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Ein Brühlotarch im Interview

Der BrühlCon am 14. September  wirft seine Schatten voraus. Aus diesem Anlass interviewte die Redaktion des Newsletters der PRFZ den Brühlotarchen Ralf Entz und erfuhr etwas über die familiären Verwicklungen bei der Erstellung des Conbuchs und was es mit der Twitterbande auf sich hat.

Normalerweise exklusiv für Mitglieder der PRFZ und Abonnenten des Newsletters, wurde dieses Interview mit freundlicher Genehmigung auf der Website der Brühlotarchen veröffentlicht.

Weitere Informationen zum Newsletter #30 gibt es auf proc.org.

Im Gespräch mit Ben Calvin Hary zu PERRY RHODAN MISSION SOL Band 4

Ben Calvin Hary
PERRY RHODAN
Mission SOL, Band 4
Welt des ewigen Todes

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 26. Juli 2019, 68 Seiten, € 2,40, Titelbild: Dirk Schulz

 

Ben Calvin Hary, geboren 1980 in Saarbrücken, schreibt für MADDRAX und PERRY RHODAN. Sein Roman »Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos« wurde 2019 für den Deutschen Science Fiction-Preis (DSFP) nominiert. »Welt des ewigen Todes« ist sein vierzehntes kommerziell veröffentlichtes Werk.

Alexandra Trinley: Ben, du hast bereits in einer früheren PERRY RHODAN-Miniserie mitgeschrieben.
Ben Calvin Hary: Richtig. Band 3 von PERRY RHODAN-Arkon, »Die Kristallzwillinge«, war mein erster professionell verlegter Roman und mein »Sprung ins Profilager«, wie man das nennt. Im Gespräch mit Ben Calvin Hary zu PERRY RHODAN MISSION SOL Band 4 weiterlesen

Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu Band 3023

Michael Marcus Thurner stellte sich den Fragen von Roman Schleifer und beantwortet unter anderem, was ihm in dem Manuskript nicht zu 100 % gelungen ist und wer zu Gucky niciht »Kleiner« sagen darf.

In Band 3023 drehst du den Spieß um: Statt Atlan schilderst du seinen onyronischen Gegenspieler aus der Ich-Perspektive (und das noch ziemlich erfrischend und lebensecht). Was war deine Überlegung, den Roman so anzulegen?

Ich hab mit dem onryonischen Piraten zu schreiben begonnen. Dessen Aufgeblasenheit hat richtiggehend danach geschrieen, ihn aus der Ich-Perspektive zu schildern, also hab ich das mal versucht – und ich hab das Ergebnis der ersten ein, zwei Arbeitstage gemocht. Also blieb für Atlan bloß die »normale« Er-Perspektive.
Siehe auch meinen Blogeintrag:
https://mmthurner.wordpress.com/2019/07/24/einige-worte-zu-perry-rhodan-3023

In diesem Blogeintrag steht auch, dass dir manches in dem Manuskript nicht zu 100 % gelungen ist. Nenn uns ein Beispiel. Und welches Manuskript ist dir zu 100 % gelungen?

Die Schilderung Aurelias hab ich nicht sonderlich gut angelegt. Da hatte ich einen strukturellen Fehler drin, auf den mich Klaus N. Frick später aufmerksam gemacht hat. Ich war ziemlich angefressen auf mich deswegen. Und bevor Du nachfragst, was ich damit meine: Ich habe sie zu früh aus dem Rennen genommen. Ich hätte ihr Schicksal weiter hinten im Text auflösen müssen.
100prozentige Zufriedenheit kann’s wohl nie geben. Aber es gibt Texte, die ich für gelungener halte als andere. Die Kurzgeschichte »Die Leben des Blaise O’Donnell« zum Beispiel hab ich irrsinnig gemocht. Die hab ich locker-flockig in einer sehr schlechten privaten und beruflichen Phase geschrieben – und sie hat einfach geklappt. Obwohl ich da ohne viel nachzudenken drauflos geschrieben hab, ist sie in meinen Augen sehr rund geworden.

Auf der RAS TSCHUBAI sollte sich doch nur qualifiziertes Personal
befinden – immerhin haben diese Leute sehenden Auges den Untergang riskiert, um den Weltenbrand aufzuhalten und haben es mit einem Zeitsprung gebüßt. Und jetzt haben einige Bordmitglieder Angst vor einem Piraten und wollen klein beigegeben?

Natürlich sind da irrsinnig kompetente Fachkräfte mit an Bord des Schiffs, die nur wenige Gefahren scheuen. Ich denke aber, daß es bei unterschiedlichen Bedrohungsszenarien unterschiedliche Reaktionen geben kann.

Gucky bezeichnet sich als »größter Mutant des bekannten Universums«. Wird er bescheiden? (Und eigentlich ist er ja kein Mutant …)

Gucky ist bescheiden, wann auch immer ER es will. Oder willst Du mit ihm darüber diskutieren? Nein, er ist kein Mutant, aber er war ja auch Mitglied des Mutantenkorps. Das ist halt alles Definitionssache.

Atlan nennt Gucky oftmals »Kleiner«. Ist das eine adäquate Anrede für den größten Mutanten des bekannten Universums?

Atlan darf das. Punkt. Bully und Perry dürfen das. Punkt. Monkey darf das nicht. Punkt.
(Anmerkung: Dann freue ich mich schon, wenn du ein Manuskript mit Monkey und Gucky kriegst und diesen Dialog einbaust …)

MMT am Austria Con 2010
copyright Martin Steiner

Zitat: »Wir bleiben situationselastisch.« Ist das eine Anspielung an
einen ehemaligen österreichischen Minister?

Aber ganz sicher ist es das! »Situationselastisch« war bei uns in Österreich ja auch Wort des Jahres (2013), und das muß schon anständig gewürdigt werden.

Gucky ist in deinem Band reichlich nervös. Kann ein Mehrtausendjähriger überhaupt noch nervös sein?

Da bin ich mir absolut sicher. Klar hat er schon jede gefährliche Situation x-mal durchgemacht, aber ich denke, daß er gegen körperliche Reaktionen wie einen Adrenalinschub nicht ankommt.

Atlans Extrasinn spekuliert, dass die Cairaner die Ladhonen gar nicht unter Kontrolle bringen wollen. Arbeiten sie vielleicht wirklich
zusammen, damit die Cairaner eine Legitimation haben?

