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»Mein Leben mit Perry« von Erich Herbst

Als ich dich kennenlernte, war ich 14 und du schon beinahe 7 Jahre alt. Oder sollte ich besser sagen: 104 Jahre? Gefunden habe ich dich gleich doppelt in einer kleinen Kiste im Keller bei uns zuhause, zwischen Western, Terra, Krimis und anderen Heften. Damals hast du einen Zweikampf ausgefochten, mit Langschwertern. Du und dein Gegner wurden danach Freunde fürs Leben. Ich auch. Nur wenige Stunden später warst du 178 Jahre alt und in ein Raumgefecht durch Hyper- und Linearraum um eine Welt mit zweihundert Sonnen verwickelt, was ich nicht so recht verstanden habe. Doch ich war fasziniert, und nur wenige Wochen später traf ich dich an einem Kiosk in M 87 wieder. Da hattest du immerhin schon 500 Jahre auf dem Buckel.

Von da an verfolgte ich deine Abenteuer quasi live. Was du die vorhergehenden 7 (oder 465) Jahre erlebt hast, habe ich mir durch monatelange Sammel- und Lesearbeit erschlossen, zwangsläufig nicht chronologisch. Dabei ging es kreuz und quer durch Andromeda, die Eastside, M 13 und ungezählte Sonnensysteme, ja sogar in ein anderes Universum. Fremde Welten und Lebewesen begegneten uns, menschenähnlich und fremdartig, und viele doch bald sehr vertraut. Oft musstest du dich dabei unter der Bettdecke oder der Schulbank verstecken.

Schon ein Jahr nach unserer ersten Begegnung hat dich die Wirklichkeit überholt. Apollo 11 landete auf dem Mond, und du warst nicht dabei. Denn du warst schon viel weiter, beinahe 1500 Jahre alt und zusätzlich fünf Sekunden in der Zukunft. Und wieder zurück gleich die Bedrohung durch einen Todessatelliten in der Sonne. Ein hin und her in deiner Zeit, während es für mich durch die Schule und in die Lehre ging. Dann die große Verdummung in der Galaxis, aber nicht für mich. Während du dich mit Schwarm, Altmutanten und ein Schachspiel befassen musstest und dein Gehirn auf Reisen ging, habe ich einen Beruf erlernt. Deine Querelen mit dem Konzil und den Abstecher in den Mahlstrom der Sterne nutzte ich, um die Schulbildung zu ergänzen und mich auf mein Studium vorzubereiten.

Aphilie war zu dieser Zeit für mich nur mit dir ein Thema. Die reale Liebe begleitete mich durchs Studium, die SOL ging auf große und lange Fahrt, während deine Erlebnisse wahrlich kosmische Dimensionen annahmen. Sporenschiffe, Ritter der Tiefe, Kosmische Burgen, etliche Superintelligenzen, Materiequellen und -senken, all das konnte nicht verhindern, dass ich mein Studium abschloss und mit dem »Kybsoon-Effekt« ins Berufsleben eintrat. Da war ich 25 und du bereits 18 (oder 1650) Jahre alt.

»Der Weg der Flamme« kreuzte meinen, als ich Jahre später Gabi kennenlernte. »Desothos Geschenk« gab es zu unserer Hochzeit. »In der Eastside« kam unsere Tochter nicht auf die Welt, das war in München, und unser Sohn wurde nicht »Als Rebell geboren«.

Ich besuchte dich auf vielen Cons und habe dich doch nie persönlich kennengelernt. Auch zur fiktiven Feier deines 60. Geburtstags in Garching bin ich gekommen, da warst du eigentlich schon 2931 Jahre alt und doch erst 35. Kurz darauf traf ich mich mit Gleichgesinnten zur Gründung deines Münchner Stammtisches, und in der Folge entstand dort ein kleines Nachrichtenblatt mit dem Namen ESPost, in dem ich seit über 22 Jahren einmal im Monat über dich und dein Umfeld berichte.

Jetzt feierst du schon wieder 60. Geburtstag – da kenne sich noch jemand aus. 53 Jahre begleitest du mich schon in meinem Leben, durch Höhen und Tiefen, in einem anderen Universum – deinem Perryversum. Ich danke dir dafür, und ich danke allen, die mir dieses zweite Leben parallel zu meinem eigenen ermöglicht haben. Sogar einen jüngeren Bruder namens NEO hast du, er wird jetzt zehn und ist auch mit mir unterwegs.

Begleitet mich noch lange weiter, ich komme gerne mit!

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