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Zehn Fragen an Susan Schwartz und Christian Montillon

Uschi Zietsch, alias Susan Schwartz und Christoph Dittert, alias Christian Montillon verraten im Interview mit Roman Schleifer, ob es noch Menschen gibt, die an die Alleinstellung der Menschheit glauben und welche Geschichten erzählt werden sollten.

Wie habt ihr euch die Ebenen aufgeteilt?

Uschi: Ich hatte durchgehend den ersten Teil des Romans bis zum Eingang der Hohlwelt.

Auf der Sagarssen-Handlungsebene wird thematisiert, ob die Sagarssen das einzige intelligente Leben im All ist. Dieses Thema wurde in RHODAN im Laufe der Jahrzehnte sehr oft erwähnt. Denkt ihr, es gibt einen Leser da draußen, der denkt, die Menschheit wäre die einzige intelligente Zivilisation im All? (Wobei man sicher über das intelligent und Zivilisation diskutieren könnte …)

Uschi: Bei den PERRY-Lesern oder allgemein SF-Anhängern nehme ich das nicht an. Aber sonst? Davon gibt es heutzutage noch jede Menge Leute, die das annehmen.
Abgesehen von Scheibenwelt-Anhängern (und ich meine NICHT Terry Pratchett) und Aluhüten liegt es oft an mangelnder Bildung in den ärmsten Regionen der Erde, in denen man keine Zeit hat, zum Himmel zu blicken und darüber nachzudenken, oder es hat religiöse Hintergründe. Aber auch manche Wissenschaftler nahmen das bis vor kurzem an, weil es ihrer Ansicht nach noch weniger wahrscheinlich ist als ein Sechser mit Zusatzzahl im Lotto. Ihrer Ansicht nach müssten derart viele Faktoren zusammenkommen, dass sich überhaupt höher entwickeltes Leben entwickeln kann, dass die Wahrscheinlichkeit gegen 0 tendiert. Sogar Stephen Hawking hatte es vor Jahrzehnten mal angemerkt – sich später aber selbst widersprochen, indem er davon sprach, sollte es jemals zum First Contact kommen, dass dieser keinesfalls friedlich verlaufen könne und er große Angst davor habe.
Inzwischen aber haben wir so viele Systeme mit Planeten in der habitablen Zone entdeckt, die wahrscheinlich sogar Wasser tragen, dass da einige Wissenschaftler ihre Ansicht vermutlich revidiert haben. Und vielleicht trotzdem noch vermuten, dass es keine Zivilisation oder gar Raumfahrt gibt. Aber nur, weil wir noch niemanden gefunden haben, heißt das nicht, dass er nicht existiert.

Bei den Sagarssen wird ein Außenseiter zum Helden. Was ist leichter zu schreiben: der Außenseiter oder der von Haus aus strahlende Held?

Uschi: Der Außenseiter natürlich. Strahlende Helden bieten lediglich ein gut sichtbares Ziel für den Abschuss.

Zitat: »Wer hasst das Leben so abgrundtief, dass er es auslöschen will?«
Wann erfahren wir die Hintergründe der Schweigschauer?

Christoph: In dieser und auch einigen folgenden Fragen (vor allem deiner letzten) zeigt sich herrlich, welche unterschiedlichen Vorstellungen es darüber gibt, was »erzählt werden muss«. Wir haben bis jetzt (einschließlich dieses Romans) einen kosmischen Hintergrund angerissen. Perry ist in die zweite Hälfte des Dyoversums vorgedrungen und hat an einem kosmischen Muster gekratzt, das sich von dem unterscheidet, das er kennt. Nämlich unserem.
Wobei gilt: Perry gibt sich sicherlich nicht der Illusion hin, dass er das kosmische Muster unserer Hälfte des Dyoversums wirklich KENNT, also es voll durchdrungen und alle Antworten erfahren hat. Er tastet sich seit 3000 Romanen immer weiter vor, entdeckt neue Schichten der Wahrheit. Er weiß auch (da bin ich mir sicher), dass er binnen weniger Wochen oder Monate nicht alle Geheimnisse dieses anderen Zweigs lüften wird. Das wäre ja Narretei.

Der Staubfürst muss vor der Passage die Reisewilligen prüfen. Habt ihr da Anleihe bei Monty Pythons Ritter der Kokosnuss genommen?

Christoph: Wer täte das nicht, wenn er ein Heldenepos schreibt.

..

.

..

Okay, nö, haben wir eigentlich nicht. Das Motiv ist natürlich auch schon älter.  🙂

Wenn ich jetzt böse bin, sage ich: Rhodan, der Depp, hat die Fragen absolut nicht weise gewählt. Wie kann ihm das nach so vielen Jahrtausenden passieren?

Christoph: Wie gut, dass du nicht böse bist. Aber warum sollten die Fragen nicht weise gewählt sein?

Ich habe es nicht verstanden. Wieso haben die Staubfürsten rein defensiv Transfergetriebe auf Welten installiert?

Christoph: Um Rettungen zu ermöglichen. Weil sie das Leben schätzen. Und dass dann jemand anders gekommen ist … hm, ja, kann passieren. Aber zu dem Thema sagt dann auch der kommende Uschi-Christoph-Viererblock noch etwas.

Rhodan erhält vom Staubfürsten den Schlüssen fürs Transfergetriebe einfach so geschenkt. Hätte er sich diesen Bonus nicht erarbeiten sollen? Rein dramaturgisch betrachtet?

Christoph: Rein dramaturgisch HAT er ihn sich ja erarbeitet, indem er bis zum Staubfürsten und dem Gespräch mit ihm vorgedrungen ist.

Zitat: »Er würde nicht allein zurückkehren. Er würde die Erde und den Mond mitbringen.«
Da vergisst er, der Herr Rhodan, dass er die Menschen abstimmen lassen wollte. Ist er so von sich überzeugt?

Christoph: Die Entwicklung der Dinge hat die Abstimmung nicht etwa weggewischt – aber verschoben. Und so problemlos ist das alles auch gar nicht. Erneut verweise ich auf den kUCV.

Es wird noch einen Vierblock mit dem zweiten Teil des Dyoversums geben. Nachdem dann die Erde und der Mond wieder zurück im Solsystem sind, müsste den Gesetzen des bisherigen Serienverlaufs eigentlich der zweite Teil des Dyoversum in der Versenkung verschwinden. Falls sich die Geschichte wiederholt, finde ich das schade. Warum eine neue Geschichte erzählen, wenn wir doch noch die vorherige nicht einmal ansatzweise fertig erzählt haben?

Christoph: Oh, die Geschichte, die erzählt werden soll, die IST im kUCV dann auserzählt. Dass damit nicht alle Geschichten des Dyoversums erzählt sind, versteht sich ja von selbst. Was nicht heißen soll, dass wir sie in Zukunft erzählen werden. Aber man könnte sie erzählen, wie man auch die Milliarden Geschichten aus Andromeda, der Larengalaxis, der Diener der Materie erzählen könnte. Um nur mal drei von sehr, sehr vielen Stichworten zu erwähnen …

Uschi, Christoph, danke für eure Zeit.

Hier gehts zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Heftzusammenfassung auf der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Horror_(Roman)

Hier zur Heftdiskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12369

Zehn Fragen an Uschi Zietsch und Christian Montillon zu ihrem Band 3080

Uschi Zietsch, alias Susan Schwartz und Christoph Dittert, alias Christian Montillon verraten, wie sie sich ihre Schreibpension vorstellen und wie man rasch einen Jülziish-Figurennamen erstellt.

Uff, das Heft hatte einen traurig-tragischen Inhalt. Wie sehr schmerzt einen so eine Story als Autor? Leidet man mit den Figuren mit?

Ich fand es in der Tat sehr tragisch – und habe mich (auch wenn das jetzt sehr schmalzig klingen mag) auf den »süßen Schmerz« der Beziehung zwischen den beiden Jülziish konzentriert. Ist schon klar, wen ich meine, oder?
Ursprünglich wollte ich der zweiten Generation auch mehr Raum geben, also den Heimkehrern, aber das ging einfach nicht. Ich merkte: Es ist die Geschichte der ersten Generation, mit einem Epilog der zweiten Generation, wenn man so will. Und ja, es hat mich mitgenommen. Aber eher auf der Ebene: »Es geht um Gefühle, und ich will diese Gefühle transportieren.«

Hat eine Abart der Bleichsterne die Jülziish auf dem Gewissen?

