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Fünfzehn Fragen an susan Schwartz zu ihrem Band 3063

Susan Schwartz verrät im Interview mit Roman Schleifer, welches Potenzial Sichu und Perry noch haben und wer in der Vergangenheit wusste, dass es besser sein wird, die Erde zu retten und ins Dyoversum zu versetzen.

Zitat: »Wie es wohl war, die Enkelin des berühmtesten Terraners zu sein?«
Uschi, du bist die Tochter eines berühmten bayrischen Politikers, kannst das also ein wenig nachvollziehen. Was wären deine Gedanken, wenn du Perrys Enkelin wärst?

Zwischen Farye und mir besteht der Unterschied, dass ich in der Obhut meines Vaters aufgewachsen bin, wohingegen sie ihren Großvater erst sehr viel später kennenlernte. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht einfach ist, man ist hin und hergerissen zwischen der Freude, einen so nahen Verwandten zu treffen, und dem Misstrauen, wie wohl der Umgang mit ihm sein wird. Ich würde zunächst keine verwandtschaftlichen Gefühle empfinden, das müsste erst langsam wachsen, wie es auch bei Farye war. Gerade wenn es sich um eine so herausragende Person wie Perry handelt, wären meine Vorbehalte zunächst doch recht hoch. Um in Rhodans Nähe zu sein, betritt man seine Welt – und ist damit raus aus dem »normalen« Leben, das man bisher gewohnt war. Unwillkürlich steht man im Rampenlicht.
Kann man damit umgehen? Will man damit umgehen? Da müsste ich eine Entscheidung treffen.
Zum Glück war Farye zu dem Zeitpunkt schon auf dem aufsteigenden Ast ihrer Karriere und entschlossen, weiterzumachen und ihre Talente und Fähigkeiten zu beweisen, und Perry braucht sie dadurch. So entsteht mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis besonderer Art. Man ist sich näher als »nur Freunde«; in gewisser Weise bleibt es dadurch bei aller Zuneigung auch eine komplizierte Beziehung.

Zitat: »Es ist wirklich alles perfekt.«
Eigentlich ist das ja ein Satz, der in keinem Roman stehen sollte – Stichwort Spannung und Konflikt.

Der Satz zu Beginn eines Romans bietet genau die Voraussetzung dafür, dass mit Gewissheit alles schiefgehen wird, was nur schiefgehen kann. Er bezieht sich auf die Technik eines neuen Gefährts. Jeder Leser denkt sofort: »Aha, da wird was passieren, denn wenn das am Anfang kommt, wäre ja der Roman schon vorbei.«
Wir wissen alle, dass Technik nicht perfekt ist. Bald erkennen wir, dass die Annahme stimmt. Wenngleich auch anders als erwartet. So kann man daraus noch einen Twist zaubern. 😉

Zitat: »Auf Sichu ist immer Verlass.«
Welches Potenzial haben Sichu und Perry dramaturgisch? Anfangs war ja die Frage »Werden wir sie zusammenkommen?«. Nun sind sie zusammen, und was nun?

Nun haut Sichu Perry des Öfteren aus der Bredouille. Funktioniert gut, finde ich!
Sichu hat ihren eigenen Bereich. Sie ist Top-Wissenschaftlerin, und wenn es darauf ankommt, auch Top-Soldatin. Perry ist der Abenteurer und Politiker/Diplomat, auch wenn er keinen offiziellen Titel führt. Wo er forsch drauflosgeht, überprüft sie erst mal alles. Perry kämpft für eine friedliche Zukunft und gerät dauernd mit Aliens aneinander. Sichu hingegen möchte alles bis zum winzigsten Quantenteilchen auseinandernehmen. Auf diese Weise können die beiden kooperieren, ohne sich in die Quere zu kommen, sie ergänzen sich, und sie harmonieren, auch wenn sie oft geteilter Meinung sind. Sichu ist das, was ein Partner sein sollte – Geliebte, Kameradin, Freundin, Mitstreiterin und Kontrapart. Dabei ist sie eine völlig eigenständige Figur, die an Perrys Seite Format hat und auch ohne ihn bestehen kann.

Irgendwer hat irgendwann in der tiefen Vergangenheit die Erde präpariert – über welchen Langzeitplan reden wir hier?

Das lässt dich nicht los, was? 🙂
Wir reden über den Langzeitplan, der mit Perrys Erkundungen seine Auflösung und Erfüllung finden wird.

Geht es nur mittels Langzeitplan und Rückgriff in die Vergangenheit?

Geheimnisse finden ihren Ursprung immer in der Vergangenheit, und nur das macht sie auch interessant. Es ist eine mysteriöse Sache, die auf alle Fälle mit den Cairanern zu tun hat, wie wir gerade erlebt haben. Sie stehen mittlerweile im Mittelpunkt des Geschehens, und welche genaue Rolle sie spielen, wissen wir weniger denn je.

Dieser Langzeitplan muss die Zukunft perfekt vorhergesehen habe, muss gewusst haben, dass Iwán/Iwa geboren wird, dass Farye eine geniale Pilotin wird … oder hat diese Macht direkt eingegriffen? 

Ich glaube nicht, dass es dabei um solche Details geht. Die Zukunft steht ja nicht fest, es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Letztendlich führt es immer auf die eine oder andere Weise zu dem einen oder anderen Zeitpunkt zum richtigen Ergebnis, sobald alle benötigten Voraussetzungen eingetreten sind. Das kann man berechnen. (Also ich nicht. Meine Planungen reichen kaum bis zur nächsten Woche und gehen schief.) Perry ist durch Terras Verschwinden angestupst worden, und dadurch geraten die Dinge ins Rollen, weil er gründlich nachbohrt und seine Heimat zurückhaben will. Iwán/Iwa ist dabei ein unberechenbarer Faktor und weiterhin mysteriös. Mit dem Geschehnis verflochten, aber auf welche Weise?

Andere Spekulation: Unternimmt Perry einen Zeitreise und installiert das Gerät selbst auf Terra in tiefster Vergangenheit?

Hm. Dafür erschließt sich mir nicht so recht der Sinn. Warum sollte er das tun?

Mit 3063 gibt es eine neue Interpretation des Posizids: Er dient dazu, die Spuren zu verwischen. Wer wusste in der Vergangenheit, dass die Erde wohl besser durch einen Ortswechsel gerettet werden muss?

 Derjenige, der das Gerät installiert hat. 🙂

Und … hm … wovor eigentlich? 500 Jahre ist nichts Dramatisches passiert?

 Wenn du das so siehst, weshalb also sollte Perry in der Vergangenheit das Gerät installiert haben? Nach dem Raptus ging es aber schon ordentlich ab, finde ich. Sämtliche Strukturen sind zerfallen, neue Besatzungsmächte und eine Entität, die unbedingt Chaotarchin werden will, bedrohen die Milchstraße, Terra ist weg, Arkon weiterhin hinter dem Bleischirm, kein Perry da … also gewiss ist es nicht der Weltenbrand, aber »nicht dramatisch«?

Der Plan der Cairaner, sich im Dyoversum in Sicherheit zu bringen, ist unlogisch. Warum sollte die Kandidatin Phaatom ihnen nicht folgen können?

Weil es im zweiten Zweig keine SI, Kosmokraten und Chaotarchen gibt/geben kann. Sie kann’s ja mal versuchen. Ich glaube nicht, dass das gutgeht …

Und wie sollen sie die Spuren verwischen, wenn doch die Milchstraßenvölker live beim Wechsel dabei sind?

Noch ein Posizid und ein Odium dazu, und fertig ist das Vergessen.

Wenn es im Dyoversum keine Superintelligenzen gibt … könnte das Dyoversum das Neuroversum sein?


Nein. Kann es definitiv nicht, es hat kein eigenes Bewusstsein.

Atlan wird als letzter Ritter der Tiefe genannt – ist er der letzte Ritter? Wer sagt, dass es keine neuen Weihen gab?

Ich gehe davon aus, dass der Orden nicht mehr existiert, weil er überholt ist.

Zitat: »Atlan hat seine Rolle zu erfüllen.«
Äh … wer sagt das?

Da sind wir wieder bei den Cairanern, die ins Zentrum des Geschehens gerückt sind.

Zitat: »Suchst du Rhodan, such das Chaos, dort findest du ihn.«
Sieht man sich sein Leben so an, dann sorgt er zuerst für Chaos, um es dann zu beseitigen …

Genau. Er ist immer im Zentrum des Chaos!

Uschi, danke für deine Zeit.

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Dreizehn Fragen an Susan Schwartz zu ihrem Band 3062

Susan Schwartz aka Uschi Zietsch verrät im Interview mit Roman Schleifer den Grund für die Vibrationen innerhalb Terras und wie die Serienhandlung der Vergangenheit die gegenwertige Dramaturgie verändert hat.

Du schreibst mit Monti PR-Geschichte, denn zum ersten Mal werden vier Romane von zwei Autoren geschrieben. Wie ist das Gefühl?

Absolut super. Mal was ganz anderes. Ich probiere ja immer gern neue Sachen aus.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Ich bin Christian zu Füßen gelegen und habe ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte. Ich bin herumgehüpft und habe mit den Fingern geschnipst. Ich habe gedroht, mich von der Klippe zu stürzen, wenn nicht …  😉
Klingt spannender als die echte Antwort, oder?
Die lautet nämlich: Als die Rede davon war, dass es eine weitere Viererstaffel aus dem anderen Teil des Dyoversums geben wird, habe ich mich sofort beworben. Zwischen den beiden Mails dürfte keine Minute vergangen sein.

Wie leicht hast du in das Thema hineingefunden?

Da ich mit dem 3049 schon die Vorbereitungen getroffen hatte, war es leicht. Es ist ja ein kleines, in sich abgeschlossenes Universum ohne großen Hintergrund, die Hauptfiguren sind mir alle vertraut. Zu recherchieren gab es trotzdem einiges in Bezug auf das Ambiente. Das war stellenweise aufwendig.

