Achtzehn Fragen an Leo Lukas zu seinem Roman 3059

Leo Lukas verrät im Interviesw mit Roman Schleifer, was sich für ihn seit seinem Einstieg mit Band 2059 verändert hat und wie die Orion-Kriege abgehandelt werden könnten. 

Leo, Band 3059 ist genau 1.000 Hefte nach deinem ersten PR-Band 2059 erschienen. Wie hat sich für dich RHODAN verändert, seit du PR-Autor geworden bist?

Einerseits ganz extrem, andererseits fast überhaupt nicht. Selbst tausend Wochen später bekomme ich manchmal noch eine Gänsehaut, wenn ich den Namen Gucky, Atlan oder Rhodan eintippe. Aber die Arbeitsbedingungen sind mittlerweile komplett andere. Dank Email, billiger Telefonie, Skype etc. können wir uns wesentlich mehr austauschen und die Romane besser aufeinander abstimmen. Ich empfinde das schon als eine Qualitätssteigerung.

Welche Figur hat dich als am meisten überrascht, als du sie als Autor gelenkt hast und weswegen?

Das waren eher Nebenfiguren, die sich von der ursprünglich geplanten Funktion emanzipiert und zu Hauptrollen aufgeschwungen haben. Zum Beispiel das Specter, das sich dann über etliche Romane hinweg immer weiter entwickelt hat.

Zu Band 3059 – wieso wird die PR-Kosmologie derart erweitert und das nur in einem einzigen Roman?

Das musst du die Expokraten fragen … Ich glaube zwar eine Ahnung zu haben, aber die möchte ich nicht spoilern.

Und der Konduktor sollte ja in die Synchronie führen. Wieso ist der dann transuniversell? War das von THEZ immer schon so geplant?

Siehe vorige Frage.

Die Biohistorische Fraktion hat nur bewusstseinslose Universen markiert … Wieso haben sie nichts dagegen, dass die Galaktiker sich in ihrem Universum ansiedeln? Das ist doch ein Widerspruch … hm …

Nein, das wird recht deutlich ausgesagt:
»Würden die Fraktion und das Totum es denn dulden, wenn wir hier blieben?«, wollte Shea Halpern wissen. »Im Hyperionsystem, insbesondere auf Ithaka?«
»Natürlich. Dem Totum sind alle Aggressionen fremd; auch das Konzept der Lüge, oft in Verbindung mit Scham, kennen wir nur aus Pedresses Gedächtnis. Die Fraktion und das Totum hatten ja noch nie Kontakt mit Bewusstseinskonstruktionen wie euch.«

Du hast einen Haluter als Haupterzähler gewählt und dabei das Zusammenspiel der beiden Gehirne weitgehend außen vor gelassen. Wäre es möglich einen Roman nur aus dem Planhirn zu schreiben?

Möglich ist viel, aber zumindest ich würde es mir nicht zutrauen. Allerdings habe ich die beiden Gehirne sehr wohl mehrfach erwähnt.

Der Prolog beginnt mit den Worten »Wo warst du, als die Welt zum Erliegen kam?« – Da der Roman ja weit vor Corona geschrieben wurde … Hast du eine teletemporäre Paragabe?

Nein; aber manchmal ist es schon ein bissl unheimlich bei Perry. Der Vorgängerroman von Wim Vandemaan hat ja „Quarantäne“ sogar im Untertitel …

Angenommen, wir hätten so ein Leichentuch … Würdest du dich am Ende dafür entscheiden?

Ja, warum denn nicht?

Gucky schält telekinetisch eine Karotte in hauchdünne, fingerbreite Streifen … so feinfühlig ist Guckys Paragabe wirklich?

Ich denke doch. Er konnte ja auch schon öfters quasi »feinmechanisch« im Inneren irgendwelcher technischer Geräte herum stöbern.

Der Bruderkrieg der Arkoniden wurde in nur einem Heft beigelegt. Früher wäre das ein ganzes Zyklus mit Raumschlachten, Kriegsverläufen, die sich ändern und Agenteneinsätzen geworden. Ich weiß schon, früher ist vorbei, dennoch die Frage: Wollen die Stammleser nun so etwas nicht mehr ausgeschweift lesen?

Du sagst selbst: Das hatten wir bereits.

Um die Bleisphäre aufzusperren, brauchen die Cairaner das Singuläre, das an Atlan haftet. Zitat: »Gucky und ich waren uns einig, dass damit nur meine Ritteraura gemeint sein könnte.« Ketzerische Frage: Und was ist, wenn noch was anderes an oder in Atlan vorhanden ist? Zum Beispiel der ZAC von THEZ …

Interessanter Gedanke, gefällt mir gut. Beantworten kann ich die Frage jedoch leider nicht.

Du erwähnst die Orion-Kriege von 1722 bis 1729 NGZ – wird das auch nur in einem Heft abgehandelt?

Diesbezüglich gibt es verschiedene Pläne, aber meines Wissens noch keine definitive Entscheidung.

Zitat: »Die Herkunft und Ursprünge der ZAIN-Konstrukte blieben weiterhin im Dunklen.« Dürfen wir Licht zumindest im nächsten Zyklus erwarten?

Ja, wenn nicht sogar ein bissel früher.

Zitat: »Auch die Intrawelt in der Galaxis Dwingeloo, wo ich einige haarsträubende Abenteuer erlebt hatte und zum Boten des Flammenstaubes geworden war.« Ist das die nachträgliche Kritik des Lesers in dir an Michael Marcus Thurners Zykluskonzeption?

Die Intrawelt haben wir damals gemeinsam konzipiert. Ich habe auch (als einziger Autor) zwei Romane beigesteuert. Und ich find’s nachträglich immer noch ziemlich toll.

Nochmal zurück zu 3059 – wieso erkennt der Carainer eigentlich Atlan nicht? Immerhin ist der zur Fahndung ausgeschrieben und er trägt keine Maske …

Falls du das Gespräch zwischen Atlan und Serenedse meinst, da ist Atlan ja bereits wieder auf der TARTS. Dass er sich auf dem Flaggschiff aufhält, wissen die Cairaner doch längst.

Der Haluter ist aufgrund seiner Langlebigkeit am Ende der einzige Zeitzeuge. Zitat: »Längst kümmerte das niemanden mehr. Niemanden – außer mir.«
Wie würdest du mit dieser Bürde umgehen?

Ähnlich wie mit der Bürde eines Zellaktivators, glaube ich: möglichst verantwortungsvoll.

Jedes Kapitel trägt bei dir eine Überschrift … Sind das jene Gedanken, die dir spontan beim Lesen des Expos einfallen und du den Roman damit strukturierst? Oder setzt du die Überschriften nachträglich?

Teils, teils.

Wie werden die Corona-Erfahrungen in deine RHODAN-Romane einfließen?

Bewusst und gezielt wahrscheinlich gar nicht. Aber was mein Unterbewusstsein anstellt, kann ich natürlich nicht vorhersagen …

Leo, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum Ebook, zur Hör- und Leseprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360591/perry-rhodan-3059-der-transuniversale-keil-von-leo-lukas-e-book-epub

Hier zum Heft:
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Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3059

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12018

 

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