Das soll ich Dir jetzt beantworten? Ernsthaft? Soll ich Dir vielleicht auch gleich verraten, wie die Serie ausgeht? 🙂
(Anmerkung: Wie die Serie ausgeht, habe ich schon auf dem PR-Tag in München im Feburar auf der Bühne erfragt und erfahren …)

Köstlich fand ich Guckys Spruch. »Ich bin nicht dicklich, sondern
lediglich für den Winter gerüstet.« Ist er von dir oder vom Lektor?

Ich hatte eine etwas andere Wortwahl, aber prinzipiell wollte ich diesen Text so stehen haben.

Bis jetzt haben sich alle Sorgen um Bullys ZAC gemacht. Wieso wird ausgeblendet, dass Atlan auch einen neuen ZAC in sich trägt? Schließlich weiß niemand, wie sich der THEZ-ZAC auswirken könnte. Ist das Thema bei den Autoren/Expokraten?

Klar denken wir an solche Sachen.

Du lässt übrigens nach, Roman. Ist Dir denn wirklich nicht aufgefallen, dass es in Ogygia an Bord der RAS TSCHUBAI einen Eissalon und einen Eismacher namens »Tichy« gibt? Auf Twitter hat mich ein österreichischer PERRY-FAN bereits drauf angesprochen …
Zur Erklärung für Nicht-Wiener: Der »Eissalon Tichy« ist einer der bekanntesten in ganz Wien. Wer jemals seine Eismarillenknödel gegessen hat, will nie mehr wieder aus Wien wegziehen.
(Anmerkung: Schleichwerbung unterstütze ich nur, wenn ich bezahlt werde.)

Interview mit Dominic Beyeler

Der Titelbildzeichner von Band 3015 stellte sich den Fragen von Roman Schleifer. Unter anderem verrät er, wie es zur Zusammenarbeit kam und was er künstlerisch an seinen Kollegen schätzt.

 

Dominic, wie kam es bei Band 3015 zur Zusammenarbeit?

Ich lernte damals im Rahmen der PR-Action Innenillustrationen Klaus Bollhöfener kennen. Nun beinahe zehn Jahre später meldete er sich und fragte, ob ich Bock hätte wieder einmal etwas für PERRY RHODAN zu zeichnen. Band 3015 war sozusagen nochmals ein herantasten und gucken, ob ich geeignet wäre.

3015 war ein Schlüsselroman in dem Zyklus. Wusstest du davon? Warst du nervös?

Ich hatte keine Ahnung davon. Nervös war ich trotzdem genug.

Wie oft hast du am Tibi gefeilt, bevor du es abgeschickt hast?

Recht lange. Es hat mich gefreut, dass es ohne Korrekturwünsche durch gewunken wurde.

Wie hast du das Motiv ausgewählt?

Klaus N. Frick hat mir eine ziemlich genaue Beschreibung gegeben. Mit Ausschnitt aus dem Exposé und sogar Moodbildern. Das hat mir den Einstieg erleichtert.

Du hast bei PR-Action insgesamt zwölf Innenillus gemacht. Wie war damals die Arbeit daran? Kamen die Vorschläge von den Autoren, dem Expokraten oder der Redaktion? Oder hast du selbst nach Lesen der Manuskripte ausgewählt.

Ich habe die Innenillus für PR-Action vor zirka zehn Jahren machen dürfen. Es war ein Test um zu sehen, wie ich mich schlage und ob ich als TitelbildZeichner überhaupt in Frage käme. Die Sujets durfte ich selber auswählen. Soweit ich mich erinnere hatte ich jedoch hier und da Vorschläge von der Redaktion für die Bilder, musste mich jedoch nicht daran halten. Das heißt, ich durfte die fertigen Romane vor allen anderen lesen.
Das war auch das erste mal, dass ich mich richtig mit dem Perryversum auseinander gesetzt habe und ich war begeistert. Zum malen hörte ich mir die Hörbücher der allerersten Folgen an und recherchierte auf der Perrypedia. Als großer Comicfan kam ich natürlich auch nicht um die vielen Bildergeschichten herum. Für die Aligatorfarm habe ich später für »Perry unser Mann im All« zwei Kurzgeschichten gezeichnet. Dann ging jedoch lange nichts mehr mit PERRY RHODAN bei mir. bis mich vor ein paar Monaten Klaus anrief und fragte, ob ich noch interessiert sei, Tibis zu gestalten.

Auf welches Innenillus von PR-Action bist du stolz?

Die Innenillu für PRA 13 mit Tanisha Khabir wie sie auf  den Geysiren reitet, ist wahrscheinlich meine liebste.

 

Was ist dein Lieblingsmotiv? (Raumschiffe, Menschen, Komos-Zeichnungen?)

Ich male am liebsten Menschen.

Arbeitest du analog oder digital?

Die PR-Tibis male ich komplett digital. Teils auf dem iPad, teils auf am Computer mit Wacombildschirm. Ansonsten arbeite ich jedoch immer noch sehr viel und gerne analog. 

Was gefällt dir an Swen Pappenbrocks Titelbildern?

Er schafft es den Retro-Charme der älteren PR Titelbildern beizubehalten und trotzdem moderne, ansprechende Illustrationen zu machen. Es steckt viel handwerkliches Können und Liebe zum Detail in den Bildern.

Was gefällt dir an Arndt Drechslers Titelbildern?

Er kreiert in einem sehr modernen und technischen Stil extrem schöne Lichtstimmungen. Auf seine Raumschiffe bin ich aus künstlerischer Sicht echt etwas neidisch.

Was gefällt dir an Dirk Schulz’s Titelbildern?

Die spektakulären Perspektiven und die oft leicht verzerrten Proportionen gefallen mir sehr. Die Covers wirken oft wie Filmstils und erzählen Geschichten.

Was fällt dir leichter? Tibis oder Innenillus?

Beides macht Spaß und keins fällt wirklich leicht.

Hand aufs Herz: Liest du seit 3000 auch die Romane? Oder liest du die PR-Romane ohnehin?

