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Fünfzehn Fragen an Christian Montillon zu Band 3051

Christian Montillon verrät im Interview mit Roman Schleifer, wer die Bände 3050 – 3053 wirklich hätte schreiben sollen und wie er Homer G. Adams neue Rolle sieht.

Christian, letztes Mal hast du beim Grund für den Vierteiler aus meiner Sicht etwas »herumgeeiert«. Magst du mir heute den wahren Grund verraten?

Also sowas! Ich habe doch nur deine Geld-Anmerkung genutzt, um auszuweichen. 🙂

Ursprünglich war es tatsächlich anders geplant. Der Vierteiler hätte eine Kooperation zwischen Oliver Fröhlich und mir werden sollen. Oli musste (was ihm wirklich schwergefallen ist) wegen unaufschiebbarer Verpflichtungen in seinem Hauptberuf recht kurzfristig abspringen. Genauer gesagt, so kurzfristig, dass wir beide schon etliche Mails gewechselt und uns Gedanken gemacht hatten. Von Oli stammt zum Beispiel die Idee, den ersten Roman mit einem Brief des Vergleichenden Historikers einzuleiten; die Figur stammt in den Grundzügen auch von ihm, wenn ich mich richtig erinnere, habe ich ihn dann zum »Vergleichenden« Historiker gemacht, weil ich vor vielen Jahren Vergleichende Literaturwissenschaft studiert hatte. Im Mailaustausch mit Oli habe ich auf seine Idee hin, die Vergangenheitsebene könnte doch ein Traum sein, die erste »Traumspiel«-Einleitung geschrieben und ihn gefragt, was er davon hält. Damit stand die Grundstruktur des Viererblocks.
Als Oli abspringen musste, stand kurz die Frage im Raum: »Was jetzt?«, und ich brachte den Vorschlag, es allein durchzuziehen.

Zitat: »Jeder Mensch ist wie ein Mond – er hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.«
Welche dunkle Seite hast du? Und welche dunkle Seite hat Perry Rhodan uns noch nicht gezeigt?

Naja, das sind ja Seiten, die wir – siehe Zitat – niemandem zeigen. Also werde ich mich hüten, diejenige des armen Perry, der sich nicht wehren könnte, hier ans Licht zu zerren.

Zitat: »Kein Abenteurer, der an der Seite eines Helden – diesen Status muss man Rhodan zweifellos zugestehen – ins Unbekannte marschiert, am besten noch mit einer Waffe in der Hand.«
Wieso assoziiert ausgerechnet ein vergleichender Historiker wie Tergén, dass man Rhodan am besten mit der Waffe begleitet?

Das zeigt – auf recht interessante Weise, wie ich finde, mich freut’s, dass du dieses Zitat gebracht hast – das Bild, das Tergén aufgrund seiner historischen Studien von Rhodan gewonnen hat. Studien, die tausende Versionen der Rhodan-Historie einschließen, wie wir ja wissen. Die für ihn ein Gesamtbild vermitteln, das stimmen kann oder nicht – wie z.B. das Detail der Schokolade mit ganzen Nüssen ja belegt.

Zitat: »Wahrscheinlich radikalisieren sich gewisse Mitglieder der Vanothen deswegen – weil sie sonst keine Botschaft mehr verkünden können, die irgendwen bewegt. Nichts ist schlimmer für eine früher elektrisierende Gruppe als Langeweile.«
Das klingt nach Seitenhieb für die Gegenwart – von IS über XRebellion bis hin zu manchen Politikern. Wie fließt die Gegenwart in deine Texte ein?

Das sehe ich weniger als einen Gegenwartsseitenhieb. Vielmehr so: Das ist eine allgemeinmenschliche Erkenntnis. Die natürlich auch auf unsere Gegenwart zutrifft. Und in Zukunft auch noch treffen wird.

Ich bin erstaunt, wie viel die Topsider über Terra wissen – gibt uns da einen Anhaltspunkt, woher das Wissen stammt.

Wir wissen, dass Topsider maskiert undercover auf Terra unterwegs sind. Da haben sie garantiert auch Daten erbeutet oder einfach in öffentlichen Datennetzen nachgeschaut.

Das Dyoversum ist sehr mysteriös, es kann nicht natürlich entstanden sein. Ich möchte mir ja die Spannung erhalten, was dahintersteckt, hätte dennoch gern einen Hinweis. Gib daher bitte einfach zu, dass dahinter der Plan irgendeiner Wesenheit steckt.

Ich gebe gar nix zu, was das angeht. Denn: Oh doch, entstanden sein kann es sehr wohl auf natürliche Weise. Über die Entwicklung stellen sich unsere Romanfiguren ja jede Menge Fragen. Die würde ich mir auch stellen, wenn ich eine Romanfigur wäre. Dumm sind sie ja nicht, unsere Helden …
Aber Antworten haben sie noch nicht gefunden. Zumindest nicht, dass Perry (und damit der Leser) das Ende PR 3051 bereits wüsste.

NATHAN entdeckt seine Kreativität – nach tausenden von Jahren. Wieso ausgerechnet jetzt? Und wieso hat er das im alten Universum nie bemerkt?

