Im Gespräch mit Bernd Perplies zu PERRY RHODAN MISSION SOL Band 8

Bernd Perplies
PERRY RHODAN
Mission SOL, Band 8
Krise auf Evolux

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 20. September 2019, 64 Seiten, € 2,40, Titelbild: Dirk Schulz

 

Alexandra Trinley: Bernd, dies ist dein zweiter Beitrag zur aktuellen Miniserie. Wie lange hattest du zum Schreiben Zeit?
Bernd Perplies: Ich weiß es gar nicht mehr ganz genau. Etwa drei Wochen, würde ich sagen. Es wurde alles ein bisschen eng gegen Ende, was verschiedene Gründe hatte. Aber durch gutes Teamwork haben wir den Roman trotzdem pünktlich gestemmt bekommen. Mein Dank hier nochmal an Klaus N. Frick, den Mann, der selbst im Sturm noch ruhig bleibt.

AT: Wenn arglose Leser das Heft am Kiosk oder online entdecken, was können sie sich darunter vorstellen?
BP: Den achten Band einer zwölfteiligen Miniserie namens PERRY RHODAN MISSION SOL, die sich im Wesentlichen darum dreht, dass es den Titelhelden versehentlich auf den Planeten Evolux in der Galaxis Tare-Scharm verschlägt, wo er überraschend Teile des lange verschollenen Fernraumschiffs SOL findet. Wie er den Rest davon sucht und was es mit der Havarie der SOL auf Evolux auf sich hat, ist der rote Faden, der sich durch die Reihe zieht. »Krise auf Evolux« stellt dabei die Weichen zum großen Finale. Es ist also kein Roman, den man einzeln lesen sollte, weil er eng mit den anderen Teilen der Miniserie verknüpft ist.

AT: Was zeigt das Titelbild?
BP: Wir sehen die Steile Stadt Beliosa im Zentrum des gleichnamigen Segments auf dem Superplaneten Evolux. Dort herrscht zur Zeit der Romanhandlung Bürgerkrieg. Dabei steht auch – beziehungsweise sogar insbesondere – die Regierung unter Beschuss.

AT: Nun ist das titelgebende Raumschiff SOL in drei Teile auseinandergekoppelt. Die kugelförmigen Segmente kommen aktuell zum Einsatz, der Mittelteil ist nach wie vor verschwunden. Warum sucht Perry Rhodan ihn?
BP: Zum einen hätte er sein Schiff natürlich gern in einem Stück wieder. Zum anderen befinden sich noch zahlreiche Personen auf diesem Mittelteil, darunter sein Sohn Michael Rhodan alias Roi Danton, der Expeditionsleiter der SOL war, als diese verschwand.

AT: Wird er seinen Sohn finden?
BP: Wer weiß, wer weiß …

AT: Das Eltern-Kind-Thema ist in dieser Miniserie recht ausgeprägt, wodurch der Anfangssatz »An der Schwelle zum Chaos« unwillkürlich an Kinderzimmer erinnert. Das ist hier aber nicht gemeint. Was ist eine Proto-Chaotische Zelle?
BP: Hehe, sehr schöne Assoziation. Und so treffend, wenn ich ins Zimmer meines Sohnes schaue. Aber um die Frage zu beantworten: Eine Proto-Chaotische Zelle ist eine Vorstufe zur Entstehung einer Negasphäre. Das ist eine Region im All, in der die kosmische Ordnung nicht aufrechterhalten werden kann. So wird die Negasphäre zu einem Ort, an dem sozusagen das reine Chaos herrscht – ohne Naturgesetze, Logik und Kausalität. Kurz: Eine PCZ ist etwas, das man nicht einfach so stehen lassen kann.

AT: Saedelaere und Rhodan unterscheiden sich in ihrem Führungsstil. Welche Methode bevorzugst du und warum?
BP: Wenn du meinst, dass Saedelaere einen recht autoritären Führungsstil pflegt, während Rhodan eher der Teamplayer ist, dann bevorzuge ich Rhodans Methode. Ich halte es für keine gute Idee, kompetente Mitarbeiter klein und still zu halten, nur damit man flott seinen Willen bekommt. Denn so ist niemand da, der die Fehler kompensiert, die ich als Chef machen mag. Schließlich ist niemand unfehlbar. Und es weiß auch niemand alles. Das gilt übrigens auch für Alaska Saedelaere, wie sich zeigt.