Ich habe gerade länger keine mehr gelesen. Ich bin vor kurzem zum zweiten mal Vater geworden und auch sonst lief so viel, dass ich den Faden total verloren habe. Ich hoffe da aber bald mal wieder den Anschluss zu finden. Vielleicht wieder über die Hörbücher während dem Zeichnen.

Wann dürfen wir wieder mit einem Tibi von dir rechnen?

Das weiß ich leider noch nicht.

Danke für deine Zeit.

Homepage des Schweizer Autors. https://dominicbeyeler.com/

 

Acht Fragen an Michael Marcus Thurner zu Band 3022

Michael Marcus Thurner verrät unter anderem, ob es eine Vorlage für Bulls Spiel gab und welchen Szenen er sich leichter schreibt. 

 

Die Cairanerin Lehumun sagt zu Zunurudse, dass die Cairaner nicht viel über die offensiven und defensiven Waffensysteme der THORA wissen. In Band 3014 schildert Michelle jedoch, dass es in der THORA von Cairanischen Agenten nur so wimmelt. Da müssten die doch eigentlich mehr herausgefunden haben …
 
Wie wir mittlerweile wissen bzw. trefflich spekulieren können, sind die Cairaner kein homogenes Volk. Nicht jeder weiß alles. 

Warum will Zurundse eigentlich nicht wissen, warum Lehumun zu dem Treffen mit Bull mitwill? Immerhin ist Lehumun eine Zivilistin …
 
… und sie ist eine der Gefährtinnen seines Vorgesetzten. Will er sich denn wirklich mit ihr anlegen und damit um seine Karriere bangen?

Bull lamentiert, dass er sich wünscht, er hätte mehr Zeit für Fitness.
Tagtäglich wolle er trainieren und seinen Körper in Form bringen.
Wie autobiografisch sind diese Sätze?
 
Wenn Du mich damit meinst, dann jammere ich natürlich gern darüber, viel zu viel sitzen zu müssen und zu wenig Zeit für Bewegung zu finden. (Großer Seufzer.) Was Bully betrifft, so hatte der ja immer schon Probleme mit seiner Figur. 
 

Bull fragt den TARA-Psi ob er ausgeruht sei. Äh … der TARA-Psi ist
doch ein Roboter, wieso fragt Bull ihn, ob er ausgeruht ist.
 
Das ist ein Scherz, Du Blitzgneißer!!!
(Hatten wir nicht bei einem anderen Interview kürzlich das Thema „Humor“? Daß ihn nicht jeder und immer verstehen würde? – Quod erat demonstrandum.)

Wieso verstößt Bully gegen das Grundprinzip der Verhandlungen, der Verhandlungs-Entscheider ist nicht der Verhandlungsführer?
 
Weißt Du denn, wie Verhandlungsprinzipien 3.500 Jahre in der Zukunft aussehen? Weißt Du, wie es ist, mit Aliens zu diskutieren? Hast Du diplomatische Erfahrungen, die über ein paar Jahrtausende reichen?  

Gibt es ein Vorbild für das Spiel, das Bull und Zurundse spielen?
 
Jein. Ich hab vage Angaben von der Expokratur dazu erhalten. Ich persönlich habe leider sehr, sehr intensiv an das Duell zwischen Sean Connery und Klaus Maria Brandauer im (nichtkanonischen) James Bond-Film „Sag niemals nie“ denken müssen. Da spielen die beiden auch in einer Art Holo um das Schicksal der Welt. 
Ich hab mich bemüht, möglichst weit weg von diesem Bild zu kommen.

Die Aktion von Spin und dem TARA-PSI zu den Daten der Cairaner zu kommen, erinnert mich an den Firesale in Die Hard IV. Stand der Film Pate?
 
Kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann mich an diesen Film nicht erinnern.  

Die Hälfte der Handlung des Romans spielt in einem Zelt – und dennoch ist es spannend. Was ist leichter? Eine »statische« Szenerie oder Weitläufigkeit?
 
Entscheidend ist ja nicht das Zelt, entscheidend sind die beiden Figuren. Die sind ganz und gar nicht statisch. Das war für mich der Reiz an der Sache. Hier konnte ich viel dialogisieren, ein bißl ein Psychospiel aufziehen, diesen einen Cairaner definieren und mich auch wieder mal mit Bull beschäftigen. 
Ich könnte nicht sagen, ob ich mich mit Weitläufigkeit oder mit einer statische Szenerien besser zurecht finde. Es kommt immer auf das Figurenensemble an. Auf den Spannungsaufbau. Darauf, was aus einem Charakter rauszuholen ist.
Wäre Rhodan hier mit einem Cairaner im Zelt gesessen, wären die Szenen ganz anders geworden, davon bin ich überzeugt. Bulls vermeintliche Impulsivität ist wirklich ein schönes Element, mit dem ich spielen konnte.



 

Fragen an Leo Lukas zu seinem PR-Band 3021

Leo Lukas stellt sich den Fragen zu Band 3021 und verrät, warum Kostumbildner in seinem Roman feucht träumen und was Klaus N. Frick über Band 3021 nicht verraten werden sollte.

Leo, gab es schon einmal ein Expo, bei dem du dir zu Beginn gesagt hast: Das kann *ich* nicht umsetzen?

Ja, mehrfach; bei allen Exposé-Autoren, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe. Manchmal konnte ich dann den Band abgeben bzw. mit einem Kollegen tauschen; manchmal durfte ich mir das Expo sehr stark in meinem Sinne umgestalten.

Was war für dich diesmal das Interessante im Expo von Band 3021?

Dass ich mich sehr strikt daran halten musste, weil vieles später im Zyklus wieder aufgegriffen und bedeutsam wird. Ich musste also ein bisschen »mit angezogener Handbremse« schreiben. Das hat mir diesmal allerdings nicht viel ausgemacht, weil ich mit dem Expo grundsätzlich gut zurecht kam. Ich empfand es vielmehr, wie gesagt, als spezielle Herausforderung.

Leo Lukas am Austria Con 2016
copyright Martin Steiner

Uwe Anton hat in Band 3019 bei den Kapitelnamen Karl May herangezogen.
Was hast du einfließen lassen?

Nichts vergleichbar Auffälliges. Also, so gut wie nichts. Genau genommen: überhaupt nichts.

(Pst, nicht weitersagen, schon gar nicht dem Chefredakteur: Der Name einer Nebenfigur verweist, österreichisch ausgesprochen, auf ein historisches Vorbild, das ebenfalls nicht selten Prügel bezog.)

