in den fünfhundert Jahren negativ verändert hat. Wieso traut er seinem ältesten Gefährten so etwas überhaupt zu? Und wieso hat er das Gefühl am Ende des Heftes immer noch?

Reginald Bull hat bekanntlich einen Zellaktivator chaotarchischer Herstellung, und niemand weiß, was diese kleinen Dinger mit ihrem Träger so anstellen. Fünfhundert Jahre sind eine lange Zeit, um etwas anzustellen. Allerdings interpretierst du hier falsch. Nach fünfhundert Jahren verliert Perry ganz einfach vor Freude/Spannung/Erwartung ein wenig die Kontrolle, als er seinem ältesten Freund gegenübersteht. Du hast diese Erfahrung doch bestimmt auch schon mal bei einer Begegnung nach fünfhundert Jahren gemacht, Roman!

Nach elf Romanen mit Einzelabenteuern und einem Band mit einer Lebensgeschichte werden viele Leser deinen Band 3013 als ersten Schlüsselroman werten. Endlich erfährt man etwas über die Vergangenheit. Was war für dich bei der Vorbereitung neben dem Treffen zwischen Bully und Perry der zentrale Punkt im Expo?

Die Aufhellung der Vergangenheit in homöopathischen Dosen.

Cecelia Mulholland, die Mutter von Buatier Mulholland, dem Chef der Station Gongolis, hat bei dir einen Kurzaufritt. So wie Rhodan rätsle ich noch immer nach dem Beweggrund und der Beziehung … Klär mich auf!

Also, Roman, es gibt Blumen und Bienen. Und die Bienen fliegen zu den Blumen und … Ach, das meinst du wohl anders. Na schön: Das hättest du wohl gern. Das bleibt natürlich späteren Bänden vorbehalten.

Geflachse vor den Panels, Rüdiger Schäfer und Uwe Anton

Terra wurde vor 400 Jahren geraubt … viele sprechen von einem Mythos, selbst die Terraner. Wieso nennen sich die Menschen Terraner, wenn es gar kein Terra mehr gibt, sie selbst nicht daran glauben und seit Jahrhunderten woanders geboren werden?

Weil die Macht der Gewohnheit genauso stark ist wie jene Macht, die in einem anderen Universum in dem jungen Luke Skywalker wohnt.

Icho Tolot ist nun offizieller Bürger der LFG, sonst hätte er nicht als Bewacher fungieren können. Sind die Menschen im 5. Jahrtausend immer noch so kleinkariert bürokratisch? Und sehen die halutischen Gesetze eine Doppelstaatsbürgerschaft vor?

Manche Dinge ändern sich nie. Etwa die Bürokratie, die sich selbst erhalten muss, oder das gute Wiener Schnitzel. Was den zweiten Teil der Frage betrifft, werde ich mich bei der nächsten Autorenkonferenz bei Prof. Dr. Sankt Spekulatius erkundigen, unserem Experten für alle Fragen der Gesetzgebung der Haluter und Asporcos, den wir bei Bedarf immer aus Hallstatt-Dachstein im Salzkammergut einfliegen lassen.

Vetris Molaud, die Akonen und ein paar andere Völker arbeiten zusammen. Der äußere Feind, die Cairaner hat also die Milchstraße mal wieder geeint. Brauchen die Milchstraßenbewohner den äußeren Feind wirklich immer für »inneren Frieden«?

Das war schon in einem kleinen gallischen Dorf so, in dem z.B. Fischhändler Verleihnix und Schmied Automatix ihre Zwistigkeiten über die Frische der anrüchigen Ware des Fischhändlers sofort vergessen, wenn die Römer anrücken.

Durch die Anspielung im Roman auf das Dorf Scheernsting sehe ich, dass du den Eschbach gelesen hast. Wie fandest du ihn?

Nach kurzem Suchen auf der Seite eines weltweit tätigen Internet-Händlers. Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Die Lektüre lohnt sich wirklich.

Was mich irritiert: Rhodan trägt seit Band 3011 von Dancer und Schlafner ein Nanoimplantat im Körper – müsste er das nicht schleunigst loswerden wollen? Wieso wird das nicht erwähnt?

Weil Rhodan in Band 3013 einfach zu viel um die Ohren hat, um auch nur einmal an dieses Ding zu denken.

Du erwähnst Palatschinken, und dass es ein Restaurant geben sollte, in dem nur Palatschinken serviert werden, in Hunderten von Variationen, mit verschiedenen Marmeladen oder einfach nur braunem Zucker. Ich sehe schon, ein Wienbesuch ist fällig. Wann darf ich dich in Wien zur Palatschinkenkuchl entführen?

Wenn es nach mir ginge, sobald du von deiner Reise aus Ägypten zurück bist. Dem Foto nach, das du mir geschickt hast, wandelst du offenbar erfolgreich auf den Spuren der Loower auf ihrer Suche nach Laires Auge …

Aber leider muss ich dann sowohl nach Osnabrück als auch einen RHODAN-Doppelband schreiben. Das besagte Restaurant hat mich natürlich zu dieser Erwähnung inspiriert.

Rhodans Ansprache an Bord der THORA verrät den Verlauf des Zyklus … können wir uns jetzt eigentlich die Hefte sparen, denn eines Tages werdet ihr die Erde wiedersehen und dann auch ins Solsystem zurücktransferieren. Wie halten die Autoren im Zyklus die Spannung aufrecht, obwohl jedem Leser das Ende klar ist?

Das ist das Geheimnis unseres Erfolges, das wir natürlich niemandem verraten. Nicht einmal im Palatschinkenkuchl nach dem Genuss drei verschiedener Palatschinken-Variationen!