Wie war die Zusammenarbeit? Wie habt ihr euch organisiert?

Am Anfang haben wir noch gar nicht so viel kommuniziert, da mussten wir uns erst reinfinden und das Setting schaffen, doch ab Band 2 schwirrten die Mails nur so hin und her. »Ich schreib das, wie hast du das gemacht? Was soll ich hier beachten, was hältst du davon?« Da gab es schon sehr viel Austausch.
Bei den Exposés 1 – 3 war die Aufteilung vorgegeben, sodass ich mich gleich auf meinen Part konzentrieren konnte, wobei die Grenzen der Aufteilungen schnell aufweichten, da wir manche Sequenzen tauschten oder der Focus sich verschoben hat. Bei Band 4 haben wir uns abgesprochen, wer gern was machen möchte. Und natürlich musste auch mehrmals die Frage geklärt werden, ob wer gekillt werden sollte. 😉

Zitat: »Es hilft nichts, wenn wir verpatzten Möglichkeiten hinterherweinen oder von einem Utopia träumen, das es nicht gibt. Und nie gegeben hat.«
Diese Worte hätte ich gerade von Rhodan, dem Utopisten nicht erwartet. Ist er von den Misserfolgen derart frustriert? Immerhin besiegt er regelmäßig die Feinde, aber sein Ziel des Friedens hat er nie erreicht. (Bis auf die 1000 Jahre im Solaren Imperium.)

Ich glaube gar nicht, dass das nur Frustration ist. Ich sehe es im Gegenteil so, dass Perry jetzt mehr denn je nach vorn blicken will. Immerhin ist die Milchstraße sehr gebeutelt. Sie hatte noch gar keine Chance, sich vom Weltenbrand zu erholen, da kommen die nächsten Typen angelatscht und behaupten: »Alles meins.« Und vorher verschwinden Terra und Luna spurlos und ein anderer Planet samt Trabant taucht auf. Das gesamte System ist gesperrt, das politische Bündnis ist auseinandergefallen – und dann auch noch Datensintflut und Posizid. Eine Menge Herausforderungen, eine Menge Leid, und Perry ist nicht dagewesen. Daran trägt er verständlicherweise schwer und ist deshalb desto eiserner entschlossen, Terra und Luna zurückzubringen. Er ist immer noch Utopist, aber der Weg dahin muss neu bewertet werden.

Zitat: »Rhodan vertraute ihnen allen, und das war dringend nötig. Allein könnte er seinen Plan unmöglich umsetzen – er brauchte alte und neue Freunde. Eine Gemeinschaft unterschiedlicher Menschen, von denen jeder auf seine ganz eigene Art die Erde retten wollte und sich diesem Ziel als großem Ganzen unterordnete.«
Ist es das, was ihn auszeichnet, dass er immer Menschen findet, die sich dem Großen Ganzen, nämlich seinem Großen Ganzen, unterordnen?

Sein ganz wesentlicher Charakterzug ist es, dass er seinen Weg nicht allein auf Teufel komm raus gehen will, etwa weil er sich als Visionär, Heilsbringer oder Heiland sieht. Was er eben nicht tut. Perry ist ein nüchterner, bodenständiger und verstandesbewusster Mann, für den Demokratie und Gleichberechtigung über alles geht. Er übernimmt die Verantwortung, aber er zieht die Möglichkeit in Betracht, sich zu irren. Er ist kein Einzelkämpfer, der sich mit der Machete durch den Dschungel schlägt. Natürlich weiß er, dass er das Ziel des galaktischen Friedens nur mit Weggefährten, Vertrauten und Verbündeten erreichen kann, und will das auch gar nicht. Je breiter die Basis, desto stabiler das Fundament.

Zitat: »Sichu Dorksteiger reagierte irritiert; in der Öffentlichkeit zeigten sie nur wenig Vertraulichkeiten.«
Was ist da der Grund? Und muss RHODAN im 3. Jahrtausend immer noch einen Helden haben, der »verklemmt« wie ein 14jähriger ist?

Ach, Perry wurde doch mit nem Stock im Hintern geboren und trennt strikt Öffentlichkeit und Privat. Er ist nicht verklemmt, er möchte das eben nur nicht zeigen. Und sind wir nicht schon im 6. Jahrtausend? 😉

Zitat: »Deshalb waren sie nicht in hoch effektive Schutzschirme gehüllt, sondern nur in einfache Prallschirme.«
Was ist der Grund? Wäre es nicht beeindruckender gewesen, jene Schiffe zu zerstören, die einen höherdimensionalen Schutzschirm gehabt hätten? Für Mullholland wäre das kein Problem gewesen …

 Ich denke nicht, dass der höherwertige Schutzschirm einen Unterschied gemacht hätte.

Rhodans Bluff mit dem Transformkanonen erinnert doch sehr an Band 399. Gibt es eine Liste mit Bluffs, die in RHODAN bislang vorgekommen sind? Seht ihr das nach?

Die Mitarbeiter im Hintergrund wie Michael Thiesen, aber auch Verena Themsen mit ihrer Datenbibliothek können innerhalb kurzer Zeit solche Informationen liefern. Eine spezielle Liste gibt es dafür sicherlich nicht, weil zu den damaligen Zeiten niemand daran gedacht hat, eine anzulegen. Heutzutage ist das viel zu aufwendig, und mit Stichwortsuche, da es hier ja um die Topsider geht, kommt man schnell zum Ziel. Es handelt sich also nicht um ein Versehen, sondern um Absicht – eine Hommage an sich selbst.
Wahrscheinlich hat Perry sich gedacht, was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites Mal – auf der anderen Seite kannte den Trick ja niemand. Also warum nicht nochmal anwenden?

Früher wäre dieser Bluff in einem kompletten Heft beschrieben worden – heute in einer Hefthälfte. Du bist seit 1993 dabei – was hat sich da in der Erzählweise geändert?

Ich wiederhole mal wieder: Ich bin seit 1992 dabei. Ich wüsste nicht, warum der Bluff auf ein ganzes Heft ausgedehnt werden sollte, vor allem, da er ja eh schon bekannt ist – wobei er in der Ausführung ja durchaus variiert. Aber wenn man danach geht, könnte man viele Storylines sogar auf mehr als ein Heft ausdehnen.

Der zweite Teil handelt von Zeut, ist aber nicht abgeschlossen. Ist das dramaturgisch wichtiger, weil es in eineinhalb Heften erzählt wird? Was erwartet uns da?

Also eigentlich wird die Zeut-Ebene umfangmäßig in einem Heft erzählt, nur eben auf zwei Hefte verteilt. Und so ist das mit den Topsidern auch. Das ist ja auch noch nicht beendet. Dramaturgisch finde ich das sehr sinnvoll, um abzuwechseln und einen schönen Spannungsbogen aufzubauen.
 
Zitat: »Düster beobachtete sie ihren Ehemann, dessen Zustand apathisch, aber – noch – nicht lebensbedrohlich war.«
Abgesehen davon, dass das Marketing aufschreien würde – wäre ein Zyklus ohne Perry Rhodan denkbar?

Nein. Die Serie heißt PERRY RHODAN und nicht Schnurpsi Buxneder. Wo Rhodan draufsteht, muss auch Rhodan drin sein.

Das Gerät, das tief in der Erde schlummert … habe wir hier schon wieder einen Langzeitplan? Geht es bei PR nicht ohne Langzeitplan einer höheren Wesenheit?

Das ist nur die Kaffeemaschine, die jemand vergessen hat auszuschalten.

Uschi, danke für deine Zeit.

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Dreizehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3061

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob Monkey auserzählt ist und wieso auf Oxtorne die Einheimischen bevorzugt werden.

Saessbekker kam bislang im Zyklus genau zweimal vor: 3016 und nun 3061. Da fallen mir sofort die Zahlen auf 3016 und 3061 – war das Absicht?

Nein.

Saessbekker kam eben zweimal vor, zweimal in einem Band von dir. Hast du bei 3061 aufgezeigt oder wurde es dir zugeschanzt?

Ich vermute, dass die Expokraten mich für Saessbekker eingesetzt haben, damit die Figurenzeichnung kontinuierlich bleibt. Ich habe aber nicht nachgefragt.

Irgendwie bin ich ein bisschen enttäuscht: 3016 war Saessbekker noch mysteriös und dann stellt sich im zweiten Band, in dem er vorkommt, heraus, dass er offenbar ein Phersune ist. So wie die Figur eingeführt wurde, habe ich mehr erwartet.

Ich sehe durchaus noch einige Fragen zu Saessbekker. So richtig entmystifiziert wurde er noch nicht. Außerdem hatten wir in diesem Zyklus bereits einige rätselhafte Figuren. Ich erinnere z.B. an Zemina Paath und ihren Koffer. Da schadet es nix, einige Fragen auch mal zu beantworten.

Wie herausfordernd war es für dich, Saessbekker nur anhand von Dialogen in die Handlung hineinzubringen?

Ehrlich gesagt: Hättest Du das jetzt nicht geschrieben, wäre mir gar nicht aufgefallen, dass ich ausschließlich Dialoge verwendet habe. Aber klar – anders wäre es bei Saessbekker nicht gegangen.
Mir sind diese Textstellen recht leichtgefallen, aber das heißt noch lange nicht, dass sie gelungen sind. So etwas müssen die Leser beurteilen.

Eine kleine Abschweifung an dieser Stelle: Generell gilt, dass das Dialogisieren eine der schwierigeren Disziplinen für den Autor ist. Man muss mit dem Sprechtext Wissen an den Leser vermitteln und kann, wenn’s gut geht, auch etwas über die Charaktere der Figuren verraten. Man kann durch die Länge der Sätze viel vermitteln. Oder über Phrasen, die jemand immer wieder verwendet. Monkeys Sprechtexte zum Beispiel sind fast immer kurz, präzise und auf den Punkt gebracht. Bully neigt zum Schwafeln und zum Übertreiben. Tolot ist analytisch, wenn er vom Planhirn gesteuert wird und etwas ausführlicher, wenn das Ordinärhirn die Oberhand hat.