Ein Kapitel heißt »Der feuchte Traum aller Kostümbildner« – was träumen die Kostümbildner Feuchtes?

Naja, die Verkleidungsfähigkeiten des neuen SERUNS – so etwas würde viele mir bekannte Theaterleute in höchste Ekstase versetzen.

Zitat: »Manchmal beneidete Perry Rhodan jüngere Leute um ihren
unerschütterlichen, naiven Optimismus.« Zeichnet Perry nicht genau dieser Optimismus aus? Wieso beneidet er die anderen für etwas, das er selbst hat?

Optimistisch ist er schon noch immer, naiv aber wohl nicht mehr. Und seine Unerschütterlichkeit hat auch schon das eine oder andere Mal gewackelt …

Im Forum wird von manchen Lesern beklagt, die Handlung schreite zu langsam voran. Was sagst du zum Vorwurf, die fünf bisherigen Bände auf Ilya hätten zu wenige entscheidende Erkenntnisse gebracht?

Als ich noch »nur« lesender Fan war, ging es mir auch oft nicht schnell genug. Aber das liegt halt u.a. auch daran, dass die (Expo-) Autoren zwar in so gut wie jedem Roman wichtige, oft sogar zyklusrelevante Dinge einbauen, diese aber eben nicht als solche herausgestellt werden dürfen – weshalb sie vielen (Quer-) Lesern schlicht nicht auffallen.

Und dann gibt’s halt auch noch das dramaturgische Element. Ich mochte schon als Kind gern Musicals, doch die Tanzeinlagen habe ich immer gehasst, und geschimpft über die »blöde, sinnlose Hopserei!« Was habe ich später bei jedem Musical, bei dem ich Regie geführt habe, begeistert inszeniert und tagelang geprobt? Richtig, Tanzeinlagen. Man braucht’s einfach.

Es ist ähnlich wie mit der Blondine, der im Spukhaus eingeschärft wird, sie soll nicht allein in den Keller gehen. Als Zuschauer raufst du dir die Haare, weil die blöde Kuh sich nicht dran hält. Als Drehbuchautor schickst du sie natürlich, hämisch grinsend, bei der ersten Gelegenheit hinunter.

Leo, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook:  https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360218/perry-rhodan-3021-eyshus-geschenk-von-leo-lukas-e-book-epub

Und hier zum Heft;
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900003604/perry-rhodan-3021-eyshus-geschenk-von-leo-lukas-heft

Dunkelwelten-Trilogie Band 1 »Schwarze Saat« – Das Interview mit Michael Marcus Thurner

Michael Marcus Thurner stellt sich den Fragen von Roman Schleifer. Unter anderem verrät er, welches Ziel er bei dem Roman verfolgt hat und warum Homer G. Adams im Buch vorkommt.

Michael, das Konzept zur Dunkelwelten-Trilogie stammt von Robert Corvus, wurde von dir gemeinsam mit ihm überarbeitet, bevor Klaus N. Frick wiederum bei Teilbereichen Änderungen eingefordert hat. Jetzt kenne ich dich eher als Freigeist. Wie froh bist du dennoch über Korrekturen vonseiten der Reaktion?

Bei diesem Projekt war viel »work in progress« mit dabei, ich habe bei den einzelnen Handlungssträngen immer wieder die Stoßrichtung geändert. Da war ich schon froh, dass Klaus – vor allem in der ersten Hälfte des Manuskripts – korrigierend eingegriffen hat.

Wie viel Freiraum hattest du bei Band 1 »Schwarze Saat« dann wirklich?

Viel.

Du hast drei Monate an dem Band gearbeitet. Wie behält man da die Übersicht?

Puha. Es war halt zum Ende hin viel Arbeit, um die Handlungsfäden zusammenzuführen.

»Schwarze Saat« verwebt wirtschaftliche Verhandlungen, ethnische Konflikte und einen alten Mythos mit einander. Mitten darin Perry Rhodan, der um sein Leben und das seiner Gefährten kämpft und das Geheimnis des Mythos auflösen will. Gehört der Bezug zur Vergangenheit zu einem guten RHODAN-Roman? Ist er unabdingbar?

Nein, natürlich nicht.
Mein großes Ziel war, zwei Völkern jenen Raum zu geben, den sie meiner Meinung nach verdienen und den sie in der Erstauflage nicht so richtig bekommen haben. In den Heftromanen spricht das strikt genormte Format gegen ausführliche Charakterisierungen.

Du hast Homer G. Adams als einer der Helden gewählt, eine Figur, die eigentlich nur im Cantaro-Zyklus als Chef der WIDDER temporär im Mittelpunkt stand. War er als Figur vorgegeben oder hast du ihn ausgewählt? Was war der Grund, dass du ihn ausgewählt hast?

Adams war meine Idee. Du sprichst es eh an: Ich wollte diese Figur wieder mal in Erinnerung rufen. Dass er in Andreas Eschbachs Roman »Perry Rhodan – das größte Abenteuer« ebenfalls eine Rolle spielen würde, wusste ich übrigens nicht.

Denkst du, dass man auf Adams als Figur in der EA verzichten könnte, da Er ja ohnehin fast nie vorkommt? (Gut, in der Erstauflage hält er auf Terra derzeit die Stellung, wo immer es auch sein mag, aber eigentlich Kam er in der Vergangenheit noch seltener als Julian vor?)

Für mich ist Adams eine völlig unterschätzte Figur, die noch lange nicht auserzählt ist. Deshalb hätte ich sie gerne weiter in der Handlung. So klein Adams‘ Rolle auch sein mag – irgendwann wird sich wieder ein Autor seiner annehmen und mehr über ihn verraten.

Adams sagt zu Perry, dass er zwar ein unverbesserlicher Optimist, aber kein Messias ist. Wieso glaubt Adams, dass Perry sich als Messias sieht?

Ach, das war ja bloß im Rahmen einer Unterhaltung unter uralten Freunden dahingesagt, wenn ich mich recht erinnere. Ich würde nicht allzu viel drauf geben, was da einer zum anderen spricht.