Das liegt ja sehr nahe, gell?

Nachdem der Staubfürst um Vergebung ersucht – holen die sich regelmäßig für ihre Experimente Lebewesen aus dem anderen Teil des Dyoversums? Und muss man sie als »Böse« einstufen?

Ich bin ziemlich überzeugt, dass der Staubfürst »gut und böse« nicht so definiert wie wir. Für mich sind sie nicht »böse«. Er bittet um Vergebung – und weiß, dass dieses Experiment gescheitert ist. Das ist wohl sehr »menschlich«, obwohl die Figur an sich natürlich nicht wie ein Mensch funktioniert.

Zitat: »Ihr seid wir. Unsere Schatten. Unser Licht.«
Ich versteh den Satz nicht. Wieso sind die Jülziish die Schatten und das Licht der Staubfürsten?

Vielleicht (nur vielleicht) wird es nach der Lektüre des nächsten Romans klarer. Dort wird das zwar nicht erklärt, aber es mag sein, dass man es dann besser »erfühlen« kann, was den Staubfürsten zu dieser – durchaus rätselhaften – Aussage bewegt.

Die Aufgabe des Autors ist es ja, die Helden leiden zu lassen. Jetzt wurden in dem Roman Neugeborene Opfer der Umstände. Abgesehen von FSK … welche Grenzen würdet ihr nicht überschreiten?

Das war schon sehr hart, was in diesem Roman passiert ist, ja. Ich hätte z.B. nicht die Geburt geschildert und dann einen Leidens- und Sterbensweg des Säuglings.

Oder, um mit einem anderen Beispiel zu sprechen: Vor Jahren dachte ich: »Ach, lies doch mal einen Splatterroman – den ersten deines Lebens.«
Also so richtig Splatterzeugs. Ich hab dann angefangen und der Roman begann damit, dass irgendwer eine Bratpfanne nimmt und einen Säugling erschlägt. Dann hab ich aufgehört zu lesen. Klares Urteil: Nix für mich.

Die Jülziish sind ja bekannt für ihre – aus terranischer Sicht – spannenden Namen. Früher hieß es, die Namen seien wahllos aus dem türkischen Telefonbuch entnommen. Wie kommt ihr heute zu den Namen? Gibt es eine Art interne Richtlinie, wie sich Jülziish-Namen zusammensetzen?

Eine solche Richtlinie gibt es nicht. In Exposé stehen bei Fremdvölkern manchmal Hinweise wie: »Beispiele für Namen dieses Volkes sind«, und dann werden ein paar aufgelistet. Dann bastelt man als Autor nach dem Prinzip, das hoffentlich erkennbar ist, selbst Namen. Ich gehe als Autor bei Völkern sehr häufig so vor, dass ich »Bekannte Vertreter des Volkes XYZ« auf der Perrypedia suche, die Namen studiere und dann eben mit dem Sprachmaterial bastele.
Ein Jülziish hat für mich gefälligst ein paar i, j und y zu haben, um es salopp zu sagen. Rijmyn Schliifjr.
Okay, kein guter Name, aber auf dem richtigen Weg. Die »R« stören. Ijmyn Sliify. Kommt fast hin. In einer Minute hätte ich einen passablen (aber sicher nicht brillanten) Namen, dem man die Herkunft dann nicht mehr ansieht.

Uschi, nachdem die Wüstenhandlung in den Vorbänden von dir stammt, in der auch Obyn eine prominente Rolle einnimmt: Gab es für die Frau ein echtes Vorbild von deiner Wüstenreise?

Nein, ich habe ihren Charakter anhand der Herausforderungen entwickelt, die auf sie zukommen, und natürlich dem, was schon vorgegeben war. (Ihr Alter, ihr großer Traum, ihre soldatische Vergangenheit). Wenn, dann ist ein wenig Perry in ihr. (Freut mich übrigens, dass sie als Sofortumschalterin erkannt wurde – das hatte ich eingebaut und wusste nicht, ob es jemand erkennt.)

Noch eine Frage zu den Vorbänden. Es gibt Richtlinien für den Erstkontakt mit außerirdischen Völkern. Da heißt es, dass erst ab einem bestimmten Niveau der Erstkontakt hergestellt werden darf. Die Yenranko waren meiner Meinung nach unterhalb dieses Niveaus. Wenn das schon die Topsider ignorieren, müssten doch zumindest die Terraner Einspruch erheben …

Uschi: Ich weiß bei Star Trek, dass es die Oberste Direktive gibt (an die sich keiner hält), aber bei Perry? Das wäre mir neu. Perry hatte in der Hinsicht nie Hemmungen, sonst hätte sich Gucky ja gar nicht an Bord des Raumschiffs schleichen können. Perry landet überall, wo er eine Aufgabe zu bewältigen hat, egal wer da lebt. Ich kann mich dunkel erinnern, mit Bré Tsinga einen Erstkontakt beschrieben zu haben, mit einem niedlichen elefantenähnlichen Völkchen (Name ist mir entfallen), das auf einer Welt mit sehr hoher Schwerkraft lebte (es gab keine Vögel, weiß ich auch noch) und keinerlei Technik besaß. Die Yenranko haben zumindest Flugzeuge, motorisierte Bodenfahrzeuge, Funk und fortgeschrittene Waffen (Bomben, Granaten, Munition), ihre Intelligenz ist gut entwickelt. Ich wüsste also nicht, was gegen einen Erstkontakt spräche.

Der Kommandant der Jülziish wird gefragt, was er in der Pension macht.
Uschi, Monti … wie ist da eure Vorstellung? Schreibt ihr, bis man euch mit dem Kopf auf der Tastatur findet?

Uschi: Ja.

Monti: Uschis Antwort ist so wortgewaltig, dass ich mich geniere, daran anzuschließen. Ich sag mal so: Ich will schreiben, solange es geht – einfach weil es Spaß macht, sinnvoll ist und das Oberstübchen fit hält. Aber ich werde auch irgendwann ein wenig runterfahren und weniger publizieren – so mein Plan. Mal sehen. Hat ja noch Zeit, und das Leben birgt Überraschungen.

Der nächste Roman heißt »Horror« – natürlich taucht sofort die Assoziation zum »MdI«-Zyklus auf. Wie sinnvoll ist diese Assoziation? Könnt ihr die Erwartungshaltung dann auch halten?

Monti: Wir halten die Assoziation für sinnvoll, sonst hätten wir sie nicht gewählt :-).
Die Leser müssen entscheiden, wie sie das auffassen. Es wird solche und solche Rückmeldungen geben, schätze ich. Natürlich werden wir in einem Roman (der nicht nur den »Horror«-Teil enthält) keine Nacherzählung der alten Horror-Story liefern. Es ist wirklich eine Assoziation, die Perry durch den Kopf geht.

Uschi, Christoph, danke für eure Zeit.

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Zwölf Fragen an Uschi Zietsch und Christian Montillon zu ihrem Band 3079

Uschi Zietsch und Christoph Dittert, alias Susan Schwartz und Christian Montillon verraten im Interview mit Roman Schleifer unter anderem, wann die Herkunft von Iwán/Iwa Mulholland geklärt wird und was ein Roboter tut, wenn er allein ist.

Uschi, Obyn entpuppt sich als weiblicher Rhodan. Hätte man das im ersten Roman noch besser herausstreichen sollen?

Die Frage verstehe ich nicht, es ist doch offensichtlich klar? Es wird in 3078 deutlich ausgesagt, dass sie vom Frieden aller Völker träumt. Und daran arbeitet, aber im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten heimlich, um nicht als Verräterin dazustehen. Das war der Grund ihrer Reise: Den Weg zum Frieden zu finden. Was fehlt da noch?

Als RHODAN-Autor schildert man ja immer wieder fremde Lebewesen und Gesellschaften. Wie schwer fällt es, spezifische Vergleiche zu finden?

Uschi: Die Yenranko ähneln natürlich unseren Wüstenvölkern, aber das ist auch völlig okay so, denn in der Wüste gibt es nur wenige Gesetze, aber diese sind universell. Ansonsten leitet man von der Physiologie das Verhalten her und entwickelt die Regeln und die Gesellschaft.