Habe ich es überlesen oder steht wirklich nicht im Roman, wie Saessbekker Daan Gudati übernommen hat? Immerhin ist er ja erst mit dem Shuttle an Bord gekommen, obwohl Gudati das Shuttle nicht ins Schiff hätte lassen müssen. Grübel.

Ich habe das nicht näher beschrieben, richtig. Aber ich gehe davon aus, dass Saessbekker in dieser Hinsicht sehr geschickt ist und viel Erfahrung bei Übernahmen mitbringt.

Während Michelle in Band 3060 noch vage bleibt, was Monkey für Zemina empfindet, wirst du konkret. Zitat: »Der Reiz, den sie auf vielerlei Ebenen auf ihn ausübte, gefiel ihm.«
Wie würde sich Monkey in einer Beziehung mit Zemina verändern?

 Gar nicht, behaupte ich jetzt mal.

Saessbekker hat zwischen 3016 und 3061 alle Zeit der Welt, zum Schwarzen Loch zu fliegen, in die Heimat zu berichten plus Koordinaten mitschicken und wohin-auch-immer wieder zurückzukehren. Wieso macht er das nicht?

Weil er gemeinsam mit dem cairanischen Konsul bzw. in dessen Kopf ziemlich lange eingesperrt gewesen war.

Erstaunt war ich, dass auf Oxtorne Ausländer mehr oder weniger keine Rechte besitzen. Immerhin ist Oxtorne eine LFG-Welt. Wie vereinbart sich das mit den Werten der LFG? Und wie juristisch?

Ich lasse mich gerne von Spezialisten der LFG-Rechtslage eines Besseren belehren, aber für mich ist die LFG ein weitgehend föderalistischer Bund. In Österreich, in Deutschland und den USA, um jetzt nur einige Beispiele zu nennen, hat die jeweilige Regierung auch nicht in allen Lebensbereichen ein Durchgriffsrecht. Oxtorne bietet nun mal andere (Über)Lebensbedingungen als zum Beispiel Rudyn, also muss man auf die jeweiligen Lebensgegebenheiten Rücksicht nehmen.
Mein Hintergedanke bei den Schilderungen auf Oxtorne war: Die Verhältnisse auf dieser Welt fordern seinen Bewohnern alles ab. Als Oxtorner muss man extrem diszipliniert sein, um Risken und Gefahren zu minimieren. Ich habe ein bissl beim alten Sparta Anleihe genommen, um die Situation auf Oxtorne zu beschreiben. Und mit Daan Gudati habe ich mir eine Figur zurechtgebastelt, die ein hohes Maß an Sensibilität durch das väterliche Erbe mit sich bringt. Dieses Spannungsfeld hat mich interessiert, auch wenn es im Roman dann bloß am Rande eine Rolle spielt.

Durch Band 3061 ist nun Kanon, dass Monkey einen Puls von 3 Schlägen pro Minute hat. Müsste es aufgrund seines hohen Grundumsatzes und des erhöhten Stoffwechsel nicht viel mehr sein?

Du kannst Dich gerne mit Monkey über dieses Thema unterhalten. Vermutlich wird er Dir mit vier bis fünf Pulsschlägen (also mit hochgradiger Erregung) pro Minute ein paar ordentliche Gnackwatschen verpassen dafür, dass du an seinen Werten zweifelst.

Wurde 3061 der Grundstein gelegt, dass die Kandidatin Phaatom im nächsten Zyklus die Milchstraße heimsucht?

Ist das wieder mal ein Versuch, mich zum Spoilern zu verleiten? Nun, ich tu Dir den Gefallen und liefere Dir die möglichen Antworten:

– Ja
– Nein
– Vielleicht

Such’s Dir aus.

Kurz bin ich erschrocken, als Monkey durch den Schaum um den Kopf schon aufgeben will. Was denkst du? Ist Monkey auserzählt?

Nein.

Wurden Weiße Löcher bei RHODAN schon einmal erwähnt?

Nicht, dass ich wüsste.

Noch einen Schwenk zur Realität: Ich kenne dich als freiheitsliebenden Menschen. Wie gehst du mit dem Lockdown dank Corona um?

Ich bin in vielerlei Hinsicht privilegiert und reize auch die Graubereiche der derzeitigen Gesetzeslage bis zum Äußersten aus. Mir geht’s gut.

Ich mache mir auch nicht viel Sorgen über den aktuellen Stand der Dinge. Vielmehr beschäftigt mich, was danach kommt. Diese – doch recht nahe – Zukunft ist aus der Sicht des Science-Fiction-Autors ein sehr fruchtbarer Humus für interessante Geschichten. Aber als sozialer Mensch schreckt mich dieser Blick nach vorn. Krankheit, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Überschuldung, Todesfälle in der Familie – das sind ein paar Eckpunkte, die viele von uns längere Zeit begleiten werden.

Michi, danke für deine Zeit.

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Achtzehn Fragen an Leo Lukas zu seinem Roman 3059

Leo Lukas verrät im Interviesw mit Roman Schleifer, was sich für ihn seit seinem Einstieg mit Band 2059 verändert hat und wie die Orion-Kriege abgehandelt werden könnten. 

Leo, Band 3059 ist genau 1.000 Hefte nach deinem ersten PR-Band 2059 erschienen. Wie hat sich für dich RHODAN verändert, seit du PR-Autor geworden bist?

Einerseits ganz extrem, andererseits fast überhaupt nicht. Selbst tausend Wochen später bekomme ich manchmal noch eine Gänsehaut, wenn ich den Namen Gucky, Atlan oder Rhodan eintippe. Aber die Arbeitsbedingungen sind mittlerweile komplett andere. Dank Email, billiger Telefonie, Skype etc. können wir uns wesentlich mehr austauschen und die Romane besser aufeinander abstimmen. Ich empfinde das schon als eine Qualitätssteigerung.

Welche Figur hat dich als am meisten überrascht, als du sie als Autor gelenkt hast und weswegen?

Das waren eher Nebenfiguren, die sich von der ursprünglich geplanten Funktion emanzipiert und zu Hauptrollen aufgeschwungen haben. Zum Beispiel das Specter, das sich dann über etliche Romane hinweg immer weiter entwickelt hat.

Zu Band 3059 – wieso wird die PR-Kosmologie derart erweitert und das nur in einem einzigen Roman?

Das musst du die Expokraten fragen … Ich glaube zwar eine Ahnung zu haben, aber die möchte ich nicht spoilern.

Und der Konduktor sollte ja in die Synchronie führen. Wieso ist der dann transuniversell? War das von THEZ immer schon so geplant?

Siehe vorige Frage.

Die Biohistorische Fraktion hat nur bewusstseinslose Universen markiert … Wieso haben sie nichts dagegen, dass die Galaktiker sich in ihrem Universum ansiedeln? Das ist doch ein Widerspruch … hm …

Nein, das wird recht deutlich ausgesagt:
»Würden die Fraktion und das Totum es denn dulden, wenn wir hier blieben?«, wollte Shea Halpern wissen. »Im Hyperionsystem, insbesondere auf Ithaka?«
»Natürlich. Dem Totum sind alle Aggressionen fremd; auch das Konzept der Lüge, oft in Verbindung mit Scham, kennen wir nur aus Pedresses Gedächtnis. Die Fraktion und das Totum hatten ja noch nie Kontakt mit Bewusstseinskonstruktionen wie euch.«

Du hast einen Haluter als Haupterzähler gewählt und dabei das Zusammenspiel der beiden Gehirne weitgehend außen vor gelassen. Wäre es möglich einen Roman nur aus dem Planhirn zu schreiben?

Möglich ist viel, aber zumindest ich würde es mir nicht zutrauen. Allerdings habe ich die beiden Gehirne sehr wohl mehrfach erwähnt.

Der Prolog beginnt mit den Worten »Wo warst du, als die Welt zum Erliegen kam?« – Da der Roman ja weit vor Corona geschrieben wurde … Hast du eine teletemporäre Paragabe?

Nein; aber manchmal ist es schon ein bissl unheimlich bei Perry. Der Vorgängerroman von Wim Vandemaan hat ja „Quarantäne“ sogar im Untertitel …

Angenommen, wir hätten so ein Leichentuch … Würdest du dich am Ende dafür entscheiden?

Ja, warum denn nicht?

Gucky schält telekinetisch eine Karotte in hauchdünne, fingerbreite Streifen … so feinfühlig ist Guckys Paragabe wirklich?

Ich denke doch. Er konnte ja auch schon öfters quasi »feinmechanisch« im Inneren irgendwelcher technischer Geräte herum stöbern.

Der Bruderkrieg der Arkoniden wurde in nur einem Heft beigelegt. Früher wäre das ein ganzes Zyklus mit Raumschlachten, Kriegsverläufen, die sich ändern und Agenteneinsätzen geworden. Ich weiß schon, früher ist vorbei, dennoch die Frage: Wollen die Stammleser nun so etwas nicht mehr ausgeschweift lesen?

Du sagst selbst: Das hatten wir bereits.

Um die Bleisphäre aufzusperren, brauchen die Cairaner das Singuläre, das an Atlan haftet. Zitat: »Gucky und ich waren uns einig, dass damit nur meine Ritteraura gemeint sein könnte.« Ketzerische Frage: Und was ist, wenn noch was anderes an oder in Atlan vorhanden ist? Zum Beispiel der ZAC von THEZ …

Interessanter Gedanke, gefällt mir gut. Beantworten kann ich die Frage jedoch leider nicht.

Du erwähnst die Orion-Kriege von 1722 bis 1729 NGZ – wird das auch nur in einem Heft abgehandelt?

Diesbezüglich gibt es verschiedene Pläne, aber meines Wissens noch keine definitive Entscheidung.