 

MMT am Austria Con 2016 copyright Martin Steiner

Es gibt eine Szene, die durch den Anstich beim Oktoberfest inspiriert worden sein könnte, in der Perry Rhodan nicht gut wegkommt. Gib’s zu, es hat dir eine diebische Freude bereitet, Rhodan bei einer »alltäglichen« Situation scheitern zu lassen.

Es ist doch so: Perry ist eine erhöhte Figur, mit der man sich schwer identifizieren kann. Rhodan hat meist das große Ganze im Auge. Da hilft es, ihm durch die eine oder andere Schwäche ein wenig mehr Bodenhaftung zu geben. Das macht ihn greifbarer, geerdeter, sympathischer.

Wie ernst nimmt sich deiner Meinung nach Perry Rhodan selbst?

In seiner Rolle als der Vertreter der Menschheit nimmt er sich total ernst. Der private Rhodan ist ein ganz anderer Mensch.

Denkst du, könnte RHODAN mehr Humor vertragen?

Aus redaktioneller Sicht ganz gewiss nicht. Humor kann schrecklich schiefgehen. Ein einziger schlechter Witz (man denke an den Ennox-Scherz) kann einen ganzen Roman zerstören. Aus Sicht des Autors freu ich mich natürlich, wenn ich da und dort ein Scherzchen einstreuen kann. Wenn’s nicht passt, bekomm ich eh von Rastatt eine auf den Deckel.

Du konntest dich bei den Anuupi austoben, da in der Erstauflage nicht allzu viele Details über sie beschrieben wurde. Dieser Freiraum gefällt dir besser als ein enges Korsett. Was steckt dahinter?

Warum ich meinen Freiraum brauche? – Ich tu mir halt beim Schreiben leichter, wenn ich möglichst viel selbst erfinden kann. Ich mag offene schriftstellerische Räume, die ich dann anfüllen kann. Kollegen im Team brauchen mehr Sicherheit und Richtlinien. Menschen und Autoren sind nun mal unterschiedlich.

Du schilderst den Dialog zwischen zwei Onryonen, bei dem sie an den Terranern kein gutes Haar lassen, sie als Mördergesindel bezeichnen und rassistische Kommentar über die Terraner von sich geben. Überhaupt beschäftigt sich der Roman mit dem Thema Migration, ein Thema, das in Der Realität seit ein paar Jahren präsent ist. Hast du es mit dem Buch zu verarbeiten versucht?

»Verarbeiten« wäre zu viel gesagt. Hier hab ich bloß mal den Blickwinkel verändert. Und ich habe die eine oder andere sanfte Kritik untergebracht, die halt meine Meinung widerspiegelt.

Rhodan ist in deinem Band über genetische Optimierung entsetzt. In Band 2 von Robert Corvus »Schwarze Frucht« wird er dafür von einer Figur als Reaktionär beschimpft, der den Fortschritt aufhalten will. Hemmt Rhodan durch die Moralvorstellungen aus dem 20. Jahrhundert den Fortschritt? Hat er sich moralisch nach 3500 Jahren nicht weiterentwickelt? Und wie ist deine Meinung zum Thema genetische Optimierung?

Sie wird kommen. In Formen, die wir uns jetzt noch nicht so richtig vorstellen können. Der Mensch verschiebt stets seine Grenzen, so weit es die jeweiligen Möglichkeiten erlauben. Und »Optimierung« ist sowieso ein großes Thema unserer Zeit. Wenn ich bloß an all diese Zombies denke, die sich die ärgsten Schönheitsoperationen angedeihen lassen …
Ich bin zu alt, um das Zeitalter der genetischen Verbesserung noch mitzuerleben. Und da bin ich froh drüber. Ich wollte in dieser Welt nicht mehr leben. Was das fiktive Perryversum betrifft: Da bin ich voll auf Rhodans Seite.

Robert Corvus hat eine Leserunde zu seinem Roman gemacht. Was war der Grund, dass du keine gemacht hast?

Ich ziehe mich ein Stück weit aus dem Online-Leben zurück. Es schadet mir enorm.

Die Rezensionen sind überwiegend positiv. Googelst du nach ihnen? Wie sehr freust du ich über positive Reaktionen?

Ja, ich bekomme mit, dass der Roman gefällt. Kritische Stimmen sind natürlich auch wichtig für mich. Sie helfen mir, die Bodenhaftung zu wahren.

Ein Leser im GalFor hat über Band 1 geschrieben, dass Rhodan wie eine Art Indiana Jones agiert. Wie siehst du das? Ist Perry eine Art Indiana Jones in Band 1?

Finde ich nicht. Seine Situation zwingt ihn zum aktiven Handeln. Das ist ja eine von Rhodans Stärken: in den unterschiedlichsten Situationen bestehen zu können.

Was trägt den Roman? Die ausführliche Schilderung der Welt oder die Figuren?

In diesem Roman kann man das Eine nicht vom Anderen trennen, finde ich.

Eine Anspielung des Fans des Fußballklubs »Rapid Wien« auf den Stadtrivalen »Austria Wien« habe ich entdeckt. »Der Onyrone roch sonderbar, nach einer Mischung aus Pferdedung und Veilchen.« (Anmerkung: Austria Wien hat als Klubfarbe violett und daher werden die Spieler auch nach der Blume »Veilchen« genannt). Welche Anspielungen verstecken sich noch?

Du, ich weiß es wirklich nicht. Das mit den Austrianern hab ich schon längst wieder vergessen gehabt. Ich arbeite ja nicht auf irgendeinen Schmäh oder einen gesellschaftskritischen Satz hin. Das passiert fließend während der Schreibarbeit.

Michael, danke für deine Zeit.

