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Zwölf Fragen an Michelle Stern zu ihrem Roman 3060

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, wie es ist, aus Sicht eines Eisklotzes zu schreiben, und welches Potenzial Zemina Paath für den nächsten Zyklus hat.

Michelle, Band 3060 handelt von Monkey, der ja alles andere als überbordend gefühlsbetont ist, und von Zemina Paath, der mysteriösen Unbekannten. Was war dein erster Gedanken, nachdem du das Expo gelesen hast?

Ich dachte, das ist eine interessante Kombination, Zemina und Monkey, und habe mich gefragt, wie ich das umsetzen könnte. Dabei war der Gedanke, dass ich bei Zemina Paath einfach zu wenig Informationen hatte, um in eine Innensicht zu gehen und ich fragte mich, ob ich das mit Monkey tun sollte. Auch wenn er wenig Gefühle hat, hat mich das gereizt. Letztlich kann auch eine Kameraperspektive Gefühle erzeugen.

Christian Montillon bereut, Zemina Paath nicht stärker in die Handlung eingebracht zu haben. Wie siehst du ihr Potenzial? 

Ich finde es immer gut Figuren innerhalb des großen Plots auch Handlung zu geben. Sie müssen eine Bedeutung haben. Dass sie einfach nur da sind, reicht eben nicht aus. Als Figur ist Paath vor allem äußerlich beschrieben. Wir kennen ihren Paau und ihr Raumschiff nahezu besser als sie. Wer genau diese Figur ist, wissen wir leider meiner Meinung nach nicht, deshalb habe ich mich nicht in der Innenperspektive an sie herangetraut. Mein Roman ist eine vorsichtige Erweiterung. Potenzial hat für mich im Grunde jede Figur. Man (oder frau) muss sich halt in Ruhe überlegen, was man mit dieser Figur genau will und vor allem, wer das überhaupt ist. Aus dem Charakter und den äußeren Umständen entsteht für mich die Geschichte.

Am Ende der meisten Zyklen werden die Zyklenfiguren zumeist entsorgt. Wie könnte Zemina den nächsten Zyklus beeinflussen

Ich find’s ja immer herzlos und unromantisch wenn von »entsorgen« die Rede ist. Idealerweise hat eine Figur eine Geschichte, die dann erzählt ist. Wenn man eine Figur eventuell weiter mitnehmen will, ist es hilfreich das von Anfang an zu entscheiden, oder zumindest als Möglichkeit offen zu lassen. Dafür sollte die Figur im ersten Zyklus auch viel Raum in den Romanen haben und irgendwie wichtig sein. Am Anfang hatten wir Figuren wie Gucky, Atlan und Icho Tolot, die dann auch mitgenommen wurden. Jetzt möchte man das eben nicht immer machen, damit es nicht zu viele Figuren werden.

Zurück zu Monkey: Wie schwer ist es, aus der Innensicht eines Eisklotzes zu schreiben?

Ich fand das interessant, nicht unbedingt schwer. Ich kann aber verstehen, wenn nicht jeder Leser das mag. Teilweise musste ich Nebensätze wegstreichen, weil sie eben zu gefühlsbetont waren, ich dann aber dachte, das passt nicht zu Monkey. Ich war also schon immer ein wenig auf der Suche nach dieser Figur, obwohl sie sehr klar beschrieben ist.

Monkey ist von Zemina Paath durchaus fasziniert. Braucht Monkey eine Partnerin, die ihn zu mehr Tiefgang verhilft? 

Vielleicht brauchen beide einander, um an Profil zu gewinnen. Natürlich kann Monkey auch einen Roman mit einer anderen Figur bestreiten. Diese Paarung ist aber durchaus spannend.

Kai hat Monkey in Band 3032 ebenfalls aus der Innensicht geschildert. Was hast du aus dem Roman von Monkeys Psyche für Band 3060 übernommen und weitergesponnen? 

Offen gestanden hatte ich gar nicht vor so viel weiterzuspinnen. Ich habe den Monkey genommen, wie er mir zuvor begegnet ist, und ihn mit Zemina Paath zusammentreffen lassen – und gesehen was passiert. Vorher hatte ich nicht den Plan dieses oder jenes weiterzuspinnen.

Zitat: »Es ist mir eine Freude, Sie einmal persönlich zu treffen, Lordadmiral., Auch wenn es heißt, dieser Satz ist manchmal der letzte, den USO-Spezialisten sagen.«
Ist es gefährlicher mit Monkey in Einsatz zu gehen als mit Perry Rhodan?