Monti, Iwáns Herkunft liegt weitgehend im Dunkeln, auch wie er ins Galaxiengeviert zur Kandidatin Phaatom gekommen ist. Erfahren wir im nächsten Zyklus mehr von seiner Vergangenheit?

Christoph: Du weißt ja, dass ich nicht spoilere. Aber ich sag mal so: Iwán/Iwa ist eine wichtige Figur. Und wenn seine Herkunft nicht geklärt wird, könnte es durchaus naheliegen, dass sie später noch geklärt werden wird 🙂

Rhodan fragt sich, was ein Roboter tut, wenn er allein ist, bleibt aber die Vermutung schuldig. Daher … was tut ein Roboter, wenn er allein ist?

Christoph: Die Frage, was ein Roboter tut, wenn er allein ist: Findest du nicht, dass das schade wäre, jetzt im Interview meine Meinung dazu kundzutun?
Im Roman ist es (meiner bescheidenen Meinung nach) so schön angelegt, dass Rhodan sich diese Frage stellt. Eine Frage, über die jeder Leser nachdenken kann, wenn er mag. Sie lässt sich philosophisch breit weiterdenken, wenn man will.

Hartmut und du habt Rico aus der Versenkung geholt. Was war die Überlegung dahinter?

Christoph: Die Überlegung ist ganz einfach: Rico und Terra, Rico und Neu-Atlantis … das gehört irgendwie einfach zusammen. Als wir über die Erde in der anderen Hälfte des Dyoversums nachdachten, da war da plötzlich dieser Rico und rief: »Hallo! Ihr wisst ja, wer ich bin, wofür ich stehe und wie es mir so geht! Also … ich mische hier mit, ist das klar?!«
Und plötzlich dachte ich beim Romaneschreiben: »Ich weiß eigentlich nicht, wie es ihm aktuell geht. Aber ich werde es herausfinden!«

Zugegeben, so wie die Entführung aufgelöst wird, ist es elegant, dennoch habe ich mich vorher gefragt, warum die Topsider nicht einfach mit einem Paralysator die Entführung beenden …

Uschi:  Du meinst vom Mutterschiff?
Das wäre sicher noch gekommen, wenn es anders nicht funktioniert hätte. Aber grundsätzlich wird nicht gleich mit Bomben geschmissen, wenn es noch andere Wege gibt. Man weiß ja nicht, wie die Yenranko unter Obyns Führung darauf reagieren. Schließlich waren ein Haufen Topsider auf dem Platz. Vor allem Obyn muss die Gelegenheit gegeben werden, einzugreifen und mit ihrer Stellvertreterin zu reden. Das ist eine heikle diplomatische Situation, die man erst mal abwägen muss. Man muss ja auch verstehen lernen, warum diese Yenranko so handeln, weil das richtungsweisend für die Zukunft ist.

Der Translator der Topsider übersetzt einen Fluch nicht. Seit wann gibt es eine Zensurfunktion bei Translatoren?

Uschi: Seit nie.
Das Idiom ist zu dem frühen Zeitpunkt noch nicht übersetzbar. Mit anderen Worten: Es ist ein Gag!

Im Forum schreibt RolfK: »Zusammenfassend: Storyelemente werden ohne Rücksicht auf Plausibilität so zurechtgebogen, dass ein vorab festgelegter Plot erreicht werden kann.«

Was denkt ihr euch bei so einer Analyse?

Uschi: Sollte ich?

Ein anderer Leser nennt den Roman einen der besten im Zyklus.
Die Bandbreite der Meinungen ist sehr groß. Worauf verlässt man sich dann als Autor?
Auf sich und den Redakteur?

Uschi: Ich verfasse seit nunmehr 28 Jahren PERRY RHODAN-Romane und habe insgesamt annähernd 250 Veröffentlichungen in diversen Genres, arbeite seit 37 Jahren als Autorin, Lektorin, Verlegerin, Schreibdozentin und Agentin. Damals wie heute verlasse ich mich nur auf mich, nur heute ist es durch die jahrzehntelang gewachsene professionelle Erfahrung einfacher. Natürlich kann ich nicht immer gleichbleibende Qualität schaffen, ich bin ja kein Roboter. Aber ich liefere immer in der Qualität ab, mit der ich mindestens zufrieden, im besten Fall glücklich bin. Ernst Vlcek sagte immer »druckbar muss es sein«.
Das entscheidet der Redakteur und macht Verbesserungsvorschläge, und ggf. arbeitet man was nach, das ist ja kein Problem. Es ist ein kreativer Prozess, der sich in ständiger Bewegung befindet. Alles andere, ob es gefällt oder nicht, entscheiden subjektiv die Leser. Jeder Leser geht anders dran, der eine nur zum Konsumieren, der andere nur zum Fehlersuchen. Die Bandbreite dazwischen ist groß, und das finde ich gut so und sehe das völlig unproblematisch. Denn durch die Vielfalt der Serie und der Autoren ist im Serienverlauf für ausnahmslos jeden irgendwann etwas dabei.

Der Roman endet mit einem Cliffhanger … Band 3080 spielt auf Gatas, damit werden nach den Topsidern auch die Jülziish ihren Auftritt im zweiten Teil des Dyoversums haben.
Was war der Grund, dass ihr euch bei all der Menge an Völkern für die Topsider und die Jülziish entschieden habt?

Christoph: Die Topsider waren »sofort da«, als wir an die Arbeit gingen … und die Jülziish … ach, die Jülziish. Ich finde sie so herrlich unwahrscheinlich in Uschis und meiner Handlungsebene. Etwas, mit dem man nicht rechnen konnte. Das alle überrascht – einschließlich der Autoren.

Monti, du hast dich am Wochenende mit KNF und Hartmut getroffen … tease uns den nächsten Zyklus an …

Das Treffen mit Klaus Frick und Hartmut Kasper war wunderbar. Wir saßen draußen, es gab Schatten (wichtig bei diesen Temperaturen); ich bin stolz auf mich, weil ich dran dachte, Hartmut eine Flasche seines geliebten Malzbieres bereitzustellen (das Treffen fand bei mir zuhause statt) … Alkohol ist keiner geflossen, aber gefuttert haben wir gut. Und bis zum nächsten Mal übe ich noch, das Drumherumplaudernundnixverraten etwas spannender zu gestalten für Interviewfragen.

Uschi, Christoph, danke für eure Zeit.

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Zehn Fragen an Uschi Zietsch und Christian Montillon zu ihrem Band 3078

Uschi Zietsch und Christian Montillon verraten im Interview mit Roman Schleifer, warum die Galaktische Tastung erst jetzt vorkam und ob die Figur Perry Rhodan Fehler rückgängig machen sollte.

Uschi, in deinem Panel der PERRY RHODAN ONLINE WOCHE hast du gesagt, dass du deine Wüsten-Urlaubserlebnisse in Heft 3078 ff eingebracht hast. Was ist für dich das tolle an Wüsten?

Das ist schwer zu beschreiben, man muss es erlebt haben. Diese grandiose Weite und Stille, dieses – scheinbare – Nichts. Du wirst reduziert auf ein Minimum – das Überleben. An oberster Stelle steht Wasser. Du musst viele Regeln verinnerlichen, und ein winziger Fehler kann dich das Leben kosten. Alles Geld und alle Macht der Welt nützen dir hier gar nichts, du bist ein Nichts, die Wüste ist Alles. Wie im Film kommst du an Skeletten von Kamelen vorbei, die halb im Sand vergraben liegen oder offen in der Steppe, die dir deine Sterblichkeit bewusst machen. Die Wüste sieht leblos aus, aber das ist sie nicht, und vieles davon ist giftig. Es gibt so gut wie keine Orientierungspunkte, und wenn du sie gefunden hast, können sie eine Fata Morgana sein. Und nachts, wenn du in der Einöde bist, hast du 360-Grad-Sicht auf den Himmel. Du sitzt auf einem Teller und die Glocke des unglaublich klaren, sternenreichen Himmels wölbt sich über dir. Ich könnte noch lange so weitermachen 🙂

Was war da dein emotionales Highlight?

Die letzte Nacht, als wir in der schrecklichen Einöde waren, dieser Sternenhimmel. Diese Stille. Die Kamele um mich, die anderen in den Zelten. Kein künstliches Licht, kein Mond, kein sonstiges Geräusch. Es ist alles völlig bedeutungslos. Nur ich und der Himmel. Ein Stück von meinem Herzen ist immer noch dort.