Hintergrundinfo gibt es auf:
https://mmthurner.wordpress.com/2019/05/12/ein-paar-worte-zu-dunkelwelten-schwarze-saat/

Homepage des Autors: http://mmthurner.wordpress.com

Hier gehts zum ebook:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845351001/dunkelwelten-1-schwarze-saat-von-michael-marcus-thurner-e-book-epub

Und hier zum Buch:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783404209422/perry-rhodan-schwarze-saat-von-michael-marcus-thurner-kartoniertes-buch

 

Dietmar Schmidt über »Gefährlicher Pakt«

Dietmar Schmidt
PERRY RHODAN
Mission SOL, Band 3
Gefährlicher Pakt

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 12. Juli 2019, 68 Seiten, € 2,40, Titelbild: Dirk Schulz

 

Alexandra Trinley: Dietmar, dein am 12. Juli erscheinender Roman »Gefährlicher Pakt«, der dritte Band von PERRY RHODAN MISSION SOL, ist nun schon dein fünfter PERRY. Wird es für dich allmählich zur Routine?
Dietmar Schmidt: Das kann man nicht sagen. Jeder Roman bedeutet eine ganz neue Herausforderung, jeder Roman hatte bisher etwas Besonderes, etwas Neues für mich. Dietmar Schmidt über »Gefährlicher Pakt« weiterlesen

Neun Fragen an Michelle Stern zu ihrem PR-Band 3020

Band 3020 von Michelle Stern endet mit einem Paukenschlag. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie ihre Reaktionen auf Expos und ob sich Anspielungen im Band finden.

 

Du schreibst den vierten Band auf Ilya, Rhodan und sein Team reisen zu Fuß, per Bahn und im Luftschiff über den Planeten und es gibt das Monster of the week in unterschiedlichen Variationen (Pflanzen, Seeungeheuer, fliegende Tiere, Erdtiere). Sofern das nicht alles Expo-Vorgaben sind. Wie stimmen sich die Autoren ab, damit es nicht zu wiederholungen kommt?

Tatsächlich war hier viel Expovorgabe und ansonsten haben wir uns E-Mails geschrieben und uns ausgetauscht. Soweit die Texte vorher schon fertig waren, konnte ich sie auch in der Rohfassung lesen, vor der Überarbeitung.

Ich hatte den Eindruck, dass dein Band dazu diente, die Handlung noch ein Heft zu verzögern, um Leos Band 3021 vorzubereiten. Vermutlich hast du für ihn ein paar Verschränkungen eingebaut. Wie intensiv hast du dich mit Leo abgestimmt?

Ich habe mit Leo einige Mails gewechselt und hatte die Rohfassung seines Anfangs vorab.

Michelle Stern am Austria Con 2010
copyright Martin Steiner

Wie geht es dir, wenn du das jeweilige Expo öffnest? Nervös? Gespannt? Angst?

Ganz verschieden. Idealerweise ruhig und gelassen. Immerhin weiß ich inzwischen, dass meine Erstreaktion nicht unbedingt ausschlaggebend ist. Manchmal sagt mir ein Expo zu, manchmal nicht – aber im Laufe des Prozesses wird es ohnehin meine eigene Geschichte. Das kann leicht oder schwer von der Hand gehen.

Was war am schwierigsten vom Expo 3020 umsetzbar?

Es stand eine Vorgabe darin, die mir so eben nicht logisch vorkam. Das Schwierigste ist, mir dann nicht selbst im Weg herumzustehen. Egal ob die Vorgabe nun logisch ist oder nicht – ich muss sie umsetzen. Wenn ich etwas schreibe, das für mich nicht logisch ist, merke ich das meinem Text an. Da quillt die Unsicherheit aus jedem Adjektiv. Deshalb schreibe ich einfach nichts mehr, was für mich nicht logisch ist. Die Exposés geben immer auch eine gewisse Freiheit Dinge eben nicht zu schreiben oder anders zu lösen. Genau das ist in dem Fall meine Aufgabe.

Hartmut hat in Osnabrück gesagt. »Ob ein Expo umsetzbar ist, merkt man erst beim Schreiben.«
Gab es schon mal ein Expo, dass du gar nicht schreiben konntest und zurückgeschickt hast?

Nein. Aber es gab Expos, die ich stark geändert habe. Wobei ich schon dankbar bin, wenn ich merke, mit diesem Exposé komme ich gut zurecht. Dann dauert der ganze Schreibprozess deutlich kürzer und ich habe mehr Zeit für andere Dinge. Das muss auch in dem Sinn nicht am Expo liegen.
Gerade schreibe ich einen halben NEO und habe Ewigkeiten gebraucht, bis ich wusste was ich schreiben will. Das Expo war logisch und gut, keine Frage. Es ging mehr darum, wie kann ich diese Geschichte spannend gestalten und was möchte ich schreiben.

Uwe hat Karl May und Formel-1 in 3019 eingebaut, ersteres offensichtlich, letzteres ziemlich versteckt. Welche Anspielungen finden wir in deinem Band?

Ich kann mich nicht erinnern in diesem Band speziell etwas eingebaut zu haben. Neulich habe ich Freunde von früher getroffen, die mich auf das Pylonenfußball angesprochen haben, das wir gemeinsam gespielt haben und das in Band 3007 »Zeuge der Jahrhunderte« vorkommt. Aber ich mache das auch nicht immer. Eben so wie es kommt. Oft spontan.

Siad vermisst die Bewunderung, die Tenga entgegengebracht wird. Was ist der Grund, dass sie bewundert werden will?

Ich hätte Siad in dem Roman gern mehr Raum gegeben, leider hat das so nicht hingehauen. Hier hätte ich gern mehr ausgearbeitet – das habe ich dann aber eben aus Platzgründen nicht.
Dass man es allgemein auch einmal mögen oder genießen kann, von anderen bewundert zu werden – braucht es da einen ganz speziellen Grund?
Tenga stand eben im Rampenlicht und Siad hätte sich das für sich auch einmal gewünscht – sich mehr in den Vordergrund zu spielen. Gleichzeitig hat sie dieses Verhalten aber abgelehnt. Was wir uns selbst verbieten, bekämpfen wir manchmal in anderen, die uns dann entsprechend unsympathisch sind – weil das eine Seite von uns ist, mit der wir nicht im Reinen sind.
Wie geschrieben, ich wäre hier gern ein wenig tiefer gegangen, doch in dem Roman hat das letztlich nicht gepasst.

Perry Rhodan taucht auf und Bull gelingt mit ihm als »Druckmittel« der Einflug ins Solsystem. Perry Rhodan ist auf Ilya und prompt verlangen die Cairaner ein Treffen mit dem Orakel. Alles Zufall? 

Das ist die große Frage. Sicher nicht. Aber wie genau hängt es zusammen? Hat allein Bulls Vorstoß dafür gesorgt, dass die Cairaner eine engere Bindung oder besser Kontrolle wollten?
Im Expo stand es nicht explizit drin, wie das zusammenhängt.