Gute Frage. Vermutlich ist beides gefährlich. Jeder Hochrisikoeinsatz birgt – nun ja – Risiken (grins). Tatsächlich würde ich mich mit Perry im Einsatz dennoch wohler fühlen, denke ich.

Wer der beiden könnte dich eher motivieren, ihm zu folgen? 

Eindeutig Perry.

Was ich nicht verstanden habe … Orpard Surrutaio ist irgendwie mit den Phersunen verbunden. Wieso ist er dann als Konsul vorgesehen?
Und diese Verbindung oder Beeinflussung durch die Phersunen muss ja bereits vor dem Aufbruch in die Milchstraße vorgelegen haben – wieso haben sie ihn überhaupt mitgenommen
?

Leder weiß ich nicht, wie genau das mit der Beeinflussung passiert ist. Es muss an den Eigenheiten des Wesens liegen, das ihn »besetzt« hat. Hier müsste man noch mal bei den Exposéautoren nachhaken.

Und warum versetzen ihn die Cairaner nicht einfach in Tiefschlaf, dann könnte er auch nichts verraten. 

Es ging darum, das rätselhafte Wesen bei ihm zu lassen und es nicht zu verleiten das »Pferd« zu wechseln. Es war unsicher, ob dieses Geschöpf nicht genau das tut, wenn er dauerhaft betäubt wird. Hätte man damit wirklich auch den »Reiter« ausgeschaltet, oder das Problem größer gemacht?

Im GalFor ärgert sich Askosan darüber, dass sowohl Monkey als auch Zemina aufgrund der Vorbände im ersten Zyklusteil bereits von den Phersunen wissen – der Cairainerin geben sie sich jedoch erstaunt.

Man muss ja nicht immer alle Karten offen auf den Tisch legen. Auch muss ich ganz ehrlich gestehen, ich bin gerade unsicher: Hat Monkey schon einmal einen Phersunen gesehen? Zemina Paath hat ihre Erinnerungen gesprochen, soweit ich weiß. Tatsächlich bin ich während des Romans natürlich ganz da drin, aber nach der Abgabe lasse ich viel los. Da bewundere ich manche Fans, die sich als Experten jedes Detail merken.

Wie gehst du mit Corona um? Fühlst du dich auch wie am Beginn eines Apokalypse-Horrorfilms?

Nein, jedenfalls nur selten. Klar, es ist manchmal sehr sonderbar. Allerdings eher, weil die Leute teilweise so durchdrehen. Wenn ich dann vor leeren Seifenregalen stehe und kein Klopapier bekomme, frage ich mich, warum ich nicht in Frankreich lebe, wo angeblich Rotwein und Kondome Mangelware sein sollen.
Okay, entschuldige meinen schwarzen Humor. Diese Krise ist furchtbar, weltweit. Ich bemühe mich das zu sehen, was wirklich ist, und in Hessen, wo ich wohne, ist es zum Glück (noch) nicht so schlimm. Von daher würde ich mir wünschen, dass andere auch das sehen, was da ist, und sich nicht verrückt machen, wegen Dingen, die nicht da sind. Dann hätten wir alle mehr Kapazitäten denen zu helfen, die wirklich Hilfe brauchen und das zu tun, was man jetzt tun muss oder sollte.
Das Thema Corona gehört nun in unser Leben. Wie gehen wir damit um? Welche kreativen Lösungen haben wir, damit wir trotzdem verbunden bleiben, auch mit alten und kranken Menschen, die Wirtschaft weiterlaufen kann, alle bestmöglich geschützt sind und vor allem die gesundheitliche Versorgung erhalten bleibt?
Im Großen und Ganzen bin ich sehr froh, dass ich schon seit Jahren meditiere und mich in Gelassenheit übe. Danke an meine Lehrer, denn auch eine solche Krise kann ich zum Glück sehr entspannt sehen und damit umgehen. Natürlich mache auch ich mir manchmal Sorgen, und ich habe viel Mitgefühl mit den Menschen weltweit. Wenn wir den einen oder anderen mit PERRY RHODAN für ein paar Stunden auf andere Gedanken bringen können, finde ich das schön.

Michelle, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum Ebook, zur Hör- und Leseprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360607/perry-rhodan-3060-die-thesan-und-der-lordadmiral-von-michelle-stern-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005219/perry-rhodan-3060-die-thesan-und-der-lordadmiral-von-michelle-stern-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3060

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12043