Zitat: »Die Herkunft und Ursprünge der ZAIN-Konstrukte blieben weiterhin im Dunklen.« Dürfen wir Licht zumindest im nächsten Zyklus erwarten?

Ja, wenn nicht sogar ein bissel früher.

Zitat: »Auch die Intrawelt in der Galaxis Dwingeloo, wo ich einige haarsträubende Abenteuer erlebt hatte und zum Boten des Flammenstaubes geworden war.« Ist das die nachträgliche Kritik des Lesers in dir an Michael Marcus Thurners Zykluskonzeption?

Die Intrawelt haben wir damals gemeinsam konzipiert. Ich habe auch (als einziger Autor) zwei Romane beigesteuert. Und ich find’s nachträglich immer noch ziemlich toll.

Nochmal zurück zu 3059 – wieso erkennt der Carainer eigentlich Atlan nicht? Immerhin ist der zur Fahndung ausgeschrieben und er trägt keine Maske …

Falls du das Gespräch zwischen Atlan und Serenedse meinst, da ist Atlan ja bereits wieder auf der TARTS. Dass er sich auf dem Flaggschiff aufhält, wissen die Cairaner doch längst.

Der Haluter ist aufgrund seiner Langlebigkeit am Ende der einzige Zeitzeuge. Zitat: »Längst kümmerte das niemanden mehr. Niemanden – außer mir.«
Wie würdest du mit dieser Bürde umgehen?

Ähnlich wie mit der Bürde eines Zellaktivators, glaube ich: möglichst verantwortungsvoll.

Jedes Kapitel trägt bei dir eine Überschrift … Sind das jene Gedanken, die dir spontan beim Lesen des Expos einfallen und du den Roman damit strukturierst? Oder setzt du die Überschriften nachträglich?

Teils, teils.

Wie werden die Corona-Erfahrungen in deine RHODAN-Romane einfließen?

Bewusst und gezielt wahrscheinlich gar nicht. Aber was mein Unterbewusstsein anstellt, kann ich natürlich nicht vorhersagen …

Leo, danke für deine Zeit.

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Neunzehn Fragen an Hartmut Kasper zu Band 3058 und zum Mythos-Zyklus

Wim Vandemaan, alias Expo-Autor Hartmut Kasper, schreibt seinen vierten Roman im Mythos-Zyklus. Im Interview mit Roman Schleifer verrät er, ob alle offenen Enden des Zyklus geschlossen werden und ob Perry Rhodan im nächsten Zyklus nach Andromeda aufbricht, um die dortige Allianz zu sprengen.

 

Falls ich mich richtig erinnere, bist ja mit der ATLAN-Serie in die RHODAN-Kosmos als Leser eingestiegen. Welchen Bezug hast du zu dem unsterblichen Arkoniden?

Die Atlan-Romane waren ja keine Atlan-Romane, sondern Tekener/Kennon-Romane. Kennon ist für mich eine der großen Figuren der Serie. Ich habe ihn übrigens auch deswegen gemocht, weil mein Großvater, der mir den Erwerb vieler Romane erst ermöglicht hat (»Opa, die haben da ein neues Heft in der Auslage … nicht ganz billig, aber sicher eine großartige Investition in die Zukunft. Jedenfalls in meine!«), körperbehindert war: Er hatte, Seemann, im Krieg beide Beine verloren.

Wer ist für dich leichter zu handhaben: Perry oder Atlan? Und was ist der Grund?

Perry Rhodan. Eine Figur, die so sozialisiert worden ist wie Atlan, kann ich mir nicht gut vorstellen. Im Grunde ist Atlan eine Art Churchill: Hochadel, legitimer Erbe, zu Höheren geboren, ausgebildet und bestellt. Bei Atlan war früh klar, wie groß er ist – auch körperlich: 1,87 Meter. Rhodans Körpergröße war lange unbekannt, und ich hätte es lieber dabei belassen. Andererseits kann man manchmal Figuren, denen man distanziert gegenübersteht, besser erzählen. Zu große Nähe macht unaufmerksam.

Zitat Atlan: Nicht einer hat mich je gefragt: War es dir auch warm genug?
Sprudelt eine Betrachtungsweise Atlans wie in der ersten Szene einfach aus dir raus oder sitzt du vor dem PC und grübelst, was man über Atlan noch erzählen könnte?

Ich recherchiere Aussagen der Serie und mache mir meine Gedanken, genauer: Ich frage mich, was diese Aussagen in Wirklichkeit für die Figuren bedeuten würden (so, wie Alex Ross die Superhelden als wirkliche Menschen zeichnet).

Zum ersten Mal haben wir vom Andromeda-Desaster auf dem PRFZ-Con in Osnabrück erfahren. War das damals nur ein Schlagwort oder gab es damals schon den Inhalt aus Band 3058?

Der Inhalt war mir weitgehend klar. Auch, dass ich den schreiben und es nur einen Roman geben sollte. Der Tamaron war gesetzt; Ganud auch. Rikmoon ist erst später dazugekommen, erst im fertigen Expose.

Der Eistänzer ist eine höchst mysteriöse Figur, über die ich gern mehr erfahren möchte. Ich hoffe auch, dass er nicht einfach grundlos von dir erwähnt wurde. Kannst du mir versprechen, dass er im nächsten Zyklus eine Rolle spielt?

Der Eistänzer ist nur zum Teil eine Erfindung, ich habe eine entsprechende Gestalt in einem Konzertsaal oder Punkschuppen gesehen, lebensgroß, sicher über zwei Meter, sehr dunkel, ein absoluter Blickfang, wie ich ihn noch nie gesehen hab. Ich habe immer ein Notizheft dabei (Moleskin in Rot) und habe mir alles aufgeschrieben; damit war dieser Teil des Romans klar: eine Kunstfigur, die ich unbedingt im Roman haben wollte. Ein Rätsel, das ich auch selbst bald gelöst haben möchte, aber nicht in diesem Zyklus.

Die Terraner kommen bei Aureni-Tarat nicht besonders gut weg (»Sie hinterlassen eine Spur der Verwüstung«). War Rhodans Einmischung gegen die MdI seinerzeit falsch?

Das weiß ich nicht. Ich habe mal bei Christa Wolf einen Satz gelesen, ich glaube in »Kassandra« (habe es nicht nachgelesen): Man soll den eigenen Erinnerungen nicht trauen.
Das, finde ich, ist ein spannendes Erzählprinzip: Geschichte aus der Perspektive der anderen zu erzählen. Was aber immer nur begrenzt möglich ist.

Der Hinweis auf die beschädigte Milchstraße beschäftigt mich. Ist die Bleisphäre gemeint? (Auch in Bezug zum nächsten Heft »Transuniverseller Keil«) Ist das ein Punkt, den du für den nächsten Zyklus gesetzt hast? Und was ist der Grund, dass ihr so eine folgenschwere Aussage (»Wir glauben, dass die sich die Milchstraße von anderen abgekehrt hat oder noch abkehrt.«) in nur einem Heft abhandelt? Und warum haben die Galaktiker das bislang nicht bemerkt?

Es ist ja nicht abgehandelt.

 Und warum haben die Galaktiker das bislang nicht bemerkt?

Weil wir realistisch erzählen, deswegen sind unsere Helden weder allmächtig noch allwissend.

Apropos nächster Zyklus: Andromeda ist abgeschottet, der Frieden wird von einer Allianz bewahrt. Und Atlan will dieses Problem nicht aus den Augen verlieren.
Ich sehe schon den nächsten Zyklus auf uns zukommen:  Perry bricht nach Andromeda auf und sprengt die Allianz …

Sprengen? Wird er nicht. Ich sehe ihn eher als Allianzenschmied. Und dazu sollte er Gelegenheit bekommen.

Oder sehen wir im nächsten Zyklus den Tamaron gemeinsam mit Rikmoon alias Soynte Abil alias Ex-Faktor VII Andromeda aufmischen.

Zu Rikmoon und Soynte Abil (übrigens eine Erfindung von MMT) machen wir uns viele Gedanken, ja.

Wie sehr würde es dich reizen, den MdI Zyklus neu und anders zu erzählen?
Was müsste passieren, dass ihr das umsetzt?

Ich finde, der MdI-Zyklus ist eine so feste Bezugsgröße der Serie, dass durch die Generationen immer wieder versucht worden ist, ihn neu zu erzählen – in der EA, in der ATLAN-Serie, in TBs und in TB-Serien, zum Beispiel Voltz/Ziegler mit den Chronofossilien, Atlan mit dem Comden-Partan-Zyklus, Robert Feldhoff mit Tradom und Andromeda (JOURNEE, Gelbe Meister), MMT mit Ara-Toxin (einer Serie, die ich immer noch großartig finde!).

Und wie diebisch freust du dich darüber, den Lesern solche Häppchen (Soynte Abil könnte noch leben) hinzuwerfen?

Gar nicht diebisch.

Zurück  zum Raptus, seit dem das Identfeld der Milchstraße verschoben ist. Der Raptus ist immer noch eines der offenen Fäden des Zyklus. Bislang gibt es außer der Prozession der holografischen Lebewesen und den Thesan keine weitern Hinweise auf die Verursacher.  Wie verhindert ihr, dass es am Ende des Zyklus im Schnelldurchgang erklärt wird?

Der wird eine Rolle spielen, auch in den Dyoversum-Geschichten.

Lose Enden gibt es im Zyklus derzeit genug: Raptus, Supramentum, Trajet, Bleisphäre, Zain-Konstrukte, das Dyoversum, Kandidatin Phaatom …
Es gibt ja die Road-Map … gib uns eine Zahl. Auf einer Skala von 0 bis 10 – wie viele offenen Enden werdet ihr schließen?

 Alle. Aber nicht alle in diesem Zyklus. Die Zain, die Kandidatin … haben Zeit.

Ich fand den Abschied auf dem Galaxien-Geviert ziemlich abrupt. Was war der Grund, dass ihr nach Rhodan auch die RAS TSCHUBAI abgezogen habt. Geschichten hättet ihr dort ja noch zu genügend erzählen können.