Bei dir kommt der Begriff »Sternenrad« zum ersten Mal vor, den Hartmut am Osnabrücker Con unfreiwillig gespoilert hat. Erzähl uns mehr darüber.

Ha, ha! Soll heißen: Nö, sorry. Mache ich nicht. Frag Hartmut.

 

 

 

 

 

21 Antworten von Hartmut Kasper zum PR-Zyklus »MYTHOS«

Expo-Autor Hartmut Kasper stellte sich den Fragen von Roman Schleifer und spricht unter anderem darüber, ob Perry Rhodan eine schwierige Figur ist und wie Monkey seine Zeit verbringt.

 

Hartmut Kasper auf den 3. PR-Tagen Osnabrück 2019
copyright Jörg Ritter

Hartmut, der Zyklus begann nicht mit einem Paukenschlag, sondern der Leser ist mit Perry Rhodan langsam in die neue Situation in der Milchstraße hineingeglitten. Was waren eure Beweggründe, den Zyklus langsam anzugehen?

Rhodan findet sich in einer neuen Situation, in der, wie er herausfindet, alte Sicherheiten nicht mehr gelten und nichts und niemand vertrauenswürdig sein muss – wie Atlan deutlich mahnt, eine Mahnung, die Rhodan beherzigt.
Also beginnt Rhodan damit, sich selbst ein Bild zu machen, ohne die Sicherheit seiner Leute und seines Schiffes zu gefährden. Das tut er, ohne zu zögern, aber auch nicht vertrauensselig. Wenn sich neue Aspekte ergeben, korrigiert er seine Pläne. Rhodan übereilt nichts, da ja auch nichts drängt: Offenbar befindet sich die Milchstraße in einem zwar labilen, aber nicht ihre Existenz gefährdenden Gleichgewicht – so muss es ihm wenigstens nach Auswertung der vorliegenden Daten erscheinen.
Also handelt er ebenso vernünftig wie zielbewusst.

Gefühlt haben viele Leser mit Band 3000 und dem Zyklus große Erwartungen an die Handlung gehabt. Kann man solchen Erwartungen überhaupt gerecht werden?

Da Leserinnen und Leser durchaus sehr verschiedene Erwartungen haben, lässt sich das pauschal nicht beantworten.

Ein Fünftel des Mythos-Zyklus ist vorbei. Nachträglich betrachtet: Was würdet ihr nun anders machen?

Selbstverständlich kann man immer einiges anders machen, ob es dann besser wäre, bleibt spekulativ, weil unerfindlich.

Es gibt ja drei Arten von Heldenentwicklungen. Der Held verändert sich zum positiven, der Held verändert sich zum negativen und dann gibt es noch jene Kategorie Heldenentwicklung, in die Perry Rhodan fällt. Der Held hat die Wahrheit bereits »gepachtet«, verändert sich also nicht, besteht durch seine innere Wahrheit jeden äußerlichen Test und verändert am Ende sein Umfeld. Wie schwierig ist aus Exposicht die Figur Perry Rhodan für die Entwicklung der Handlung?

Gar nicht schwierig. Rhodan ist eine großartige Figur, die die Handlung mal vorantreibt, die aber auch mal innehält und reflektiert. Auch Rhodan verändert sich, wie jeder von uns; schließlich ist er, was jeder von uns ist oder doch sein möchte: ein offener, auf- und unabgeschlossener Mensch.

Hartmut, du hast am Osnabrücker PR-Con gesagt, dass in jedem Roman etwas Wichtiges stehen muss – habt ihr das bislang konsequent umgesetzt?

Das will ich doch hoffen.

Bei der Umsetzung der Expos in die Romane kann es bekanntlich zu Abweichungen kommen. Wie erstaunt seid ihr, wenn ihr dann den Roman liest und der Autor hat einen anderen Zugang zum Expo gefunden, als ihr gedacht habt?

Nicht sehr erstaunt. Wir sind ja selbst Autoren und müssen bei jedem selbst Expo den wieder neuen Zugang zum Exposee finden. Dass wir die Exposees schreiben, ändert daran beklagenswerter Weise nichts. Das ist übrigens auch zu Zeiten der Kollegen Scheer, Voltz, Feldhoff und so weiter nicht anders gewesen und bei Scheer manchmal besonders eklatant, wenn sein Roman – zum Beispiel der 50er – die Hauptfigur (in diesem Fall Atlan) ganz anders entwickelt, als er selbst sie im Expo angelegt hat.
(Anmerkung: Wie K.H. Scheer das Expo zu Band 50 angelegt hat, kann man unter anderem im Audiofile von Con in Osnabrück nachhören.
https://soundcloud.com/user-10236976-685170665/osnabruck-2019-hartmut-klaus)

Und welcher Roman hat euch am meisten überrascht?

Michaels pralinenkundiger Tenga-Roman.

Manchmal hatte ich den Eindruck, dass die Handlung (Perry sucht auf der Station Bully in drei Heften, Perry wandert fünf Hefte lang über Ilya) in die Länge gezogen wurde. Was waren eure Überlegungen für diese Art der Aufteilung?

Gute Geschichten brauchen ihre angemessene Zeit, und wir schreiben Geschichten für Leser, die gute Geschichten lesen wollen. Ich bin davon überzeugt, dass gute Geschichten gründlich erzählt werden müssen. Für »Reader´s Digest“-Best-of-and-as short as-possible-Ansätze« habe ich nie Verständnis gehabt. Man geht doch auch nicht im Gebirge wandern, um Abkürzungen zu finden.

Die Ladhonen sind in den Bänden 3001-3003 ausführlich beschrieben worden, nun sind sie in den Hintergrund getreten. Jetzt habe ich von Band 2700 und dem Techno-Madhi gelernt, dass manche Figuren erst später so richtig relevant werden. Gehören die Ladhonen zu der Macht des Bösen, dem Perry noch gegenüberstehen wird?
(Dass sie nur Piraten sind, kann ich gar nicht glauben, da ihr ihnen immerhin drei Romane gewidmet habt.)

Die Ladhonen werden so ausführlich beschrieben, weil sie von Bedeutung sind. Im Hintergrund sehe ich sie nicht.