Darf ich davon ausgehen, dass du den Wüstenteil jeweils komplett und du, Christian, die andere Ebene geschrieben hast? War die Aufteilung aufgrund deiner Urlaubserlebnisse quasi vorgegeben?

Ja, die Handlung konnte sehr gut aufgeteilt werden, sodass wir parallel schreiben konnten. Der Wüstenteil war schon geplant, noch bevor ich davon wusste. Christian und Wim hingegen wussten nichts von meinen Erfahrungen. Aber dann war die Aufteilung natürlich klar und ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut.

Kam die Idee der Wüstenhandlung von dir?

Nein, die bestand wie gesagt schon lange, da kann Christian sicher noch was dazu sagen.

Ergänzung Christian: Das war einfach einer dieser »glücklichen Zufälle«. Wim und ich haben das so geplant, das Wüstenvolk skizziert. Ich weiß noch, wie Uschi mir dann ganz begeistert zurückmailte, wie gut das passt. Wunderbar!

Zitat: »Die Gründe für einen Krieg waren zumeist absurd und die Konflikte meist auf friedliche Weise lösbar.«
Angenommen es gibt Außerirdische … denkt ihr, das ist eine universelle Konstante?

Uschi: Außerirdisches Leben können wir uns gar nicht vorstellen, und wir Menschen sind auf relativ niedrigem geistigem Niveau, nach wie vor geleitet von Instinkten und Hormonen und wenig verstandesbewusst. Sicherlich gehört Selektion und Anpassung universell zur Evolution, aber den Status kann man als bewusstes Leben mit höherer Entwicklung hinter sich lassen. Der Spruch trifft sicherlich universell zu, aber als Konstante … hoffe ich nicht.

Christian: Das ist eine sehr philosophische Frage. Ich geb mal eine literarische Antwort, bzw. einen »literarischen Link«. Neulich hab ich sehr alte SF gelesen – C. S. Lewis, »Jenseits des schweigenden Sterns«.
Ein dünnes Büchlein, sehr gehaltvoll, sehr gut, aus der Anfangszeit der SF, und damals ein krasser Gegenentwurf zu der SF, die es bereits gab. Man vergleiche mal »Krieg der Welten« mit diesem C. S. Lewis-Buch (das den Auftakt einer Trilogie bildet).

Christian, die Galaktische Tastung wurde in den ersten beiden Vierteilern nicht angesprochen. Was war der Grund?

Es gab vorher genügend Themen, die behandelt und vorgestellt werden mussten. Auf diese kosmischere Ebene wollten wir bewusst eben erst jetzt gehen. Vorher gab es nur Andeutungen, dass es eine kosmischere Ebene geben könnte, und mit der Tastung kommen wir dem nahe.

Zitat: »Die erste Voraussetzung eines Soldaten: Er musste die Oberfläche ertragen lernen.«
Uschi, Christian, was ist die erste Voraussetzung für einen Autor?

Uschi: Geduld und Ausdauer.

Christian: Kreativität und Fleiß. Oder, wie Thomas Mann gesagt hat (aus dem Gedächtnis zitiert): »Ein Schriftsteller ist ein Mensch, dem Schreiben schwerer fällt als anderen.«

Rhodan sieht den Ort, den er mit den wenigsten Menschen teilt. Da er nicht verraten wird … welches ist dieser Ort für Perry?
Und was ist es für euch?

Uschi: Mein Zuhause.

Christian: Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich dir im Interview verrate, was ich im Roman so raffiniert verborgen hab. Und was meinen Ort angeht … den teile ich mit den wenigsten Menschen. Ätsch.

Zitat: »…obwohl sie nicht noch einmal jung sein wollte.«
Wenn Perry wieder jung wäre – was würde er nicht mehr machen?

Uschi: Das ist die Frage, die man sich immer stellt, wenn man Rückschau hält und sich fragt, was man anders machen würde, wenn man wieder jung wäre, versetzt in die damalige Zeit, aber mit all dem Wissen der Zukunft.
Ich glaube ganz ehrlich, dass es keine Antwort darauf gibt. Denn das Problem an Perrys Stelle ist: Wenn ich etwas ändere, welche Konsequenzen und möglicherweise Katastrophen hätte das zur Folge?
Ich denke da an die Star Trek: Next Generation-Folge, als Picard durch Q die Chance bekommt, dem Bar-Streit aus dem Weg zu gehen, der ihn das Herz gekostet hat. Anschließend erlebt er sein darauf folgendes Leben im Zeitraffer, und es stellt sich heraus, dass er keine Karriere macht, weil er ein ewiger Zauderer bleibt.
Aber spinnen wir den Faden weiter, wenn beispielsweise Perry einem Konflikt ausweicht: Welche Konsequenzen hat das dann nicht nur für ihn, sondern für den Konflikt selbst? Ist jemand an seiner Stelle da, der ihn bewältigen kann?
Alle Entscheidungen machen uns zu dem, der wir sind – und haben ebenso Einfluss auf unsere Zeitgeschichte. Korrekturen in der Vergangenheit bedeuten, dass eine andere Zeitlinie aus der Wahrscheinlichkeit geholt wird und in Kraft tritt. Nichts wird mehr sein, wie es war.
Also ist gar nicht gesagt, dass man überhaupt in der Lage ist, Fehler zu »korrigieren«.

Uschi, am PR-Online Stammtisch Wien hast du angedeutet, dass man eigentlich wissen müsste, auf wen Perry im Dyoversum nach den Topsider trifft. Jetzt bin ich nach Band 3078 und dem Hinweis »Staubfürsten« immer noch nicht klüger. Gib mir einen zusätzlichen Hinweis.

Sieht man doch schon auf dem Cover von 3080 🙂 (Und dabei bleibt es nicht!)

Das ist offiziell noch nicht online …

 Im PR-Forum schon 😀

Wer gespoilert werden will, klickt hier:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=88&t=12323

Uschi, Christian, danke für eure Zeit.

 

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Hier zur Heftzusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Pluto_(Roman)

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12330

Das Live-Video-Interview mit Uschi Zietsch und Christoph Dittert

Anlässlich des ersten gemeinsamen PR-Vierteilers 3062-3065 interviewte Roman Schleifer die beiden PR-Autoren Uschi Zietsch und Christoph Dittert. Dabei verraten Sie, wie eine Kaffeemaschine den Zyklusausgang beeinflusst und wie es im Dyoversum weitergeht.

Dreizehn Fragen an Susan Schwartz zu ihrem Band 3062

Susan Schwartz aka Uschi Zietsch verrät im Interview mit Roman Schleifer den Grund für die Vibrationen innerhalb Terras und wie die Serienhandlung der Vergangenheit die gegenwertige Dramaturgie verändert hat.

Du schreibst mit Monti PR-Geschichte, denn zum ersten Mal werden vier Romane von zwei Autoren geschrieben. Wie ist das Gefühl?

Absolut super. Mal was ganz anderes. Ich probiere ja immer gern neue Sachen aus.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Ich bin Christian zu Füßen gelegen und habe ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte. Ich bin herumgehüpft und habe mit den Fingern geschnipst. Ich habe gedroht, mich von der Klippe zu stürzen, wenn nicht …  😉
Klingt spannender als die echte Antwort, oder?
Die lautet nämlich: Als die Rede davon war, dass es eine weitere Viererstaffel aus dem anderen Teil des Dyoversums geben wird, habe ich mich sofort beworben. Zwischen den beiden Mails dürfte keine Minute vergangen sein.

Wie leicht hast du in das Thema hineingefunden?

Da ich mit dem 3049 schon die Vorbereitungen getroffen hatte, war es leicht. Es ist ja ein kleines, in sich abgeschlossenes Universum ohne großen Hintergrund, die Hauptfiguren sind mir alle vertraut. Zu recherchieren gab es trotzdem einiges in Bezug auf das Ambiente. Das war stellenweise aufwendig.

Wie war die Zusammenarbeit? Wie habt ihr euch organisiert?