Ja. Aber man muss ja nicht alles erzählen. Jedenfalls nicht gleich.

Das Corona-Virus hält uns derzeit in Schach und vieles ist schaumgebremst oder überhaupt reduziert. Die RHODAN-Serie erscheint weiterhin regelmäßig. Das erinnert mich an die Aussage von Oliver Fröhlich im Interview zu Band 3001:
»Sie war etwas, das es »schon immer gab«. Seit meiner frühesten Erinnerung an Schreibwarenhändler, Kioske und Bahnhofsbuchhandlungen lagen da diese bunten Heftchen in den Regalen. Und egal, was in den Jahrzehnten meines Lebens geschah, während modischem Wagemut in den Achtzigern, während Neuer Deutscher Welle, während erster Liebe und erstem Herzschmerz, während Bundeswehrzeit, Ausbildung, dem Sammeln erster Berufserfahrung, während weltpolitischen Krisen, Kriegen irgendwo auf der Welt, wechselnden Regierungen und was noch alles – stets lagen diese bunten Heftchen in den Kiosken. Wie ein ewige Konstante, ein Anker, der einen glauben macht, dass sich manche Dinge trotz allem Wandel in der Welt eben doch nie ändern.«
Wie stolz bist du, Teil des Teams zu sein?

Das Team sehr groß ist: Ich rechne alle Mitarbeiter dazu, Autorinnen und Autoren, die Redaktion, die Leserschaft und die Ex-Leser, auf deren Rückkehr wir immer hoffen, die Zeichner, Lektoren, Korrektoren, Wiener-Fragen-zum-Roman-Steller, SOLaner, Drucker, Kioskeure und Trafikanten und so weiter. Im Grunde stelle ich mir diesen ganzen Komplex vor wie die Besatzung eines Raumschiffs, zum Beispiel der RAS TSCHUBAI, auf einer großen Fahrt.

Und welchen Notfallplan gibt es, falls Corona auch bei euch zuschlägt?

Peter, der Freund meiner Tochter Sophie, hat uns mit soviel Toilettenpapier (vierlagig) versorgt – ich könnte den nächsten Roman darauf tippen!

RHODAN war ja immer auch ein Spiegel der Zeit. Wie wird sich die Erfahrung die Bedrohung und die Einschränkungen durch das Corona-Virus  in den RHODAN-Geschichten widerspiegeln?

Gar nicht. Oder später. Virenimperium 2.0; ich müsste noch einmal bei Kollege Lucács nachlesen, was es mit der  Widerspiegelungs-theorie genau auf sich hat.

Hartmut, danke für deine Zeit und bleib virenfrei.

Schöne Grüße nach Wien, take care (ist das die korrekte österreichische Formel?)!

Fast, fast …  🙂

PS: Noch ein Hinweis in eigener Sache: Ich suche einen Titelbildzeichner für das ebook zur Interviewserie. Es geht natürlich nur um Ruhm und Ehre, aber immerhin.
Interessierte melden sich bitte übers Kommentarfeld. Danke.

Hier gehts zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3058

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12000

 

 

 

Elf Fragen an Verena Themsen zu ihrem Band 3057

Verena Themsen steuert mit Band 3057 ihren vierten Roman zum Mythos-Zyklus bei. Im Interview mit Roman Schleifer verrät sie,  was Atlan überrascht und ob in ihren Romanen neue Technik Pflicht ist.

Verena, in deinem vierten Band für den Zyklus lenkst du Atlan erfolgreich im Psychoduell gegen da Nardonn. Wie oft nehmt ihr Anleihe an Listen aus früheren Romanen?

 Schätze ungefähr so oft wie du Anleihen aus früheren Fragenlisten machst. 😛

Der Roman zeichnet sich durch mehrere Perspektivenwechsel aus. Von welcher Figur hättest du gern mehr erzählt?

Ich hätte gerne aus Lysanders Sicht ein Mal „Nicht schon wieder!“ geschrieben, kurz bevor er auf dem Boden aufschlägt.

Welche Figur ist leichter zu handhaben? Atlan oder Gucky?

Guclan. Atucky. Ich kann mich nicht entscheiden … es ist ein wenig Tagesform. Dieses Mal lag mir Gucky mehr, ein andermal Atlan.

Zitat: »Es war vermutlich schwer, jemanden wie ihn noch mit etwas zu überraschen.«Gemeint ist Atlan. Daher an dich die Frage als Arkoniden-Spezialistin: Womit könnte man Atlan wirklich noch überraschen? Womit brächte man sogar den Extrasinn zum Schweigen?

Atlan ist oft überrascht, wenn sein Extrasinn schweigt. Und sein Extrasinn schweigt, wenn er Atlan sonst recht geben müsste. Ergo ist Atlan überrascht, wenn er recht hat. Moment, das kam jetzt falsch rüber …

Da Nardonn bezeichnet die LFG als Liga, der ach so freien Galaktiker. Welche Unfreiheiten nimmt er wahr?

Ich denke eher, er sieht in der allgemeinen Freiheit, auf die die Galaktiker so viel Wert legen, nichts sonderlich Erstrebenswertes.


Salkis sinniert über ihre Figurenprobleme … denkst du, dass sich im 6. Jahrtausend Frauen immer noch an einem Schönheitsideal (in dem Fall rank und schlank) messen werden?

Traditionalistische Arkoniden tun das, ja. Wenn ich mir unser übriges Figurenportfolio so anschaue, habe ich aber nicht den Eindruck, dass es außerhalb solcher elitären Kreise sonderlich üblich ist, sich mit dem Aussehen zu befassen. 

Wie hast du es geschafft, dass das Wort »angelegentlich« im Heft geblieben ist? So ein Bürokratendeutsch wirft KNF doch normalerweise raus …

Ablenkungstaktik. Gib ihm genug anderes zu fressen …
Im Ernst: Müsstest du ihn fragen. Ich empfinde das aber nicht als Beamtendeutsch. Ein wenig angestaubt vielleicht, aber nicht verbeamtet.

Zitat: »Eine Lüge ist umso besser, je näher sie an der Wahrheit liegt.«
Hand aufs Herz: Was war deine raffinierteste Lüge bei der Arbeit an der RHODAN-Serie dem Chefredakteur gegenüber?

Ehm … »Ich gebe morgen sicher ab!«
Wobei das in dem Moment nie als Lüge gemeint ist …

Du beschreibst die neue Waffe der Naats, mit dem sie sogar Paratronschirme knacken können. Ist Technikbeschreibung in deinen Romanen Pflicht?

Nö. Ich bekomme zwar immer Vorschläge, wo ich welche einflechten könnte, weil es als eine meiner Stärken angesehen wird und so etwas ja quasi zum Fundament von Perry gehört, aber ich glaube, keiner in Redaktion oder Lektorat würde je meckern, wenn ich das mal in einem Roman vorbeiziehen ließe, um mich ausschließlich auf die Handlung zu konzentrieren.

Zitat: »Kein <Aber>, Gucky. Du erfährst früh genug, wie es weitergeht?«
Nachdem der Ilt auch kein Unerfahrener in Punkto Kampf und Taktik ist, wieso lässt er zu, dass Atlan so mit ihm redet?

Weil er die trotzdem um einige tausend Jahre höhere Erfahrung des Alten anerkennt, und es ihm in solchen Dingen eigentlich auch lieber ist, wenn nicht er womöglich über die Leben anderer entscheiden muss. Auch wenn er sich im Zweifelsfall da nicht aus der Verantwortung stehlen wird …

Da Nardonn ist meiner Meinung nach erledigt. Hat Atlan mit dieser List den Bürgerkrieg endgültig beendet?

Schalten Sie nächste Woche wieder ein, und Sie werden es erfahren!

Verena, danke für deine Zeit.

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3057

Achtzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3056

Uwe Anton stellt sich zum achten Mal den Fragen von Roman Schleifer. Heute verrät er, wieso in seinen Romanen die Familie Voss immer wieder vorkommt und, was unter anderem im Expo von 3056 stand.

Uwe, derzeit stehen Perry Rhodan und Atlan an unterschiedlichen Orten vor demselben Problem: Beide sollen an die Feinde ausgeliefert werden. Was ist der Hintergrund, dass ihr euch für diesen Gleichklang entschieden habt?

Diese Frage müsstest du den Exposéautoren und dem Chefredakteur stellen.

Hab ich doch glatt gemacht – hier Christian Montillons Antwort:

Ganz klar: Weil’s schön ist, das mal so parallel zu führen. Wie reagieren unsere beiden Charaktere jeweils auf die Situation? Wie entwickelt sich die Sache?

Die erste Szene von 3056 beginnt mit Atlan, danach kommt er im ganzen Heft nicht mehr vor und hat auch nichts mit der Handlung zu tun. Was war der Grund für diese Einmalerwähnung?

Weil es so im Expo stand. Irgendwie muss die Handlung ja in Gang kommen.

Tradition hat die Erwähnung einer Figur aus der Familie Voss. Sind das wirklich Cynos? Und ist das eine Anspielung auf eine mögliche Fortsetzung der Miniserie TERMINUS?

Weder noch. Ich bin mit einem Angehörigen dieser Familie seit 50 Jahren eng befreundet und baue ihn gelegentlich in meine Romane ein. Hier gab es sogar einen konkreten Anlass: Er hat neulich bei mir eine Deckenlampe angebracht und turnte dabei abwechselnd mit seiner Lebensabschnittsgefährtin auf einer Leiter herum. Ich selbst rühre Strom nicht brrzll zisch … Auch der Satz »Wahrscheinlich hatte er schon eine Widerstandgruppe gebildet, um den Invasoren zu zeigen, wo die Boliden fuhren.« hat seinen Sinn. Genau wie ich verfolgt er aufmerksam die Geschicke der Roten, allerdings nicht beim Fußball, sondern beim Autorennsport.