Ich glaube, das hat er durchaus bemerkt. Aber – da gebe ich dir recht – so stark ausgelebt wie jetzt hat er sie wohl noch nie.

Welche Rolle spielen die Ylanten im weiteren Zyklusverlauf?

Ach, das wirst du sehen, wenn du den weiteren Zyklusverlauf verfolgst …

Bereits nach zwei Heften entdecke ich in Homer G. Adams neue Qualitäten als Haupthandlungsträger. Der »Junge« hat Potenzial. Wie könnte man ihn ab sofort stärker in die Haupthandlung einbinden?

Indem man ihn zum Advisor im Dyoversum macht 😀

Ernsthaft: Genau deshalb haben wir das ja ausprobiert und ihm diese Rolle gegeben. Die ich persönlich sehr spannend finde.

Zitat: »Dieser neuerliche Vorfall bewies, dass er die Identitätsprüfung durch NATHAN schnellstmöglich hinter sich bringen sollte – er musste endlich nach Terra, ins Herz der Macht, und aktiv werden!«
Im ersten Moment war meine Reaktion: »Perry, du arroganter Arsch!«
Wieso denkt er, dass er der Messias ist, der allen zeigt, wie es geht?

Ach, denkt er das? Nö, sicher nicht. Aber er will aktiv werden.
Ich denke schon, dass er weiß, dass es auch ohne ihn geht – siehe Terra, siehe Bully, siehe die vergangenen 500 Jahre. Aber er ist da, will handeln, will aktiv werden. (Was, nebenbei gesagt, für einen Romanhelden auch sinnvoll ist …)

Zitat: »Warum bleiben unsere Erinnerungen so oft an der Gewalt hängen, am Schrecklichen, und sammeln sich nicht in den Momenten der Ruhe und der Schönheit?«
Ja, warum? Was denkst du? Und wie geht es dir in dieser Hinsicht in Bezug auf deine Arbeit bei Rhodan?

Das Zitat stammt aus den Gedanken von Homer G. Adams, aus einer Traumspiel-Einleitung. Ich glaube persönlich nicht unbedingt, dass das immer und überall stimmt. Es gibt ja auch das umgekehrt – das Verklären der Vergangenheit. Das gibt es sowohl im echten Leben als auch (um ein willkürliches Beispiel zu wählen) bei Romanserien, wo meistens ausgerechnet die Phasen der Serie am besten sind, bei denen man eingestiegen ist. 🙂
Aber klar gibt es auch das Phänomen, das Adams hier beschreibt. Ich sehe seine Frage tatsächlich als ein wenig … verzweifelt. „Warum nur“ ist das so, fragt er sich. In seinem Fall wage ich eine Antwort: Weil diese Phasen gesamtpolitisch wichtig und entscheidend waren.

Im letzten Interview hast du bekrittelt, dass ihr die Tesan zu wenig in Szene gesetzt habt – wie ändert sich das im restlichen Zyklus?

Ich weiß nicht recht, ob ich das wirklich bekrittelt habe. Lies nochmal nach. Das ändert sich ganz einfach, indem es sich ändert. Also indem Zemina mehr in Szene gesetzt wird.

Ich möchte noch einmal auf deinen im April 2020 erscheinenden Roman »Fallender Stern« kommen. Was war der Grund für diesen reißerischen Titel?

Ist der besonders reißerisch? Das empfinde ich gar nicht so. Mag aber sein, dass ich mich täusche.
Zuerst wollte ich den Roman „Pilgrim“ nennen, auch der Verlag stimmte dem zu. Doch leider ging das nicht, der Titel war bereits geschützt. Die »Fallender Stern«-Idee kam tatsächlich vom Verlag, ich stimmte aber gern zu, weil es die symbolische Ebene des Romans gut wiedergibt. Die ich ganz entscheidend finde.

Was kann man aus dem Titel  für den Inhalt des Romans ableiten?

 Das Titelbild legt tatsächlich einen »fallenden Stern« nahe – wobei »Stern« jetzt mal großzügig auf Himmelskörper ausgedehnt wird  🙂 
Tatsächlich geht es dabei aber um die symbolische Ebene … oder um EINE symbolische Ebene, sicher die für mich wichtigste.

Und wie hast du das mit den Expos für Rhodan unter einen Hut gebracht? Musste Hartmut in der Zeit mehr schreiben? Und schreibst du als Ausgleich nun mehr Expos?

Da gehst du von einer falschen Voraussetzung aus. Es gibt keine Expos von Hartmut ODER von mir. Nur Expos von Hartmut UND mir. Wir arbeiten an jedem Exposé immer gemeinsam. Und das lief natürlich auch während der Zeit so, als ich den Piper-Roman geschrieben habe. Worunter, seufz, der Abgabetermin ein wenig gelitten hat. Zu dem ich auch im Nachwort des Romans etwas schreibe.

Danke für deine Zeit und bis in ein paar Tagen … 🙂

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zur Handlungszusammenfassung :
https://www.perrypedia.de/wiki/Quelle:PR3051

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