Am Anfang haben wir noch gar nicht so viel kommuniziert, da mussten wir uns erst reinfinden und das Setting schaffen, doch ab Band 2 schwirrten die Mails nur so hin und her. »Ich schreib das, wie hast du das gemacht? Was soll ich hier beachten, was hältst du davon?« Da gab es schon sehr viel Austausch.
Bei den Exposés 1 – 3 war die Aufteilung vorgegeben, sodass ich mich gleich auf meinen Part konzentrieren konnte, wobei die Grenzen der Aufteilungen schnell aufweichten, da wir manche Sequenzen tauschten oder der Focus sich verschoben hat. Bei Band 4 haben wir uns abgesprochen, wer gern was machen möchte. Und natürlich musste auch mehrmals die Frage geklärt werden, ob wer gekillt werden sollte. 😉

Zitat: »Es hilft nichts, wenn wir verpatzten Möglichkeiten hinterherweinen oder von einem Utopia träumen, das es nicht gibt. Und nie gegeben hat.«
Diese Worte hätte ich gerade von Rhodan, dem Utopisten nicht erwartet. Ist er von den Misserfolgen derart frustriert? Immerhin besiegt er regelmäßig die Feinde, aber sein Ziel des Friedens hat er nie erreicht. (Bis auf die 1000 Jahre im Solaren Imperium.)

Ich glaube gar nicht, dass das nur Frustration ist. Ich sehe es im Gegenteil so, dass Perry jetzt mehr denn je nach vorn blicken will. Immerhin ist die Milchstraße sehr gebeutelt. Sie hatte noch gar keine Chance, sich vom Weltenbrand zu erholen, da kommen die nächsten Typen angelatscht und behaupten: »Alles meins.« Und vorher verschwinden Terra und Luna spurlos und ein anderer Planet samt Trabant taucht auf. Das gesamte System ist gesperrt, das politische Bündnis ist auseinandergefallen – und dann auch noch Datensintflut und Posizid. Eine Menge Herausforderungen, eine Menge Leid, und Perry ist nicht dagewesen. Daran trägt er verständlicherweise schwer und ist deshalb desto eiserner entschlossen, Terra und Luna zurückzubringen. Er ist immer noch Utopist, aber der Weg dahin muss neu bewertet werden.

Zitat: »Rhodan vertraute ihnen allen, und das war dringend nötig. Allein könnte er seinen Plan unmöglich umsetzen – er brauchte alte und neue Freunde. Eine Gemeinschaft unterschiedlicher Menschen, von denen jeder auf seine ganz eigene Art die Erde retten wollte und sich diesem Ziel als großem Ganzen unterordnete.«
Ist es das, was ihn auszeichnet, dass er immer Menschen findet, die sich dem Großen Ganzen, nämlich seinem Großen Ganzen, unterordnen?

Sein ganz wesentlicher Charakterzug ist es, dass er seinen Weg nicht allein auf Teufel komm raus gehen will, etwa weil er sich als Visionär, Heilsbringer oder Heiland sieht. Was er eben nicht tut. Perry ist ein nüchterner, bodenständiger und verstandesbewusster Mann, für den Demokratie und Gleichberechtigung über alles geht. Er übernimmt die Verantwortung, aber er zieht die Möglichkeit in Betracht, sich zu irren. Er ist kein Einzelkämpfer, der sich mit der Machete durch den Dschungel schlägt. Natürlich weiß er, dass er das Ziel des galaktischen Friedens nur mit Weggefährten, Vertrauten und Verbündeten erreichen kann, und will das auch gar nicht. Je breiter die Basis, desto stabiler das Fundament.

Zitat: »Sichu Dorksteiger reagierte irritiert; in der Öffentlichkeit zeigten sie nur wenig Vertraulichkeiten.«
Was ist da der Grund? Und muss RHODAN im 3. Jahrtausend immer noch einen Helden haben, der »verklemmt« wie ein 14jähriger ist?

Ach, Perry wurde doch mit nem Stock im Hintern geboren und trennt strikt Öffentlichkeit und Privat. Er ist nicht verklemmt, er möchte das eben nur nicht zeigen. Und sind wir nicht schon im 6. Jahrtausend? 😉

Zitat: »Deshalb waren sie nicht in hoch effektive Schutzschirme gehüllt, sondern nur in einfache Prallschirme.«
Was ist der Grund? Wäre es nicht beeindruckender gewesen, jene Schiffe zu zerstören, die einen höherdimensionalen Schutzschirm gehabt hätten? Für Mullholland wäre das kein Problem gewesen …

 Ich denke nicht, dass der höherwertige Schutzschirm einen Unterschied gemacht hätte.

Rhodans Bluff mit dem Transformkanonen erinnert doch sehr an Band 399. Gibt es eine Liste mit Bluffs, die in RHODAN bislang vorgekommen sind? Seht ihr das nach?

Die Mitarbeiter im Hintergrund wie Michael Thiesen, aber auch Verena Themsen mit ihrer Datenbibliothek können innerhalb kurzer Zeit solche Informationen liefern. Eine spezielle Liste gibt es dafür sicherlich nicht, weil zu den damaligen Zeiten niemand daran gedacht hat, eine anzulegen. Heutzutage ist das viel zu aufwendig, und mit Stichwortsuche, da es hier ja um die Topsider geht, kommt man schnell zum Ziel. Es handelt sich also nicht um ein Versehen, sondern um Absicht – eine Hommage an sich selbst.
Wahrscheinlich hat Perry sich gedacht, was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites Mal – auf der anderen Seite kannte den Trick ja niemand. Also warum nicht nochmal anwenden?

Früher wäre dieser Bluff in einem kompletten Heft beschrieben worden – heute in einer Hefthälfte. Du bist seit 1993 dabei – was hat sich da in der Erzählweise geändert?

Ich wiederhole mal wieder: Ich bin seit 1992 dabei. Ich wüsste nicht, warum der Bluff auf ein ganzes Heft ausgedehnt werden sollte, vor allem, da er ja eh schon bekannt ist – wobei er in der Ausführung ja durchaus variiert. Aber wenn man danach geht, könnte man viele Storylines sogar auf mehr als ein Heft ausdehnen.

Der zweite Teil handelt von Zeut, ist aber nicht abgeschlossen. Ist das dramaturgisch wichtiger, weil es in eineinhalb Heften erzählt wird? Was erwartet uns da?

Also eigentlich wird die Zeut-Ebene umfangmäßig in einem Heft erzählt, nur eben auf zwei Hefte verteilt. Und so ist das mit den Topsidern auch. Das ist ja auch noch nicht beendet. Dramaturgisch finde ich das sehr sinnvoll, um abzuwechseln und einen schönen Spannungsbogen aufzubauen.
 
Zitat: »Düster beobachtete sie ihren Ehemann, dessen Zustand apathisch, aber – noch – nicht lebensbedrohlich war.«
Abgesehen davon, dass das Marketing aufschreien würde – wäre ein Zyklus ohne Perry Rhodan denkbar?

Nein. Die Serie heißt PERRY RHODAN und nicht Schnurpsi Buxneder. Wo Rhodan draufsteht, muss auch Rhodan drin sein.

Das Gerät, das tief in der Erde schlummert … habe wir hier schon wieder einen Langzeitplan? Geht es bei PR nicht ohne Langzeitplan einer höheren Wesenheit?

Das ist nur die Kaffeemaschine, die jemand vergessen hat auszuschalten.

Uschi, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum Ebook, zur Hör- und Leseprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3062

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12077

Zwölf Fragen an Susan Schwartz zu Band 3041

Susan Schwartz alias Uschi Zietsch erzählt, welcher Roman im Zyklus ihr leicht gefallen ist und wie sie sich die im Band erwähnte lüsterne Variante des Garrabo-Spiels vorstellt.

Uschi, Band 3041 ist dein sechster Roman zum »Mythos Erde«-Zyklus. Welche der sechs Romane ist dir am schwersten gefallen und weshalb?

* lach *, da muss ich erst mal nachschauen, welche das überhaupt waren … einen Moment. * in der Perrypedia kram *

Okay, ich hab’s. Am schwersten ist mir der 3008 gefallen, weil das Setting quasi das Nichts war und das Movement gegen Null ging. Eine echte Herausforderung, die ich sehr interessant fand.

Welcher am leichtesten?

Alle anderen.
Na gut, die 3041 vielleicht noch ein bisschen mehr.

Ja, ich habe auch eine gewisse Leichtigkeit in Band 3041 gemerkt. Was war der Grund, dass dir dieser Roman leicht gefallen ist?

Am leichtesten, weil ich am wenigsten recherchieren musste. Hinsetzen, losschreiben, das ging ganz flott. Dazu war einfach alles drin. Kosmische Wunder, Tragödie, Rätsel, Lebensgeschichte. Ich habe mich bei den Expokraten für das tolle Expo bedankt. War ganz mein Ding.