AT: Abschließend würde ich dir gern einige Fragen zum Personal und zum Schauplatz des Romans stellen. Er beginnt im »strategischen Auge« in der Steilen Stadt Beliosa. Wie können wir uns diesen Handlungsort vorstellen?
BP: Das Strategische Auge ist das Krisenreaktionszentrum der Regierung in Beliosa, ein gewaltiges Bauwerk an der Spitze der Steilen Stadt, wo alle Informationen während einer Krise auf Evolux zusammenlaufen. Der wichtigste Teil ist eine riesige, kreisrunde Halle unter einem Kuppeldach. Im Zentrum (der Pupille sozusagen) halten sich die höchsten Entscheidungsträger auf. Umgeben sind sie von hunderten Mitarbeitern, die im Parkett des Hauptraums (der Iris sozusagen) an ihren Terminals sitzen und die einzelnen Segmente von Evolux überwachen. Zahlreiche weitere Büros befinden sich in den tieferen Etagen.

AT: Es kommen Metaläufer vor, Sequenzräte und ein Kosmofekt. Was sind das für Wesen?
BP: Das sind alles Begriffe, die bereits von Robert Feldhoff als Expokrat der ursprünglichen Evolux-Romane (2450 – 2455) entwickelt wurden. Metaläufer sind Bewohner von Evolux, die sich durch ihre herausragenden technischen Fähigkeiten auszeichnen. Sequenzräte sind Mitglieder des Sequenzrats, des obersten Regierungsgremiums von Evolux. Und der Kosmofekt ist sozusagen der Präsident von Evolux und Leiter des Sequenzrats.

AT: Was können wir von den letzten drei Romanen der Miniserie erwarten?
BP: Wenn ich das wüsste … dürfte ich es dir nicht sagen. Aber um ganz ehrlich zu sein: Ich habe die Exposés der letzten drei Romane bis heute nicht gelesen. Zum einen waren sie unwichtig für meine Arbeit, zum anderen will ich mich auch gar nicht spoilern, sondern mir lieber die fertigen Romane irgendwann zu Gemüte führen.

AT: Aber zum Plot deines eigenen Romans darf ich dich was fragen, ohne dass wir allzu viel spoilern? Mahlia kehrt ja in das Tal zurück, in dem sie ihre Familie zurückließ. Sie hat sich verändert, kennt den Kosmos, kann durch die Hypnoschulungen moderne Technik bedienen, hat auch einen SERUN an, der ihr Unabhängigkeit verleiht … Ging es dir bei der Darstellung ihrer Konflikte dort vor allem um diese Unabhängigkeit durch moderne Technik, oder ging es dir vor allem um die menschliche Auseinandersetzung?
BP: Genau genommen hat Kai Hirdt als Expokrat vorgegeben, worum es mir bei der Tal-Handlung zu gehen hatte. Und sein Fokus lag eindeutig auf dem Zwischenmenschlichen. Wie du selbst sagst: Mahlia hat verdammt viel erlebt. Das hat sie reifen lassen. Aber es hat ihr auch Angst gemacht. Daher will sie zurück ins Tal. Es ist eine Flucht in die »heile« Vergangenheit, wenn man so will. Aber wenn man erst einmal mit Perry Rhodan unterwegs war, kann man nicht so einfach in sein altes Leben zurück. Wie Mahlia das erkennt und wie das Tal mit der Rückkehrerin umgeht, war für mich wirklich spannend zu schreiben.

AT: Magst du ein wenig über die Vorzeichen sprechen, unter denen Perry in den Althanos-Komplex zurückkehrt?
BP: Nun, die Krise auf Evolux wird ja ausgelöst, als die Bewohner erfahren, dass es im Herzen des Planeten eine Proto-Chaotische Zelle gibt. Diese soll nun zerstört werden. Zunächst will Perry aber den Mittelteil der SOL finden, der darin verschollen sein soll. Damit dies gelingen kann, muss er erneut zum Althanos-Komplex zurückkehren, jener düsteren Forschungsanlage, die in Band 2 eingeführt wurde. Denn der Komplex hütet mehr Geheimnisse, als man denkt. Eins davon hat direkt mit der PCZ zu tun.

AT: Danke für die Auskünfte.
BP: Aber gern.

Die Lese- und Hörprobe gibt es auf der PERRY RHODAN-Website.

Weiterführende Informationen liefert die Perrypedia.

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