Das Zain-Konstrukt ist so etwas wie die mysteriöse Figur, von der die anderen immer nur erzählen, d.h. ihr betreibt bislang Foreshadowing. Was kommt da auf Rhodan zu?

Einiges. Und zwar aus vielen Richtungen.

Die Cairaner sammeln Lebensenergie, auch in den ausweglosen Straßen. Wie viele davon gibt es? Und wie vertragen sich diese Straßen mit ihrem Friedensmotto?

»Die« Cairaner gibt es ebenso wenig wie »die« Akonen oder »die« Menschen. Sie sind eine reiche, komplexe Kultur.
In den Augen der Cairaner, die die Straßen betrieben, vertragen sich diese Institutionen offenbar bestens mit ihrem Friedensmotto.
Übrigens sollen selbst auf unserem beengten Planeten mit seinen wenigen Milliarden Einwohnern Staaten existieren, die sich durchaus als landfriedensorientiert und zivilisiert betrachten, und doch die Todesstrafe praktizieren.
Und es sollen selbst bei uns in Europa hin und wieder Menschen geben, die Todesstrafe und Folter unter bestimmten Bedingungen für akzeptabel halten und befürworten.
Ich erinnere mal daran, dass die Todesstrafe in Hessen im Jahr 2018 aus der Landesverfassung gestrichen worden ist. So lange her ist das nicht.
In diesem Fall würde ich deswegen differenzieren, übrigens von einer durchaus fremdartigen Kultur auch nicht erwarten, dass sie sich in ihren Vorstellungen von Frieden und Recht nach den europäischen Standards des frühen 21. Jahrhundert richtet. Schärfer formuliert: ich fände eine solche Identität der cairanischen Vorstellungen mit den hierzulande gegenwärtigen befremdlich und unglaubwürdig.

Bislang kennen wir als »Gegner« nur die Cairaner. Nach den bisherigen Informationen muss es mindestens noch eine weitere Macht geben, nämlich jene, die die Erde und Luna versetzt hat. Wann tritt diese Macht auf?

Zu gegebener Zeit. Wenn es sie denn gibt.

Und war Saessbekker schon ein Vorbote dieser Macht?

No spoiler, please.

KNF hat angedeutet, dass Rhodan in eine ferne Galaxis aufbricht – ist es das Geviert der Cairaner oder der Ort, an dem Terra versetzt wurde?

Warum ein »oder«?

Seit mehreren Bänden trägt Perry unfreiwillig ein Organoid in sich.
Wieso hat er es noch nicht entfernen lassen?

Wo steht, dass er es sich nicht hat entfernen lassen?

In Band 3014 wimmelt es in der THORA vor Personen, die ein Organoid tragen und somit die THORA unterwandert haben. Was sagt das über die Sicherheit in Bulls Raumschiff aus?

Es sagt aus, dass es, wie überall in diesem Universum, keine absolute Sicherheit gibt. Es sei denn in Märchen, wo man am Ende eine unerschütterliche Idylle erreicht hat.
Wo aber Sicherheitsgaranten und Sicherheitsgefährder dieselbe hohe Kompetenz zeigen, werden mal die einen, mal die anderen die Oberhand haben.
Man stelle sich außerdem vor, die Arkoniden und ihr Robotregent, die Topsider, die Posbis, die Meister der Insel, der cappinsche Sonnensatellit und so immer weiter wäre von unüberwindbaren Sicherheitssystemen geschützt gewesen – Rhodan hätte dann keine Chance gehabt: Ende der Geschichte irgendwo deutlich vor Heftroman 50.
Und nur die Terraner in den Zustand paradiesischer Unangreifbarkeit zu setzen, wäre ersten unrealistisch (man rufe sich mal in Erinnerung, wie viele vermeintlich absolut sichere Systeme jeden Tag in unserer Realität versagen), und zweitens wäre es erzählerisch unfair.

Auch an euch die Frage, die ich schon Uwe Anton zu Band 3013 gestellt habe.
Rhodans Ansprache an Bord der THORA verrät den Verlauf des Zyklus … können wir uns jetzt eigentlich die Hefte sparen, denn eines Tages werdet ihr die Erde wiedersehen und dann auch ins Solsystem zurücktransferieren. Wie halten die Autoren im Zyklus die Spannung aufrecht, obwohl jedem Leser das Ende klar ist?

So gesehen, könnte man sich (fast) jeden Krimi sparen: Der Täter wird gefasst. Schließlich könnte man sich sogar das ganze Leben sparen: Der Held der eigenen Geschichte stirbt.
Aber wer wollte das und warum sollte er es tun, warum sparsam sein?
Leben und Literatur stehen nicht unter Sparzwang und sie verfolgen solche Sparkonzepte nicht. Bleiben wir verschwenderisch und gespannt auf das Was, Wann, Warum, Wer, Wie, Wozu, mit welchen Mitteln!


Daran gleich anknüpfend zitiere ich Christoph aus dem Interview zu seinem Band 3004 zitieren:
»Die Ausgangssituation von PR 3000 vermischt diese Motive (Anmerkung: Mahlstrom und Cantaro-Zyklus): Fügt schon in der Ausgangssituation Neues dazu … und dann ist alles völlig anders als damals. Finde ich schon — echt alles.« Provokante Frage: Perry findet die Erde, will sie mit Ilya tauschen und die Erdbevölkerung wehrt sich dagegen?

Schaun wir mal.

Ich gehe davon aus, dass die Erde sich irgendwann wieder im Solsystem befindet – würde Perry die Ayees dafür opfern?

Ich gehe davon aus, dass Rhodan keine Person ist, die andere Lebewesen für die eigenen Ziele opfert.

Wo ist eigentlich Monkey? Und wie verbringt er so seine Zeit?

Monkey spielt eine zentrale Rolle im Zyklus. Expos liegen längst vor; Romane folgen.

Und zum Abschluss. Die Interviewserie ist in dieser Form ja neu im Perryversum. Gab es für euch beim Lesen der Autorenantworten schon Aha-Erlebnisse? Und falls ja, welche?

Ich fand alle diese Interviews bisher spannend, die Fragen wie die Antworten aufschlussreich. Ich möchte keine davon hervorheben und dadurch die anderen herabsetzen. Mir gefällt dieses Format sehr, danke Dir.

Hartmut, ich danke dir für deine Zeit und freue mich schon auf die nächsten Hefte.