Hast du ein Rezept, diese Leichtigkeit auf alle Romane zu übertragen?

Nein, denn das ist abhängig vom Thema. Ich habe ja fast immer eine Prise Humor drin, zur Auflockerung, bevor es zu düster wird, aber auch das geht einfach nicht immer. Manchmal ist es zu dramatisch oder zu enthüllend, da braucht’s schon eine gewisse Erhabenheit.

Was war dein Ziel in punkto Leserreaktionen bei Band 3041?

Dasselbe wie immer: Sie sollen den Roman geil finden.

Im Spoilerthread von 3041 des Galaktischen Forums diskutieren die Fans über den Atopischen Konduktor statt über die Lebensgeschichte in deinem Roman. Was denkst du, warum das die Fans zu Diskussionen reizt?

Das entzieht sich meinem Verständnis, weil der Atopische Konduktor erst auf der letzten Seite erwähnt wird. Vorher, fand ich, war es in einigen Szenen sehr kosmisch und rätselvoll, mit dem Hauch eines Großen Ganzen. Aber ich habe natürlich auch andere Wertigkeiten und Schwerpunkte.

Zitat: »›Es ist immer der rechte Moment‹, erwiderte der Paau. ›Es gibt keinen anderen.‹«
Was denkst du? Stimmst du dem »Koffer« zu?

Coole Szene. Natürlich hat er recht. Aus zwei Gründen. Zum einen, wenn man ein lineares Zeitverständnis hat, dann kann es immer nur den einen und keinen anderen Moment geben. Zum anderen, ein falscher Moment liegt nur in unserem persönlichen Empfinden begründet – also ganz individuell und rein perspektivisch. Jemand anderer mag am selben Ort zur selben Zeit ganz anders empfinden. Wenn’s einen dabei trifft, hat man Pech gehabt, wenn nicht, hat man Glück gehabt. Oder umgekehrt. Ob aber nun gerade recht oder falsch, hat es keinen Einfluss auf das Geschehnis selbst. Es geschieht so oder so. Es ändert also nichts.

Offenbar hat mal wieder ES irgendwie seine Finger im Spiel. Angenommen, du würdest im Perryversum leben und wärst unsterblich. Wie sehr würde dich ES nerven?

Extrem. Wie Q in Star Trek. Aber trotzdem hat man ihn irgendwie gern. Und hilft ihm, wenn er es braucht.

Zitat: »Leben wir nicht im Licht der Zukunft, leben wir nicht. »«
Wie würde Perry Rhodan diese Aussage sehen? Und wie Atlan?


Vom jetzigen Stand aus betrachtet, zu dem ich noch nicht weiß, wie die beiden laut Expokraten das sehen werden, gehe ich einfach von meinem persönlichen Empfinden aus.
Perry würde den optimistischen Aspekt dabei rausziehen, nämlich dass er genau darauf hinarbeitet, dass alle »im Licht« leben. Er will ja eine großartige Zukunft schaffen. Atlan hingegen würde überlegen, welcher Schatten gerade auf das Licht der Zukunft geworfen wird und wie er ihn verhindern soll.

Es gibt eine lüsterne Variante des Garrabo-Spiels? Erzähl uns mehr …

Ich gehe von einer deftigen Variante des Strip-Pokers aus … 🙂 Also nicht nur ausziehen, sondern mit Aktion. 😉

Chariklis prophezeit  Atlan den Tod, sofern er den Cairanern das Transuniversale Tor, sprich den Atopischen Konduktor öffnet. Jetzt gehört Atlan bekanntlich zu den fünf sakrosankten Figuren der RHODAN-Serie. Die Todesdrohung glaubt ja kein Leser. Wie soll auf dieser Ebene Spannung aufkommen?

Na, indem er es schaffen muss, eben nicht zu sterben, und wie ihm das gelingt. Das ist ein Rätsel, das es zu lösen gilt, und selbstverständlich spannend.

Was wird Atlan statt seinem Leben opfern müssen?

Wird er das? Du beschreibst selbst gerade eine weitere Spannungsmöglichkeit: Was mag es stattdessen sein und wie verkraftet er das?

Und natürlich kann er sein Leben verlieren. Heißt ja nicht, dass er nicht wiederkommen kann. Und wie er das verkraftet.
Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten, dass Spannung aufkommt. 🙂

Uschi, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zu Leseprobe und zur Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Die_hermetische_Botschaft

Elf Fragen an Susan Schwartz zu Ihrem Band 3031

Susan Schwartz alias Uschi Zietsch schreibt ihren fünften Roman zum Zyklus. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie unter anderem  , ob sie Passagen aus dem Expo kopiert hat und wie sie das Titelbild beeinflusst hat.

 

Uschi, Band 3031 ist der zweite Roman, in dem die Cairaner aus der Innensicht geschildert werden. Was ist für dich der wesentliche Unterschied zu uns Terranern?

Sie sind trotz der so genannten Augenraumer keine Augen-, sondern ganz eindeutig Nasentiere (wie man so schön sagt). Hauptsächlich über den Geruch und mit Gesten zu kommunizieren ist ein großer Unterschied.

Was hast du dir gedacht, nachdem du das Expo gelesen hast?

Nougat, wie viel am Tag muss ich schreiben, Kreisch, Kaffee. Oh, Sonne, ich geh erst mal reiten.
Aber ernsthaft: Ich wusste ja, dass ich Monkey in die Serie zurückbringe und hatte vorher schon bekundet, dass ich das gut finde. Und chaotische Posbis sind immer eine Zeile wert.

Mit Monkey auf dem Titelbild war klar, dass der Markgraf nur Monkey sein kann. Ärgert dich, dass das Titelbild die Dramaturgie des Versteckspiels ad absurdum führt?

Ganz im Gegenteil, ich selbst wollte Monkey auf dem Titelbild haben und hatte meinen Vorschlag an den Scheffe gemailt, damit diejenigen Leser, die schon seit zig Bänden nach ihm rufen, einen Grund haben, sich zu freuen. Und diejenigen, die ihn nicht kennen, werden sich bestimmt über das ungewöhnliche Aussehen gewundert haben. Das Cover ist perfekt!
Auch ohne das Motiv wäre die Vermutung, dass der Markgraf und Monkey identisch sind, sehr groß – ich meine, hallo: USO, ein hünenhafter Maskierter, da muss man kein Sherlock Holmes sein, um den Zusammenhang herzustellen. Dennoch bleibt den ganzen Roman über eine winzige Restunsicherheit, deswegen hatte ich vor, meinen Roman mit einem einzigen geilen Schlusswort als Aufklärung zu beenden.
Laut Expo übrigens war von Anfang an klar, dass es sich um Monkey handelt, das habe ich wegen der Dramaturgie geändert. Und sagen wir so, die Personenkästen und Teaser der Folgebände werden ja nahezu gleichzeitig bekannt, also weiß es eh jeder. Trotzdem finde ich, hat der Kniff funktioniert – hätte ja trotzdem sein können, dass Monkey selbst erst im Folgeband in Erscheinung tritt und einen Lakai vorausgeschickt hat.

Monkey nennt sich Markgraf. Wieso hat er diesen altertümlichen Titel gewählt?

Das kann ich dir leider nicht beantworten. Vielleicht, weil er „Lordadmiral“ ist, was ja auch altertümlich ist? Das wissen nur die Expokraten.

Die Welt Everblack wurde in Heft 134 erstmals erwähnt, um dann in den Bänden 2759, 2760 und 2782 wieder eine Rolle zu spielen. Nun kommt es in Heft 3031 vor. Taugt es dir, wenn solche Brücken zu früheren Handlungen geschlagen werden?

Jep, ich finde sowas gut.



Die Cairaner an Bord beschließen sich zu opfern – was hättest du gemacht? Wofür würdest du dich opfern?

Ich hoffe, dass ich nie Gelegenheit dazu bekomme, darüber nachdenken zu müssen. Ich bin ein großer Angsthase. Ich bin außerdem eine Zivilperson und stehe in keiner Verantwortung oder Pflicht diesen Ausmaßes.

Der Markgraf spricht davon, dass die USO in den vergangenen Jahren viel Zeit und Geld gekostet hat. Wie haben sie sich finanziert?