Zitat: »Keine Panik, wir schaffen das.« Was wolltest du uns mit dieser Anspielung sagen?

Mit Angela Merkl hat das nichts zu tun, immerhin wurde dieser Roman erst vor einem Vierteljahr oder so geschrieben.
Das Zitat beruht auf der Aussage der Mutter eben jenes Herrn Voss, die in einer schlimmen Situation zu mir gesagt hat: »Du schaffst das!«

Ich habe den Sinn der 1,70 m großen Projektion der Swoon nicht verstanden. Bitte erklär’s mir.

Was ist denn da großartig zu verstehen? Wäre ich eine kleine Gurke, würde ich mir eine Haluter-Projektion basteln, damit nicht ständig alle auf mir herumtrampeln. Und plottechnisch rettet die Projektion die Swoon, als ein Verbrecher ihr vermeintlich in die Brust schießt! Was allerdings nicht im Expo stand.

Zitat: »Ein kurzer Transport vom Schiff aus, aber ein großer Schritt für das Transportwesen in der Milchstraße.« Auf einer Skala von 0 bis 10 – wie viel Spaß macht es dir, Zitate in die Neuzeit zu hieven?

12.

Star Trek kommt mit dem »Kommunikator« auch vor. Was hast du noch verbraten?

Das war echt ein Versehen. Da waren schon meine Testleser unaufmerksam. Gemeint war natürlich das Armbandgerät. Es kann nicht daran liegen, dass ich diese Szene schrieb, nachdem ich gerade eine Folge PICARD gesehen hatte. Diese Serie lief damals noch nicht. Aber der Fehler liegt eindeutig bei mir.

Zitat: »Ein Kommandostuhl für die Zentrale und ein Schock selbstumrührender Becher …« Bitte, was ist ein »Schock selbstumrührender Becher?«

Geh, braus di! Aber vielleicht ist der Begriff »Schock« ja im Wienerischen unbekannt. Ein »Schock« ist ein altes Zählmaß und entspricht fünf Dutzend (= sechzig Stück), wobei ein Dutzend 12 Stück entspricht. Und ein »selbstumrührender Becher« ist Science Fiction per se: ein Becher, dessen Inhalt man nicht mehr umrühren muss, etwa, um den Zucker im Kapuziner zu verteilen. Anstelle »selbstumrührender Becher« hätte ich z. B. auch »sechzig Kracherl« schreiben können, aber das war mir nicht SF-mäßig genug. Ich wollte damit niemanden karnifeln, ich schreibe eben so großgoschert.

Waren die Swoon und die Siganesin im Expo vorgegeben?

Ich verrate keine Details aus den Expos. Ja, natürlich.

Die Tomopathen … spielen sie im Verlauf des Zyklus eine Rolle?

Roman, Roman, Roman … Schon wieder so eine anscheinend harmlose Frage, mit der du den Autor aushorchen willst. Ja, natürlich.

Auf dem Weg durch die Galaxis brauchen Lebewesen eine Pause zur Regeneration. Auch bei Waren wird eine Regeneration eingelegt. Äh … wieso brauchen Waren bei einem Transmittertransport eine Pause?

Diese Frage müsstest du an die Exposéautoren und den Chefredakteur richten.

Auch das hab ich gemacht. Hier Christians Antwort:

CM:  ….und die leiten es an Cheftechnikerin Verena Themsen weiter, die um Antwort nicht verlegen ist:

VT: Weil jeder Transport eine sich potentiell zu disruptiven Vibrationen kumulativ aufschwingende molekulare Mikroverschiebungskomponente hinterlässt, die man gelegentlich abklingen lassen muss, um die Bildung von Mikrofissuren durch spontane Entbindung zu verhindern.

Die Cairaner haben nun einen Etappenhof annektiert. Brauchen Sie den für die Bleisphäre?

Die Tomopathen lasse ich mir ja noch angehen. Aber die Frage geht echt zu weit!

Wor sagt, sie hätten von den Transmitter-Hasadeuren gewusst. Hab ich das war überlesen? Das kam weder in den Vorbänden noch im Band selbst vor.

Keine Ahnung, wie aufmerksam du die Romane liest. Abgesehen davon ist die Milchstraße groß, und wir können wirklich nicht alle Geschichten erzählen.

Wieso sind Wor und Linh so dämlich und geben den ihre echten Namen an?

Weil sie bei der betreffenden Lektion des Schnellkurses »In fünf einfachen Schritten zum Geheimagenten« gepennt haben. 😀

Bei den beiden habe ich ohnehin ein Fragezeichen. Sie wurden in Band 3000 als Zivilisten eingeführt, und jetzt schickt Atlan sie in den Einsatz gegen die ihm (lt. Heft) bekannten Transmitter-Hasadeure?

Weil sie mit Erfolg den Schnellkurs »In fünf einfachen Schritten zum Geheimagenten« absolviert haben. Lanko Wor hat kein einziges Mal »Mein Name ist Wor, Lanko Wor!« gesagt. Hmm … Warum bin ich darauf nicht gekommen, als ich den Roman schrieb?

Zitat: »Kein Wort des Dankes über die gelungene Befreiung kam über seine Lippen.« Geht auch schwer, ein Cairaner hat einen lippenlosen Mumd. *duckundrenn*
Aber mal ernsthaft: Wie sehr ärgert dich so ein Fehler, über den deine Testleser und die offiziellen Korrekteure drüberfallen?

Normalerweise würde mich so etwas teuflisch fuchsen, aber bei diesem Fall könnten wir jetzt stundenlang über idiomatische Redewendungen diskutieren. Ich werde aber mal ein ernstes Wort mit meinen Testlesern reden, die müssen sich besser konzentrieren. Einer von denen faschiert jeden Schaas, aber das fällt ihm nicht auf!

Die Cairaner haben den Hof erobert und von den Hasadeuren befreit. Das hast du in einem Absatz erwähnt. Wieso hast du das nicht geschildert? (Und red dich jetzt nicht auf die Heftlänge aus!)

Weil es nicht im Expo stand.

Die Tomopathen machen im »leeren« Hof Jagd auf die Swoon und die Siganesin. Woher wissen die beiden, dass die Mädels noch an Bord sind?

Weil es im Expo stand.

Hm .. klingt nach Ausrede und geht sicher noch etwas genauer.

Aber sicher. Zum einen beschreibt dieser Roman weniger die Geschichte der Eroberung eines Etappenhofs als die einer Swoon und einer Siganesin. Und die hatten während der Eroberung an sich genug zu tun. Zum anderen sind die Ortungsmöglichkeiten im Jahr 2046 NGZ eben so hoch entwickelt, dass zwei Lebewesen in einem »leeren« Hof auffallen wie ein Hetschapetschtee beim Heurigen!

Uwe, Christian und Verena, danke für eure Zeit.

Hier geht’s zum ebook:
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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3056

Hier zur Diskusion über Heft 3056 im Galaktischen Forum, dem offiziellen Verlagsforum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=11977

Acht Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3055

Michael Marcus Thurner stellt sich zum neuten Mal den Fragen von Roman Schleifer. Diesmal antwortet er mit einem Totschlagargument und ob die Kandidatin in dem Zyklus noch eine Rolle spielt.

Michi, du hast mit Tolot in einer Action-Szene begonnen und dann den Roman zum Teil als Rückblende erzählt. Was war der Grund, dass du diese Dramaturgie gewählt hast?

Eine solche Struktur ist ja nicht unbedingt was Neues, die findet sich immer wieder in PERRY RHODAN-Romanen wieder. Aber ich gebe zu, dass PERRY RHODAN 3055 nicht ganz leicht zu konstruieren war. Es gab auch Diskussionen drüber, ob und wie wir auf die Rückblenden in den Kapitelüberschriften hinweisen.

Zitat: »Den logisch begründeten Ärger musste er einmal verdauen.«
Wie kann es logisch begründete Gefühle geben? Hm?

Bei einem Wesen, das über ein strikt logisches, aber auch über ein gefühlsbetontes Denkzentrum verfügt, ist das durchaus möglich. Behaupte ich jetzt mal.

Wie viel Freiraum hattest du bei der Charakterisierung von Onker Dou? Und was war der Grund für die Ausgestaltung als »nicht sonderlich beliebt«?

Die Gründe für eine derartige Ausgestaltung waren folgende: Erstens wollte ich wieder mal eine sperrige Figur beschreiben, zu der man als Leser von Anfang an eine gewisse Distanz entwickelt. Auch, um mir selbst zu beweisen, dass ich mit solchen Protagonisten umgehen kann. Zweitens war meine erste Assoziation beim Begriff »Interne Sicherheit« (der Onker Dou an Bord der RAS TSCHUBAI ja angehört) die mit einem hochrangigen Mitarbeiter des Innenministeriums.
Einerlei, ob man eine solche Person in der Jetztzeit in D, Ö oder der CH verortet – Innenminister und deren Stab sind ganz, ganz selten Sympathieträger. Sie müssen von Berufs wegen eine gewisse Verschlossenheit ausstrahlen, eine Härte, eine Kompromisslosigkeit. Das war eigentlich der Grundgedanke bei der Entwicklung der Figur Onker Dou.
Es gab vage Vorgaben bei Dou, aber ich hatte eigentlich große Freiheiten. Wenn Du’s nicht weitererzählst, verrate ich Dir, dass Dou in einem der nächsten Romane wieder eine tragende Rolle übernehmen wird.

Die SI könnte doch alle Lebewesen an Bord übernehmen oder zumindest beeinflussen. Was ist der Grund, dass sie die Karte nicht ausspielt?

Das Totschlagargument als Antwort auf diese Frage ist natürlich: VECU war geschwächt.

Wie genau beeinflusst Speiseöl die Nährflüssigkeit von ANANSI? Also, wie genau kommt es zum »Schluckauf«?