Das kommt noch. Mein Band ist ja erst der Auftakt. 🙂 Ich gehe aber davon aus, dass sie jede Menge Schwarzhandel getrieben und überall ihre Minibasen und Kontakte aufgebaut haben.

Der Namen des Einsatzkreuzer RATBER TOSTAN ließ mein Herz höher schlagen. War der vorgegeben? Hast du ihn gewählt? War es ein Danke für die Interviews? 😉

Tatsächlich stand er so im Expo, und ich war gespannt, was du für eine Frage dazu formulieren würdest 😉 Aber natürlich passt das perfekt, er war (und ist) ein berühmter USO-Major und Spieler, so wie Monkey jetzt auch sein Spiel mit den Cairanern treibt.

Die USO bietet sich den Cairanern an und protzt mit der NIKE QUINTO als mobiler Einsatzbasis. Äh … ein Schiff interessiert doch die Cairaner nicht ….

Als mobile Einsatzbasis vielleicht schon. Die Cairaner müssen ja annehmen, dass das nicht alles ist und der Markgraf noch einiges in der Hose hat. Was ja auch der Fall ist …

Als die Anführerin der Meuterei ausgeschaltet wird, ergeben sich ihre Mitstreiter. Ist das nicht ein arges Klischee?

Nö, das ist ganz logisch, sie haben ja nichts mehr zu gewinnen. Wieso weitermachen? Das mag eher menschlich sein, das würde ich nicht abstreiten, aber es erscheint folgerichtig. Ich wollte auch kein Gemetzel, ein paar Tote sollten genügen.

Der Lobuch-Eintrag am Ende liest sich wie ein Teil des Expos. Hand aufs Herz: War das strg c und strg v?

Also, das ist doch … Komm du mir zum GUTCon!!
Nein, da war gar nichts aus dem Exposé kopiert (wie denn auch, es hat mehr Seiten als diese paar Zeilen …). Ich musste noch einiges aufräumen, was geklärt werden musste (das mit den Posbis beispielsweise weiß man bis dahin nicht) und ich dramaturgisch nicht anders unterbringen konnte – außerdem musste ich ja irgendwie zu meinem geilen Schlusswort hinführen!

Uschi, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook:
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Und hier zur Heftversion:
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Und hier zum GutCon, der vom 28.-29.9.2019 sstattfindet.
http://gut-con-2019.terranischer-club-eden.com/

Sechs Fragen an Uschi Zietsch zu ihrem Roman 3018

In Bande 3018 von Uschi Zietsch zieht Perry Rhodan und sein Team weiter über einen Planeten, der der Erde ähnelt. Im Interview verrät sie, ob Perry Rhodan schimpft und was sie von den Entführern Terras und Lunas hält.

 

Perry Rhodan hat zum ersten Mal den Verdacht, dass eine andere Macht als die Cairaner die Erde und Luna entführt haben könnten. Angenommen er hat recht – wieso ist diese Macht bislang nicht in Erscheinung getreten?

Woher willst du denn wissen, dass sie das nicht ist? Sie hat sich uns nicht persönlich vorgestellt, aber ich bin sicher, hier und da gibt es schon Hinweise darauf, dass noch mehr hinter alldem stecken muss. Dass es da jemanden gibt, der die Fäden zieht. Das wissen wir eigentlich schon seit 3015, Raptus Terrae, denn für das Verschwinden von Terra und Luna sind die Cairaner meiner Ansicht nach nicht verantwortlich. Das passt nicht zu ihrem Verhalten. Sonst hätten sie auf Iya wahrscheinlich auch keine Forschungsstationen (wenn man was absichtlich tauscht, kennt man das Eingetauschte normalerweise), und nachdem sie ja in 3017 etwas über ihre Motivation preisgegeben haben – sie haben Unterdrückung erlebt und jetzt das Sendungsbewusstsein, das Missionarssyndrom entwickelt, dass sich das woanders nicht wiederholt -, würde der durch sie durchgeführte Raptus keinen richtigen Sinn ergeben. Da steckt meiner Meinung nach jemand dahinter und es ist irgendeine gewaltige Schweinerei im Gange.
 

Das Muster der Desinformation in der Milchstraße wiederholt sich auf Iya. Bei Terra kann ich das noch nachvollziehen. Es soll aus dem Gedächtnis der Völker gelöscht werden. Welchen Sinn hat es bei Iya?

Nun, Iya wird ja nicht geheimgehalten, sondern lediglich abgeriegelt, damit die Ayees in ihrer Entwicklung nicht gestört werden. Und das Gebiet des Clausum ist ziemlich groß, also muss es da schon etwas Besonderes geben, das man – entweder die Cairaner, oder, vielleicht ohne ihr Wissen, dass sie benutzt werden, jemand anderer – schützen, verstecken … vielleicht sogar erst herstellen will? Letztendlich interessieren sich ja nur noch die Unsterblichen für dieses Gebiet, alle anderen Terraner kennen das ursprüngliche Solsystem seit Generationen nicht mehr – plus der gezielten Mystifizierung. Es handelt sich hierbei also nicht um eine bewusste Desinformation, sondern lediglich darum, zu verdeutlichen: »hier wir, du nix.« Und Bull möchte gern wissen, warum das so ist.

Perry denkt über sich selbst, dass er mit seinem Kontrollzwang aufhören sollte und daran, dass  Bull die Liga 500 Jahre lang ohne ihn geschupft hat. Glaubst du, denkt Rhodan nur er weiß, was wirklich das richtige ist?

Er hofft, das Richtige zu tun und weiß, dass er dabei auch schon mal übers Ziel hinausschießt. Eben dadurch, dass er ein extremes Verantwortungsbewusstsein hat und alles und jeden beschützen will. Sein Gefüge dürfte ordentlich ins Wanken geraten sein, weil er so viel Zeit verloren hat und das Projekt von San derzeit auf Eis gelegt ist. Es ist nach dem Weltenbrand alles auf Anfang gestellt worden, nur für ihn eben 500 verlorene Jahre später. Perry verfolgt sein Ziel, ohne jemals aufzugeben, aber er ist dabei nicht nur stur oder mit Tunnelblick versehen, sondern durchaus selbstkritisch und anpassungsfähig, wenn sich die äußeren Umstände ändern.


 Perry Rhodan vertraut Zemina Paath. Mit welchem Schimpfwort würde er sich belegen, falls sich herausstellt, dass sie doch eine von den Bösen ist?

Ich bitte dich. So etwas benutzt Perry doch nicht. Abgesehen davon wäre er nicht wütend, sondern zutiefst enttäuscht, sein Vertrauen abgestraft zu bekommen. Man muss dabei aber auch beachten, dass er ja nicht vorbehaltlos vertraut. Die Thesan steht unter Beobachtung und darf sich nicht frei bewegen.
 

Die Cairaner bauen auf Iya Diamanten ab, die sie den Ayees schenken. Wieso kommen sich die Ayee nicht verarscht vor, wenn ihnen etwas von ihrem eigenen Planeten geschenkt wird?

Ich weiß jetzt nicht, ob das im gedruckten Heft drin ist, aber jedenfalls wäre der Abbau, vor allem in dieser Menge, für sie zu aufwendig und zu teuer. Das wurde an irgendeiner Stelle ausgesagt. Die Diamanten sind für sie eine Art Bezahlung dafür, dass sie die Anwesenheit der Cairaner dulden. -Wobei sie sich natürlich im klaren darüber sind, dass sie das nicht verhindern könnten, diese Geschenke sind deshalb ein kleiner Ausgleich.

Ich darf zitieren: »Mit der Bahn! Immer pünktlich und zuverlässig und immer voll besetzt.«
War das eine Anspielung?

Neiiiiin. Niiiiiemals. Wie kommst du nur darauf? * unschuldig guck *

Uschi, danke für deine Zeit.

 

 



Sechs Fragen an Susan Schwartz und vier Zusatzfragen

Mit Band 3008 »Stadt der Letztgedanken« steigt Susan Schwartz in die Handlung ein. Unter anderem verrät sie uns, was ihr letzter Gedanke sein soll und ob Atlan Perry die Frau ausspannen könnte.

Uschi, in deinem Roman 3008 tauchst du intensiv in die Lebenseinstellung des Letztgedankens des Volks der Vanth ein. In weiten Strecken erzählst du ihre Geschichte. Was reizt dich mehr: Durchgehende Action oder Lebensgeschichten eines ganzes Volkes?