Ich hab natürlich genauest recherchiert, wie sich Speiseöl auf die Verdauung von Semitroniken auswirkt. Leider habe ich ein sehr schlechtes Gedächtnis und habe das schon wieder vergessen. Schade.

Die SI schlüpft vollends in den Cairaner. In Band 3054 hat es noch geheißen, ein Lebewesen ist zu wenig …

Ich hoffe, es kommt im Roman ausreichend gut rüber, dass der Cairaner über kurz oder lang dabei draufgegangen wäre.

Die Vun beißen ihren Toten des Kopf ab, pfählen sie und sorgen dafür, dass Restleben in ihnen steckt – war das vorgegeben oder stammt das von dir?

Solch grausliche Dinge bin ich nicht in der Lage, mir selbst auszudenken. Das stammt aus dem Exposé, und ich war gebührend entsetzt darüber. Aber ich war selbstverständlich gezwungen, diese Vorgaben umzusetzen.

Die RT fliegt zurück in die Milchstraße – war es das mit dem kosmologischen Hintergrund für diesen Zyklus? D.h. spielt die Kandidatin keine Rolle mehr? Hebt ihr sie euch für den nächsten Zyklus auf?

Ich denke, dass die Kandidatin Phaatom weiterhin als Bedrohung präsent bleiben wird. Was, wenn sie erfährt, dass die Cairaner in der Milchstraße untergetaucht sind? Aber nachdem die RAS TSCHUBAI jetzt mal Fahrt aufgenommen hat und in die Milchstraße zurückreist, wird es wohl auf absehbare Zeit keine direkten Berührungspunkte mehr geben.
Wobei es durchaus möglich sein könnte, dass ich Dich schlichtweg anlüge.

 Michi, danke für deine Zeit.

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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3055

 

Fünfzehn Fragen an Dennis Mathiak zu seinem Band 3054

Zum ersten Mal stellt sich Dennis Mathiak den Fragen von Roman Schleifer und verrät, wie nervös er war und ob er Zeilen schinden musste.

Dennis, du hast schon viele Fußabdrücke im Perryversum hinterlassen, ATLAN, PR-Miniserien, STELLARIS und nun mit der Erstauflage die Königsklasse.  Im Vergleich: Wie war das Schreiben des EA-Heftes?

Im Prinzip war es wie immer, nur etwas aufregender. Man arbeitet ja mehr oder weniger mit den Leuten zusammen, die man schon kennt, und es ist das gleiche Perryversum. Unterschiede gibt es immer, z.B. beim Exposéautor oder beim Format. Aber für mich ist PERRY RHODAN einfach das literarische Zuhause, dort fühle ich mich wohl.
Natürlich gab es jedoch  mehr zu recherchieren, weil ich mitten im Zyklus einen Roman verfasst habe. Und es war ein besonderes Kribbeln dabei, weil es mein Debüt für die Erstauflage war.

Ich gehe davon aus, dass du alle Hefte von 3000 bis 3053 gelesen hast. Was ist für dich das Faszinierende am Mythos-Zyklus?

Jeder Zyklus hat seine Stärken und Schwächen. Der Mythos-Zyklus ist der Aufbruch in ein neues Zeitalter der Serie, mehr noch als nach Band 2000, mit dem ich damals als Leser in die Erstauflage eingestiegen bin. Ich finde es spannend, die Milchstraße neu zu entdecken, und ich finde es gut, dass trotzdem das Kosmische nicht zu kurz kommt. Und faszinierende frühere Fäden, wie z.B. die Stadt Allerorten, werden trotzdem weiter verfolgt. Ich denke, die Mischung ist ausgewogen und daher für eine Serie, die viele Geschmäcker bedienen muss, gelungen.

Der Mythos-Zyklus hat ja mehrere Handlungsebene. Konntest du dir mit 3054 eine aussuchen oder hast du sie zugeteilt bekommen.

Die Ebene habe ich zugeteilt bekommen. Ich hatte aber bereits im Vorfeld Kontakt mit Wim Vandemaan und Christian Montillon; vielleicht hätte ich da auch einen anderen Wunsch äußern können, aber der Gedanke ist mir gar nicht gekommen. Die Handlungsebene hat sich interessant angehört.

Hättest du eine andere lieber gehabt?

Nein, das war mir gleich, weil mir bisher alle Handlungsebenen gut bis sehr gut gefallen haben.

Wie war es, zum erste Mal ein EA-Expo zu lesen?

Hättest du mich das vor ein paar Jahren gefragt, hätte ich wahrscheinlich »aufregend« geantwortet. Mittlerweile habe ich allerdings so viele Exposés gelesen, dass die Aufregung eher daher rührte, dass ein Traum in Erfüllung gegangen ist, indem ich für die Erstauflage schreiben durfte. Es war toll, aber so sehr unterscheiden sich die Exposés nicht von den anderen Perry-Exposés. Letztendlich hat eh jeder Exposé-Autor seinen eigenen Stil.

Wie groß war deine Nervosität auf einer Skala von 0 bis 10?

Das schwankte. Beim Schreiben ging das eher gegen 0, denn da konzentriere ich mich auf die Kreativität und das Handwerk. Die Nervosität steigt jedoch immer, wenn der Text zur Redaktion geht. Das ist jedes Mal so, aber dieses Mal vielleicht etwas intensiver.



Wenn du deine Perryversums-Beiträge betrachtest … wie hast du dich von Beitrag bis heute schriftstellerisch weiterentwickelt?

Ich glaube, dass ich mich von Beitrag zu Beitrag konstant weiterentwickelt habe. Ich bin kein Vielschreiber, daher sind das für mich immer kleinere Sprünge, die ich mache. Und bei jedem Beitrag lerne ich etwas Neues, und ich versuche auch immer etwas Neues umzusetzen.

Du hast mit Icho Tolot das Fremdwesen des Perryversums als Haupthandlungsträger. Wie leicht/schwer fiel dir der Umgang mit ihm?

Relativ einfach, nachdem ich den Ansatz aufgegeben habe, Icho Tolot zumindest teilweise als Perspektivfigur zu nutzen. Das traue ich mir generell zu, aber bei diesem Roman hat es einfach nicht gepasst, da brauchte ich jemanden, der mit mehr Emotion an die Sache rangeht. Das Setting mit der Vektormaterie bedingte das meiner Meinung nach.

Der Roman unterteilt sich in zwei Ebenen – jene mit den Galaktikern und jene mit einem eher mittelalterlichem Setting. Gefühlt ist die »mittelalterliche« leichter von der Hand gegangen. Stimmt das?

Ja, das stimmt.

Was war der Grund?

Zum einen habe ich einen Roman geschrieben, der die Fortführung einer Handlungsebene beginnt, und das kurz nach der Zyklushalbzeit. Erfahrungsgemäß ist das ein Zeitpunkt, an dem Leser neu einsteigen oder wieder einsteigen. Ich musste also sowohl die Stammleser wieder abholen, die vier Wochen Pause auf dieser Handlungsebene hatten, als auch potentielle Neu- und Wiedereinsteiger. Da gab es viel zu erklären, und das möglichst unterhaltsam. Das war eine neue Herausforderung für mich.

Zum anderen habe ich das Exposé gelesen, meinen Roman strukturiert und angefangen zu schreiben. Und auf der »mittelalterlichen« Ebene (ich denke, es ist eher eine frühindustrielle Handlungsebene) ging mir das direkt leicht von der Hand. Die Geschichte schrieb sich fast von selbst. Da hatte ich einfach Glück.

Zitat: »Alte Traditionen schwanden dahin, leider.«
Wie siehst du das? Von welchen Traditionen musste sich Perry Rhodan verabschieden. Als Figur und als Serie?

Als Unsterblicher ist die Figur eine Konstante. Aber alles um ihn herum ist im stetigen Wandel. Ich denke dabei immer an die Vampir-Romane von Anne Rice, in denen ich mal gelesen habe, dass nur die Vampire überleben, denen es gelingt, sich an die neuen Zeiten anzupassen. Perry z.B war anfangs ziemlich militärisch geprägt, das hat sich geändert. Ich denke, ihm gelingt das Kunststück, sich stets seinem Umfeld anzupassen, dazu zu gehören, und sich dennoch treu zu bleiben.

Ob die Serie sich von Traditionen trennen muss … ich glaube nicht. Schließlich ist es ja eine Tradition der Serie, sich immer wieder neu zu erfinden. Der 1000-Jahre-Sprung, der Untergang des Solaren Imperiums, die Einführung der kosmischen Mächte, Monos, Thoregon, jetzt die Cairanische Epoche. So bleibt die Serie am leben.

Sicher werden wir uns aber irgendwann vom Format des Heftromans verabschieden müssen, befürchte ich. Aber bis dahin ist noch Zeit.

O’Shannon, die noch in den Vorbänden in Suspension gebracht wird, damit sie der Advokat nicht orten kann, agiert frei auf dem Planeten. Da hätte doch sofort der Advokat auftauchen müssen … hm … ?

Vielleicht. Allerdings wissen wir nicht, wo sich der Advokat befand, wie schnell er auf O’Shannon aufmerksam wurde, wie lang er bis nach Zpud brauchte, welchen Einfluss die Vektormaterie des Abyssalen Verlieses auf den Erfolg der Lokalisation O’Shannons hatte, und, und, und …

Bru Shaupaard lehnt für mich zurecht die Untersuchung des abgestürzten Ladhonen-Raumer ab, doch Tolot setzt sich für mich mit einer fadenscheinigen Begründung durch. Musstest du Zeilen schinden oder stand es im Expo?

*lacht*
Das müsste ich jetzt nachlesen, aber so ähnlich müsste das im Exposé gestanden haben. Aber ich finde die Begründung Tolots nicht fadenscheinig. Die Gruppe befindet sich auf fremdemT Terrain, und dort ist es wichtig, Informationen zu sammeln. Und das Verlies der VECU rennt ja nicht weg.

Eine Superintelligenz, die sich auf sechs Lebewesen aufteilt … puh … sind das nicht viel zu wenige?