Ich habe zwar schon einiges mit Tempo gemacht – zuletzt »Die beiden Rhodans« -, aber bei der Erstauflage reizen mich wegen des gigantischen Überbaus schon sehr die ganzen Hintergründe, warum wer was tut. Geheimnisse, Rätsel, Entdeckungen, vor allem des Fremden … das ist einfach so ein Riesenkosmos, und da gibt’s immer noch was herauszufinden. Das ist für mich in dem Fall spannender, es sei denn, eine der Hauptfiguren muss sich allein irgendwo durchschlagen, das macht auch viel Spaß. Allgemeine Kämpfe interessieren mich nicht so sehr. Lieber murkse ich jemanden auf fiese Weise ab. Und ein Volk zum ersten Mal darzustellen ist immer schön.
Bei NEO hingegen ist es mehr Abenteuer, wie die »Ilias« eine (Selbst)Findungsreise, da geht natürlich mehr Action ab.
Ach was, ich mag die Abwechslung. 🙂

In der Philosophie des Letztgedankens soll man mit dem letzten Gedanken auf ewig eins mit dem Kosmos sein. Wie soll dein letzter Gedanke sein, um mit dem Kosmos eins zu werden?

»Ich bitte um vollständige Auflösung.«
Was die Vanth da treiben, ist für mich der pure Horror. Ich möchte bitte tot im Sinne von * tilt * sein. System down, Festplatte gelöscht, keine Redundanz vorhanden. Atomisiert und dadurch mit dem Kosmos verbunden. Das ist schön!

Atlan, der alte Sarkast, macht Sichu gegenüber eine anzügliche Bemerkung. Was müsste passieren, dass er Perry doch die Freundin ausspannt (obwohl er es ja gedanklich verneint)?

Ach, ist das dringeblieben? Da schau her! So sehr Atlan Frauen mag, das ist für ihn ein absolutes Tabu. Insofern kann ich mir kein Geschehnis vorstellen, dass es ausgerechnet dazu kommen könnte. Dazu respektiert er beide viel zu sehr. Vor allem aus Sichus Warte käme das nicht infrage, die würde ihm als erstes den Bart an der Kehle abrasieren. Atlan ist auch nicht ihr Typ. Was ihn betrifft, ist er natürlich charmant, denn Sichu ist für ihn eine faszinierende Frau, und das möchte er (und darf er auch) durchaus mal zum Ausdruck bringen, wenn es eine Steilvorlage wie hier gibt. Sowas lässt er nicht ungenutzt verstreichen. In erster Linie aber hat er versucht, die angespannte Lage aufzulockern und Sichus Gedanken abzulenken.

Bleiben wir bei Atlan: Er denkt, dass er Perry vermutlich wieder aus der Bredouille holen muss. Wie denkst du, sieht Atlan den Terraner? Ist Perry für ihn wie der kleine Bruder?

Egal, wie alt beide werden, Atlan wird immer der Ältere mit der größeren Erfahrung sein. Zudem ist er sehr privilegiert aufgewachsen und wurde schon von Kindesbeinen an darauf trainiert, ein Herrscher zu werden. Er war an unglaublichen Orten, hat unglaubliche Dinge gesehen. Er sieht Perry selbstverständlich auf Augenhöhe und bewundert vieles an ihm, doch emotional sieht er sich bei einschneidenden Ereignissen – wie den Zeitverlust von 500 Jahren – vermutlich ein bisschen wie ein großer Bruder. Vor allem, da beide sehr unterschiedlich an undurchschaubare Situationen herangehen – als Beispiel die Auseinandersetzung in Band 3000 wegen Zemina Path. Atlan macht sich Sorgen, dass Perry zu sorglos ist, und tritt als »Gewissen« auf.

Als Atlan sich entscheiden muss, ob der Gucky oder den anderen Kameraden (zB Sichu) hilft, entscheidet er sich für Gucky. Angenommen Sichu wäre gestorben, weil er Gucky gerettet hat – wie würde er das Perry gegenüber rechtfertigen?

Sichu hat eine strenge militärische Ausbildung durchlaufen, sie ist eine Führungspersönlichkeit mit einer Menge Erfahrung und Kampfkraft. Einen Aufpasser braucht sie nicht, und in dem Fall war sie ja nicht in unmittelbarer Gefahr. Atlan vertraut ihr bedingungslos, dass sie das Richtige tun wird, wohingegen Gucky in tatsächlicher Gefahr war und nicht mehr in der Lage, Entscheidungen zu treffen oder sich zu verteidigen. Konsequenterweise ist Atlan zu Gucky geeilt, weil er am nächsten und deshalb am schnellsten vor Ort war, und Sichu wiederum sollte darauf achten, dass dem letzten Teammitglied nicht dasselbe zustößt wie den beiden Kollegen.
Die Rechtfertigung ist, die Wahl nach bestem Ermessen getroffen zu haben – und das innerhalb einer Sekunde, länger hat man nicht. (Wenn überhaupt.) Das weiß Perry, sollte es zu einer Tragödie kommen, und wenn Atlan korrekt gehandelt hat, wird es keinen Vorwurf geben. Den macht unser arkonidischer Freund sich schon selbst. Abgesehen davon haben beide ja schon so viele Partnerinnen und Kinder, Schutzbefohlene und Freunde verloren, die haben einen ganz anderen Blickwinkel als wir.

Michelle hat in ihrem Interview erzählt, dass du die von ihr erfundene Figur Marli Wilkar in Band 3008 gleich mal umbringen wolltest. Was war der Grund für diese Mordabsichten?

Der Grund war, dass ich laut Expo ein Teammitglied abmurksen sollte (und es diesmal auch durchgezogen habe), und damit der Leser mehr mitleidet und eine Beziehung hat, wollte ich eine Figur aus Michelles Roman übernehmen, am besten eine sympathische. Sie hatte das erste Kapitel geschickt und da kam Marli vor, die spontan für mich ideale Kandidatin für einen tragischen Tod. Ich fragte bei Michelle an, ob es ihr recht wäre, und sie teilte mir mit, dass Marli ihre Figur wäre und dass sie sie gern noch eine Weile behalten würde. Da nahm ich natürlich sofort Abstand von meiner Idee und habe in meinem Roman einen Redshirt erfunden, der das Zeitliche segnet.

 Im Vorjahr hast du die Miniserie OLYMP betreut, die bei Neu- als auch bei Altlesern gut angekommen. Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Die Mischung, denke ich. Vertrautes, Geheimnisvolles und Abenteuer.

Welche Ideen hast du für eine zweite Staffel?

Also, Roman, meinst du wirklich, die würde ich so öffentlich verraten? 😉
Es wäre allerdings noch genug Stoff da, um im selben Jahr weiterzumachen. Das Kaiserpaar ist zwar da, aber es muss ja nicht jeder damit einverstanden sein. Und da gibt es Schatten der Vergangenheit bei beiden …  einfach mal so dahinfantasiert.

Für alle, die es noch lesen könnten: Warum muss man die Miniserie gelesen haben?

Um mich reich zu machen, natürlich! 😉
Als eBook bekommt man es ja auch noch im günstigen Paket. Es ist ideal für den Urlaub – eine abgeschlossene Miniserie am Stück, die das Perryversum beinhaltet und Lust macht auf mehr.

https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845352640/perry-rhodan-olymp-paket-1-12-von-perry-rhodan-e-book-epub

Du bist ja auch außerhalb von PR umtriebig. Verrate uns deine nächsten Projekte.

Aktuell ist von mir Band 1 von »Das Reich Albalon« erschienen, High Fantasy auf unserer Welt, die einige britische Mythen beinhaltet. Band 2 folgt im Juni, die Bände 3 und 4 (Abschluss) sind für 2020/21 geplant.

https://www.fabylon.de/produkt/zietsch-uschi-das-reich-albalon-1-der-bund-der-fiandur-2/

https://www.fabylon.de/produkt/zietsch-uschi-das-reich-albalon-2-das-herz-des-koenigs/


Zum Sommer hin erscheint außerdem ein Frauen-Road-Trip in Irland von mir, »Irish Hearts«. Ja, da merkt man, wofür mein Herz schlägt, gell? 🙂

Homepage von Uschi Zietsch: https://www.uschizietsch.de/

Homepage ihres Verlags, Fabylon: https://www.fabylon.de/