Bedenke, dass es eine Schwundstufe der VECU ist. Aber genaue Hintergrundinformationen dazu gab es in meinem Exposé nicht.

Wann lesen wir wieder etwas in der EA von dir?

Puh, keine Ahnung. Ich hoffe, dass es nicht so lange dauern wird. Aber das muss dann ja für beide Seiten passen. Da steht eher die Zeitfrage im Weg, sonst hätte ich Klaus Frick, Christian Montillon und Wim Vandemaan schon längst damit genervt, ob und wann ich wieder loslegen darf.

Dennis, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook und zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3054

Fünfzehn Fragen an Christian Montillon zu Band 3053

Zum vierten Mal in Folge stellt sich Christian Montillon den Fragen von Roman Schleifer. Abschließend verrät er, wie er sich die Hefte, die er schreibt,  aussucht und ob Perry Rhodan schneller schießt als Lucky Luke.

Christian, nach welchen Kriterien suchst du dir als Expokrat die Hefte aus, die du schreibst?

Im Normalfall nach dem Motto: »Dann und dann habe ich Zeit, das ist dann ungefähr Nummer XYZ«. So funktioniert das übrigens weitgehend bei allen Autoren – die Kunst ist, Zeitpläne von so vielen kreativ tätigen Menschen unter einen Hut zu bringen. Aktuell ist das Motto für mich allerdings: »Da gibt es unsere Planung nach einen Roman im Dyoversum.«

Du eröffnest Kapitel 1 von »Mars« mit »Was Perry Rhodan erlebte«. Ist das eine Anspielung an die Spoilervariante von Macca im Galaktischen Forum: »so hätte es Perry Rhodan erzählt; so hätte es Sichu erzählt« etc?

Da kann ich dir eine wortgewaltige Antwort geben: Nein.

Mich beschleicht der Verdacht, dass die Sicherheitsbehörden auf Terra im Dyoversum unfähig sind. Einerseits ist Terra und das Militär massiv von den Vanothen unterwandert, andererseits treiben sich Topsider in menschlicher Verkleidung auf Terra herum. Was beabsichtigt ihr damit?

Wir beabsichtigen damit, die Situation vorzustellen. Und die ist meiner Meinung nach nicht: »Die sind unfähig«, sondern: »Es gibt Vanothen, und die sind ja nicht böse – aber es gibt Radikale darunter.«
Wo ist da die Unfähigkeit?
Und dass Feinde undercover unterwegs sind, nun, ist nicht gerade das Allerneueste unter der Sonne.

Welchen Grund gibt es, als Terraner mit den Topsidern gemeinsame Sache zu machen?

Ich glaube, keinen logischen. Zumindest nicht auf den ersten Blick – die Sichtweise des Verräters im Roman kann man vielleicht sogar nachvollziehen? Mir sagte jemand, dass er da erst einmal hat schlucken müssen, weil er das durchaus versteht. Was ja nicht heißt, dass man es gut finden muss.
Andererseits brauchen Menschen nicht unbedingt logische Gründe, um etwas zu tun. Ich sehe zum Beispiel keinen logischen Grund, Nazis zu wählen.

Die Handlung auf Terra erinnert mehr an Agentenromane, in das die Historie von Homer G. Adams samt Terra eingeflochten wurde. Wolltet ihr damit einen Kontrast zu der kosmischen Handlungsebene Ancaisin setzen?

Kontraste setzen, das finde ich gut. Abwechslung ist wichtig und schon immer ein prägendes Element der Serie. Es gibt Romane, die leben eher vom „Sense of Wonder“, wie immer man den auch definieren will, andere, die sind eher bodenständig, wie immer man das auch definieren will – ich denke, es sind übrigens auch alle Genres möglich, die auf die eine oder andere Weise bespielt werden im Perryversum.

Wird uns Iwan/Iwa auch noch 3100 begleiten?

 Du weißt ja, wann du die Antwort auf diese Frage bekommst: Bei Band 3100. Oder danach. Wenn du siehst, ob die Figur dann mitspielt …

Zitat: »Rings um Rhodan flimmerte der Schutzschirm seines SERUNS, der sich selbsttätig aktiviert hatte.«
Davor wurde Rhodan von einer Frau beschossen und hat sie paralysiert, bevor sich der Schutzschirm des SERUNS aktiviert.
Dass Perry Sofortumschalter ist, wussten wir schon. Aber dass er Lucky Luke ähnelt, und schneller schießt, als die SERUN-Positronik auf die Angreiferin reagiert, war mir neu …

Besser als Asterix – stell dir nur vor, Perry würde Zaubertrank schlucken und Bully bekäme keinen, worauf er brummelnd zur Seite spricht, dass er ja keinen bekommt, weil er als Baby blablabla …

Eine Frage aus dem Galaktischen Forum von Zeut-42: »Die Topsider kommen prominent in allen vier Romanen vor. Was hältst du von ihnen und wie hat sich deine Einstellung zu ihnen im Laufe der vier Romane geändert?«

Ich finde, die Topsider sind ein interessantes Volk; wir kennen sie schon so lange, und doch sind sie irgendwie … fremd. Und hier im Dyoversum konnte ich sie ganz neu vorstellen und Akzente setzen. Mittlerweile – also nach dem Schreiben dieser vier Romane – finde ich sie noch interessanter. Und auf eine sehr seltsame, undefinierbare Weise auf echsenhafte Art menschlich.

Perry Rhodan war noch nie in der Situation, dass ihn keiner kannte bzw. ihn für einen Mythos gehalten hat. Wie habt ihr Rhodan durch den Zyklus bislang neu ausgelotet?

Ich persönlich (ich kann da nur für mich sprechen) denke, Perry behauptet sich als feste Persönlichkeit, als starker Charakter – auch wenn alle denken, er existiert gar nicht, oder automatisch annehmen, er wäre ein Fake.
Klammer auf: Haha, mir glauben Menschen manchmal auch nicht, dass ich existiere bzw. »echt« bin – nämlich Kinder während Lesungen der »drei ???«, die mich fragen: »Sind Sie echt?!« Klammer zu.

Perry Rhodan gibt NATHAN Anweisungen, obwohl Perry kein offizielles Amt bekleidet. Oder habe ich da etwas überlesen?

NATHAN hat intensiv getestet, ob Perry echt ist … und kam zum Ergebnis, dass es so ist. NATHAN kennt Perry. Schon ewig. Perry hat Autorität. Und er arbeitet zu dem Zeitpunkt schon mit der Regierung zusammen, was wohl auch ein hüpfendes Komma ist. Also, ein springender Punkt.

Sichu Dorksteiger ist ja eine Ator und stammt aus einer anderen Galaxis, ist also die einziger ihrer Art in der Milchstraße. Wieso wird dabei ihr nicht thematisiert?

Weil das jeder weiß – und man so etwas nicht unbedingt vor sich herträgt. Es wurde ja thematisiert, als die Figur neu war.

Sag mal, haben die Topsider eigentlich Iya, als es noch im Dyoversum war, auch in ihr Territorium einverleibt? Findet sich auf Iya jetzt eine Patronatssonde?

Davon wissen wir nix. Es wurde nie erwähnt, nie thematisiert. Wer weiß?

Was war der Grund, dass ihr Rico aus der Versenkung geholt habt?

Rico befindet sich auf Terra. Dass er in der Situation, wie sie sich nun einmal gestaltet, in Erscheinung tritt, finde ich logisch.

Du erwähnst drei Mal »Zweiundzwanzig Stockwerke. Beinahe siebenhundert Stufen«. Welche Rollte spielt diese Information für die zukünftige Handlung?

Keine. Es ist für die Situation relevant, in der das geschildert wird – es drückt aus, was die Figuren empfinden, bzw. die Figur, aus deren Perspektive geschrieben wird.

Heft 3059 trägt den Titel »Der transuniversale Keil – sie erhalten eine Botschaft aus der Parallelwelt« – blüht uns da noch ein Dyoversum?

Das hat damit gar nix zu tun. Und »noch ein Dyoversum« kann’s ja von der Natur der Sache her gar nicht geben – es wäre tatsächlich der »dritte Zwilling« 😀

Noch einmal zu deinem im April erscheinenden Sci-Fi Buch »Fallender Stern«. Ist das Buch abgeschlossen oder könnt es eine Fortsetzung geben?

Ja.
Also: Ja, es ist abgeschlossen.
Aber auch: Ja, es könnte eine Fortsetzung geben. Das ist bei den meisten Romanen möglich. Aber wer das Buch zu Ende liest, hat einen abgeschlossenen Roman gelesen.  

Wie wär’s mit einer interessanten Stelle aus dem Buch?

Nun, lass mich einfach das Zitat bringen, das ganz am Beginn des Romanes steht (nach dem herrlich altmodischen Inhaltsverzeichnis):

Der 16. Mai 2033 veränderte die Welt, obwohl wir alle wussten, dass wir noch dreißig Jahre warten mussten. Drei Jahrzehnte. Und weil nicht genug Zeit blieb, brach Hektik aus.

Holovideo aus dem Oval Office zum Jahrestag der Entdeckung, abrufbar seit 16. Mai 2053.

Ab wann wird es eine Leseprobe geben?

 Ich rechne täglich damit. Mehr weiß ich auch nicht, leider. Aber hier aus dem Gedächtnis der erste Satz (kann leicht anders sein, ist nur aus dem Gedächtnis): »Amy lief Schlittschuh, und Eric sah ihr zu.«

Angenommen du landest mit dem Buch einen Weltbestseller und hättest finanziell ausgesorgt: Würdest du RHODAN an den Nagel hängen oder weitermachen?

Wieso »angenommen«? Genau das wird passieren. 😀
Und RHODAN werde ich nicht an den Nagel hängen.  

Christian, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook und zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360539/perry-rhodan-3053-mars-von-christian-montillon-e-book-epub

Hier zum Heft:
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Hier zur Handlungszusammenfassung:
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